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Benutzername: Liesgern
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Bewertungen

Insgesamt 57 Bewertungen
Bewertung vom 05.05.2018
Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1
Banghart, Tracy

Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1


ausgezeichnet

Tracy Banghart hat mit ihrem Auftakt zu "Iron Flowers" einen Serienstart geschaffen, in dem es um den Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen geht. Verpackt in eine beinahe Märchenhafte Geschichte kämpfen die Schwestern Serina und Nomi ungewollt für ihre Rechte, die Freiheit und das blanke Überleben.


Inhalt:
In einer Welt, in der die Menschheit in Armut und schwerer Arbeit lebt, ist es das Hauptziel vieler Familien, eine ihrer Töchter als zukünftige Grace zu erziehen. Eine Grace lebt in absolutem Luxus als Frau an der Seite des Regenten, der das Land regiert und beherscht.Kommt ein Mädchen in die engere Auswahl zur Grace, könnte das für die Familie eine Rettung aus dieser Armut bedeuten.
So wuchsen die Schwestern Serina und Nomi total unterschiedlich auf. Serina wurde im Tanzen, Handarbeiten und Harfespielen auf das Leben einer gehorsamen und glänzenden Ehefrau vorbereitet, während Nomi, die rebellischere der beiden, auf das Leben als Dienerin ihrer Schwester in praktischen Arbeiten ausgebildet und erzogen wurde.
In dieser Zeit hatten Frauen keine Rechte und mussten sich allem, was ihnen gesagt wurde unterordnen. Auch der Zugang zu jeglicher Bildung wurde ihnen untersagt, ja sogar bestraft.

Am großen Tag der Entscheidung , an denen 3 Frauen in die nähere Auswahl zur Grace kamen, brachte das Schicksal die beiden Schwestern auf eine Reise zu Malachi, dem Thronfolger.
Doch dort geschieht etwas Schreckliches.Die Schwestern werden auseinandergerissen und in einer Welt ausgesetzt, auf die keine der beiden vorbereitet war.Sie leben nun in Angst und Sorge zueinander, aber auch ihr Zorn und der rebellische Überlebensinstinkt ist geweckt.

Schreibstil und Charaktere:
Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht von Nomi und Serina geschrieben, was einen guten Einblick in deren augenblickliche Gefühle gibt.Der Schreibstil ist passend für ein Jugendbuch leicht und flüssig zu lesen.
Um ein passendes Wort für den Verlauf der Geschehnisse zu finden, fällt mir spontan "rasant" ein. Auf wenigen Seiten überschlagen sich quasi die Ereignisse und die Geschichte rast vorran. Das erhöht den Spannungsbogen ungemein und lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen.
Jedoch habe hat dies zum Nachteil, dass viele Dinge für meinen Geschmack zu kurz gekommen sind.Ich hätte mir etwas mehr Tiefgang in den Erzählungen um das Land, die Menschen und deren Lebensumstände gewünscht.Auch einige wichtige Charaktere, wie zum Beispiel der Thronfolger Malachi, der Regent oder Nomis und Serinas Bruder, bleiben dabei leider etwas auf der Strecke.

Dagegen finde ich Serina und Nomi als Protagonisten sehr gelungen.Durch ihre Erziehung können sie vom Charakter her kaum unterschiedlicher sein und das wurde sehr gut beschieben.Beide sind mir als Leser sehr ans Herz gewachsen und haben mich mit ihrem Wesen gefesselt.

Fazit:
Für mich ist "Iron Flowers" ein grandioser Serienauftackt mit kleinen Schwächen.Dennoch warte ich ganz ungeduldig auf die Weiterführung dieser Geschichte.Ein absolut empfehlenswertes Jugendbuch, was mit viel Spannung und überraschenden Wendungen den Leser fesselt.

Bewertung vom 25.04.2018
Das Böse in deinen Augen
Blackhurst, Jenny

Das Böse in deinen Augen


sehr gut

Ein Cover, wie es schöner für einen Psychothriller kaum sein kann.Passend zur Geschichte ein zarter Schmetterling, der sich blutend an einen romantisch altmodischen Käfig krallt.So schön, dass er bei seinem Anblick jeden ein Helfersyndrom auslöst und beinahe schon wehtut.

Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach vielen Jahren in den Ort Gaunt zurück.Dort will sie zusammen mit ihrem Mann das Erbe ihrer Mutter antreten.Gaunt ist ein kleiner Ort, den Imogen nach ihrer Kindheit nur allzu gerne verlassen hat.
Ausgerechnet dort will sie beruflich neuen Fuß fassen.So kommt es, dass ihr der Fall der elfjährigen Elli Atkinson anvertraut wird.
Elli ist ein Kind, dem das Schicksal übel mitgespielt hat.Sie ist die einzige, den schlimmen Brand in ihrem Elternhaus überlebt hat.Als Weise lebt sie nun in einer Pflegefamilie.
Doch ist man einmal Opfer, ist es schwierig, ja scheinbar unmöglich, diesen Status loszuwerden.Statt Mitleid erhält das Kind von allen Seiten Ablehnung in übelster Form.
Dieser armen Seele soll Imogen helfen wieder im Leben Halt zu bekommen, doch ist es wirklich Grundlos, dass ein ganzes Dorf dieses Kind ablehnt, ja sogar als gefährlich betrachtet?

Jenny Blackhurst hat einen fesselnden Schreibstil, der das Gelesene faszinierend veranschaulicht.Die Sätze bilden ein fesselndes Kopfkino, was die Seiten nur so dahinfliegen lässt.Die Geschehnisse werfen Fragen über Fragen auf, die mich als Leser unbedingt zur Aufklärung drängten.Daher musste ich immer noch schnell ein bisschen weiterlesen, denn alles in mir schrie nach Aufklärung.
Nun bin ich an der Stelle, die für mich persönlich nicht befriedigend war.Denn am Ende dieses Buches hätte ich mir persönlich mehr Antworten erhofft, als ich erhalten habe.Dies soll allerdings nicht heißen, dass das Ende vorhersehbar ist.

Für alle Thriller Fans, die gerne rätseln und spekulieren, kann ich dieses gut 340 Seiten starke Werk nur empfehlen.Bildet euch selbst eine Meinung von dem lieben oder bösen Mädchen Elli.

Bewertung vom 24.04.2018
Revolution im Herzen
Beinert, Claudia; Beinert, Nadja

Revolution im Herzen


ausgezeichnet

Dieses Buch ist eine phantastische Erzählung über das Leben von Helena "Lenchen" Demuth.Eine Frau, die wusste wie man mit dem Herzen kämpfen kann.
Sie führte in den damaligen harten Zeiten eine eigene Revolution.

Lenchen war noch ein Kind, als sie sich aus der Not des Überlebens auf den Weg nach Trier machte um Dienstmädchen zu werden.
Durch einen glücklichen Zufall trifft sie dort auf die junge Baronesse Jenny, die in einer Notsituation steckte, aus der ihr Lenchen hilft.
Die zwei Mädchen, die vom Stand unterschiedlicher kaum sein konnten, empfanden sofort Symphatie füreinander.So kam es, dass Lenchen im Haus der Baronesse eine Anstellung erhält.
Dies war für das Mädchen in damaliger Zeit ein riesen Glück, denn ohne Ausbildung und Empfehlung wäre dies sonst kaum möglich gewesen.
Lenchen wird gut behandelt und mit allen sittlichen Gepflogenheiten eines Dienstmädchens vertraut gemacht.
Als die junge Baronesse Jenny nach vielen Umwegen und langer Verlobungszeit, den jungen Karl Marx heiratet, ergibt es sich, dass Lenchen mit in deren Haushalt geht und zur guten Seele der Familie wird.

Sie begleitet die Marxens von nun an in all ihren Umzügen und wird zu Jennys bester Freundin.Durch sie lernt Lenchen lesen und schreiben.Auch über politische Themen sich Gedanken zu machen gehört ab nun zu ihrem Leben dazu, denn in den Revulutionären Zeiten zählt dies zu dem Hauptlebensziel von Karl Marx und seinem Freund Friedrich Engels, der Dauerhaft bei der Familie ist.
Doch in dieser Zeit geschieht auch einiges zwischen Lenchen und Karl Marx, was deren Leben verändert.

Auf über 460 Seiten haben die Beinert Schwestern ein historisches Meisterwerk geschaffen, welches eine tolle Mischung aus belegbaren Fakten und herzergreifender Geschichte ist.
Der Schreibstil ist anschaulich und einfach zu lesen.Durch ausführliche Beschreibungen des damaligen harten Lebens und den Inhalten, die uns in eine heutige moderne Arbeitswelt mit Rechten und Schutz für die Arbeitnehmer gedanklich führen, fasziniert dieses Werk von Seite zu Seite.
Komplexere Inhalte sind so gut in die Geschichte eingearbeitet, dass man sie einfach so weglesen kann.

Das bezaubernde Cover, bei dem man sofort weiß, in welchem Genre man sich befindet und die alte Stadtkarte von London im inneren des Buches, haben mir besonders gut gefallen.
Da diese Geschichte sehr emotionsgeladen ist, finde ich auch den Abdruck des Liedes vom Knotenpelz und von den flotten Bienen als schönen Abschluss des Buches.

Da viele Worte aus einer vergangenen Zeit verwendet werden, haben die Beinert Schwestern noch eine Worterklärung mit eingebracht.Wirklich sehr interessant, wie sich unsere Sprache entwickelt hat.

Für mich war es ein historischer Genuss, hinter die Kulissen der Familie Marx zu schauen und das Leben Lenchens mitzuerleben.
Für historische Fans und solche die es vielleicht werden wollen, erhält "Revolution im Herzen" von mir 5 von 5 Sternen und ein absolutes Must Read.

Bewertung vom 10.04.2018
Der Zorn der Gerechten / Scythe Bd.2
Shusterman, Neal

Der Zorn der Gerechten / Scythe Bd.2


ausgezeichnet

In kämpferischer Anmut ist die Protagonistin Scythe Anastasia auf dem golden glänzenden Cover abgebildet.Sehr passend zum ereignisŕeichen Inhalt des Bandes.Ein Motiv mit absolutem Wiedererkennungswert.Mir gefällt das Cover genauso gut wie das Vorherige.


Als erstes gibt es wohl zu sagen, dass ich jedem empfehlen würde den ersten Band vorweg zu lesen.Die Geschichte baut aufeinander auf und wäre daher nicht gut als Quereinsteiger zu lesen.
Außerdem würde dem Leser ein phantastischer Auftakt entgehen.

Nach einem Jahr der Ausbildung wurde Citra nun zu Scythe Anastasia ernannt.Als Jung-Scythe macht sie sich unter den anderen Scythe nicht nur Freunde mit ihrer besonderen Art der Nachlese, die man schon beinahe als sanft bezeichnen kann.Jedenfalls bildet sie mit ihrer Mentorin Scythe Curie eine harmonische Einheit.Doch in den schwierigen Zeiten, in denen die Scythe der alten und neuen Generation aufeinanderstoßen, ist das Leben der Beiden in großer Gefahr.Wer steckt hinter dieser Bedrohung? Rowan wurde nach der Ausbildung offiziell nicht als Scythe anerkannt.Doch auch er geht seiner eigenen Berufung nach.Allerdings ist auch er ein Gejagter und seine Berufung wird alles andere als richtig angesehen.

Wie in Band 1 hat Neal Shusterman einen Schreibstil, der es einem leicht macht die Seiten nur so dahinfliegen zu lassen.Die Protagonistin Citra ist eine systematische Person, die mit Kampfgeist, aber auch Gefühl die Herzen der Leser erobert.
Neue Charaktere bereichern die Geschichte und lassen noch ganz viel Raum für den großen Abschluss des Ganzen im nächsten Teil.
In diesem Band nimmt der Thunderhead eine ganz spezielle Rolle ein, die mich unentschlossen zurücklässt.Ein Computer über alles erhaben, aber mit menschlichen Zügen, wie es ja eigentlich nicht sein kann.Dieses Merkmal könnte positiv, oder aber auch negativ für die Menschen sein.

Mein Fazit zu Scythe-Der Zorn der Gerechten ist absolut positiv.M ich konnte das Buch absolut überzeugen.Keinerlei Ansätze von einem manchmal schwächelnden Mittelband.Ein Buch, was mir kaum Zeit zum Luftholen gelassen hat.Doch nun geht leider die Wartezeit zum letzten Teil los, den ich kaum erwarten kann.

Bewertung vom 26.03.2018
Die Geschichte des Wassers
Lunde, Maja

Die Geschichte des Wassers


sehr gut

Nach dem Bestseller "Die Geschichte der Bienen" hat Maja Lunde sich dem zweiten Thema in ihrem Klima-Quartett gewidmet. Die Endlichkeit des Wassers ist diesmal das Thema , welches Sie auf 474 Seiten in gewohnt tollem Schreibstil dem Leser nahebringt.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen und erzählt die Geschichte zweier ganz besonderer Menschen.
Norwegen, 2017:
Signe ist eine 70-jährige Frau, die in ihrem Leben schon immer gekämpft hat.Aufgewachsen ist sie in der wunderschönen Natur Norwegens.Sie liebt dieses Land und deswegen ist es ihr unbegreiflich, wie der Mensch nach und nach die Wunder der Natur, ganz speziell den Gletscher in den Fjords, zerstört.
Sie kämpft als Umweltaktivistin mit ihrem Leben um den Erhalt dieser lebenswichtigen Landschaft und versucht alles in ihrer Macht stehende den weiteren Abbau des Gletschers zu verhindern.
Das sie dabei beinahe alles wichtige in ihrem Leben zerstört, scheint ihr nicht bewusst zu sein und stößt bei ihren Mitmenschen nicht unbedingt auf Verständnis.

Frankreich, 2041
Der Mensch muss mit der Welt zurechtkommen, so wie er sie sich verändert hat.Die Umwelt hat sich dramatisch den Zerstörung der letzten Jahre angepasst.Eine der schlimmsten Resultate daraus ist, dass das Trinkwasser immer knapper geworden ist und dadurch auch die Lebensmittel.
So entstehen Flüchtlingsströme, die alle Richtung Norden ziehen, in der Hoffnung auf weniger Dürre und Wasser.Unter den Flüchtenden befindet sich David, ein junger Mann, der mit seiner kleinen Tochter Lou in Verzweiflung auch seine Heimat verlässt.Durch einen großen Brand in seinem Ort , wird er von seiner Frau Anna und dem kleinen Sohn August getrennt.
Voller Hunger und Durst gelangen Sie in ein Lager, von dem sie sich Besserung ihrer Situation, aber auch das Wiederfinden ihrer Familie erhoffen.

An diesem Ort treffen die Geschichten beider Protagonisten zusammen, denn David findet mit seiner Tochter das Boot der Umweltaktivistin Signe im Garten eines längst verlassenen Hauses.

Da in diesem Buch zwei Geschichten erzählt werden, hat man es als Leser auch mit zwei Protagonisten zu tun.David, der ganz verzweifelt um sein, aber vor allem auch um das Leben seiner Tochter kämpft, ist mir sehr nahe gegangen.Wie gerne hätte ich den beiden etwas von ihrer Verzweiflung genommen und ihnen nur allzu gern Hoffnung gegeben.
Dagegen hatte ich mit Signe so meine Schwierigkeiten. Mit ihr wurde ich bis zum Schluss nicht richtig warm.Auch wenn man weiß, wie schlimm diese Zukunft in der Geschichte wird, konnte ich mich mit ihrer schon fanatischen Einstellung und den Handlungen daraus einfach nicht anfreunden.Mir fehlte an ihr einfach das Herz.

Maja Lunde hat bewirkt, dass ich als Leser dieser Geschichte alarmiert zurückgelassen werde.Viele Dinge sind mir bekannt und dennoch gehen wir Menschen mit unserem teuersten Gut, dem Wasser, viel zu arglos um.
Ein wirklich tolles Buch, für alle Leser, die sich mit dem Thema Umwelt gerne auseinandersetzen wollen.
Für mich kam die Geschichte nicht ganz an den ersten Band ran.Dennoch eine absolut lesenswerte Geschichte um unser teuerste Gut, dem Wasser.

Bewertung vom 17.03.2018
Totenweg / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.1
Fölck, Romy

Totenweg / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.1


ausgezeichnet

Eine absolut fesselnde Kriminalgeschichte auf gut 400 Seiten werden hier mit einem interessanten neuen Ermittlerteam geboten.Von Anfang an konnte mich die Geschichte in der Elbmarsch gefangen nehmen.


Es ist Herbst , also Erntezeit in der Gegend der Obstbauern.Die Elbmarsch ist Fridas Heimat.Doch aus dieser Heimat ist sie vor vielen Jahren geflüchtet, als dort ihre beste Freundin Marit ermordet wurde.Das kleine idyllische Dorf war damals erstarrt vor Angst und diese hat sich bis heute nicht so recht gelöst, denn Marits Mörder wurde nie gefasst.
Betraut mit den Ermittlungen war damals der Kriminalkommissar Haverkorn, der es nie verwunden hat, diesen Fall nicht aufklären zu
können.Wie ein belastender Schatten ruht diese Geschichte seit 20 Jahren auf seiner Seele.
Nun werden Frida und Haverkorn genau wieder an diesen Ort geführt, denn Fridas Vater wurde brutal niedergeschlagen und befindet sich seitdem im Koma.
Da Frida ihrer Mutter mit dem total heruntergewirtschafteten Hof beiseite stehen muss, hilft sie gleichzeitig Haverkorn bei den Ermittlungen, denn auch sie ist Anwärterin für den Dienst bei der Kriminalpolizei. Nur weiß noch niemand, was sie seit 20 Jahren verheimlicht.


Dies ist ein Buch , was den Leser tief in die Familiengeheimnisse des idyllischen Örtchens blicken lässt.Die Geschichte bleibt durchgehend spannend durch die so langsam preisgegeben Geheimnisse der verwickelten Personen.
Das Privatleben der Protagonisten wird sehr ausführlich mit eingebracht, was gerade für die übermittelnden Gefühle der Personen wichtig und interessant ist.Es erzeugt meiner Meinung nach keinerlei Längen.
Zwischendurch wechselt die Zeit in dem Geschehen zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit, was mir das Gefühl gegeben hat in zwei äußerst spannenden Mordermittlungen zu stecken, mit exakt den gleichen Personen.


Mein Fazit ist, dass dieses Buch der Beginn eines ganz tollen und besonderen Eritterduos ist, was noch viel Raum für neue Ideen lässt.
Ich bin total gespannt, wie es weiter geht mit Frida und Haverkorn in der Elbmarsch.

Bewertung vom 13.03.2018
NACHTWILD
Phillips, Gin

NACHTWILD


ausgezeichnet

"Niemand wird kommen.Hier gibt es keine Polizei.
Nun, da sie es weiss, gewinnt alles an Schärfe.Sie hat keine Wahl."

Gin Phillips hat mit ihrem Thriller "Nachtwild" ein Debüt geschaffen, was mich als Leser wie bei einer Treibjagd durch das Buch gehetzt hat.Fesselnd wild und unberechenbar, aber dennoch voller warmer Gefühle hat mich diese Geschichte berührt.

Zufrieden mit sich und ihrem Leben als Mutter genießt Joan mal wieder einen herrlich entspannten Tag mit ihrem 4-jährigen Sohn Lincoln im Zoo.
Alles scheint perfekt, bis es Zeit ist nach Hause zu gehen, denn am Ausgang liegen Tote auf dem Boden.Joan sieht noch einen bewaffneten Mann, der wild um sich schießt.So schnell es ein Vierjähriger zulässt, flüchtet die Mutter mit dem Kleinen.Doch wo kann man sich an solch einem Ort sicher fühlen?
Eine Jagd um Leben und Tod beginnt.

Besonders faszinierend finde ich den Schauplatz des Geschehens.Jeder hat in seinem Leben sicherlich schon mal einen Zoo besucht, aber den Gedanken daran, dass man sich dort plötzlich verstecken muss, finde ich absolut fazinierend.Es ist nicht nur die Bedrohung, die von den Amokläufern ausgeht, sondern auch die verschiedenen Tiergehege , die ja nun auch eine große Gefahr darstellen.Die Autorin hat diesen Schauplatz der bildlich dargestellt, so dass ich mich quasi selbst im Dämmerlicht dieses Ortes befand.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive der Protagonistin Joan geschrieben, die sich vor lauter Sorge um ihren kleinen Sohn Lincoln in eine Löwin verwandelt.Sie ist voller Kampfgeist und dennoch so voller Liebe zu ihrem Jungen, wie es eine Mutter nur sein kann.Diese tiefgreifende Liebe voller Gefühle und auch der Geduld, mit der sie Lincoln zähmen muss, damit sie von den Attentäter nicht gefunden wird, haben mich die Luft häufig anhalten lassen.
Es gibt einige wenige Abschnitte, die aus der Sicht der Täter geschrieben sind, so dass einem das kranke Verhalten und die gnadenlose Vorgehensweise bewusst wird.

In immerwährender Spannung um Joan und ihrem Sohn, aber auch um der der anderen Zoobesucher wurde ich durch dieses Buch gejagd und fand es absolut fessend.
Lediglich zum Abschluss habe ich eine kleine Kritik.Es gibt das ein oder andere Geschehene, was für mich nicht aufgeklärt wurde.Hier hätte ich mir etwas mehr Informationen abschließend gewünscht.
Von mir jedenfalls eine klare Leseempfehlung.
Lasst euch durch diesen spannenden Besuch im Zoo jagen!

Bewertung vom 09.03.2018
Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente
Bognanni, Peter

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente


sehr gut

Erwartet habe ich etwas anderes, als das was mir diese Geschichte geboten hat.Vielleicht dachte ich, da es ein Jugendbuch ist, würde es nicht so ernst werden, doch die Geschichte hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen.

Es geht um die 17-jährige Tess, die über mehrere Monate eine Beziehung mit Jonah, einem Jungen, den sie durch Zufall auf einer Party begegnete, führte.
Alles über sich hat sie ihm offenbart....halt lediglich online.
Doch von jetzt auf gleich gibt es keinen Jonah mehr.Er hat sich das Leben genommen und nun steht Tess alleine da mit ihren ganzen traurigen Gefühlen.
Um dies bewältigen zu können schreibt sie weiterhin an Jonah, obwohl sie weiß, dass sie keine Antwort mehr erhalten wird.Doch dann kommt plötzlich doch eine Antwort.

Glänzend frech mit einer leicht dahin gekritzelten Schrift erscheint dieses Cover.Es deutet auf ein modernes freches Jugendbuch und trifft ganz sicherlich die richtige Zielgruppe,doch vielleicht mit etwas anderen Vorstellungen.Es gefällt mir ausgesprochen gut, denn es ist ganz besonders, wie auch die Geschichte eine besondere ist, die erzählt wird.

Mit ganz besonders meine ich Verschiedenes.Der Schreibstil des Autors ist frech wie mancher Teenager, aber auch tiefgründig und einfühlsam.Man darf in dieser Geschichte nicht einen üblichen Spannungsbogen angereichert mit einer leichten Teenagerromanze erwarten, denn das ist kein typisches Jugendbuch.
Lässt man sich erst einmal darauf ein, wird man von einem emotionalen Strudel ergriffen, der einen als Erwachsenen in die Tiefe einer menschlichen Seele zieht.Fast wie im wirklichen Leben, wenn man als Eltern nicht mehr nach den Kindern greifen kann, obwohl man es so gerne möchte.

Mich hat dieses Buch auch ganz schön traurig gestimmt und lässt mich etwas nachdenklich zurück.Es endet nicht so klassisch, sauber und glücklich wie ich es mir vielleicht v
gewünscht hätte.Aber dennoch kann ich es durchaus als wirklich ganz andere Geschichte weiterempfehlen.
Man sollte sich halt nicht allzuviel Humor oder Glück davon versprechen.

Bewertung vom 28.02.2018
Fanatisch
Schröder, Patricia

Fanatisch


ausgezeichnet

FANATISCH.....einen besseren Titel hätte die Autorin Patricia Schröder für diesen spannenden Thriller mit aktuellem Hintergrund nicht wählen können.Ein packendes Buch mit fanatisch religiöse Hintergrund.

Nala ist eines von 6 Mädchen, welches ganz plötzlich am Tag der Zeugnisausgabe spurlos verschwindet.Zusammen mit den Mädchen verschwindet Jamie, der beste Freund von Nala.Nach 6 Tagen stehen alle Entführten wieder vor ihren Elternhäusern.Keines der Mädchen spricht ein Wort.Alle mit der gleichen Kleidung und den gleichen Wunden in ihren Hände.Doch keines der Gepeinigten spricht ein Wort.Lediglich die tiefe Angst in ihren Augen spricht Bände.....es ist noch nicht vorbei.
Während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, bleibt Nalas bester Freund verschwunden und die Angst ist unermesslich, dass er nicht mehr lebend gefunden wird.

Fanatisch ist wirklich eine absolut fesselnde Geschichte, die mich mitgenommen hat, in die kalte dunkle Gefangenschaft der Mädchen.Ich konnte die Ängste fühlen und mir war Angst und Bange welches Martyrium die Protagonistin Nala am nächsten Tag erleiden muss.
Geschrieben ist das Buch hauptsächlich aus Nalas Perspektive, was den Effekt hat, alle Momente hautnah mitzuerleben.Die Spannung bleibt durchgehend hoch und wenn der absolute Höhepunkt erreicht ist, kann man sich auf einen genialen Abschluss freuen.
Gefallen haben mir auch die Zeitungsartikel, die zwischendurch eingefügt wurden, um zu erkennen auf welchem Stand die Öffentlichkeit gehalten wird und welche Richtung der Täter weiter einschlägt.
Das empfohlene Lesealter ab 14 finde ich ziemlich gut getroffen, doch man sollte dabei wirklich im Hinterkopf haben, dass es ein Thriller ist und nicht lediglich ein Krimi.Die Beschreibungen der Qualen sind nicht unbedingt etwas für Zartbeseitete.

Auch wenn dieses Cover beinahe hübsch schillernd auftritt, zeigt das Kreuz ganz klar an, um welches Genre es sich handelt.Wirklich gut gelungen und wie ich finde einfach mal etwas anderes für einen Thriller.

Ich kann dieses spannende Buch wärmstens empfehlen. Lasst euch mitnehmen auf 360 Seiten schaurigem Lesejagt.
Gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen für diese tiefgreifende Story.

Bewertung vom 23.02.2018
Die Rache der Polly McClusky
Harper, Jordan

Die Rache der Polly McClusky


sehr gut

Zarte elf Jahre alt ist die kleine Polly McClusky, als ihr Vater, den sie im Gefängnis glaubt, sie vom Schulhof in ein neues Leben entführt.

Jordan Harper hat mit "Die Rache der Polly McClusky ein außergewöhnliches Debüt geschaffen.Ein Buch so verwegen wie ein Western und dennoch so knallhart und brutal wie ein derber Thriller.

Im Knast erfährt Nate McClusky, dass er durch einen Mord an einen Mitgefangenen sein eigenes Todesurteil gefällt hat.Aber nicht nur seins, sondern das seiner Ex Frau und Tochter Polly auch.Frisch entlassen findet er seine Ex Frau und deren Lebensgefährten tot in der Wohnung auf.Der Hinrichtungsbefehl eines Bandenanführers aus dem Gefängnis gegen ihn und seine Familie hat also schon gegriffen.Nun will Nate alles dransetzten um wenigstens das Leben seiner Tochter zu retten.Er sammelt sie ein und eine wilde Jagt und gleichzeitige Verfolgung beginnt.
Damit die in sich verschlossene und manchmal etwas merkwürdig erscheinende Polly sich auch nur annähernd zur Wehr setzen kann, bildet ihr Vater sie in den schmutzigsten Verteidigungsmethoden aus, denen man wohl sonst nur im Knast begegnet.
Interessanterweise blüht die kleine Polly, die wirklich sehr merkwürdige Eigenarten hat, unter diesen Bedingungen förmlich auf.

Jordan Harper hat super interessante Charaktere erschaffen.Polly ist ein kleines elfjährige Mädchen, was einen überdurchschnittlichen IQ hat und dennoch den ganzen Tag mit ihrem Teddy herumläuft.Desweiteren denkt sie, sie stammt von der Venus.Aber im Laufe der Geschichte verändert sie sich derart, das man denkt man hat eine kleine Kampfmaschine vor sich.Ganz schöner Irrsinn, aber hochinteressant geschrieben.
Nate ist ein knallharter Knasti, der sein Leben lang kämpfen muss und dementsprechend fehlt ihm das eigentlich typisch menschliche, was eine Vater Tochter Beziehung ausmacht.Doch schnell merkt man, dass ganz tief in seinem Inneren da doch noch etwas Sensibles vorhanden ist.
Ein tolles Protagonistengespann.

Durch die Jagt und gleichzeitige Verfolgung die das Buch dominiert, fliegen die Seiten nur so dahin und die Geschichte bleibt durchgehend spannend.Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund, weder was Kraftausdrücke, noch was Brutalität entspricht.Von daher wurde ich als Leser zwischendurch immer mal wieder ganz schön geschockt.
Was ich nicht ganz so gut fand war das Polly zwischendurch so etwas wie Blut und Gewaltdurst entwickelt hat.Das hat mich hinsichtlich eines elfjährigen Mädchens ganz schön verstört.
Manche Stellen waren so spektakulär und rasant, dass ich mich in einen Actionfilm versetzt fühlte.
Deshalb finde ich es auch nicht verwunderlich, dass der Autor momentan an dem Drehbuch zu dieser Geschichte arbeitet.
Also ich würde den Film wirklich gerne sehen.

Bleibt also abschließend zu sagen, dass "Die Rache der Polly McClusky " ein absolut begeisterndes Buch ist, welches sich nicht so einfach in ein Genre stecken lässt.Ich kann wirklich nur empfehlen sich auf diese ganz besondere Geschichte einzulassen.