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Benutzername: Diana
Wohnort: Moers
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Danksagungen: 9 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 435 Bewertungen
Bewertung vom 08.10.2019
New York Affair Bd.1-3
Bay, Louise

New York Affair Bd.1-3


sehr gut

Louise Bay – New York Affairs

Anna ist wütend auf ihren Ex, der in kriminelle Machenschaften verstrickt war und sie in Gefahr gebracht hat. Da ist es genau richtig, dass sie mit Leah und deren Partner eine Woche Urlaub in New York macht, um sich von den Schrecken zu erholen. Doch schon am ersten Abend trifft sie den gutaussehenden Ethan, der genau weiß was er will. Obwohl Anna eigentlich kein Typ für One-Night-Stands ist, geht sie mit ihm ins Hotel und verbringt dort die heißeste Nacht ihres Lebens. Keine echten Namen, keine Gefühle, kein Telefonnummern austauschen, kein weiter Kontakt.
Doch Ethan, der selbst strenge Regeln hat und nie datet, hat noch nicht genug von der Frau, die ihm auf den ersten Blick den Kopf verdreht. Er braucht nicht lange, um sie dazu zu überreden, die gesamte Woche mit ihm zu verbringen, bis sie wieder zurück nach London geht. Der Abschied fällt beiden schwer, aber werden sie sich wieder treffen, wenn tausende Meilen zwischen ihren Leben liegen?

Louise Bay konnte mich schon mit ihrer „King“ und Co Reihe absolut begeistern, deswegen war ich auf das neue Buch von ihr sehr neugierig.
Der Erzählstil ist auch hier wieder locker und modern, die Story liest sich schnell weg, da sie eine durchgängige Spannung hat und auch wenn ca 85 Prozent aus Bettgymnastik besteht, konnte mich die Story schnell fesseln. Im Gegensatz zu anderen Büchern der Autorin, tritt die Hauptgeschichte etwas im Hintergrund um dem erotischen Liebesspiel, das in allen Details beschrieben ist, Platz zu lassen.
Auf den ersten Seiten hatte ich leichte Schwierigkeiten in der Story anzukommen, das verlief sich aber nach wenigen Seiten.
Mit viel Charme und Wortwitz kann die Autorin auch diesmal wieder überzeugen und die Geschichte um Anna und Ethan wirkt glaubwürdig und lebendig, genau wie die Hauptfigurenausarbeitung. Bei den Nebenfiguren blieben die Charaktere etwas blass, auch wenn ich sie mir durchaus vorstellen konnte.
Ich mochte Anna auf Anhieb. Sie stellt Regeln auf, will sich daran halten, doch Ethan macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Gut, hier werden ziemlich viele Klischees bedient, die für mich aber zu einem Roman aus dem Romance-Genre unbedingt dazu gehören. Vielleicht könnte man bemängeln, dass der Handlunsstrang um Anna´s Ex ein wenig zu inszeniert wirkt, ganz sicher wirkt der eingebaute Twist in London in der Kanzlei etwas übertrieben, aber ich habe mich trotzdem gut unterhalten gefühlt.
Von Anfang an hält Ethan nicht hinter dem Berg, dass er sich von Anna angezogen fühlt. Das beide nur erotische Bettgymnastik im Sinn haben, ist da nicht verwunderlich. Schön, dass es trotz all der Liebelei noch ein bisschen Handlung gab. Er hat großartige Freunde und eine nette Schwester, und ich bin gespannt, ob wir in anderen Büchern vielleicht noch mal von ihnen lesen werden.
Die Handlungsorte konnte ich mir ebenfalls vorstellen, blieben aber im allgemeinen blass, kein Wunder, der Fokus der Story liegt ja auf etwas anderem.

Nicht falsch verstehen, ich mochte das Buch, hab es gern gelesen, auch wenn es mich nicht wirklich überraschen konnte. Ich mochte die beiden Protagonisten und auch die Nebenfiguren, ich mochte den Schreibstil und den Plot, allerdings kann das Buch mit anderen Romanen der Autorin nicht ganz mithalten, und ich hätte gern etwas mehr Story dafür weniger Erotik gehabt, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Es ist eine schöne Geschichte, die zauberhaft und auch romantisch war. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.

Das Cover passt zu den Büchern von Louise Bay und ist ein netter Eye-Catcher.

Fazit: schöne, erotische Liebesgeschichte. 4 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.10.2019
AK / Hades' Hangmen Bd.5 (eBook, ePUB)
Cole, Tillie

AK / Hades' Hangmen Bd.5 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ich habe bisher alle Bände der „Hades Hangmen“-Reihe gelesen und obwohl jeder einzelne mich noch Wochen nach dem Lesen beschäftigt hat, da die Autorin sich intensiv mit Missbrauch, Gewalt und Sucht auseinander setzt, wird mich dieser Band wahrscheinlich noch länger nicht loslassen können. Ich musste immer wieder Pausen einlegen, weil mich die Story selbst so emotional mitgenommen hat, dass ich das, was die Frauen und Mädchen erleiden mussten einfach nicht los gelassen hat.
Deswegen gibt es hier auch eine Warnung: Der Roman enthält explizite Szenen zu Gewalt, Missbrauch, Vergewaltigung, Pädophilie und Mord.

Die Geschichte war durchgängig fesselnd, aber auch grausam, brutal und zerrt an den Nerven. Natürlich handelt es sich auch hier, um eine Liebesgeschichte, wie zwei Menschen nach einem langen Leidensweg zusammen finden und ihre sehr grausame Vergangenheit bewältigen müssen. Die Botschaft ist klar: Egal wie gebrochen jemand ist, was er/sie durchmachen mußte, er/sie hat das Recht auf Glück.
Die vielen emotionalen Auf und Ab´s der Figuren waren realistisch ausgearbeitet. Überhaupt wirkten alle Charaktere lebendig, facettenreich und sehr authentisch, was durchaus ziemlich erschreckend war.
Phebe hat die Hölle auf Erden mitgemacht. Als Ordensschwester die seit ihrer Kindheit darauf trainiert wurde, mit ihren sexuellen Reizen Männer für die Sekte zu gewinnen, ist da nur eine Facette. Sie wurde so manipuliert, dass sie glaubte, sie würde eine Aufgabe für Gott erfüllen, sie wäre eine Auserwählte. Ja, sie konnte lange Zeit sogar nicht verstehen, warum sich „die Verfluchten“, darunter ihre Schwester Lilah so gegen die Maßregelungen gewehrt haben. Die erste Vergewaltigung fand mit zehn Jahren statt, und davor wurde sie schon von Männern „berührt“. Nicht selten während des Lesens musste ich eine Pause machen, tief durchatmen und hatte das Gefühl mich übergeben zu müssen. Später wird sie an das Oberhaupt des Kults verschachert, der die hübsche Frau abhängig und gefügig macht, sie seelisch bricht, und ihr unvorstellbare Gewalt antut.
AK hatte als großes Vorbild seinen Bruder Dev, und so ist es nicht verwunderlich, dass er in jungen Jahren zum Militär geht und dort einer der besten Scharfschützen wurde. Die Gewalt, der Krieg und die persönliche Tragödie um seinen Bruder haben ihn knallhart und unnahbar gemacht. Erst Phebe alias Red, kann ein wenig Licht in die Vergangenheit bringen, die er sich mit einem Haufen Dämonen teilt.
Die Balance zwischen dem Mann der Red rettet und dem knallharten Killer der Hades Hangmen ist hier gut geglückt, und wirkt glaubhaft. Auch die Dynamik zwischen Phebe und AK wirkt hier realistisch und doch auch befremdlich, dass Red, obwohl sie all die Qualen durchgemacht hat, immer noch den Mut und die Kraft hat, durchzuhalten, ja sogar bereit ist ihren Körper und ihr Herz AK zu schenken. Das zeugt von einer starken Persönlichkeit.

Als Neueinstieg in die Serie ist „AK“ nicht unbedingt geeignet, obwohl auch dieses Buch in sich abgeschlossen ist. Es gibt viele Antworten und wenn man die Vorgänger nicht kennt, könnte es schwierig sein, die Beziehung zu Flame oder Rider zu verstehen. Wer die Reihe um die Mitglieder des Motorrad-Clubs „Hades Hangmen“ bereits kennt, der wird auch diese intensive Geschichte lesen und mitleiden, mitfiebern und mithoffen.
Ich habe selten eine Reihe gelesen, die einen so extremen inneren Kampf bei mir auslöst, zum einen möchte ich gerne wissen, wie es im nächsten Band vermutlich mit Kys Schwester weiter geht, zum anderen möchte ich nie wieder solchen Grausamkeiten ausgesetzt werden, die mir den Glauben an die Menschheit raubt und wo unaussprechliche Gewalttaten an der Tagesordnung sind. Ich gehöre sicherlich nicht zu den zartbesaiteten Lesern, und ich kann sehr wohl Fakt und Fiktion unterscheiden, aber diese Geschichte hat mich an eine persönliche Grenze und darüber hinaus gebracht, da ich mir eben sehr wohl vorstellen kann, dass es Menschenhändlerringe oder Sekten gibt, die

Bewertung vom 02.10.2019
Bücherkrieg / Die Bibliothek der flüsternden Schatten Bd.3
El-Bahay, Akram

Bücherkrieg / Die Bibliothek der flüsternden Schatten Bd.3


ausgezeichnet

Die Fabelwesen konnten erfolgreich aus Paramythia befreit werden und sind nun mit Kani, Nusar und Sam am „Tor des Himmels“ um den Rat von Thalia, den drei Hexen, einzuholen. Während Kani in die Geheimnisse der Vergangenheit eingeweiht wird, müssen Sam und Nusar zurück nach Mythia, um dort einen Krieg zu verhindern und das Buch der geheimen Namen von Layl zu stehlen. Doch der weiße König und seine Sahira Layl haben andere Pläne und der Krieg ist unausweichlich. Während Mythias Untergrund zum Kampf rüstet bleibt auch Nusar und Sam nicht unttätig und versuchen die Fabelwesen zu vereinen.
Kani muss sich ihrer Vergangenheit und der Zukunft stellen, denn nur eine Sahira kann eine andere Sahira aufhalten.

Nach „Bücherstadt“ und „Bücherkönig“ findet die Reihe um den Dieb Samir, der zur königlichen Garde wollte um sein altes Leben hinter sich zu lassen, nun sein Ende mit „Bücherkrieg“.
Auch im dritten Teil der Fantasyreihe konnte der Autor mit seinen bildreichen, detaillierten und epischen Inszenierungen der Story sowie seinen zahlreichen fantastischen Wesen und den wunderbar beschriebenen Schauplätze punkten.
Wer bereits Bücher von Akram El Bahay gelesen hat, weiß, dass der Autor alle Register in seinen Büchern zieht und die Story durch den flüssigen, modernen Schreibstil sowie der spannenden, fesselnden und vor allem mitreißenden Geschichte schnell zum Pageturner wird und wie jedes mal, konnte ich auch diesmal wieder das Buch kaum aus der Hand legen.
Der Abschluß der Trilogie ist sehr viel düsterer durch den aufziehenden Krieg, die Atmosphäre ist fast schon erdrückend, jeder Krieg bringt leider Opfer, und so war ich schon traurig, dass wir uns von dem einen oder anderen liebgewonnen Charakter trennen mussten, was die Story an sich nur noch glaubhafter erscheinen ließ.
Obwohl der Autor die beklemmende Fantasy-Geschichte immer wieder mit teils witzigen Dialogen auflockerte, war die Anspannung aller Beteiligten deutlich zu spüren. Auch hier wirken sämtliche Charaktere wieder lebendig und facettenreich ausgearbeitet.
Obwohl Kani eine der Hauptfiguren ist, ist sie in großen Abschnitten des Buches gar nicht so präsent, wie zum Beispiel Samir, der an allen Fronten zu kämpfen scheint. Trotzdem hat sie mit eine der wichtigsten Aufgaben und konnte mich auch hier wieder von sich überzeugen.
Sam kämpft nicht nur Seite an Seite mit Nusar, versucht seinem Vater Vicente gerecht zu werden und liebt Kani von ganzen Herzen, sondern hat sich auch im Verlauf der Reihe sehr positiv entwickelt und jetzt zum Ende kann ich sagen, aus ihm ist ein richtig tapferer Mann geworden, der aus seinen Fehlern lernt und diese sogar nutzt, um ein besserer Mensch zu sein.
Auch Nusar, der Asfur, der ehemals schwarze König, den man nun unter Bücherkönig kennt, hat mich wieder von sich überzeugen können. Er und besonders Shagyra sind mir bereits im ersten Teil ans Herz gewachsen.

Ich möchte nicht spoilern, aber das Ende hat mich ein klein wenig enttäuscht, und doch war es passend für die Geschichte gewählt. Wie in einem Krieg üblich, bekommt man nicht immer alles was man sich wünscht, und das hat mich traurig gemacht.

Dennoch ist auch dieses Buch wieder eines meiner Highlights in diesem Jahr und die Reihe möchte ich allen Fantasyliebhabern empfehlen.
Der Autor schafft es gekonnt Mythen und Märchen in einer wunderbaren Geschichte zu vereinen und mich in eine Welt voller Geheimnisse, Überraschungen und fremdartiger Wesen zu entführen, die so perfekt aufeinander abgestimmt ist, das selbst die „Bösen“ zu begeistern wissen.
Auch diese Geschichte war wieder sehr kurzweilig und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite überraschen, aber auch traurig machen können. Lesegenuss pur, auch wenn es nicht ganz an die ersten beiden Bände heranreicht, trotzdem ist „Bücherkrieg“ ein Highlight.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.09.2019
Pretty Venom / Gray Springs University Bd.3
Fields, Ella

Pretty Venom / Gray Springs University Bd.3


gut

Nach „Suddenly Forbidden“ und „Bittersweet Always“ war ich richtig gespannt auf den dritten Teil der Gray Springs Reihe und leider muss ich sagen, ich bin sehr enttäuscht, nicht vom Handwerk sondern von Callum.
Die Autorin schreibt großartig, ihr moderner, lockerer Erzählstil und die anschauliche Beschreibung von Land und Leute konnte auch diesmal wieder bei mir punkten, aber die Story selbst... ich kann gar nicht in Worte fassen, wie frustriert ich vom Verhalten der beiden Protagonisten war.
Callum, den ich in den ersten beiden Bänden wirklich sehr gerne mochte, hat sich in diesem Band wie ein Scheusal benommen und das kann ich einfach nicht gutheißen. Zwischenzeitlich musste ich das Buch weg legen, weil er mich so aufgeregt hat. Ja, er war verletzt, von dem was Renee angeblich getan hat (übrigens hab ich keine Sekunde geglaubt, dass sie es wirklich getan hat), aber das rechtfertigt nicht so ein abgedroschenes, hinterhältiges und fieses Verhalten. Zumal er ja von Anfang an auf Renee rumgehackt, sie zutiefst gedemütigt und verletzt hat. So einem Flegel gehört ein paar hinter die Löffel und an Renees Stelle hätte ich schon lange das Weite gesucht, egal wie sehr ich ihn liebe.
Aber... jede Medaille hat zwei Seiten, auch Renee hat sich nicht mit Ruhm bekleckert, denn es gibt immer einen der macht und einer der es zulässt, in diesem Fall Renee. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum so eine toughe junge Frau, mit Grips sich so dermaßen abfällig behandeln lässt, dass sie ihm willig zur Verfügung steht, sich erniedrigen lässt und sich selbst dann auch noch die Schuld an wirklich allem gibt. Unverständlich. Sie haut nicht mal ihrer WG-Partnerin eine rein oder sagt ein böses Wort, als diese ihrem Ehemann einen Blow Job verpasst? Hallo? Für mich war das wirklich wenig glaubwürdig und ich bin enttäuscht, frustriert und ja mich erschreckt auch so ein Verhalten. Warum in aller Welt muss sie sich das antun?
Selbst die liebe Pippa, die ich ins Herz geschlossen habe, konnte das Ruder nicht mehr rumreißen. Bis zum Schluss konnte Callum keine Sympathiepunkte mehr sammeln, auch wenn er seinen Fehler einsieht und sich im Anschluss bemüht, aber ganz sicher hätte Renee ihn deutlich mehr zappeln lassen, wenn nicht sogar das Weite suchen müssen.

Dennoch muss ich sagen, handwerklich hat die Autorin es absolut drauf und ich hoffe die nächste Story aus Gray Springs kann mich wieder so fesseln wie die beiden Vorgängerbände. Und ich betone gerne, dass die Story mit vielen Überraschungen aufwartet, dass die Charaktere lebendig und facettenreich beschrieben sind, dass die Handlungen zwar nachvollziehbar sind, ich aber nicht tolerieren kann, und wenn es tatsächlich so im realen Leben passiert, wäre ich wohl die erste, die Renee zur Seite steht und ihr rät, Callum in den Wind zu schießen und ihr einen Therapeuten zu verpassen. Hier habe ich zum ersten Mal gedacht, es muss nicht unbedingt ein Happy End in einer Lovestory geben.
Es ist wie es ist, die Dynamik der Figuren wirken weitestgehend stimmig und das die Emotionen beim Leser hochkochen ist sicherlich ein gutes Zeichen, und zeigt, dass die Autorin etwas von ihrem Handwerk versteht und den Leser zu fesseln weiß. Von schön oder romantisch ist diese Geschichte allerdings weit entfernt. Dieses Frauenverachtende Bild ist einfach nur schrecklich. Ich hab nichts gegen ein paar Gemeinheiten oder Stolpersteine, aber Callum hat eindeutig eine Grenze überschritten.

Egal, kann ich die Story empfehlen? Eingeschränkt. Als Ergänzung zu den beiden vorherigen Büchern, denke ich das die Story ein Muss ist. Auch wenn die Autorin in den vorherigen Bänden bereits auf sogenannte „Tabu“-Themen wie Depressionen, Fremdgehen, Suizid eingeht, setzt sie hier noch ein Schüppchen drauf. Man muss die Story nicht mögen, aber sie nimmt einen mit.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.09.2019
Die Chroniken der Seelenwächter - Band 32: Im Gefüge der Zeit (eBook, ePUB)
Böhm, Nicole

Die Chroniken der Seelenwächter - Band 32: Im Gefüge der Zeit (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Nicole Böhm – Chroniken der Seelenwächter, 32, Im Gefüge der Zeit

Anna und Will sind mit Damia und ihrer Familie auf der Suche nach der Essenz der Elemente. Natürlich hat Kedos seine eigenen Pläne und versucht die Freunde in der Vergangenheit davon abzuhalten, ihn zu bannen. Anna schmiedet Pläne, wie sie ihren Freunden in der Zukunft Botschaften übermitteln kann.
In der Gegenwart hat sich Jaydee an Kedos Seite gestellt. Um an seine Diener heranzukommen, müssen sie zum Tempel und sie befreien. Akil hat nicht mal Zeit seinen Freund Ben zu betrauern, als das Chaos auch schon wieder los schlägt...

Was für ein Highlight. Ich bin ja schon viel von der Serie gewohnt und nach 32 Episoden sollte mich eigentlich nichts mehr überraschen, aber mit „Im Gefüge der Zeit“ wird noch mal alles auf den Kopf gestellt. Die Ereignisse aus den letzten Bänden haben ja schon arg an den Nerven gezerrt, dazu das Opfer von Ben um Will zu helfen und jetzt das?
Ich glaube (und ja, ich wiederhole mich), ich muss nicht mehr sagen, dass die Autorin einen lockeren, modernen Schreibstil hat, oder dass die Charaktere sehr lebendig und facettenreich beschrieben sind, die mit jeder Aufgabe die sie bekommen wachsen. Ich muss wahrscheinlich auch nicht mehr erwähnen, dass die Schauplätze so detailliert und anschaulich ausgearbeitet sind, dass ich das Gefühl habe, ich würde direkt neben Jaydee, Jess und Co stehen oder mit Will und Anna in der Vergangenheit gefangen zu sein.
Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass die Balance zwischen Spannung und Emotionen gut gehalten wird, die Story stimmig wirkt und mich auch nach so vielen Episoden immer noch zu begeistern und fesseln weiß.
Aber besonders diese Episode hat es in sich, oft habe ich mit den Charakteren mitgezittert und gehofft. Es gab sehr viele überraschende Momente und auch kleine Schocker, die die Story so interessant und spannend gemacht hat.
Während Damia mir ein klein wenig zu forsch und vielleicht einen Touch zu naiv an die Sache heran gegangen ist, hat mir Will sehr gut gefallen. Er zeigt, dass er nicht mehr der von seinem Bruder gebrochene Mann ist, dass er trotz der vielen Niederlagen, bereit ist zu kämpfen. Und das tut er.
Auch Jaydee, der so viel über seine Vergangenheit erfahren hat, hat mir in diesem Band außergewöhnlich gut gefallen, eben weil er so hin und hergerissen ist, weil alle an ihm ziehen und zerren, selbst wenn sie es nur gut mit ihm meinen, weil er einfach nicht weiß, was noch recht oder unrecht ist. Das der Jäger das natürlich nutzt, um wieder zum Vorschein zu kommen, war fast zu erwarten.
Auch Payden hat mich in dieser Episode sehr überrascht, und so könnte ich mit vielen Figuren weitermachen, will aber nicht spoilern.
Es sind Kleinigkeiten, die die Wendungen bringen, und Nicole Böhm greift immer mal wieder ältere Begebenheiten auf, die nun zum aktuellen Geschehen wieder wichtig werden.
Was soll ich sagen? Ich kann die Reihe absolut empfehlen, da die Geschichten aufeinander aufbauen, sollten sie natürlich in der richtigen Reihenfolge gelesen werden. Wenn mal alle Bände erschienen sind, werde ich die Reihe noch mal von Anfang bis Ende lesen und ich bin mir sicher, immer noch was neues zu entdecken.
Ich bin begeistert, auch von dem superdetailreichen und schönen Cover, das wieder hervorragend in die Reihe passt.

Fazit: Eine meiner Highlight-Episoden aus dieser Reihe. 5 Sterne.

Bewertung vom 30.09.2019
Das Erbe der Macht - Band 20: Seelensplitter (eBook, ePUB)
Suchanek, Andreas

Das Erbe der Macht - Band 20: Seelensplitter (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Andreas Suchanek – Erbe der Macht, 20, Seelensplitter

Nachdem Merlin den Tod eines weiteren Freundes zu verantworten hat, ist Kevin im Splitterreich bei den Aquarianern gelandet, die von den Kreaturen des Anbeginns angegriffen werden. Die Trauer um seinen Bruder lähmt ihn, und auch Nemo und Nikki können nicht fassen, was sich im Castillo abspielt.
Unterdessen versuchen Alex und Jen eine Lösung zu finden, wie sie in das Splitterreich zu ihren Freunden kommen können, dass 12 Magier versiegelt haben. Chloe konnte gefangen genommen werden, weigert sich aber Antworten zu liefern. Als Artus die rettende Idee zu haben scheint, machen sich die Freunde auf den Weg.
Grace, die bei dem Angriff von Merlins Handlangern von der Archivarin durch einen Trick geschützt wurde, befindet sich alleine im Archiv, dass sich selbst zerstört. Plötzlich wird sie in ein Splitterreich geworfen und findet dort ein paar Anworten und sogar noch einiges mehr... doch wie soll sie aus dem Reich entkommen?

„Seelensplitter“ ist mittlerweile der zwanzigste Band und auch wenn ich mich wiederhole, ich finde die Serie spannend und genial, da sich der Autor immer wieder neue Kreaturen und Welten ausdenkt, die so anschaulich beschrieben sind, dass ich sie mir bildlich vorstellen kann.
Dazu kommt der flüssige, moderne Schreibstil, gut ausgearbeitete Charaktere die sich weiter entwickeln, und natürlich auch, trotz der düsteren Atmosphäre, die witzigen Sprüche der Figuren, die die Story auflockern.
Nach dem Tod von Chris, ich bin immer noch erschüttert, ist die Grundstimmung sehr gedrückt, alle sind traurig und verfallen zunehmend in Hoffnungslosigkeit. Kein Wunder, denn Merlin ist mit seinen Greueltaten ja noch nicht am Ende.
Trotzdem musste ich auch einige male schmunzeln, wenn sich Artus und Alex kebbeln und ihr Alphamännchen-Gehabe aufeinander loslassen und damit versuchen, Jen zu imponieren, die absolut resistent dagegen scheint. Alle Freunde bekommen ihren Auftritt, es gibt eine Menge Überraschungen und tatsächlich sogar noch ein paar Neuigkeiten aus der Vergangenheit, sogar die Schattenfrau hat einen winzigen Auftritt bekommen.
Mit durchgängiger Spannend und fesselnd war auch diese Episode wieder sehr kurzweilig und hat mich gut unterhalten. Ich kann die Reihe auf jeden Fall weiter empfehlen und da die Episoden aufeinander aufbauen, sollte die Reihe von der ersten Episode an gelesen werden.

Das Cover ist wieder der Hammer.

Fazit: Sehr spannend und fesselnd. 5 Sterne.

Bewertung vom 26.09.2019
Geblendet / Jenny Aaron Bd.3
Pflüger, Andreas

Geblendet / Jenny Aaron Bd.3


ausgezeichnet

Ich kenne bereits die beiden Vorgängerbücher „Niemals“ und „Endgültig“ die mich beide beeindruckt haben.
Der Schreibstil ist durch die vielen kurzen Sätze und die Zählungen sicherlich etwas merkwürdig, hat aber einen hohen Wiedererkennungswert und hat mich schon im ersten Buch nicht gestört.
Andreas Pflüger konnte mich schon auf den ersten Seiten erneut fesseln, der Spannungsaufbau geschieht schleichend aber stetig, und bereits die ersten Kapitel lassen darauf schließen, dass Aaron es diesmal mit einer würdigen wie gefährlichen Gegnerin aufnehmen muss.
Da ich die Vorgängerbände kenne, ist es wie nachhause kommen und ich hatte keine Probleme mir die Charaktere vorzustellen. Neutral betrachtet, wirkten die Hauptfigiguren in diesem Buch, wenn man die bereits erschienenen Bände nicht kennt, aber ein wenig blass. Kleinere Rückblenden gibt es zu den vergangenen Ereignissen, aber auch hier empfehle ich, die beiden Bücher „Niemals“ und „Endgültig“ zu kennen, um alles nachvollziehen zu können.
Die Blinde Agentin Aaron steht und stand im Schatten ihres Vaters und durch einen Schusswechsel ist sie vor Jahren erblindet. Sie kämpft stets gegen sich selbst und hat nun die Chance, ihr Augenlicht wieder zu bekommen. Sie ist stolz und sie ist gefährlich, und doch unterliegt sie beim ersten Kampf mit der Auftragskillerin. Aaron ist von Natur aus sehr distanziert, obwohl sie ihren Freunden und Kollegen vertraut, will sie sich nicht abhängig machen und das führt dazu, dass sie Flemming, der in der Schlacht vor einigen Monaten schwer verwundet wurde, weg und vor den Kopf stösst. Durch die Lehren des Bushido besitzt Aaron eine hohe Wertvorstellung und kann sich selbst in der unmöglichsten Situation noch gut zurecht finden, weshalb ich diesen Band besonders geglückt finde. Mit dem Auftauchen der Sehkraft werden natürlich ihre anderen Sinne, auf die sie als Blinde selbstverständlich zugreift, abgeschwächt, was sie verwundbar macht. Sie muss allerdings nicht nur gegen eine Killerin, politischen Machenschaftschaften und ihrer Vergangenheit kämpfen, sondern auch gegen sich selbst und ihren Körper.
Pavlik und seine Ehefrau Sandra sind ebenfalls wieder mit dabei. Ich mag den alten Brummbär und Scharfschützen sehr gerne. Man weiß genau, dass er und Aaron eine besondere Verbindung haben, die über Kollegschaft hinaus gehen.
Auch Inan Demerci, die Abteilungsleiterin ist wieder mit dabei, und wirkt zum ersten mal etwas menschlich. Doch das ist kein Dauerzustand und schon bald ist die eiskalte Frau wieder zurück, die in einem Pool aus Macht und Intrigen mitmischt.
Besonders gut hat mir auch der ruhige Flemming gefallen, der einfach da ist. Im letzten Buch hatte ich ja gedacht, dass er den Angriff nicht überleben wird, obwohl er mir schnell ans Herz gewachsen ist, umso erfreuter war ich, dass wir nun mehr über ihn erfahren konnten.
Sämtliche Schauplätze des Thrillers sind gut ausgearbeitet, wirken bildhaft beschrieben, und auch wenn ich noch nie in Paris war, konnte ich mir die Stadt sehr gut vorstellen.
Durch die vielen Perspektivwechsel und relativ kurzen Kapitel bleibt der Thriller kurzweilig und interessant.

Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wäre es wohl das Ende: Nicht nur, dass es auch hier wieder zahlreiche Verluste gibt, so blieb doch das explosive Finale, auf das ich gehofft habe, aus. Für mich kamen die Widersacher viel zu glimpflich davon und das Finale wirkte im Vergleich zum restlichen Buch etwas lahm. Ja, es wurden so ziemlich alle Fragen beantwortet, ja im Grunde genommen ist die Story stimmig, und doch war ich etwas enttäuscht. Vielleicht entschließt sich der Autor doch noch ein weiteres Buch um Aaron und Co zu schreiben, ich würde es auf jeden Fall lesen.

Trotz der kleinen Kritikpunkte habe ich mich super unterhalten gefühlt, kann das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen und die actionreiche, spannende und fesselnde Handlung hat mir oft eine Gänsehaut beschert.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.09.2019
Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee
Siems, Annika; Dreyer, Wolfgang

Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee


ausgezeichnet

Annika Siems/Wolfgang Dreyer – Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee

Mit dem Forschungsschiff „Meteor“ geht der Leser auf Tauchgang in die Tiefsee. Alle paar hundert Meter wird ein kleiner Stop eingelegt und die Unterwasserwelt begutachtet, beschrieben und erklärt, sodass wir auf wundersame Kreaturen stoßen und viel über das Leben im Wasser lernen.
Was sind Radioloaren? Ab wieviel Meter Tiefe kann man kein gelbes, rotes oder blaues Licht mehr erkennen? In welcher Tiefe lebt der Leuchtkalmar und was macht in so besonders? Oder warum haben einige Fische in der Tiefsee immer ihre Taschenlampe dabei?

Diese und noch ganz viele andere Fragen werden in dem Buch von Annika Siems und Wolfgang Dreyer beantwortet.
Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet und ich muss sagen, es ist eines der besten und interessantesten Bücher, die ich in letzter Zeit für und mit Kinder gelesen habe.
Die Aufmachung gleicht einem „Bilderbuch“, nur dass die Thematik hier breiter und eingehender gefächert ist. Auch als Erwachsener konnte ich, genau wie die Kleine, einiges neues Lernen und dazu gibt es sehr detaillierte und ansprechende Bilder, um die Inhalte leicht verständlich zu erklären.
Egal ob vorlesen oder selber lesen, die Sätze sind kurz und einprägsam.
Dazu kommen die von Annika Sims gemalten Bilder, die wohl von Ölgemälden abfotografiert wurden, die voller Details sind. Oftmals muss man länger hinschauen um zu sehen, welche Lebenwesen sich in den Unterwassergärten aufhalten.
Ich kann sagen, dass hier der Geist und das Auge beides gefördert werden, und das Buch auch beim zweiten und dritten Mal lesen, immer noch was neues zu Tage fördert.
Ein sehr schönes Buch, vor allem die Idee mit dem Tauchgang auf dem Forschungsschiff.
Die Maße sind ein wenig unpraktisch, da das Buch groß, schwer und dadurch unhandlich ist.
Ein Pluspunkt bekommt das Buch auch dafür, dass es klimaneutral produziert wurde und das das Preis-Leistungs-Verhältnis meiner Meinung nach passt.

Fazit: Mit diesem Buch kann man die Tiefsee leicht verständlich erforschen und ist für Kinder genauso interessant wie für Erwachsene. 5 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.09.2019
Himmelreich mit kleinen Fehlern
Wagner, Emma

Himmelreich mit kleinen Fehlern


ausgezeichnet

Valentina kommt wegen der Beerdigung ihrer Schulfreundin Nattie zurück in das kleine Dörfchen Himmelreich. Da ihre Eltern beides Karrieremenschen sind hat sie viel Zeit auf dem Bauernhof ihrer Großeltern verbracht, den sie geerbt hat. Da sie selbst zur Zeit mit dem Gut nichts anfangen kann, hat sie ihn an die Familie Geiger verpachtet, deren Pachtvertrag nun ausläuft.
Doch schon die Anreise gestaltet sich problematisch: auf dem Weg dorthin bleibt ihr Wagen liegen und ausgerechnet so ein missmutiger aber durchaus gutaussehender, unhöflicher Bauernbursche hilft ihr widerwillig, damit sie ihren Termin halbwegs einhalten kann.
Nicht nur das sie wegen ihrer Autopanne zu spät zur Beerdigung kommt, auch als sie bei Familie Geiger vorübergehend einzieht, läuft ihr ausgerechnet Jan erneut sehr zum Ärgernis beider Seiten über den Weg.
Valentina und ihre beste Freundinnen Cleo, Schoscho, Lisa und Maike versuchen das Geheimnis von Natties Tod aufzuklären. War es tatsächlich ein Unfall? Mord oder gar Selbstmord? Fragen über Fragen... und dazu wird Valentina immer wieder von Jan abgelenkt, der sich zur Aufgabe gemacht hat sie auf die Palme zu bringen.

Ich kannte bisher noch kein Buch von Emma Wagner aber nach "Summertime Kisses, Himmelreich Band 1" wird sich das definitiv ändern.
Die Autorin hat einen locker-fluffigen Schreibstil der mir sehr gut gefällt und sich toll lesen lässt. Ich war neugierig auf die erste Story der Himmelreich-Reihe und konnte mich schnell in die Geschichte fallen lassen, in deren Fokus die Kinderärztin Valentina und der Bauer Jan stehen.
Die Charaktere wurden lebendig und facettenreich ausgearbeitet, sodass ich mir ein gutes Bild von sämtlichen Figuren machen konnte.
Die Geschichte ist in der ich-Perspektive aus der Sicht von Valentina geschrieben, die mir auf Anhieb sympathisch gewesen ist. Obwohl Valentina es sich und vorallem ihren Eltern beweisen will, ist sie, wenn die Fassade erst mal bröckelt, eine total liebevolle und sympathische junge Frau, die sich selbst ein wenig verloren fühlt und für die Anerkennung ihrer Eltern bereit ist, ihr eigenes Leben aufzugeben bzw. nach den Regeln ihrer Eltern zu spielen. Sie scheint mit jedem Bewohner im Dorf gut auszukommen, ist hilfsbereit und offen, was mir gut gefällt. Allerdings kann Jan sie auch ganz schön auf Touren bringen und das ist nicht nur amüsant und lockert die Story auf, sondern das wirkt insgesamt auch sehr glaubhaft und authentisch.
Jan, dessen Bruder Julius für den Tod von Nattie verantwortlich gemacht wurde, war etwas schwerer zu fassen. Ich will nicht sagen, dass er unfreundlich war, aber er wirkte anfänglich doch schon recht abweisend und distanziert. Manchmal hätte ich ihn schütteln mögen, denn irgendwie kriegt der sexy-Kerl den Mund nicht auf. Natürlich führt das nicht nur zu Geheimnissen, sondern auch zu Missverständnissen, was die Lovestory mit einem Hauch Crime, durchgängig spannend und interessant macht.
Julius aber auch Papa Geiger habe ich beide genauso lieb gewonnen, wie die in der Küche unbrauchbare Ines Geiger, deren Essen ungenießbar war.
Die Dorfbewohner sind genau das, was ich erwartet habe, ein buntgemischter Haufen, teils mysteriös teils fast schon übergriffig wie König Karl, aber viele davon herzlich und hilfsbereit.

Natürlich werden hier Klischees bedient, aber für mich gehören die auch unbedingt dazu, und die Autorin findet hier ein gute Balance zwischen Crime und Lovestory, Emotionen und Leidenschaft, Fettnäpfchen und Klischees.
Von daher kann ich die Geschichte auf jeden Fall weiter empfehlen, da sie mich gut unterhalten und mein Herz berührt hat, mich schmunzeln ließ, ich aber auch mit den Figuren mitleiden konnte.

Bewertung vom 10.09.2019
Cold Storage - Es tötet
Koepp, David

Cold Storage - Es tötet


gut

David Koepp ist Drehbuchautor, aus seiner Feder sind einige Mission Impossible Filme oder Jurassic Park, die an Spannung ja kaum zu überbieten sind, vielleicht ist es gut, dass ich dazu nie die Bücher gelesen habe.
Bei Cold Storage handelt es sich um einen Thriller, der eigentlich schon ein wenig in den Horrorbereich fällt. Der Plot ist genial, ein Pilz, der immer weiter mutiert und mit jeder Mutation tödlicher und intelligenter wird. Ein Biogefahrstoff der als Waffe unmöglich zu kontrollieren wäre, weshalb man ihn tief unter die Erde weg sperrt.
Die Leseprobe hat mir gut gefallen, die relativ zügig ein komplexes Bild von dem Thriller gibt. Die Ereignisse in der Vergangenheit sind zwar etwas distanziert aber dennoch spannend beschrieben, weswegen ich das Buch unbedingt lesen wollte. Interessant fand ich, dass sogar der totbringende Pilz zu Wort kommt und wir seine "Motivation" beziehungsweise die Mutation hautnah miterleben können. Mal abgesehen von den vielen Fachbegriffen, die insgesamt in die Story einfließen, fand ich die ersten Beschreibungen schon sehr erschreckend und interssant, wie er innerhalb von Minuten den Wirtskörper übernimmt und dadurch die Psyche und das Denken des Wirts beeinflusst, aber das verlief sich im weiteren Fortgang der Story und tatsächlich empfand ich es irgendwann als störend.
Ich bin etwas enttäuscht, dass die Spannung so rapide nach dem Zeitsprung in die Gegenwart abgefallen ist. Obwohl ich mir gerne ein ausführliches Bild der Protagonisten mache, waren mir die überlangen Beschreibungen zu Griffin, Teacake, Naomi und Co viel zu lang. Mir hätte es genauso wie im Prolog gereicht, eine kurze, lebendige Beschreibung der Figuren zu bekommen.
Hero ist Wissenschaftlerin und damit beauftragt im Dezember 1987 den Pilz zu untersuchen und eine Probe zu nehmen. Sie soll die Gefahr für die Gesellschaft bestimmen. Ihr fühlte ich mich noch am nächsten im ganzen Buch.
Naomi blieb trotz diverser Beschreibungen für mich einfach nicht greifbar, ich kann nicht mal sagen, dass sie mir sympathisch war, weil sie, trotz das sie ebenfalls im Fokus stand, einfach nicht fassbar war. Da half auch die seitenlangen Beschreibungen zu Charakter und Person nicht.
Gleiches gilt für Teacake, der mir mit seinen ach-so-coolen Sprüchen oft auf den Nerv gefallen ist, auch wenn er das Herz am rechten Fleck hat. Das Gequatsche sollte sicherlich die beklemmende Atmosphäre auflockern und der Story ein wenig Würze verleihen, mich hat es leider nur irgendwann gelangweilt.
Nun gut, es ist wie es ist, und mich hat der Thriller leider immer mehr verloren, obwohl das Thema interessant war, sodass ich am Ende regelrecht froh war, das Buch endlich zu beenden, obwohl ich sagen muss, dass das Finale wiederum einigermaßen an Spannung wieder aufholte.
Der Erzählstil ist sehr distanziert, wirkt wenig lebendig und ich hatte während des Lesens oft das Gefühl, dass die Story nicht ganz rund ist. Vielleicht spielt hier herein, dass der Autor normalerweise Drehbücher schreibt. Immer wieder hab ich zurück geblättert, um Passagen noch mal zu lesen. Ich empfand die Story teils langweilig, teils holprig, was ich sehr schade finde, denn es gab so viel Potenzial.
Es muss aber auch gesagt werden, dass der Thriller sehr gut recherchiert ist, es viele Fachbegriffe gibt, die für den Leser der sich nicht mit der Materie auskennt, dennoch verständlich in die Story mit eingeflochten wurde.

Kann ich das Buch empfehlen? Eingeschränkt! Thrillerleser die eine gute Portion Horror mögen, werden an dem Buch ihre Freude haben. Leser, die auf wissenschaftliche Beschreibungen viel Wert legen, haben sicherlich ebenfalls viel Freude damit.
Ich persönlich hoffe, dass das Buch irgendwann verfilmt wird, denn wie gesagt, Potenzial ist vorhanden nur leider irgendwie nicht spannend genug umgesetzt worden.

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