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Benutzername: Hanka
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Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 23.08.2021
Talberg 1935 / Talberg Bd.1
Korn, Max

Talberg 1935 / Talberg Bd.1


gut

Herkömmlicher, weit verbreiteter Schreibstil der Belletristik; vermischt mit spannender Geschichte und urigen Figuren sorgt dafür, dass es sich beinah von selbst liest.
Es könnte auch zu jeder anderen Zeit spielen. Da es nun aber 1935 sein soll, sind einige wenige Bemerkungen bzw. Sätze erforderlich, um es entsprechend auszustatten.
Es sind zwei Dinge, die mir besonders aufgefallen sind, ohne die das Buch auskommt: ohne emanzipierte Frauen und ohne Anglizismen. Und es schadet nicht. Ich denke, das tut dem Buch und seiner Handlung sowie auch den Figuren gut.
Diese sind im Übrigen in überschaubarer Anzahl, gut beschrieben, annähernd plastisch dargestellt. Man kann sie sich gut vorstellen und die Gefahr, dass man durcheinanderkommt, besteht nicht. Das hat der Autor, wie ich finde, sehr gut gehandhabt.
Spannendes, kurzweiliges Lesevergnügen — allein schon die Figuren verursachen dies.

Alles in allem lässt sich nicht viel zu dem Buch sagen.
Wer einen soliden Krimi mit spannungsverursachenden Elementen sucht, wird mit „Talberg 1935“ gut bedient.
Es sticht nicht hervor, doch es enttäuscht auch keineswegs.

Bewertung vom 01.08.2021
Die Blankenburgs
Berg, Eric

Die Blankenburgs


gut

Für die Geschichte selbst hätte ich mir einen etwas anspruchsvolleren Schreibstil gewünscht und auch mehr Tiefe, mit den agierenden Personen hingegen geht beides, so wie es ist, Hand in Hand.
Dass auch hier einige Anglizismen vorkommen, wäre schön gewesen, man hätte darauf verzichtet, denn wirklich not tut es trotz der amerikanisierten Tante nicht.
Mit den Figuren in ich nicht so richtig warm geworden, unabhängig davon, ob sie mir sympathisch gewesen sind oder nicht. Sicher hat es Personen in jeder der im Buch vorkommenden Form, Art und Weise gegeben, doch empfinde ich sie im Buch als klischeebehaftet. Sei es nun ob ihrer Charakterzüge oder ob ihres Auftretens. Es ist von jedem denkbaren Charakterzug, von jeder denkbaren Einstellung wenigstens einer vertreten.
Dennoch sind sie überwiegend recht gut herausgearbeitet.
Alles in allem lässt sich die Geschichte flüssig und gut lesen. Sowohl die Geschichte um die Porzellandynastien als auch um die Familiengeschichte sind je für sich stimmig und schlüssig und auch im großen ganzen Gebilde.
Das Buch ist überaus spannend geschrieben, der Autor wartet mit Strängen auf, die den Leser überraschen und erstaunen mögen ob ihrer Tatsache und ob dessen, wie gekonnt sie eingearbeitet sind. Kein Strang, unabhängig davon wie weitreichend er ist, bleibt oder ist an irgendeiner Stelle lose. Auch am Ende nicht, sodass ein umfassender Roman vorliegt, der den Leser zu unterhalten vermag, aber auch nachdenklich stimmen kann.
Die Handlungszeit ist eine Zeit, in die schon viele Geschichten/Romane hineingeschrieben worden sind; in den jüngst vergangenen Jahren haben diverse Autoren davon Gebrauch gemacht.
Um diesen Roman als Epos zu bezeichnen, ist er allerdings nicht bild- und sprachgewaltig genug.

Bewertung vom 13.07.2021
Das letzte Bild
Jonuleit, Anja

Das letzte Bild


weniger gut

Es mutet spannend und mysteriös an. Beruhend auf einer wahren Begebenheit insofern, als gegen Ende des Jahres 1970 eine tote Frau im norwegischen Eistal gefunden wurde.
Man nimmt an, es sei alles real bis auf die Dialoge. Doch dem ist nicht so. Etliches ist Fiktion. Da hätte ich mir gewünscht, die Autorin hätte entweder ausschließlich im Fiktiven angesiedelt oder aber sie hätte es realitätsnaher gelassen.
Es hat für mich etwas Unbefriedigendes, wenn ich ein Buch lese, das auf der Realität beruht, doch sowohl Teile des Verlaufs als auch das Ende nichts mit der Realität gemein haben. Es wäre mir dann ein offenes Ende lieber gewesen als etwas dermaßen an den Haaren Herbeigezogenes.
Ein offenes Ende hätte hier zum Nachdenken angeregt und dem Leser Tragik und Traurigkeit vor Augen geführt; tragisch und traurig, wenn jemand nicht vermisst wird, wenn jemand ohne Identität beerdigt werden muss. Es hätte den Leser betroffen, traurig und berührt zurückgelassen, so wie es der Realität nah wäre.
Es hätte nachwirkend ergriffen.
Die Macht hätte das Buch über den Leser haben können allein schon ob des Sujets.

Es hätte dem Leser Empathie für die Frau aus dem Eistal gebracht, so aber, da der Roman ein geschlossenes Ende bietet, mag dies u. U. ausbleiben.

Die Figuren sind nahezu alle unsympathisch, was ich nicht so schön finde, da es jenen, die einst real existiert haben, mitunter gar nicht gerecht wird.
Sympathisch sind von denen, die öfter in Erscheinung treten, lediglich Evas Stiefvati und der norwegische Polizist.

Der Schreibstil ist gut lesbar. Teilweise versucht die Autorin literarischen Stil, indem sie Sätze nicht auf gängige Weise beginnt, doch wirkt das für mich erzwungen. Es passt auch nicht zum restlichen einfacheren Stil. Wie Vanille an Bratkartoffeln. Es wirkt nicht, wenn immer mal Sätze auftauchen, die vom sonstigen Stil und Satzaufbau abweichen. Diese Sätze wirkten wie Stopper auf den Lesefluss.

Dennoch bleibt zu sagen, die Autorin hat das Fiktive, gut und glaubwürdig eingeflochten.
Wohl aber auch, weil sie dadurch auf wenigstens eines ihrer bereits erschienenen Bücher verweisen kann.

Als fiktiver Roman wäre es ein spannender, als reale Geschichte freilich auch. Doch als das, als was es vorliegt, zwiespaltet es und macht ärgerlich.

Bewertung vom 27.06.2021
Ortolan
Hillger, Andreas

Ortolan


ausgezeichnet

Von Anfang bis Ende einfach mitreißend. Spannung, Krimi, Geschichte, Unterhaltung, dieser Roman bietet einfach alles bestens ineinander verwoben. Das eine ginge hier ohne das andere nicht. Basierend auf einer wahren Begebenheit und dem einst real existierten John Taylor und dessen "Chirurgie" des Auges.
Es wirkt durchweg echt und frei von Künsteleien. Sprach- und Schreibstil zeigen auf, dass der Autor sein Handwerk versteht. Er versteht, den Leser mitzureißen, zu unterhalten, ihm ein grausiges Stück "Medizingeschichte" zu vermitteln in prosaischer Form und frei von Schnörkel und Übertreibungen. Alles findet sich, nichts verläuft lose oder im Sande. Man hat das Gefühl, einen äußerst spannenden Krimi zu lesen. Der Leser wird weder über- noch unterfordert. Schlicht gefordert. Gefordert, zu lesen, von Anfang bis Ende und dabei eine spannende Reise zu unternehmen, durch Geschichte und Zeit und Länder.

Bewertung vom 15.06.2021
Und dann war es Liebe
Brown, Lorraine

Und dann war es Liebe


weniger gut

Die Idee an sich ist recht niedlich; doch die Geschichte schafft es nicht, niedlich zu sein. Dafür auch haben die beiden Hauptfiguren zu wenig Profil.
Manche Charakteristik, Hannahs Tollpatschigkeit ist so überzogen, dass es schlicht zu viel ist. Es soll der Geschichte mglw. etwas Witz geben, doch ist es zum Schmunzeln zu ermüdend und wird mit der Zeit auch noch zäh.
Ebenso überzogen und unverständlich ist manch Ansicht und Verhalten Hannahs gegenüber Léo.
Er wiederum ist einfach immer nur lieb und nett.
Dadurch, dass die Geschichte recht konstruiert wirkt, zu gewollt, ist sie auch vorhersehbar.
Der Schreibstil it der Geschichte angepasst. Ein weitläufig verbreiteter ohne tieferen Anspruch. gut vereint mit den Figuren.
Zwar beschreibt sie sehr schön die Pariser Lokalitäten und anheimelnde Ecken, doch dadurch, dass Hannah eine nicht subtile Hektik mit sich trägt, bekommt der Leser eher diese zu spüren als das Pariser Flair, geschweige denn, dass es immer leichtfällt, sich die Gegend vorzustellen, wenn doch Hannah gar nicht bei der Sache ist und es dem Leser somit sogar abspenstig macht, vor seinem inneren Auge ein Klischeebild entstehen zu lassen. Schließlich muss der Leser mit den Figuren gehen, und wenn diese nicht bei der Sache sind und gedanklich schon am Wegrennen, kann auch der Leser für die wenigen Zeilen der Beschreibung nicht verweilen, sondern muss geistig auch schon wieder auf dem Sprung sein.
Die einzige Personen, die wenig konstruiert erscheinen, sind Hannahs Mutti sowie ihr Stiefvati.
Auch Hannahs eigene kleine vergangene Geschichte in der großen Geschichte wird versucht durch immer wieder Andeutungen darauf dem Leser mit Spannung zu bedienen, was aber meines Erachtens nicht gelingt. In dem Moment, da die Auflösung kommt, mag man meinen, nichts anderes erwartet zu haben.

Zu Beginn liest sich das Buch recht gut und flüssig, dann kommt ein längerer Part, der sich zieht, doch paradoxerweise in erträglich Tempo vorübergeht — eingedenk Hannahs innerer Unruhe vermutlich.
Zum Ende hin ist es ohne Abstriche vorhersehbar. Und u. U. auch ein wenig versöhnlich.

Ich denke, die Autorin hat durchaus ein Händchen für romantische Geschichten. Ich würde ihr für ihre Figuren mehr Tiefe wünschen und dass sie versucht, mit mehr Leichtigkeit zu schreiben, damit Figuren und Handlung flüssiger, gängiger und lebendiger wirken. Das wäre auch mit dem hier vorliegenden Schreibstil vereinbar, er käme gar weniger gewollt daher. Es wäre weniger Krampf spürbar.

Eine Frage, die mich umtreibt: Wie kann Hannahs haar auf dem Motorrad verwehen, ihr Zopf sich lösen, wenn sie einen Helm trägt?

Bewertung vom 03.05.2021
Stunden des Aufbruchs
Konstantin, Nina

Stunden des Aufbruchs


gut

Sprach- und Schreibstil sind einfach gehalten und gut zu lesen.
Mitzureißen vermochte das Buch mich allerdings nicht. Die Hinterhofatmosphäre war mir nicht spürbar. Würden nicht ab und an zerbombte Häuser erwähnt und die 4 Besatzungszonen, so könnte die Handlung auch in jeder anderen Zeit und an jedem anderen Ort angesiedelt sein.
Vielleicht liegt es auch daran, dass die beiden Frauen bereits sehr viel Frau von heute verkörpern und ihre Schwierigkeiten und Widrigkeiten der damaligen Zeit so nicht spürbar sind, dass die Atmosphäre nicht so herüberweht, wie sie es könnte.
Teilweise sind die Protagonisten recht weitsichtig, andererseits zugleich zu weit rückblickend als sähen sie aus späterer Zeit. Da wiederum hätte ich mir gewünscht, die Autorin hätte dabei weniger Klischee eingebracht. Auf mich wirkten solche Stellen, als wollte sie auch unbedingt das kleinste typische Fitzelchen Ost noch gleich zu Beginn der zwei deutschen Staaten eingebracht wissen.
An mancher Stelle nutzt sie Worte wie kabeln für telefonieren, nachdem zuvor bereits das Wort telefonieren benutzt worden ist. Ebenso das Wörtchen extrem. Ich denke, das ist ein Wort, das erst heutzutage häufige Anwendung gefunden hat. Auch wenn es im Buch mitunter nicht zwingend in der direkten Sprache Nutzung findet, sondern meist nur in den Erzählerparts, so scheint es mir dennoch unpassend. Ich denke, da hätte es bessere Alternativen gegeben, die sich auch in die Zeit besser fügten.

Summa summarum lässt sich das Buch gut lesen, bietet Unterhaltung und zum Ende hin auch ein gutes Stück Spannung. Ebendieses Kapitel ist auch das, welches vom Aufbau her mir am meisten zusagt.

Bewertung vom 17.04.2021
Der Tote im Fiaker / Sarah Pauli Bd.10
Maxian, Beate

Der Tote im Fiaker / Sarah Pauli Bd.10


schlecht

Mit diesem Buch habe ich verstanden, was mit einem konstruiert wirkenden Krimi gemeint ist. Dieser ist es durch und durch.
Die Autorin verliert sich in Beschreibungen, überfüllt das Buch mit banalem alltäglichen Geplänkel und Tätigkeiten sowie Beschreibungen, die weder der Handlung, dem Verlauf überhaupt noch sonstig dem Buche nützlich sind. Ob da nun eine Kollegin eine French Press möchte oder wer wem ohne Ton zuflüstert, dass er duschen geht.
Teilweise ist es verwirrend, wenn es zu Erklärungen kommt, welche Kreuze wo über Wien liegen. Und wenn dann noch Quersummenberechnungen aus diversen Daten dazukommen, wird es noch verwirrender. Die hätte es an mancher Stelle so ausführlich nicht gebraucht.
Einiges ist unlogisch und geht nicht ganz zusammen.
Der Schreibstil an sich ist schlicht und gut zu lesen.
Die Figuren sind mir ein wenig zu platt. Man kann von keiner Figur sagen, dass sie eine hervorstechende Eigenschaft besäße, Charakter oder Persönlichkeit.
Es fehlt an Spannung. Wenn da mal ein Moment ist, wo man andeutungsweise einen Hauch Spannung schimmern sehen könnte, kommt prompt wieder banales, überdetailliertes Alltagsgeschehen/-geplänkel und damit ist schon der Ansatz von Spannung im Keime erstickt. Überraschende Wendungen werden so auch um ihren Auftritt gebracht. Es gibt sie nicht.
Es wäre ein schöner ruhiger Krimi mit solider Spannung gewesen, hätte die Autorin auf nicht Notwendiges verzichtet, detaillierte Alltagsbanalitäten nur angerissen und relevante Beschreibungen kürzer und weniger verworren gehalten. Es wäre das Buch zwar ca. 150 Seiten kürzer, aber mit Spannung und weniger Fadem. Es grenzt so wie es ist an betreutes Lesen.
Schade, ich hatte mir mehr erhofft, weil ich mir einen ruhigen soliden Krimi versprach. Es war mein erstes Buch der Autorin.

Bewertung vom 07.04.2021
Der Verdacht
Audrain, Ashley

Der Verdacht


schlecht

Diesem Buch konnte ich so gar nichts abgewinnen. Zwar ist die Idee gut und würde durchaus Stoff für einen fesselnden Roman hergeben, doch die flache Umsetzung der Autorin bietet leider das Gegenteil. Unterhaltsam an keiner Stelle, spannend auf keiner Seite. Sprach- und Schreibstil tun ihr Übriges dazu, dass das Buch ähnlich leblos ist wie seine Protagonisten. Ihnen fehlt Profil.
Die Kurzbeschreibung verspricht so viel, dass man annehmen muss, einem Sog gleich in den Bann des Buches gezogen zu werden; doch der Bann ist ein leeres Versprechen, der Sog bleibt aus. Vielmehr langweilt es - auch dem Erzählstil geschuldet - und möchte man das Buch nicht unfertig gelesen beiseitelegen, wird es mitunter zur Qual bis zum Ende, welches wiederum keine Überraschung bietet.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.02.2021
Die vier Gezeiten
Prettin, Anne

Die vier Gezeiten


gut

Ein leichtgängig geschriebenes Buch. Ich denke, man kann der Autorin eine gute, gelungene Idee bescheinigen, welche der Entstehung des Buches vorausgegangen ist.
Es ist auch sehr gut umgesetzt, wie eins ins andere greift und wie die Autorin dieses Verweben bewerkstelligt hat in einer Manier, dass der Leser überwiegend trotzdem gut folgen und nachvollziehen kann.
Und es am Ende keine losen Fadenenden gibt und auch keine im Sande verlaufenen Seitenstränge und ebenso keinerlei Überflüssigkeiten.
Die Figuren hat sie gut gezeichnet, in unterschiedlicher Stärke, Schärfe und Schattierung, sodass die eine Figur plastischer scheint als eine andere. Und je nach Bedarf sogleich in den Vordergrund zu treten vermag, sobald erforderlich oder aber im Hintergrund zu stehen ohne dass es zusätzlicher, beschreibender Worte der Autorin für das Ins- Bild- Treten der jeweiligen Figur bedarf.
Das Buch deckt verschiedene Facetten des innerlichen Erlebens nicht nur seiner Protagonisten, sondern auch jene seines Lesers ab. Ein Wechselbad im Banne der Gezeiten.

Jede Zeit hat ihre Geschichte. Jede Figur hat ihre Geschichte. Die Geschichte einer Figur vermag in der Geschichte der Zeit sich über mehrere erstrecken.

Bewertung vom 15.11.2020
Dorfidioten
Kopmann, Mischa

Dorfidioten


sehr gut

So böse, dass es fast schon wieder tiefschwarzhumorig ist, oder aber so tiefschwarzhmorig, dass es schon wieder böse ist. Als Film wäre es einer in Quentin Tarantino Manier.