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Benutzername: dreamer


Bewertungen

Insgesamt 61 Bewertungen
Bewertung vom 16.05.2020
Die Geheimnisse meiner Mutter
Burton, Jessie

Die Geheimnisse meiner Mutter


ausgezeichnet

Die Geschichte geht ans Herz

Wie geht man damit um, wenn einen die eigene Mutter als Baby verlassen hat und man nicht einmal weiß, warum? Das ist irgendwie die zentrale Frage, die in "Die Geheimnisse meiner Mutter" thematisiert wird.

Die beiden Protagonisten der Geschichte sind Elise (die Mutter) und Rose (die Tochter). Die Kapitel, in denen beide vorkommen, sind zwar relativ wenige, aber das heißt nicht, dass die Geschichte der einen nichts mit der der anderen zu tun hat. Mir jedenfalls hat die Geschichte beim Lesen fast das Herz gebrochen.

Da ist zum einen Elise, die irgendwie so dahintreibt, hin- und hergerissen zwischen Neid, Missgunst, der Angst, verlassen zu werden und impulsiven Reaktionen. Und da ist Rose, die sich in einem Leben eingerichtet hat, dass sie nicht besonders glücklich macht, aber das sie wenigstens gewohnt ist. Bis sie durch ihren Vater erfährt, dass der letzte Mensch, der ihre Mutter wohl gesehen hat, bevor diese verschwand, die Schriftstellerin Constance Holden war. Und so macht sich Rose erst einmal auf die Suche nach Constance, in der Hoffnung, dass diese ihr die Geheimnisse rund um das Verschwinden ihrer Mutter eröffnen kann.

Meine Meinung

Die Geschichte ist definitiv komplex. Erst im Nachhinein ist mir aufgegangen, wie unterschiedlich die einzelnen Personen dargestellt werden, je nachdem, in welcher Zeitenebene man als Leser den einzelnen Personen begegnet. So war mir Matt in der Zeitlinie von Elise zuerst nicht sonderlich sympathisch, mit der Zeit aber bin ich mit ihm warm geworden. Elise war für mich von Anfang an eine schwierige Persönlichkeit - ihr Verhalten war zum Teil gedankenlos, zum Teil auch einfach mit unrealistischen Erwartungen verbunden, manchmal beinahe grausam. Rose hingegen ist meiner Meinung nach innerhalb der Geschichte gewachsen, an ihren Herausforderungen, an tragischen Entscheidungen, an der Auseinandersetzung mit Fragen zu ihrem eigenen Leben.

Auch wenn das Cover den Leser vielleicht eher an ein Schwimmbad oder den Strand denken lässt und diese Assoziation definitiv mit der Geschichte zu tun hat, handelt es sich hier nicht um leichte Sommerlektüre - sondern um eine Geschichte, die nachdenklich macht und zu weiten Teilen einen melancholischen Ton anschlägt. Sie ist großartig erzählt, reißt einen mit und fesselt bis zum Ende. Daher vergebe ich auch fünf von fünf Sternen und empfehle das Buch gerne weiter!

Bewertung vom 07.05.2020
Im Schatten des Kronturms / Riyria Bd.0
Sullivan, Michael J.

Im Schatten des Kronturms / Riyria Bd.0


ausgezeichnet

Der Anfang einer Freundschaft

Mit den Riyria Chroniken führt der Autor Michael J. Sullivan seine Leserschaft in die Vergangenheit von Hadrian und Royce, die manche vielleicht aus der bereits erschienenen Riyria Revelations Serie kennen. Es ist eigentlich die Geschichte, wie diese beiden zu Freunden wurden und ihr „Unternehmen“ gegründet haben.
Der Roman war für mich absolut gelungen. Meiner Meinung nach ist es nicht ganz High End Fantasy, sondern ein gutes bisschen moderner, frecher. Die Dialoge haben mich so manches Mal zum Schmunzeln gebracht. Dabei konnte ich mir die Welt, in der die Geschichte spielt, sehr gut vorstellen. Die Beschreibungen sind detailliert genug, sodass vor dem geistigen Auge ein entsprechendes Bild entsteht, aber nicht überbordend. Dadurch fließt die Geschichte auch sehr schön dahin, man taucht ein und größere Längen sucht man vergebens.
Ich möchte hier noch betonen, dass man diese Vorgeschichte wirklich absolut unabhängig von der Hauptreihe lesen kann. Die Geschichte nimmt den Nachfolgebänden nichts von ihrer Spannung, sondern ergänzt die Leseerfahrung eher.
Kurzum, ich war begeistert von „Im Schatten des Kronturms“ und hoffe wirklich, dass wir noch weitere Teile aus der Vergangenheit unserer beiden „Helden“ präsentiert bekommen werden.

Bewertung vom 28.02.2020
Je tiefer das Wasser
Apekina, Katya

Je tiefer das Wasser


sehr gut

Eindringlich, aufwühlend und berührend

Von der Leseprobe zu „Je tiefer das Wasser“ von Katya Apekina war ich unglaublich gefesselt und begeistert, auch wenn das Thema, um das es zu gehen schien (psychische Erkrankungen und die Auswirkungen auf die Familie) doch eher nach schwieriger Kost klang. Der Roman beginnt fesselnd und vielversprechend, die Geschichte wird abwechselnd aus diversen Perspektiven erzählt, mal in Prosa, mal in Briefform, mal in der Wiedergabe von Telefonaten. Im Mittelpunkt aber stehen Mae und Edie, zwei Schwestern, die nach einem Selbstmordversuch der Mutter bei ihrem entfremdeten Vater in New York City untergebracht werden.
Die beiden Schwestern nehmen diese plötzliche Wiedervereinigung mit dem Vater sehr unterschiedlich auf. Edie zieht es zurück nach Hause, während für Mae eine Rückkehr in ihr altes Zuhause undenkbar ist. Die beiden Perspektiven zeigen bildlich, wie unterschiedlich die Schwestern mit den Auswirkungen der Depression ihrer Mutter umgehen. Edie kann die Rolle als Beschützer und Aufpasser ihrer Mutter nicht loslassen, während Mae sich endlich befreit fühlt vom drückenden Einfluss, den die Auswüchse der Krankheit auf sie selbst hatten. Dabei wird Marianne (die Mutter) selbst aus den Perspektiven der einzelnen Charaktere sehr unterschiedlich dargestellt. Mal als Opfer der Umstände, dann wieder als egoistische Persönlichkeit, die auf niemanden außer sich selbst fixiert ist. Gerade dadurch gewinnt der Roman für mich an Tiefe und stimmt nachdenklich. Denn natürlich, auf der einen Seite ist Marianne das Opfer ihrer Krankheit, aber sie ist eben nicht das einzige Opfer in dieser Geschichte. Da sind auch ihre beiden Töchter, die auf die eine oder andere Art Spuren davongetragen haben.
Der Schreibstil der Autorin ist eindringlich und geht einem unter die Haut. Auch wenn man ab einem gewissen Punkt ahnt, in welche Richtung die Handlung eskalieren wird. Die Geschichte hat mich beim Lesen aufgewühlt und wird mich sicher auch noch eine Weile beschäftigen.
Von mir erhält der „Je tiefer das Wasser“ vier von fünf Sternen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.02.2020
Die Blume der Finsternis / Shadowscent Bd.1
Freestone, P. M.

Die Blume der Finsternis / Shadowscent Bd.1


ausgezeichnet

So viel mehr als Blumen und Parfüm

Ehrlich gesagt, habe ich bei dem Klappentext zu „Shadowscent – Die Blume der Finsternis“ mit mehr Klischees gerechnet, als ich angetroffen habe. Stattdessen war die Geschichte vielschichtiger, spannender und interessanter, als ich erwartet hatte. Und meine Erwartungen waren eigentlich nicht niedrig – die Geschichte hat diese einfach nur übertroffen.
Es gibt auch nach diesem ersten Band noch Aspekte der Charaktere, zu denen ich mehr erfahren möchte. Was genau ist das Geheimnis hinter Rakels Mutter? Wie genau war da diese Verflechtung mit der Dufthüterin? Welche Geheimnisse hütet Rakels Vater?
Gibt es noch mehr Menschen wie Ash? Wo wir gerade bei dem Thema Charaktere sind: Die sind mir irgendwie alle in relativ kurzer Zeit ans Herz gewachsen. Ich möchte wissen, wie es mit ihnen weitergeht, welche Herausforderungen noch auf sie warten, wie sie diese ggf. meistern werden.
Auch das Cover hat mir gut gefallen, gerade durch die große Fläche in dunkler Farbe kommt für mich das Feeling von Wüstennächten und Verschwörungen zum Ausdruck, die im Zusammenhang mit der Geschichte stehen, die P.M. Freestone hier erzählt.
Für mich war „Shadowscent – Die Blume der Finsternis“ ein absolutes Lesehighlight, das ich gerne weiterempfehle. Daher wird es auch nicht überraschen, dass ich fünf Sterne für den Roman vergebe und mich schon unglaublich auf den Nachfolgerband freue.

Bewertung vom 13.02.2020
Das Gerücht
Kara, Lesley

Das Gerücht


ausgezeichnet

Spannungsgeladen und psychologisch geschickt erzählt

„Das Gerücht“ von Lesley Kara hatte mich schon allein mit dem Klappentext neugierig auf die Geschichte gemacht. Wir alle kennen Gerüchte, die weitererzählt werden. Man hört sie, vielleicht erzählt man sie auch weiter. Genau so geht es Joanna in „Das Gerücht“. Klatsch und Tratsch unter den Müttern auf dem Schulhof und den Frauen im Buchclub verleiten Joanna dazu, ihren Teil zur Verbreitung eines Gerüchts beizutragen, um in der Gruppe der Frauen Anschluss zu finden. Aber das Gerücht, an dessen Verbreitung sie beteiligt ist, bringt sowohl Joanna als auch ihren kleinen Sohn Alfie in Gefahr.
Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen. Die Geschichte wird aus Joannas Sicht erzählt und gerade deswegen spürt man die Paranoia und die Panik, die Joanna im Laufe der Geschichte immer mehr befällt, ganz deutlich beim Lesen. Man wird in die Geschichte hineingezogen, rätselt mit Joanna, was da vor sich geht und wer eventuell die berüchtigte Mörderin sein könnte.
Ab einem gewissen Punkt hatte ich zumindest was Teile der Auflösung angeht, eine gewisse Ahnung, aber aufgrund der geschickten Erzählweise und dem konstanten Halten des Spannungsbogens hat das dem Buch nicht geschadet.
Die Charaktere waren für mich greifbar, Joanna und Alfie und auch Michael Charaktere, deren Schicksal einem wirklich nahe geht. Das Buch ließ sich unglaublich schnell lesen, auch, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte.
Ich vergebe daher fünf Sterne für „Das Gerücht“ und hoffe auf weitere Werke der Autorin.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.02.2020
Priest of Bones / Kampf um den Rosenthron Bd.1
McLean, Peter

Priest of Bones / Kampf um den Rosenthron Bd.1


sehr gut

Spannender erster Band

Von Peter McLean hatte ich bisher noch nichts gelesen, war aber aufgrund des Klappentextes extrem neugierig auf "Priest of Bones - Der Kampf um den Rosenthron" Band 1.

Tomas Piety kehrt nach dem Krieg in seine Heimatstadt zurück, um dort die Geschäfte wieder aufzunehmen, die er vor dem Krieg geführt hat. Dass der inzwischen eher durch Zufall zum Priester gewordene Soldat dabei vor dem Krieg eher zwielichtigen Geschäften nachging, mag vielleicht erst einmal einen Widerspruch darstellen. Aber wenn man der Geschichte folgt, erfährt man so einiges über Tomas und seinen jüngeren Bruder Jochan, dass ein vielschichtigeres Bild dieses Mannes enthüllt.

Die Geschichte von Tomas in Ellinburg ist keine friedliche Geschichte, auch keine, die besonders fröhlich ist. Aber sie ist spannend, die Charaktere lagen mir relativ schnell, trotz ihrer Raubeinigkeit, relativ schnell am Herzen. Dass die Geschichte dabei aus Tomas' Sicht und mit Tomas' Worten erzählt wird, passt zu dem teilweise extrem direkten Schreibstil, den der Autor hier anschlägt.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, erinnerte mich zwar vage an meine Vorstellung vom mittelalterlichen England, aber dort gibt es auch Magie und Hexer. Das macht die Geschichte meiner Meinung nach ganz besonders interessant, ebenso wie die Tatsache, dass Tomas als Priester der "lieben Frau vom ewigen Leid" einer Gottheit dient, die laut seiner Aussage keine Gebete erhört und keine Wünsche erfüllt.

Ich hoffe, dass ich im nächsten Band noch mehr über diese Welt erfahren werde und dass einige weitere Geheimnisse, wie die um Billy the Kid, weiter aufgelöst werden. Die Geschichte braucht zwar einen Moment, um in Gang zu kommen, hat mich zur Mitte hin aber schon vollkommen gefesselt und zum Ende hin absolut begeistert gehabt.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.01.2020
1794 / Winge und Cardell ermitteln Bd.2
Natt och Dag, Niklas

1794 / Winge und Cardell ermitteln Bd.2


sehr gut

Gute Fortsetzung der Geschichte

Wer den ersten Band der Reihe gelesen hat, der weiß, dass Cecil Winge gegen Ende des ersten Bandes gesundheitlich extrem angeschlagen war. Erkrankt war er schon zu Beginn des Buches an Tuberkulose, sodass das Ende des ersten Bandes eigentlich schon nahelegte, dass Cecil in diesem Band nicht mehr mit von der Partie sein würde.

Nichtsdestotrotz präsentiert der Autor erneut ein Ermittlerduo bestehend aus Cardell und Winge - aber bei "Winge" handelt es sich nun eben um den jüngeren Bruder von Cecil. Dieser hat wiederum ganz eigene Probleme. Aber irgendwie gelang es auch dem jüngeren Bruder, mich für sich zu gewinnen. Es interessierte mich, wie es mit ihm weiterging, genauso wie ich Cardells Entwicklung verfolgen wollte und die von Anna Stina Knapp. Denn genau diesen Protagonisten begegnet man auch in dem zweiten Band der Reihe wieder.

Der Kriminalfall, der an Cardell herangetragen wird, ist auch dieses Mal erschreckend und grausam. Man erfährt so einiges über die Zustände unter denen psychisch Kranke in der damaligen Zeit im Tollhaus oder im Spital untergebracht worden sind.

Leider nimmt die Geschichte erst ab dem ersten Drittel an Fahrt auf, nachdem die Vorgeschichte zum eigentlichen Verbrechen abgehandelt worden ist. Für meinen persönlichen Geschmack nimmt diese Vorgeschichte in dem Roman zu viel Platz ein. Die Handlung ist dennoch durchaus spannend und interessant, hätte aber eben meiner Meinung nach ein bisschen kürzer abgehandelt werden können. Dafür hätte ich mir lieber ein paar weitere Details aus dem Leben von den Winge-Geschwistern gewünscht.

Alles in allem ist der zweite Band der Reihe aber durchaus gelungen, sodass ich definitiv auf einen dritten hoffe.

Bewertung vom 04.01.2020
Das Gedächtnis von Babel / Die Spiegelreisende Bd.3
Dabos, Christelle

Das Gedächtnis von Babel / Die Spiegelreisende Bd.3


ausgezeichnet

Freue mich schon sehr auf den nächsten Band

Auch in diesen Band konnte ich wieder voll und ganz eintauchen in die fantastische Welt, die Christelle Dabos entworfen hat.

Obwohl das Buch nicht gerade dünn ist, flogen die Seiten beim Lesen nur so dahin. Ich liebe den Schreibstil und die Art und Weise, wie Christelle Dabos ihre Geschichte erzählt.

Und auch das äußere Erscheinungsbild des Buches ist wieder einmal wunderschön. Der Pastellton, in dem der feste Einband des Buches gehalten ist, ist sehr schön und passt hervorragend zu den Farben der anderen Bände.

Man sollte aber definitiv die Vorgängerbände kennen, um an "Das Gedächtnis von Babel" wirklich Freude haben zu können.

Ich vergebe fünf Sterne für diesen dritten Band der Reihe und fiebere schon dem nächsten entgegen!

Bewertung vom 31.10.2019
Cold Storage - Es tötet
Koepp, David

Cold Storage - Es tötet


sehr gut

Killerpilz aus dem Weltall

Kann man einen Killerpilz aus dem Weltall in einer unterirdischen Anlage einschließen und hoffen, dass dieser tödliche Parasit die Welt wie wir sie kennen nicht vernichten wird? Das jedenfalls versucht das amerikanische Militär in "Cold Storage" zunächst einmal.

Viele, viele Jahre später ist das unterirdisch weg gesperrte Gefahrengut beinahe in Vergessenheit geraten - und gerade das ist der Moment, in dem es dem Pilz gelingt, sich aus seinem Gefängnis zu befreien...

Die Geschichte, die David Koepp hier erzählt, ist vielleicht nicht extrem literarisch anspruchsvoll, dafür aber spannend geschrieben. Ich könnte mir den Roman sehr gut als Vorlage für ein Drehbuch vorstellen. Es gibt bei aller Ernsthaftigkeit des Themas immer wieder Momente der Auflockerung, bei denen man grinsen muss. Sei es, weil der Autor einige Charaktere auf eine Art und Weise darstellt, die beinahe schon an eine Karikatur erinnert, aber auch der schwarze Humor des Autors, der in seiner Beschreibung einiger eigentlich sehr verstörender Szenen mitschwingt, tragen dazu bei, dass es immer wieder diese lockereren Momente gibt.

Von der Atmosphäre her hat mich der Roman doch ein bisschen an den ursprünglichen Jurassic Park Film erinnert.

Für mich ist Cold Storage ein Roman mit kleinen Schönheitsfehlern, vielleicht kein literarisches Meisterwerk, dafür aber mit Unterhaltungswert. Vier von fünf Sternen von mir für den Roman.

Bewertung vom 31.10.2019
Die letzte Frau / Eve of Man Bd.1
Fletcher, Tom; Fletcher, Giovanna

Die letzte Frau / Eve of Man Bd.1


sehr gut

Was wäre, wenn...

Was wäre, wenn auf einmal keine Mädchen mehr zu Welt kommen? Kein einziges Mädchen kommt mehr lebend zur Welt. In welches Szenario wirft das unsere Welt? Und was passiert, wenn unverhofft plötzlich doch ein Mädchen geboren wird - ein einziges. Welches Schicksal sieht die Gesellschaft für dieses Mädchen vor?

Diesem Gedankenspiel widmen sich Giovanna und Tom Fletcher in dem ersten Band der Eve of Man -Trilogie. Dabei wird die Geschichte sowohl aus der Sicht von Eve, dem einzigen Mädchen seit Ewigkeiten, erzählt und aus der Sicht von Bram. Bram ist der Sohn eines hochrangigen Forschers, der unter anderem mit holografischen Avataren experimentiert hat. Bram und Eve kennen sich seit Kindesbeinen, auch wenn Eve bis zu einem gewissen Zeitpunkt nicht ahnt, dass Bram immer mal wieder der "Pilot" ihrer holografischen Freundin Holly ist.

Die Welt, die Giovanna und Tom Fletcher zeichnen, weist eine zerstörte Naturlandschaft auf. Bestimmte Bereiche des Landes stehen unter Wasser. Leider bleibt das politische System und die Welt, wie sie heute aussieht, teilweise relativ blass. Ich hoffe, dass sich das in Band zwei ändert und man ein bisschen mehr über die Strukturen, Gründe und Gegebenheiten erfährt, die in der Gegenwart des Romans vorherrschen.

Die Geschichte weist zwar gerade zu Beginn ein paar Längen auf - die Beschreibung von Eves Tagesablauf, Duschen, Ankleiden etc. fand ich zum Teil ein bisschen langwierig, aber nach dem ersten Drittel steigert sich die Spannung deutlich.

Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, er war flüssig und glaubwürdig für die Sichtweise von zwei Teenagern. Getrieben ist die Geschichte aber im Kern in großen Teilen von den Entwicklungen von Eve und Bram, die nach und nach bestimmte Dinge erfahren und entdecken, die ihr Weltbild für immer verändern wird.

Ich vergebe daher vier von fünf Sternen und freue mich schon auf den zweiten Band der Reihe!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.