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Benutzername: Gucci-Beerin
Wohnort: Bochum
Über mich: Ostereier suchen und illegale Drogen konsumieren


Bewertungen

Insgesamt 9 Bewertungen
Bewertung vom 24.04.2019
Einer wird sterben
Lorenz, Wiebke

Einer wird sterben


ausgezeichnet

Cover
Verwelkte Magnolien-Blütenblätter rahmen den Titel auf hellem Hintergrund ein. Das Titelbild verbreitet eine etwas traurige Stimmung, lässt aber nicht unbedingt auf einen Thriller schließen, dafür ist es zu hübsch. Es verrät jedoch die Jahreszeit, in der die Geschichte spielt und der Leser erfährt recht schnell, weshalb ausgerechnet Blütenblätter das Cover zieren.

Schreibstil
Der Schreibstil und die Sprache sind richtig flott, also zeitgemäß, unkompliziert, klar, gerade heraus und direkt, aber nicht oberflächlich, so dass sich vor allem ein junges Publikum angesprochen fühlen mag. Ich persönlich empfand den Stil sehr angenehm. Das Buch ließ sich zügig lesen, was nicht allein an der Spannung lag, sondern auch am Layout - also dem Seitendruck: Ränder, Schriftgröße etc. waren für das Auge wohltuend, was aber natürlich dem Buchformat Paperback zuzuschreiben ist.

Meinung
Mich hat der Thriller von der ersten Seite an gefesselt und mitgenommen. Sowohl Ort und Zeit des Geschehens als auch die Anzahl der Figuren sind überschaubar. Alles spielt sich innerhalb weniger Tage in einer Wohnstraße ab, was mich irgendwie an ein kleines Schauspiel erinnerte. Die unverhofften Wendungen und Cliffhanger boten reichlich Nervenkitzel. Habe mich immer wieder dabei ertappt, wie ich vor Schreck auf meinem Sessel hin und her rutschte. Die Charaktere sind klug und raffiniert ausgearbeitet. Das Buch hat mich ein wenig an "Das Paket" von Sebastian Fitzek erinnert, nur mit dem Unterschied, dass Wiebke Lorenz Thriller mit Abstand sehr viel intelligenter aufgebaut ist. Obwohl ich bereits nach dem ersten Viertel ahnte, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln würde, hat das Ende mich nicht überrascht, dafür meine Vermutung bestätigt und zu allem Überfluss auch noch übertroffen. Mir war gar nicht bewusst, dass ich zu solch einer Schadenfreude fähig bin ... ha ha ha

Fazit
Tolle Story, bin beeindruckt und begeistert. Nicht unbedingt ein Buch für Männer, aber als Frau habe ich mich sehr wohl angesprochen und bestens unterhalten gefühlt. Ich vergebe 5 Sterne und spreche eine klare Kaufempfehlung aus. Eignet sich übrigens hervorragend als Geschenk, denn das Buch ist wirklich ein Schmuckstück. Es wird auch nicht mein letzter Thriller dieser Autorin sein.

Bewertung vom 18.04.2019
Das geheime Glück
Cohen, Julie

Das geheime Glück


schlecht

Im Gegensatz zu der weitläufigen Meinung, dass dieses Buch gut sei, kann ich der Geschichte leider überhaupt gar nichts Positives abgewinnen. Auch auf die Gefahr hin, mich hier unbeliebt zu machen, fand ich den Roman einfach nur stinklangweilig und unlogisch. Der Schreibstil mag vielleicht nett sein, aber die Charaktere waren für mich farblos und unsympathisch. Der Roman zog sich wie Kaugummi in die Länge, erst zum Ende hin wurde er ein wenig lebendiger und spannend. Leider kann ich nicht nachvollziehen, weshalb Robbie diesen fatalen Entschluss gefasst hat. Wenn es doch keine Zeitzeugen mehr gibt, dann hätte er doch gar nichts mehr zu befürchten gehabt - und selbst wenn er sein streng gehütetes Lebensgeheimnis versehentlich ausgeplaudert hätte, würde man ihn sowieso nur für einen senilen alten Mann halten. Also ich verstehe die allgemeine Begeisterung nicht.

Ein Stern für das hübsche Cover, aber von mir gibt es keine Leseempfehlung!

Bewertung vom 17.04.2019
Schoofseggl
Ulrich, Axel

Schoofseggl


ausgezeichnet

Hochkarätiger Schwaben-Krimi

Heilandsack! (Heiland, Sakrament!) Als das Land Baden-Württemberg eine CD mit Daten von Steuersündern kauft, ist die Aufregung groß. Bei Ex-Anwalt Franz Walzer, der sich auf Geldwäsche spezialisiert hat, steht das Telefon nicht still. Es gelingt ihm zunächst, den Datendieb zu finden. Fürs Erste gibt's Entwarnung. Auch für einen Stuttgarter Bordellbesitzer, der für rüde, schmerzhafte Methoden und Schlimmeres berüchtigt ist, dem man aber bisher nichts nachweisen kann. Doch dann meldet sich bei Walzer ein Klient, der Besuch von Steuerfahndern erhalten hat, obwohl sein Name angeblich gar nicht auf der CD gewesen sein soll. Sein Verdacht: Ein zweiter Datendieb ist unterwegs und treibt sein Unwesen im Schatten des ersten. Als im Bodensee die Leiche einer jungen Ukrainerin gefunden wird, die aus einem Stuttgarter Bordell verschwunden ist, geht es nicht länger nur um Schwarzgeld, Bestechung und sogar Erpressung. Der Vater der Ukrainerin sinnt auf Rache. Und er ist nicht der Einzige.

Diesen 284-seitigen Krimi habe ich bei lovelybooks.de gewonnen. An der Verlosung hatte ich eigentlich nur aus Jux teilgenommen, um zu testen, wie lange meine Glückssträhne noch anhält. Und tatsächlich durfte ich an der überschaubaren, vom Autor begleiteten Leserunde teilnehmen. Alle Teilnehmer waren sich bereits nach wenigen Seiten einig, dass es sich hier um einen ungewöhnlich starken Krimi mit Potential handelt. Der Schreibstil ist anfangs im wahrsten Sinne des Wortes "ulkig", für eine Bochumerin wie mich also gewöhnungsbedürftig, aber sehr sympathisch. Er passt einfach perfekt zur Story sowie zum Milieu und verleiht der ganzen Geschichte einen ganz eigenwilligen Charakter. Zudem lässt der Autor die schwäbische Mentalität, das schwäbische Temperament, den schwäbischen Humor und Dialekt einfließen. Wer mal etwas anderes als diesen Einheitsbrei lesen möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient. Ich kann es mit ruhigem Gewissen und mit Freude weiterempfehlen - nur Vorsicht - es ist keine Lyrik!

Ich vergebe nur selten 5 Sterne, weil ich recht kritisch bin, aber in diesem Fall kann ich leider nicht anders. Der Mann verdient es einfach. Axel Ulrich hat mich so sehr begeistert, dass ich das Buch in meinem Bekanntenkreis weiterreichen werde. Das ist meine Art, Danke zu sagen und Werbung zu machen. Ein herzliches Dankeschön auch an den www.oertel-spoerer-verlag.de für das kostenlose Exemplar. Das Titelbild ist übrigens hervorragend gewählt, auch wenn es stilistisch zunächst etwas unscheinbar wirkt.

Bewertung vom 15.04.2019
Tote lächeln nicht / Schwaben-Krimi Bd.1
Hafermeyer, Franz

Tote lächeln nicht / Schwaben-Krimi Bd.1


ausgezeichnet

Man nehme zwei schräge Vögel mit Schwächen, Ecken und Rundungen, einen Teil Humor, einen Teil Spannung sowie einen Teil Action und fertig ist ein amüsanter Regionalkrimi, der in Schwaben angesiedelt ist. Der Schreibstil ist niveauvoll, zeitgemäß und trotzdem komisch. Die Dialoge teilweise schräg, aber alles in allem sehr unterhaltsam und gleichzeitig spannend. Der Autor hat eine beeindruckende und faszinierende, sehr erfrischende Fantasie. Ich bin einfach begeistert. Mehr kann ich nicht dazu sagen. Ein herzliches Dankeschön nach Schwaben an den Autor für die signierte Taschenbuchausgabe. Das Exemplar bekommt einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal!

Bewertung vom 14.04.2019
Zara und Zoë - Rache in Marseille
Oetker, Alexander

Zara und Zoë - Rache in Marseille


gut

"Zara und Zoë" halte ich für einen sensationell gut vermarkteten, aber allgemein überbewerteten Thriller von SPIEGEL-Bestseller-Autor Alexander Oetker. Das Buch umfasst 336 Seiten und erschien am 1. April 2019 im Droemer-Knaur-Verlag.

Cover und Layout
Das liebevoll gestaltete Cover lässt auf den ersten Blick nicht zwingend auf einen Thriller schließen. Erst im Nachhinein erahnt man die Dramaturgie: Marseille in der Abenddämmerung. Schrift, Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitenränder sowie die großzügig gestalteten Überschriften (die gefühlt ein Viertel des Buches einnehmen) und die ungewöhnlich kurzen Kapitel - bzw. der ständige Szenenwechsel - schonen das Auge und tragen positiv dazu bei, das Buch zügig in einem Rutsch bei einer Flasche Pastis zu leeren ... ähm, pardon - zu lesen!

Ort und Zeit des Geschehens
Die Handlung spielt sich im Juli 2018 vor der malerischen Kulisse von Marseille ab, entführt den Leser aber auch in andere, namhafte europäische Metropolen. Organisierter Drogenhandel durch die Drogenmafia in Europa und die Ermordung eines 14-jährigen Mädchens sind Hauptthema des Thrillers.

Inhalt
Zara und Zoe sind Zwillingsschwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Während die verspannte - mal sieben, später nur noch sechs Minuten ältere Schwester Zara eine autistische Perfektion an den Tag legt und als Profilerin bei Europol tätig ist, verdient sich die sympathische Zoe ihren Lebensunterhalt als Elite-Auftragskillerin bei der etablierten, hiesigen korsischen Mafia. Aufgrund familiärer Differenzen haben sich die Schwestern in den 1990er Jahren räumlich getrennt. Zara ist mit "Maman" nach Deutschland geflohen, die furchtlose Zoe hingegen hielt ihrem liebenswerten, charmanten Vater mit krimineller Vergangenheit in Südfrankreich die Treue. Nun aber ist die mimosenhafte Zara auf die Unterstützung ihrer jüngeren Schwester Zoe angewiesen.

Schreibstil
Mein Deutschlehrer hätte diesen Roman vermutlich als "literarischer Albtraum" bezeichnet. Die Geschichte wird aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt. Der Autor bedient sich verschiedener Sprachstile und Ausdrucksweisen, die er den Charakteren anpasst. Der etwas gewöhnungsbedürftige Schreibstil konnte mich nicht überzeugen, aber genau davon lebt die Story: Kurzatmige, teilweise aufzählende und irritierende Sätze verleihen der Geschichte Tempo und einen eigenwilligen Charakter.

Fazit
"Leon, der Profi", "Das doppelte Lottchen" und "Der Pate" lassen grüßen. Ich hatte den Eindruck, das Drehbuch zu einem Actionfilm zu lesen. Grundsätzlich gelingt es dem Autor, durch kurze, knappe Sätze, teilweise auflistend, eine rasante und temporeiche Geschichte zu erzählen und den Protagonisten eine Identität sowie eine Persönlichkeit einzuverleiben. Der gute Mann hält sich wahrlich nicht mit Belanglosigkeiten auf, vermittelt aber dennoch stimmungsvolle Bilder. Wenn man ein Buch wie dieses gewinnt, neigt man aus Höflichkeit dazu, es positiv zu bewerten und sich alles schön zu reden, krampfhaft und mit aller Gewalt das Gute in dem Werk zu suchen und zu finden. Wenn dies aber nun der neueste Trend ist, dann lese ich lieber Schwaben-Krimis. Mir fällt es echt schwer, dieses Buch zu bewerten. Die Story ist nicht halb so aufregend wie erwartet. Der Autor bedient sich vieler Klischees. Ich vermisse Tiefgang. Meiner Meinung nach handelt es sich bei "Zara & Zoe" bestenfalls um eine verkappte Actionkomödie oder um einen gemeinen Aprilscherz. Man weiß es nicht so genau, darum empfehle ich das Buch nur bedingt weiter und vergebe 3 Sterne.

Bewertung vom 13.04.2019
Lago Mortale
Conti, Giulia

Lago Mortale


gut

Cover und Layout
Auf dem Cover ist die Ortschaft "Ronco" in Italien zu sehen. Richtig zur Geltung kommt das Bild jedoch erst, wenn man das Buch aufschlägt und Rück- sowie Vorderseite des Umschlages als Ganzes betrachtet. Angesprochen hat mich die Gestaltung von Anfang an nicht, aber lesen wollte ich den Krimi unbedingt, weil die Leseprobe Spannung versprach. Nun denn, ein herzliches Dankeschön von dieser Stelle an den Atlantik-Verlag für das kostenlose Leseesemplar. Das Format des Buches, Seitenränder und Schriftgröße fallen angenehm auf. Hier hat der Verlag 45 Kapitel auf 288 Seiten untergebracht. Das macht laut Adam Riese 6.5 Seiten pro Kapitel. Viel unbeschriebenes Papier als Lückenfüller.

Meinung
Der Schreibstil wirkte literarisch durchaus professionell, die Handlung an sich hat mich nicht vom Hocker gehauen, denn Spannung kam erst im letzten Viertel auf. Wenn man aber bedenkt, dass es sich hier um einen Debütroman einer Journalistin handelt, die beabsichtigt, eine Serie zu schreiben, dann drücke ich mal zwei Augen zu, denn ich habe hier den Eindruck, die Autorin wollte ihrem Protagonisten Simon Strasser durch die Blume eine Liebeserklärung machen und ihm als Auftakt ein ganzes Buch widmen. Was sie allerdings an ihm sympathisch findet, bleibt mir schleierhaft. Seinen Charakter und seine Lebensweise lassen eher auf einen melancholischen, depressiven Egomanen schließen als auf einen neugierigen und aufgeschlossenen Polizei- und Gerichtsreporter. Auf jeder Seite findet man den Hinweis, dass er lieber nicht nachhakt, nicht nachfragt und seine Gedanken für sich behält. Aber egal, dafür isst er gerne Pasta und geht gerne schwimmen. Ja der Simon ist ein echter Draufgänger: Er führt eine sehr erfüllte, platonische, asexuelle Fernbeziehung und kippt sich abends am liebsten Grappa hinter die Binde.

Fazit
Wer De'Longhi-Kaffeemaschinen mag und an Homophobie leidet, dem sei dieser Krimi wärmstens zu empfehlen.

Bewertung vom 12.04.2019
Ich glaub, mich küsst ein Zwerg (eBook, ePUB)
Schikorra, Jana

Ich glaub, mich küsst ein Zwerg (eBook, ePUB)


sehr gut

Cover und Layout
Das Titelbild ließ mich sofort schmunzeln. Aus einem Picknick-Korb heraus grinst mich ein cooler, frecher Gartenzwerg mit Sonnenbrille an, angelehnt an einem Fliegenpilz, der wie ein Sonnenschirm aus dem Korb herausragt. Im Gras daneben liegt ein roter, angebissener Apfel. Im Hintergrund blauer Himmel. Eine in sich harmonische Komposition, die mich amüsiert und sofort an einen Giftzwerg, Rotkäppchen und Schneewittchen erinnerte.

Leseeindruck
"Ich glaub, mich küsst ein Zwerg" von der Autorin Jana Schikorra ist eine romantische Liebeskomödie, die mich ohne Übertreibung einen ganzen Nachmittag lang durchgehend bei Laune gehalten und bestens unterhalten hat. Ich war ganz traurig, als die Geschichte zu ende war. Deswegen halte ich all die positiven Bewertungen und Rezensionen für gerechtfertigt, so dass ich kaum noch etwas hinzufügen muss, sondern mich lediglich den Kommentaren anschließen kann. Die Story ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Brüllen komisch. Ich habe mir des Öfteren vor Lachen auf die Schenkel geklopft. Oma Magdalena ist einfach hinreißend. Alle Charaktere sind gelungen und einzig, aber nicht alle sind artig! Die Autorin beweist mit ihrem Schreibstil Fantasie, Mut, Kreativität und Humor. 134 Seiten reinstes Lesevergnügen für 2.99€ sind absolut angemessen und machen Lust, der Autorin zu folgen. Eine Komödie, die übrigens nicht nur Frauen zum Lachen bringt.

Fazit
Von mir 4 Sterne und eine klare Kaufempfehlung!

Bewertung vom 11.04.2019
Made in Greece
Deffner, Andreas

Made in Greece


gut

WARMHERZIGE HOMMAGE AN GRIECHENLAND UND SEIN VOLK

Meine persönliche Meinung
Ich fühlte mich beim Lesen etwas überfordert, als ob mich der Autor beeinflussen wollte und er für seine Freunde hausieren ginge. Teilweise hatte ich sogar die Befürchtung, dass man seine Gutmütigkeit ausnutzt. Einerseits bewundere ich Deffners Engagement, seine Begeisterung und seinen Tatendrang, andererseits betrachte ich seinen missionarischen Eifer sowie seinen grenzenlosen Enthusiasmus kritisch. Er propagiert latent, dass wir Griechenland nur aus der Krise helfen, indem wir die von ihm vorgestellten Geschäftsmodelle unterstützen. Bereits nach dem vierten Kapitel kam mir das Buch wie eine Dauerwerbesendung vor. Teilweise empfand ich das Buch sogar aufdringlich und frech: Der Himmel über Deutschland ist immer wolkenverhangen, in Griechenland dagegen scheint immer die Sonne. Sogar nachts.

(Na gut, wenn das so ist, dachte ich im Stillen: Dann beauftrag' doch gleich ein Umzugsunternehmen, am besten ein griechisches, denn Deinen Job kannst Du ja wohl garantiert von jedem Schreibtisch aus erledigen.)

Bei aller Hingabe und Liebe zu "Filotimo" - lassen wir die Kirche doch mal im Dorf: Die Krise hat nicht nur Griechenland heimgesucht. Wieviele Existenzen sind in Deutschland vor die Hunde gegangen? Der Autor verschließt die Augen vor den Problemen in Deutschland und will Griechenland retten. "Made in Greece" hat einen patriotischen, beinahe fanatischen Beigeschmack und wirkt ab einen gewissen Punkt nur noch mitleiderregend.

3 Sterne, und die Seitenanzahl stimmt nicht, es sind keine 300 - sondern nur 192. Trotzdem danke an den Verlag.

Lypámai

Bewertung vom 11.04.2019
Am Ende wird einer die Nerven verlieren
Pregel, Thomas

Am Ende wird einer die Nerven verlieren


sehr gut

*** Cover und Layout ***
Anfangs sah ich nur Küher auf einer grünen Wiese. Der Groschen ist bei mir erst nach dem dritten Kapitel gefallen. Die Kühe stehen für das Ermittler-Trio, also drei Bullen. Sehr komisch - ha ha ha! Angenehm aufgefallen ist mir der ordentliche Druck und die übersichtliche Gliederung. Der Autor verzichtet auf eine Danksagung, was ich persönlich ganz ok finde. Man kennt die Leute ja eh nicht.
Seitenanzahl wird mit 300 angegeben, sind aber in Wahrheit nur 220 und reiner Lesespaß findet nur auf 202 Seiten statt.

*** Inhalt ***
Es wird ein Briefbombenanschlags auf den Möbelfabrikanten Frings aus Trappenkamp verübt. Die Dienststelle in Bad Segeberg kann den Fall alleine nicht lösen, weshalb die Neumünsteraner zu Hilfe geholt werden. Arnstedt und Freiwald treffen am Tatort auf Oberkommissarin Monika Gutbrodt. Und obwohl sie verheiratet ist und zwei Kinder hat, verliebt sich Kommissar Daniel Freiwald in die attraktive Frau. Der Krimi ist in drei Teile gegliedert: Gelber, Orangener (muss das nicht orangefarbener Alarm heißen? Egal) und Roter Alarm - wodurch Spannung erzeugt wird und sich zügig lesen lässt.

*** Meine Meinung ***
Mit "Am Ende wird einer die Nerven verlieren" hat der Autor Thomas Prengel einen unterhaltsamen, abwechslungsreichen, soliden Krimi abgeliefert, den ich mit gutem Gewissen weiter empfehlen kann. Der Lokalkolorit kommt zwar etwas kurz, was aber der spannenden Handlung keinen Abbruch tut, dagegen kommt die Mentalität der Schleswig-Holsteiner sowie der Hochsommer gut zur Geltung. Der Schreibstil ist dem Genre angemessen, fließend und angenehm, der Spannungsbogen wird bis zum Ende aufrecht erhalten und die unterschiedlichen Charaktere sind sympathisch ausgearbeitet. Besonders gut gefällt mir der mürrische Kommissar. Ich fühlte mich durchgehend gut unterhalten. Besonders zu Beginn wurde ich sehr neugierig, da haben mir die parallel laufenden Erzählstränge gefallen, so dass ich mitraten und mitfiebern konnte und ich natürlich prompt auf die falsche Fährte geführt worden. Soll jetzt nicht abwertend klingen, aber wie sagt man so schön? Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht unbedingt angemessen - 10.00€ wäre ok.

Der Autor ist 1977 in Bad-Segeberg geboren, lebt heute in Berlin und hat bereits vier Bücher veröffentlicht. Den Größenwahn-Verlag werde ich auf jeden Fall im Auge behalten, weil er - wie der Name schon sagt - ein etwas anderer Verlag zu sein scheint.