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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Liesgern
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Bewertungen

Insgesamt 80 Bewertungen
Bewertung vom 15.05.2019
Niemalswelt
Pessl, Marisha

Niemalswelt


ausgezeichnet

Es fängt einen ein, dieses schöne Thriller-like Cover.
Irgendwie verspielt und schön, andererseits verschwommen und dunkel.
Genau das ist es, was diese faszinierende Geschichte in der Gefangenschaft der Niemalswelt aussagen möchte.
*
Frisch entkommen bin ich jedenfalls gerade der Niemalswelt und kann nur sagen, es war verdammt knapp.

Bee hat vor über einem Jahr ihren Freund Jim verloren.Seitdem ist ihr Leben alles andere als wirklich.Zum Überleben hat sie all ihre Kontakte von damals abgebrochen.
Doch wie es das Schicksal manchmal so will, treffen die unzertrennlichen 5 Freunde wieder aufeinander.Jedoch haben sie in der Nacht der Zusammenkunft einen folgenschweren Autounfall.Mit diesem Ereignis beginnt ihre Gefangenschaft in der "Niemalswelt", eine Endlosschleife zwischen Leben und Tod.Nur einer wird diesen Unfall überleben und wer dies ist, müssen die Freunde selbst bestimmen.
*
Die "Niemalswelt" hat auch mich absolut gefangen genommen.Eine Geschichte mit hochinteressanten Charakteren, von denen jeder ein Geheimnis hütet, was ich unbedingt erfahren wollte.Auch die Idee als solche ist faszinierend. Anfangs ging mir "Und täglich grüßt das Murmeltier" durch den Kopf, jedoch ist diese Geschichte ganz sicher nicht das gleiche.
Im Buch wird beschrieben, dass alle Dinge, die sich im Kopf abspielen, einem wie durch einen Mixer gequirlt vorkommen und ja, so ähnlich habe ich es auch im positiven Sinne empfunden.
*
Ein absolut spannendes Buch!
Taucht ein in die "Niemalswelt", wenn ihr euch traut.

Bewertung vom 02.05.2019
Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten
Brennan, Sarah Rees

Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten


ausgezeichnet

Mit "Golden Darkness - Stadt aus Licht und Schatten" hat Sarah Rees auf gut 400 Seiten ein dystopisches Jugendbuch erschaffen, was sicherlich auch eine Botschaft vermitteln soll.
Eine Geschichte in der man ans Nachdenken kommt, was vielleicht jeder einzelne durch Handeln erreichen kann.

Das Cover ist ein absoluter Hingucker mit seinen schillernden Elementen und dem misteriösen Motiv aus Licht und Schatten.
Einfach nur wunderschön und magisch.

Die Geschichte spielt im New York der Zukunft.Die Stadt ist geteilt in eine Zweiklassengesellschaft - und das auch räumlich.
Auf der Lichtseite dürfen die Menschen leben, mit denen es die Gesellschaft gut gemeint hat. Ihnen mangelt es an nichts und sie leben im Wohlstand.
Auf der anderen Seite leben die Menschen in der sogenannten Dunkelstadt.Dort herrscht die Dunkelmagie, Unterdrückung und Armut.
Lucie wurde in der Dunkelstadt geboren, als Kind von Eltern mit Lichtmagie - eine große Ausnahme.In jungen Jahren verliert sie unter misteriösen Umständen ihre Mutter und nachdem ihr Vater wegen eines scheinbaren Verbrechens beinahe hingerichtet wird, kann sie gemeinsam mit ihm in den Lichtteil der Stadt fliehen.
Dort lebt sie nun ein scheinbar behütetes Leben. Ihre Liebe gilt dem wohlhabenden und sympathischen Ethan Stryker, dessen Familie große Macht und Einfluss in der Lichtstadt hat. Alles ist gut, bis zu dem Tag, als Carwyn auftaucht. Dieser ist Ethans Doppelgänger, geschaffen aus Dunkelmagie und dürfte eigentlich nicht existieren.

Die Idee der Geschichte ist fazinierend und spannend.Beim Lesen möchte man Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für alle Menschen.Es ist falsch eine Stadt zu teilen und den Wert eines Menschen über den eines anderen zu stellen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und gut flüssig zu lesen, wie es sich gehört für ein Jugendbuch.
Allerdings hat mir die Tiefe im Ganzen gefehlt.Sei es bei den Personen aber auch beim Setting und in der Aufklärung über die Magie.Die Geschichte hat ein riesen Potential, was leider nicht wirklich ausgeschöpft wird. Dadurch sind mir weder Lucie als Protagonistin noch die weiteren Charaktere so wirklich ans Herz gewachsen. Schade.

Dennoch ist Golden Darkness ein durchaus nettes Jugendbuch, was sich ganz gut zwischendurch lesen lässt.

Bewertung vom 20.04.2019
Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem.
Läckberg, Camilla

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem.


ausgezeichnet

Gefangen in einem goldenen Käfig, genau das ist es, was dieses Cover verkörpert.Ein Schmetterling symbolisch für eine hübsche und zarte Frau.Doch öffnet sich dieser Käfig einmal, können faszinierende Verwandlungen stattfinden.

Sie sind reich, schön und der Inbegriff einer Traum-Familie.Faye liebt ihren Jack und ihre gemeinsame Tochter heiß und innig.Sie liebt vor allem ihn so sehr, dass sie für ihr gemeinsames Leben und ein bisschen Aufmerksamkeit immer den untersten Weg geht.
Doch wie weit lässt sich eine Frau am untersten Weg treten und verachten, bis sie aufsteht und sich wehrt?
Am Anfang der Geschichte steht der Verdacht, dass Julienne, die 7-jährige Tochter des Paares, von ihrem Vater getötet wurde.
Wie konnte es dazu kommen?

Ein fantastischer Psycho-Thriller, der teilweise unter die Gürtellinie und tiefer geht. Die Geschichte ist raffiniert, schmutzig und absolut genial.
Camilla Läckberg hat eine Gabe den Leser psychisch zu steuern.Meine Gefühle für Faye wandelten sich in den drei Abschnitten des Buches und ich bin mir sicher, dass dies absolut beabsichtigt ist.
Der Spannungsaufbau war durch die Veränderung der Protagonistin super geleitet und ich wurde immer wieder durch unvorhersehbare Geschehnisse überrascht.

Für mich ist Faye keine Person zum direkten Liebhaben, dafür gibt es allerdings Nebencharaktere, wie zum Beispiel Chris, die beste Freundin von Faye, die so echt ist, dass man sie einfach ins Herz schließen muss.

Der Abschluss des Ganzen ist rund, befriedigt und absolut Thriller-Like. Was nicht heißt, dass ich alles besonders realistisch empfunden habe.Aber in diesem Fall musste es das auch nicht sein.Ich kann nur sagen:
"Unterschätze nie die Rache einer Frau!"

Bewertung vom 27.03.2019
Der Wal und das Ende der Welt
Ironmonger, John

Der Wal und das Ende der Welt


ausgezeichnet

St. Piran ist ein kleines verschlafenes Fischerdörfchen in Cornwall. Dort scheint die Hektik und der normale Alltagswahnsinn zu pausieren. Hier ist das aufregenste was passiert, eher das, was die gerade einmal 300 Menschen in ihren Erzählungen aus dem normalen Tagesablauf machen.
Doch an einem Morgen wird ein nackter Mann am Strand gefunden. Die hilfsbereiten Bewohner kümmern sich um ihn, ohne irgendwelches Zögern und irgendwelche Vorbehalte.
Unmittelbar nach der Rettung von Joe Haak strandet ein Finnwal. Aus einem Impuls heraus mobilisiert Joe alle Bewohner des Fischerdorfes um diesen Wal zu retten.
Dies ist der Anfang einer Geschichte, die von großer Menschlichkeit erzählt.Joe lebt eigentlich in London und ist dort beruflich an der Entwicklung von Computerprogrammen beteiligt, die der Firma, in der er beschäftigt ist, großen Gewinn bringen bringen soll. Doch das er in St.Piran strandet, gleicht eher einer Flucht, als einem Erholungs-Trip, denn er hat unglaubliches in Gang gesetzt.

Der angesehene Autor John Ironmonger hat mit seiner Erzählung von Joe und den Bewohnern des Fischerdörfchens mein Herz berührt.
Zwischendurch war mir, als wären all diese Menschen meine eigenen liebgewonnenen Nachbarn. Als würde ich selbst zu dieser starken Gemeinschaft gehören.
In der heutigen hektischen und computergesteuerten Welt schlummert doch immer im Hinterkopf, was alles Schreckliches passieren könnte, wenn dieses Netz und die Versorgung einmal zusammenbricht.
Was würde dies aus uns zivilisierten Menschen machen?

Wundervoll einfühlsam erzählt uns John Ironmonger die Geschichte von Joe Haak, einem Wal und einer starken Gemeinschaft, die viel Hoffnung und den Glauben an allem Guten auf der Welt hinterlässt.
Ein ganz großartiges Buch, welches ich absolut empfehlen kann.

Bewertung vom 26.03.2019
Die Spur der Toten / Witchmark Bd.1
Polk, C. L.

Die Spur der Toten / Witchmark Bd.1


sehr gut

Die Autorin C.L.Polk hat mit "Witchmark" ein besonderes Debut geschaffen, was sich nicht so leicht in eine Schublade stecken lässt.Magisch auf jeden Fall, jedoch steckt in dieser Geschichte viel mehr als eine Hexenerzählung.Sie handelt von Politik und ihren Intrigen , geht aber auch um viel Leidenschaft und Gefühle verpackt in ein ungewöhnliches Setting.

Das Cover hatte mich zunächst einmal nicht wirklich eingefangen.Jedoch beim zweiten hinsehen ist es absolut faszinierend. Als müsste man sich auf die Magie erst einmal einlassen.Das Spiel mit dem Schatten, sowie der Zauber, wenn man das Licht ausmacht.
Durch fluoreszierende Farbe leuchtet ein Teil davon im Dunklen. Also beim zweiten hinsehen schon sehr cool.

Die Geschichte handelt von Miles Singer, einem jungen Arzt, der vor seiner Vergangenheit flüchtet und sich versteckt hält.Er praktiziert in einem Hospital für traumatisierte Kriegsheimkehrer.Eines Tages wird ihm ein Notfall gebracht.
Der Patient stirbt ihm auf dem O.P. Tisch weg und hinterlässt viele Fragen.Vor seinem Tod behauptete er vergiftet worden zu sein und hat die Hexenaura um Miles erkannt.Dies war ihm wohl nur möglich, da er selbst eine Hexe war. Gebracht wurde der Patient von Tristan Hunter, der ab diesem Moment die Aufklärung des Mordfalls zusammen mit Miles beginnt.
Dies ist die eine Seite der Geschichte.
Die andere ist, dass Aeland sich in einem schlimmen Krieg befindet.Es gibt wenige Magier, die ihre Magie als Sturmsänger mit all ihren Privilegien nutzen dürfen, denn sie schützen das Land vor Stürmen und Unwettern. Die anderen Begabten dienen ihnen als Sekundanten, quasi wie Sklaven, damit sie den Sturmsängern ihre Magie zur Verfügung stellen. Miles sollte solch ein Sekundat sein, aber das ist genau der Grund seiner Flucht.

Die Geschichte ist watteweich geschrieben und liest sich eigentlich sehr einfach, wenn man sich auf dieses ungewöhnliche Setting einlässt.Die magischen Umstände werden trotz ihres komlexem Umfangs schnell verständlich.Der Protagonist Miles ist so sympathisch, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss.Derart mitfühlend und hilfsbereit geht er mit all seinen Mitmenschen, Patienten oder auch Magiern um.Ganz besonders gut hat mir die Beziehung zu seinem Ermittlungspartner Tristan gefallen, der auch ein Geheimnis in sich trägt. Dem Autor ist ein wirklich guter Spannungsbogen gelungen, der sich auf die Aufklärung des Falls bezieht, aber auch gleichzeitig auf Miles Privatleben.

Alles in allem ein wirklich gut gelungenes und außergewöhnliches Debut. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung für alle, die sich einmal in einen ganz neuen magischen Krimi begeben wollen.
Ich denke es wird eine Fortsetzung von "Witchmark" geben und ich wäre sofort als Leser wieder dabei.

Bewertung vom 02.03.2019
1793
Natt och Dag, Niklas

1793


ausgezeichnet

Auf 490 Seiten hat der schwedische Journalist Niklas Natt och Dag ein Meisterwerk erschaffen, was sich mit keinem anderen vergleichen lässt. Zu Recht sind ihm mit seinem historischen Thriller "1793" viele Auszeichnungen zuteil geworden. Unter diesen ist auch der Schwedische Krimipreis für das beste Spannungsdebüt.

Man sollte sich von den schönen gold-glänzenden Farben auf schwarzem Grund, die dieses tolle Cover zeigt, nicht täuschen lassen. Denn die Geschichte ist alles andere als glänzend.
Sie ist grausam, schmutzig und total genial.

Aufgeteilt ist die Geschichte in 4 Teile, den Jahreszeiten des Jahres 1793 in Stockholm. Sie beginnt mit dem Herbst und springt für die Aufklärung des Mordes in die passende Zeit.
Der Schreibstil des Autors ist besonders anspruchsvoll und gerade die ersten 100 Seiten waren für mich alles andere als leicht zu lesen. Schwedische Namen von Orten, Gewässern oder Personen sind mir nicht so geläufig, so das sie zu dem historischen Schreibstil den Lesefluss einige male stocken ließen.Nach geraumer Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und ich konnte kaum genug von der Geschichte bekommen.Sehr hilfreich habe ich auch die Stadtkarte am Anfang des Buches empfunden, zu der ich so etliche male zurückgeblättert habe.

Wer denkt, dass "1793" einfach nur ein Schweden-Krimi aus dem 18.Jahrhundert ist, der sollte sich nicht täuschen lassen.Besser würde die Bezeichnung Historischer-Thriller es auf den Punkt bringen. Denn diese Geschichte lässt nichts an Spannung und Grausamkeiten aus.Die Ekelgrenze in den Beschreibungen der Details ist sehr hoch angesetzt, so das man als Leser in einen Sog aus Gestank und Grauen gerät, dem man sich kaum entziehen kann.

Die Aufklärung des Falls ist ein Meisterwerk an Detektivarbeit mit der Genialität eines Traum-Ermittlerduos. Alles passte logisch zusammen und ergib abschließend das großartige Finale.

Ich bin absolut begeistert von "1793" , welches für Niklas Natt och Dag nur schwerlich zu wiederholen oder gar zu toppen ist.Ein einzigartiges Buch, mit ausgesprochem hohem Niveau an Recherche und Ausarbeitung. Eine Verfilmung dieser Geschichte würde ich mir wirklich sehr wünschen.
Eine absolute Leseempfehlung von mir für dieses Meisterwerk des Grauens und der Genialität an Ermittlungsarbeit.

Bewertung vom 10.02.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

Auf über 420 Seiten hat es Romy Hausmann geschafft, mich in ihrem Thriller-Debüt in eine Welt des Grauen zu entführen, aus der ich beinahe nicht mehr hinausgefunden habe. Ein Buch wie ein Film. So anschaulich, perplex und unbegreiflich erschreckend.

Die junge Studentin Lena wird Opfer einer Entführung.Ihr Peiniger hält sie über 14 Jahre gefangen in einer Hütte im Wald.Dort muss sie ihm Kinder gebären und ein Leben als sittsame und unterwürfige Frau und Mutter mit ihm führen.
Das Leben in dieser Hütte besteht für Lena und ihren Kindern aus zeitlich punktgenauen Regeln und Abläufen. Werden diese nicht eingehalten, folgt eine Bestrafung. Tageslicht gibt es für die Drei nicht und frischen Sauerstoff erhalten Sie über einen Luftzirkulationsapparat.
Dann kommt der Tag, an dem Lena die Flucht gelingt.

Die Geschichte ist aus den unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Personen geschrieben.In den Anfängen erfährt man so vieles über die Tochter Hannah, die eine völlig weltfremde Ansicht vom Leben hat. Das 13-jährige Mädchen ist ziemlich intelligent, jedoch ist es ihre anerzogene Art von der Richtigkeit der Abläufe in der Hütte, die einen an die Grenze des Fassbaren führen.
Ein sehr interessanter Charakter ist auch Lenas Vater, der über all die Jahre nicht aufgehört hat nach seiner Tochter zu suchen. Auch er hat eine schon beinahe kranke Art, seinen Weg auf der Suche nach seiner Tochter zu gehen und durchzusetzen.
Jeder Abschnitt endet so spannend, dass man meint es nicht auszuhalten zu können, bei dieser Person weiterzulesen und mehr zu erfahren.

Durchweg wird der Leser von "Liebes Kind" mit Häppchen von Informationen gefüttert, die allerdings lange Zeit kein Bild ergeben wollen.Man rätselt stellt sich Fragen und überlegt, wie manches sein kann. Jedoch liegt das eigentliche Ergebnis weit vom eigenen Vorstellungsbereich. Mit unvergleichlicher Raffinesse führt einen die Autorin zu einem genialen Abschluss.

Mein Fazit:
Mich wundert es nicht, dass die Filmrechte bereits optioniert wurden, denn dieses Buch ist ganz großes Kino. Für mich ist "Liebes Kind" einer der besten und raffiniertesten Thriller, die ich seit langem gelesen habe.
Romy Hausmann gesellt sich mit diesem Debüt direkt an die Spitze der Thriller-Autoren.
Bitte mehr davon!

Bewertung vom 06.02.2019
Der Kuss der Diebin / Heartless Bd.1
Wolf, Sara

Der Kuss der Diebin / Heartless Bd.1


sehr gut

Erst einmal empfinde ich dieses Buch als absolutes Schmuckstück. Dieses Cover ist so schön, dass es zur Deko aufgestellt gehört, anstatt einsortiert ins Bücherregal.
Und das ginge auch ohne Umschlag, denn es ist darunter genauso schön.

Die Geschichte ist die der jungen Zera. Sie ist eine Heartless.Ihr wurde von der Hexe Nightsinger das Leben gerettet und doch eigentlich genommen.Denn nun ist sie eine Gefangene.Gefangen dadurch, dass die Hexe ihr Herz geraubt hat und sie sich nicht weit von ihr entfernen kann.
Zera ist eine mutige und wilde Persönlichkeit, die jedoch in ihrem herzlosen Inneren ein großes Stück Gefühl trägt.
Damit zwischen den Hexen und Menschen im Land nicht ein erneuter katastrophaler Krieg ausbricht, bekommt Zera den Auftrag sich als Frühlingsbraut am Hof zu stellen und den Kronprinzen für sich zu gewinnen.
Sie soll ihm sein Herz rauben, damit er in die Gefangenschaft der Hexe gerät und dadurch der Krieg verhindert wird. Im Gegenzug würde Zera ihres wiederbekommen und wäre frei.

Mara Wolf hat auf gut 470 Seiten einen tollen Trilogie-Auftakt geschaffen, der in einer fantasievollen und interessanten Welt spielt. Das Setting geht in den mittelalterlichen Flair und ist absolut bildlich beschrieben. Der Schreibstil ist interessant und jugendlich-lebhaft gestaltet.Die Geschichte lässt sich locker weglesen und bleibt durch ihre unterschiedlichen Stränge durchweg interessant.
Lediglich manche Wortwahlen und Gestiken, die man eher bei den heutigen Jugendlichen findet, haben mich schon sehr gestört.Denn für mich passte dies nicht zum Leben am Hof und dem mittelalterlichen Flair.

Zera ist als Protagonistin eine faszinierende Person.Mit ihrem Mut, Kampfgeist und der furchtlosen aber auch patzigen Art, konnte sie mein Herz erobern.Aber auch Nebencharaktere wie Malachite, der Leibwächter des Prinzen, finde ich absolut bezaubernd. Dagegen hatte der Kronprinz für mich eine eher schwache Position. Da es ja auch immer das oder einen Bösen geben muss, nahm dies insbesondere für mich die Glut, die im Inneren von Zera tobt und vernichtend ihren Körper kontrollieren will, eine wirklich interessante Rolle ein.

Mein Fazit:
Heartless-Der Kuss der Diebin ist ein fesselnd und faszinierendes Buch, welches große Lust auf die kommenden Teile macht, in denen aber durchaus noch Luft nach oben ist.

Bewertung vom 31.12.2018
Die Schneeschwester
Lunde, Maja

Die Schneeschwester


ausgezeichnet

Schon wenn man dieses Buch in den Händen hält, kommt es einem vor, als hielte man Weihnachten pur feste. Das Cover schillert und glänzt in sattem rot, ist mit funkelndem Glitzer überzogen und der Mittelpunkt bildet ein gerahmtes Foto zweier glücklicher Kinder. Einfach traumhaft schön.

Maja Lunde ist schon seit langem eine bekannte Autorin im Kinder und Jugendbuchbereich.Doch mit ihrem Start des Klima-Quartetts "Die Geschichte der Bienen" kam in über 30 Ländern der Riesendurchbruch. Nun durfte ich mit "Die Schneeschwester" wieder ein grandioses Meisterwerk von ihr lesen, was mit keinem Buch vergleichbar ist.
24 Kapitel begleiten durch die Adventszeit und sie sind so tief emotional, wie kaum eine andere Weihnachtsgeschichte.

Der 9-jährige Julian ist eigentlich ein ganz normaler Junge in einer ganz normalen Familie. Er lebte glücklich, fröhlich und mit viel Liebe umhüllt mit seinen beiden Schwestern in einem tollen Elternhaus.Bis eines Tages das unfassbare geschieht.Seine große Schwester Juni stirbt und mit ihr die Fröhlichkeit und der normale Familienalltag. Es ist als wären alle in ihrer Trauer gefangen und können sich nicht mehr daraus befreien.
Doch eigentlich sehnt sich Julian nach all diesen Dingen zurück und ganz besonders in der Weihnachtszeit. Diese Befreiung scheint jeddoch schier unmöglich, bis er eines Tages Hedvig kennenlernt. Sie ist wie ein wärmender Schneesturm und verkörpert alles an Lebenslust- und Freude, wie es eigentlich nur ein Weihnachtsengel kann. Doch auch Hedvig hat ein großes Geheimnis.

Es ist schwierig in Worte zu fassen, wie tief mich diese Geschichte berührt hat.Sie ist zauberhaft schön und gleichzeitig so traurig, dass ich die Tränen beim Lesen nicht zurückhalten konnte.Ich habe dieses Buch durch die aufwendig schön und Detail verliebten Illustrationen von Lisa Aisato erlebt wie ein Kind. Bei jedem Bild musste ich innegehalten, um es genau zu betrachten.

Dieses Buch hat mich wie ein Pfeil mitten ins Herz getroffen. Ich kann ihm gar nicht genug Sterne und Leseempfehlungen geben.
Ein großes Dankeschön an Maja Lunde für diese Geschichte

Bewertung vom 29.12.2018
Die Ballade von Max und Amelie (Gekürzte Lesung) (MP3-Download)
Safier, David

Die Ballade von Max und Amelie (Gekürzte Lesung) (MP3-Download)


gut

In David Safirs Hörbuch "Die Ballade von Max und Amelie" geht es um die Liebe zweier grundunterschiedlicher Hunde.
Narbe ist eine wilde Hündin, die gezeichnet vom Leben mit nur noch ein Auge, ihrem Heimatort, der Müllkippe, auf den Hund Max trifft.Sie rettet dem Haushund das Leben und begibt sich mit ihm auf die abenteuerliche Reise, sein Zuhause und seine Familie wiederzufinden.

"Die Ballade von Max und Amelie" ist das erste Werk, welches ich von David Safir
gehört habe. Meine Erwartungen gingen in die Richtung einer abenteuerlichen Hunderomance, jedoch ist die Geschichte etwas ganz anderes, was ich vielleicht hätte wissen können, wenn ich von dem Autor schon etwas anderes gelesen hätte.

Der Start, als das Abenteuer begann, war genau so, wie ich es haben wollte. Narbe, als wilde Hündin rettet dem Haushund das Leben. Doch als während deren Reise wirre Träume von vergangenen Leben und Personen aus der aus dieser Zeit eine immer wichtigere Rolle spielen, war ich erst nur verwirrt.
Irgendwann begriff ich, dass das Thema Reinkarnation für den Inhalt sehr wichtig wurde.
Ich gestehe, das war überhaupt nicht mein Ding.


Begleitet wurde die Geschichte von wirklich schlimmen und teilweise auch sehr brutalen
Schilderungen, die mir beim Lesen das Herz sehr erschwerten.Das habe ich einfach für mich nicht erwartet und es hat mich sehr bedrückt.

Auch wenn das Ende alles besänftigen sollte, kam es für mich nicht glaubwürdig rüber.
Vielleicht war es einfach was viel des Guten.

Die Leserinnen des Hörbuches waren für mich die eigentlichen Stars der Geschichte. Jodie
Ahlborn und Vanida Korun haben eine Gabe den Hunden ein Gesicht zu geben und die Story
mit Gefühl und Emotionen zu füllen.Besser als diese beiden, hätte keiner das Buch vortragen können.


Mein Fazit
"Die Ballade von Max und Amelie" erfüllte leider nicht das, was ich mir von der Geschichte
erhofft habe. Es ist keine leichte Kost , was jeder wissen sollte, der sich mit Narbe und Max
auf die große Reise begeben will.