Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Bücherbrunnenkobold
Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 84 Bewertungen
Bewertung vom 17.01.2020
Zombie Zone Germany: Die Anthologie (eBook, ePUB)
Prüfer, Jan Christoph; Heidrich, Marina; Voss, Vincent; Schrapper, Heike; Cremer, Markus; Duller, Lisbeth; Dante, Chris; Kreutzmann, Felix; Lorenz, Joshua; Karg, Tom; Huster, Daniel; Wanis, Nora; Zegay, Kerstin; Gmyrek, Carolin; Dombrowski, Fabian; Ahrens, Britta; Braß, Sebastian; Leucht, Eberhard; Günther, Christian; Longerich, Sandra; Rys, Alin

Zombie Zone Germany: Die Anthologie (eBook, ePUB)


sehr gut

(gekürzt)
Wie immer bei Anthologien bewerte ich jede Kurzgeschichte einzeln, errechne dann den Durchschnitt und gebe bei Bedarf eine Prise „aber“ hinzu. Bei der Zombie Zone Germany Anthologie habe ich wie folgt bewertet:

★ ★ ★ ★ ★ : 12
★ ★ ★ ★ ☆ : 3
★ ★ ★☆ ☆ : 5
★ ★ ☆ ☆ ☆ : 1
★ ☆ ☆ ☆ ☆ : 0
☆ ☆ ☆ ☆ ☆ : 0
Der Durchschnitt beträgt hier 4,2, gerundet also 4 Sterne. Damit kann ich gut leben. Einige der Kurzgeschichten fand ich zwar wirklich spektakulär, so dass ich bereit wäre auch 5 Sterne zu vergeben, dafür gefallen mir aber ein paar Details des Gesamtkonzepts nicht so sehr.

Das ist zum Beispiel die komplette Abriegelung Deutschlands, dass die Überlebenden aufgegeben, die Zombies aber auch nur halbherzig bekämpft werden. Ist das realistisch? Vielleicht, denn in Krisensituationen sind Menschen schließlich zu allem fähig. Aber viel schlüssiger fände ich es, wenn es Grenzposten gäbe, an denen Menschen durch Quarantänestationen oder ähnliches das verseuchte Land verlassen könnten. Dann wäre es doch auch viel einfacher die Untoten mit Bomben etc zu bekämpfen.

Und müssten die Maden, die die Krankheit übertragen, nicht irgendwann einfach sterben, wenn sie keine Nahrung mehr bekommen? Dann würden die Untoten schließlich doch auch sterben… so richtig meine ich.

Was spricht eigentlich dagegen, Hilfsgüter per Hubschrauber abzuwerfen? Könnte das wirklich so geschehen, dass ein ganzes Land abgeriegelt und einfach abgeschrieben wird? Und der Rest der Welt schaut einfach zu? Na gut, es geht um Deutschland, historisch bedingt nicht unbedingt die beliebteste Nation, aber trotzdem…

Diese Fragen und Überlegungen haben mich beim Lesen beschäftigt, weshalb mir die dargestellte Welt insgesamt ein wenig unlogisch erschien.

Wie immer in der Phantastik muss man sich hier aber auf die Gegebenheiten einlassen. „Das ist einfach so“ ist in diesem Fall eine einigermaßen akzeptable Begründung für mich und von diesem Standpunkt aus hat die gesamte Anthologie eine eindeutige innere Logik, weshalb mir das Lesen auch viel Freude bereitet hat. Die Geschichten ergänzen einander ausgezeichnet und stellen verschiedene Aspekte des Lebens im postapokalyptischen Deutschland dar.

Besonders gefallen haben mir die folgenden:
Sievers letzte Auftritt (Jan Christoph Prüfer): In einer Universität haben sich die früheren Mitarbeitenden Peter und Ruth verschanzt. Während sie beobachten wie die Untoten das Gelände erobern, versuchen sie sich ein wenig Lebensqualität zu erhalten und ihre Träume nicht zu vergessen.
Der achte Tag (Alin Rys): Der Erzähler trifft im Wald auf einen Fremden, der Rettung bedeuten könnte. Der Mann nimmt ihn mit zu einer sicheren Zuflucht, wo alles beinahe normal erscheint. Doch etwas stimmt nicht und die Gefahr lauert nicht nur dort, wo man sie erwartet.
Gondwanaland (Carolin Gmyrek): Erzählung und Tagebucheinträge wechseln sich ab und schildern auf spannende Weise die Geschichte eines Überlebenden, der sich an einen ungewöhnlichen Ort zurückziehen konnte um den Zombies zu entgehen. Hier gefällt mir besonders, dass anfangs vieles unklar ist, die Informationen, die der Text nach und nach preisgibt, aber zu einer großartigen Geschichte werden, die ich auch gerne ein zweites Mal lesen werde.
James (Britta Ahrens): Ein heimliches Treffen im Wald verläuft nicht ganz wie in paar junge Leute geplant hatten. Es passiert aber auch nicht das, was ich als Leserin erwartet hatte, weshalb ich die Erzählung sehr spannend finde. Tiefgründig und überraschend punktet sie mit mehr als unheimlichen Zombies.

Bewertung vom 10.01.2020
Clyátomon 2 - Das Erbe (eBook, ePUB)
Bannert, Andrea

Clyátomon 2 - Das Erbe (eBook, ePUB)


sehr gut

Auf den ersten Blick:
Das Cover gefällt mir wieder sehr. Wie schon bei Band 1 finde ich die Farben sehr ansprechend und ich mag den ungewöhnlichen Scherenschnitt-Stil.

Vorne im Buch finde ich die Karte, die ich auch schon aus dem Vorgänger kenne. Die ist sehr hilfreich, auch wenn ich mich inzwischen schon ein wenig ein den Versunkenen Reichen auskenne.

Im Anhang gibt es ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen.

Was ich davon halte:
Eine schöne Fortsetzung, die einige Aspekte der Geschichte näher beleuchtet. Man lernt die Versunkenen Reiche und deren Geschichte noch besser kennen, auch einige weitere Figuren kommen hinzu bzw. spielen eine größere Rolle als zuvor.

Bei einigen Figuren war eine interessante Entwicklung erkennbar, vor allem gefiel mir eine Person, die im zweiten Band ein anderes Gesicht zeigt als zu Beginn der Geschichte.

Von der weiblichen Hauptfigur Mirán hatte ich mir etwas mehr Charakterstärke gewünscht. Sie finde ich im Gegensatz zu Band 1 ein wenig farblos und teils sogar unterwürfig. Unglaubwürdig wirkt das auf mich nicht, da es durchaus zu ihrem Charkter passt, aber es macht sie für mich ein bisschen unsympathischer und somit weniger interessant.

Das beschreibt auch ganz gut ein Problem, das ich mit Hauptfigur Imalián habe. Er verhält sich häufig unsympathisch, was einen gut begründeten Hintergrund hat und so auch prima in die Handlung passt. Aber die Kapitel, die aus seiner Sicht erzählt werden, waren dadurch eher anstrengend für mich zu lesen. Ich mag es einfach nicht, aus der Sicht von Leuten zu lesen, die ich nicht mag. Da ich so einen Teil des Buchs sozusagen zähneknirschend ertragen habe, habe ich mich entschieden bei meiner Bewertung einen Stern abzuziehen. Ich will it den Sternen ja nicht nur objektiv ausdrücken, wie „gut“ der Roman ist, sondern auch, wie ich das Lesen erlebt habe.

Mit den Entwicklungen und Geschehnissen, die etwas weiter weg von Imalián passiert sind, hatte ich allerdings viel Freude. Die Einblicke in Bildung und Wissenschaft in Delryien waren sehr interessant und eine neue Spezies gefiel mir auch sehr. Auch über das Mysterium um die Götter und die Entstehung der Reiche gab es Neues zu entdecken, was für Spannung sorgte.

Dafür fand ich die geheimnisvollen Lignijen, die ich im ersten Band noch wunderbar gruselig und extrem faszinierend fand, hier etwas schwach – wahrscheinlich weil ich sie mir anders vorgestellt hatte.

Auch von der Gefahr durch die Landmenschen hatte ich mir etwas anderes versprochen, da war ich ein klein wenig enttäuscht.

Insgesamt finde ich den zweiten Band der Clyátomon Trilogie spannend und lesenswert, nur hatte ich bei ein paar Dingen falsche Erwartungen, die dann nicht erfüllt wurden. Das hat beim Lesen für gelegentliche Durchhänger gesorgt, macht das Buch aber nicht weniger interessant.

Das Ende von „Das Erbe“ hat noch einiges offen gelassen, was ich klasse finde. Deswegen bin ich auch sehr gespannt auf Band 3, der voraussichtlich im Sommer 2020 erscheinen wird.

Zusammengefasst:
+ viele neue Einblicke in die wunderschöne Unterwasserwelt
+/- interessante Charakterentwicklungen, jedoch nicht immer nach meinem Geschmack
+ Das Ende lässt Fragen offen und macht Lust auf Band 3

Bewertung vom 10.01.2020
athleticflow
Kersten, Nora; Kersten, Simon

athleticflow


ausgezeichnet

(stark gekürzt)
Das Buch verfügt über ein umfangreiches Inhaltsverzeichnis, aus dem hervorgeht, dass Nora und Simon Kersten zunächst sich selbst vorstellen, anschließend die beiden Workoutparts Yoga und HIIT und dann ihr eigenes Konzept „athleticflow“. Den Rest des Buches machen die 5 verschiedenen Workouts aus.

Beim Lesen stelle ich fest, dass mir das Autorenduo mir auf Anhieb sympathisch ist. Das Paar wirkt authentisch und liebenswert, beide schildern mit Begeisterung ihren sportlichen Werdegang und bringen ihre persönlichen Erfahrungen mit ihren jeweiligen Fachgebieten mit ein.
Besonders sympathisch finde ich, dass das Paar auch ein paar Einblicke in sein Privatleben gestattet. So wird noch deutlicher, wie hervorragend beide sich ergänzen, auf sportlicher wie privater Ebene. Die Wertschätzung, die sie füreinander, für ihre Familie und ihre Freunde zum Ausdruck bringen, vermittelt mir das gute Gefühl, dass es hier um mehr geht, als den Körper in Form zu bringen.


Praxistest und Meinung:
Nachdem die einleitenden Kapitel hervorragend über das Konzept „athleticflow“ und dessen Ursprünge aufgeklärt haben, fühle ich mich gut vorbereitet und will mit dem Praxisteil loslegen.

Dieser beginnt mit einem ausführlichen Warm Up, in dem ich schon die Prinzipien beider Sportrichtungen erkennen kann. Viele Übungselemente sind mit vertraut, erhalten zum Teil aber für mich neue Aspekte zB durch bestimmte Bewegunsabfolgen.

Alles ist gut verständlich erklärt und mit Bildern veranschaulicht.

Ich persönlich finde die Workouts sehr anstrengend. Ich werde sie aber weiter verfolgen und gehe davon aus, dass ich mich bald mit dem neuen Training wohlfühlen werde. Dadurch, dass einzelne Yoga-Aspekte mit schon vertraut sind, fühlt es sich gar nicht so sehr an, wie etwas komplett Neues und ich bin zuversichtlich, dass ich mit den neuen Anforderungen zurecht kommen werde.

Bezüglich Trainingsergebnis kann ich noch nicht viel sagen. Aber das Workout macht Spaß, ist fordernd und die Theorie dahinter finde ich sehr ansprechend. Für Menschen, die sich zum ersten mal an Sport wagen wollen, wäre die „athleticflow“ Methode vielleicht zu viel des Guten. Allen anderen kann ich dieses Buch sehr empfehlen!


Fazit:

+ Zwei scheinbar gegensätzliche Welten harmonisch vereint
+ Großartige Gesamtdarstellung des Konzepts
+ Forderndes aber nicht überforderndes Training
+ sympathisches und authentisches Autorenduo

Bewertung vom 23.12.2019
Killing Zombies and Kissing You
Kindermann, Magret

Killing Zombies and Kissing You


ausgezeichnet

Der erste Blick:
Die auffällige Farbgebung des Covers finde ich sehr ansprechend, ebenso wie die Bildkomposition. Die einzelnen Elemente vermitteln abwechselnd Chaos und Stabilität, was zu einem harmonischen Gesamtbild wird, das hervorragend das Gefühl beim Lesen repräsentiert.
Im Inneren hat das Buch ein aussagekräftiges Inhaltsverzeichnis, die Titel der Kapitel machen sehr neugierig.


Meine Meinung:
Ich bin vollkommen begeistert von diesem Buch! Ich hatte es als „leichtes Lesehäppchen“ für zwischendurch eingeplant und was Seitenzahl und Lesedauer angeht ist der Plan auch aufgegangen. Inhaltlich hatte „Killing Zombies and kissing you“ aber viel mehr zu bieten als ich erwartet hatte.

Die Geschichte liest sich schnell und flüssig, die Spannung bleibt dauerhaft erhalten. Trotz des rasanten Erzähltempos, ist es Autorin Magret Kindermann gelungen, großartige Einblicke in die Gefühlswelt und die Erinnerungen der Hauptfigur Bea zu ermöglichen.
Bea finde ich sympathisch, sie hat Ecken und Kanten und ist eine realistische junge Frau. Ihre Art, mit der Zombie-Apokalypse umzugehen, kann ich gut nachvollziehen. Sie hat Prinzipien, ist ein anständiger Mensch und manchmal geht eben doch die Panik oder Resignation mit ihr durch. Dadurch, dass man beim Lesen immer ganz nah bei ihr ist, wird die Geschichte fühlbar und erlebbar. Das war zugleich anstrengend und wundervoll! Die Ich-Erzähler Form finde ich hier perfekt gewählt.

Besonders gefällt mir, dass Bea offen und tabufrei mit ihrem Körper umgeht und über traumatische Erlebnisse in ihrer Vergangenheit berichtet, die sie noch immer belasten. Auch wenn diese Traumata und Beas Auseinandersetzung damit nicht zum Hauptthema der Geschichte werden, finde ich die Art wie die Autorin darüber schreibt angemessen und respektvoll. Es gibt keine unrealistische Lösung nach dem Motto „Und plötzlich war alles wieder gut.“

Das trifft auch auf die gesamte Stimmung des Romans zu. Die Welt ist am Ende, viele Menschen sind gestorben, alles ist einfach nur noch schrecklich. Aber es gibt Lichtblicke und schöne, fröhliche Momente. Ich finde das spiegelt sehr gut das menschliche Bedürfnis nach Hoffnung wieder und da trotzdem das lebensfeindliche Setting immer präsent ist, wirkt das alles auf mich sehr realistisch.

Der romantische Anteil, den das „kissing you“ im Titel andeutet ist viel geringer, als ich erwartet hatte. Auch hier schafft es Magret Kindermann eine realistische Situation darzustellen, die selbst ich als Romance-Kritikerin glaubwürdig und sehr schön finde. Bea bleibt nämlich trotz Verliebtheit sie selbst, zweifelt auch mal und respektiert vor allem ihre eigenen Grenzen. Das finde ich großartig und wichtig!

Insgesamt hat der Roman mich wunderbar unterhalten, mich aber auch sehr beeindruckt. Ich wurde häufig überrascht und konnte weder die einzelnen Handlungselemente, noch das Ende erahnen. Bemerkenswert finde ich, dass ich keinerlei Kritikpunkte finden kann, nicht einmal Rechtschreibfehler ;)
„Killing Zombies and kissing you“ zähle ich zu meinen Jahresfavoriten und ich werde das Buch sicher noch einmal lesen!


Fazit:
+ beklemmendes Setting, realistisch dargestellt
+ authentische Hauptfigur, die tiefe Einblicke in ihr Seelenleben gewährt
+ durchgehend extrem spannend
+ schöne kleine Romanze, die sich nicht in den Vordergrund drängt
+ Vorbildlicher Umgang der Hauptfigur mit ihrem Körper und ihren persönlichen Grenzen

Bewertung vom 21.12.2019
Die Hilfskräfte - Die wahren Herren des Dungeons

Die Hilfskräfte - Die wahren Herren des Dungeons


ausgezeichnet

Der erste Blick:

Wenn das Cover Programm ist, rechne ich mit Wischmop, Schraubenschlüsseel und Körperteilen als ständige Begleitung. Das klingt schon mal vielversprechend.

Ein Inhaltsverzeichnis gibt Auskunft über die einzelnen Geschichten und deren Verfasser*innen. An zweiter Stelle entdecke ich hier z.B. eine Kerkerordnung von Christian von Aster. Sehr gut, Ordnung muss sein.

Im Anhang finden sich noch kurze Informationen zu den beteiligten Personen.



Meine Meinung:

Bei Anthologien bewerte ich immer jede Geschichte einzeln und errechne dann den Durchschnitt. Dazu kommt eine Prise „So fühlt es sich für mich richtig an“ und fertig ist die Sternebewertung.

Bei „Die Hilfskräfte“ habe ich folgendermaßen bewertet:

Von den 14 Kurzgeschichten habe ich zwei mit 3 Sternen bewertet. Drei Geschichten habe ich 4 Sterne gegeben und bei neun Geschichten waren es 5 Sterne. So komme ich auf einen Durchschnitt von 4,5, also 5 Sterne.

Das spiegelt auch ganz klar mein Gefühl wieder, denn die komplette Anthologie hat mich ausgezeichnet unterhalten. Die Ideen der Autor*innen waren so vielseitig, dass trotz des gleichen Grundthemas sehr verschiedene Geschichten erzählt wurden.



Meine persönlichen Favoriten sind folgende Kurzgeschichten:



„Schicht im Schacht“ von Tom Orgel erzählt die Geschichte einer NSC (Nicht-Spieler-Charakter) die gar nicht begeistert davon ist, von den feinen Helden im Dungeon zurückgelassen zu werden. Statt auf Rettung zu warten, nimmt sie die Dinge selbst in die Hand und mischt den Dungeon ordentlich auf. Frau weiß sich schließlich zu helfen.



„Verdammte Personalabteilung“ von Stephan Orgel klärt darüber auf, was aus Helden werden kann, die in einer Variante (nennen wir sie doch einfach mal „Verfilmung“) ihrer Geschichte vergessen wurden. Und dass obwohl doch jeder, der das Buch gelesen hat weiß, wie liebenswert und unverzichtbar diese Figur ist! Tim Infandil jedenfalls fristet sein Dasein als Fackelkobold in einen Dungeon und erfüllt all seine Pflichten vorbildlich. Wenn ihm die Personalabteilung nur nicht ständig irgendwelche Anfänger vor die Nase setzen würde!



In „Goldene Zeiten“ von Susanne Pavlovic findet sich der*die Leser*in in einem Dungeon wieder, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat. Geldsorgen,

streikende Zombies und ein unverhoffter Kontrollbesuch von der IDO (Internationale Dungeonordnung) bereiten Schatzmeisterin Aurelia Kopfzerbrechen. Aber Aurelia hat zuverlässige, wenn auch etwas anstrengende Mitarbeiter, die verrückt genug sind, eine wahnwitzige Idee umzusetzen.



Melanie Vogltanz befasst sich in „Kopfsache“ mit einer ganz zauberhaften und außergewöhnlichen Kreatur, die sich in Sachen Nahrungsaufnahme so manche Sonderwünsche in den Kopf gesetzt hat. Beziehungsweise in die Köpfe. Fütterungsfachkräfte sind hier schnell überfordert, bis endlich die kompetente Raffaela den Job übernimmt. Raffaela meistert die Angelegenheit ohne mit der Wimper zu zucken, muss dafür allerdings die eine oder andere Vorschrift eher großzügig auslegen. Wenn das mal keinen Ärger gibt!



„Die Hilfskräfte“ ist eine wundervolle Anthologie für alle, die schon mal was von Dungeons, Pen &Paper Rollenspiel und Ähnlichem gehört haben. Ganz toller Humor und viele sympathisch verrückte Ideen! Eines meiner Jahreshighlights, das ich sicher noch öfter lesen werde!



Fazit:

+ vielseitige Geschichten, die gut zusammenpassen

+ grandioser Humor

+ Meine Favoriten: „Schicht im Schacht“, „Verdammte Personalabteilung“, „Goldene Zeiten“ & „Kopfsache“

Bewertung vom 03.12.2019
Sternenstolz
Gleeson, Mandy

Sternenstolz


sehr gut

Der erste Blick:

Das Buch enthält vorne eine sehr nützliche Karte des Kontinents Elyrien, mit der man die Geschehnisse in der Geschichte gut verfolgen kann.

Wie schon in Band 1 sind die Kapitelüberschriften verziert, zu Kapitelbeginn werden auch Zeitpunkt und Ort der Handlung genannt. Zwischen den Kapiteln verstecken sich einige Porträts der Hauptfiguren.

Am Ende ist noch ein kurzes Glossar untergebracht, das ich dieses mal aber gar nicht gebraucht habe.



Meine Meinung:

Bei Sternenstolz brauchte ich anfangs leider ziemlich lange, um wieder so richtig in der Handlung „drin“ zu sein. Die Geschichte geht meinem Empfinden nach nahtlos weiter und offenbar hatte ich schon einiges aus dem Vorgängerband vergessen.

Die Gefährten sind unterwegs um drei große Sünden aufzuspüren und aufzuheben. Hier hatte ich ein Problem mit dem Ausdruck „Sünde“. Mir ist das Wort als religiöser Begriff bekannt und ich konnte im Zusammenhang mit der Handlung nicht viel damit anfangen. Sünde ist definiert als „Übertretung eines göttlichen Gebots“ (Google) , also als Regelverstoß einer religiösen Person. Bei allen drei der erwähnten Sünden fehlte mir der Bezug zu Geboten bzw. Verboten durch die Götterwelt. Einmal hatte ich sogar den Eindruck, dass die Sünde von einem göttlichen Wesen verursacht wurde. Warum darunter die Bewohner Elyriens leiden mussten, habe ich nicht verstanden. Ich habe versucht den Begriff Sünde beim Lesen einfach als „Unrecht“ zu deuten, was immer noch Fragen aufwarf (wie zB wer hier wem Unrecht getan hat), womit ich aber leben konnte.

Obwohl ich mit diesem wichtigen Handlungselement nicht ganz klar gekommen bin, fand ich den Roman spannend und unterhaltsam. Die Figuren waren mir schon aus Band 1 vertraut und ich fand sie nach wie vor interessant. Mir gefielen die tieferen Einblicke, die ich durch den zweiten Band erhalten konnte. Einzig Chai fing langsam an mich zu nerven, da er meinem Empfinden nach sehr lange überhaupt keine Entwicklung erkennen ließ und sich scheinbar im Kreis drehte.

Schade fand ich, dass die Blutgekrönten keine so große Rolle mehr spielten und mir letztlich auch nicht mehr wie die mächtigen, unbezwingbaren Gegner vorkamen, die ich in „Königszorn“ kennengelernt hatte.

Es werden zahlreiche Kämpfe geschildert, was mich einige Anstrengung kostete. Mandy Gleeson hat all diese Szenen wirklich gut und spannend geschrieben, aber ich habe an Kämpfen nur geringes Interesse. Einige wenige solcher Szenen kann ich mit Genuss lesen, dann ist meine Geduld aber auch schon am Ende.

Das Finale fand ich interessant, auch wenn es etwas unerwartet war. Ein paar Aspekte daran gefielen mir nicht so sehr, aber insgesamt fand ich es passend. Der Epilog hat mich dann wieder verwirrt bezüglich der Motive einer Figur. Ob ich das gut oder schlecht finde, kann ich wohl erst beurteilen wenn ich den dritten Band gelesen habe, der bisher noch nicht erschienen ist.

Dass zahlreiche Einzelheiten einfach nicht meinen Geschmack trafen, würde normalerweise dazu führen, dass ich den Roman mit 3 Sternen bewerte. Ausschlaggebend war für mich hier aber die Tatsache, dass ich nie das Gefühl hatte, ich würde das Buch gerne abbrechen. Im Gegenteil, ich habe mich immer aufs Weiterlesen gefreut. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr und einige Figuren, sowie die gesamte Welt Elyrien finde ich einfach zu sympathisch, um mich nicht für sie zu interessieren.

Daher werde ich die Serie auch weiterlesen, sobald Band 3 erscheint.


Fazit:

+ sympathische und interessante Hauptfiguren

+ detailreiche Fantasywelt

+ spannender, harmonischer Schreibstil

- viele Kämpfe: nicht mein Fall (aber gut dargestellt)

- Handlungselemente („Sünden“) werfen Fragen auf

Bewertung vom 22.11.2019
50 Künstlerinnen, die man kennen sollte
Weidemann, Christiane; Larass, Petra; Klier, Melanie

50 Künstlerinnen, die man kennen sollte


sehr gut

Der erste Blick
Auf dem Cover zu sehen ist Frida Kahlo, die ja nun wirklich fast jeder kennt. Schön, so wirkt das Buch gleich ein bisschen vertraut und ich habe das Gefühl, dass mich nur noch 49 Namen erwarten, die ich noch nie gehört habe ;)
Vorne und hinten ist eine Timeline abgedruckt, in der die Namen der behandelten Künstlerinnen zeitlich eingeordnet sind und zwar von 1500 bis ca 1960. Die farbliche Gestaltung - schwarze Schrift auf lila Hintergrund (das gleiche Lila wie auf dem Titel) ist hier leider gar nicht mein Fall, denn ich finde die Schrift auf dem recht dunklen Hintergrund etwas schwer zu lesen.
Nach einem übersichtlichen Inhaltsverzeichnis geht es auch schon los. Jeder Künstlerin ist eine Seite Text gewidmet am Rand findet sich eine Leiste mit Porträt, Lebensdaten und einem kurzen Einleitungstext. Auch hier ist wieder der Lilaton zu finden. Den gesamten Text wie auch die Porträts der Frauen sind für meinen Geschmack ein bisschen zu klein.
Groß und gut erkennbar sind aber die abgebildeten Werke, die jeweils etwa eine Seite einnehmen. Von jeder Künstlerin wird mindestens ein Werk gezeigt, von einigen mehr.
Im Anhang findet sich noch ein kurzes Glossar.

Meinung
Mir gefällt der Aufbau des Buchs sehr, es ist genau was ich mir erhofft hatte.
Lediglich die Gestaltung trifft wie erwähnt nicht meinen Geschmack. Die Schrift ist mir einfach zu klein und die Kombination mit dem lila Streifen gefällt mir nicht. Positiv fällt mir daran allerdings auf, dass wirklich viel Information auf den 160 Seiten untergebracht wurde, so dass das Buch umfangreicher ist, als es das Äußere vermuten lässt.
Inhaltlich gefällt mir, wie die einzelnen Personen knapp vorgestellt wurden, mit Informationen über ihr Leben und ihre Arbeit. Dabei wird kaum auf Maltechniken, Epochen bzw. Kunstrichtungen eingegangen, was ich sehr begrüße. Das wäre mir zu viel Information auf einmal. Stattdessen wird vor allem erläutert wie die Frauen zur Kunst kamen, wie sie arbeiteten und worauf man bei den Kunstwerken achten kann. Mir gefällt es sehr, dass das Buch trotz gehobener Sprache nie wissenschaftlich wirkt und ich auch ohne Vorkenntnisse alles verstehe. Die gezeigten Kunstwerke kann ich so ein wenig begreifen ohne gleich jedes Detail analysieren zu müssen.
Gezeigt werden nicht nur Malerei sondern z.B. auch Fotografien bzw Fotomontagen und Performance Art.
Die Informationsfülle ist natürlich begrenzt, aber dafür finden sich in jedem Text zahlreiche Namen und Stichworte, nach denen man problemlos online oder in weiterführender Literatur suchen kann. So ist das Buch ein hervorragender Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen.
Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre eine Vorstellung der Autorinnen. Die Formulierung „[...]die man kennen sollte“ im Titel spricht mich eigentlich nicht sonderlich an, da die Zusammenstellung in diesem Buch persönliche Meinungen ausdrückt und keine allgemeingültige Regel. Umso mehr hätte mich interessiert, wessen Meinung ich denn eigentlich lese, welchen Bezug die Autorinnen zur Kunst haben und warum sie ausgerechnet diese 50 Künstlerinnen ausgewählt haben.
Übrigens kannte ich tatsächlich nur zwei der vorgestellten Frauen, ich konnte hier also wirklich viel Neues lernen!
Insgesamt ein sehr schönes Buch, das mich optisch zwar nicht ganz anspricht, aber hochwertige und sehr interessante Inhalte zu bieten hat.

Fazit:
+ viel Information auf kleinem Raum
+ verständliche Sprache
+ hilft Laien einen Bezug zu den Kunstwerken aufzubauen
- Gestaltung nicht ganz mein Geschmack (kleine Schrift, Farbton)
- keine Information über Autorinnen des Buchs enthalten

Bewertung vom 19.11.2019
Ich kann lesen!: Die besten Geschichten zum Selberlesen
Ende, Michael; Kruse, Max; Preußler, Otfried

Ich kann lesen!: Die besten Geschichten zum Selberlesen


ausgezeichnet

Der erste Blick

Das Buch hat ein angenehm handliches Format, mit dem auch kleine Hände zurecht kommen. Das Hardcover wirkt stabil, die bunte und fröhliche Gestaltung fällt direkt ins Auge. Die Geschichten sind in gut lesbarer blauer Schrift gedruckt und großzügig illustriert. Dabei waren viele Illustrator*innen am Werk, so dass verschiedene Stile erkennbar sind, die mir fast alle gut gefallen. Zusätzlich gibt es auch ein paar Rätsel und lustige Reime.



Meine Meinung

Wie immer bei Anthologien – und da mache ich bei Kinderbüchern natürlich keine Ausnahme – habe ich jede Geschichte einzeln bewertet. In diesem Fall gilt das auch für die Rätselseiten und die Sammlung kurzer Reime. Bewertet habe ich wie folgt:

Sechs mal habe ich volle Punktzahl (5 Sterne) vergeben, dazu gehören auch die Rätsel und Kurzreime. 4 Sterne habe ich drei mal vergeben. Dann gab es für mich noch eine 3-Sterne Geschichte und eine für die ich 2 Sterne vergeben habe. Im Durchschnitt macht das 4,3 Sterne.

Zu den einzelnen Geschichten:

Am besten gefiel mir „Das blaue Wagilö“ von Ursula Wölfel (illustriert von Bettina Wölfel). Die Geschichte folgt einem Warzenschwein, das nicht zufrieden mit seinem Aussehen ist und sich deswegen wahnsinnig freut, dass sich seine Wünsche erfüllen und es plötzlich ganz anders aussieht. Aber mit jeder Veränderung kommt auch ein neuer Wunsch hinzu und nie ist das arme Tier zufrieden. Bis es am Ende feststellt: Eigentlich gibt es doch viel wichtigere Dinge als Äußerlichkeiten! Mit gefällt hier die positive Botschaft, die auf humorvolle Weise vermittelt wird. Die Bilder dazu finde ich auch außergewöhnlich schön und lustig!

Zu meinen Favoriten zählen auch „Der Pflaumenmusfänger“ von Wolfram Eicke (Illustrationen: Susanne Smajić ) und „Carlotta und das Rätsel der Zeit“ von Jeanette Randerath (illustriert von Imke Sönnichsen).



Gar nicht gefallen hat mir leider „Urmel auf dem Mond“ von Max Kruse. Ich kenne vom berühmten Urmel nicht mehr als den Namen; die Bücher habe ich nie gelesen. Und ich glaube, dass ich damit nicht allein bin und viele Kinder und Erwachsene mit den Geschichten um das Urzeitwesen nicht vertraut sind. Daher finde ich es ungünstig und schade, dass hier scheinbar vorausgesetzt wird, dass man die Figuren bereits kennt. Hinzu kommt, dass die Figuren Sprachfehler haben, was ich schwer zu lesen finde, vor allem für Anfänger. Der Schreibstil des bekannten Autors liegt mir einfach nicht und so habe ich die Geschichte als großes Durcheinander empfunden, durch das ich mich quälen musste. Sogar die Illustrationen von Roman Lang treffen nicht meinen Geschmack, sodass die Urmel-Geschichte für mich leider ein Flop war.



Alles in allem finde ich die Geschichtensammlung aber sehr gelungen! Inhaltlich wie auch optisch vielseitig gestaltet, dürfte für alle jungen Leser*innen das Richtige dabei sein. Zuletzt möchte ich noch auf den Preis von 7,99€ hinweisen, den ich für so ein tolles Buch sehr günstig finde!




Fazit:



+ vielseitige Geschichten und Gestaltung

+ tolle, humorvolle Reime und spannende Rätsel

+ Gut zu lesende Schrift

Bewertung vom 18.11.2019
Elfenalarm
Lienesch, Andrea

Elfenalarm


sehr gut

Der erste Blick
Wie ich es bereits vom Fabulus-Verlag kenne, ist dieses Buch wieder liebevoll und einzigartig gestaltet. Das Hardcover ist komplett in Rottönen gehalten, sogar der Elf auf dem Cover ist fast komplett Rot. Der Titel ist geprägt, was mir immer sehr gefällt. Dreht man das Buch auf die Seite, ist zu sehen, dass auch der Buchschnitt rot eingefärbt ist und beim Aufschlagen blickt man zuerst auf wunderschönes dunkelrotes Vorsatzpapier. Das gefällt mir alles wahnsinnig gut! Am Anfang gib es dann noch ein Inhaltsverzeichnis mit Kapitelnamen, das zusammen mit dem Lesebändchen dafür sorgt, dass man sich beim Lesen nicht verirrt.

Meine Meinung
Die Geschichte beginnt prompt auf der zweiten Seite, vorher gibt es nur eine ganz knappe Einleitung. Ich hätte mir hier direkt eine etwas gemütlichere Vorstellung der Figuren gewünscht, aber andererseits kommt durch den schnellen Einstieg garantiert keine Langeweile auf.
So schnell wie die Handlung beginnt, wird sie auch weitergeführt. Ich empfinde die Geschichte als geradlinig und detailarm, was aber gar nicht schlimm ist. Interessant ist sie für mich trotzdem und ich glaube junge Leser werden hier gut unterhalten, ohne durch Abschweifungen oder zu viele Einzelheiten verwirrt zu werden.
Was mir fehlt ist ein wenig mehr Innensicht. Till, der Erzähler der Geschichte reißt zwar hin und wieder einen Witz oder spricht die Leser*innen persönlich an, was ich toll finde. Aber so gut wie nie empfindet er etwas bei den Dingen, die er erlebt. Da hätte ich mehr mehr Emotionen gewünscht, die meiner Meinung nach auch Kindern beim Lesen helfen können, sich das Gelesene besser vorzustellen.
Der Schreibstil der Autorin ist meist locker umgangssprachlich, was ich sehr passend für den jungen Erzähler finde. Gelegentlich sind da aber Worte und Ausdrücke, die gar nicht nach einem Zwölfjährigen klingen. Das stört mich dann schon ein bisschen.
Sehr gelungen finde ich die fünfjährige Sofie. Ihre charmant-freche Art wirkt unglaublich sympathisch und realistisch. Sie erinnert mich sogar an jemanden, den ich kenne, was sie für mich zu einer fabelhaften, lebensechten Hauptfigur macht.
Auch die Elfen gefallen mir generell sehr. Sie sind liebenswerte und ein wenig chaotische Persönlichkeiten, die sich völlig von dem niedlichen Klischee abheben.
Insgesamt finde ich „Elfenalarm“ trotz einiger Kritikpunkte unterhaltsam und kurzweilig. Die Kinder im Buch sind hilfsbereit und setzen sich für Andere und ihre Umwelt ein, so dass die Geschichte auch eine tolle Botschaft vermittelt.

Bewertung vom 16.11.2019
Der kleine Wassermann (eBook, ePUB)
Preußler, Otfried

Der kleine Wassermann (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der erste Blick
Das Hardcover ist stabil und hat ein angenehmes Format. Groß genug um schöne große Bilder unterzubringen, klein genug um kleinen Händen das Blättern zu ermöglichen. Die Schrift ist in normaler Größe, das Buch scheint also zunähst einmal als Vorlesebuch konzipiert zu sein. Die Illustrationen sind zahlreich und in passendem, nostalgischem Stil. Die Bildkompositionen und Farbwahl gefallen mir meist sehr, die Darstellung der Figuren trifft nicht ganz meine Geschmack, finde ich aber weitestgehend passend zur Geschichte.

Meine Meinung
Schon als Kind mochte ich Ottfried Preußlers Geschichten und so ist es erstaunlich, dass „Der kleine Wassermann“ damals nicht zu meinem Lesestoff gehörte. Umso gespannter war ich, ob ich ihn so sehr mögen würde wie z.B „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“.
Anfangs brauchte ich ein paar Seiten, um mich wieder an den Stil des Autors zu gewöhnen. Die Sprache ist ein etwas altmodisch, der Erzählstil erinnert mich ein wenig an Märchen. Nach kurzem Eingewöhnen, fand ich das sehr charmant und liebenswert.
Der kleine Wassermann ist ein sympathischer aber oft auch ziemlich frecher Kerl. Es macht Spaß, ihm beim Entdecken des Weihers zuzuschauen und zu sehen, wie er immer abenteuerlustiger wird.
Über die Wassermenschenfamilie musste ich ein bisschen schmunzeln, da diese doch arg altmodisch wirkt. Die Mutter kümmert sich um den Haushalt und ist ein wenig übervorsichtig mit ihrem kleinen Jungen, während der Vater seinen Sohn mit nach draußen nimmt und ihm die Welt zeigt. Dass der Vater den Jungen einmal ganz selbstverständlich mit Schlägen bestraft gefällt mir gar nicht. Allerdings galt was heute per Gesetz verboten ist zu dem Zeitpunkt als das Buch geschrieben wurde noch als „normal“. Ich finde, es ist nicht die Aufgabe eines Kinderbuchklassikers, Kindern zu vermitteln wie die Dinge heute in unserem Alltag laufen. Im Gegenteil, so ein Klassiker macht den jungen Lesern begreiflich, dass die Welt sich ständig verändert, und regt vielleicht zum Nachdenken an. Umso wichtiger finde ich es, mit Kindern Gelesenes zu reflektieren und über Werte und Gepflogenheiten zu sprechen.
Von dieser Szene abgesehen empfinde ich die Geschichte als fröhlich und unbeschwert. Ich hatte beim Lesen vielleicht ein ganz kleines bisschen weniger Spaß als mit den anderen Werke Preußlers, die ich bereits als Kind kannte... Es geht schließlich nichts über die „alten Freunde“, aus den Büchern der Kindheit!
Alles in allem ist „Der kleine Wassermann“ aber ein sehr schönes und unterhaltsames Buch, das ich jungen Lesern/Zuhörern ab 6 Jahren empfehlen kann!