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Benutzername: Unsere Bücherwelt
Danksagungen: 12 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 127 Bewertungen
Bewertung vom 07.03.2019
Die Tränen der Sidhe (eBook, ePUB)
Rieß, Sylvia

Die Tränen der Sidhe (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Erwartungen waren schon irgendwie groß, als ich mir das Buch zur Hand nahm. Schließlich hat diese Novelle gerade mal 78 Seiten, soll aber eine abgeschlossene Geschichte sein, obwohl ein 2. Teil folgt. Dieser 2. Teil stellt dann den Gegenpart zu diesem Buch dar, denn die Idee dahinter ist, dass immer 2 Seiten EINES Märchens durchleuchtet werden – einmal die „Gute“ und einmal die „Böse“, aber in zwei separaten Büchern.

Klingt doch wahnsinnig spannend oder?

Sylvia Rieß hat sich als Erste „Die Gänsehirtin am Brunnen“ vor genommen, ein Märchen, in dem der König ja nicht ganz so gut weg kommt, so hat er doch seine Tochter verstoßen, weil er glaubte, dass diese ihn nicht genug liebte. Im Original bekommt er keinen allzu großen Raum, wir lernen ihn einfach als einen herzlosen Menschen kennen, nicht jedoch in diesem Buch.

Tja, was soll ich sagen … diese kurze Novelle steckt voller Emotionen, voller Geheimnisse, voller Magie und voller Liebe.
Der König, der scheinbar offensichtliche Unsympath schlechthin, gibt uns hier Einblicke in sein Leben, in seine unterdrückte Wut, seine Zweifel und seine Trauer, so dass wir gar nicht umhin kommen, als ihn zu mögen und für sein Schicksal, dass er an packt, zu bewundern.
Besonders toll fand ich hierbei, dass der König uns von Anfang an, als der zynische, mächtige und oberflächliche Mensch gegenüber tritt, wie man es von ihm auch erwarten würde. Dass es in seinem Inneren aber ganz anders aus sieht, als die äußere Schale vermuten lässt, wird hier bemerkenswert authentisch verarbeitet. Man muss hier ganz genau zwischen den Zeilen lesen und bekommt für die Kürze des Buches ein bemerkenswert intensives und mitfühlendes Emotionsdrama geboten.

Die Geschichte ist spannend vom ersten bis zum letzten Wort und wir decken ein Familiengeheimnis Stück für Stück auf. Am Ende ist die Geschichte des Königs auch wirklich zu Ende erzählt. Jedoch endet das Buch mit so vielen Fragen, dass man dem 2. Band einfach nur erwartungsvoll entgegen blickt.
Die Idee dahinter, dass das Buch in sich abgeschlossen ist, hat da für mich also nicht zu 100 % funktioniert. Man braucht nämlich dringend Antworten, Antworten, die uns nur andere Personen der Geschichte geben können, die hier nur einen Nebenpart hatten. Diese anderen Personen hat sich vermutlich die Autorin vorgenommen, die den Gegenpart zu diesem Schätzchen geschrieben hat. Zumindest hoffe ich das, denn ich muss so einige, durch diese Geschichte, gebildete Meinungen unbedingt revidiert wissen.
Es ist, als wären hier die Rollen von Gut und Böse vertauscht, wobei wir ja eigentlich nur eine direkte Sicht und Gedankeneingabe von einer Person bekommen. Auf die einer anderen Person, warte ich nun sehnsüchtig, denn nach diesem Buch habe ich schon kleine Vorurteile und vielleicht sogar eine falsche Meinung.

Und was sagt uns das?
Der Mensch urteilt oft viel zu früh und auch nur nach dem, was er selber sieht und vor Augen geführt bekommt.

Man hat übrigens das Original-Märchen ständig im Kopf und prüft parallel automatisch auf Gleichheiten oder hofft, dass es einen auf die richtige Fährte führt. Das war großartig umgestzt.

Fazit

Eine kurze, aber sehr tiefgründige Novelle, die voller Spannung und Emotionen steckt. Man fiebert mit dem scheinbar herzlosen und unsympathischen König hautnah mit und begibt sich mit ihm auf eine Reise, zu seinem inneren Selbst und auf eine Reise zu der Wahrheit.

Bewertung vom 27.02.2019
Bucket List
Meyers, Mia B.

Bucket List


sehr gut

Nach den durchweg guten Rezensionen (4,8 Sterne) war ich sehr gespannt auf diese Geschichte. Dies ist das beste Beispiel, dass die Bewertungen auch für einen selbst trügerisch sein können. Ich bin davon ausgegangen, dass dieses Buch etwas „Besonderes“ bietet, da es schon eine Menge solcher Bücher gibt bzw. habe ich auf solches gehofft. Die Geschichte ist super geschrieben und ich war absolut gefesselt, aber das gewisse Etwas hat für mich gefehlt. Amy und Kyle fand ich sehr authentisch und ich habe absolut gefühlt, wie sehr die beiden leiden und auch mit sich kämpfen. Gemeinsam finden sie ein Weg zurück ins Leben ...

Eine ausführliche Rezension findet ihr auf „Unsere Bücherwelt“.

Bewertung vom 26.02.2019
Stay - Emilia & Ethan
Erikson, Katelyn

Stay - Emilia & Ethan


sehr gut

Das Cover war diesmal nicht mein ausschlaggebender Punkt um diese Geschichte in die Hand zu nehmen, denn so 100% hat es mich nicht angesprochen. Doch der Klappentext hat mich neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht.
Ein toller Schreibstil erwartet euch hier, genauso wie eine flüssige und fesselnde Story. Den Fantasy Anteil, der erst sehr spät im Buch auftaucht, den hätte ich jetzt gar nicht gebraucht. Wäre er etwas besser integriert gewesen und vor allem mehr verstreut, dann wäre dieses Buch für mich komplett gewesen. Ich kam sehr schnell durch die Geschichte, was auch daran lag, dass es eine Geschichte für zwischendurch ist, aber nicht auf eine simple Art, denn viele Emotionen kommen trotzdem zum Vorschein. Sympathische und authentische Protagonisten erwarten einen bei dieser Story, die dieses Buch erst komplett machen.

Eine ausführliche Rezension findet ihr auf „Unsere Bücherwelt“.

Bewertung vom 19.02.2019
Die Erbin
Neise, Tanja

Die Erbin


ausgezeichnet

Ich bin hellauf begeistert von dieser Geschichte und muss mich nun umgehend auf den 2. Teil stürzen. Ihr müsst wissen, die Autorin hat diesen ersten Band mitten drin in einer Szene enden lassen. Das war wie: „Da rumpelt etwas geheimnisvoll hinter der Tür, ich muss unbedingt wissen, was da ist! Ich öffne also die Tür und …“ ENDE

Ein Schock-Moment sage ich euch! Ich verzeihe Tanja Neise auch nur, weil sie diese grandiose Geschichte in die Bücherwelt gelassen hat und sie ihren Weg zu mir fand.
Zeitreisen-Geschichten gibt es ja so einige, Romantasy-Geschichten sowieso, aber diese hier fand ich bemerkenswert „anders“.
Ohne euch zu viel zu verraten: Es gibt da diese Gabe und dieses Familienerbe, was sich über Traditionen weiter vererbt, es gibt auch noch die absolut bösen Widersacher, die man einfach nur hassen muss und es gibt Marie und Richard.

Die beiden sind die Herzstücke dieser Geschichte und ich liebe sie. Ich bin ihnen verfallen und gern auf Schritt und Tritt gefolgt, denn sie sind so wundervolle Menschen. Auch wenn ich ihnen oft gerne in den Hintern treten wollte, weil sie nie genug über ihre Gefühle reden und sich dadurch oft missverstehen, habe ich ihre Liebe zueinander immer voll und ganz gespürt.

Sie erleben so unglaublich viel. Ich saß oft kopfschüttelnd hinter meinem Buch und habe den beiden mal etwas Ruhe oder Gewissheit gewünscht, ich wollte ihnen Mut zusprechen oder sie warnen.
Kurzum, die Geschichte steht nie still und es gibt immer wieder neue Wendungen, die mich hin und wieder echt haben grübeln lassen, wie das alles so funktioniert. Oft haben die Ereignisse mich auch verzweifeln lassen, weil ich mir für die beiden einfach einen anderen Ausgang in der jeweiligen Situation gewünscht habe.

Aber die beiden sind so stark, sie halten felsenfest zusammen und sind zum Glück nicht ausschließlich allein.

Vermutlich spreche ich in Rätseln, aber das macht nichts. Hauptsache ihr seid neugierig auf Marie, ihre Gabe und ihre Art durch die Zeit zu reisen. Und ihr müsst Abenteurer sein, denn Maries Erlebnisse sind alles andere als langweilig und ruhig.

Auf ein paar kleine Logiklücken und winzige Stolpersteine bin ich zwar gestoßen, aber ich weigere mich, deshalb ein Bewertungsbüchlein abzuziehen, weil ich das Buch dennoch inhaliert habe und einfach durchweg spannende Lesestunden hatte.

Fazit

Liebhaber von Romantasy- und Zeitreisengeschichten kommen hier vermutlich voll auf ihre Kosten.

Mit Marie und Richard hat die Autorin ein unglaublich starkes Liebespaar geschaffen, dem ich alles, was es tut, abnehme, ohne es zu hinterfragen.

Die Art und Weise durch die Zeit zu reisen, fand ich sehr cool.

Die Geschichte steht nie still , denn es passiert eigentlich immer irgendwas. Und wenn die beiden doch gerade mal sesshaft sind und alles schön sein könnte, dann ist man selbst ruhelos, denn man weiß, dass es so nicht bleiben kann und wird.

Bewertung vom 12.02.2019
Angel Inside - Befreie mich
Shannon, Jo D.; Droullier, Jacqueline V.

Angel Inside - Befreie mich


sehr gut

Auch in diesem Teil erleben wir Lucifer als den Fürsten der Hölle, der nun endgültig die Herrschaft über alle Reiche übernehmen möchte. Da der erste Teil noch nicht all zu lange her ist, bin ich auch super in die Geschichte gekommen und hatte keine Probleme mich in dieser Story wiederzufinden. Astara und Caym müssen sich gleich harten Prüfungen stellen und nicht alles läuft so wie geplant, was diesen Teil durchweg spannend macht. Der Schreibstil beider Autorinnen ist spannend und fesselnd, so dass man in dieser Geschichte gefangen ist. Ein paar Dinge waren für mich unlogisch bzw. haben mich mit kleinen Fragen zurück gelassen, die aber im großen und ganzen nichts zu der gesamten Handlung beitragen.

Eine ausführliche Rezension findet ihr auf „Unsere Bücherwelt“.

Bewertung vom 09.02.2019
Herr der sieben Königreiche
Rieß, Sylvia

Herr der sieben Königreiche


sehr gut

Sylvia Riess führt uns in eine irre krasse und coole Welt, die Welt der sieben Königreiche. Dort bereisen wir die Grotte der Tausend Wunder, denn nur dort können wir an die 7 Zutaten der Macht für einen Zaubertrank gelangen, der die einzige Hoffnung auf Ambros Rettung ist.

In der Geschichte dreht sich alles um die Zahl „7“ und wir lernen Wesen und Orte kennen von denen ich noch nie was gehört habe.

Man saust federleicht durch die Geschichte und stürzt gleichzeitig von einem ins nächste Abenteuer. Man hat kaum Zeit, sich zu orientieren, geschweige denn Luft zu holen, denn die Geschichte rast nur so vor sich hin, genauso wie die Zeit, die Ambros und seinen Rettern davon läuft.

Sylvia Riess nimmt uns da aber spielend mit. Ihre Wortgewandtheit und ihr Einfallsreichtum sind in jeder Hinsicht „der Hammer“!
Ich finde es phänomenal, wie viele Worte und Ideen sie in ihre Sätze gepackt hat, ohne dass diese kompliziert oder gar unverständlich wirken.
Ich, die Skeptikerin, was das Genre angeht, war selber erstaunt über mich, wie ich begeistert und mit einem automatisch aufgesetzten Dauergrinsen durch die Story geflitzt bin.

Dabei ist die Lage mehr als ernst, so will doch der kleine Hamster Ambros gerettet werden. Die Zwergenhexe Zitara und der Gnom und Meisterdieb Maljosh nehmen dafür ganz schön viel auf sich. Keine Gefahr ist ihnen zu groß und bald sind sie auch nicht mehr allein unterwegs, wenn das auch nicht ganz so geplant war. Aber planen kann man in dieser Grotte ohnehin nichts.

Themen wie Überheblichkeit, Falscheinschätzung, Mut, innere Stärke sowie Selbstüberschätzung finden hier einen Raum. Die Helden dieser Geschichte sind hier ganz klar „Die Kleinen“.
Ich meine, wer setzt schon sein Leben auf`s Spiel um einen winzigen Hamster zu retten? Nur jemand, mit einem reinen Herzen am rechten Fleck sitzend.

„Die Großen“, offensichtlich Überlegenen und Mächtigen müssen schon auch gewieft, ausgefuchst sowie innerlich stark sein und nicht nur große Töne spucken oder sich gar auf ihrer Überlegenheit ausruhen. Das zeigt uns diese Story ganz klar.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass mir manchmal alles doch ein wenig zu schnell ging. Ich mag es rasant, auch hier fand ich es passend, jedoch sind die einzelnen Szenen oft zu kurz gekommen, weil man sich sofort der nächsten Hürde stellen musste. Das war etwas schade für die Geschichte selbst. Ein paar Seiten mehr, ein paar mehr Innehalt-Momente und es wäre für mich perfekt gewesen.

Eine klare Leseempfehlung bekommt das Schätzchen aber auf alle Fälle von mir!

Das Geschichte hat hier zwar ein vorübergehendes Ende gefunden, aber ich bin schon jetzt gespannt auf die weiteren Abenteuer in der Welt der sieben Königreiche.

Fazit

Ein Buch für echte Abenteurer.

Es erwartet euch ein rasantes, wortgewandtes und witziges Fantasy-Abenteuer zur Rettung eines kleinen Hamstergefährten.

Die Story gibt „Den Kleinen“ einen Raum, zu zeigen, was in ihnen steckt und dass die inneren Werte Großes bewirken können.
Gleichzeitig gibt sie „Den Großen“ die Möglichkeit, auf den Boden der Tatsachen zurück geholt zu werden.

Das alles bekommt ihr sehr rasant, mit einer Menge Wortwitz und so einigen Schmunzelmomenten erzählt.

Bewertung vom 16.01.2019
Ein Stück von Himmel - Sonja & Marc
Winters, Sanja

Ein Stück von Himmel - Sonja & Marc


sehr gut

Meine Meinung

Eine ernstzunehmende Geschichte über Familie, Veränderungen, Hoffnung, Ängste und Überwindung. Eine Geschichte, die leider auch Realität werden kann.

Erstmal möchte ich das wunderschöne und vor allem passende Cover erwähnen. Es hat mich total angesprochen und auch nach dem Lesen fand ich es immer noch genau richtig.

Sonjas Welt gerät ganz schön aus den Fugen, nachdem sie endlich begriffen hat, dass ihr Leben so nicht weiter gehen kann. Sie muss sich entscheiden, ob sie ihr Leben so fortführen möchte.
Ich fand Sonja teilweise schon sehr widersprüchlich und naiv in manchen Verhaltensweisen, wiederum aber auch stark und selbstsicher. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das der wahren Natur solch jener Menschen entspricht.

Die Autorin hat eine sehr reale Geschichte geschrieben, die einem das wahre Leben ins Gedächtnis ruft. Menschen, die selber nicht 100% glücklich in ihrer Beziehung/Ehe sind, die werden sich wahrscheinlich in diesem Buch wieder finden.

Den Schreibstil fand ich fesselnd. Ich wollte unbedingt wissen wie es Sonja weiter ergeht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Geschichte wird hauptsächlich aus ihrer Sicht erzählt, doch zum Schluss noch aus den Blickwinkeln der anderen Protagonisten, was ich sehr passend fand.

Meine einzige Kritik besteht darin, dass für mich noch etwas mehr Dramatik hätte sein können, damit mich diese Geschichte emotional noch mehr abholt.

Fazit

Eine tolle Geschichte, die viele Personen in der „normalen“ Welt betreffen und die Hoffnung geben kann.

„Es gibt so viele Dinge zwischen Himmel und Erde – man sollte sie genießen, sie schätzen, ihnen danken und sie nie hinterfragen.“

Bewertung vom 15.01.2019
Unter pinken Sternen
Schuh, Sabrina

Unter pinken Sternen


ausgezeichnet

Da stürzte ich mich voller Neugier auf diese Sterntaler-Märchenadaption und wollte nur mal kurz rein lesen …

… um ziemlich schnell festzustellen: das geht nicht mit diesem Buch!

Es hat mich innerhalb von Sekunden gepackt, eingesaugt und mich in seiner Geschichte gefangen gehalten.
Ich war sofort an Silkes Seite, die als Top-Aufsteigersternchen in der Mode-Branche große Erfolge feiert.

Um so entsetzter war ich dann, lesen zu müssen, wie rasend schnell doch der gesellschaftliche Fall eines Menschen von statten gehen kann.

Es war ernüchternd, beschämend und zutiefst traurig und es hat sich leider sehr real lesen lassen.
Ein einziger Moment, ein einziges trauriges Ereignis hat ausgereicht, um eine Kette von Ereignissen auszulösen, die Silke ganz schnell als Designer-Star vom Modehimmel holt und stattdessen als Obdachlose vor einem Bahnhofsschließfach, ohne Hab und Gut zurück lässt.

Ich habe fast keine Worte dafür, was danach mit Silke passiert ist …
... wie schnell sich die Ereignisse automatisch überschlagen, wie sie plötzlich in einem Hamsterrad gefangen ist, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint und wie sie machtlos alles über sich ergehen lassen muss. Und das schlimme daran ist, dass es jeden von uns genauso treffen könnte.

Zum Glück gibt es Sabrina Schuh, denn sie hat die richtigen Worte gefunden um unsere Gesellschaft und unseren Sozialstaat widerzuspiegeln und auch uns selbst einen Spiegel vorzuhalten.

Wer hat sie nicht? Vorurteile!
Haben wir nicht alle schon mal überheblich die Augenbrauen hochgezogen, wenn uns ein Obdachloser nach Kleingeld gefragt hat oder sind naserümpfend an einem solchen vorbei gegangen?

Wir Menschen neigen leider generell dazu, uns ein vorschnelles Urteil zu bilden, nur aufgrund dem, was unser Auge erfasst. Wir haben kein Hintergrundwissen und dennoch bilden wir uns im Bruchteil von Sekunden eine Meinung. Oft tun wir das sogar gar nicht, denn die Zeit ist knapp, jeder ist sich sowieso selbst am Nächsten und man hat schließlich genug eigene Probleme.

Die Autorin führt uns mit diesem Buch genau das vor Augen, ohne jedoch in irgendeiner Form belehrend zu wirken, ganz im Gegenteil.

Wir reflektieren uns einfach ganz automatisch, indem wir Silke auf ihrem Weg begleiten, mit ihr mitfiebern und mitleiden.

Mein Lieblingscharakter in dem Buch ist ein kleines Mädchen namens Josephine. Sie ist eine so liebe reine Seele und die Kleine hat mich sehr zum Nachdenken angeregt.
Es gibt Menschen, die handeln ohne Hintergrundwissen, es gibt Menschen, die handeln trotz besserem Wissen nicht und es gibt Kinder, die handeln, ohne irgendein Wissen, einfach weil sie es von Herzen tun.

Das Ende kommt übrigens einem waschechten „Sterntaler-Showdown“ gleich.
Generell wurden entscheidende Märchenelemente aus dem Original super mit dieser Geschichte verwebt.

Ich danke der Autorin von Herzen für diese mehr als großartige Geschichte! Sie liest sich wie das echte Leben, was schlimm ist, aber sie rüttelt auch wach, das ein jeder etwas bewirken kann, wenn er nur möchte.

Fazit

Ich habe schon viele Bücher gelesen, die ich von der Thematik her als „harte Kost“ bezeichne, „Unter pinken Sternen“ setze ich hiermit in der Liste ganz nach oben!

Es ist ein Buch, was das sozialkritische Thema Obdachlosigkeit von allen Seiten durchleuchtet und zwar schonungslos.
Wir erleben es aus der eigenen Sicht, wir, die wir bequem in unserem warmen zu Hause sitzen, aber auch aus der Sicht anderer Obdachloser, sozialer Helfer und Menschen mit großen Vorurteilen.

In erster Linie erleben wir das Thema aber aus erster Hand durch Silke, deren Weg durch eine Kettenreaktion schlimmer Ereignisse geebnet ist. Wir begleiten sie von Anfang an und fühlen hautnah mit ihr mit.

Für mich ist dieses Buch eine Must-Read für jeden!

Bewertung vom 30.12.2018
Winter
Allwang, Nicole

Winter


ausgezeichnet

Was für ein Buch! Alles an ihm ist einfach besonders für mich …

… das besonders schöne Cover, welches den Protagonisten Clyde ziert und von vorne herein eine gewisse Kälte aus strahlt. Es passt so unglaublich toll zum Inhalt des Buches!

… der besonders perfekt gewählte Titel, der zunächst für Neugier, aber auch für etwas Ungewissheit sorgt, denn man kommt erst allmählich dahinter, warum er so fantastisch geeignet ist.

… der besonders tiefsinnige, einnehmende und vor allem authentische Schreibstil dieser jungen Autorin!

Nicole Allwang hat mich mit diesem Buch komplett abgeholt, ich habe ihr jedes Wort ab genommen und konnte alles hautnah fühlen. Ihre Sprache ist dabei jugendlich und erfrischend leicht, was daran liegen könnte, dass sie sich selber erst im Alter ihrer Protagonisten befindet. Vielleicht macht diese Tatsache die Geschichte auch erst so echt! Die Autorin weiß, wovon sie redet, obwohl ich es wirklich mehr als bemerkenswert finde, dass sie als weibliche Person einem männlichen Protagonisten so viel glaubhaftes Leben eingehaucht hat! Gleichzeitig spürt man beim Lesen aber absolut nicht, dass die Autorin selber erst so jung ist.

Das Buch ist für mich ein absolutes Charakter- und Gefühlsbuch. Es lebt nicht von einer großen Handlung, denn die gibt es gar nicht, sondern einzig von den Emotionen.
Es ist eine Geschichte über die Liebe, deren Anfänge, deren Folgen und deren Hindernisse. Genau so lange wie eine tiefe Liebe für ihre Entstehung braucht, genauso viel Zeit braucht auch die Geschichte von Winter und Clyde.

„Winter“ ist nämlich eine Story, die nicht nur im kalten Winter spielt, sondern sich auch komplett um das kühle Mädchen namens „Winter“ dreht. Ein doppeltes Wortspiel, einfach genial und so passend! Wenn ihr das Buch lesen solltet, werden ihr noch mehr passende Gemeinsamkeiten zum Thema Kälte finden.

Winter ist umwerfend schön, kühl in ihrer Art, aber irgendwie besonders und vor allem anziehend für die Jungs. Allerdings scheint sie auch die distanzierteste, schweigsamste und geheimnisvollste Person der ganzen Schule zu sein! Sie hat da irgendetwas zu verbergen und man brennt dauerhaft darauf, genau das zu erfahren.

Und da wäre natürlich Clyde, schließlich ist es seine Geschichte, von der ich hier die ganze Zeit rede. Er erzählt sie uns hautnah aus seiner ganz persönlichen Sicht der Dinge und er ist dabei alles andere als schweigsam!

Wir begleiten den 18-jährigen bei all seinen Gedanken und Erlebnissen in seinem Alltag. Clyde ist ein Womanizer, Loverboy, Rebell, Fuckboy, Player, sucht euch einfach einen Begriff aus, denn er verkörpert alles davon und ist dabei nicht bescheiden, sondern sehr von sich überzeugt.

Als Winter in sein Leben tritt, ändert sich einfach alles und Clyde muss erst mal mit seinen ungewohnten Gedanken umgehen und überhaupt klar kommen. Er stößt auf Widerstand und das ist er nun wirklich nicht gewohnt.

Wir Leser sitzen dabei als kleines Mäuschen auf seiner Schulter und beobachten die ganze Zeit mehr als gespannt, was diese Winter in ihm auslöst, was sie gedanklich mit ihm macht oder eben auch nicht, wie er in emotionale Turbulenzen gerät, sich selber belügt, weil sein cooles Image ja Kratzer bekommen könnte.

Dabei wird nichts schnell abgehandelt, man geht diesen Weg langsam und damit auch wahnsinnig authentisch, denn echte Liebe braucht nun mal Zeit.

Ich habe diesen Weg mit Clyde so wahnsinnig genossen, habe richtig mit ihm mitgefiebert und musste herzlich schmunzeln, wenn er sich mal wieder selbst verarscht hat und offensichtliche Tatsachen einfach nicht wahr haben wollte. Und ja, Clyde würde das genau so ausdrücken! ;-)

Bewertung vom 18.12.2018
GIPFELgold (eBook, ePUB)
Jensen, Stina

GIPFELgold (eBook, ePUB)


sehr gut

Meine Meinung

Eine winterliche Geschichte über Erschöpfung, Überanstrengung, Veränderungen und Erkenntnisse. Eine Geschichte die uns in die österreichischen Berge führt.

Wiedereinmal hat mich der Schreibstil von Stina Jensen begeistert. Die Beschreibung der Landschaften, Orte und Personen ist sofort bei mir visuell abgespeichert.

Nach einem erneuten Desaster, den Mona zu verantworten hat, wird sie in den Zwangsurlaub nach Bad Gastein geschickt. Das passt ihr natürlich gar nicht, denn die Arbeit ist ihr Leben. Doch nachdem sie einen schweren Fehler begangen hat, bleibt ihr nichts anderes übrig, als diesen Urlaub über die Weihnachtszeit anzutreten …

Dort angekommen möchte sie sich eigentlich nur verkriechen und mit niemanden was zu tun haben. Doch das ändert sich, sobald sie die falsche Tür öffnen möchte und ihr David gegenüber steht. Zu ihrem anfänglichen Leid kommt auch noch hinzu, dass sie zu den Mahlzeiten mit zwei Pärchen und einem Single am Tisch sitzen soll. Warum sich alle gerade zur Weihnachtszeit in die Berge begeben haben, wie Mona mit ihren neuen Sitznachbarn zurecht kommt und welchen Herausforderungen sie sich stellen muss, ist eine sehr spannende Geschichte.

Diese Story ist klasse und gerade weil es so kalt ist, hat sie super gepasst. ABER der romantische Aspekt ist mir persönlich etwas auf der Strecke geblieben. Der Funke ist leider nicht 100% bei mir übergesprungen, was ich sehr schade fand. Zum Ende hin wird es für mich aber harmonischer und hat mich so mit einem guten Gefühl zurück gelassen.

Es ist zwar der zweite Teil der Gipfelserie, aber diesmal wirklich unabhängig lesbar.

Fazit

Eine Geschichte die sich flüssig und vor allem fließend lesen lässt. Wer einen Trip in die winterlichen Berge machen möchte und sich einfach zur Weihnachtszeit berieseln lassen mag, sollte zu diesem Buch greifen.