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Bewertungen

Insgesamt 19 Bewertungen
12
Bewertung vom 17.01.2013
Ins Nordlicht blicken
Franz, Cornelia

Ins Nordlicht blicken


ausgezeichnet

Ins Nordlicht blicken !!

Die Story beginnt 2011 in Grönland ; der 17jährige Pakku lebt mit seinem alkoholabhängigen Vater in Grönlands Haupstadt Nuuk. Er arbeitet in einer illegalen Krabbenpulerei und abends spielt er Backgammon am Computer. Tagein-tagaus führt er das gleiche öde Dasein. Nie gibt es eine Veränderung in Nuuk; so lebten schon die Vorfahren und so werden auch die nächsten Generationen leben.. Pakku träumt von einem anderen Leben, doch wie soll er irgendwann aus Nuuk rauskommen ? Plötzlich bietet sich eine Gelegenheit, wahrscheinlich die einzige Chance, die er jemals bekommen wird, um dem eintönigen Dasein zu entfliehen.

Der andere Handlungsstrang spielt 2020 und Jonathan Querido befindet sich auf der "ALASKA", einem Kreuzfahrtschiff in Richtung Grönland.

Er hält sich viel an Deck auf, denn die Enge der Kabine ruft schlimme Erinnerungen in ihm wach. Er scheint schon schreckliche Dinge auf genau diesem Schiff erlebt zu haben. Je näher die "Alaska" an Grönland herankommt, desto schlechter geht es ihm.

Was wird ihn erwarten in Nuuk ? Wird man ihn erkennen und wenn ja, was dann ? In Nuuk geht er von Bord, aber immer noch unentschlossen, ob er nicht lieber die Vergangenheit ruhen lassen soll. Durch Zufall trifft er auf die hübsche Shary, die ihm unbewußt bei der Entscheidung hilft.

Welche Verbindung gibt es zwischen Pakku und Jonathan ? Der Roman springt immer hin und her zwischen den beiden Jahrgängen, eine Sache, die ich normalerweise nicht gerne mag. Aber bei "Ins Nordlicht blicken" paßt alles perfekt zusammen. Man findet sich sofort im richtigen Jahr wieder und ich konnte zu beiden Protagonisten eine Bindung aufbauen.

Beide Geschichten haben mich sofort in ihren Bann gezogen; vor allem Pakkus Leben in Grönland war hochinteressant und mal etwas, das man nicht alle Tage liest.

Über das eintönige Leben in Grönland hatte ich neulich noch einen Vortrag gehört, deswegen konnte ich mich sehr gut in die Gedankenwelt Pakkus hineinversetzen..

Jonathan lebt ja 2020 und der Klimawandel ist auch an Grönland nicht spurlos vorbeigegangen.

Wo früher dicke Eisschollen die Wasserwege verperrten, ist heute vieles einfach weggeschmolzen.

Auch in anderen Ländern gibt es vermehrt Klimakatastrophen in Form von Stürmen oder Hochwassern, aber Cornelia Franz zeichnet hier kein utopisches Horror-Szenario wie in manchen Filmen, sondern genauso könnte man es sich in einigen Jahren vorstellen.

"Ins Nordlicht blicken" ist kein Krimi oder Thriller im eigentlichen Sinn, sondern eher ruhig gehalten, jedoch von Anfang an richtig spannend.

Der Schreibstil von Cornelia Franz gefällt mir sehr, ich habe den Roman nur ungerne aus der Hand gelegt.

Jedem, der sich für Grönland und seine Bewohner interessiert und dazu eine spannende Geschichte erleben möchte, dem lege ich das Buch ans Herz.

Mich hat " Ins Nordlicht blicken" wirklich begeistert; ich glaube gerade deswegen, weil es etwas anders ist als andere Bücher..

Es ist übrigens auch gleichzeitig ein Jugendroman...

Bewertung vom 08.10.2012
Eifler Zorn
Pistor, Elke

Eifler Zorn


ausgezeichnet

Eilfer Zorn !!!

Es ist der dritte Roman um die Polizistin Ina Weinz , die im beschaulichen Gmünd im Streifendienst tätig ist.

Ich habe die vorigen Bände nicht gelesen, hatte aber keine Probleme in die Story hineinzufinden.


In Gmünd taucht während der Abrissarbeiten eines Gebäudes eine alte Kiste auf. Die Baggerführerin Bianca findet darin einen Jungen, doch er scheint nicht erst seit kurzem tot zu sein, sondern schon seit vielen Jahren.

Er ist eine sogenannte Fettwachsleiche, die bei komplettem Ausschluss von Sauerstoff und bei sumpfigem Boden entstehen kann. Noch etwas ist an diesem Fall besonders: Der Leiche sind beide Hände abgehackt worden.
Natürlich muß zu einem Mordfall die Mordkommission aus Köln hinzugerufen werden; in Gestalt von Kriminalkommissar Horst Sauerbier und der jungen Beamtin Judith.


Zwischendurch entführt uns die Schriftstellerin ins 19. Jahrhundert, zu der Arbeiterfamilie Weber und deren Sohn Paul.

Paul soll, wie alle anderen, in der Fabrik arbeiten, doch er ist klug und möchte gerne mehr lernen und es später zu etwas bringen. Er will raus aus dem Elend !! Mit seinen Ideen zum Arbeiterschutz etc. eckt er beim Vorarbeiter an und wird kurzerhand rausgeschmissen. Selbst denken ist nicht erwünscht, auch nicht, wenn es für die Produktion förderlich wäre.


Zur Strafe wird Paul von seiner Familie getrennt und in eine Erziehungsanstalt nach Gmünd gebracht; der Leser ahnt schon nach kurzer Zeit, worauf die Geschichte hindeuten könnte.

Ich hätte noch ewig weiterlesen können in der alten Zeit; die Beschreibung der Zustände und der Menschen damals ist der Autorin sehr gut gelungen.


Kurz nach dem ersten Fund wird in Gmünd eine zweite Leiche gefunden, zu der Ina Weinz und ihre Kollegin gerufen werden. Auch diesem Toten wurden die Hände abgehackt, doch wie passen die beiden Morde zusammen ? Denn dazwischen liegen Jahrzehnte !


Der eigentliche Roman ist in der Ich-Form geschrieben; Ina ist freiwillig von der Kölner Mordkommission zur Schutzpolizei in die Eifel gewechselt, doch so idyllisch, wie sie es sich vorgestellt hat, ist es nun doch nicht.

Dazu kommen noch die Probleme, die sie mit Henrike hat, dem 13 jährigen Mädchen, das sie nach dem Tode der Mutter bei sich aufgenommen hat. Ina ist mit dieser neuen Rolle noch etwas überfordert und Henrike macht es ihr auch nicht gerade einfach.


Eifler Zorn ist kein actiongeladener Thriller, mit vielen blutrünstigen Effekten, sondern eher ein beschaulicher Krimi .

Doch gerade das hat mir richtig gut gefallen. Dazu wurden die verschiedenen Charaktere sehr gut ausgearbeitet; der selbstgefällige Alt-Kommissar Sauerbier und die aufstrebende Judith, die versucht, sich gegen ihn durchzusetzen.

Sandra, die Kollegin Inas, die irgendein Geheimnis mit sich herumträgt und Ina selbst, die nicht recht weiß, wie sie mit Henrike fertig werden soll.

Der Schreibstil ist flüssig und ich hatte sehr viel Spaß, das Buch zu lesen; es ist ein ruhiger Eifelkrimi, aber auf gar keinen Fall langweilig oder langatmig.

Elke Pistor schaltet immer wieder zurück ins vorige Jahrhundert zu Paul Weber, der sich inzwischen mit Frieda und Ludwig angefreundet hat.

Zum Schluß sollte man beim Lesen ein bißchen auf die Feinheiten achten . Denn da klärt sich etwas ganz anders, als eigentlich erwartet, auf.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall von Ina Weinz.

Obwohl ich mir auch vorstellen könnte, dass Elke Pistor mal einen kompletten Roman aus dem vorigen Jahrhundert schreibt.

Bewertung vom 14.09.2012
Ein Lied für meine Tochter
Picoult, Jodi

Ein Lied für meine Tochter


ausgezeichnet

Musik ist die Sprache der Erinnerung !!!


Dieses Buchzitat ist sehr treffend, denn mit Musik verbindet man so viele Erlebnisse aus der Vergangenheit.

Zoe ist Musiktherapeutin und glücklich verheiratet mit Max. Die beiden wünschen sich seit Jahren Kinder, aber inzwischen besteht ihr Leben nur noch aus Hormontherapien, Samenspenden, künstlichen Befruchtungen usw. Das ganze Leben richtet sich nur noch nach Zoes Zyklus; ein unbeschwertes Privatleben findet quasi gar nicht mehr statt.

Nachdem Zoe mehrere Fehlgeburten erlitten hat, ist sie nun wieder schwanger. Doch diesmal kommt es noch dicker; sie erleidet eine Totgeburt.

Jodi Picoult versteht es, wie immer, dem Leser die Gefühle der beiden so nah zu bringen, dass man sofort mit ihnen leidet.

Mir sind in den ersten Kapiteln nur die Tränen geflossen, so ergreifend wird der Kummer über den unerfüllten Kinderwunsch beschrieben.

Zoe hofft weiter auf die Möglichkeit, noch ein Baby zu bekommen, doch Max kann nicht mehr. Aus seiner Sicht besteht die Ehe nur noch auf dem Papier; es gibt keine Zweisamkeit mehr und ihre Interessen liegen inzwischen zu weit auseinander.

Während Zoe mit allen Mitteln versuchte, schwanger zu werden und für nichts anderes mehr einen Blick hatte, ist bei Max die Erkenntnis gewachsen, dass die Ehe an dem Kinderwunsch gescheitert ist.

Er verläßt Zoe und reicht die Scheidung ein.

Jodi Picoult erzählt aus drei Perspektiven ; das empfand ich erst etwas gewöhnungsbedürftig, obwohl ich es schon von ihr kenne, aber dann gefiel es mir.

Denn so werden oft gleiche Begebenheiten aus verschiedenen Sichtweisen berichtet und so sieht man manche Dinge auch selbst wieder kritischer.

Mitten im tiefen Tal ihrer Tränen, um ihr tot geborenes Baby und den Verlust ihrer Ehe, lernt Zoe Vanessa kennen.

Nach anfänglicher Freundschaft entwickelt sich daraus eine Liebesbeziehung.

Im prüden Amerika haben die beiden mit allerlei Anfeindungen zu kämpfen, doch sie sind bereit, zu ihrer Liebe zu stehen.

So wie Vanessa Zoe geholfen hat, als sie ganz unten war, wird Max von einer streng religiösen Glaubensgemeinschaft aufgefangen.

Als Zoe, die sich immer noch ein Kind wünscht, die eingefrorenen Embryonen beansprucht, ziehen die beiden vor Gericht.

Denn die Gemeinde toleriert natürlich keine lesbische Liebesbeziehung.

Sowie sich Zoe und Max zwischendurch fragen, so fragt sich der Leser auch. Wie konnte es soweit kommen ? Schließlich haben die beiden sich einmal geliebt, wieso bekriegen sie sich hier vor Gericht ?

Picoult beschreibt den Prozess auch aus drei Perspektiven; jeder vertritt seinen Standpunkt und sie schafft es perfekt, dass man als Leser mit jedem der drei Protagonisten etwas mitleidet.

Es sind ja verschiedene Themen, die im Buch behandelt werden; der unerfüllte Kinderwunsch, die Belastungen für die Ehe durch die vielen Behandlungen; die Homosexualität, die strenge religiöse Gemeinde und der Kampf um die eingefrorenen Embryonen.

Das Buch ist voller Emotionen und die Gefühle jedes Einzelnen sind so genau beschrieben, dass man annehmen könnte, Jodi Picoult hätte alles selbst erlebt.

Ich habe noch länger darüber nachgedacht, nachdem ich das Buch gelesen hatte.
Sie hat mal wieder einen genialen Roman mit hochsensiblen Themen geschrieben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Bewertung vom 06.08.2012
Die Giftmischerin
Szrama, Bettina

Die Giftmischerin


ausgezeichnet

Der Engel von Bremen !!

`Der Engel von Bremen` wurde sie auch genannt; die berühmte Giftmörderin Gesche Gottfried.

Nachdem sie ihren Opfern heimlich die vergiftete Mäusebutter verabreichte, pflegte sie sie anschließend mit Hingabe zu Tode. Das machte sie für ihre Mitmenschen zu einem Engel.

Gesche und ihr Zwillingsbruder Christoph wachsen in einem behüteten Elternhaus auf und als der junge Witwer Mildenberg um Gesches Hand anhält, scheint das Glück vollkommen.

Doch schon kurz nach der Hochzeit merkt Gesche, das sie einen Fehler gemacht hat, denn Mildenberg leidet an der Lustseuche und kann seiner Frau kein richtiger Ehemann sein.

Das ist sicher auch der Grund, weswegen er jahrelang toleriert, dass Gesche sich mit anderen Männern vergnügt, allen voran der stattliche Herr Gottfried.

Irgendwann ist der kranke Mildenberg seiner Frau nur noch eine Last und sie überlegt, wie gut es für sie wäre, wenn er doch nicht mehr da wäre. Einer Hochzeit mit ihrer großen Liebe Gottfried stünde nichts mehr im Wege.

Da fällt ihr die mit Arsenik präparierte Mäusebutter ihrer Mutter ein und von da an nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Als erstes muß Mildenberg dran glauben, aber einmal Blut geleckt und gemerkt, wie einfach es im Grunde ist, kann Gesche nichts mehr aufhalten.

Alle, die ihrer Liebe zu Gottfried im Wege stehen, werden vergiftet; später sind es dann die Gläubiger, die stören, denn Madame lebt auf zu großem Fuß.

Bettina Szrama baut den Roman ganz langsam auf; Gesches Kindheit, ihre junge Ehe mit Mildenberg, ihre Sorgen und Nöte.

Man hat sie als Leser eigentlich schon ins Herz geschlossen, doch dann verändert sich ihr Charakter. Sie wird geldgierig, kaltherzig und egoistisch.

Sie ist nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und wer dabei stört, muß weg.

Als sie merkt, wie leicht das Töten ist, hat sie keinerlei Skrupel oder Gewissensbisse mehr und auch Menschen, die ihr wohlgesinnt waren, müssen verschwinden, wenn sie daraus einen finanziellen Vorteil ziehen kann.

Ich fand das Buch hochinteressant, besonders weil Gesche Gottfried ja wirklich gelebt hat und man vieles im Internet nachlesen kann.

Die Autorin hat es geschickt verstanden, die nette, freundliche Gesche zu einer bösartigen, hinterhältigen Mörderin werden zu lassen. Dazu war es zu Anfang des Buches manchmal etwas langatmig, was mich aber überhaupt nicht gestört hat.

Bewertung vom 30.06.2012
Der Wind bringt den Tod / Elemente Tetralogie Bd.1
Kristiansen, Ole

Der Wind bringt den Tod / Elemente Tetralogie Bd.1


ausgezeichnet

Der Tod war schon da !!!

Odisworth, auf den ersten Blick ein unscheinbares Dörfchen in Norddeutschland, ist der Ort, an dem ein neuer Windpark entstehen soll. Jule Schwarz, Mitarbeiterin der Firma Zephiron, soll die störrischen Dorfbewohner davon überzeugen, ihre Grundstücke an Zephiron zu verkaufen.

Eigentlich keine wirklich schwere Aufgabe für die Karrierefrau Jule, wenn da nicht das Autofahren gewesen wäre..... Denn seit einem schlimmen Unfall ist es jedesmal ein Horror für sie, sich in ein Auto zu setzen. Doch sie nimmt die Herausforderung an und merkt schon sehr bald, dass das wirklich das geringste Übel an der Aufgabe ist.

Direkt an ihrem ersten Tag in Odisworth wird eine verstümmelte Frauenleiche gefunden und es scheint, dass der Mörder aus dem Dorf kommt. Die Tote war groß und blond und es gibt noch weitere vermisste junge Frauen; alle waren groß und blond....

Erst als Jule auch bedroht wird, fällt ihr auf, dass sie genau in das Beuteschema paßt, denn auch sie groß und blond..

Die Odisworther sind eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, die fest zusammenhält und auch einen Mörder nie verraten würde.

Einige scheinen ordentlich Dreck am Stecken zu haben, doch es wird alles schön vertuscht, nichts soll nach außen dringen.

Ole Kristiansen hat einen tollen Debütroman geschrieben; spannend, aber nicht zu blutrünstig. Ständig legt er neue Fährten und man weiß eigentlich bis zu Schluß nicht, wer der Mörder wirklich ist.

'Der Wind bringt den Tod' ist kein actiongeladener Thriller, sondern eher ruhiger, aber trotzdem fesselnd. Das ist genau die Art Krimi, die ich persönlich liebe. Der Autor hat es auch geschafft, dass ziemlich normale Alltagsszenen extrem spannend sind, weil man immer vermutet, dass jeden Augenblick etwas passiert.

Was mich am meisten beeindruckt hat; Ole Kristiansen hatte es anscheinend nicht nötig, am Ende des Buches nochmal einen hanebüchenen Schluß zu finden, wie es in vielen Krimis leider üblich ist. Da mag man 500 Seiten lang ein Buch und das Ende ist dann von so weit hergeholt, unglaubwürdig und total überzogen. Wobei man oft denkt, das wäre doch nicht nötig gewesen....

Aber Ole Kristiansens Roman hat einen tollen Schluß, alles klärt sich ohne unnötige Übertreibungen auf und ist trotzdem bis zur letzten Seite voller Spannung...

Ein richtig tolles Buch !!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.05.2012
Die Wildrose / Rosentrilogie Bd.3
Donnelly, Jennifer

Die Wildrose / Rosentrilogie Bd.3


ausgezeichnet

Lang ersehnt und nicht enttäuscht worden !!!

Endlich ist er da...Der Abschluß der Rosen-Trilogie..

Man muß aber die übrigen Teile nicht unbedingt gelesen haben, denn gleich zu Beginn des Buches gibt es immer mal wieder Rückblicke und so weiß man, was in der Vergangenheit passiert ist.
Allerdings wäre es ein großer Fehler, wenn man die anderen Bände nicht lesen würde. Da verpaßt man wirklich zwei richtig schöne Bücher.
Im Grunde jedoch ist es ein abgeschlossener Roman mit einer eigenen Geschichte.

In "Die Wildrose" geht es um Seamus Finnegan, den Bruder Fionas und seine große Liebe Willa.

Seamus Finnegan und Willa Alden sind ein Paar; gemeinsam erforschen und erklettern sie die höchsten Berge. Doch durch einen tragischen Unfall verliert Willa ein Bein; die Schuld daran gibt sie Seamus und verschwindet aus seinem Leben.
Lange kann Seamus die Trennung nicht überwinden, aber genau in dem Moment, als er eine andere Frau heiratet, taucht Willa wieder auf.

Und alle Gefühle, die so lange verdrängt wurden, sind auf einen Schlag wieder da.
Doch für eine gemeinsame Zukunft scheint es inzwischen zu spät zu sein...

Das Buch handelt aber nicht nur von der Liebesgeschichte der beiden, sondern hat verschiedene Handlungstränge; es gibt ein Wiedersehen mit Sid und India, den beiden Hauptpersonen aus "Die Winterrose" und natürlich mit Fiona und Joe aus "Die Teerose".

Es geht um Mord und Spionage im ersten Weltkrieg und es tobt ein heißer Kampf um das Wahlrecht der Frauen.
Tom Lawrence, ein enger Freund Willas, erobert Arabien und wird weltweit berühmt als "Lawrence von Arabien".
Der geschichtliche Hintergrund hat mir sehr gut gefallen, denn zu Beginn des Krieges war doch einiges los.

Diese Handlungsstränge laufen eigentlich nebenher und sind doch alle miteinander verbunden.

Ich habe mich so lange auf dieses Buch gefreut und bin nicht enttäuscht worden.

Jennifer Donnelly hat einen wunderbaren Schreibstil, man gewinnt nach wenigen Seiten schon den Eindruck, als kenne man die Protagonisten bereits ewig.
Ich habe mich schnell eingelesen in die verschiedenen Handlungen und das Buch nur ungern aus der Hand gelegt.
Mit über 740 Seiten ist es ein schöner dicker, gefühlvoll und trotzdem spannend geschriebener Schmöker, und ich finde es sehr schade, dass es das letzte Buch der Trilogie ist.

Bewertung vom 30.01.2012
Alle Rache will Ewigkeit
McDermid, Val

Alle Rache will Ewigkeit


sehr gut

Zufall oder Mord ?
Da es für mich das erste Buch von Val McDermid war, kann ich es nicht mit anderen Büchern der Autorin vergleichen. Also auch keine Ähnlichkeiten oder identische Handlungen feststellen.
Dr.Charlie Flint, eine in Ungnade gefallene Gerichtspsychiaterin, ist im Moment von allen Aufgaben befreit. Lediglich ein paar Vorlesungen darf sie noch halten.
Da kommt ihr das Angebot ihrer ehemaliger Lehrerin Corinna gerade recht. Corinna bittet sie, Jay Stewart, die Geliebte ihrer Tochter, mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn Corinna ist sich sicher, dass Jay mehrere Menschen ermordet hat. Zuletzt wurde Corinnas Schwiegersohn, am Tag seiner Hochzeit ermordet.

Charlie stößt bei ihren Nachforschungen auf einige Ungereimtheiten bei den Ermittlungen zu den jeweiligen Todesfällen.
Dazu kommt noch, ihr völlig durcheinander geratenes Liebesleben. Seit sieben Jahren lebt sie glücklich mit Maria zusammen, doch jetzt hat sie sich, Hals über Kopf, in eine andere Frau verliebt.

Der erste Teil des Buches zieht sich schon etwas in die Länge; die Rückblenden von Jay, eine Art Biografie, an der sie schreibt, haben mich doch sehr gestört. Immer wenn ich in der eigentlichen Story wissen wollte, wie es weiter geht, kam wieder eine Rückblende.

Doch nach der Hälfte des Buches wurd es richtig spannend; die Geschichte nahm eine unerwartete Wendung. Man ist sich nicht sicher, ob es wirklich Morde waren, oder doch nur Zufälle .
Wie geht es mit Charlie und ihrer Maria weiter ? Wird Charlie sie wegen der anderen Frau verlassen ? Und ganz plötzlich ist auch Charlie in Gefahr...

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, den Sterneabzug gibt es für die Rückblenden, die mich persönlich gestört haben. Es ist jetzt kein Krimi im üblichen Sinne, denn das Thema Homosexualität und die Beziehungsprobleme nehmen auch einiges an Platz ein. Aber ansonsten war es ein netter Roman, der sich gut und flüssig lesen läßt.

Bewertung vom 19.01.2012
Das Skript
Strobel, Arno

Das Skript


ausgezeichnet

Niemals eine schlechte Rezension schreiben,denn ........
was dann passieren kann, könnt Ihr im neuen packenden Thriller von Arno Strobel lesen.
Es könnte die Letzte sein....!!

In einem kalten Keller wird eine junge Frau gefangengehalten . Sobald sie sich bewegt, schneidet ihr ein Draht in den Hals. Sie muß die ganze Zeit stehen und mit ansehen, wie ihr Entführer andere Frauen bestialisch quält und anschließend umbringt. Sie weiß; sobald sie sich bewegt, wird auch sie sterben !

Zur gleichen Zeit bekommt die Studentin Nina Hartmann mit der Post ein Päckchen zugeschickt.. Der unfassbare Inhalt : Auf Menschenhaut geschriebene Botschaften !

Das Ermittlerteam Andrea Mathiesen / Stephan Erdmann wird auf einen Entführungsfall angesetzt. Die Tochter des Herausgebers einer großen Zeitung, Heike Kleenkamp.... ist verschwunden.
Kurz darauf wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden, zu der das fehlende Hautstück aus dem Päckchen paßt. Doch wider Erwarten handelt es sich nicht um Heike Kleenkamp...

Die Ermittler bekommen heraus, dass der Roman "Das Skript" als Vorlage für den Mord gedient hat. Schon am nächsten Tag wird wieder eine Boschaft verschickt und wieder eine Leiche gefunden. Genau so, wie es im Buch beschrieben wurde.
Nun wird der Bestsellerautor Chistian Jahn verdächtigt, die Botschaften geschrieben und die Frau ermordet zu haben, um den Verkauf seines Buches anzukurbeln.
Dasselbe ist schon einmal passiert, als er seinen letzten Bestseller auf dem Markt gebracht hat. Genau nach der Romanvorlage wurden Frauen ermordet und die Verkaufszahlen schossen in die Höhe. Der Täter wurde aber nie gefaßt; woraufhin Christian Jahn in eine andere Stadt gezogen ist. Natürlich war er der Hauptverdächtige, aber er hatte für die Tatzeit ein Alibi. Jetzt steht er wieder ganz oben auf der Liste der Verdächtigen; allerdings benehmen sich auch einige andere Leute sehr merkwürdig.
Der Autor läßt uns ziemlich im Ungewissen, wer wirklich der Mörder séin könnte.

Zwischendurch schaltet er immer wieder zurück in den Keller, wo der Mörder seine schrecklichen Taten begeht.
Gerade dann, wenn man schon meint, man kann das Grauen nicht noch länger aushalten, bringt er uns geschickt wieder in die andere Handlung zurück, wo die Polizei fieberhaft nach dem Mörder und den verschwundenen Frauen sucht.

Der Roman ist extrem spannend geschrieben, ich konnte ihn kaum aus der Hand legen. Arno Strobel hat hier ein echtes Meisterwerk vollbracht. Die Story ist eine tolle Mischung aus Grauen; Spannung; polizeilichen Ermittlungen und selbst die persönliche Fehde zwischen Andrea Matthiesen und ihrem Vorgesetzten Stohrmann hat noch ihren Platz.
Ein Spitzen-Thriller !!!!!!!!!

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.01.2012
Ohne jede Spur / Detective Sergeant Warren Bd.3
Gardner, Lisa

Ohne jede Spur / Detective Sergeant Warren Bd.3


ausgezeichnet

Wer hat hier keinen Dreck am Stecken ??

Dieses Buch war anders als andere Krimis, denn gleich mehrere Personen erzählten in der Ich-Form.
Die junge hübsche Sandra Jones verschwindet spurlos und läßt ihre kleine Tochter allein zuhause. Alles deutet auf eine Entführung hin, doch es meldet sich niemand und man muß mit dem Schlimmsten rechnen.
Der Ehemann verhält sich sehr merkwürdig, so als ob es ihm nicht das Geringste ausmacht, dass seine Frau verschwunden ist. Damit macht er sich natürlich für die Polizei verdächtig .
Nach und nach bekommen wir Einblicke in die Vergangenheit der Protagonisten, wodurch manche Dinge klarer werden, manche aber auch erst recht verwirrend.
Das Buch ist sehr spannend zu lesen, denn man weiß nicht, was hier eigentlich los ist. Wer ist nun böse und wer ist gut ? Irgendwie scheint jeder Dreck am Stecken zu haben.
Der Roman ist ziemlich dick, 538 Seiten, aber ich habe mich keine Sekunde gelangweilt.
Allerdings empfand ich das Ende, wie so oft, von sehr weit hergeholt und ziemlich unrealistisch. Und leider blieben auch noch einige Fragen für mich offen.
Aber vielleicht gibts ja bald einen zweiten Band, in dem noch einiges erklärt wird...
Auf jeden Fall flüssig zu lesen, fesselnd bis zum Schluß und das Ganze ohne großes Blutvergießen....

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

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