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Benutzername: Liesgern
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Bewertungen

Insgesamt 91 Bewertungen
Bewertung vom 04.10.2019
Sterbekammer / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.3
Fölck, Romy

Sterbekammer / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.3


ausgezeichnet

Schon der erste Blick auf das Cover ist wie nach Hause kommen, ins Alte Land der Elbmarsch.Das Motiv hat einen absoluten Wiedererkennungswert zu den ersten beiden Bänden und verursacht bei mir ein freudig-erwartungsvolles Kribbeln. Eine idyllische ländliche Gegend, die zum Träumen, aber auch zum Fürchten verleitet.

Im dritten Band von Romy Fölcks Krimiserie, haben die sympathischen Protagonisten Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn es nicht nur mit einem Ermittlungsfall zu tun, sondern gleich mit Zweien.
In der alten Deichmühle wird die Leiche von Josef Hader gefunden.Er galt als besonders stur und eigensinnig.Sein Kontakt zu den Menschen im Ort war auf ein Minimum von ihm reduziert worden und keiner war wirklich traurig darüber.Josefs Leben scheint durch einen unglücklicher Treppensturz ein Ende gefunden zu haben. Als jedoch durch Zufall unter einer verdeckten Klappe in der Mühle eine Art Gefängnisbunker entdeckt wird, ist klar, dass Josef nicht einfach nur ein Eigenbrödler war, sondern wahrscheinlich auch der Entführer, ja vielleicht sogar der Mörder, der seit über 10 Jahren vermissten Anneke Jung. Doch die gefundene Sterbekammer ist leer und von Anneke sind lediglich ein paar Spuren vorhanden.
Parallel dazu geschieht in der Nähe ein merkwürdiger Tankstellenüberfall, bei dem der Kassierer erschossen wird.Der Vorgang der Geschehnisse ist unklar und unlogisch und es stellt sich die Frage, warum Christian Olsen sein Leben lassen musste.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren und geleitet werden sie vom neuen Chef, Nick Wahler, der gerade frisch bei der Mordkommission Itzehoe angekommen ist.Mit seiner Art den Boss raushängen zu lassen, hat er nicht gerade den absoluten Sympathie-Bonus in seinem Team.

"Sterbekammer" ist ein absoluter Vorzeigekrimi in Sachen Ermittlungsarbeit und Spannung.Das Buch bietet Überraschungen und lässt Raum für eigene Fantasien.Es werden verschiedene Fährten gelegt und Informationen fließen so, dass man vor Neugier das Buch nicht aus den Händen legen kann.Eigebettet ist die Geschichte in einer fantastischen Landschaftsbeschreibung, dass ich das Gefühl hat dort selbst zu wohnen.Auch die Sorgen und Freuden im Privatleben der Protagonisten sind so gekonnt mit eingeflochten, dass sie die Geschichte absolut bereichern und einem ein Gefühl für Land und Menschen geben, ohne die Hauptstory zu stören.

Das Thema "Vermisste Menschen" , was durch den Fall Anneke Jung hier stattfindet, hatte eine besonders schaurige Wirkung auf mich.Beinahe wie im Schock, habe ich die "Ich" Absätze aus der Sicht des Opfers gelesen.Ja, dieser Bereich ist mir auch ohne extreme Beschreibungen von Einzelheiten, ganz besonders an die Nieren gegangen.

Mein Fazit:
Schon Totenweg und Bluthaus sind absolut fantastische Krimis, jedoch hat Romy Fölck es geschafft, mich mit "Sterbekamner" noch mehr zu begeistern.
Ein Krimi der Superlative, mit allem was ein fesselndes Buch nur bieten muss.Der Abschluss brachte für mich eine überraschende Wendung, mit der ich wirklich nicht gerechnet hätte.
Jetzt heißt es warten auf Band vier, den ich mit Sicherheit nicht verpassen werde.

Bewertung vom 28.09.2019
Grausame Spiele / Die Arena Bd.1
Barker, Hayley

Grausame Spiele / Die Arena Bd.1


sehr gut

Das Cover schillert bezaubernd schön mit glänzenden Effekten.Hält man es in den Händen, hat es die Wirkung wie eine Eintrittskarte zu einem ganz besonderen Event. Und irgendwie ist es das auch.Eine Veranstaltung, die mir das Fürchten lehrte.

London in ferner Zukunft :
Die Menscheit lebt in einer zwei Klassen Gesellschaft. Zum einen gibt es die privilegierten Pure, die im Luxus schwelgen und ein schönen bequemes Leben führen. Ihnen gehört die Macht und damit alle Annehmlichkeiten, die man sich so vorstellen kann.
Dann gibt es die Dregs.
Diese leben quasi im Dreck und werden von den Pures auch als solchen behandelt.
Für sie ist das Leben ein Kampf ums Überleben.
Unterdrückung, Hunger, Demütigungen und Angst beherrschen ihren Alltag.

Als eines Tages der von Dregs ausgeführte Zirkus in die große Stadt London reist, ist Ben, der Sohn einer wichtigen Politikerin, total entzückt.Er möchte unbedingt eine der Vorstellungen besuchen.Doch zu diesem Zeitpunkt ist dem Jungen nicht bewusst, was ihn dort erwartet.
Dem wohlbehüteten Teenager werden auf grausame Art, jäh die Augen geöffnet.

Hoshiko ist eine Seiltänzerin der ganz besonderen Art. Genannt wird sie "Die Katze" und ist die Hauptattraktion des Zirkus. Sie lebt mit vielen anderen versklavten Kindern ein grausames Leben im Zikus.Doch dann kommt Ben und bringt all ihre Meinungen über die verhassten Pures zum Wanken. Ein kleines bisschen Licht dringt in ihre düstere Welt.

"Die Arena" ist ein Meisterwerk des Grauens, was sicherlich nichts für schwache Nerven ist.Etwas schockiert hat mich, dass es ein Jugendbuch ist.Für mich als Erwachsene waren manche Grausamkeiten
kaum auszuhalten.
Was mir im Buch gefehlt hat, waren die Umstände, wie die Menschheit in solch eine Situation kommen konnte.
Auch wenn der Klappentext sehr an eine andere erfolgreiche Dystopie erinnert, habe ich "Die Arena" als eine ganz eigene Geschichte empfunden.


Die Buch hat mich von der ersten Seite, bis zum Schluss absolut gefesselt.Eine Geschichte, die mich zornig und rebellisch zurück lässt.Grausame Spiele ist Teil 1 eines Zweiteilers und ich würde sehr gerne direkt weiterlesen.

Bewertung vom 16.09.2019
Eve of Man (I)
Fletcher, Tom; Fletcher, Giovanna

Eve of Man (I)


ausgezeichnet

Das stark Macht ausstrahlende Cover, mit dem dominanten, golden herrazsstechendem Zeichen für weiblichkeit, ist mir direkt ins Auge gefallen.Ein Mädchen im Hintergrund ist kaum wahrnehmbar und spiegelt damit absolut den Kern der Geschichte wieder.

Die Menschheit steht kurz vorm Aussterben, denn schon seit über einen halben Jahrhundert werden keine Mädchen mehr geboren.Frauen sind langsam zu alt um Kinder zu kriegen und neue kommen nicht auf die Welt.
Doch dann geschieht das lang Ersehnte. Ein schon auf der Abschriftenliste stehendes Ehepaar vollbringt das Wunder, ein Mädchen zu bekommen.
Trotz Überwachung stirbt die Mutter bei der Geburt und der Vater versinkt vor Trauer um seine Frau im Wahnsinn.
So übernimmt der Staat die wichtige Aufgabe das Mädchen, Eve, groß zu ziehen, zu überwachen und sie auf ihre wichtige Aufgabe vorzubereiten, den Vortbestand der Menschheit zu sichern.

Aufgewachsen in einer Kuppel, hoch oben und kilometerweit entfernt vom Rest der übriggebliebenen Welt, reift Eve zu einer jungen Frau und ihre wichtige Aufgabe naht.
Aus drei Kandidaten soll sie wählen dürfen.Doch Ängste und erste Zweifel keimen in ihr auf, ob dieser Weg der richtige ist.
Lediglich Holly, ihre projezierte Freundin, die von Männern im Hintergrund gesteuert wird, scheint ihre Gefühle zu verstehen.

Fazinierend wurde beschrieben, wie das Leben in der Kuppel für Eve abläuft.Die Kontrolle über sie und die Manipulationen, denen sie, wie bei einer Gehirnwäsche unterzogen ist, werden getarnt, durch eine Scheinwelt mit erschaffener Natur, Ersatztmüttern und einer Freundin.

Sehr spannend fand ich die Entwicklung von Eve als Protagonistin, wie sie von gefügig und weich zu einer starken selbstbewussten jungen Frau wird, die Dinge hinterfragt. Auch das zarte, aber dennoch starke Band der Liebe zwischen Bram und Eve war für mich sehr glaubwürdig.
Lediglich fern blieben mir die Umstände, unter denen die normalen Menschen, außerhalb der Kuppel lebten.Dies hätte ich mir in der Beschreibung etwas genauer gewünscht.
Die wichtigsten Botschaften in der Geschichte waren für mich, dass man weder die Macht der Liebe, die Kraft der Natur noch den eigenen Geist des Menschen unterschätzen sollte.

Ein toller Dystopie-Auftakt, der ganz schön unter die Haut geht.Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Bewertung vom 03.09.2019
Von Sternen gekrönt / One True Queen Bd.1
Benkau, Jennifer

Von Sternen gekrönt / One True Queen Bd.1


ausgezeichnet

"So viele Bücher.
Und du nimmst ausgerechnet dieses."
*
...Ja, und das ist auch gut so!
*
Schillernd wie Diamanten und dennoch so viel Natur stecken in diesem wunderschönen Cover.
Als mich die sternenblauen Augen angeschaut haben, war es um mich geschehen.
Der Blick hat mitten in mein Begierdezentrum getroffen und ich musste dieses Buch haben.
*
Die junge Mailin lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Vicky in Irland.
Die Umstände sind ganz schön schwierig, da sich die Schwester seit sieben Jahren im Wachkoma befindet.Die Pflege ist Anstrengend und teuer, aber aufopferungsvoll gibt die Mutter alles, um der Familie dennoch ein halbwegs angenehmes Leben finanzieren zu können.
Beide geben die Hoffnung nicht auf, dass Vicky eines Tages wieder aus diesem Zustand erwachen wird.
Doch Mailins Leben ändert sich schlagartig, als sie ausgerechnet nach einem Streit mit ihrer Mutter entführt wird.Es ist keine normale Entführung, sondern als sie erwacht, befindet sie sich ganz alleine in einem lebensgefährlichen Wald, im Königreich Lyaskye. Schon nach wenigen Minuten scheint sie ihr Leben nicht mehr retten zu können, bis ein äußerst schlechtgelaunter, aber auch absolut attraktiver junger Mann ihr zu Hilfe kommt.
Ein Mann so garstig und verlogen, dass man ihm besser nicht trauen sollte, wie eigentlich allem Schönen in Lyaskye.
Bis dahin ahnt Mailin noch nicht den wahren Grund ihrer Entführung, nämlich, dass das Königreich eine neue Herrscherin braucht. Doch dieser Job ist nicht besonders erstrebenswert in Lyaskye.
*
Die Autorin Jennifer Benkau hat für mich die Macht einer Zauberin, die den Personen in ihrer Fantasy-Geschichte Leben, Menschlichkeit, aber auch ganz viel Magie einhaucht. Außerdem schuf sie mit Lyaskye eine atemberaubende Welt, die durch ihre Worte so gut vorstellbar wurden, dass man sich als Leser genau dort befand.
Mailin ist eine absolut liebenswerte Protagonistin, die mit ihrem Mut, ihrer selbstlosigkeit, aber auch mit ein wenig Naivität mein Herz erobert hat. Ich habe mit ihr geliebt, gekämpft und getrauert, so wie es in einer guten Geschhichte sein sollte. Und dann, dann war das Buch auch schon zu Ende.
Leider.
*
Nun heißt es warten, bis zum Frühjahr 2020, dann erscheint der zweite Teil dieses grandiosen Fantasyabenteuers.
Ich bin jedenfalls sowas von dabei, wenn Mailins Geschichte weiter geht.
*
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für diesen grandiosen Fantasy-Auftakt, der mein Herz berührt hat.

Bewertung vom 25.08.2019
Bis ihr sie findet / DCI Jonah Sheens Bd.1
Lodge, Gytha

Bis ihr sie findet / DCI Jonah Sheens Bd.1


ausgezeichnet

"Bis ihr sie findet" ist wohl das, was man einen richtigen Krimi nennt.Den Leser erwartet polizeiliche Ermittlungsarbeit in Kombination von gut gehüteten Geheimnissen und Intrigen, die absolut fesseln sind.

Der erste Blick auf das Cover verrät sofort, dass an diesem Ort nichts Gutes geschehen ist.Ein düsterer Wald, eingehüllt in morgendlichem Nebel. Besonders gelungen finde ich das Buchstabenspiel mit einer Schrift, die wirkt wie ein Versteckspiel.

Ein Sommerabend im Jahr 1983, der genau dafür gemacht ist, eine Zeltnacht im Wald zu verbringen. Eine eingeschweißte Clique, bestehend aus sechs Jugendlichen, nutzt diese Nacht, um ihre unerschrockene Wildheit, ihrem Übermut Raum zu geben.Ungewöhnlicherweise darf die gerade mal 14-jährige Aurora an diesem Abend dabei sein.Von ihrer Schwester Topaz dazugebeten, aber doch auch nicht so wirklich gewollt.
Der Alkohol und Schlimmeres tut seine Wirkung und die Stimmung ist heiter bis explosiv.Als der nächste Morgen anbricht, wachen alle auf, jedoch ist Aurora nicht mehr aufzufinden.

Als Detective Chief Inspector Jonah Sheens, dreißig Jahre später, genau in diesen Wald zu einer Leiche gerufen wird, ist ihm sofort klar, dass Aurora gefunden wurde.
Ein Cold Case wir wieder aufgerollt und mit ihm beginnt das Aufdecken von jahrelangen Lügen, wohlgehüteten Geheimnissen und das Finden von Fehlern, die in den damaligen polizeilichen Ermittlungen gemacht wurden.

Die Autorin Gytha Lodge beweist in ihrem Krimidebüt, dass sie ihr Handwerk beherrscht.
Der Spannungsbogen wird über die gesamte Geschichte durch den Perspektivewechsel in den Zeiten aufrecht erhalten.
Als Leser wird man mit Informationshäppchen gefüttert, was sowohl aus Sicht des Opfers, aber auch durch den Stand der Ermittlungen geschieht.So wird der Hunger nach mehr immer größer und das ohne den Einsatz von blutigen Beschreibungen.
Immer wieder werden Fährten ausgelegt, die alle als möglich erscheinen.Bis zum Schluss ist ungewiss, ob der Täter wirklich unter den Freunden zu finden ist.

Mein Fazit:
"Bis ihr sie findet" ist ein absolut gelungener Krimi, der vor allem durch seine meisterhafte und messerscharfe Ermittlungsarbeit im Team Sheens glänzt.

Bewertung vom 17.08.2019
Show me the Stars / Leuchtturm-Trilogie Bd.1
Mohn, Kira

Show me the Stars / Leuchtturm-Trilogie Bd.1


sehr gut

Liv ist eine zielstrebige und erfolgsorientierte junge Frau, für die es im Leben kaum Platz für Privates gab.Als Journalistin immer unter Strom, sollte ein exklusiv Interview ihr den ersehnten Durchbruch bringen.Doch statt des Durchbruchs, kam die große Enttäuschung. Das Interview platzte und damit auch all ihre Erfolgsmöglichkeiten.
So kommt es, dass sie einen Houssitter-Job, in einem Leuchtturm, an der irischen Küste annimmt.Ihr Leben soll und muss sich ändern und dafür braucht sie diese 6-monatige Auszeit.

"Show me the stars" ist eine Geschichte, die man nicht nur liest, sonder mit allen Sinnen fühlt.Die Autorin Kira Mohn hat eine ganz besondere Gabe, die einen die Bilder nicht nur in den Kopf beamt, sondern gleichzeitig dafür sorgt, dass man das Salz der Wellen auf den Lippen schmeckt.
Überrascht und überrollt hat mich der durchgängig eingebaute Humor, der urplötzlich auftaucht und stets für herrliches Schmunzeln sorgt.

Liv als Protagonistin war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich habe ihr einfach nur alles Glück der Welt gewünscht.Tja und dann haben wir noch den smarten Kjer.Ein Traummann schlechthin, was allerdings immer mit der Gefahr verbunden ist, dass Träume wie Schäume sind.
Gut dass es in diesem entzückenden Örtchen dann auch noch eine herzensgute Freundin gibt, die Liv bei all ihren Sorgen zur Seite steht.

Für mich ist "Show me the stars" ein ganz bezauberndes Buch.Halt einfach mal zum Wegträumen. Es gab zum Schluss zwar noch das ein oder andere, was ich gerne erfahren hätte, allerdings wird es ja bald Folgebände geben.Von daher kann ich ja noch auf Antworten hoffen.

Bewertung vom 25.07.2019
Opfer / Carl Edberg Bd.1
Svernström, Bo

Opfer / Carl Edberg Bd.1


ausgezeichnet

Ganz schön schwere Kost ist "Opfer" und damit ganz gewiss nichts für schwache Nerven.
*
Hauptkommissar Carl Edson von der Reichsmordkommission in Stockholm, bekommt es mit einer Reihe schrecklichster Morde zu tun, bei denen die Opfer bestialisch gequält werden. Die Zeit läuft ihm davon und die Opfer werden immer mehr.Zusammenhänge scheint es zwischen den einzelnen Morden nicht zu geben und die Ermittlungsspuren verlaufen alle im Sande. Nicht nur, dass der dienstliche Druck für Carl Edson immer größer wird, sondern auch der Druck der Öffentlichkeit lastet stark auf ihm. Die ehrgeizige Journalistin Alexandra Bengtsson ist ihm immer dicht auf den Fersen, um alles möglichst blutfrisch zu veröffentlichen.
*
Geschrieben ist die Geschichte in drei Abschnitten.
Der erste Teil beschreibt die eigentlichen Ermittlungen zu den Morden.Mit welchen Hindernissen Kommissar Carl Edson zu kämpfen hat.In diesem Teil finden auch die genauen Beschreibungen der extrem grausamen Misshandlungen statt.
Dann nimmt der Schreibstil ungewöhnliche Formen an, denn es wird aus der Sicht des Täters erzählt, was ich persönlich als unheimlich interessant empfand.Hier findet man auch den eigentlichen Sinn des Titels "Opfer...oder Täter"
Tja und als letzten Teil der ungewöhnliche Schluß.
Ein wirklich gut gelungener Aufbau.
*
Mich persönlich hat "Opfer" mit all der grausamen, blutigen und ekligen Schilderungen stark an den Rand des Aushaltbaren geführt.Eigentlich mag ich gerade solche extreme Thriller, mit starkem Gänsehautfeeling sehr gerne.Was mir jedoch ein wenig gefehlt hat, war das Band zu den Personen.Ich konnte nicht ganz zu ihnen hinfinden. Wahrscheinlich lag dies auch daran, dass sehr viele Personen involviert sind.
Auch der Abschluss entsprach nicht wirklich meinem Geschmack, aber er war auf jeden Fall sehr überraschend.
*
Ich finde "Opfer" ist ein durchaus guter Thriller, von dem ich mir auf über 500 Seiten allerdings etwas mehr erhofft habe.

Bewertung vom 16.07.2019
Harz
Riel, Ane

Harz


ausgezeichnet

Was ist "HARZ" für ein Buch? Das erste was mir einfällt, ist das es eine Familientragödie ist. Aber es ist viel mehr als das. Das Buch ist die Geschichte über die Lebensweise von einer Gruppe Menschen, die abgeschirmt und eng verbunden mit der Natur, auf einer kleinen Insel Leben.Es ist aber auch eine Beschreibung darüber, wie krank jemand werden kann, ohne das er es selbst wahrnimmt.
Das ganze ist so geschickt beschrieben und der Fortlauf der Geschichte so radikal, dass die Bezeichnung Thriller absolut zutreffend ist.

Die 6-jährige Liv lebt zusammen mit ihren Eltern Jens und Maria auf dem Kopf. Der Kopf ist ein kleiner abgelegener Teil einer kleinen dänischen Insel. Dieser abgeschiedene Ort ist lediglich verbunden mit einer schmalen Landenge, genannt Hals zu den eigentlichen Bewohnern des kleinen Dörfchens Korsted.
Doch eigentlich weiß niemand mehr das Liv lebt, denn ihre Eltern lassen alle glauben, sie sei bei einem Bootsunglück ums Leben gekommen.
Jens, der Vater, der einmal ein angesehener Schreiner war, entwickelte sich zu einem krankhaften Sammler.Seine Verlustängste nehmen schlimmste Ausmaße an, die tragische Folgen für seine ganze Familie haben.

Das Leben der kleinen Liv ist mir sehr nahe gegangen. Ihr Alltag in der eigentlich schönen Umgebung aus reiner Natur, aber gleichzeitig zwischen so viel Müll, der kaum Luft zum atmen lässt. Sie wächst beinahe ganz wild auf und lernt dadurch ihre Instinkte einzusetzen. Besonders auffällig ist der sanfte Schreibstil der Geschichte, da alles was geschieht, aus Liebe passiert und vollkommen ohne böse Absicht. Deswegen waren mir auch die Mutter, die so fettleibig ist, dass sie sich nicht mehr kümmern kann, sowie der Vater, den das Leben krank gemacht hat, nicht wirklich unsympathisch, sondern haben eher Entsetzen bei mir ausgelöst.
Die falsche Sichtweise über viele Dinge, die Liv schildert, haben in mich in Angst und Schrecken versetzt, da die Handlungen eines so kleinen Kindes ja nicht voraussehbar sind. Alles was falsch ist, sah sie mit anderen Augen. Mir stellte sich durchweg die Frage, wie das für die Familie, vor allem aber für die kleine Liv, enden wird.

Mich wundert es nicht, dass die Autorin Ane Riel für "HARZ" gleich alle vier wichtigen skandinavischen Krimipreise abgeräumt hat, denn dieses Buch geht absolut unter die Haut. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir für diesen ganz besonderen Thriller.

Bewertung vom 13.07.2019
R.I.P. / Kommissar Huldar Bd.3
Sigurdardóttir, Yrsa

R.I.P. / Kommissar Huldar Bd.3


sehr gut

Ein Cover, welches schaurige Eiseskälte beim lesen verspricht.Schon wie in den ersten Bänden der Thriller-Serie sticht der kurze Titel sofort ins Auge und bleibt haften.
*
R.I.P. ist der dritte Thriller einer Buchreihe mit Kommissar Huldar und der Psychologin Freyja. Diesmal müssen sie sich mit brutalen Morden auseinandersetzen, die über Social Media Kanälen rasend schnell verbreitet werden. Die Opfer sind Jugendliche, bei denen der Täter unerbitterluche Rache ausübt.Doch wie viele Opfer hat er noch auf seiner Racheliste?
*
Für mich ist R.I.P das zweite Buch, was ich von der Bestsellerautorin Yrsa Sigurdardottier gelesen habe und mich konnte auch diesmal die Geschichte absolut einfangen.Die Personen haben tolle Eigensinnigkeiten eingehaucht bekommen, so dass ich trotz fehlendem Mittelband, den ich noch nicht gelesen habe, keinerlei Schwierigkeiten hatte, mich in die Charaktere einzufühlen. Das Thema Social Media und dessen Macht, vor allem unter Jugendlichen, hat mich schon ganz schön bedenklich gestimmt.
Am Schluss hatte ich etwas Schwierigkeiten beim Sortieren der Namen und Zusammenhänge, so dass ich manchen Absatz mehrfach lesen musste.
*
Für mich war R.I.P mal wieder ein erstklassiger Thriller, auch wenn mir DNA ein kleines bisschen besser gefallen hat.

Bewertung vom 18.06.2019
Lady Annes Geheimnis
Marcus, Martha Sophie

Lady Annes Geheimnis


sehr gut

"Lady Annes Geheimnis" ist die Geschichte einer jungen Frau, der wegen des Ansehens ihrer Familie, ihr Kind weggenommen wurde.Doch statt sich damit abzufinden, nimmt die mutige Anne den Kampf im Jahr 1714 auf sich, um ihren Sohn wiederzufinden. Dazu setzt sie alle Mittel ein, die ihr als Frau am höfichen Leben zu Verfügung stehen.

Anne ist eine bemerkenswert mutige Frau, die zunächst als Zofe im Hause des Kurfürsten Georg Ludwigs in Hannover lebt.Die große Hoffnung, ihren Sohn Johnny, der ihr von ihren Eltern nach der Geburt weggenommen wurde, wiederzufinden, gibt sie nie auf.Dann kommt ihre große Chance, als der Großfurst mit samt Anhang nach London berufen wird, um dort den Platz als König einzunehmen. Denn in dieser Stadt ist auch Annes Sohn Johnny.

Die Autorin Martha Sophie Marcus versteht es auf sehr anschauliche Art, den Leser in eine vergangene Zeit zu versetzen. Trotz vieler historischer Fakten, wird der Schreibstil nie schwierig lesbar und man verliert den Faden zu eigentlichen Geschichte nicht. Es ist faszinierend, wie einem die Gepflogenheiten der damaligen Zeit näher gebracht werden und wie sehr sich der Lebensstand der unterschiedlichen Schichten voneinander abhebt.

Anne war mir als kämpferische Protagonistin auf Anhieb sympathisch. Wie sie mit Intelligenz und Mut ihr einziges Ziel in Angriff nimmt und dabei keine Gefahr außen vor lässt.Auch die Nebencharaktere sind zum Teil Personen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.Insbesondere gilt dies für May Darling, ein Waisenmädchen aus London, die für Anne eine ganz besonders wichtige Position einnimmt.
Lediglich mit den männlichen Personen der Geschichte, habe ich mich etwas schwer getan. Scheinbar tue ich mich mit der Macht, die den Männern in der Zeit zustand, etwas schwer. Der Vater des kleinen Johnny, hat mich leider bis zum Schluss nicht wirklich im Herzen erreicht.
Ich denke auch, dass es sehr viele Nebenpersonen sind und die meisten mir von daher etwas zu verschwommen blieben.

Alles in allem ist "Lady Annes Geheimnis" mal wieder ein toller historischer Roman, aus der Feder von Martha Sophie Marcus, der mir herrliche Lesestunden in einer anderen Zeit beschert hat.