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Benutzername: duenefi
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Bewertungen

Insgesamt 14 Bewertungen
12
Bewertung vom 14.01.2020
Geteilt durch zwei
Kunrath, Barbara

Geteilt durch zwei


sehr gut

Geteilt durch zwei - eine einfühlsame Geschichte vom unbewussten Suchen und zufälligen Finden...
In "Geteilt durch zwei" erzählt Barbara Kunrath die Geschichte von Nadja Kleman, die adoptiert wurde und nichts über ihre Herkunft weiß. Das hat sie an sich nie gestört. Aber sie fühlte sich schon immer nicht komplett, so, als ob etwas fehlt.
Inzwischen ist sie glücklich verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Eines Tages hört sie Radio, und die Stimme dort kommt ihr so bekannt vor - plötzlich realisiert sie, dass die Stimme genauso klingt wie ihre eigene...Nadja recherchiert und entdeckt, dass sie eine Zwillingsschwester hat, Pia...
Die Schwestern begeben sich gemeinsam auf eine Reise in die Vergangenheit, jede will erfahren, was die andere bisher erlebt hat.
Die beiden sind sehr unterschiedlich, durch ihr Leben geprägt,aber doch ergänzen sie sich - eben Zwillinge.

Das Cover zum Buch finde ich sehr gelungen, der Schreibstil der Autorin ist ruhig und einfühlsam. Es wird aber keinesfalls langweilig, denn die Handlung geht sehr in die Tiefe und spielt teils in der Gegenwart, teils in der Vergangenheit / Kindheit der Schwestern.
Erzählt wird zumeist aus der Sicht von Nadja, aber auch Pia lernt der Leser intensiv kennen! Die anderen Charaktere sind eher Randfiguren und bleiben teils etwas blass, aber das ist vollkommen in Ordnung.

Das Buch ist sehr emotional, ohne jedoch kitschig zu werden!

Mein Fazit: eine durchaus lesenswerte Familiengeschichte der etwas anderen Art...

Bewertung vom 28.11.2019
Die Wanderschriftsteller
Lorentz, Iny

Die Wanderschriftsteller


sehr gut

Ein gelungener Einblick in die Recherchen der Iny Lorentz!

"Die Wanderschriftsteller" von Iny Lorentz geben dem Leser einen tollen Einblick in die Entstehungsgeschichten zu den historischen Romanen des Autoren-Ehepaares Iny Klocke und Elmar Lorentz.
Nicht erwartet hätte ich, dass die Beiden eigentlich in der Welt der Fantasy zu Hause waren, bevor sie sich den historischen Romanen zuwandten!

Wer kennt sie nicht, "Die Wanderhure"?
Umso schöner ist es, nun etwas darüber erfahren zu dürfen, wie und wo es zu der Idee zum Buch (und vielen vielen anderen danach) kam . Iny und Elmar sind mit ihrem Wohnwagen (und teilweise auch mit dem Flugzeug) herumgereist und wir bekommen in 25 Kapiteln nun Eindrücke, Erlebnisse, Fotos und Skizzen aus allererster Hand - toll.
Bisweilen scheint die Reihenfolge etwas durcheinander, aber das hat mich nicht sonderlich gestört.
An einigen Stellen war der Lesefluss etwas zäh, aber insgesamt ein sehr schöner Reisebericht einer ganz anderen Art, mit vielen persönlichen Einblicken in das Leben von Iny Klocke und Elmar Lorentz!

Bewertung vom 27.11.2019
Missing Boy
Fox, Candice

Missing Boy


gut

Außergewöhnliches Ermittlerteam auf der Spur des Entführers

"Missing Boy" von Candice Fox hat mir leider nicht soooo gut gefallen, da relativ schnell klar war, wer der Täter ist und einige Teile der Handlung ziemlich an den Haaren herbeigezogen und zu konstuiert sind!

Ritchie Farrow , 8 Jahre alt, war mit seinen Freunden abends allein in einem Hotelzimmer, während die Eltern der Kinder den Abend im Restaurant verbrachten. Plötzlich ist Ritchie weg, niemand weiß wie er aus dem Zimmer verschwinden konnte! Wieso haben die anderen Jungen nichts bemerkt???

Sarah, die Mutter von Ritchie, wendet sich an Ted Conkaffey, einen Privatdetekiv und engangiert ihn und seine Kollegin Amanda Pharrell , um die Polizei bei der Suche in dem rätselhaften Fall zu unterstützen.

Sowohl Ted als auch Amanda sind keine "unbeschriebenen" Blätter in krimineller Hinsicht, aber Ted wurde zu Unrecht verdächtigt, und Amanda hat jemanden versehentlich getötet...beide haben dadurch erhebliche private und persönliche Probleme und haben sich als Team zusammengefunden, da Ted wegen Verdacht aufs Kindsmißbrauch aus dem Polizeidienst entlassen wurde und Amanda als verurteilte und aus dem Knast entlassenen Mörderin es auch nicht gerade leicht hatte, einen Job zu finden. Ausserdem ist sie voll tätowiert, schräg gekleidet und eher das Gegenteil von offen, zugänglich und aufgeschlossen...;)

Jedenfalls sind die beiden "Outsider" die sympathischen Hauptprotagonisten, die Polizei eher Nebensache.

"Missing Boy" ist insgesamt gut und flüssig zu lesen, aber einiges an der Handlung war, wie bereits erwähnt, in meinen Augen zu konstruiert und es war auch nicht ungewöhnlich spannend - konnte mich nicht wirklich überzeugen...

Bewertung vom 06.11.2019
In den Klauen des Falken
Kallentoft, Mons; Karolina, Anna

In den Klauen des Falken


ausgezeichnet

Zack - krass und unverblümt - Action pur!

"In den Klauen des Falken" ist der 5te Fall für den einzigartigen Ermittler Zack Herry und sein Team. Das Buch lässt sich lesen, auch ohne dass der Leser Wissen aus den vorherigen Bänden der Reihe haben muss!

Der Schreibstil der Autoren ist schnörkellos aber dennoch detailliert, direkt und unverblümt. Das ist nicht jedermanns Sache, aber ich mag das!

Bisher kannte ich Zack Herry nicht, aber er schon auf Seite 1 wurde er mir sehr sympathisch, als er sich auf dem Weg zur U-Bahn in Stockholm Gedanken um die vielen Männer mit Vollbärten macht ! (sehe ich genauso...früher war ein Mann im karierten Holzfällerhemd und Vollbart im Regelfall ein Holzfäller oder Arbeiter, heute sooo oft ein Softie, der sich die Hände maniküren lässt und E-Zigaretten mit Himbeer-Vanille-Duft raucht...)!

Als Zack Herry in der U-Bahn Station ankommt,gerät er mitten in ein grauenhaftes Szenario. Ein erst 12-13jähriges Mädchen hat einen Bombengürtel umgeschnallt und ist außerdem mit einer Axt bewaffnet, mit der es wahllos Passanten attackiert und tötet. Zack Herry erschießt das Mädchen, um Schlimmeres zu verhindern. Das persönliche Dilemma, welches er hierbei erlebt, kommt sehr authentisch herüber.
Zack kommt kaum dazu, das Geschehen hinter sich zu lassen, da kurz danach ein Polizist, der undercover in der Drogenszene unterwegs war, ermordet wird.
Zack Herry ermittelt, und mit Hilfe von Abdula, eines Drogendealers, aber auch guten Freundes, versucht er , den Mörder im Drogenmilieu zu finden.
Es gibt alle Hände voll zu tun für ihn und sein Team, dazu kommen die persönlichen Probleme von Zack und diverse Widrigkeiten, da natürlich nicht alles glatt läuft.

"In den Klauen des Falken" ist voller Tempo und Action, es gibt einige unerwartete Wendungen und unterschiedliche Perspektiven und die Handlung konnte mich von der ersten Seite an fesseln, wo man direkt "reingeworfen" wird!

Die Charaktere sind außergewöhnlich und jeder für sich einzigartig, außer Zack war mir auch seine Kollegin Deniz ausgesprochen sympathisch. Außerdem steht das Team voll hinter ihm und niemand fällt dem Anderen in den Rücken, klasse und in der heiutigen Zeit immer seltener!

Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 21.10.2019
Rapunzel / Grall und Wyler Bd.2
Schütz, Lars

Rapunzel / Grall und Wyler Bd.2


sehr gut

Spannender Thriller mit andersartigen Motiven!

„Rapunzel, mein“ von Lars Schütz ist ein wirklich spannender Thriller, den man flüssig lesen kann und der interessante Motive und auch einige Überraschungen bereithält.
In einem Essener Theater wird einen Tag vor der Premiere von "Rapunzel" die Leiche einer jungen Frau auf der Bühne gefunden - erdrosselt mit ihren eigenen Haaren und mit amputierten Händen.
Rabea Wyler (Bea) bekommt hiervon Wind und fährt dorthin, da sie glaubt, es könne sich um ihre vor 20 Jahren verschwundene Schwester Marie handeln, von der seinerzeit nur eine amputierte Hand gefunden wurde!
Es stellt sich schnell heraus, dass die Tote nicht Marie ist, aber die Parallelen zum Fall ihrer Schwester sind so gravierend, dass Bea sich voll reinhängt und versucht, den Mörder noch vor der Polizei zu finden.
Der Täter ist schnell entlarvt und kann gestellt werden, er ist aber bloß der Auftakt zu einem grandiosen Spiel, das der wahre Übeltäter inszeniert hat...

Die Profilerin Rabea Wyler ermittelt in erster Linie aus privatem Interesse, daher oft ein wenig unbedacht, und sie holt ihren Kollegen und Partner Jan Grall ins Boot, der sich nach dem letzten Fall der Beiden zurückgezogen hatte und psychisch am Limit ist...Die beiden Profiler ermitteln absolut eigenmächtig und geraten des Öfteren in äußerst brenzlige Situationen...
Ich finde es hier sehr schwierig zu rezensieren ohne zu spoilern, also bitte ich um Nachsicht für einige vage Andeutungen ;):
Die Story ist sehr interessant, die Idee von Nimrods Spiel, so unterschiedliche Mächte zusammenzubringen eine top Idee...und die Sache mit der Konditionierung und wie sie ins Negative umschlagen kann, genial!
Im Mittelteil ließ die Spannung zwischendurch ein bisschen nach, aber insgesamt war es ein fesselndes Lesevergnügen!
Was ich aber als völlig übertrieben erachte und mein Kritikpunkt ist : Die Behandlung, die Moritz Beil seinem ungehorsamen Gehilfen angedeihen lässt und das Licht, was dabei wieder mal auf bestimmte Teile der Gesellschaft geworfen wird - Vorurteile müssen ja nicht noch geschürt werden!

Man kann "Rapunzel, mein" übrigens lesen, ohne den Vorgänger zu kennen!

Bewertung vom 07.10.2019
Meine wunderbare Frau
Downing, Samantha

Meine wunderbare Frau


sehr gut

Morde als Beziehungskick - krasses Psychospiel!

"Meine wunderbare Frau" von Samantha Downing hat mir insgesamt von der Story als solches und vom Schreibstil her sehr gut gefallen, allerdings erscheint die Geschichte ziemlich konstruiert und enthält einige kleinere Ungereimtheiten.

Das Cover gefällt mir mittelmässig, auf den ersten Blick hätte ich es wohl nicht in die Hand genommen, aber beim genaueren Hinsehen lugt das Böse schon ein wenig hervor....

Im Buch geht es um eine "ganz normale" Familie, ein Vater, Tennislehrer für die Reichen, aus dessen Sicht die Story erzählt wird, eine liebende, treusorgende Mutter, die Immobilien verkauft und zwei typische Teenager, einen Jungen und ein Mädchen.
Hinter den Kulissen schaut es allerdings ein wenig anders aus, denn die Eltern haben sich, um ihre Beziehung "heiß" zu halten, ein krasses Hobby zugelegt: sie bringen Frauen um.
Die Kinder ahnen davon nichts, und bei den Eltern sind die Rollen klar verteilt: Gemeinsam werden mögliche Kandidatinnen vorselektiert, der Vater lernt sie dann kennen und wählt aus und "bringt das Opfer mit", und die Mutter kümmert sich um den Rest.
Ich fand es extrem merkwürdig, dass die beiden sich nur über die Frauen unterhalten haben, wenn es besondere Vorfälle gab, aber nie darüber, was passiert war oder wo die Opfer verblieben sind usw. Der gewünschte Kick wurde angeblich schon durch die Geheimniskrämerei und das Verbotene erreicht.
Meiner Meinung nach ist der Erzähler seiner Frau hörig und das Geschehen überschreitet irgendwie seine Grenzen...aber im Laufe der Handlung findet insgesamt ein Kontrollverlust statt, der ungeahnte Erkenntnisse bringt...
Die Spannung hat sich leider erst recht spät so richtig aufgebaut, in den ersten zwei Dritteln des Buches war das dann doch ein wenig zu unterschwellig und zu subtil.
Aber dann nimmt die Handlung richtig Fahrt auf, man weiß bisweilen nicht mehr, wo oben und unten ist, es gibt diverse Wendungen und am Ende hat es mir eine fiese Gänsehaut über den Rücken gejagt - so soll das sein :)
Alles im Allen ein super Thriller mit krasser Grundstory, der noch etwas mehr Potential gehabt hätte...

Bewertung vom 23.09.2019
Der Sprung
Lappert, Simone

Der Sprung


ausgezeichnet

Eine tolle Geschichte über Menschen in allen Facetten, empfehlenswert

„Der Sprung“ von Simone Lappert hat mir wirklich gut gefallen.
Die Autorin erzählt eine detailreiche Geschichte von Menschen in allen Facetten, von Mut und Feigheit, von Gehässigkeit und Großherzigkeit, von Affären und Geheimnissen und davon, wie klein oder wie groß die Welt ist.
Der Schreibstil liest sich flüssig, die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und man entwickelt so einige Sympathien und auch Antipathien.
Manu steht auf dem Dach und scheint springen zu wollen. Warum? Wer ist sie? Wer kennt sie? Es bildet sich eine Menschenmenge, Gaffer, Schaulustige und Anwohner sehen zu und fiebern mit.
Es werden einige Ereignisketten in Gang gesetzt, Leute lernen sich kennen, und der zentrale Punkt, an dem alles zusammenläuft, ist Roswitha.
Das Lesen hat viel Spaß gemacht und bei einigen Ereignissen habe ich wirklich mitgefiebert...
Das Cover gefällt mir nicht sonderlich, sonst kann ich nichts Negatives sagen - absolute Empfehlung!

Bewertung vom 27.08.2019
Die Nickel Boys
Whitehead, Colson

Die Nickel Boys


sehr gut

Würmer in der Besserungsanstalt ...

Colson Whitehead schildert in "Die Nickel Boys" die Geschichte von Elwood, einem schwarzen Jungen im Amerika 60er Jahre, der eine Menge Pech hat.
Eifrig, ambitioniert und immer daran glaubend, daß die Welt gerecht ist und die Schwarzen irgendwann die gleichen Rechte haben wie die weiße Bevölkerung, wächst Elwood bei seiner Großmutter auf.
Er gerät beim Trampen zufällig in ein gestohlenes Auto, und da ihm natürlich niemand glaubt, dass er nichts damit zu tun hat, wird er ins "Nickel" geschickt, eine Besserungsanstalt für Jungs.
Die dort herrschenden Zustände sind furchtbar. Schwarz und Weiß auch hier streng getrennt, desweiteren sind schlechte Behandlung, minderwertiges Essen, Repressalien, Prügelstrafen und Mißbrauch an der Tagesordnung. Es gibt sogar einen geheimen Friedhof neben dem offiziellen, denn ab und zu wird schon mal ein Junge "vermisst weil er ausgerissen" ist, wurde aber stattdessen von den Wärtern zur Bestrafung abgeholt...
Die neuen Insassen werden "Würmer" genannt und können sich durch mustergültiges Verhalten über mehrere Stufen zum "Pionier" hocharbeiten und dann theoretisch früher entlassen werden...wenn es denn gerecht und fair zuginge!
Die Thematik ist sehr bewegend und emotional, der Schreibstil des Autors prägnant und flüssig zu lesen.
Dennoch finde ich es stellenweise zu "nett" geschrieben, sexueller Mißbrauch beispielsweise wird stets nur im Nebensatz erwähnt bzw. in wispernden Andeutungen.
Die Ehemaligen des Nickel sind allesamt traumatisiert und für ihr ganzes Leben gezeichnet, wir lesen hier ein Stück tragischer amerikanischer Geschichte, wie es sie ganz sicher gegeben hat...

Bewertung vom 27.08.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

PAAAMMMM - beeindruckend - erschütternd - packend!

Mit "Liebes Kind" hat Romy Hausmann meiner Meinung nach einen echten Volltreffer gelandet!
Matthias Beck vermisst seine Tochter Lena. Lena, die vor 4825 Tagen spurlos verschwand.
Eine verwirrte Frau und ein Mädchen werden ins Krankenhaus gebracht, nachdem die Frau vor ein Auto lief. Das Mädchen Hannah. Mit ihrer Mama, wie sie sagt. Deren Name ist Lena, sagt Hannah. Und sagt auch die Frau. Die mit Lena undc über Lena denkt und spricht...Ist das wirklich Lena?
Und was hat es mit Hannahs Bruder auf sich, der den Teppich reinigen muss? Und mit Papa? Dem kontrollsüchtigen Psychopathen oder liebevollen Vater?!
"Liebes Kind" wird aus 3 verschiedenen Erzählperspektiven geschildert, das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Hannah, Lenas Vater Matthias und die verletzte Frau schildern ihre Erlebnisse.
Das ist teils sehr emotional, besonders aus der Sicht des leicht aufbrausenden und zu spontanen Handlungen neigenden Matthias...und, wenn Hannah erzählt, genau das Gegenteil. Hannah, emotional schwer gestört , kennt keinerlei äußere Einflüsse. Ihr Wissen basiert auf dem, was Mama und Papa ihr beigebracht haben (man muss immer...) und aus den Definitionen eines auswendig gelernten Wörterbuches. Ende. Daraus resultieren kurze Sätze und pragmatische Aussagen, was den Leser bzw. Hörer sicherlich des öfteren schockiert. Aber so klingt das alles nun mal aus der Sicht von Hannah.
Die Charaktere sind detailliert und doch geheimnisvoll erschaffen. Ich habe beim Hören eine Riesenpalette von Empfindungen durchgemacht...Mitleid, Wut, Trauer, Fassungslosigkeit, Entsetzen, Hass, Sympathie, Empathie und und und - es war alles dabei.
Im Verlauf der Geschichte werden immer mehr Details aufgedeckt, teilweise sehr krass...
Die Handlung hat mich von Anfang an gepackt und es war fesselnd und spannend bis zum Schluß.
Wer es noch nicht gelesen oder gehört hat: Es lohnt sich unbedingt!

Bewertung vom 27.08.2019
R.I.P. / Kommissar Huldar Bd.3
Sigurdardóttir, Yrsa

R.I.P. / Kommissar Huldar Bd.3


sehr gut

Grausam , kaltblütig und sehr spannend !

R.I.P., der neue Thriller von Yrsa Sigurdardóttir :
Stella, Angestellte eines Kinos, hat abends nach den Vorstellungen als Letzte Dienst und ist ganz allein im Gebäude. Sie wundert sich auf dem Weg zur Toilette über eine seltsame Nachricht mit einem heute geschossenene Foto von ihr, die sie über Snapchat bekommen hat. Während des Pinkels hört sie Türen schlagen, dann sich nähernde Schritte...als sie ihre Hose wieder hochgezogen hat, hämmert jemand gegen die Tür ihrer Kabine und schlägt diese dann ein...Stella erblickt ihren Mörder, ganz in schwarz mit einer Darth Vader Maske, der sie zuerst mal zwingt, sich zu entschuldigen (sie fragt sich wofür?!?) , mit der Entschuldigung ist er aber nicht zufrieden.
Er schlägt Stella bewusstlos,schleift sie hinter sich her nach draußen und als sie sich zwischendurch regt, zerschmettert er ihren Kopf mit einem Feuerlöscher und winkt lässig in die Überwachungskamera...das ist sehr kaltblütig, und besonders grausam wird das Ganze noch dadurch, dass der Täter Fotos von der Szenerie in der Toilette über Stellas Handy an ihre Snapchat-Freunde versendet, die sich dann also Stellas Tod quasi live mit ansehen müssen. Wer tut so etwas? Kannten sich der Täter und Stella? Hat sie ihn unfreundlich bedient oder ist es vielleicht eine Verwechslung?
Bei diesem Fall, der ja nicht der einzige grausame Mord bleibt, hatten, Erla, Huldar und das ganze Team sowie Psychologin Freya eine ganze Menge zu tun.
Es geht um Mobbing, live und über soziale Netzwerke, ein brandaktuelles Thema. Yrsa Sigurdardóttir schreibt spannend, es war teils sehr grausam und detailliert beschrieben und hat mich permanent gefesselt. Ich mag es auch, daß der private Aspekt um die einzelnen Charaktere recht ausführlich geschildert wird, so werden die Protagonisten noch lebendiger und man entwickelt diverse Sympathien oder auch Antipathien.
Zum Ende hin wurde es sehr komplex und etwas verworren, mehr kann ich ohne zu spoilern leider nicht verraten. Das Ende an sich hat dann aber für vorherige evtl. Längen entschädigt, es war absolut überraschend und tragisch!

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