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Alexander Flügel
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Den Haag

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Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 01.01.2026
Zöllner, Daniel

Globalisierung und Phänomenologie der Welt


ausgezeichnet

Daniel Zöllner beschreibt in dem Buch "Globalisierung und Phänomenologie der Welt" (2025) die Entwicklung des Verständnisses der Globalisierung aus der Sicht der Phänomenologie, beginnend mit ihrem Begründer Edmund Husserl über Martin Heidegger bis zu Heinrich Rombach. Bekanntlich hat die Globalisierung zwei Seiten: Sie ermöglicht das Gespräch und das Verständnis über Grenzen hinweg, aber sie kann auch in Gleichmacherei ausarten, in totale Kontrolle und Gedankenwäsche. Die drei genannten Philosophen erkannten diesen Zwiespalt und schlugen Lösungen zu seiner Überwindung vor. Allen gemeinsam ist die These: Wir sollten neu denken lernen.

Edmund Husserl kritisiert die fehlgeleitete Objektivierung, die uns dazu verleitet, die Welt und letztlich auch uns selbst wie ein deterministisches Uhrwerk zu sehen, eingebunden in ein globales totalitäres System von objektiven Gegenständen und deren Beziehungen. Husserl entdeckte das Korrelationsapriori, welches besagt, dass das 'subjektive' Bewusstsein notwendig auf 'objektive' Dinge gerichtet ist. Subjektivität und Objektivität treten gemeinsam auf und sind in Wirklichkeit nicht getrennt. So bringt Husserl den starren Gegensatz von Subjekt und Objekt in Fluss, er bringt Bewegung in den Objektivismus. Er kann aber, gemäß Zöllner, nicht überzeugend darlegen, wie verschiedene Bewusstseine ins Gespräch kommen können, trotz seiner Überzeugung der Existenz umfassender Bewusstseine ganzer Kulturen und der Welt.

Martin Heidegger zeigt, dass der Mensch als 'Dasein' mit dem 'Sein' konfrontiert ist. Alle Menschen sind 'da', sie existieren im Horizont des Seins, während das nicht-menschliche Seiende in Bezug auf das Dasein 'vorhanden' oder 'zuhanden' ist. Heidegger überwindet gemäß Zöllner weitgehend die Gegenständlichkeit (Substanzialität) alles Seienden, ein objektivierendes Systemdenken, das Husserl noch nicht völlig ablegen konnte. Zöllner bemängelt allerdings, dass in der Philosophie Heideggers das menschliche Dasein eine herausgehobene Sonderstellung einnimmt. Allein für das Dasein ist das Sein ein Thema, argumentiert Heidegger. Die resultierende Dichotomie (und implizite Objektivierung) der Welt, wie sie von Husserl und Heidegger mit gutem Grund kritisiert wird, bleibt so trotz allem in abgewandelter Form bestehen.

Heinrich Rombachs Strukturontologie lässt in der Darlegung Zöllners die noch verbleibenden Unzulänglichkeiten der Substanzialität im Denken Husserls und Heideggers hinter sich, die dem kritisierten Objektivismus Vorschub leisten. In Rombachs 'Struktur' ist die Gesamtheit notwendig in den Teilen enthalten und sie erstrebt Selbstfindung durch Selbsttranszendenz. Wenn also Menschen, Kulturen oder 'Welten' im Zuge der Globalisierung ins Gespräch kommen wollen, dann geschieht dies nicht durch Vereinheitlichung, sondern durch "Verbesonderung". Rombach zeigt dies beispielhaft an der Genese alter Tempelbauten, die sich, ausgehend von verschiedenen Strukturen in Europa und Asien, auf eine gemeinsame Grundstruktur zurückführen lassen.

Rückblickend auf Zöllners Werk und darüber hinaus ergeben sich für den Leser interessante Fragen im Zusammenhang mit der Globalisierung, etwa was die Motivation sein könnte, das Risiko einzugehen, aus dem zu Recht kritisierten System der Vereinheitlichung herauszutreten und sich strukturell selbst zu transzendieren. Ist nicht der Spatz in der Hand besser als die Taube auf dem Dach? Eine weitere Frage wäre, da gemäß Rombach das Ganze in den Teilen ist, ob sich nicht genau diese Idee historisch auch früher findet, z. B. in der christlichen Vorstellung, dass Gott Mensch wurde, d. h., dass die Unvollkommenheit Vollkommenheit umfasst. Auch wäre es interessant zu untersuchen, ob sich Selbsttranszendenz in der Natur findet, wie es gemäß Rombach sein müsste. Kann die Komplexität der Welt in alltäglicher Einfachheit gefunden werden?

Zöllners Veröffentlichung ist eine interessante Anregung, den Hintergrund aktueller politischer und ökonomischer Entwicklung zu beleuchten und Therapien für deren Pathologien zu finden.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.01.2025
Zöllner, Daniel

Mut zur Tugend


ausgezeichnet

"Panische Angst vor dem Irrtum ist kein guter Wegweiser zur Wahrheit. Der Wahrheitssucher darf nicht verbissen und ängstlich sein, er muss locker, lächelnd vorangehen. Nietzsche sagte gar, dass er tanzen sollte." - Daniel Zöllner begibt sich in diesem Buch auf eine große Erkundungsreise zur Tugend, geleitet von Philosophie, christlicher Frömmigkeit und den Mut zur Menschlichkeit. Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt, die dazu anregen, sie bei Bedarf separat zu studieren. Die Reise beginnt mit den klassischen Kardinaltugenden (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß), den theologischen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) und den Hauptsünden (Hochmut, Neid, Habgier, Zorn, Trägheit, Wollust, Völlerei). Der Leser wird in den weiteren Kapiteln nach innen zur Selbsterkenntnis geführt und nach außen zu aktuellen Themen wie Totalitarismus und Propaganda. Sowohl die Sexualität wird angesprochen als auch philosophische und theologische Fragen, etwa die Zeit als Schöpfung, die jeden Augenblick transparent für die Ewigkeit werden kann und einen Neuanfang ermöglicht. - Der Leser geht gestärkt aus der Lektüre hervor, mit Mut zur Tugend in den praktischen Herausforderungen des Lebens, mit einem tatkräftigen Christentum.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.07.2024
Bhakdi

Der Weg der Wahrheit


ausgezeichnet

Die Wahrheit und öffentlich anerkannte Wissenschaftler gehen schon lange, verstärkt aber seit 2020 oft getrennte Wege. Nicht so Sucharit Bhakdi. Im Buch wird deutlich, wie Prof. Bhakdi zur Wahrheit kam: Über eine Meditation, die er als die wichtigste Zeit seines Lebens bezeichnet. Durch sie ließ er Angst und Ruhmsucht hinter sich und gewann Verständnis. Das Buch enthält auch eine Darstellung, wie in unserer Gesellschaft die Angst vor Krankheit systematisch ausgebaut wird und welche Folgen die sogenannte Coronaimpfung hat. - Das Buch ist ein Appell an unsere Menschlichkeit, den Weg der Wahrheit trotz aller Widerstände zu suchen.