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Benutzername: maraAngel2107
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 14 Bewertungen
12
Bewertung vom 10.02.2021
Die Schatten im Wind
Moers, Edelgard

Die Schatten im Wind


ausgezeichnet

Ich war vom ersten Moment an gefesselt von den Zeilen der Autorin. Sie beschreibt gleich zu Anfang die Trennung zweier Kinder von den Eltern, umgehend, unvorbereitet und ohne wenn und aber, ein kleines Mädchen, Anne, gerade einmal 2 Jahre alt und Robert, 6 Jahre alt, wurden vom Kindergarten und der Schule direkt weg in ein Kinderheim gebracht, in dem sie nicht lange verweilten, sondern direkt zur Adoption an unterschiedliche Elternpaare gegeben wurden, die dachten, das die Eltern der Kinder nicht mehr lebten. Es beginnt für beide Geschwister ein komplett anderes und neues Leben, ohne Antworten darauf was mit ihren leiblichen Eltern geschehen war. Grausam, unverantwortlich und anmaßend. Unfassbar was damals hinter den Mauern geschehen ist, ohne Einverständnis von Eltern, Kindern, nur weil die "Macht" meinte, was sie macht und tut und denkt sei richtig und wer dagegen verstoße, werde schon merken was er davon hat. Die Flucht in den Westen war schier unmöglich, obwohl es doch einigen immer wieder gelungen ist, mit Hilfe natürlich. Der Roman zeigt auf, mit welcher Selbstverständlichkeit Menschen voneinander getrennt wurden, Kinder ihren Eltern genommen, nur weil diese gegen die Regeln verstoßen haben und nicht dem Willen des Gesetzes gefolgt sind. Das Buch zeigt das Herrschaftssystem auf, welches zu damaliger Zeit von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands regiert wurde. Ein Leben unter Zwang und Unterwerfung, wie man ganz klar aus den Zeilen heraus lesen kann. Natürlich gab es auch gute Lebensverhältnisse, welche allerdings hinter den Türen statt fanden, die der Partei folgten und Angst hatten, um ihr Hab und Gut, sowie die Freiheit, die man bei Verrat verlor. Es ist unfassbar, was sich hier Tür an Tür hinter Mauern, getrennt vom sogenannten anderen Deutschland, abspielte, genaue Informationen erhielt man erst, nachdem sich die Grenzen geöffnet haben. Ein unglaublich gutes Buch, eine spannende Geschichte, die aufgrund der Geschehnisse zur damaligen Zeit hier aufgeschrieben wurde, die dem Leser einmal die Augen öffnen soll, in der Hoffnung auf Frieden und Miteinander. Die Geschwister, die hier getrennt wurden, auch voneinander, jeder ein eigenes Leben in einer Adoptionsfamilie erlebte, behütet auf der einen Seite und beschützt vor dem grausigen Gesetz. In späteren Jahren dürfen sich die beiden wieder begegnen und fühlen eine Vertrautheit miteinander, die beiden sehr unheimlich ist. Keiner ahnt indessen, das es der verlorene Bruder (an den sich das Mädchen nicht wirklich erinnert) und die verlorene Schwester, die schmerzlich vermisst wurde, sein könnte. Beide stellen im Laufe der Jahre Nachforschungen an, was wohl mit den leiblichen Eltern und eventueller Familie geschehen ist und ob vielleicht noch jemand davon lebt. Beide erleben eine Enttäuschung, jedoch letztendlich ist es zumindest eine Familienzusammenfindung der Geschwister in mittleren Jahren, was zu großer Freude und Dankbarkeit führt. Das Cover ich absolut passend zum Roman, festhalten wollen und nicht können, die Suche, im dunkeln tappen und die Weite, die das ganze unfassbar macht, die Farben dezent gewählt und doch sehr passend zum Leben von Robert auf seiner Wahl-Insel. Dort lebt er Freiheit und Leichtigkeit, wie er sie zuvor nie gespürt hatte. Wirklich gut zusammen gefasst und absolut glaubwürdig. Auch der Titel des Buches ist sehr passend ausgesucht, die Schatten, die sich gegenseitig suchen, Menschen, die nicht ankommen dürfen und sicher gibt es hier auch Menschen, die nicht solch ein Glück wie die Geschwister in diesem Roman hatten. Traurig wie lange es überhaupt möglich war, diese Mauer aufrecht zu erhalten, die auch heute sicherlich noch viele Menschen begleitet. So etwas darf niemals wieder entstehen! Das Buch erhält 5 von 5 Sternen von mir!

Bewertung vom 08.11.2020
Ein Sommer in Cassis (eBook, ePUB)
Berg, Peter

Ein Sommer in Cassis (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ich durfte Jens Schneider in den Urlaub nach Cassis begleiten, was für eine wunderbare Reise, die für den Kriminalhauptkommissar leider nicht ganz Urlaub bleiben wird.
Der Roman beginnt sogleich mit der Bergung einer Leiche, beobachtet von Jens Schneider beim Frühstück auf der Hotelterrasse. Die junge Frau, Isabelle, die ihm jeden Morgen das gleiche Frühstück brachte, immer fröhlich, immer gut drauf und immer für einen kleinen Flirt zu haben. Somit ist man gleich in der Geschichte mittendrin und es ist alles so detailgetreu beschrieben, das man das Gefühl hat, direkt vor Ort zu sein, die einzelnen Protagonisten zu beobachten, und geschockt zu sein, über diese Tat, in diesem malerischen Ort an der Calanque-Küste in Frankreich. Ist dieser tragische Unglücksfall tatsächlich Selbstmord? Wie die Polizei es darstellt? Oder geschah hier mehr hinter den Kulissen, ein furchtbarer Mord?
Ich fühlte mich in diesem Roman sofort sehr gut aufgehoben, Spannung pur, wie in den Bann gezogen, und es wurde zu keiner Zeit langweilig, ganz im Gegenteil, ein sehr gelungenes Werk, das mich zudem sehr zum nachdenken angeregt hat. Eine Liebe, die das Leben verändert mit ein paar holperigen Zwischengedanken. Gefahren, denen nur knapp entkommen wird und einem zwielichtigen Milieu, durch das etwas aufgedeckt wird.
Unglaublich wie man so unterschiedliche Protagonisten und Situationen sowie Urlaubsgefühle miteinander in einem Buch kombinieren kann. Von der ersten Seite und vom ersten Mord an, war ich absolut begeistert! Eine unglaubliche Verstrickung von Menschen, die harmlos sind und auch wieder nicht, wobei man manchmal eine falsche Spur erwischt:-)
Dieses Buch macht den Anschein, als hätte der Autor diese Reise selber angetreten, sowie alle Situationen und Momente persönlich erlebt. Der leichte Schreibstil macht es einfach, die Seiten nur so durchzulaufen und einzuatmen, ja ich denke, das ist das richtige Wort. Ich als Leserin war so gefesselt, das ich alles um mich herum vergessen habe, daher hat mich dieses Buch auch so sehr zum nachdenken gebracht. Die wirklich gut eingebrachten Tagebucheinträge des Hauptprotagonisten, die Überlegungen, sein Leben ändern zu wollen, sich zu fragen, ob dies tatsächlich das eigene Leben ist, welches man leben möchte, oder ob es vielleicht noch mehr gibt, als Mörder suchen, zu finden oder sich unbeliebt machen, bei denen die der Polizei nicht gut gesonnen sind? Ich habe für mich als Leserin aus diesem Buch unter anderem auch noch mitgenommen, einmal über das eigene Leben nachzudenken und zu hinterfragen, ob das was ich tue, wirklich dem entspricht was ich möchte? Ist es das? Oder möchte ich vielleicht ganz andere Dinge machen, außer dem Beruf, den ich ausübe und diejenigen Dinge die ich privat unternehme? Gibt es vielleicht noch viel mehr, das ich aus meinem Leben machen möchte? Habe ich den Mut Dinge zu ändern? Ich denke auch das möchte uns der Autor mit auf den Weg geben, sich selber einmal zu hinterfragen und sich selbst gegenüber ehrlich zu sein! Und nicht immer drumherum zu denken, reden oder sich selber belügen, das klappt nämlich oftmals ziemlich gut. Das steht für mich zwischen den Zeilen und in manchen Buchseiten gut in den Krimi mit eingebracht.
Das Buch ist in irgendeiner Form auch eine Reise zu sich selbst, vielleicht für den Autor Peter Berg, in jedem Fall aber für die Leser, unglaublich gut mit einem Krimi zusammen gebracht!
Ein absolut lesenswertes sowie empfehlenswertes Buch, das unbedingt die Welt bereisen muss! 5 von 5 Sternen gebe ich super gerne, am liebsten noch viele Sterne mehr, ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und auch vieles über mich selber lernen dürfen!

Bewertung vom 19.09.2020
Das Think Like a Monk-Prinzip
Shetty, Jay

Das Think Like a Monk-Prinzip


ausgezeichnet

Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Viele Lebenshinweise kenne ich schon und lebe sie auch, nur mit den Entscheidungen hapert es manchmal.Ein Londoner der sich entschließt als Mönch zu leben und zu lernen, aufgrund einer inneren Eingebung, durch einen Vortrag des Mönches Gauranga Das, hat er das Gefühl, gefunden zu haben, was er ursprünglich gar nicht gesucht hat. Ich habe mich sehr oft in Jay ´s Leben wieder gefunden, nicht ganz so extrem, ich habe auch nicht als Mönch gelebt und doch weiß ich die kleinen Dinge zu schätzen, die das Leben uns zu bieten hat. Das Leben ist ein wunderbares Dasein, das viele Menschen viel zu wenig zu schätzen wissen und Jay möchte hier dem Leser, den wahren Sinn, die Ruhe, Gelassenheit mit an die Hand geben, wie einfach es ist glücklich zu sein, was viele Menschen verlernt haben. Das nicht materielle Dinge unser Leben ausmachen, sondern das Innere eines Menschen, Mitgefühl und Liebe und das eigene Selbst zu entdecken, die innere Stimme, ich nenne sie auch das innere Kind. Die Menschen haben durch das schnelllebige heutzutage und den Stress, sich selbst und die wahre Bestimmung, den Sinn des eigenen Daseins verloren. Er hat das so wundervoll in ein Buch, für mich schon eine
Geschichte, gepackt, das man merkt, wie eins er mit sich selber ist. Man sieht es auch schon auf dem Cover, die Augen, die leuchten, das ganze Gesicht wirkt und zeigt eine wahre Gelassenheit, Ruhe und Wohlgefühl, man kann sich in seiner Gegenwart ganz bestimmt wohl und aufgehoben fühlen. Das hat man leider nur bei sehr wenigen Menschen heutzutage.
Die einzelnen Aufgaben im Buch sind sehr lehrreich, wenn auch ich persönlich bereits sehr viel von Jay ´s Leben übernommen habe, ganz so Eins wie er mit sich ist, bin ich noch nicht mit mir, und es ist sehr interessant was letztendlich bei vielen Aufgaben am Ende heraus kommt, ist zumindest bei mir, immer dasselbe:-)
Hat jedenfalls denselben Gedankengang und das anregen genau hierüber nachzudenken, möchte Jay uns wohl auf unseren Weg mitgeben.
Jay möchte ebenfalls dem Leser nahe bringen, das wir ein Leben in Frieden leben sollen, alle Menschen sind letztendlich gleich, es gibt keine Unterschiede, egal welche Hautfarbe, welcher Nationalität man entspricht, das sagt doch alles überhaupt nichts über den einzelnen Menschen aus, Mitgefühl sollte man leben, Dankbarkeit, das ist unendlich wichtig, jeden Tag DANKE zu sagen, für die Dinge die man am Tag erlebt hat. Und es liegt bei jedem selber, wie viel er positives erlebt, einfach mal ein Lächeln im Gesicht zu haben, das alleine macht den Tag schon leichter, ich weiß das und ich verstehe die Botschaft des Autoren hier ganz besonders! Es ist tatsächlich so, wieso können wir uns nicht einfach über eine Blume, einen Schmetterling oder ein Eichhörnchen freuen, das inne hält, um uns zu beobachten? So schön, so einfach,
und so beruhigend. Ich schon, glücklicherweise und wie mir scheint der Autor kann es auch!
Der Autor möchte alle Menschen in diese Lebensweise, in diese Ruhe bringen, und die Mönche im Ashram hatten absolut Recht, er ist dafür wie gemacht!!!
Ein rundum tolles, sehr lehrreiches Buch, wobei es die Einfachheit der Erklärungen und die Aufgaben sowie der wunderbar, leichte Schreibstil es dem Leser sehr gut nahe bringt, was uns Jay sagen möchte. Er appelliert an die Menschen, um Licht und Frieden in die Welt zu bringen, Ruhe & Gelassenheit, sowie die Erkenntnis des einzelnen, das jeder für sich unglaublich wichtig ist für unseren Erdball.
Ein toller Mensch, ein tolles Buch und absolut verdiente 5 Sterne von mir, wenn ich könnte würde ich ihm 100000 dafür geben!
Danke für dieses tolle Werk und danke dem Rowohlt Verlag ein so wunderbares Buch zu veröffentlichen! Gerne noch mehr davon!!!!

Bewertung vom 18.09.2020
»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen« (eBook, ePUB)
Schörle, Martin

»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen« (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Theater Theater, der Vorhang geht auf .... von Katja Ebstein, das Buch hat mich wieder an dieses Lied erinnert.
Es ist nicht so, das ich eine große Theater - Gängerin bin, aber dieses wunderbare Buch hat mich doch wieder daran erinnert, wie schön es im Grunde ist und hat mich absolut in den Bann gezogen.
Martin Schörle, hat hier zu aller erst mit dem Cover ein tolles Bild geschaffen, wie gemacht, oder besser gesagt, wie passend, zum Beruf des Beamten. Alleine das Gesicht von Herrn Fredenbek lässt auf eine gute Geschichte hoffen:-) Und das ist sie, Herr Fredenbek, genau wie man sich einen Beamten vorstellt, unglaublich gut zum Cover in Einklang gebracht und beschrieben. Ich hatte tatsächlich das Gefühl "im Theater" zu sitzen und live dabei zu sein. Eine tolle Idee, Theater zum Buch/Roman, zu machen und für meine Begriffe ziemlich gut umgesetzt. Herr Fredenbek ist so ein typisch alteingesessener Beamter, ganz und gar "eingefahren" in
"seinem System". Der Autor schafft es hier tatsächlich ein tägliches Beamten-Dasein, unglaublich witzig zu erzählen und den Leser in eine andere Welt zu versetzen! Ich habe oftmals so herzlich lachen müssen,
das meine Kollegen/Kolleginnen sich umdrehten und fragten, na liest du wieder:-)
Ein Beamter, der ganz und gar in seinem "Beruf" aufgeht, alles um sich herum vergisst und verdrängt und teilweise so herrlich sarkastisch und "dröge" erzählt, ich habe mich so sehr im Theater aufgehoben
gefühlt und mitleiden dürfen, ganz besonders als Mary Fredenbek zu Paolo nach Italien zieht, das hat dann dem ganzen noch ein I -Tüpfelchen aufgesetzt und man hatte nicht das Gefühl, das Hans hier sehr traurig oder
überrascht war. Einfach alles in allem stimmig. Der leichte und sehr besondere Schreibstil hat das ganze abgerundet und dem Leser einfach gemacht die Seiten nur so zu überfliegen und trotzdem alles "mit zu bekommen". Alleine der Name Hans Fredenbek ist schon eines Rezensionssternes würdig:-)!!!
Das zweite Theaterstück handelt im Grunde hauptsächlich von 2 Protagonisten, nämlich Marina & Carsten, zweier Schul-Verliebte, die nach Jahren ein langes Telefonat führen, aufgrund des geplanten Klassentreffens, welches Carsten mit organisiert. Ein Telefonat bei dem Erinnerungen hoch kommen, (verdrängte) Gefühle
wieder auftauchen, obwohl....na das müsst ihr schon selber lesen, zu viel zu verraten, wäre hier schade, denn dann braucht man das Theaterstück nicht zu lesen. Alles in allem hat mir dieses zweite Stück nicht ganz so gut
gefallen, da es für mich ein wenig eintönig rüber kam. Das heißt nicht, das die Geschichte schlecht ist, sie ist gut formuliert, es sind richtig gute Ideen mit eingebracht worden, z.B. die Dame im Nebenteil des Zuges, nur
stelle ich mir dieses Telefonat als Theaterstück besser vor, als wenn ich es hier lese. Alles in allem gefällt mir das Buch und seine Umsetzung sehr gut, daher gebe ich hier gerne 5 Sterne von 5, denn auch wenn Teil II mir nicht so gut gefällt, bedeutet das nicht, das er nicht gut ist. Er ist sehr originell geschrieben und es hat sicherlich viel Ideen und Überlegungen gebraucht, das so in Zusammenhang zu bringen.

Herr Schörle, richtig gut gemacht, eine tolle Idee, ein tolles Buch, Theater mal ganz anders" Man hat das Gefühl, das der Autor ein begnadeter Theater-Gänger ist, sonst kann man doch so nicht schreiben:-) Ich bin sehr dankbar dieses Buch gelesen haben zu dürfen und gebe es gerne zum lesen an Interessierte weiter, so das es den Weg irgendwann wieder zu mir zurück findet, denn ich bin sicher, ich werde es in absehbarer Zeit noch einmal lesen, denn trotz allem, werde ich sicherlich noch ein paar weitere Eindrücke sammeln dürfen!
In jedem Fall absolut empfehlenswert!!!!

Bewertung vom 02.08.2020
Sieh hinter die Wolken! (eBook, ePUB)
Hagedorn, Ute Heymann gen.

Sieh hinter die Wolken! (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ute Heymann gen. Hagedorn hat hier ein kleines Büchlein mit sehr großem Wert geschaffen.
Geschichten werden erzählt, die wir im täglichen Leben erfahren dürfen und so manches
Mal mit einem Schmunzeln abtun:-) Ich liebe diese kleinen Geschichten, die es auf den
Punkt bringen, die jeder einzelne von uns lesen, und erleben darf. Es sind schöne Geschichten
für zwischendurch, für den Urlaub, für die Terrasse zum abschalten oder auch für die
Mittagspause:-) Meine KollegInnen haben immer mit mir gelacht und geschmunzelt, obwohl
sie die Geschichten nicht kannten oder mit gelesen haben.
Das Cover passt unglaublich gut zum Inhalt des Buches, einfach verständlich und farblich
sehr positiv abgestimmt! Statt "Sieh hinter die Wolken" könnte man auch sagen
"Schau genauer hin" und urteile nicht ohne zu wissen.
Der sehr leichte und einfach verständliche Schreibstil macht immer mehr Lust auf das
lesen der Geschichten, man ist immer wieder neugierig was als nächstes kommt:-)
Zudem jede für sich eigenständig und sinnig ist! Ganz toll gemacht!
Auch sehe ich, und lese einen Sinn aus den Geschichten heraus, die Autorin gibt uns
viele Denkanstöße und viele Tipps mit auf den Weg. So z.B. darf man nicht urteilen, über
Menschen, die man gar nicht kennt, Situationen nicht beurteilen, von denen man überhaupt
nichts weiß und sie hat mit allem Recht! Es immer schön, aus Büchern Dinge und Informationen
mit zu nehmen, die einem im Leben gut tun und die den Leser/die Leserin
"hinter die Fassade" schauen lassen. Lebensweisheiten, versteckt hinter Geschichten,
wunderbar in Einklang gebracht und gut "verpackt"!
Man sollte auch immer auf sich selber schauen, wenn ein Gegenüber sich
nicht gerade so verhält, wie man es sich wünscht! Das funktioniert nicht, und manchmal
ist man es selber, der dieses Verhalten hervorruft, klingt vielleicht komisch, ist aber so.
Oftmals ist eine Situation nicht so wie sie scheint!
Auch dies lese ich aus der einen oder anderen Geschichte heraus.
Ganz wunderbares, besonderes Buch, das sehr empfehlenswert ist und von mir
unbedingt 5 von 5 Sternen erhält! Ein tolles Geschenk zum weiter geben, lesenswert
für jedermann! Ob alt oder jung, das macht hier wirklich keinen Unterschied!
Vielen Dank an die Autorin für diese Bereicherung in meinem Leben!!!

Bewertung vom 29.05.2020
Sommerwinter
Moers, Jürgen

Sommerwinter


ausgezeichnet

Als ich dieses Buch in die Hand bekam, da musste ich beim aufschlagen schon das erste Mal schmunzeln:-) Nämlich bei den Namen, eine Protagonistin heißt Fedelinde:-) Ich musste sogleich an Federweißer denken und ob ihre Eltern wohl den gleichen bei der Zeugung getrunken hatten?:-) Nein im Ernst, es fing gleich richtig gut an. Der Autor stellt als erstes alle seine Protagonisten vor, was ich richtig gut gelungen finde, da man eine genaue Vorstellung als Leser bekommt von den einzelnen Personen, deren Alter und Gebrechen:-) Gemeinsam wohnen Fedelinde & Erwin, Maria & Rolli, Heinz und Dieter in einer Alten-WG in Castrop Rauxel in einem großen Haus. Sie verstehen sich unglaublich gut und machen alles miteinander und sind immer füreinander da! Alle, außer Heinz verbringen jedes Jahr die Winterzeit auf Lanzarote, um dem kalten und ungemütlichen Wetter in Deutschland zu entgehen und um viele Bekannte, die ebenfalls dort "überwintern" zu treffen. Heinz hat leider Flugangst, allerdings rundet Rolli bald und wird 70 und dazu noch auf Lanzarote. Heinz hat keine Chance und muss einfliegen:-)!
Dieser Roman ist wirklich zum schießen, man kann so oft herzhaft lachen und die alten "Leutchen" beschmunzeln. Es werden viele Details auf Lanzarote erzählt und die 5 Rentner sind wirklich für jeden Spaß zu haben. Es ist so typisch "Touri´s" im Urlaub, der hier jedes Jahr zwar länger dauert, aber es ist so erfrischend erzählt, das man ein Gefühl vom Rentner Leben auf einer spanischen Insel bekommt. Es ist genauso erzählt, wie es tatsächlich ist und das macht das ganze herrlich entspannend, man darf abschalten und der Leser taucht hier in eine Welt ein und vergisst alles um sich herum. Es ist spannend und witzig, absolut einmalig und, ich bin sicher, aus "nächster Nähe" geschrieben, als ob der Autor hier alles selbst erlebt hätte:-) Typisch Ruhrpottler on Tour:-) Alle Sehenswürdigkeiten müssen Heinz nahe gebracht werden und die Erzählungen sind einfach herrlich! Als Weihnachten naht, kommt hier so gar keine Stimmung dafür auf, unsere 6 Rentner wollen einfach nur abschalten, allerdings geht es nicht ohne Kartoffelsalat und Würstchen und Helene Fischer ist genauso ein Muss*lach*, so widersprüchlich und doch so normal.
Durch den leichten Schreibstil kommt der Leser sehr schnell in die Geschichte hinein und ist ganz schnell mitten drin! Herrlich einfach und gut zu lesen, eine tolle Idee bei einer Rentner-WG beim überwintern auf Lanzarote hinter die Kulissen zu schauen! Ein Buch das man einfach lesen muss, ich hatte so viel Spaß dabei und meine Nachbarn dachten sicherlich das eine oder andere Mal, was ich da bloß im Garten los:-) Gefragt hat keiner, erzählt habe ich es trotzdem:-) Dieses Buch bekommt 5 von 5 Sternen von mir, da es unbedingt ganz viele Leser bekommen muss, es ist tatsächlich etwas für jedermann, für den Strand, den Garten oder einfach auch für zwischendurch, man kann abschalten, dem Alltagstrott entfliehen und es geht einem tierisch gut dabei!!!
Ganz klare Leseempfehlung und ein tolles Geschenk!!! Vielen Dank an dieser Stelle an den Autoren, das er so ein wunderbares Werk geschaffen hat! Hier waren sicherlich viele Recherchen und Besuche der einzelnen Touristen-Orte nötig, um an solch detaillierte Hintergrundinformationen zu kommen. Mit Bravour auch das Cover passend zur Geschichte, vollkommen in Einklang gebracht! Alleine das Cover macht schon Lust auf die Geschichte!

Bewertung vom 25.04.2020
Der Klang des Herzens
Moyes, Jojo

Der Klang des Herzens


ausgezeichnet

Schon als ich das Buch in den Händen hielt wusste ich wie gut es sein wird dieses zu lesen. Das Cover so einladend zur Ruhe zu kommen, sich in die Dunkelheit zu stellen, vom Mondlicht angestrahlt, und hunderttausend Sterne über mir, allein bei diesem Gedanken wurde mir warm ums Herz:-)
Der Verlust über den Mann und die Erkenntnis Ihrer Situation lässt Isabel Delancey über Ihr Leben nachdenken und Veränderungen. Sie nimmt das Erbe auf dem Land ihres Großonkels, der verstorben ist, an und zieht mit ihren Kindern auf das Anwesen, wo sie allerdings feststellen muss, das alles nicht so ist wie es zu sein scheint.
Hier beginnt nun eine Erzählung von den unterschiedlichsten Protagonisten, von Menschen, die es gut mit Isabel meinen und genauso von Menschen, die falsch, intrigant und hinterrücks sind. All dies muss unsere Hauptprotagonistin nun ertragen und wird soweit in die Ecke gedrängt, das sie fast alles verliert.
Jojo Moyes hat es auch mit diesem Buch, welches eine überarbeitete Neuausgabe von 2010 ist, auch wieder geschafft, mich als Leserin vollkommen in allen Details zu überzeugen! Das Buch ist in leichtem Schreibstil, sehr spannend und absolut fesselnd geschrieben und die einzelnen Protagonisten so detailgetreu erzählt, das man glaubt sie vor sich zu sehen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da immer wieder Spannung eingebracht wurde, und ich unbedingt wissen musste, wie es weiter geht:-) Die einzelnen Kapitel in sich abschließend und immer wieder wechselnd erzählt, mit Sprüngen, die aber sehr einfach zu kombinieren sind, macht das ganze besonders interessant. Es ist zu keiner Zeit langweilig und man lacht, weint und leidet einfach mit. Das Cover ist absolut stimmig mit der Geschichte, wenn Isabel abends im Mondschein Geige zu spielen beginnt, bekommt man eine Gänsehaut, ja, auch als Leser, denn es ist so einfühlsam beschrieben, als würde die Welt gerade still stehen, alle Tiere des Waldes vor Ehrfurcht zuhören und die ehrlichen Menschen ansprechen. Unglaublich wie man so eine wunderbare Geschichte, die sehr emotional und mit Liebe geschrieben wurde, in Zeilen fassen kann. Auch hier hat Jojo Moyes es wieder geschafft mich in den Bann ihres Buches zu ziehen, von der ersten Zeile an, es wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig und man hatte tatsächlich auch das Gefühl vor Ort dabei zu sein. Ich stelle mir das so vor, als wäre ich eine kleine Maus unter dem Tisch oder als Leser auf dem Dachboden:-) Das Buch erzählt vom kleinen Glück, der großen Liebe und vertanen Zeiten, von Erwachen, Zusammenhalt & Zusammengehörigkeit, von Trauer & Wut, hier sind im Grunde alle Emotionen in eine Geschichte phänomenal verpackt, nicht übertrieben, jedoch so, wie es im wirklichen Leben tatsächlich passieren könnte und wie viele das Leben so erleben müssen und dürfen. Freundschaft und Familie sind hier letztendlich auch groß geschrieben, dies dürfen die Protagonisten, wie auch der Leser lernen. Ein Apell an die Welt, doch die wichtigen Dinge im Leben nicht als selbstverständlich zu nehmen!
Ein absolut lesenswertes und empfehlenswertes Buch, 5 von 5 Sternen vergebe ich hier, gerne mehr, doch das ist ja nicht möglich:-)
Mein Herzensbuch, das ich gerne weiter empfehlen werde und auch eines, das ich sicherlich noch einmal später lesen werde!!!!

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.04.2020
Eulennacht - In den Bäumen von Redmoor
Rahlff, Ruth

Eulennacht - In den Bäumen von Redmoor


ausgezeichnet

Bereits das Cover dieses wunderbaren Buches hat mich sofort angesprochen, ich liebe Eulen, Käuzchen und habe diese auch in meinem eigenen Garten, trotz Katzen:-) Die Geschichte hat mich vom ersten Moment an in den Bann gezogen und mich in allen Teilen absolut überzeugt! Ruby, die bisher ein sehr ruheloses Leben, bedingt durch die oft wechselnde Arbeit der Eltern, darf nun Ferien, bei ihrem geliebten Onkel Leo in Redmoor Garden, verbringen. Sie ist ganz aufgeregt und hofft eine schöne Zeit mit ihm dort erleben zu dürfen. Doch auch Leo hat viel zu tun, mit dem riesengroßen Garten, der schon an ein Paradies erinnert, jedoch an vielen Ecken und Enden, sehr verwildert und herunter gekommen ist. Leider fehlt der Besitzerin Nicola ebenso an allen Ecken und Enden das Geld zur Wiederherrichtung in einen Naturpark, der von Touristen besucht werden darf. Mit vereinten Kräften wollen sie es aber versuchen, das frühere romantische Paradies wieder her zu stellen. Wäre da nicht noch Carl, der Neffe von Nicola, mit seinen ach so tollen Ideen und Veränderungen, der glaubt was die Menschen sehen wollen und schafft es auch immer wieder seine Tante davon zu überzeugen. Doch letztendlich öffnen allen die Eulen endlich die Augen, denn diese greifen die Menschen an, was sehr untypisch ist und absolut nicht normal. Ruby & Paul, Enkel, der ehemaligen Gärtnerin , lösen das Geheimnis um die Aggressivität der Eulen und auch am Ende das Rätsel um Carl. Die Autorin hat hier ein wirklich wunderbares Werk geschaffen, welches an keiner Stelle langweilig ist, ganz im Gegenteil, ich hatte große Probleme dieses Buch aus den Händen zu legen. Der leichte und flüssige Schreibstil hat es mir, als Leserin sehr einfach gemacht und ich bin absolut begeistert von diesem Roman. Was den "Redmoor Garden" besonders hervor hebt, ist die detaillierte Beschreibung der einzelnen Ecken und besonderen Merkmale, z.B. die Baumkönigin oder Paul´ s Baumhaus, der kleine Spencer, der mir sehr ans Herz gewachsen ist:-) Die Karten vorne und hinten im Buch machen das ganze sehr mystisch und man wird als Leser sehr neugierig:-) Alles in allem sind die Protagonisten sehr stimmig in sich und passen untereinander sehr gut zusammen, es kristallisiert sich auch sehr schnell heraus, wer hier Gutes möchte und wer eher nicht, doch das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich habe das Buch vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen, als ich es in der Hand halten durfte, das absolut tolle Cover, die Eule, und was ich auch sehr schön finde, das die einzelnen Kapitel, die sehr kurz, aber absolut in sich abgeschlossen sind, entweder eine Eule als Kennzeichnung haben oder eines der Blätter vom Buchrücken, eine schöne Idee, die bei mir als Leserin besonders gut ankam. Die einzelnen Kapitel sind von der Länge her absolut ausreichend, und machten die Geschichte zudem noch spannender, da man meist im neuen Kapitel zuerst wieder einen anderen Ansatz zu lesen bekam:-) Es sind so viele Kleinigkeiten, wie auch die Postkarte an der Wunschweide für Ruby oder die Grotte und das Buchsbaum Labyrinth. Alles ist so wunderbar beschrieben, als wäre man selbst vor Ort, ich konnte mit den einzelnen Protagonisten/innen mit leben, leiden und mich freuen, hatte "Schiss" im Dunkeln auf der Suche nach dem Geheimnis, das die Eulen umgibt und auch einer der Personen aus dem Buch, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, lest selbst! Ich kann und muss dieses Buch unbedingt weiter empfehlen, es ist so was von lesenswert, das ich auch unbedingt 5 von 5 Sternen vergeben möchte! Die Autorin hat meiner Meinung nach mit dieser Geschichte, diesem Roman alles richtig gemacht, viele Dinge hervor gehoben, die ihr wichtig erschienen und alles in allem sehr passend! Vielen Dank für dieses wirklich einmalige Buch, das ich sicherlich irgendwann noch einmal lesen werde, nämlich dann wenn die Erinnerung ein wenig verblasst ist:-) Absolut lesenswert!

Bewertung vom 22.03.2020
Die Schriftstellerin
Moers, Edelgard

Die Schriftstellerin


ausgezeichnet

Ein kleiner Ort in Westfalen an der Lippe im 19. Jahrhundert, ein Dorf, so wie wir es von jeher kennen, zu einer Zeit, in der die Frauen noch nicht alle Rechte besaßen und für vieles verurteilt, bzw. gemieden wurden. Ein wunderbarer, historischer Roman, der von Maria, einer jungen Witwe handelt, die es im Blut hat zu schreiben, ob Gedichte oder Romane, die Ideen, die sie niederschreibt, sind interessant und sehr lesenswert, eine Gruppe von Frauen, ein literarischer Kreis, der sich "heimlich" trifft, um über gute Literatur, auch von Frauen, zu diskutieren und Marias Texte zu hören und zu lesen bekommen.
Dies alles geschieht in einer Zeit, die von Krankheiten wie schwerer Influenza (Grippe) und Cholera überschattet wurde. Viele Menschen, Jugendliche & Kinder starben, eine traurige Zeit und doch ließen sich die Menschen nicht unterkriegen und es wurde untereinander geholfen soweit und so viel als möglich.
Die Autorin Edelgard Moers versteht es hier sehr gut die Geschichte von Maria Lenzen geb. Sebregondi, einer deutschen Schriftstellerin, von 1814 bis 1882 in Westfalen gelebt, und sich den Namen als Schriftstellerin gemacht hat. Diese hat mit vielen Widerständen zu kämpfen, wurde gemieden und beschimpft, nur weil sie es als Frau gewagt hat, eine Feder in die Hand zu nehmen und zu schreiben.
Gedichte, Romane und Texte. Dies zeugte eher von Neid und nicht gönnen, als das sie die Autorin selber nicht mochten, es war nur sehr außergewöhnlich und ein Verhalten, welches als nicht schickhaft galt. Glücklicherweise gab es ebenso Menschen die hinter ihr standen, sowie ihr Vater und Schwiegervater, ihres leider viel zu früh verstorbenen Mannes.
Man fühlt sich den einzelnen Protagonisten in diesem Roman sehr nahe, da sie sehr detailgetreu beschrieben sind und besonders die Familie Sebregondi viel Harmonie und Familienzusammengehörigkeit wieder spiegelt. Es ist schön im Kreise einer Talgkerze am Abend zusammen zu sitzen, gemeinsam mit der Familie und einfach beisammen zu sein, vom Tag zu berichten und gemeinsam ihr Schicksal zu tragen. Denn auch Familie Sebregondi hatte schweres Schicksal zu tragen und gab doch niemals auf!
Man spürt hier als Leser sehr die Zusammengehörigkeit und Hilfsbereitschaft untereinander, die Kraft sich gegenseitig zu stützen und Halt zu geben, die frühere Zeit wurde hier sehr schön in dem Roman mit den einzelnen Protagonisten in Einklang gebracht und wert geschätzt, ich hatte als Leserin das Gefühl, Maria sollte viel Wertschätzung und Unterstützung erhalten und es wird veranschaulicht wie sehr das Leid den Menschen durch dieses Jahrhundert begleitet hat, wie viele Verluste die Familien ertragen mussten und doch trotzdem nicht aufgaben.
Ich fühlte mich als Leserin hier sehr aufgehoben, ich durfte viele Hintergründe und soziale Aspekte aus der damaligen Zeit lernen, die mir noch nicht wirklich so bewußt waren. Ich habe eine tolle Familie kennen lernen dürfen und ich bin sicher die Recherchen zu diesem Buch waren sicherlich sehr zeitaufwendig, umso mehr schätze ich die Roman, der zudem noch von einem Ort und mehreren Orten in meiner Umgebung erzählen. Es ist schön über viele Dinge zu lesen, die man kennt, aber das ist hier tatsächlich überhaupt nicht ausschlaggebend!
Auch die Orte, die Begegnungen sowie die Umgebung werden so detailgetreu erzählt, das man den Eindruck hat vor Ort dabei zu sein und das macht ein richtig gutes Buch aus!
Hier passt tatsächlich alles zusammen und mir hat auch sehr gut gefallen, das am Ende die historischen Personen einzeln mit den jeweiligen Jahresdaten aufgeführt werden, sowie deren Familienzugehörigkeit und teils Berufsstand. Man kann hier die einzelnen Protagonisten noch einmal Revue passieren lassen und die jeweilige Zusammengehörigkeit aufarbeiten. Sehr gute Idee!

Bewertung vom 22.03.2020
NOAMI - Eine Reise nach Jerusalem
Berg, Peter

NOAMI - Eine Reise nach Jerusalem


ausgezeichnet

Joachim reist nach Jerusalem, im März 1996, nachdem die schrecklichen Selbstmordattentate verübt worden waren. Er möchte sich ein eigenes Bild von der Lage machen, gleichzeitig scheint es eine Flucht vor der Vergangenheit zu sein, da sich Eva, seine langjährige Freundin von ihm getrennt hat,
mit der er ursprünglich diese Reise gerne antreten wollte. Gleich am Flughafen lernt er Leila, eine Palästinenserin kennen, die ihm gleich sympathisch ist sowie eine gewisse Anziehungskraft für ihn hat. Außerdem trifft er auf NOAMI, die er kennen lernen und lieben lernen darf. NOAMI zeigt Joachim ihr Land, die Gedenkstätten, die Zeichen, die gesetzt sind, um an die schrecklichen Morde und die Juden Verfolgung zu erinnern und erklärt, wie sehr sie betroffen ist, von den ganzen Auseinandersetzungen, dem Holocaust, und den gesamten politischen Geschehnissen in Palästina, die bis heute die Menschen sehr einschränken und in Atem halten. Die Ungerechtigkeiten und Morde, die sie außerdem sehr traurig machen. Joachim fühlt sich hier teilweise sehr angegriffen und es entsteht eine kleine Kluft zwischen den Beiden, sowie auch der Vater und die Familie diese Freundschaft nicht besonders gut heißen und es lieber anders sehen würden. Trotzdem nehmen sie Joachim herzlich auf und geben ihm das Gefühl willkommen zu sein, eine wahre Stärke, wie ich finde, die der Autor hier besonders gut an den Leser heran gebracht hat. Dieses Buch ist eine wahre Bereicherung für den Leser! Ich persönlich hatte das Gefühl durch Joachim mit dem Autoren auf die Reise nach Jerusalem zu gehen, Leila, Noami, Ihre Familie und all die Menschen dort real kennen zu lernen. Der Autor hat es hier absolut verstanden die Geschichte mit einem wunderbaren fiktiven Roman zu verknüpfen, so das man den Eindruck bekommt, all dies ist tatsächlich passiert und man selbst ist mittendrin. Einfach unglaublich, wieviel man hier auch Leser noch lernen darf, über den Holocaust, über die Juden Verfolgung und Ermordung, über die Ausschreitungen und die Einschränkungen, die bis zum heutigen Tage anhalten. Vieles war mir tatsächlich so nicht bewusst und ich bin sehr dankbar mit diesen Roman darüber gelernt haben zu dürfen. Die einzelnen Protagonisten sind hier sehr real beschrieben, so wie Eva, Joachims Verflossene, die ich von Anfang an im Grunde überhaupt nicht leiden mochte, Leila, die mir sehr sympathisch vorkam, bei der ich tatsächlich das Gefühl hatte, sie würde mich anlächeln und mir erzählen, und bei Noami, die sehr auf den Geschehnissen herum "getrampelt" ist, Joachim alles gezeigt hat, und ich das Gefühl hatte, das sie trotz ihrer Gefühle zu ihm, auch der kleine Vorwurf da war, was seine Vorfahren in ihrem Land angerichtet haben. Noami wirkt sehr verletzt und auch dies hat der Autor sehr gut an den Leser heran getragen, man fühlt und leidet mit ihr, es ist unglaublich wie man selbst in dieser Geschichte zugegen ist. Ich war tatsächlich in Jerusalem, in der Gegend und habe alles mit angeschaut, da es so detailliert beschrieben ist, das man als Leser das Gefühl hat vor Ort zu sein und das ist es was ein gutes Buch ausmacht, Realität und Fiktivität in Einklang zu bringen, das hat der Autor hier mit Bravour geschafft und so richtig gut erzählt!
Eine Suche nach vielen Dingen, nach der verlorenen Liebe, nach den Wurzeln der Vorfahren und was diese verursacht haben, die Suche nach einem friedvollen Leben, einem Miteinander, Respekt und Freundlichkeit, die ja leider heutzutage sehr zu wünschen übrig lässt. Mich hat dieses Buch sehr zum nachdenken angeregt, da ich große Teile der Geschichte so detailliert nicht kannte und sehr dankbar für diese Informationen bin, somit bekommt man ein Hintergrund Wissen, welches auch notwendig ist, um Dinge in der heutigen Zeit und für sich selber sowie die Sichtweise zu ändern. Nur wir können heute in Menschlichkeit leben, anderen Respekt gegenüber aufbringen, mitfühlend sein und die Menschen einfach so nehmen wie sie sind!

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