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Benutzername: Jones79
Wohnort: Altlußheim
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Bewertungen

Insgesamt 6 Bewertungen
Bewertung vom 14.10.2010
Birne sucht Helene
Henn, Carsten Sebastian

Birne sucht Helene


sehr gut

einfach köstlich...

„Birne sucht Helene“ so fängt dieses kulinarische Liebesmärchen an. Mit einer Kontaktanzeige mit eben dieser Überschrift hofft Paul seine große Liebe zu finden. Paul: Beamter, 29 J./1,78, interessant und lebendig....

Eine Kontaktanzeige wie sie jedes Wochenende in der Zeitung stehen könnte. Aber hier erfährt man eben mehr über diesen Mann, ja zum größten Teil ist dieser Roman aus Sicht von einem Mann geschrieben. Und gerade das finde ich als Frau mal etwas anderes. Man kann sich sehr gut hineinversetzen in Paul. Man lernt seine Gefühle, seine Wünschte und Ängste kennen und das ist es, wie ich finde, was sich unterscheidet von vielen anderen „Liebesgeschichten“. Dieser Roman wurde von einem Mann geschrieben, und das merkt man auch. Gott sei Dank!!!

Paul hat sich in Eli verliebt. Und das auf den ersten Blick. In seinen Frauenmagazinen steht geschrieben, dass Frauen es lieben, von einem Mann bekocht zu werden. Und so lernt Paul kochen, nicht nur „Nudeln mit Soße“ sondern richtig gut kochen.... und er bringt es sogar zu einem gemeinsamen Kochabend mit Eli; aber an diesem läuft so ziemlich alles schief. Viele Mißverständnisse und Hürden muß Paul noch überwinden um am Ende......?

Die beiden Hauptprogatonisten sind einem von Anfang an sehr sympatisch. Haben sie doch Fehler und Schwächen so wie wir alle. Paul arbeitet in einer Kfz-Zulassungsstelle und Eli in einer Buchhandlung, ganz normale Menschen eben. Mit einer großen Portion Humor und einer kleinen Priese Spannung ist dieser Roman wunderbar leicht und flüssig zu lesen. Mir hat er sehr gut gefallen.

Die Handlung um Paul und Eli herum finde ich persönlich teilweise etwas realitätsfern (aber wirklich nur teilweise). Daher hatte der Roman für mich etwas märchenhaftes. Hat mir aber sehr gut gefallen; zeigt es doch, dass es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen.

Bewertung vom 12.08.2010
Die Spur der Kinder
Winter, Hanna

Die Spur der Kinder


ausgezeichnet

Spannung bis zum Schluß

Schon die Leseprobe fand ich überaus fesselnd, so dass mir klar war, dieses Buch mußt du unbedingt lesen. Ich hoffte nur, dass die anfängliche Spannung nicht nachlässt, und da kann ich mit Sicherheit sagen: Nein, das tut sie nicht!!! Ich habe das Buch angefangen zu lesen, und konnte es einfach nicht mehr aus der Hand nehmen. Nur noch ein Kapitel habe ich mir immer gesagt und dann hatte ich es plötzlich an einem Tag fertiggelesen. Das ist mir wirklich schon lange nicht mehr passiert, dass ich ein Buch in einem Rutsch ausgelesen habe.

Ein sehr angenehm geschriebener Thriller. Läßt sich gut und flüssig lesen.

Sophie, die Tochter der Schriftstellerin Fiona Seeberg wurde entführt und ist seitdem spurlos verschwunden. Nun, zwei Jahre später werden wieder Kinder vermisst. Einzige Gemeinsamkeit ist eine weiße Lilie, das Symbol für Reinheit und Tod, die der Täter den Eltern zukommen läßt. Kommissar Piet Karstens nimmt die Ermittlungen wieder auf.... Ich möchte hier nicht zuviel vorweggreifen, nur soviel: Im Laufe der Handlung tauchen zahlreiche Verdächtige auf, die alle irgendwie etwas mit den Entführungen zu tun haben könnten. Trotz der vielen Personen, kommt man nicht durcheinander oder verzettelt sich. Erzählt wird einmal aus der Perspektive von Fiona Seeberg, die auf ihre Weise versucht, den Fall zu lösen, einmal aus der Perspektive der ermittelnden Polizisten und einmal aus Sicht der Opfer.

Stets haben sich meine Verdächtigungen als falsche Spur erwiesen und ich war wirklich gespannt wie ein Flitzebogen, bis zur letzten Seite. Dann klärt sich aber alles auf und es bleiben auch keine Fragen zurück. Nach meinem Geschmack ein sehr schöner Schluß.

Wie gesagt, auf die einzelnen Personen und ihre Geschichte möchte ich gar nicht so genau eingehen, das finde ich in diesem Fall auch sehr schwierig, ohne hier möglicherweise die Spannung wegzunehmen.

„Die Spur der Kinder“ war mein erster deutscher Thriller den ich gelesen habe und ich kann sagen, dass er anderen wie z. B. von Jilliane Hoffmann oder Karin Slaughter in nichts nachsteht.

Ich kann diese Buch auf jeden Fall mit gutem Gewissen weiterempfehlen

Bewertung vom 22.06.2010
Das Leben kleben
Lewycka, Marina

Das Leben kleben


sehr gut

Sehr schönes Buch

Ich muß zugeben, beim Stöbern im Landen hätte ich dieses Buch wohl nicht zur Hand genommen. Cover und Titel lassen doch eher ein Selbsthilfe-Ratgeber vermuten. Aber schon beim Lesen der Leseprobe war ich positiv überrascht, und auch die weitere Entwicklung des Buches hat mich nicht enttäuscht.

Mit einer besonderen Mischung aus Humor und Melancholie erzählt das Buch von einer eher zufälligen Freundschaft zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Georgie Sinclair, die bei einem Klebstoff-Fachmagazin arbeitet und sich frisch von ihrem Ehemann getrennt hat und der Jüdin Mrs Shapiro, die eine richtige „Schnäppchenjägerin“ ist und mit ihren sieben Katzen in einer alten heruntergekommenen Villa lebt.

Neben dieser „Hauptgeschichte“ wird der Leser mit zahlreichen kleinen Nebengeschichen unterhalten, die jedoch alle irgendwie zusammenzukleben scheinen und das Buch erst richtig interessant machen. So entführt uns Marina Lewycka z.B. in die Zeit des Nationalsozialismus und zum Beginn der Geschichte des Konfliktes zwischen Palästina und Israel.

Also - ein wirklich absolut lesenswertes, tolles, gut geschriebenes Buch, mit vielen unterschiedlichen Menschen, über Freundschaft und jahrelanger Feindschaft, über Liebe, Intriegen, Gier aber auch selbstlose Nächstenhilfe (hätte ich dem Buch von außen gar nicht zugetraut)

Bewertung vom 22.06.2010
Blut will fließen
Ellroy, James

Blut will fließen


ausgezeichnet

Ein gnadenlos „bööööser“ Thriller

„Blut will fließen“ ist der dritte Teil einer Trilogie historischer Politthriller. Ich habe die ersten beiden Bände nicht gelesen und kann daher sagen, dass das Buch sich durchaus auch eigenständig lesen lässt. Es schildert die dunkle Seite der US-Politik Ende der 60er Anfang 70er Jahre. Nach der Ermordung der Kennedy-Brüder und Martin Luther King. Nixon und Humphrey stecken im Wahlkampf. Amerika befindet sich mitten im Vietnam-Krieg, es herrschen Gewalt, Mafia und Rechtsextremismus.

Der Roman beginnt mit einem scheinbaren Verkehrsunfall, der innerhalb drei Seiten im ersten Blutbad mündet. Ein brutaler Raubüberfall auf einen Geldtransporter, bei dem die Beute aus mehreren Millionen Dollar und einer Menge Smaragde besteht.

Auf den dann folgenden Seiten werden die drei Hauptcharaktere vorgestellt. Drei skrupellose Männer mit rechter Überzeugung:

Der Ex-Polizist Wayne Tedrow Jr., arbeitet als Angestellter des Film- und Airline-Moguls Howard Hughes sowie für die Mafia,

Don Crutchfield, neurotischer Spanner und Gelegenheitsdetektiv. Er sabotiert den Wahlkampf, um die Wahl des Republikaners Nixon zum Präsidenten zu begünstigen.

Und der FBI-Agent Dwight Holly, er infiltriert in der "Operation böööööööser Bruder" schwarze Bürgerrechtsgruppen, um ihnen Verbrechen unterzuschieben und sie so in Misskredit zu bringen.

Diese drei Männer gehen ihren persönlichen Aufträgen nach, jenseits aller Vernunft und Menschlichkeit.

Die ersten 100 Seiten scheint alles etwas zusammenhangslos. Man braucht etwas Zeit, um sich hineinzufinden. Aber ich kann nur sagen, durchhalten lohnt sich. Prompt wird der Leser mitgerissen in einen gefährlichen Strudel aus Hass, Korruption, Drogen und Gewalt.

Die Wege der Hauptfiguren kreuzen sich immer wieder. Auch der anfänglich beschriebene Raubüberfall zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Immer wieder tauchen bei dem Raub mit Tinte beschmutzte Banknoten oder Smaragde auf.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Realitätsnähe zur damaligen Zeit. Dazu bedient sich Ellroy zahlreicher historischer Persönlichkeiten die eng mit den erfundenen Charakteren verbunden sind. Fiktion und Wirklichkeit sind kaum voneinander zu trennen. Oft weiß man nicht, was nun wahr ist oder erfunden.

Das Buch erstreckt sich über vier Jahre, es beinhaltet zahllose Schauplätze und eine scheinbar unüberschaubare Anzahl von (Neben)figuren. Zentrale Figuren sterben, meist recht plötzlich.

All dies erfordert eine 100%ige Konzentration. „Blut will fließen“ ist nicht mal schnell nebenher gelesen. Man sollte sich schon Zeit dafür nehmen und mehrere Seiten an einem Stück lesen. Dann kommt man auch gut rein und hat keine Probleme damit, dem Handlungsverlauf zu folgen, zumal auch oft Handlungen und Fakten wiederholt werden.

Sicher, es ist ein überaus gewalttätiger Roman und die Sprache steht dem in nichts nach. Äußerst brutal und derb. Ellroy nimmt kein Blatt vor den Mund, und provoziert sooft es nur geht. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Wer dies nicht mag, dem kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Mich persönlich hat es allerdings nicht gestört, vielmehr bekräftigt diese Ausdrucksweise den historischen Rahmen des Romans und bringt einem den damaligen Zeitgeist näher.

Mit seinen kurzen, stakkatoartigen Sätzen unterstreicht Ellroy den rasanten Verlauf der Geschichte. Es prasseln immer mehr Ereignisse auf einen ein. Schlag auf Schlag, kein seichtes Blaabla, wobei der Inhalt nicht auf der Strecke bleibt. Es macht Spaß zu lesen, man kann und will gar nicht mehr aufhören.

Ich denke, es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass das Tempo am Ende etwas heruntergeschraubt wird und man nach Abschluss der Lektüre doch nicht ganz den Glauben an das Gute im Menschen verloren hat ;-)

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde die ersten beiden Teile auf jeden Fall auch noch lesen

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.06.2010
Ticket ins Paradies
Hauptmann, Gaby

Ticket ins Paradies


gut

Ein Stück heile Welt...

Clara Flockheimer, deutsche Kunsthistorikerin, ist nach dem scheitern ihrer ersten Ehe drauf und dran sich auf Mallorca ein neues Leben aufzubauen. An ihrer Seite ihr neuer (jüngerer) Lebensgefährte Andres und ihre Freundin Britta. Alles scheint gut zu laufen, bis Cala befürchtet, von Andres hintergangen zu werden. Wiedereinmal packt sie ihre Sachen und flüchtet nach Köln, um erst einmal Abstand zu gewinnen. Dort erlebt sie einige Überraschungen...

Allzu viel möchte ich an dieser Stellte zum Inhalt aber nicht verraten, da man ohnehin nicht viele überraschende Wendungen der Handlung erwarten darf.

„Ticket ins Paradies“ ist die Fortsetzung zum Roman „Rückflug zu verschenken“. Diesen habe ich (noch) nicht gelesen und kann daher sagen, dass sich das Buch durchaus „alleine“ lesen lässt. Wichtige Details der Vorgeschichte werden immer wieder erläutert, so dass man gut im Bilde ist.

Die einfachen Zutaten dieses Romans: Liebe, Leid und Freundschaft. Die Gefühle der Hauptperson werden ausgiebig beschrieben. Und auch sonst werden Charaktere, Umgebung und Handlungsorte (wie ich finde) sehr romantisiert dargestellt. Teilweise kommt er auch ein wenig kitschig rüber. Wie gesagt, großartige Überraschungen darf man nicht erwarten, aber dennoch fand ich den Schreibstil nicht zäh oder langweilig. Es ist eben eine kurze, lockere Lektüre, die gut für einen Sonntagnachmittag, Urlaub oder einfach mal zwischendurch geeignet ist.

Eigentlich bin ich eher der Krimi/Thriller-Fan aber manchmal bekommt man eben richtig Lust auf Romantik und ein Stück heile Welt. Dafür ist dieses Buch bestens geeignet. Leichte Unterhaltung, ganz nette Story und keine schwere Kost. Das einzige was mich störte, war diese, an manchen Stellen, übertrieben kitschige Formulierung. Aber im Großen und Ganzen kann ich mit gutem Gewissen 4 Sterne vergeben und sagen, dass ich - nicht jetzt gleich - aber bestimmt irgendwann mal ein anderes Buch der Autorin zur Hand nehmen werde.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.06.2010
Welche Farbe hat die Liebe?
Reuter, Katja

Welche Farbe hat die Liebe?


gut

Liebe macht eben blind!
Jule, Mitte 30, bekommt von ihrer Freundin eine Jahresmitgliedschaft bei StayFriends geschenkt. Nach anfänglicher Skepsis siegt die Neugierde und sie macht sich online auf die Suche nach alten Bekannten. Insbesondere ihre Jugendliebe Erik hat es ihr angetan. Angestachelt durch zunächst harmlosen E-Mail-Verkehr kommt eins zum anderen und so fiebert sie, obwohl seit 3 Jahren mit Langzeitfreund Tom verlobt, ihrem ersten Date nach 18 Jahren mit Erik entgegen. Von ihrer alten Beziehung gelangweilt, kommt es wie es kommen mußte und sie verliebt sich Hals über Kopf in Erik. Nun steht sie in einem Lebensabschnitt - wo sie doch eigentlich, in ihrer Beziehung gefestigt, ihrem Kinderwunsch nachgehen wollte – plötzlich zwischen zwei Männern. Da ist guter Rat teuer.

Ausgerechnet der blinde Kater „Blindfisch“ öffnet Jule die Augen.......

Das Buch lässt sich angenehm lesen, schöner Schreibstil. Leider war das Ende für mich relativ schnell voraussehbar, typisch Frauenroman eben. Allerdings fand ich ihn nicht ganz so realitätsfern wie manch anderer. Man kann sich gut in die Protagonistin hinein versetzen und vielleicht kommt einem die eine oder andere Situation auch bekannt vor.