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Benutzername: Kira


Bewertungen

Insgesamt 2 Bewertungen
Bewertung vom 27.06.2019
Alle Wasser Stein
Müller-Ferchland, René

Alle Wasser Stein


ausgezeichnet

Ein Erstling und gleich ein Kunstwerk!
Es ist – das lässt der Titel „Alle Wasser Stein“ schon ahnen – ein sehr besonderes Werk, geschrieben mit traumwandlerischer Sicherheit und großer Liebe für all die erstaunenden Details, die sehr besonderen Figuren und die von südländischer Atmosphäre gesättigte Szenerie. Rigot, ein Bildhauer, der sich immerfort im Rausch zu befinden scheint, zieht einen unweigerlich in seinen Rausch, in seine rauschhafte Reise durch diesen entscheidenden Teil seines Lebens hinein. Dass es nicht allein ein Drogenrausch ist, wird immer klarer, je deutlicher wird, dass Rigot sich nicht nur im Außen dem zu behauenden Stein stellen muss und sich das nicht zutraut. In ihm selbst steht genauso ein unbehauener Stein und drückt und nervt und quält ihn, ohne dass er einen Ansatzpunkt sehen kann, an dem er starten könnte, den Stein zu behauen, seine ihm gemäße Form aus ihm heraus zu schauen und sie ihm zu geben. Dazu hat er sich verpflichtet und vor allem kann er nur damit den heilen und sicheren Ort retten, an dem er und seine Künstlergruppe leben können.
So hat er zwei Schauplätze, mit denen er sich befassen muss, da hilft ihm auch kein Opium. Aber das Leben hilft. Gnädig, doch unerbittlich. Etwas will gesehen werden, und es geschehen unzählige Dinge, die dieses Etwas mit unendlicher Geduld und manch schmerzhafter Mühe herausarbeiten aus dem, was in Rigot zu Stein geworden ist.
Die zunächst altertümlich wirkende, sehr gekonnte und sehr schöne Sprache bietet die Schale, in der all die oft rauschhaft vagen, umso ergreifenderen Bilder und Szenen geborgen sind. Die Umgebung, sei es die Natur oder das alte Gemäuer der südländischen Villa umgreifen das Geschehen und halten es. Das allmähliche Entdecken und Finden von Sinn in all dem Rausch, in all dem mit dem Verstand kaum zu Greifenden vollenden es schließlich und lassen die unzähligen Details zu einem Ganzen werden.
Dieses Werk ist in sich vollkommen und rund. Ein Kunstwerk, das mich mit dem Staunen, an einem Wunder teil gehabt zu haben, zurücklässt. Schade, dass auch wunderbare Geschichten ein Ende haben! Doch dieses ist eins, das die Geschichte rundet, aber nicht endet.

Bewertung vom 06.02.2019
Mein ist die Liebe
Eckert, Christa

Mein ist die Liebe


ausgezeichnet

Ein wunderbarer Roman über die Macht der Gedanken und natürlich über die Liebe. Wer sich mit seinen eigenen Gedanken immer wieder hinaus wirft aus seinem Herzen, der kann nur scheitern, und wenn er noch so sehnsüchtig nach der wirklichen Liebe sucht. Das erkennt Carla während einer Internetpartnersuche nach und nach und lernt, ihr Denken zu lenken. Dazu gehört natürlich, dass sie ihre Vergangenheit anschaut und dass sie liebevoll annimmt und heilt, was von da noch immer in ihre Gegenwart hinein greift und sie quält. Es ist ein Weg der Selbsterkenntnis, der Selbstheilung und der Selbstermächtigung. Am Ende ist Carla reif für eine erste Erfahrung von wirklicher Liebe - und die ist weit entfernt von allem, was romantische Liebe ihr bislang vorgegaukelt hat.
Ein kluges, warmes, bereicherndes Buch, spannend vom ersten bis zu letzten Satz. Ein Lesegenuss!

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