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Benutzername: Unsere Bücherwelt
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Bewertungen

Insgesamt 109 Bewertungen
Bewertung vom 29.09.2018
»Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna«
Fynn

»Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna«


gut

Meine Meinung

Eine nachdenkliche Geschichte über Chancen, Veränderungen und Ansichten. Eine Geschichte die zum Nachdenken anregt.

Zu unserer Jahreschallenge habe ich mir als „Klassiker“ dieses Buch ausgesucht. Ich war etwas zwiegespalten und bin es immer noch …

Anna wirkt frech, aber vor allem liebevoll zugleich. Gerade zur damaligen Zeit (30er Jahre) wäre das eine nicht so gute Kombination gewesen, aber als die Ausreißerin bei ihrer neuen Familie landet, wird sie nicht nur von ihnen, sondern auch von den Menschen aus der Nachbarschaft ins Herz geschlossen. Nachdem anzunehmen ist, dass sie in ihrem Elternhaus misshandelt wird, lebt die kleine junge Anna auf der Straße, bis sie auf den jungen erwachsenen Fynn trifft.

Fynn, ihrem neuen Bruder, wächst die kleine Anna ganz besonders ans Herz und bringt sein Leben völlig durcheinander, denn sie hat so ihre eigenen Ansichten über Gott, uns Menschen und die Tiere. Ihre Logik ist verblüffend und doch irgendwie konfus. Anna ist vor allem klug und witzig zugleich, was sie zu einem liebenswerten Mädchen macht.

Fynn erzählt seine Geschichte, was er alles mit der kleinen Anna erlebt hat, bis es zu einem schicksalshaften Schlag kommt.

Lt. dem Verlag haben Anna und Fynn wirklich gelebt. Fynn ist nicht nur unser Protagonist, sondern gleichzeitig auch der Autor und hat ihre gemeinsame Geschichte niedergeschrieben.

Vieles ist einfach nur angeschnitten, da hat mir irgendwie der Zusammenhang gefehlt. Aber genauso war es wahrscheinlich von dem Autor gewollt. Er wollte einfach nur das Leben mit Anna wiedergeben, was er durch sie alles gelernt und erfahren hat.

Im Grunde geht es in diesem Buch darum, wie Anna über viele Sachen nachdenkt und zu welchen Entschluss sie dann kommt. Dies fand ich teilweise schon etwas anstrengend und ich kann nicht mal sagen woran das lag. Ich würde es daher nicht unbedingt als Kinder-/Jugendbuch beschreiben.

Fazit

Obwohl es schon sehr theologisch zur Sache geht und das eigentlich überhaupt nicht mein Fall ist, hat mir die Geschichte gut gefallen. Sie regt zum Nachdenken an, vor allem über die Wertschätzung allem gegenüber.

Bewertung vom 20.09.2018
Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1
Snow, Rose

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1


gut

Meine Meinung

Eine geheimnisvolle Geschichte über Sagen, Schicksal, Freundschaft und Entwicklungen. Eine Geschichte, die meiner Meinung nach noch viel mehr Potenzial gehabt hätte.

Das Cover ist für mich ein absoluter Hingucker. Obwohl ich keine Gesichter in Frontansicht mag, gefällt es mir hier besonders gut. Ich finde es insgesamt sehr harmonisch und passend gewählt.

Gerade zu Beginn ist es gerade sehr klischeehaft … Hauptprotagonistin glaubt nicht an Mythen und Legenden und findet sich dann in solch einer „Welt“ wieder – schöne junge Frau trifft auf überaus attraktive und geheimnisvolle (in diesem Fall) Brüder, von denen einer charmant und sympathisch wirkt und der andere düster.

Grundsätzlich stört mich das nicht, aber es war schon sehr spürbar und hat mich doch etwas an der Glaubhaftigkeit zweifeln lassen.

Mir hat es leider etwas zu lange gedauert, bis ich erfahren habe, was der Fantasy Anteil in dieser Geschichte ist. Diese ist schon sehr „liebeslastig“ und ich hoffe, dass es im nächsten Teil spannendere Momente geben wird, die mehr mit der Gabe zu tun haben und dadurch die Spannung erhöhen. Die Story wird zwischendurch schon fesselnd und sie hat auch Momente, die sich steigern, doch leider sind diese Augenblicke immer sehr schnell vorbei.

June, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, ist mir sympathisch, obwohl sie schon sehr wankelmütig ist. Je nachdem, neben welchem Bruder sie gerade steht, genau den findet sie interessant. Ich verstehe den Grund dahinter, aber leider reicht mir das nicht aus. Ich hätte mir da mehr Standhaftigkeit von June gewünscht. Gerade da sie nicht auf den Mund gefallen ist und sich eigentlich auch nichts gefallen lassen möchte. Ich mag an ihr, dass sie auch neugierig ist und nicht einfach alles so hinnimmt (obwohl sie ihre Gabe schnell akzeptiert hat). Auch ihre offene und selbstsichere Art waren für mich sehr ansprechend.

Preston und Blake fand ich schon vorhersehbar und die beiden haben mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Doch Blake ist mir da schon eher in Gedanken geblieben. Er ist der perfekt beschriebene Bad Boy und behandelt June nicht gerade freundlich, was der gegenseitigen Anziehung aber nicht im Wege steht. Preston ist da schon eher „diplomatischer“ und zeigt sich von seiner netten Seite.

Der Schreibstil der Autorinnen ist wie gewohnt sehr gut und auch die „Macke“ von June ist wieder einmal klasse gewählt (sie hat zu den meisten Gelegenheiten eine Statistik parat). Die Protagonistinnen, die ich bisher von dem Autoren-Duo kenne, haben alle irgendeinen Spleen, was mir sehr sympathisch ist.

Die Land- und die Ortschaft fand ich auch toll beschrieben und ich habe nun wieder einen neuen Punkt auf meiner Liste: „Welche Orte möchte ich gerne sehen“!

Obwohl ich zügig durch die Geschichte kam, haben mich die vielen Wiederholungen (Augenfarbe, Duft und der Vorgang der Gabe) schon mal die eine oder andere Zeile überspringen lassen.

Fazit

Trotz, dass ich June's Gabe sehr interessant finde, kann ich mich noch nicht entscheiden, ob ich auch die weiteren Teile lesen möchte. Bisher ist mir einfach zu wenig passiert, was mich neugierig auf die weiteren Bände macht. Mir hat die „Magie“ der Geschichte gefehlt. Ich denke aber dennoch, dass es vielen jüngeren Lesern beim Lesen ganz anders ergeht, als mir. Für mich ist dies ein Buch, was viel mehr Potenzial gehabt hätte und sich viel spannender gestalten hätte lassen können, so wie wir es von den Autorinnen bisher gewohnt sind.

Bewertung vom 12.09.2018
Missetaten
Reinhardt, Andrea

Missetaten


ausgezeichnet

Puhhh, also das waren mal wieder fesselnde Lesestunden und ich bleibe nun ein wenig nachdenklich zurück, denn Andrea Reinhardt hat mich da wieder in psychische Abgründe blicken lassen, die mich fassungslos machen ...

Wer es rasant mag und es liebt, wenn sich die Ereignisse überstürzen und man dabei richtig mitfiebert, der sollte unbedingt zu diesem Thriller greifen.

Zuvor jedoch sollte er den ersten Fall von Sonderermittlerin Natalie Bennett „Teufelseltern“ lesen!
Das ist zwar nicht zwingend erforderlich, da die einzelnen Fälle in sich abgeschlossen sind, jedoch lernen wir da schon das klasse Ermittlungsteam von Chicago näher kennen und jetzt bei „Misseaten“ war es dann so, als ob man wieder zu Besuch bei alten Bekannten ist.

Zudem passieren im ersten Teil schon so ein paar Dinge, die auch jetzt immer noch präsent sind und auch bestimmt in Teil 3 einen Raum einnehmen werden, insofern: fangt von vorne an! ;-)

Auch hier in „Missetaten“ befassen wir uns sehr intensiv mit dem Thema Kindesmisshandlung, sowohl auf psychischer, als auch auf physischer Ebene und erahnen schockiert, welche nachträgliche Folgen die seelische und körperliche Folter mit sich bringen kann. Dies erzählt die Autorin so authentisch und mitfühlend, dass man ständig andere Gefühle durchlebt. Man wechselt von traurig, schockiert und angewidert. Man will ins Buch hüpfen und irgendetwas tun!
Tja, dazu bekommt man natürlich keine Gelegenheit und hat auch gar keine Zeit dazu, denn bereits im nächsten Kapitel befinden wir uns beim rätselnden Ermittlungsteam und ist dort hautnah dabei! Wenn ich hautnah sage, dann meine ich auch hautnah, denn gerade diese Passagen sind echte Pageturner und gerade gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse und man liest genauso schnell, wie auch das Ermittlerteam agiert!
Zudem lernen wir die einzelnen Personen des Teams ja von Buch zu Buch besser kennen und da fiebert man automatisch ja noch mehr mit.

Um das Mitfiebern zusätzlich anzuheizen, bekommen wir auch noch Einblicke in die Gedankenwelt und den Zustand der Opfer und des Täters. Diese Eindrücke haben mich zeitweise echt fertig gemacht, denn die Szenerie ist absolut pervers und abartig!

Mehr möchte ich euch inhaltlich gar nicht mit auf den Weg geben, denn Thriller muss man selber erleben, man muss selber grübeln, Theorien aufstellen und auf falsche Fährten gelockt werden, um dann am Ende erleichtert aufzuatmen, wenn der Fall gelöst wurde!

Das bekommt ihr auch alles! Ihr werdet euch zwar nicht ganz entspannt zurück lehnen können am Ende, denn die Autorin hat da so einige offene Fragen gelassen und fiese Cliffhanger eingebaut und sie lässt uns mit einem echten Schocker zurück!

Ich hoffe dann mal ganz stark, dass Teil 3 bereits in Arbeit ist!

Fazit

Wer Band 1 „Teufelseltern“ gelesen und gemocht hat, der muss ja jetzt quasi weiter lesen, das steht ja außer Frage!
Er wird auch nicht enttäuscht werden, denn es geht hier genauso rasant, abartig realistisch und gleichzeitig familiär zur Sache.
Dafür sorgt das klasse Ermittlerteam, wo jeder andere Stärken und Schwächen hat.
Alles wirkt gut recherchiert und zu keinem Moment unglaubwürdig, was sicher auch an dem Beruf der Autorin liegt. Sie ist Krankenschwester und man spürt da zwischendurch ganz klar Fachwissen, was sie nebenher mit einfließen lässt.
Auch „Missetaten“ bekommt eine glasklare Leseempfehlung von mir, wobei ich empfehle, zuvor „Teufelseltern“ zu lesen!
Die Bücher sind beide mit unter 300 Seiten recht kurz, umso beeindruckender ist es, wie viel Handlung und Spannung in die Geschichte gepackt wurde.

Bewertung vom 11.09.2018
Das Lied des Leuchtturms
Schinko, Barbara

Das Lied des Leuchtturms


ausgezeichnet

Das Buch ist gerade beendet und ein paar Tränen wurden soeben vergossen …
Es ist im Moment nicht daran zu denken, einfach ein neues Buch aufzuschlagen, denn ich befinde mich noch immer in Irland …

Ich spüre den peitschenden Regen auf meiner Haut, den stürmischen Wind, der mein Haar zerzaust, schmecke das Salz in der Luft, höre vertraute Melodien und habe Sehnsucht nach 2 bestimmten Menschen und hoffe, dass es ihnen in der Zukunft gut ergehen wird.
Am dringendsten allerdings muss ich noch ein letztes mal die Aussicht genießen, von der gläsernen Kuppel des Leuchtturms „Liebeslied“ aus. Ich muss nochmal träumen und einen Blick in die Ferne und die Vergangenheit werfen, wo so viele tragische und wunderschöne Liebesgeschichten ihren Anfang und auch ihr Ende fanden …

Ihr merkt, ich bin begeistert!
Oh ja, das bin ich, denn „Das Lied des Leuchtturms“ ist eine wunderschöne, teils traurige, aber auch hoffnungsvolle Liebesgeschichte über die Liebe, das Leben, die Familie, Eifersucht, Missverständnisse und Bestimmungen und sie hat mich sehr berührt.

Die junge Geigenspielerin Bee reist nach Irland um sich eine Auszeit zu nehmen und um wieder zu sich selbst zu finden. Sie hat noch an der Trennung von ihrem Freund zu knabbern und leidet zudem an ihrem Misserfolg an der Musikakademie.

Kaum in ihrer Unterkunft, dem Leuchtturm angekommen, wird Bee in einen Strudel unterschiedlicher Emotionen und Geheimnisse gezogen, mit denen sie schlecht bis kaum umgehen kann.

Ihr kommen Dinge zu Ohren, die sie rätseln lassen, denn all die Geschichten, die sie erfährt , scheinen auch sie irgendwie zu betreffen. Bee wird mit der Vergangenheit ihrer Familienvorfahren konfrontiert und so fühlt sie sich plötzlich tief mit 2 Frauen aus völlig verschiedenen, vergangenen Jahrhunderten verbunden. Die Geschichten der beiden Frauen lassen sie nicht mehr los, zumal sie auch prägend für den kleinen irischen Ort sind.

Eins haben die drei Frauen alle gemeinsam: eine Verbindung zum Leuchtturm „Liebeslied“. Doch schreiben sie dadurch auch alle dieselbe Geschichte? Das gilt es heraus zu finden!

Und da wäre auch noch Owen, der so ziemlich das genaue Gegenteil von Bee`s Exfreund verkörpert! Owen, der so ganz und gar natürlich ist und sich ihr so unnahbar, störrisch, schroff und gleichzeitig so liebevoll vertraut gibt …

An Erholung ist für Bee also nicht zu denken.
So begibt sie sich auf eine geheimnisvolle Reise und Suche nach der Wahrheit, zu ihrem inneren Selbst und vielleicht auch ihrer Bestimmung und der wahren Liebe.
Begleitet wird Bee von den Liebesgeschichten und Lebensereignissen von Alvy, der ersten Leuchtturmwächterin und Goldstar, der Schiffbrüchigen.

Dauerhaft liegen irgendwelche offenen Geheimnisse in der Luft. Man will ihnen auf die Spur kommen, will alle Zusammenhänge verstehen, die so offensichtlich vor der Nase schweben und genau das macht dieses Buch so unglaublich fesselnd und spannend.

Hinzu kommt der sehr bildliche Schreibstil der Autorin. Ich war direkt dort vor Ort und habe alles hautnah miterlebt und mitgefühlt.

Dabei schreibt die Autorin sehr zackig und setzt eigenes Mitdenken voraus. Man hat kaum Luft zum Überlegen, was sehr fantastisch ist, denn bei „nur“ knapp 260 Seiten erlebt man so wirklich viel an Tragik, Romantik und der eigentlichen Geschichte und kommt in den Genuss von unglaublich tollen Lesestunden!

Bewertung vom 10.09.2018
Der Kuss des Kjer
Raven, Lynn

Der Kuss des Kjer


ausgezeichnet

Kann man sich in ein Buch zwei mal verlieben?
Ich glaube schon, denn mir ist das passiert, als ich „Der Kuss des Kjer“ erneut gelesen habe!

Für mich ist dieses Buch ein echter, gut zu behütender Schatz, denn alles an ihm ist besonders.

So simple der Klappentext vielleicht klingen mag, nichts an dem Buch ist banal oder gar vorhersehbar.
Die Autorin hat da eine echt wahnsinnig tolle Welt erschaffen, in der die Kjer, die Nivard und einige Untervölker wie die Edari miteinander leben.
Die Grundgeschichte der Völker ist umfangreich, tiefgründig und unglaublich fesselnd erzählt.
Die Zeitspannen werden in Mondläufen gemessen, die Sprache ist ein wenig altertümlich und es wird sich auf Pferden fort bewegt.
Der Schreibstil ist einzigartig und alles wird so hautnah rüber gebracht, dass ich mich nun fast schon ein bisschen leer fühle, weil ich nicht mehr dabei bin und Mordan und Lijanas Lebwohl sagen musste.

Selten sind mir zwei Charaktere so ans Herz gewachsen wie die beiden, aber ich habe auch über 600 Seiten pure Emotion mit ihnen erlebt!
Das besondere an der Geschichte ist nicht nur die Geschichte selbst, denn bei fast jedem gesprochenen Satz der beiden Hauptprotas erhalten wir zusätzlich Einblicke in ihre Gedanken und diese sind oft alles andere als kongruent, was die Geschichte unwahrscheinlich lebendig macht.

Mordan, der wohl stärkste Krieger der Kjer, hat in seinem Leben derartig viel Grausamkeit erlebt, dass es ihn selbst hart gemacht hat. Er ist der erste Heerführer des Königs, er ist gnadenlos und führt bedingungslos jeden Befehl seines Königs aus, weil es nun mal das Gesetz und somit selbstredend ist.
Bei der Heilerin Lijanas, die er im Auftrag seines Königs entführen muss, stößt er allerdings an seine Grenzen und auf Widerstand, denn Lijanas ist störrisch, selbstbewusst, hat eine lose Zunge und hat definitiv nicht vor, sich wehrlos einfach so entführen zu lassen! Zudem gehört sie als eine Nivard auch noch zum Volk des Feindes und das sorgt zusätzlich für Zündstoff und natürlich Differenzen!

Macht hier bitte nicht den Fehler zu denken, dass ihr eine klassische Geschichte a' la „Mann und Frau sind sehr verschieden, verlieben sich aber Hals über Kopf ineinander und alles ist Friede Freude Eierkuchen“ vor euch habt, denn dem ist ganz und gar nicht so!

Lynn Raven hat hier an alles gedacht! Ihre erschaffene Welt ist großartig! Zwischen den beiden Völkern der Kjer und Nivard liegen eine Menge Tagesritte und auf diesem Weg vom einen zum anderen Königreich durchqueren wir Salzwüsten, begegnen gruseligen Fantasiewesen und begeben uns in dunkle Berge. Verfolgt werden wir auch, denn Lijanas ist die Verlobte des Prinzen ihres Reiches und ein Prinz lässt sich nicht so einfach seine Braut weg nehmen!
Zudem kommen wir im Laufe der Geschichte ganz langsam den Gründen auf die Spur, warum die Völker der Kjer und Nivard überhaupt verfeindet sind, denn das war früher nicht immer so.

Eine Geschichte über Macht, Rache, Verrat, Mut, Ehre, Hass, Eifersucht, Vertrauen und natürlich die Liebe erwartet euch und ganz ehrlich, ich habe ständig auf eins gewartet, nämlich den „Kuss“ des Kjer!

Lijanas und Mordan, ich liebe euch! Ihr seid in die Top 10 meiner persönlichen Lieblings-Bücher-Protas aufgestiegen und ein jeder sollte eure Geschichte kennen.

Fazit

„Der Kuss des Kjer“ ist eine sehr facettenreiche und tiefgründige Fantasygeschichte, die wundervoll geschrieben erzählt wird. Sie lebt absolut von den beiden Hauptprotagonisten Mordan und Lijanas, die sich im Laufe der Geschichte durch den anderen verändern und über sich hinaus wachsen. Sehr viele Botschaften und Themen werden hier verarbeitet und ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der High-Fantasy-Romane mag.

Bewertung vom 08.09.2018
Hitze der Nacht / Lions Bd.1
Aiken, G. A.

Hitze der Nacht / Lions Bd.1


ausgezeichnet

Meine Meinung

Eine heiße Geschichte über Familie, Intrigen, Erotik und Liebe. Eine prickelnde Geschichte, nicht nur in der Welt der Gestaltwandler.

Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut. Ich habe sie schon mal vor ein paar Jahren gelesen und ich muss sagen, dass ich immer noch fasziniert bin.

Dieses Buch beinhaltetet zwei Geschichten, wobei ich nur auf den ersten Teil eingehen werde ...

Viele werden wahrscheinlich sagen, dass sie zu vulgär und sexlastig ist, aber ich fand es sehr gut, wobei ich auch sagen muss, dass ich keine anderen Erwartungen hatte. Es geht nicht ausschließlich um Sex, denn es gibt neben der Liebesgeschichte auch noch einen Mord, der nebenher aufgelöst wird.

Mace, der König des Dschungels, denkt zwar die ganze Zeit darüber nach, wie er Dez ins Bett bekommt und vor allem was er dort mit ihr machen möchte, aber er wirkt so sympathisch, dass ich ihm das überhaupt nicht übel genommen habe. Er symbolisiert vom Charakter her wirklich die Eigenschaften eines Löwen … schläft gerne, möchte betüttelt werden, isst gerne und viel und einen er hat einen eisernen Willen, denn er probiert alles, um an sein Ziel zu kommen.

Dez ist die knallharte New Yorkerin, die ihren Traumberuf ausüben kann. Sie ist Cop mit Leib und Seele und ist für niemanden bereit das aufzugeben … doch man könnte ja Kompromisse eingehen ;-). Sie hat ein loses Mundwerk und redet nicht um den heißen Brei herum. Mit ihr und auch über sie habe ich das ein oder andere mal schmunzeln und lachen müssen.

Dieser Teil ist, obwohl der erste Teil recht kurz ist, schon ein guter Auftakt zu dieser Serie. Wir bekommen schon einige Einblicke, was uns in den nächsten Teilen erwarten wird und diese werde ich unbedingt auch nochmal lesen.

Fazit

Ein toller Beginn einer Gestaltwandler-Serie. Der Schreibstil ist fesselnd und auch absolut bildlich, so dass ich diese Geschichte nicht aus der Hand legen wollte. Daher gibt es für diese erotische Geschichte, die auch mehr zu bieten hat, eine absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 08.09.2018
Der Dämonenprinz und ich
Becking, Johanna B.

Der Dämonenprinz und ich


gut

Meine Meinung

Eine detektivische Geschichte über Intrigen, Kämpfe und Veränderungen. In einer Welt voller Dämonen, Engel, Hexen und anderen übernatürlichen Wesen passiert so einiges.

Mir fällt es diesmal etwas schwerer, diese Geschichte zu bewerten, da ich mit ganz anderen Erwartungen an das Buch heran gegangen bin. Ich habe eine Geschichte in die Richtung von „Stadt der Finsternis“ erwartet, wo es um eine Privatdetektivin geht, die sich nicht so schnell unterbuttern lässt und die vor allem nicht auf den Mund gefallen ist. Einen „Dämon“, der diese besonderen Eigenschaften klasse findet und der sich mit ihr messen möchte. Nebenher gibt es auch noch einen „Fall“ aufzulösen, der es in sich hat und die Hautprotagonistin immer wieder an ihre Grenzen bringt.

Diese Geschichte von Johanna B. Becking hat genau diese Voraussetzungen und auch einen Teil der Handlung ist genauso aufgebaut, aber leider haben mir bei dieser Geschichte genau zwei Sachen gefehlt bzw. haben mich gestört, aber dazu später.

Chloe ist eine taffe junge Frau, die im Laufe der Geschichte ihren Gerechtigkeitssinn sehr stark zum Ausdruck bringt. Sie muss sich gegen viele Intrigen durchkämpfen und hat dabei auch noch den Dämonenprinzen Mason an der Backe, der ihr bisheriges Leben ganz schön durcheinander bringt. Mit ihrer großen Klappe manövriert sie sich manchmal in eine nicht so schöne Situation, aber genau das mag ich an ihr, denn sie kämpft sich da auch wieder raus.

Mason überlebt einen Anschlag auf sein Leben und muss sich der Realität stellen, dass sein Bruder ihn aus dem Weg geräumt haben möchte, um selber Thronanwärter zu werden. Doch so einfach, lässt sich Mason nicht umbringen. Was besseres, als vor dem Auto von Chloe zu landen, hätte ihm nicht passieren können.

Chloe und Mason müssen zusammenarbeiten und kommen sich dadurch näher ...

Und da kommt auch schon mein großes ABER … bei den beiden habe ich leider nicht viel kribbeln gemerkt. Mason ist mir vom Typ her auch zu sehr „Weichei“, denn anstatt selber zu kämpfen bleibt er zurück und lässt Chloe die Arbeit erledigen. Ich erwarte von einem „Dämonenprinzen“ schon eher einen starken Mann, der auch keine Probleme damit hat, sich die Finger schmutzig zu machen und auch gerne mal austeilt und keine Probleme hat, auch mal etwas einzustecken.

Der Schreibstil der Autorin war sehr flüssig, doch es kam mir beim Lesen vor, als hätte ich einen vorherigen Band verpasst. Mir fehlten einfach viele Grundinformationen über die Welt an sich, die ich einfach nicht erhalten habe. Dadurch ist die Geschichte in der Dämonen, Engeln, Feen, Hexen, Guhle und Menschen leben für mich nicht klar ersichtlich und nachvollziehbar gewesen.

Fazit

Eine Geschichte, der meiner Meinung nach, noch so ein paar Feinheiten fehlen. Die Grundstory ist spannend und hätte für mich noch viel mehr Potential. Durch den leichten Schreibstil bin ich zügig durch die Story gekommen und wenn ihr vielleicht keine falschen Erwartungen habt, sowie ich, dann ist das Buch wirklich empfehlenswert.

Bewertung vom 27.08.2018
Stille Schwester
Krist, Martin

Stille Schwester


ausgezeichnet

Puhhhh, wo soll ich nur anfangen … Wie wäre es mit vorne? ;-)

Da legte ich mich eines Abends völlig übermüdet in mein Bett und wollte nur noch eben kurz in „Stille Schwester“ rein lesen.

Und was ist dann passiert? Hellwach war ich und an Schlaf war absolut nicht mehr zu denken!

Der Einstieg hält bereits mit den ersten Worten einen mega-schocker-Augenaufreiß-Moment bereit und ziemlich schnell wird klar: wir rollen das Feld von hinten auf und es gilt herauszufinden, wie es genau zu diesem Horror-Moment kommt!

Eins hat der liebe Martin Krist wirklich drauf: das neugierig machen!

Bereits im ersten Fall von Henry Frei („Böses Kind“) wurde auf einen grotesken Frauenmord aufmerksam gemacht und nun kommen wir diesem Täter so richtig auf die Spur! Er entpuppt sich als Serienkiller, denn es ist nicht bei der einen Toten geblieben.

Natürlich hat der Autor nicht vergessen, uns nebenher ein weiteres Verbrechen zum Grübeln mitzugeben, welches es dann vermutlich in Teil 3 aufzudecken gilt!
Mission erfüllt, denn selbstverständlich muss ich wissen, wie es weiter geht! ;-)

Darüber hinaus gibt es so viele Geheimnisse und ungeklärte Fragen rund um Henry Frei selbst, die die einzelnen Mordfälle zu einem großen Ganze abrunden und die für mich alle Bände definitiv zu einer Gesamtserie machen!

Auch wenn einzelne Fälle in jedem Band gelöst werden, sollte man die Serie wirklich von vorne beginnen, denn unser Kommissar Henry Frei hat da noch so einige Geschichten im Keller vergraben, da bin ich sicher! Man bekommt da immer mal kleine Puzzleteile hingeworfen und ich will das fertige Puzzle unbedingt erleben!

Unsere diesige Hauptprotagonistin ist Rebecca, die ich durch ihre lebenslustige und herzerwärmende Art sofort in mein Herz geschlossen habe. Seid gespannt auf ihre Geschichte und alle Zusammenhänge! Ihr werdet überrascht sein!

Aber auch der Täter hat mich überrascht! Seine Vorgehensweise und Motive haben mir im Anschluss viel Raum zum Nachdenken gegeben.

Absolut treu bleiben sich Kommissar Henry Frei und sein Team. Sie alle überzeugen weiterhin durch ihre natürliche und authentische Art!
Da wäre Louisa Albers, die trotz kleinem Baby als Hauptverdienerin das Geld nach Hause bringen muss, weil ihr Ehemann als Schriftsteller nur mäßigen Erfolg hat.

Der enthusiastische und übereifrige Charlie, der von den meisten nicht so richtig ernst genommen wird.

Und allen voran natürlich der Zwangsneurotiker und liebevolle Ehemann Kommissar Henry Frei himself.

Meine einzige Kritik ist wie auch beim Vorgängerband, dass mir das Ende zu schnell und zu abrupt kam, da hab ich mich tatsächlich etwas überrollt gefühlt, zumal es vorher langsamer zur Sache ging.

Dafür habe ich die Obermutter aller Cliffhanger präsentiert bekommen, wo ich nicht sicher bin, ob ich den Autor erwürgen möchte, weil Teil 3 noch nicht fertig geschrieben ist oder ihm Genialitäts-Punkte geben soll! ;-)

Fazit

In „Stille Schwester“, dem 2. Teil der Henry-Frei-Reihe, tauchen wir tiefer in einige noch ungeklärte Fälle ein und lösen eine Mordserie auf, die bereits im ersten Teil präsent war.
Zudem wird auf ein weiteres Verbrechen vorbereitet, welches es dann vermutlich in Band 3 zu lösen gilt.
Der knackige und bildliche Schreibstil ist grandios und lässt einen Film vor dem inneren Auge abspielen.
Am meisten begeistern mich aber immer noch die authentischen Charaktere, die mitten im Leben stehen und absolut real wirken. Ich bin mehr als gespannt darauf, wie es weiter geht.

Bewertung vom 20.08.2018
Der Knochenmacher
Haubrich, Leonie

Der Knochenmacher


ausgezeichnet

„Der Knochenmacher“ ist eine Neuüberarbeitung von dem Buch „Die Sprache des Schmerzes“. Das sollte man vielleicht im Vorfeld wissen.

Ich habe den ursprünglichen Titel erst nach dem Lesen erfahren und finde ihn wesentlich passender, denn hierzu kann ich einen Bezug finden, der für mich beim neuen Titel nur am Rande greifbar war.
Unter dem aktuellen Titel und dem Cover habe ich tatsächlich etwas ganz anderes erwartet, denn beides passt in die übliche Psychothriller-Schublade. Allerdings gehört „Der Knochenmacher“ für mich keinesfalls in dieses voreingenommene Schubfach!

Dieses Buch ist weder sehr rasant noch wirklich unvorhersehbar geschrieben und es lebt nicht von den großen Überraschungsmomenten. Einige gibt es sicherlich, aber man erwartet sie nicht unbedingt.
Vielmehr ist es für mich eine hochkarätig dramatische und absolut emotionsgeladene, grundehrliche und vor allem authentische Geschichte über 3 unverstandene Menschen und ich liebe sie!

Thomas, der aus der Psychiatrie geflohen ist, um Rache an dem Mann zu üben, der für seine Verurteilung verantwortlich ist, steht natürlich absolut im Fokus der Geschichte.
Jedoch bekommen wir zudem noch zusätzliche Einblicke in die Gefühlswelt eines kleinen Jungen namens Jan und der Psychologin Liz und müssen bald fest stellen, dass alle 3 ihre eigenen persönliche Probleme haben und sie das Schicksal zueinander führt.

Ohne zu viel inhaltlich zu verraten: wir erfahren, wie falsch eingeschätzte Fremdeinwirkung in voller Selbstüberzeugung getroffen, ausgehen kann. Wir sehen, was passiert, wenn Menschen auf einer anderen Ebene kommunizieren und sich unverstanden fühlen und aneinander vorbei reden. Was geschieht, wenn jemand, der mit guten und verständnisvollen Absichten einfach nur helfen will und selbst zum Opfer wird? Wie wirken sich Entscheidungen aus, die oberflächlich getroffen werden, ausschließlich auf der Basis „was das Auge sieht“ ohne einen Blick hinter die Fassade zu werfen?
Das Ganze wird so authentisch und natürlich erzählt, dass ich mich absolut hinein fühlen konnte und das Geschriebene mich an einigen Stellen sogar zum Weinen gebracht hat.

Die Frage, die ich mir während dem Lesen ständig gestellt habe war: Sollte man mit einem Täter wirklich so mitfühlen können? Ich hatte allerdings nicht wirklich eine Wahl, denn die Autorin erzählt Thomas Geschichte so hautnah, ehrlich und vor allem realistisch, dass man sich einfach in ihn hinein fühlen muss und seine Handlungen tatsächlich aus seiner Sicht nachvollziehen kann. Ob ich damit richtig gelegen habe, tja, das muss ein jeder beim eigenen Lesen, für sich selbst heraus finden.
Selten habe ich jedenfalls bei einem Buch so viel „hinter der Kulisse“ nachgedacht, denn die Geschichte hält neben einer durchweg spannenden Handlung so viele Botschaften bereit, die sich ein jeder zu Herzen nehmen sollte.

Ein kleiner Kritikpunkt von mir wäre, dass der Geschichte 50 - 100 Seiten zusätzlich, tatsächlich noch gut getan hätte um perfekt zu sein. Obwohl ich mich in alles und jeden gut hinein versetzen konnte, hätte ich gerne einiges noch ausführlicher geschrieben gelesen. Manche Szenenwechsel wirkten hin und wieder leicht abgehackt. Das wäre aber nur das i-Tüpfelchen gewesen.

So bekommt „Der Knochenmacher“ eine glasklare Leseempfehlung von mir, primär für Leser, die spannende und schonungslos realistische Lektüre mit Tiefgang mögen.


Fazit
Ein kurzer, aber knackiger und sehr tiefgründiger Thriller. Es ist kein typischer Psychothriller im klassischen Sinne, aber wer authentische Spannungsromane mag, die zum Nachdenken anregen, der macht mit diesem Buch alles richtig.

Bewertung vom 10.08.2018
Love and Ashes
Stankewitz, Sarah

Love and Ashes


sehr gut

Meine Meinung

Eine freundschaftliche Geschichte über Liebe, Familie und Hoffnung. Diese Geschichte bietet uns teilweise ein echtes Gefühlschaos.

Zu unserer Jahreschallenge für den Monat „Mai“ habe ich dieses Buch gewählt, denn es liegt schon lange auf meinem SuB. Vor einiger Zeit hatte mich das Cover direkt angesprungen und weiterhin verfolgt ;-).

Der Klappentext hat mich auch neugierig gemacht, denn: beste Freunde, sitzen gelassen werden, schwanger, Baby … das hörte sich nach einer spannenden Kombination an. Doch im nach hinein verrät meiner Meinung nach der Klappentext schon sehr viel und ich hatte nur wenige überraschende Momente.

Den Weg zum hoffentlichen Happy End hat die Autorin sehr interessant gestaltet. Ihr Schreibstil ist flüssig und leicht, was mich dann doch durch die Seiten hat fliegen lassen.

Love und Ashes lernen sich durch Zufall kennen und ab dem Moment, können sie sich beide ein Leben ohne einander nicht mehr vorstellen. Sie teilen fast alles miteinander, ob es die skurrilen Sexabenteuer von Ashes sind, die ihn mir nicht immer sympathisch gemacht haben oder Loves missglückte Beziehungen. Beide verbindet so viel und doch kommen sie aus zwei unterschiedlichen Welten. Ihre Freundschaft scheint in Stein gemeißelt zu sein, bis Love schwanger wird und der Vater des Kindes sie verlässt ...

Ich hätte gerne noch etwas mehr über Charlie erfahren, denn als beste Freundin von Love taucht sie ja schon das ein oder andere mal in der Geschichte auf, doch wirklich was wissen über sie, tue ich nicht.
Zum Ende hin haben wir endlich mal was über Ashes Familie erfahren, aber schon vorher wären ein paar Einblicke in sein Familienleben schön gewesen.

Obwohl die Geschichte teilweise vorhersehbar war, habe ich sie zügig und mit Interesse gelesen. Ich verstehe absolut, dass die Einen absolut überzeugt von diesem Buch sind und es dann auch die andere Seite gibt, die nicht alles rund finden an dieser Geschichte. Mich haben so ein paar kleine Sachen gestört, die mich aber am Lesespaß nicht gehindert haben.

Fazit

Ein nicht neues Thema mal anders verpackt. Ein Buch über das Erfahren, ob eine Freundschaft zwischen Frau und Mann funktioniert, wie Love und Ashes alles meistern und eine Geschichte die es lohnt zu lesen. Auch wenn für mich nicht alles 100% rund war, habe ich dieses Buch gerne gelesen.