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Benutzername: eulenmatz
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Bewertungen

Insgesamt 14 Bewertungen
12
Bewertung vom 14.06.2019
Fünf Tage in Paris
Rosnay, Tatiana de

Fünf Tage in Paris


gut

MEINUNG:
Fünf Tage in Paris ist geprägt von dem sinnflutartigen Regen, der in Paris bereits 1910 alles lahmgelegt hat. Der Regen und seine Folgen sind in diesem Buch allgegenwärtig und dementsprechend passt das Cover auch sehr gut. Es erinnert mich ein bisschen an die Stromausfälle in New York, denn auch in Paris herrscht absoluter Ausnahmezustand.

Mittendrin veranstaltet die Familie Malegarde ein Familientreffen anlässlich des Hochzeitstages der Eltern und des 70. Geburtstages von Paul. Im Gepäck haben die beiden Kinder, Tilia und Linden, auch jede Menge eigene Sorgen. Linden und Tilia sind die Kinder des Franzosen Paul und der Amerikanerin Lauren. Linden lebt als erfolgreicher Fotograf in San Francisco zusammen mit seinem Lebensgefährten. Tilia ist in zweiter Ehe mit einem Londoner Kunsthändler verheiratet, der eine Alkoholproblem hat. Oberflächlich betrachtet hat es zunächst den Anschein, dass alles in Ordnung sei, doch darunter schwelen so einige Konflikte und viel Unausgesprochenes.

Überschattet wird dies alles als Paul einen Schlaganfall erleidet und die familiäre Situation akkut in Schieflage gerät, denn Lauren erkrankt schwer an einer Lungenentzündung und Tilia schafft es nicht dem Vater im Krankenhaus beizustehen, also ist es an Linden die Familie zusammenzuhalten. Pauls Liebe zu Bäumen ist allgegenwärtig, auch in Lindens Kindheit. Lindens Homosexualität ist ein Fakt über den Vater und Sohn nicht gesprochen haben und der Linden sehr belastet, weil er schlicht und einfach an der Liebe von Paul zweifelt. Ich habe in einem Buch allerdings selten so eine tiefe Liebe erfahren, wie Linden sie zu seinem Lebensgefährten hegt. Obwohl dieser in der USA geblieben ist, ist er allgegenwärtig und Lindens Stütze in der Zeit, wo man nicht weiß, wie es mit Paul weiter geht.

Zwischen diesen Ereignissen gibt es immer wieder Einschübe eines Ich-Erzählers, der schnell als Paul identifiziert werden kann. Man spürt, dass irgendetwas in der Vergangenheit vorgefallen sein muss, dass Paul zu dem Menschen gemacht hat, der er ist. Paul spielt in diesem Buch eine große Rolle, auch wenn er eigentlich die ganze Zeit stumm ist. Pauls Liebe zu den Bäumen nimmt im Leben aller eine große Rolle ein. Der Schreibstil der Autorin ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn er enthält keine wirklichen Dialoge, sondern erzählt nur indirekt. Die Kapitel sind sehr lang und haben kaum Absätze. In dem doch recht schmalen Büchlein wird auch sehr viel gesagt, so dass man es nicht an einem Stück lesen kann. Man braucht hier Zeit, um es auf sich wirken zu lassen.

FAZIT:
Fünf Tage in Paris ist eine sehr intensive, wenn auch relativ ruhige Geschichte über eine Familie, die erst durch äußere Schicksalsschläge wirklich mal miteinander redet und so auch zueinander findet. Mir hat sich nur der Schluss nicht so richtig erschlossen.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 13.03.2019
Mein Jahr mit Dir
Whelan, Julia

Mein Jahr mit Dir


gut

Das Buch kam mir sehr gelegen, weil ich gerade ein Buch beendet hatte, wo die Protagonisten nach Oxford gehen wollten. Außerdem bin ich wirklich großer Liebhaber von England und Literatur, die dort spielt.

Mit Ella konnte ich mich zum Anfang sehr gut anfreunden. Sie ist eine junge Amerikanerin, die ein Rhodes-Stipendium für Oxford bekommen hat. Mir war dieses Stipendium bisher nicht bekannt, aber für Amerikaner muss es eine große Sache sein, denn darauf wird mehr als einmal "rumgeritten" bis es dann auch jeder Leser verstanden hat. Ella wird bei ihrer Ankunft dann auch gleich vom Mitarbeiter einer zukünftigen US-Präsidentin verpflichtet für sie zu arbeiten. Ihr Jahr in Oxford ist dafür kein Hindernis. Das fand ich alles enorm sympathisch. Ella findet auch sehr schnell Anschluss zu drei sympathischen, typisch britischen jungen Komilitonen: Maggie, Tom und Charlie, die Ella unter ihre Fittiche nehmen.

In ihrer ersten Vorlesung trifft Ella auf Jamie, dem sie vorher bereits in einem Fisch & Chips Restaurant begegnet ist und von dem sie einen ganz furchtbaren ersten Eindruck hatte. Auch wenn diese erste Begegnung nicht von Erfolg gekrönt war, sprang der Funke zwischen den beiden aber dennoch über. Da Ella ein festes Rückreisedatum hat, vereinbaren beide, dass es nur eine lockere Affäre bleiben soll. Doch es entwickelt sich mehr und Ella hat den Eindruck, dass Jamie ihr etwas verheimlicht. Also ich habe das nicht voraus gesehen, was Jamies Geheimnis ist. Ellas Reaktion darauf fand ich absolut unterirdisch, weil sie scheinbar gar kein Mitgefühl aufbringen konnte, was an der Stelle einfach angebracht gewesen wäre. Vor allem passte das absolut nicht zu ihr. Mit dieser Wendung hatte mich das Buch verloren, weil hier einfach schon altbekannter Stoff nochmals aufgelegt wurde und mich die Geschichte, dann an sehr sehr bekanntes Buch erinnert hat.

Ich mochte an dem Buch sehr, dass man die Liebe zur Literatur fast auf jeder Seite gespürt hat. Jedes Kapitel begann mit einem Zitat, dass zum Inhalt des Kapitels passte. Die Autorin muss hier entweder sehr viel recherchiert oder selbst Literatur studiert haben. Mir als Vielleser gefiel das natürlich sehr, auch wenn das nicht so ganz meine Epoche war.

Fazit:
Mir gefiel das Buch bis die Wendung kam. Das Thema gibt es einfach zu häufig in Liebesromanen. Es ist eine bittersüße Liebesgeschichte, deren Ende offen wirkt, aber es dennoch nicht ist. Ich mochte das englische/ britische Setting und die Charaktere waren auch in Ordnung.

Bewertung vom 30.10.2018
Feinde
Saygin, Susanne

Feinde


ausgezeichnet

MEINUNG:
Can und seine Vorgesetzte Simone, Polizisten in Köln, werden zu einem Doppelmord zweier Roma auf einer Baustelle gerufen. Zunächst tappen beide völlig im Dunkeln, denn keiner will etwas wissen oder gesehen haben. Erst als ein Informant auspackt, kommen die beiden auf eine Spur, die auch für sie und ihre berufliche Laufbahn äußerst gefährlich werden kann.

Als ich den Thriller begonnen habe, hatte ich natürlich eine gewisse Ahnung, wohin das führen würde, aber mir war nicht klar, in was für menschliche Abgründe man schaut und dass sowas genau so in unserer Realität passiert. Natürlich hört man dieses und jenes in den Medien oder hat das eine oder andere dazu gelesen. Man merkt dem Buch sehr deutlich an, dass die Autorin hier viel Recherchearbeit reingesteckt hat. Sie liefert unfassbar viel Hintergrundwissen über die Strukturen der Roma bei uns und natürlich auch in ihren Herkunftsländern. Schon allein deswegen sollte man dieses Buch gelesen haben.

Schon nach den ersten 50 Seiten konnte ich das Buch nur schwer zur Seite legen. Die Handlung ist sehr dicht gepackt. Auch das Privatleben von Can spielt eine Rolle. Can hat seine damalige Freundin verloren. Man spürt, dass ihn das immer noch beschäftigt. Meistens empfinde ich das als störend, aber in der Regel schildern Autoren solche Dinge nicht ohne Grund. Auch die Beziehung zu seiner Mitbewohnerin ist ein essentieller Bestandteil für Can und für die Geschichte. Immer wieder bruchstückhaft erinnert sich Can an viele Ereignisse in der Vergangenheit. Anfangs habe ich da kein Muster drin erkannt, aber auch das hat alles seinen festen Plan.

Die Geschichte ist nichts für zarte Gemüter. Der Schreibstil ist häufig ziemlich grob, aber etwas anderes hätte hier auch nicht gepasst. Die Autorin nimmt uns auch virtuell durch Köln mit, auch wenn ich dort nur wenige Ecken kenne. Man spürt, dass sie von dort ist und sich dort gut auskennt. Gegen Ende spitzen sich die Ereignisse enorm zu. Minimaler Kritikpunkt ist für mich das trotzdem das Ende und die offenen Fragen.

FAZIT:
Für einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Vor allem die jahrelange Recherche merkt man dem Buch an und genau das macht es zu einem echten Geheimtipp. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, ich würde hier eher ein 700 Seiten starkes Buch lesen. Minimaler Kritikpunkt ist für mich das Ende und die offenen Fragen.
Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 17.07.2018
Opfermoor
Jansson, Susanne

Opfermoor


gut

Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste. Vor allem hatte mich das tolle mysteriös wirkende Cover angsprochen. Seit Henning Mankell bin genauso Fan von schwedischen Krimis und Spannungsromanen.

Ich habe relativ leicht in die Geschichte rein gefunden. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen. Es hätte für meinen Geschmack noch etwas atmosphärischer sein können. Da fehlte die ein oder andere Beschreibung, die das noch besser hätte unterstützen können. Die Story wird aus zwei Erzählperspektiven erzählt: Einmal taucht man immer wieder mit Natalie in die Vergangenheit und auf der anderen Seite begleitet der Leser Maya, die auch als Polizeifotografin tätig ist. Ich fand beide Frauen jetzt nicht sofort zugänglich, wobei mir Maya gleich besser gefallen hat. Der Fokus der Geschichte liegt ganz klar hier auf den beiden Frauen.

Die Spannung war gleich spürbar am Anfang, ließ dann aber leider nach im weiteren Verlauf der Geschichte, was ich schade fand. Das Buch nimmt einen relativ klassischen Verlauf und irgendwann habe ich auch geahnt, was dahinter steckt.

Fazit:
Definitv keine schlechte Unterhaltung und ein leicht zu lesender Spannungsroman, aber es gab einige Schwäche, welche das Buch zu einem Highlight gemacht hätten.

Bewertung vom 11.04.2018
From Scratch - Alles neu mit dir (eBook, ePUB)
Kade, Stacey

From Scratch - Alles neu mit dir (eBook, ePUB)


gut

MEINUNG:
From Scratch wurde gefühlt ewig verschoben. Es sollte eigentlich schon 2017 erscheinen, auch mit einem anderen Cover, wobei dieses wirklich wunderschön ist. Schade, dass der Verlag sich entschlossen hat, es erstmal nur als eBook herauszubringen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Amanda und Chase erzählt. Gleich im Prolog wird man mit Amandas Entführung bzw. deren Befreiung konfrontiert. Der Rest der Geschichte spielt 2 Jahre als später als Amanda und Chase sich auch im wirklichen Leben begegnen. Chase versucht karrieretechnisch wieder auf die Beine zu kommen und Amanda nutzt die Gelegenheit Chase zu begleiten, um endlich mal ihrer relativ übervorsorglichen Familie zu entkommen. Für beide an sich eine Win-Win-Situation.

Der Schreibstil von Stacey Kade ist sehr gefühlvoll. Generell liegt in dem über 500 Seiten starken Buch der Fokus auf den Gefühlen von und zwischen Chase und Amanda. Vor allem ist eine spannende Person, denn ich denke, dass die wenigstens beurteilen können, wie man mit so einer Entführung umgeht. Anfangs ist Amanda noch häufig von Panikattacken übermannt und versteckt sich im Schrank. Dennoch geht sie mit dem, was ihr passiert sehr offen und stellenweise sogar mit schwarzem Humor um, was der Stimmung des Buches zu Gute kommt. Amanda blüht aber dann zusehends auf und wagt sich recht über eigenen Grenzen hinaus, weil sie endlich selbst entscheiden kann, was sie tun möchte. Ob das jetzt zu schnell war, möchte ich gar nicht beurteilen wollen, weil Amandas Situation eben sehr besonders ist. Ich denke, dass ihre Familie, sie dort stark gebremst hat. Die Fürsorge und Vorsicht von ihrer Mutter ist schier grenzenlos, aber eben auch verständlich. Jeder aus ihrer Familie geht anders mit Amandas Entführung um. Doch eines haben sie gemeinsam: Alle sind von Schuldgefühlen geplagt.

Mit Chase konnte ich sehr wenig anfangen. Er wirkt eigentlich durchgehend sehr unsicher. Klar, in der Vergangenheit ist einiges passiert und er hat vielen Menschen in seinem Umfeld sehr weh getan. Er ist trockener Alkoholiker. Da kommt vieles zusammen. Er möchte ein anderer Mensch werden, aber gerät immer wieder in einen Strudel von Intrigen, die sein Job wohl so mit sich bringe. Denn auch andere wollen von seinem Ruhm profitieren.

Das Buch beginnt sehr stark, flacht dann aber in meinen Augen ab der Hälfte ab. Mein Problem mit dem Buch ist, dass mir hier einfach der Aufbau einer richtigen Handlung gefehlt hat. Es dreht sich sehr viel nur um Chase und Amanda und wie sie zusammenkommen. Natürlich ist es eine Liebesgeschichte, aber der Filmdreh bietet in meinen Augen eine sehr gute Background Story, die nicht richtig genutzt worden ist. Die Autorin streut auch immer wieder ein paar Aufreger ein, geht aber darüber dann relativ schnell wieder hinweg. Am Schluss kommt dann alles auf einmal und es werden wieder spontan Personen aus dem Hut gezaubert, die vorher nie erwähnt worden sind.

FAZIT:
Mit Amanda hat Stacey Kade hier eine wirklich außergewöhnliche Protagonistin geschaffen, deren Geschichte die Basis für eine gute Story bietet. Leider empfand ich die Umsetzung als nicht so ganz gelungen und hatte mir hier mehr versprochen. Gerne hätte auf dem doch relativ umfangreichen Buch ein bisschen Handlung sein können.

Bewertung vom 20.03.2018
Strafe (eBook, ePUB)
Schirach, Ferdinand von

Strafe (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

MEINUNG:
Ich habe von Ferdinand von Schirach alles gelesen und habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn es genauso aufgebaut, wie Schuld und Verbrechen. Es enthält zwölf Geschichte zum Thema Strafe, die alle sehr unterschiedlich sind.

Nach meiner Information handelt es sich im Gegensatz zu beiden genannten Bänden mit Ausnahme der letzten Story, um fiktive Geschichten, was ihnen aber in meinen Augen kein Abbruch tut. Mir ist das nicht aufgefallen. Von Schirach überzeugt wieder durch seine klare, nüchterne Sprache, die aber trotzdem ganz viele Emotionen transportiert und mich das eine oder andere Mal sprachlos zurückließ. Das Buch ist sehr schmal und die Schrift ist ziemlich groß, sodass man hier schnell durch ist. Dennoch habe ich versucht mir etwas Zeit zu lassen, damit die Geschichten ihre Wirkung voll entfalten können.

Nicht alle werden mir im Gedächtnis bleiben, aber einige regen stark zum Nachdenken an bzw. wirken manchmal ziemlich verstörend. Auch wenn es sich um fiktive Geschichten handelt, blieb für mich kein Zweifel, dass diese in der Realität genau so geschehen könnten. Sie wirkten oft, wie aus dem Leben gegriffen, wenn auch in Regionen, die von außen so erstmal nicht sichtbar sind. Gut gefällt mir auch immer wieder, dass von Schirach nicht urteilt, sondern sich eher als Beobachter sieht.

FAZIT:
Wieder ein brillanter Erzählband von Ferdinand von Schirach, der spannende, nachdenkliche und zum Teil schockierende Geschichte enthält, die zum Teil noch langen nachklingen. Jetzt heißt es wieder warten, bis es etwas Neues gibt

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 04.01.2018
Ivy und Abe
Enfield, Elizabeth

Ivy und Abe


gut

MEINUNG:
Das Buch wird für Fans von z.B. Miss You von Kate Eberlen beschrieben, welches mir sehr gut gefallen hat. Wenn man den Klappentext liest, dann hat man auch zunächst den Eindruck, dass es sich um eine solche Geschichte handelt. Zwei, die sich immer wieder verpassen und dennoch füreinander bestimmt sind. Doch Ivy und Abe ist anders.

Die Autorin spinnt hier verschiedenen alternative Szenarien, wie Ivy und Abe zusammenkommen bzw. einander in unterschiedlichen Formen begegnen. Wir beginnen in der Zukunft, 2026, und dann gehen die einzelnen Kapitel immer rückwärts. Es ist schwer es als ganzen Roman zu betrachten, auch wenn einige Elemente immer gleichbleiben: Ivy und Abe und vor allem Ivy familiäre Belastung mit einer unheilbaren Erbkrankheit. Ich würde es mehr als Kurzgeschichten oder Episoden betrachten.

Allen ist gemeinsam, dass Ivy und Abe sich immer wieder begegnen. Manchmal finden sie zueinander, dann sind die Kapitel länger oder sie streifen sich nur. Dann sind die Kapitel kürzer. Ich habe in der Regel immer nur ein Kapitel pro Tag gelesen, weil ich mich immer wieder neueinstimmen musste. Jedes Zusammentreffen der beiden war anders und dem wollte ich auch die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen. Mir hat gefallen, dass am Anfang eines jeden Kapitels noch ein passendes Zitat ausgewählt worden ist.

Innerhalb eines Kapitels beginnt ihre Beziehung meistens oder sie sind schon mittendrin und sie endet auch, oft auf tragische Weise. Ich hatte immer das Gefühl als sei ihnen das Glück nicht vergönnt. Sie trafen sich zum Teil immer zum falschen Zeitpunkt. Dieser Fakt verleiht dem ganzen Roman eine dauerhafte Schwere und Melancholie. Ein Punkt, der mir nicht so wirklich gefallen hat. Natürlich ist es auch ein Pluspunkt für den einfühlsamen und gefühlvollen Schreib- und Erzählstil von Elizabeth Enfield, aber auf Dauer hat mich das Buch eher traurig als glücklich gestimmt.

FAZIT:
Grundsätzlich basiert das Buch auf einer schönen Idee, die die Autorin auch liebevoll ausgearbeitet hat, aber es war mehr eine Kurzgeschichtensammlung als ein Roman. Kurzgeschichten, die mich oft traurig gestimmt haben, weil sie kein gutes Ende hatten.
Ich vergebe 3, 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 05.09.2017
Die unglaublichen Abenteuer der besten Piraten der Welt / Die Unsinkbaren Drei Bd.1
Nünnerich, Wilhelm

Die unglaublichen Abenteuer der besten Piraten der Welt / Die Unsinkbaren Drei Bd.1


gut

Das Buch ist für Kinder ab 6 Jahren also Grundschulalter empfohlen. Ich denke mal, dass es besonders Jungen anspricht, aber auch von Mädchen gelesen werden kann. Piraten sind sicherlich ein Thema, welches nie an Aktualität verlieren wird.

Die Kapitel sind strukturiert angeordnet, die Schrift ist leserlich und die Illustrationen lockern die Geschichte sehr gut auf. Mir hat auch die CD ausgesprochen gut gefallen, aber es ist vielleicht besser, wenn man dafür einen MP3-Code hinterlegt. Ich kann mir vorstellen, dass viele (ich eingeschlossen gar kein Abspielgerät für CDs mehr haben). Ich habe in die CD nur mal rein gehört, denn ich gehör an sich nicht zur Zielgruppe dieses Buches.

Mir hat außerdem gefallen, dass schwierige Fachbegriffe im Glossar erläutert werden. Ich habe das ein oder andere Mal nachgeschlagen. Im Zuge des Vorlesens kann ich mir aber schon vorstellen, dass es den Lesefluss beeinträchtigt, wenn man immer hin und her blättern und seinem Kind parallel den Begriff erklären muss. Allein lesen kommt dann sicher erst für ältere Kinder in Frage.

Von der Geschichte her fand ich es nett und stellenweise auch lustig, aber oft auch wenig innovativ. Die Drei haben sich manchmal auch wenig angestellt, was mir manchmal nur ein Augen Rollen entlockt hat.

Für die richtige Zielgruppe sicher ein schönes Buch, aber auch nichts, was nicht schon mal gelesen hat.

Bewertung vom 27.06.2017
Die Heuhaufen-Halunken Bd.1
Gerhardt, Sven

Die Heuhaufen-Halunken Bd.1


sehr gut

MEINUNG:
Die Heuhaufen-Halunken sind eine Band von sechs Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren. Der Klappentext verrät hier eigentlich schon die ganze Handlung, was ein wenig schade ist, denn so bleibt die Überraschung aus.

Das Buch eignet sich für Kinder im Grundschulalter, kann aber sich auch schon jüngeren Kindern vorgelesen werden. Die Sprache ist leicht verständlich. Das Buch ist wirklich schön und abwechslungsreich illustriert und schafft so die nötige Auflockerung. Mir hat besonders gut gefallen, dass neben die Illustrationen auch Seiten aus dem Banden-Buch der Halunken abgebildet wurde, sodass man immer wusste, wo die Gruppe gerade in ihrer Planung steht.

Zu Beginn des Buches wird jedes Kind und seine besonderen Eigenschaften anhand eines Steckbriefs vorgestellt. Diese Eigenschaften werden auch konsequent durchgezogen, sodass man hier auch einen Wiedererkennungswert hat. Die Gruppe ist bunt gemischt aus Jungen und Mädchen. Aus diesem Grund eignet sich das Buch auch gut für beide Geschlechter.

Es handelt sich um eine richte originäre Bandengeschichte, ähnlich wie man sie auch bei „Die wilden Hühner“ oder die „Die wilden Kerle“. Auf moderne Techniken, wie Smartphone oder Internet, wird hier gänzlich verzichtet.

Für meinen Geschmack hätte es ruhig ein wenig spannender sein können. Mir erschien es recht vorhersehbar, aber ich bin leider auch kein ausgesprochener Experte in Sachen Kinderbücher. Die Reaktion der Eltern am Ende fand ich auch ein wenig fragwürdig.

Die Heuhaufen-Halunken ist eine Reihe und dies ist der erste Teil. Der zweite Teil erscheint am 25. September 2017.

FAZIT:
Die Heuhaufen-Halunken ist der Auftakt einer Kinderbuchreihe, in dem es um eine Band geht, die gemeinsam Abendteuer erlebt. Die Geschichten sind leicht, gut verständlich und schön illustriert. Nur ein wenig mehr Spannung könnten sie noch haben. Geeignet für Kinder im Grundschulalter.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.04.2017
Die Zitronenschwestern
Cebeni, Valentina

Die Zitronenschwestern


gut

Ellettras Mutter Edda liegt im Koma und es sieht nicht gut aus. Elletra selbst steht vor der Pleite der Bäckerei, die sie von der Mutter übernommen hat. Nun muss sich in ihrem Leben etwas ändern. Da läuft ihr in der Klinik eine blinde ältere Dame namens Eva im Rollstuhl über den Weg. Sie erklärt eine Freundin von Edda zu sein und rät Ellettra zu einer Reise zum Kloster Santa Elisabetta auf der Isola del Titano. Selbstgebackene Anisbrötchen sollen Elettra dorthin begleiten. Gesagt, getan. Elettra begibt sich frohen Mutes auf diese Reise, wohl auch in der Hoffnung dort vielleicht etwas über ihren Vater herauszufinden, von dem sie nie etwas in Erfahrung gebracht hat.

Auch wenn ich Romane liebe, die in Italien spielen, war der Einstieg in den Roman erstmal schwer für mich. Ich wurde mit den Protagonistinnen nicht so richtig warm und die Handlung hat sich auch erstmal etwas gezogen.

Das Leben und die Menschen auf der Isola del Titano sind sonderbar und Elettra fällt es schwer mit den Menschen tatsächlich warm zu werden. Doch die Suche nach ihren eigenen Wurzeln hält sie dort. Selbst bei Lea hat sie manchmal das Gefühl, dass diese etwas vor ihr verheimlicht. Mir fiel es häufig schwer sie zu verstehen.

In dieser Geschichte spürt der Leser die Schönheit dieser Insel, der Isola del Titano, lernt aber auch schnell ihre rauen Seiten kennen. Der Duft von Kräutern, Anis und Zitronen dringt durch und lässt Sommergefühle aufkommen, Und dennoch baut sich da eine gewisse Distanz auf. Zu geheimnisvoll sind die Menschen und auch Elettra und ihr Handeln sind nicht immer ganz nachvollziehbar. Oft verliert sie sich in nicht nachvollziehbaren Empfindungen und Gedanken. „Die Zitronenschwestern“ ist eine unterhaltsame Sommerlektüre über eine Frau, die an einem Wendepunkt ihres Lebens steht und auf der Suche nach Geheimnissen ihrer Mutter und ihrer Familie ihre eigenen Wünsche und Träume wieder entdeckt.

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