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Benutzername: Unsere Bücherwelt
Danksagungen: 14 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 154 Bewertungen
Bewertung vom 23.09.2019
Perfect Opposites (eBook, ePUB)
Kappel, Daniela

Perfect Opposites (eBook, ePUB)


sehr gut

Meine Meinung

Was für eine schöne Empfehlung ich da bekommen habe ...

Diese Geschichte hält Schlagabtausche, spritzige Auseinandersetzungen, Zuneigung, Misstrauen und auch eine Prise Crime bereit.

Die nerdige Lynne muss, um nicht auf der Straße zu landen, zurück in ihr altes Leben, was sie vor gut 10 Jahren endlich hinter sich lassen konnte. Doch alles läuft anderes als geplant und das liegt unter anderem an Lex, dem Angestellten der Bar ihrer Mutter. Lex ist ein heißer Typ, der sehr zufrieden mit seinem jetzigen Leben ist und überhaupt nicht angetan davon ist, dass sich nach Lynnes Auftauchen alles ändern soll.

Die Autorin hat es super geschafft, dass ich die Funken und Emotionen der beiden richtig spüren konnte. Da die Kapitel abwechselnd aus Lynnes und Lex Sicht geschrieben sind, konnte ich ihre Gedanken und Gefühle sehr gut miterleben.

Beide sind mir sympathisch und ich habe mich mit ihnen gefreut, gelacht, geärgert und auch mit ihnen mitgelitten.

Dieses Buch konnte ich flüssig und leicht lesen und auch die bildlichen Beschreibungen waren für mich gut verständlich.

Meine einzige Kritik besteht darin, dass ich die Vergangenheit von Lynne und Lex gerne etwas ausführlicher gehabt hätte, bzw. dass sie mehr Raum in der Geschichte eingenommen hätten und dadurch vielleicht auch etwas mehr Spannung/Mitgefühl aufgekommen wäre. Wie sich Lynne zum Beispiel, von einem einzelgängerischen Nerd zu einer taffen jungen Frau entwickelt und wie dem gefühllosen Lex auf einmal doch eine Frau an seiner Seite gefällt, wären Informationen gewesen, die mehr Tiefgang gebracht und die Geschichte für mich rund gemacht hätten.

Fazit

Eine tolle Story, die sich super leicht zwischendurch lesen lässt. Dieses Buch würde ich sofort weiterempfehlen, an diejenigen, die Gefühle und etwas Crime authentisch erleben möchten.

Bewertung vom 23.09.2019
TausendMalSchon
Woolf, Marah

TausendMalSchon


ausgezeichnet

Ein sehr schöne und andere Zeitreisengeschichte, die komplex ist, aber bei der man trotzdem nicht den Überblick verliert.

Eine absolute Leseempfehlung an alle, die wieder von einem Buch gefangen genommen werden und auch etwas mitdenken wollen. Aber auch wenn ihr euch einfach nur einen gemütlichen Sofa Nachmittag machen wollt, werdet ihr feststellen, dass es nicht bei ein paar wenigen Stunden bleiben wird, denn ihr werdet in die Welt der Seelenmagier gezogen und nicht wieder losgelassen.

Bewertung vom 16.09.2019
Myalig - gestohlene Leben (eBook, ePUB)
Kier, Laura

Myalig - gestohlene Leben (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Band 18 der Märchenspinnerei verspricht eine Adaption des Volksmärchens „Die Schöne und das Biest“ und ich kann euch versichern, ihr bekommt ein wahrlich gelungenes Rahmensetting, was mit dem Original mithalten kann und dennoch lest ihr natürlich eine völlig andere Geschichte.

Laura Kier hat hier ganz viele tolle Märchenelemente mit in ihre Geschichte aufgenommen.
Sie hat zum einen ein Biest geschaffen, was im Grunde kein solches ist und nur durch seine Erscheinung und seine verborgenen Taten so wirkt.
Zudem gehen wir gemeinsam mit Amanda, der Hauptprotagonistin, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird, auf einen Ball und beschäftigen uns mit dem Verlust der Familie und der Heimat. Rosen spielen natürlich genauso eine Rolle, wie die Zeit, die allen davon läuft.

Ihr merkt, es gibt da so einige tolle Parallelen zum Original, welche ich wirklich toll umgesetzt fand.

„Myalig“ bekommt natürlich seine ganz eigene und persönliche Note, allein schon durch das Steampunk-Setting.

Unsere Welt befindet sich in der Zukunft, wo die Technik sehr weit fortgeschritten ist und es Android-Roboter gibt, wo Luftschiffe als Beförderungsmittel dienen, aber auch die totbringende Krankheit „Myalig“ die Menschen dahinraffen lässt, ohne dass es eine Aussicht auf Heilungschancen gibt.

Ich möchte euch inhaltlich gar nicht mehr verraten, lasst euch einfach drauf ein, wenn euch die Thematik anspricht und macht euch mit der sympathischen und sehr forschungs- und wissbegierigen Amanda auf die Suche nach einem Heilmittel für die Krankheit „Myalig“.

Ihr werdet unterwegs merken, dass Amanda nicht nur nach einem Heilmittel sucht, denn Dinge wie Hoffnung, Zusammenhalt und Menschlichkeit sind einigen Menschen abhanden gekommen und der Weg, den sie eingeschlagen haben, könnte falscher nicht sein.

Die Angst regiert und ich muss euch nicht sagen, dass Furcht natürlich der schlechteste aller Ratgeber ist und auch schon mal die ein oder andere falsche Entscheidung treffen lässt.

Zum Glück begegnen uns auf Amandas Reise auch jede Menge Hoffnung, eiserner Wille und liebe Menschen, die einander helfen.

Ich habe mich sehr gefreut, dass auch die Tierliebe hier einen Platz findet und diese die junge Amanda sogar immer wieder ein Stück nach vorne bringt.

Übrigens liebe ich es ja, wenn Märchen in Märchen integriert werden und so ist es auch hier. Danke dafür liebe Laura Kier!

Ich hatte tolle, emotionale und sehr nachdenkliche Lesestunden mit „Myalig“ und empfehle das Buch sehr gerne weiter.

Ein halbes Bewertungsbüchlein ziehe ich für mich persönlich ab, weil mir das Ende und die Auflösung des großen Ganzen nicht so ganz zugesagt hat, aber das ist ja absolute Geschmackssache.
Ohne inhaltlich irgendetwas zu verraten, es ging mir etwas zu flott und auch ein wenig zu einfach von statten.
Ich hege aber eine kleine Vermutung, dass die Autorin das vielleicht sogar bewusst gemacht hat, denn der Mensch neigt ja grundsätzlich dazu, immer im ganz großen Stil zu denken und das Wesentliche im kleinen Detail nicht zu erkennen. Wenn dem so ist, dann wäre es somit schon wieder grandios.

Fazit

Eine Adaption des Volksmärchens „Die Schöne und das Biest“ im Steampunk-Setting, welche sich echt sehen lassen kann!

Es geht sehr emotional zur Sache und die gesamte Story regt zum Nachdenken an.
Laura Kier lässt uns über die menschlichen Werte nachdenken und führt uns vor Augen, was Massenpanik für Auswirkungen haben kann und wie viel doch ein Einzelner bewirken kann, wenn er die Hoffnung nicht verliert und zu kämpfen bereit ist. Man sollte nie den Glauben verlieren und Entscheidungen treffen oder hin nehmen ohne darüber nachzudenken, genauso wenig sollten Entscheidungen ausschließlich eigennützig sein.

Bewertung vom 16.09.2019
HOCHDORF
Roberts, Kim; Valentin, Mira

HOCHDORF


ausgezeichnet

Wer auf der Suche nach einem ganz klassischen und typischen Krimi ist, der sollte vielleicht nicht unbedingt zu „Hochdorf“ greifen. Dieses Schätzchen hier ist sehr speziell, passt für mich in keine konkrete Schublade und somit hatte es mich sofort. Ich fand das Buch genial.

Vom Grundsatz her lässt sich „Hochdorf“ natürlich schon erwartungsgemäß krimimäßig lesen, schließlich müssen zwei Verbrechen aufgeklärt werden und mit Kommissar Tarek Breitner haben wir hier auch einen echt coolen Ermittler an die Seite gestellt bekommen.

Dann gibt es hier jedoch auch diese Momente, wo ich dachte, eine ziemlich bissige Satire vor mir liegen zu haben, denn vieles wirkte schon etwas überzogen und fast übertrieben.
Hin und wieder fragte ich mich auch, ob ich nicht doch in einem abartigen Horrorthriller gelandet bin.

Kim Roberts verarbeitet in diesem Buch besonders ernste und brisante Themen. Sie tut dies schonungslos ehrlich und schleudert sie uns knallhart um die Ohren. Es wirkt fast so, als ob die Autorin uns auffordern möchte, die Augen ja nicht zu verschließen und genauer hin zu schauen.

Nein, Zuschauen scheint Kim Roberts gar nicht zu genügen. Sie nötigt uns Leser vielmehr dazu, uns mit der Abartigkeit mancher Personengruppen direkt auseinander zu setzen. Schließlich können im wahren Leben Betroffene auch nicht flüchten und Nicht-Betroffene sollten es nicht tun.
Mit Betroffenen meine ich an dieser Stelle Opfer rechtsextremer Gewalt, denn wir bekommen es hier mit Rechtsradikalen zu tun.

Das Buch war für mich von Anfang bis Ende großes Kino. Es war eine Glanzleistung im Krimi-Genre, weil ich durchweg gefesselt war und gleichzeitig war es für mich ein perfektes Präventions-Buch zum Aufrütteln.
Rechtsextreme Gewalt ist hier das Oberthema, aber wir beschäftigen uns gleichzeitig auch mit Vergewaltigungsopfern, dem Umgang mit behinderten Menschen und dem Drogensumpf.

Ich war während dem Lesen nicht selten angewidert, schockiert oder habe mich fremd geschämt, denn hier heißt es nun mal „Reality meets fiktive Geschichte“ und das war überdeutlich spürbar.

„Hochdorf“ ist nichts für Zartbesaitete, denn verbale Entgleisungen begegnen euch hier genauso wie rohe Gewalt.

Hier wird nichts umschmückt oder zunächst schön aufgehübscht. Ihr bekommt alles sehr direkt, knallhart und glasklar präsentiert.

Die Protagonisten sind allesamt nicht das, was ich als „normal“ bezeichnen würde, aber da liegt bereits der erste Fehler, denn was ist schon „normal“?
Es begegnen euch Charaktere mit Ecken und Kanten, mit Extremen, mit grenzenloser Dummheit, Arroganz und Ignoranz.

Die generelle Stimmung in dem Örtchen Hochdorf wirkt primitiv und dumm. Fast alle Dorfbewohner sind entweder naiv und doof, die vermeintlich „Guten“ wirken dafür schicksalsergeben, gebeutelt und vom Leben geprägt.
Man will dauerhaft den Kopf schütteln, weil man ja weiß, dass es da draußen in der realen Welt wirklich solche Idioten gibt wie hier im Buch.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ein Kommissar mit türkischen Wurzeln, der in einem Ort ermittelt, wo die meisten Anwohner Neonazis sind, nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen wird.

Die Story bietet viel Raum für Spekulationen, was den/die Täter angeht und das Ende überrascht auf der einen Seite und dann auch wieder nicht. ;-)

Fazit

Wenn ihr euch traut und keinen reinen, ruhigen Abschalt-Krimi erwartet, sondern vielmehr ein provokanten Nachdenk-Krimi, der kein Blatt vor den Mund nimmt und nichts verschönert erzählt, dann solltet ihr unbedingt den Ort Hochdorf besuchen.

In Hochdorf ist nichts, wie es soll und auf keinster Weise, wie es scheint.

Ich fand das Buch großartig und im Genre Krimi total anders, wie alles, was ich bisher gelesen habe.
Die Menschen in dem Örtchen, mit denen man offensichtlich sympathisieren soll, sind keine Normalos, nein sie sind allesamt Opfer und zwar in ganz verschiedenen Lebensbereichen.

Und da aus jedem von uns zu jeder Zeit ein Opfer werden

Bewertung vom 11.09.2019
Bright Side (eBook, ePUB)
Holden, Kim

Bright Side (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Meine Meinung

Oh mein Gott … Kim Holden hat mich mit einer Achterbahnfahrt der Gefühle zurück gelassen und nun weiß ich nicht was ich machen soll.

Zu Beginn hat mich diese Geschichte nicht überzeugt, was vor allem daran lag, dass Kate und Gus immer wieder „Alter“, „Echt Scheiß“ usw. sagen, was mich schon echt gestört hat. ABER, je näher ich alle Beteiligten kennengelernt habe, um so mehr hat es zu den Beiden gepasst. An manchen Stellen habe ich es sogar richtiggehend vermisst.

Wer diese Beiden sind? Kate ist eine faszinierende junge Frau, die schon so unglaublich viel Leid ertragen hat und daraus aber gestärkt hervorgetreten ist. Ich habe sie schlicht und einfach geliebt. Gerade durch die neuen Freunde, die Kate am College kennenlernt, bekommen wir einen unglaublich guten Eindruck von ihr und ihrem Leben. Gus ist seit Kindheitstagen ihr bester Freund und ein angehender Profimusiker. Er ist der Wahnsinn und ich hätte ihn mir auch als besten Freund gewünscht.

Die Lieder, die in diesem Buch beschrieben werden, gingen mir so sehr unter die Haut und das, obwohl ich logischerweise die Musik nicht gehört habe, sondern nur gelesen. Die Autorin Kim Holden hat wirklich ein Talent dafür, die Musik in einem Buch emotional so zu beschreiben, dass sie egal, ob Rock, Soul oder Klassik einfach packend ist.

Man geht in den ersten Kapiteln davon aus, dass die beiden zueinander finden, aber da Gus sein Musikbusiness voran bringt und Kate ans College geht, telefonieren, skypen und schreiben sie sich, aber schnell wird klar, dass beide unterschiedliche Wege einschlagen.

Fazit

Ich hätte dieses Buch liebend gerne als Print in meinem Bücherregal stehen, damit ich mich immer wieder an diese Geschichte erinnern kann, doch leider gibt es sie nur als eBook.

Diese Story hat mir so wahnsinnig viele Gänsehautmomente beschert, was ich wirklich selten bei einem Buch erlebt habe.

Deshalb werde ich wohl auch nicht die weiter Geschichte von Gus lesen, denn ich glaube nicht, dass mich diese Protagonisten nochmal so berühren können. Da hat die Autorin mit „Bright Side“ die Messlatte schon sehr hoch gehangen.

Bewertung vom 11.09.2019
One more Time
Beele, Louisa

One more Time


sehr gut

Meine Meinung

Ich habe die Sonne, den Strand und das Meer richtig fühlen können. Die Autorin hat die Umgebung und die Charaktere sehr gut beschrieben, was mir tolle Lesestunden beschert hat.

Wir haben da Kira, aus deren Sicht die eine Hälfte der Geschichte geschrieben ist und sie macht einen sehr sympathischen Eindruck. Sie zieht nach einer Hals über Kopf Entscheidung nach San Diego. Dort war sie schon vor einigen Jahren zum Schüleraustausch und hat dort Zoey kennengelernt, bei der sie zur Zeit unter kommt. Über diese Entscheidung und den Zusammenhang mit Zoey hätte ich gerne etwas mehr erfahren.

Die andere Hälfte wird aus Jaydens Sicht erzählt, was ich sehr schön fand, denn so gab es nicht diese ewigen Missverständnisse, sondern man wusste gleich was beide fühlen und denken. Jayden ist ein Sunnyboy und ihm würde ich gerne mal beim surfen zuschauen. Auch er hat ein früheres Erlebnis, was ich gerne näher erfahren hätte.

Beide sind aber junge, selbstbewusste Leute, die auch Entscheidungen treffen, die nicht immer die richtigen sind und trotzdem das Beste daraus machen.

Auch die Nebenprotagonisten tragen zu einer harmonischen Geschichte bei. Ich habe direkt gespürt, wen ich leiden kann und wen nicht.

Ob Kira wirklich einen anständigen Job bekommt, sie endlich etwas von dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennenlernt, Jayden seine Mutter zufrieden stellen kann und er endlich was aus seinem Leben macht, müsst ihr unbedingt selbst erfahren ;-).

Fazit

Definitiv eine Geschichte, die Urlaubsgefühle aufkeimen lässt.

Ein toller, leicht zu lesender Sommerroman, den ich euch absolut empfehlen kann. Wer also Sommerfeeling mit etwas Liebe, dem Alltag und Neustarts haben möchte, sollte zu diesem Buch greifen.

Bewertung vom 03.09.2019
Serra de Tramuntana. Blutrot
Jensen, Stina

Serra de Tramuntana. Blutrot


ausgezeichnet

Band 2 der Mallorca-Krimireihe führt uns dieses mal aus der Hauptstadt heraus, denn wir reisen mit Levke in die Gebirgslandschaft Mallorcas. In den Bergen plant sie, in einer gemütlichen Finca einen Workshop zu besuchen, der ihr helfen soll, zur Ruhe zu kommen und von dem sie sich erhofft, einen Weg zu finden, um ihre traumatische Vergangenheit besser verarbeiten zu können.
Tja, es kommt natürlich alles anders als erwartet und geplant. Genau genommen entwickelt sich diese therapeutische Zusammenkunft gleich von Anfang an zu einem Desaster. Warum genau, müsst ihr natürlich selber heraus finden.

Als dann auch noch Workshop-Teilnehmer nicht wieder auftauchen, hat Levke einen Grund, Chefinspektor Jordi zu kontaktieren und um Rat zu fragen. Leser des ersten Bandes wissen bereits, dass es zwischen Levke und Jordi ordentlich brodelt. Ja, zwischen ihnen knistert die Luft vor unausgesprochenen Worten und einer gewissen Anziehung und ich habe mich wahnsinnig auf ein Wiedersehen mit den beiden gefreut. Ob sie sich dieses mal näher kommen, verrate ich natürlich nicht. Was ich allerdings andeuten kann, dass das Ende zum Haareraufen einlädt! Zudem tauchen wir immer tiefer in die beiden Charaktere ein, erfahren etwas mehr über sie und erleben so einige Ohh-Effekte. Levke macht hier eine wahnsinnige Entwicklung durch, so viel sei verraten.

Leser, die Band 1 nicht kennen, kann ich beruhigen, denn ein Einstieg in diesen Roman ist kein Problem, weil Stina Jensen Hintergrundinfos aus Band 1 fließend nebenher einbaut und so einen guten Einstieg ermöglicht.
Ich empfehle jedoch wirklich von vorne zu beginnen, denn bei der Mallorca-Krimireihe handelt es sich in meinen Augen um eine absolute Charakter-Serie.
Hier stehen wirklich die wunderbaren Protagonisten Levke und Jordi im Vordergrund und wir tauchen tief in ihre inneren Gedanken und Erlebnisse. Man sollte Levke und Jordi unbedingt von Anfang an kennen lernen, um nichts von ihnen zu verpassen.

In „Serra de Tramuntana“ bekommt dieses mal die Mutter von dem Reporter Rafael etwas mehr Raum. Beide kennen wir bereits aus Band 1.
Inmaculada, die altmodische und doch pfiffige Spanierin ist eine echte Granate. Ihr werdet sie lieben, egal ob ihr sie bereits kennen gelernt habt oder ganz neu auf sie trefft.

Zur Geschichte an sich kann und will ich nicht viel sagen, denn ihr sollt euch ja völlig unvoreingenommen darauf einlassen, um so richtig mit rätseln und mit grübeln zu können.

Der Prolog gibt euch einen super Krimi-Einstieg. Ihr werdet umgehend gefangen sein und wissen wollen, was da genau passiert ist und was da konkret von statten geht.
Dann startet die Geschichte langsam, sie läuft quasi erst mal an und man lernt zunächst ein paar Nebencharaktere näher kennen. Ihr werdet euch vielleicht wundern, warum ihr so tiefgehende Charaktereinblicke bekommt und wie das alles zusammen hängt. Die Autorin schafft es da wirklich, Bilder vor einem inneren Auge entstehen zu lassen, was ihre Bücher für mich auch immer wieder zu etwas besonderem machen. Zudem lässt sie hier die traumhafte Kulisse Mallorcas an uns vorbei ziehen.

Irgendwann werdet ihr fest stellen, dass es da Verbindungen und Zusammenhänge geben muss. Ihr werdet aufgeregt Theorien spinnen, zusammen mit Levke grübeln und hin und wieder werdet ihr euch vielleicht sogar ausgefuchster vorkommen, als Jordi himself. Aber nur um dann zwischendurch und gegen Ende fest zustellen, dass alles doch ganz anders ist, wie ihr euch das vorgestellt habt und überhaupt viel tragischer und furchtbarer … Ja ich weiß, ich spreche in Rätseln, aber ich kann mich da wirklich nicht klarer aus drücken. Lest es einfach selbst. ;-)

Bewertung vom 21.08.2019
Der Wind nimmt uns mit
Herzog, Katharina

Der Wind nimmt uns mit


sehr gut

Meine Meinung

Ach wie sehr ich mich über diesen neuen Sommerroman gefreut habe. Da hat es doch super gepasst, dass ich nur ein paar Inseln entfernt meinen Urlaub verbracht habe.

La Gomera wird wirklich sehr schön beschrieben. Aber nicht nur von La Gomera wird bildlich erzählt, sondern auch von den Orten, die Maya, unsere Hauptfigur, vorher besucht. Die Bewohner der kleinen Insel lernen wir auch detailliert kennen.

Leider war mir „detailliert“ manchmal ein bisschen zu „detailliert“ und ich wollte eigentlich gar nicht mehr wissen, welche Inselbewohner was erleben oder erlebt haben. Trotz dieser Ausführlichkeit bin ich auch einfach nicht zu 100% warm mit ihnen geworden, was wahrscheinlich an der etwas zu esoterischen Richtung gelegen hat, aber andererseits auch zu dem ganzen Leben auf der Insel passt.



Maya ist eine unsichere und selbstzweifelnde Frau, was für eine erfolgreiche Reisebloggerin nicht unbedingt die besten Voraussetzungen sind. Vielleicht kommt ihr da der ungeplante und vor allem ungewollte Trip auf die Kanaren zu Gute.

Zuerst dachte ich, dass ich Maya nicht leiden kann, da sie zu Beginn einen naiven, eingebildeten Eindruck auf mich gemacht hat, aber schlussendlich mochte ich sie, denn ich fand sie sehr authentisch. Ihre Zweifel und Unsicherheiten habe ich richtig mitfühlen können und auch die Naivität war für mich glaubhaft.

Es gibt immer wieder Rückblicke von Karoline, Mayas Adoptivmutter, aber trotz dieser Einblicke in ihre Vergangenheit ist sie mir nicht nah genug gegangen, genauso wie die anderen Inselbewohner. Außer Lasse, den habe ich einfach geliebt. Er ist ein ehrlicher Kerl, der Maya ab und zu eine andere Sichtweise verdeutlicht. Lasse müsst ihr einfach kennen lernen. Obwohl er eher der „Sunny Boy“ ist und ich eher auf Bad Boys stehe ;-), habe ich ihn vergöttert.

Fazit

Der Schreibstil ist angenehm, die Landschaften sind super beschrieben, doch leider bin ich mit den Bewohner der Insel nicht warm geworden.

Ich bin zügig durch die Geschichte gekommen, was wahrscheinlich daran lag, dass ich die Familienzusammenhänge spannend fand. Ich wollte auch wissen, wie es mit Maya, ihrer ungeplanten Schwangerschaft, ihrer bisherigen flüchtigen Affäre Tobi und den vielen Inselbewohnern, ausgeht.

Bewertung vom 10.08.2019
Drecksspiel (eBook, ePUB)
Krist, Martin

Drecksspiel (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

„Drecksspiel“ hat so einiges zu bieten, allem voran eine Menge Handlungsstränge!
Kapitelweise abwechselnd befassen wir uns mit einem anderen Charakter, bleiben bestürzt oder angespannt am Ende eines Abschnitts zurück, nur um uns wieder dem nächsten Protagonisten zu widmen.
Da bleibt weder Luft zum Atmen, noch Zeit um mal kurz auf die Toilette zu gehen, denn man bekommt nie, wirklich nie zufriedenstellende Antworten und steht dauerhaft unter Hochspannung, weil einen diese Ungewissheit einfach wahnsinnig macht. Der Autor versteht sein Fach also absolut!

Es sind allerdings echt viele verschiedene Erzählperspektiven. Das sollte man wissen, denn das mag nicht jeder, weil es das Lesen natürlich komplizierter macht. Man muss sich Namen merken und darf den Überblick nicht verlieren. Hier ist so einiges dabei. Um nur mal ein paar Charaktere zu nennen: Da wären Hannah und Philip, die sich mit ihrem Baby auf einem Wochenendtrip befinden, Aki und Pedro, 2 kriminelle Jugendliche, Der „Pate von Berlin“, David Gross, unser Undercover-Ermittler, eine Wohlstandsfamilie aus Berlin, die Prostituierte Leyla und Toni, der mich am meisten überrascht und schockiert hat. Warum werde ich natürlich an dieser Stelle nicht verraten.

Toll fand ich die musikalischen Untermauerungen, die der Autor in Form von Songtextpassagen mit einfließen lässt. Das war super atmosphärisch.

Die Thematik der Story muss man mögen, mein Ding war sie nur bedingt und es ist hauptsächlich der spannenden Erzählweise geschuldet, dass ich am Ball geblieben bin.
Jedenfalls wird es, wie der Klappentext bereits ankündigt, „Rotzig, Rau, Berlin!“.

Das kann ich absolut bestätigen, denn wir befinden uns hier im primitiven, dunklen, asozialen Underground von Berlin. Macht euch gefasst auf verbale Entgleisungen, das dreckige Drogengeschäft den Prostitutionssumpf und einen Mörder, der für mich die Absolution an Abartigkeit darstellt.

Das alles sind echt Eindrücke, von denen ich mich angewidert und schockiert, lieber von meiner gemütlichen Couch in ländlicher Gegend aus, berieseln lasse, als direkt in der Hauptstadt vor Ort zu sein.
Martin Krist beschreibt diese Underground-Atmosphäre allerdings ziemlich realistisch. Ich fühlte mich schon arg mittendrin.

Passend zum Titel, bekommen wir da wirklich Einblicke in die schmutzigsten, dunkelsten Ecken und Geschehnisse von Berlin. Die Story ist dreckig, rasant und rau und sie neigt zum schneller lesen.

Ob ich die Hauptstadt jemals im Dunkeln besuchen werde? Wohl eher nicht!
Und wenn mir das Buch eins nochmal vor Augen geführt hat, dann die Tatsache, dass der Mensch ein Blender ist, dem man nicht hinter die äußere Fassade schauen kann.

Fazit

„Drecksspiel“ ist kein Krimi zum entspannten Zurücklehnen, nein, hier muss man richtig mitdenken um den Überblick zu behalten. Bleibt man am Ball, taucht man richtig in die Story ab, dann wird man gegen Ende mehr als belohnt, wenn sich der Vorhang langsam lichtet und sich die vielen Handlungsstränge zu einem einzigen zusammenfügen. Doch man sollte wissen, dass man mit einem fiesen Cliffhanger zurück bleibt!

Bewertung vom 10.08.2019
INSELtürkis (eBook, ePUB)
Jensen, Stina

INSELtürkis (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Meine Meinung

Eine überraschende Geschichte über Veränderungen, Mut, Neuanfänge und Vergebung. Diese Geschichte zeigt uns, dass wir auch ab und zu unserem Herzen folgen sollten, auch wenn es uns in peinliche Situationen führen kann.

Stina Jensen schreibt: „Leserwarnung: "Diese Geschichte kann akutes Fernweh verursachen!" und da kann ich allen nur zustimmen. Ich wollte bisher zu jeden Ort reisen, den die Autorin in ihren Romanen erwähnt, denn die Beschreibung und das Feeling der Orte kommen zu 100% bei mir an.

So auch in diesem Teil, der uns mit Terry nach Sardinien bringt. Terry haben wir zwar schon am Rande aus „Gipfelrot“ kennen gelernt, aber das ist nicht von Bedeutung, denn alle wichtigen Details, wie z.B. warum sie nach Sardinien geht oder was sie dort erleben möchte und welche Erlebnisse sie bisher zu verbuchen hat, erfahren wir ganz wunderbar in dieser Geschichte.

Ob ich mit Terrys „End-Entscheidung“ zufrieden bin, weiß ich nicht. Vielleicht hätte ich mich doch für ein anderes „Ende“ entschieden. Terry hat aber trotzdem keine schlechte Wahl getroffen und ich hoffe, dass sie ihr Glück finden wird, nur leider ist es nicht meine Hoffnung gewesen ;-). Aber daran sieht man, dass sie ihren ganz eigenen Weg geht und auch immer wieder für eine Überraschung gut ist.

Der gewohnt flüssige und spannende Schreibstil, die tolle Beschreibung der Insel und die interessanten Charaktere sind einfach klasse … und es bleibt ein Buch zurück, das sich viel zu schnell hat auslesen lassen.

Ich fiebere schon ganz gespannt weiteren Insel- oder Gipfelgeschichten entgegen, denn ich möchte unbedingt die Erlebnisse einer bestimmten Person miterleben und hoffe auch auf deren Glück.

Fazit

Ich habe mich sehr über einen weiteren Inselroman gefreut und konnte auch diesen kaum aus der Hand legen.

Ich habe ja das Gefühl, dass jedes Insel- oder Gipfelbuch immer besser wird. Das liegt sicher an den unterschiedlichen Charakteren, die die jeweiligen Bücher mit Leben füllen, denn so verschieden alle sind, so vielseitig sind auch ihre eigenen Erlebnisse.

„Die Romane der INSELfarben- und GIPFELfarben-Reihe sind in sich abgeschlossen und können völlig unabhängig voneinander gelesen werden. Da immer eine Nebenfigur im nächsten Roman zur Hauptfigur wird, erhöht es das Lesevergnügen, mit Folge 1 zu starten. Oder man sucht sich das Reiseziel aus, nach dem man sich am meisten sehnt.“