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Hanka
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 39 Bewertungen
Bewertung vom 06.12.2022
Der Anfang von morgen
Liljestrand, Jens

Der Anfang von morgen


schlecht

Mit diesem Buch konnte ich von Anfang bis Ende nichts anfangen.
Was uns zuvor via Nachrichten gebracht worden war, hat der Autor ausgeschlachtet und als Roman herausgebracht. In teilweise sensationsgleicher Weise und mit "billigen" Einsprengseln.
Die Charaktere passen dazu. Sie sind vom Autor nicht flach und konturlos gezeichnet; genauso oberflächlich sind sie aber auch in ihrem Gebaren.
Sprachlich ist das Buch recht einfach gehalten.

Es wäre wünschenswert gewesen, wenn er versucht hätte aufzuzeigen, wie seine Protagonisten es handhaben, mit der Klimaerwärmung und den einhergehenden Veränderungen zu leben, sich und ihre Lebensweisen der neuen Situation anpassen.
Hier konnte er seinen Protagonisten nichts bieten und somit auch dem Leser nichts Neues bringen, auch nicht im Ansatz mit Ideen aufwarten.

Nach der Lektüre dieses Buches stehe ich nun genauso da wie vor der Lektüre. Ich kann dem Buch keine Empfehlung aussprechen.

Bewertung vom 09.10.2022
Die Odyssee
Williams, Lara

Die Odyssee


schlecht

Ach herrje.
Und das aus dem Hause Hoffmann und Campe …

Der Titel des Buches beschreibt, wie sich mir das Lesen desselben dargestellt hat.

Sowohl sprachlich als auch in der Struktur ist es recht einfach gehalten.
Dass direkte Rede nicht in Anführungszeichen gesetzt ist, sondern kursiv erscheint, ist gewöhnungsbedürftig. Manche Dialoge aber sind ziemlich entfernt von gewöhnungsbedürftig, sie sind unter haarsträubend anzusiedeln.

Ziemlich zu Beginn des Buches musste ich mir die Frage stellen, wie sich manchem Leser, der die Serie „Friends“ und somit die Figuren und Namen nicht kennt, erschließen soll, dass die Autorin hier mehrfach abrupt Seriengeschehen wiedergibt und nicht Handlung und Figuren ihres Buches.
Letztere hat sie blass und eindimensional gehalten; ihnen etwas mehr Profil zu geben, schadet einem Buch nicht, denn sie sind ein tragender Teil.
Inhaltlich wurde „Die Odyssee“ von Seite zu Seite befremdlicher, wozu diverse absurde und abnorme Geschehnisse beigetragen haben, das Buch aber weder besser noch lesenswerter machen.

Ein Lesegenuss hat sich mir nicht eingestellt.

Die Thematik des Buches ist nicht neu. Es gibt bereits ähnliche Bücher.

Bewertung vom 14.09.2022
So federleicht wie meine Träume
Turk, Mariko

So federleicht wie meine Träume


gut

Erzähl- und Schreibstil sind flüssig gut zu lesen.
Die im Buch immer mal wieder und zu Beginn gehäuft aufkommenden in Fachsprache erwähnten Ballettschritte - mit denen konnte ich nichts anfangen, mir auch nichts ansatzweise darunter vorstellen. Das ist schade, dass es nicht einen Anhang gibt, in welchem die Schritte beschrieben werden, damit sich der Leser auch ein Bild vor seinem geistigen Auge machen kann.
Angesprochen hat mich das Buch allerdings nicht, ebenso hat Alina mich nicht erreicht und ich konnte keinen Zugang zu ihr finden.
Die Zusammenstellung der Figuren ist gelungen - ein bunt gemischter Kreis, bei dem eins ins andere greift und sich gegenseitig ergänzt. Ganz ähnlich einer Ballettaufführung.

Bewertung vom 06.08.2022
Saremba, Meinhard

"... es ist ein zu starker Contrast mit meinem Inneren!"


ausgezeichnet

Die Freundschaft zwischen Johannes Brahms und Clara Schumann muss wie eine Sinfonie gewesen sein. So habe ich es empfunden, als ich dieses Buch gelesen habe. Der Autor hat sprachlich wunderbar gearbeitet und die eingefügten Originale (Briefe, Aussagen) sehr gut gewählt und eingefügt.
Da es sich um die Darstellung einer ganzen Epoche handelt, kommt der Leser auch mit anderen Personen und Persönlichkeiten der Zeit in Berührung, ebenso mit historischen Ereignissen. So erfährt man beispielsweise auch über die Gesinnung von Richard Wagner, die für manchen sicherlich erschreckend ist.
Sprachlich und inhaltlich ein Genuss. Ich danke dem Autor sehr für dieses Buch.

Bewertung vom 31.07.2022
Wein und Krieg
Kladstrup, Don / Kladstrup, Petie

Wein und Krieg


ausgezeichnet

Süffig wie ein guter Wein sich trinkt, so liest sich ebendieses Buch.

Bewertung vom 26.07.2022
Die Buchhändlerin von Paris
Maher, Kerri

Die Buchhändlerin von Paris


gut

Es hat einige Kapitel gebraucht, bis ich in das Buch hineingekommen war. Zu Beginn hat es sich etwas behäbig gelesen, ehe es dann ein wenig an Schwung gewonnen hat und das Lesen sich flüssiger gestaltete.
Zweifellos ist es recht interessant zu lesen, auch über die jeweiligen namhaften Personen, die durch das Buch begleiten. Ich bin nicht immer mit manchen Phrasen bzw. Redensarten einverstanden, da mir diese zu neu wirkten, wodurch das Buch an mancher Stelle recht flach wirkte, was ihm inhaltlich an sich nicht gerecht wird.
Im ersten Drittel kommen zudem viele französische Wendungen oder Worte vor, deren Übersetzung sich nicht einem jeden Leser erschließt und über die hinwegzulesen nicht immer möglich ist, da manche davon relevant ist. Sodass mancher ohne Französischkenntnisse mglw. abgeschreckt werden könnte. Es soll ja auch nicht Sinn & Zweck oder Anspruch eines Buches sein, dass über einige Parts hinweggelesen wird.
Als schlichte Unterhaltung zum zwischendurch lesen ist es mglw. nicht geeignet.
Wer mehr über das Leben von James Joyce und die Entstehung seines "Ulysses" erfahren möchte, dem sei das Buch ans Herz gelegt; ebenso wer den Werdegang der Emanzipation in ihren Kinderschuhen verfolgen möchte.
Die Lebens- und Liebesgeschichte der beiden Protagonistinnen ist wunderbar zu lesen und hält das Buch zusammen. Es ist meiner Meinung nach auch gut von der Autorin gewählt, sich nur auf jenen Zeitraum zu beschränken, in dem das Buch handelt: 1917- 1936, eben auch, weil es hier den Wechsel der Literaturansprüche von Autoren und Leserschaft aufzeigt und weil geschichtlich einiges Große noch nicht allzu weit zurückliegt und anderes kurz bevor. Und genau dazwischen fügt sich diese Geschichte wunderbar ein, offenbart sie doch ihre eigene literaturhistorische Epoche.
Und es ist wahrscheinlich der wichtigste Abschnitt im Leben der beiden Protagonistinnen, sodass die Autorin gut daran getan hat, nicht von Geburt an zu erzählen und den weiteren Lebensweg im Wesentlichen im Nachwort unterzubringen.

Bewertung vom 29.05.2022
Wie man sich einen Lord angelt
Irwin, Sophie

Wie man sich einen Lord angelt


weniger gut

Als ich dieKurzbeschreibung las, war ich angetan, doch das ließ bald nach. Es ist doch weit entfernt von dem, was ich mir vorgestellt hatte. Und es wenig subtil in jeder Hinsicht, denn es wird schon recht bald klar, wie es ausgehen wird.
Mir wirkt die Herangehensweise doch recht plump. Ich weiß nicht, ob es von der Autorin so gewollt ist oder ob sie unter Druck stand und dies sich auf ihre Figuren übertragen hat.
Die Sprache ist recht flach gehalten, zwar in der Sprechweise in Dialogen teilweise ins Damalige hineingedrückt, allerdings so, dass es gewollt und gekünstelt wirkt. Und schlichtweg kühl und eckig.
Die Charaktere sind flach und einfach gestrickt. Vertreten an Charakteren sind die üblichen Klischeecharaktere, die allerdings nicht mit Überraschungen aufwarten können, sondern dem jeweiligen Klischee die Treue halten und selbiges allenfalls vertiefen.
Auch die geschichtliche Verstrickung wirkt zu gewollt hineingedrückt, um dem Ganzen eine „tatsächlichen“ Hauch von Historie zu vermitteln. Allerdings st es zu oberflächlich gehandhabt. Vielleicht hätte die Autorin hier einen gewieften Historiker sich zur Seite nehmen sollen, um es gut und tief im Buch zu verankern.
Woran es mir beim Lesen gemangelt hat, ist zumindest ein Hauch von Romantik und Wärme. Und Atmosphäre fehlt mir durchgängig. In den Handlungen, den Beschreibungen … Da hat die Autorin nichts dergleichen einfließen lassen, nicht mit viel Herz geschrieben, sodass es ein kühles Machwerk ist ohne Sanftheit, die dem Buch sehr gutgetan hätte -- für Handlung, Personen, Beschreibungen.
Das Buch bzw. Kittys Vorhaben ihr Ziel zu erreichen, ist beinah ein glatter Durchmarsch von A nach B. Es ist vorhersehbar, selbst die Nebenstränge sind vorhersehbar. Alles gelingt, nichts geht schief.
Tatsächliche Schwierigkeiten tun sich ihr nicht auf; mir wirkt es zu einfach und zu plump, wie sie jedes Zwischenziel erreicht und dabei nichts wirklich selbstständig bewerkstelligen muss. Das war für mich unglaubwürdig. Wie das gesamte Buch.

Vielleicht hat die Autorin versucht, ihre Kitty als frech darzustellen, doch hierfür fehlte selbiger die Spitzzüngigkeit. Der Handlung und den Charakteren fehlt es für mich an Subtilität, Finesse und Raffinesse.

Bewertung vom 20.05.2022
Der Tisch
Kokurin, Ananij

Der Tisch


ausgezeichnet

Ein Leseschmaus. Angenehmer, gänzlich unaufgeregter Schreib- und Sprachstil. Es hat mir an nichts gefehlt. Ich wurde bestens unterhalten. Anspruchsvoll und gut verständlich zugleich. Es lässt sich flüssig lesen. Ich mochte es kaum aus der Hand zu legen, weil ich gespannt war, wie es weitergeht und schließlich endet.
Ein Roman, der seinesgleichen sucht. Es ist mir bislang inhaltlich nichts Ähnliches bekannt. Erzählerisch angenehmes Niveau in leicht mitzukommendem Tempo.
Ein Genuss.
Schön und mit Wärme schreibt er, dass ich gern mehr von ihm lesen mag.
Ich denke, er kann sich guten Gewissens in eine Reihe mit Lew Tolstoi stellen -- gemessen an dessen Novellen.

Ich hatte es vor Längerem gekauft , weil mich der rückseitige Text zwar ansprach, und dann einige Zeit im Schrank stehen, weil er zugleich auf Trockenheit hinzudeuten schien. Nun habe ich es gelesen und wurde eines Besseren belehrt. Keine Spur von Trockenheit.

Bewertung vom 14.05.2022
In fünf Jahren
Serle, Rebecca

In fünf Jahren


gut

In Anbetracht dessen, was im Verlauf des Buches zur Thematik wird und Handlungsraum erzielt, ist es schwierig, dem Buch eine Bewertung zu geben.
Der Schreib- und Sprachstil ist sehr einfach gehalten. Viel zu einfach. Er kann nicht gut Tiefe darstellen bzw. vermitteln. 
Die Figuren sind mir bis zum Ende hin blass und eindimensional geblieben, die dies und jenes tragen. Es scheint ein Hauptaugenmerk der Autorin darauf zu liegen, wer wann was trägt und wo er es gekauft hat; und das selbst in Momenten, wo es nicht hingehört. Ein Großteil der Seiten ist zusammengenommen mit derlei Beschreibungen befüllt.
Den visionäre Beginn des Buches ist überflüssig. Es hätte auch ohne diesen so verlaufen können, wie es das getan hat und wäre dadurch dem Leser näher gewesen. Manches hätte sich gar besser verflochten, als es das letztlich getan hat. So aber greift einiges aneinander vorbei, was anderenfalls ein harmonisches Geflecht ergeben könnte.
Mancher überflüssige und im Sande verlaufende Handlungsstrang hätte weggelassen werden können, denn: Wer geht wegen eines realistischen Traums oder einer Vision denn gleich zum Therapeuten? 
Und wer, der etwas Medizinisches im Internet gelesen hat, stellt sich einem Facharzt gegenüber und beginnt ein Gespräch mit diesem und nutzt dabei Fachbegriff um Fachbegriff? 
Und hierin kollidiert der Stil der Autorin mit jenen hohen Worten.
Die Freundschaft von Bella und Dannie ist etwas so Wunderbares, der mehr Intensität seitens der Autorin hätte gewidmet werden sollen. Leider kommt das zarte Band für das Gefühl für diese Bindung für mich erst ziemlich zum Ende des Buches auf. Zuvor war diese Freundschaft zwar da und innig benannt, aber zu merken war es mir nicht. Sie hat nicht berührt. Es könnte ein toller Roman über eine warme, herzerfüllende Freundschaft sein können. Stattdessen wirkt sie in weiten Teilen wie ein mechanisches Konstrukt. Ein Hoch auf die Freundschaft ist der Roman dennoch. Es hätte mehr daraus gemacht werden können.

Was mir jedoch gefehlt hat im Zusammenhang mit der eingangs erwähnten Einzug haltenden schweren Thematik das sind Wut, Frust, Verzweiflung, Angst im Zusammenhang mit ebendieser. Da kam nichts an bei mir. Die konnte die Autorin nicht so gut darstellen; mglw. auch geschuldet dem ebenfalls eingangs erwähnten Stil. Stattdessen platt und leer. Lediglich die Art & Weise Bellas Eltern im Umgang mit der Tragödie ist glaubwürdig. Vielleicht aber war auch die Autorin mit dem Thema an sich überfordert.

Als Leser wird man vom Buch nicht mitgerissen, als wollte die Autorin ihren Monolog bringen und schließlich sang- & klanglos wieder aus des Lesers Gesichtsfeld verschwinden.

Ich bereue nicht, den Roman gelesen zu haben. Es ist mir jedoch nicht möglich, zu sagen, ob er empfehlenswert ist oder nicht. Alles in allem empfand ich alles als ein wenig oberflächlich. Wirklich zu Ende gebracht ist nichts.

Bewertung vom 11.04.2022
Der Markisenmann
Weiler, Jan

Der Markisenmann


gut

Dieses Buch überzeugt durch Schlichtheit. Schlicht in der Handlung und schlicht die Protagonisten. Und dennoch mag man das Buch nicht aus der Hand legen, es unterhält den Leser. Was sicher auch daran liegt, dass der Autor über ein ausgesprochen gutes erzählerisches Talent verfügt und viel Fingerspitzengefühl für seine Protagonisten an den Tag gelegt hat. Sie sind so liebevoll gezeichnet und sind einfach nur liebenswert, allein auch schon dafür, dass sie den Leser zum Schmunzeln bringen können in ihrer Eigenwilligkeit.
Zwischendurch hat es einmal einige Seiten gegeben, die sich für mich etwas gezogen haben, doch hat der Autor rechtzeitig reagiert und die Kurve bekommen. Und im Anschluss an diese eine Länge wurde ich wunderbar unterhaltsam belohnt.
Der Erzählstil ist passend gewählt, lässt sich gut und flüssig lesen. Schlicht und ruhig.
Wie sich das Ende (des Buches) dann für Kim gestaltet, könnte zwar so zu ihr passen und der Autor kleidet sie auch gut mit diesem Finale, doch es hat mich nicht überzeugt.
Trotzdem und alles in allem: Ich habe mich sehr wohlgefühlt in diesem Buch mit den Protagonisten in ihrem Alltag. Es liegt dem Ganzen eine schlichte Eleganz inne.
Es hat mich gut unterhalten, kraft seiner Einfachheit. Ich bin gut mitgekommen und habe die Zeit genossen.