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Benutzername: eulenmatz
Wohnort: Hamburg
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Bewertungen

Insgesamt 12 Bewertungen
12
Bewertung vom 30.10.2018
Feinde
Saygin, Susanne

Feinde


ausgezeichnet

MEINUNG:
Can und seine Vorgesetzte Simone, Polizisten in Köln, werden zu einem Doppelmord zweier Roma auf einer Baustelle gerufen. Zunächst tappen beide völlig im Dunkeln, denn keiner will etwas wissen oder gesehen haben. Erst als ein Informant auspackt, kommen die beiden auf eine Spur, die auch für sie und ihre berufliche Laufbahn äußerst gefährlich werden kann.

Als ich den Thriller begonnen habe, hatte ich natürlich eine gewisse Ahnung, wohin das führen würde, aber mir war nicht klar, in was für menschliche Abgründe man schaut und dass sowas genau so in unserer Realität passiert. Natürlich hört man dieses und jenes in den Medien oder hat das eine oder andere dazu gelesen. Man merkt dem Buch sehr deutlich an, dass die Autorin hier viel Recherchearbeit reingesteckt hat. Sie liefert unfassbar viel Hintergrundwissen über die Strukturen der Roma bei uns und natürlich auch in ihren Herkunftsländern. Schon allein deswegen sollte man dieses Buch gelesen haben.

Schon nach den ersten 50 Seiten konnte ich das Buch nur schwer zur Seite legen. Die Handlung ist sehr dicht gepackt. Auch das Privatleben von Can spielt eine Rolle. Can hat seine damalige Freundin verloren. Man spürt, dass ihn das immer noch beschäftigt. Meistens empfinde ich das als störend, aber in der Regel schildern Autoren solche Dinge nicht ohne Grund. Auch die Beziehung zu seiner Mitbewohnerin ist ein essentieller Bestandteil für Can und für die Geschichte. Immer wieder bruchstückhaft erinnert sich Can an viele Ereignisse in der Vergangenheit. Anfangs habe ich da kein Muster drin erkannt, aber auch das hat alles seinen festen Plan.

Die Geschichte ist nichts für zarte Gemüter. Der Schreibstil ist häufig ziemlich grob, aber etwas anderes hätte hier auch nicht gepasst. Die Autorin nimmt uns auch virtuell durch Köln mit, auch wenn ich dort nur wenige Ecken kenne. Man spürt, dass sie von dort ist und sich dort gut auskennt. Gegen Ende spitzen sich die Ereignisse enorm zu. Minimaler Kritikpunkt ist für mich das trotzdem das Ende und die offenen Fragen.

FAZIT:
Für einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Vor allem die jahrelange Recherche merkt man dem Buch an und genau das macht es zu einem echten Geheimtipp. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, ich würde hier eher ein 700 Seiten starkes Buch lesen. Minimaler Kritikpunkt ist für mich das Ende und die offenen Fragen.
Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 17.07.2018
Opfermoor
Jansson, Susanne

Opfermoor


gut

Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste. Vor allem hatte mich das tolle mysteriös wirkende Cover angsprochen. Seit Henning Mankell bin genauso Fan von schwedischen Krimis und Spannungsromanen.

Ich habe relativ leicht in die Geschichte rein gefunden. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen. Es hätte für meinen Geschmack noch etwas atmosphärischer sein können. Da fehlte die ein oder andere Beschreibung, die das noch besser hätte unterstützen können. Die Story wird aus zwei Erzählperspektiven erzählt: Einmal taucht man immer wieder mit Natalie in die Vergangenheit und auf der anderen Seite begleitet der Leser Maya, die auch als Polizeifotografin tätig ist. Ich fand beide Frauen jetzt nicht sofort zugänglich, wobei mir Maya gleich besser gefallen hat. Der Fokus der Geschichte liegt ganz klar hier auf den beiden Frauen.

Die Spannung war gleich spürbar am Anfang, ließ dann aber leider nach im weiteren Verlauf der Geschichte, was ich schade fand. Das Buch nimmt einen relativ klassischen Verlauf und irgendwann habe ich auch geahnt, was dahinter steckt.

Fazit:
Definitv keine schlechte Unterhaltung und ein leicht zu lesender Spannungsroman, aber es gab einige Schwäche, welche das Buch zu einem Highlight gemacht hätten.

Bewertung vom 11.04.2018
From Scratch - Alles neu mit dir (eBook, ePUB)
Kade, Stacey

From Scratch - Alles neu mit dir (eBook, ePUB)


gut

MEINUNG:
From Scratch wurde gefühlt ewig verschoben. Es sollte eigentlich schon 2017 erscheinen, auch mit einem anderen Cover, wobei dieses wirklich wunderschön ist. Schade, dass der Verlag sich entschlossen hat, es erstmal nur als eBook herauszubringen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Amanda und Chase erzählt. Gleich im Prolog wird man mit Amandas Entführung bzw. deren Befreiung konfrontiert. Der Rest der Geschichte spielt 2 Jahre als später als Amanda und Chase sich auch im wirklichen Leben begegnen. Chase versucht karrieretechnisch wieder auf die Beine zu kommen und Amanda nutzt die Gelegenheit Chase zu begleiten, um endlich mal ihrer relativ übervorsorglichen Familie zu entkommen. Für beide an sich eine Win-Win-Situation.

Der Schreibstil von Stacey Kade ist sehr gefühlvoll. Generell liegt in dem über 500 Seiten starken Buch der Fokus auf den Gefühlen von und zwischen Chase und Amanda. Vor allem ist eine spannende Person, denn ich denke, dass die wenigstens beurteilen können, wie man mit so einer Entführung umgeht. Anfangs ist Amanda noch häufig von Panikattacken übermannt und versteckt sich im Schrank. Dennoch geht sie mit dem, was ihr passiert sehr offen und stellenweise sogar mit schwarzem Humor um, was der Stimmung des Buches zu Gute kommt. Amanda blüht aber dann zusehends auf und wagt sich recht über eigenen Grenzen hinaus, weil sie endlich selbst entscheiden kann, was sie tun möchte. Ob das jetzt zu schnell war, möchte ich gar nicht beurteilen wollen, weil Amandas Situation eben sehr besonders ist. Ich denke, dass ihre Familie, sie dort stark gebremst hat. Die Fürsorge und Vorsicht von ihrer Mutter ist schier grenzenlos, aber eben auch verständlich. Jeder aus ihrer Familie geht anders mit Amandas Entführung um. Doch eines haben sie gemeinsam: Alle sind von Schuldgefühlen geplagt.

Mit Chase konnte ich sehr wenig anfangen. Er wirkt eigentlich durchgehend sehr unsicher. Klar, in der Vergangenheit ist einiges passiert und er hat vielen Menschen in seinem Umfeld sehr weh getan. Er ist trockener Alkoholiker. Da kommt vieles zusammen. Er möchte ein anderer Mensch werden, aber gerät immer wieder in einen Strudel von Intrigen, die sein Job wohl so mit sich bringe. Denn auch andere wollen von seinem Ruhm profitieren.

Das Buch beginnt sehr stark, flacht dann aber in meinen Augen ab der Hälfte ab. Mein Problem mit dem Buch ist, dass mir hier einfach der Aufbau einer richtigen Handlung gefehlt hat. Es dreht sich sehr viel nur um Chase und Amanda und wie sie zusammenkommen. Natürlich ist es eine Liebesgeschichte, aber der Filmdreh bietet in meinen Augen eine sehr gute Background Story, die nicht richtig genutzt worden ist. Die Autorin streut auch immer wieder ein paar Aufreger ein, geht aber darüber dann relativ schnell wieder hinweg. Am Schluss kommt dann alles auf einmal und es werden wieder spontan Personen aus dem Hut gezaubert, die vorher nie erwähnt worden sind.

FAZIT:
Mit Amanda hat Stacey Kade hier eine wirklich außergewöhnliche Protagonistin geschaffen, deren Geschichte die Basis für eine gute Story bietet. Leider empfand ich die Umsetzung als nicht so ganz gelungen und hatte mir hier mehr versprochen. Gerne hätte auf dem doch relativ umfangreichen Buch ein bisschen Handlung sein können.

Bewertung vom 20.03.2018
Strafe (eBook, ePUB)
Schirach, Ferdinand von

Strafe (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

MEINUNG:
Ich habe von Ferdinand von Schirach alles gelesen und habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn es genauso aufgebaut, wie Schuld und Verbrechen. Es enthält zwölf Geschichte zum Thema Strafe, die alle sehr unterschiedlich sind.

Nach meiner Information handelt es sich im Gegensatz zu beiden genannten Bänden mit Ausnahme der letzten Story, um fiktive Geschichten, was ihnen aber in meinen Augen kein Abbruch tut. Mir ist das nicht aufgefallen. Von Schirach überzeugt wieder durch seine klare, nüchterne Sprache, die aber trotzdem ganz viele Emotionen transportiert und mich das eine oder andere Mal sprachlos zurückließ. Das Buch ist sehr schmal und die Schrift ist ziemlich groß, sodass man hier schnell durch ist. Dennoch habe ich versucht mir etwas Zeit zu lassen, damit die Geschichten ihre Wirkung voll entfalten können.

Nicht alle werden mir im Gedächtnis bleiben, aber einige regen stark zum Nachdenken an bzw. wirken manchmal ziemlich verstörend. Auch wenn es sich um fiktive Geschichten handelt, blieb für mich kein Zweifel, dass diese in der Realität genau so geschehen könnten. Sie wirkten oft, wie aus dem Leben gegriffen, wenn auch in Regionen, die von außen so erstmal nicht sichtbar sind. Gut gefällt mir auch immer wieder, dass von Schirach nicht urteilt, sondern sich eher als Beobachter sieht.

FAZIT:
Wieder ein brillanter Erzählband von Ferdinand von Schirach, der spannende, nachdenkliche und zum Teil schockierende Geschichte enthält, die zum Teil noch langen nachklingen. Jetzt heißt es wieder warten, bis es etwas Neues gibt

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 04.01.2018
Ivy und Abe
Enfield, Elizabeth

Ivy und Abe


gut

MEINUNG:
Das Buch wird für Fans von z.B. Miss You von Kate Eberlen beschrieben, welches mir sehr gut gefallen hat. Wenn man den Klappentext liest, dann hat man auch zunächst den Eindruck, dass es sich um eine solche Geschichte handelt. Zwei, die sich immer wieder verpassen und dennoch füreinander bestimmt sind. Doch Ivy und Abe ist anders.

Die Autorin spinnt hier verschiedenen alternative Szenarien, wie Ivy und Abe zusammenkommen bzw. einander in unterschiedlichen Formen begegnen. Wir beginnen in der Zukunft, 2026, und dann gehen die einzelnen Kapitel immer rückwärts. Es ist schwer es als ganzen Roman zu betrachten, auch wenn einige Elemente immer gleichbleiben: Ivy und Abe und vor allem Ivy familiäre Belastung mit einer unheilbaren Erbkrankheit. Ich würde es mehr als Kurzgeschichten oder Episoden betrachten.

Allen ist gemeinsam, dass Ivy und Abe sich immer wieder begegnen. Manchmal finden sie zueinander, dann sind die Kapitel länger oder sie streifen sich nur. Dann sind die Kapitel kürzer. Ich habe in der Regel immer nur ein Kapitel pro Tag gelesen, weil ich mich immer wieder neueinstimmen musste. Jedes Zusammentreffen der beiden war anders und dem wollte ich auch die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen. Mir hat gefallen, dass am Anfang eines jeden Kapitels noch ein passendes Zitat ausgewählt worden ist.

Innerhalb eines Kapitels beginnt ihre Beziehung meistens oder sie sind schon mittendrin und sie endet auch, oft auf tragische Weise. Ich hatte immer das Gefühl als sei ihnen das Glück nicht vergönnt. Sie trafen sich zum Teil immer zum falschen Zeitpunkt. Dieser Fakt verleiht dem ganzen Roman eine dauerhafte Schwere und Melancholie. Ein Punkt, der mir nicht so wirklich gefallen hat. Natürlich ist es auch ein Pluspunkt für den einfühlsamen und gefühlvollen Schreib- und Erzählstil von Elizabeth Enfield, aber auf Dauer hat mich das Buch eher traurig als glücklich gestimmt.

FAZIT:
Grundsätzlich basiert das Buch auf einer schönen Idee, die die Autorin auch liebevoll ausgearbeitet hat, aber es war mehr eine Kurzgeschichtensammlung als ein Roman. Kurzgeschichten, die mich oft traurig gestimmt haben, weil sie kein gutes Ende hatten.
Ich vergebe 3, 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 05.09.2017
Die unglaublichen Abenteuer der besten Piraten der Welt / Die Unsinkbaren Drei Bd.1
Nünnerich, Wilhelm

Die unglaublichen Abenteuer der besten Piraten der Welt / Die Unsinkbaren Drei Bd.1


gut

Das Buch ist für Kinder ab 6 Jahren also Grundschulalter empfohlen. Ich denke mal, dass es besonders Jungen anspricht, aber auch von Mädchen gelesen werden kann. Piraten sind sicherlich ein Thema, welches nie an Aktualität verlieren wird.

Die Kapitel sind strukturiert angeordnet, die Schrift ist leserlich und die Illustrationen lockern die Geschichte sehr gut auf. Mir hat auch die CD ausgesprochen gut gefallen, aber es ist vielleicht besser, wenn man dafür einen MP3-Code hinterlegt. Ich kann mir vorstellen, dass viele (ich eingeschlossen gar kein Abspielgerät für CDs mehr haben). Ich habe in die CD nur mal rein gehört, denn ich gehör an sich nicht zur Zielgruppe dieses Buches.

Mir hat außerdem gefallen, dass schwierige Fachbegriffe im Glossar erläutert werden. Ich habe das ein oder andere Mal nachgeschlagen. Im Zuge des Vorlesens kann ich mir aber schon vorstellen, dass es den Lesefluss beeinträchtigt, wenn man immer hin und her blättern und seinem Kind parallel den Begriff erklären muss. Allein lesen kommt dann sicher erst für ältere Kinder in Frage.

Von der Geschichte her fand ich es nett und stellenweise auch lustig, aber oft auch wenig innovativ. Die Drei haben sich manchmal auch wenig angestellt, was mir manchmal nur ein Augen Rollen entlockt hat.

Für die richtige Zielgruppe sicher ein schönes Buch, aber auch nichts, was nicht schon mal gelesen hat.

Bewertung vom 27.06.2017
Die Heuhaufen-Halunken Bd.1
Gerhardt, Sven

Die Heuhaufen-Halunken Bd.1


sehr gut

MEINUNG:
Die Heuhaufen-Halunken sind eine Band von sechs Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren. Der Klappentext verrät hier eigentlich schon die ganze Handlung, was ein wenig schade ist, denn so bleibt die Überraschung aus.

Das Buch eignet sich für Kinder im Grundschulalter, kann aber sich auch schon jüngeren Kindern vorgelesen werden. Die Sprache ist leicht verständlich. Das Buch ist wirklich schön und abwechslungsreich illustriert und schafft so die nötige Auflockerung. Mir hat besonders gut gefallen, dass neben die Illustrationen auch Seiten aus dem Banden-Buch der Halunken abgebildet wurde, sodass man immer wusste, wo die Gruppe gerade in ihrer Planung steht.

Zu Beginn des Buches wird jedes Kind und seine besonderen Eigenschaften anhand eines Steckbriefs vorgestellt. Diese Eigenschaften werden auch konsequent durchgezogen, sodass man hier auch einen Wiedererkennungswert hat. Die Gruppe ist bunt gemischt aus Jungen und Mädchen. Aus diesem Grund eignet sich das Buch auch gut für beide Geschlechter.

Es handelt sich um eine richte originäre Bandengeschichte, ähnlich wie man sie auch bei „Die wilden Hühner“ oder die „Die wilden Kerle“. Auf moderne Techniken, wie Smartphone oder Internet, wird hier gänzlich verzichtet.

Für meinen Geschmack hätte es ruhig ein wenig spannender sein können. Mir erschien es recht vorhersehbar, aber ich bin leider auch kein ausgesprochener Experte in Sachen Kinderbücher. Die Reaktion der Eltern am Ende fand ich auch ein wenig fragwürdig.

Die Heuhaufen-Halunken ist eine Reihe und dies ist der erste Teil. Der zweite Teil erscheint am 25. September 2017.

FAZIT:
Die Heuhaufen-Halunken ist der Auftakt einer Kinderbuchreihe, in dem es um eine Band geht, die gemeinsam Abendteuer erlebt. Die Geschichten sind leicht, gut verständlich und schön illustriert. Nur ein wenig mehr Spannung könnten sie noch haben. Geeignet für Kinder im Grundschulalter.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.04.2017
Die Zitronenschwestern
Cebeni, Valentina

Die Zitronenschwestern


gut

Ellettras Mutter Edda liegt im Koma und es sieht nicht gut aus. Elletra selbst steht vor der Pleite der Bäckerei, die sie von der Mutter übernommen hat. Nun muss sich in ihrem Leben etwas ändern. Da läuft ihr in der Klinik eine blinde ältere Dame namens Eva im Rollstuhl über den Weg. Sie erklärt eine Freundin von Edda zu sein und rät Ellettra zu einer Reise zum Kloster Santa Elisabetta auf der Isola del Titano. Selbstgebackene Anisbrötchen sollen Elettra dorthin begleiten. Gesagt, getan. Elettra begibt sich frohen Mutes auf diese Reise, wohl auch in der Hoffnung dort vielleicht etwas über ihren Vater herauszufinden, von dem sie nie etwas in Erfahrung gebracht hat.

Auch wenn ich Romane liebe, die in Italien spielen, war der Einstieg in den Roman erstmal schwer für mich. Ich wurde mit den Protagonistinnen nicht so richtig warm und die Handlung hat sich auch erstmal etwas gezogen.

Das Leben und die Menschen auf der Isola del Titano sind sonderbar und Elettra fällt es schwer mit den Menschen tatsächlich warm zu werden. Doch die Suche nach ihren eigenen Wurzeln hält sie dort. Selbst bei Lea hat sie manchmal das Gefühl, dass diese etwas vor ihr verheimlicht. Mir fiel es häufig schwer sie zu verstehen.

In dieser Geschichte spürt der Leser die Schönheit dieser Insel, der Isola del Titano, lernt aber auch schnell ihre rauen Seiten kennen. Der Duft von Kräutern, Anis und Zitronen dringt durch und lässt Sommergefühle aufkommen, Und dennoch baut sich da eine gewisse Distanz auf. Zu geheimnisvoll sind die Menschen und auch Elettra und ihr Handeln sind nicht immer ganz nachvollziehbar. Oft verliert sie sich in nicht nachvollziehbaren Empfindungen und Gedanken. „Die Zitronenschwestern“ ist eine unterhaltsame Sommerlektüre über eine Frau, die an einem Wendepunkt ihres Lebens steht und auf der Suche nach Geheimnissen ihrer Mutter und ihrer Familie ihre eigenen Wünsche und Träume wieder entdeckt.

Bewertung vom 30.01.2017
Die Gerechte
Swanson, Peter

Die Gerechte


sehr gut

Der Klappentext verrät nicht besonders viel und aus dem Grund waren auch meine Erwartungen niedrig. Die erste Hälfte des Buches plätschert ein wenig vor sich. Ich war nicht wirklich gelangweilt, aber ich war auch noch nicht richtig gepackt. Ich war in entspannter Erwartungshaltung, wie die beiden nun Teds Ehefrau umbringen wollen. Wir lesen diese erste Hälfte aus den Perspektiven von Ted und der besagten Frau, welche ich aber deutlich spannender fand, denn man wird weit in ihren Vergangenheit geworfen und bekommt einen Einblick, warum sie beschließt Ted zu helfen. Obwohl das Buch in den USA spielt, habe ich es als sehr englisch empfunden, was vermutlich daran liegt, dass die Orte in Neuengland angesiedelt sind. Die englische Atmosphäre ist es was ich sehr gern mag und hier hat es mir gut gefallen.

Auf der zwei Hälfte kommt es zu einer nicht vorhersehbaren, wirklich krassen Wendung, die die ganze Geschichte in eine völlig andere Richtung lenkt und ab da hatte die Geschichte auch meine volle Aufmerksamkeit. Von da an bekommt man ein Gefühl dafür, worum es wirklich geht. Es bleiben immer noch zwei Erzählperspektiven, aber sie sind andere als die im ersten Teil. Auch dieser zweite Teil, zu dem gar nicht mehr verraten möchte, gipfelt in eine weitere Wendungen, die etwas vorsehbarer war, aber bei der ich mich gefragt, wie das ganze enden wird.

Im dritten und letzten Teil werden wieder die Perspektiven gewechselt und man kommt dem Täter langsam auf die Spur. Mit fortschreitendem Lesen habe ich auch innerlich mit mir gehadert, ob ich lieber ein unmoralisch Ende hätte oder ein solches, wo der Täter seine gerechte Strafe bekommt. Der Autor kam mir sehr entgegen, denn er schuf ein Ende, das nur scheinbar ein Ende ist. Die letzten Seiten zeigen allerdings, dass das Ende vermutlich ein anderes sein wird und damit würde ich es schon fast als offen beschreiben. Sehr clever gemacht!

FAZIT:
Der Thriller ist schwer in Worte zu fassen ohne das man zu viel verrät, denn er lebt von seinen ungewöhnlichen Wendungen. Bis auf die fehlende Spannung im ersten Teil, konnte mich dieser Thriller restlos von sich überzeugen, denn er ist einfach mal was anderes und gar nicht bis wenig vorhersehbar. Zum ersten Mal habe ich hier auch erlebt, dass das Ende relativ offen ist und sich nach den letzten Seiten noch seinen Teil denken muss.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 25.01.2017
Ich fühle was, was du nicht fühlst
Fried, Amelie

Ich fühle was, was du nicht fühlst


sehr gut

MEINUNG:
Ich habe bisher noch nie einen Roman von Amelie Fried gelesen, auch mir ihr Name schon lange geläufig ist. Die von Amelies Fried bisher geschriebenen Romane werden ja eher dem Bereich der Frauenliteratur (auch wenn ich den Begriff überhaupt nicht mag) zugeordnet und das ist nicht so mein Genre. Umso mehr wurde ich auf dieses Buch aufmerksam, welches ich als Coming-of-Age-Roman bezeichnen und auf Grund des Alters der Protagonistin auch als Jugendbuch einordnen würde.
Weil es aus dem Klappentest nicht hervor geht, war ich überrascht, dass es in den 1970er Jahren spielt. Damit ist es nicht ein Jugendbuch, sondern auch ein gesellschaftlicher Roman, denn er gibt Einblick in die Generation der 68er, zu denen Indias und Ches Eltern zweifelllos gehören. Sie sind eine Nachkriegsgeneration, die auf der einen Seite immer noch mit nationalsozialistischen Vergangenheit ihrer Eltern zu kämpfen haben und die auf der anderen Seite bei ihren eigenen Kindern völlig mit dem damaligen Erziehungsstil brechen und diese völlig anti-autoritär erziehen. Was für viele Jugendliche der heutigen Generation ein erstrebenswertes Ziel wäre, ist etwas, woran Che und India sehr zu leiden haben.
Bei beiden ist sehr deutlich spürbar, dass sie unter dem Anders sein ihrer Eltern, aber auch mit deren Vernachlässigung, jeder auf seine Art zu kämpfen habe. Beide wünschen sich feste Regeln oder auch mal Bestraffungen für ihr Handeln. Ches und India Eltern ecken auch häufig mit ihrer Lebensweise in der klein-bürgerlichen, christlich geprägten, schwäbischen Kleinstadt an und sorgen damit auch nicht selten bei den beiden für peinliche und unangenehme Momente (India) und Ausrastern (Che). Dennoch gehen beide ganz unterschiedlich mit der familiären Situation um.
Es ist deutlich spürbar, dass bei Che der Leidendruck sehr groß ist und er flüchtet sich während des Verlaufs in zwei völlig konträre Richtungen mit dem deutlich Wunsch irgendwo dazu zu gehören und auch endlich die gewünschten Regeln zu haben, die er bei seinen Eltern so schmerzlich vermisst. Beiden gemeinsam ist, dass nirgendwo wirklich dazu gehören. India ist weitaus klüger und intelligenter als es für ihr Alter üblich ist und wird von ihren Mitschülern nur als Streberin betrachtet. Ich mochte an ihr, dass sie bereits ihr eigenes Verhalten und das der Erwachsenen sehr klug reflektiert. Auch wenn sie lieber normal und durchschnittlich sein würde, hat die Erziehung ihrer Eltern bzw. eher das Fehler auch einen positiven Einfluss auf sie. In meinen Augen ist sie deutlich offener für alternative Lebensweisen. Selbst als die Ehe der Eltern anfängt zu zerbrechen, geht sie damit bewundernswert um. Obwohl ihre Eltern sich eigentlich nur um sich selbst kümmern und nicht mal für das Essen sorgen, spürt man bei India keine Verbitterung gegenüber ihnen (auch wenn ich das gut verstanden hätte).
Der Roman zeigt auch auf, wie Vorwürfe gegenüber einer Person, die einen guten Ruf hat, in einer Kleinstadt gehandhabt werden. Man glaube der anschuldigenden Person einfach nicht und da unterscheiden sich auch Hippies von Nicht-Hippies nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass das in einigen ländlichen Regionen auch noch immer so ist. Es wurde aufgezeigt, dass es dann besser ist zu schweigen bevor sich die Anschuldigungen noch gegen einen richten könnten. Das hat mich wirklich wütend gemacht.

FAZIT:
Mir hat es manchmal etwas an Spannung gefehlt, aber es ist in diesem Genre einer der besten Romane, die ich je gelesen habe. Trotz vieler schwieriger Themen, die Amelie Fried sehr einfühlsam aufgegriffen hat, verliert der Roman niemals an Leichtigkeit und Humor, was vor allem an Ich-Erzählerin India liegt, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Sie trägt diesen Roman als Schlüsselfigur.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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