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Benutzername: Unsere Bücherwelt
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Bewertungen

Insgesamt 172 Bewertungen
Bewertung vom 15.06.2020
Truly / In Love Bd.1
Reed, Ava

Truly / In Love Bd.1


sehr gut

Zu Beginn herrschte bei mir erstmal ein Wirrwarr im Kopf, sodass ich keinen Plan hatte um was es eigentlich geht. Aber das hat sich recht schnell wieder gelegt, wenn man Andie erstmal sein lässt wie sie ist.
 
Andie ist so unsicher und selbstzweifelnd, dass ich teilweise auch wirklich traurig war. Aber sie wird mit der Zeit stärker und das verdankt sie u.a. ihrer besten Freundin June, die wirklich klasse ist.
 
Cooper hat Geheimnisse und die will er auf keinen Fall preisgeben, bzw. fühlt er sich dazu nicht bereit, doch das muss er um endlich einen Schritt vorwärts gehen zu können.
 
Ich habe den Zwiespalt der beiden wirklich fühlen können, aber es war mir insgesamt nicht tiefgründig genug. Viele Episoden hätten für mich intensiver und ausgeweiteter sein können.
 
Und das, obwohl ich sehr gut durch die Geschichte gekommen bin, denn der Schreibstil von Ava Reed ist flüssig, leicht und ergreifend.
 
Ich hoffe, dass es im nächsten Teil, wo es um June geht, intensiver und umfangreicher wird und ich auch da das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Bewertung vom 15.06.2020
Up all night Bd.1
Dawson, April

Up all night Bd.1


gut

Das Cover war meine erste Kaufentscheidung und die zweite der Klappentext.

Nachdem ich dieses Buch beendet habe, muss ich sagen, dass der Klappentext nicht wirklich das wieder gibt, was in dieser Geschichte eine Rolle spielt, bzw. ist er nicht ganz stimmig.

Aber im Allgemeinen weiß man, auf was man sich bei diesem Buch einlässt. Eine Liebesgeschichte, die sich erst noch durch einige Hindernisse entwickeln muss und da wurde ich auch nicht enttäuscht.

Bei den Protagonisten bin ich mir etwas unsicher, denn nicht immer haben mich alle überzeugt. ABER sie haben mich trotzdem soweit begeistert, dass ich die Geschichte rund um Taylor und Daniel weiterlesen wollte.

Der Schreibstil der Autorin hat sein übriges getan, dass ich dieses Buch mochte. Die Kapitel sind zum größten Teil aus Taylors Sicht geschrieben, aber ab und zu bekommt man Eindrücke auf Daniels Sichtweise.

Ich hoffe einfach, dass es im nächsten Teil, in dem es um Addison (Daniels Schwester) geht, besser wird und der kleine Feinschliff, der mir in diesem Buch gefehlt hat wieder wett gemacht wird.

Bewertung vom 15.06.2020
Engelskrieg / Gilde der Jäger Bd.12
Singh, Nalini

Engelskrieg / Gilde der Jäger Bd.12


ausgezeichnet

Wow Wow Wow, wie sehr ich diese Reihe liebe und auch bei Band 12 wurde ich nicht enttäuscht.

Nalini Singh schreibt so kompakt und fesselnd, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Ihr Schreibstil ist zwar flüssig, aber insgesamt ist die Story durchweg keine leichte Kost. Man kann diese Serie und vor allem diesen Band nicht einfach mal zwischendurch lesen, denn dafür ist der komplette rote Faden von Teil 1 an zu kompakt und zu vielfältig.

Die Autorin schreibt auch so detailgetreu, dass ich mir alle Geschehnisse richtig gut vorstellen konnte.

Zuerst denkt man, dass alles viel zu viel ist, zu viel was am Anfang auf einen einprasselt, aber zum Ende hin fügt sich wie immer alles zusammen und es wird verständlich.

Ein paar kleine Episoden waren mir zu lang, aber Seiten weiter blättern war überhaupt nicht möglich, da einem sonst u.a. die spritzigen wortgewandten Dialoge entgangen wären.

Leider ist nicht immer gleich zu erkennen aus welcher Sicht wir alle Geschehnisse erleben. Der Wechsel von Elena zu Raphael geschieht teilweise im nächsten Satz, nicht mal Kapitel- oder Absatzweise.

Aber das ist meiner Meinung nach wirklich nur ein i-Tüpfelchen, was die Story leichter lesen lassen würde.


Dieser Teil war wieder einmal atemberaubend, spannend, wortgewandt, vielfältig, fesselnd, überraschend und auch gruselig.

Ich denke wirklich, dass diejenigen, die bisher die Reihe schon begonnen haben, unbedingt weiterlesen müssen und diejenigen, an denen diese Serie vorbei gegangen ist, sollten unbedingt mit dem Lesen von „Engelskuss“ anfangen.

Für mich eine Reihe, die von den so unterschiedlichen, aber auch absolut stimmigen Charakteren lebt.

Bewertung vom 02.06.2020
In deinen Armen / Wildflower Summer Bd.1
Moran, Kelly

In deinen Armen / Wildflower Summer Bd.1


ausgezeichnet

Was für eine schöne emotionsgeladen Story. Olivia und Nate sind Protagonisten, die ich einfach in mein Herz schließen musste. Beide sind so unterschiedlich, dass es durchweg interessant war, die beiden auf ihren verschiedenen Wegen zu begleiten.
 
Bisher habe ich von der Autorin nur Bücher GEHÖRT, die ich alle spannend, faszinierend und leidenschaftlich fand. Aber auch beim LESEN haben mich der Schreibstil, das Setting und die Beschreibungen absolut abgeholt.
 
Wer grundsätzlich diese Art von Romanen/Liebesgeschichten mag und die Bücher von Kelly Moran liebt, sollte sich diesen neuen Roman nicht entgehen lassen.

Bewertung vom 02.06.2020
Wo die Sterne tanzen
Herzog, Katharina

Wo die Sterne tanzen


sehr gut

Meine Meinung

Was für eine schöne Geschichte über Träume, Veränderungen und Eingeständnisse. In das Cover habe ich mich sofort verliebt und auch der Klappentext hörte sich vielversprechend an.
 
ABER mit Nele bin ich nicht zu 100% warm geworden, denn ihre Entscheidungen und wie Nele im Nachhinein damit umgeht, fand ich nicht immer gut. Wobei mir beim Lesen auch bewusst geworden ist, dass nicht jeder Protagonist perfekt für jeden sein kann.
 
Der Aufbau mit Vergangenheit und Gegenwart ist der Autorin wieder super gelungen. Kapitelweise erlebt man somit was Nele aktuell widerfährt, wie sie ihr Leben bisher gelebt hat und wie sie zu der Frau geworden ist, die sie heute ist.
 
Der Haupthandlungsort, wo alles beginnt, ist Juist. Durch die schöne detaillierte Beschreibung der Autorin, möchte ich unbedingt mal diese Nordseeinsel besuchen, wo es anstatt Autos nur Kutschen und Fahrräder gibt.
 
Genau das hat mir aber in dem zweiten Setting New York gefehlt. Ich hätte gerne mehr Momente dort erlebt, denn diese Metropole nimmt eine gewaltige Rolle in Neles Leben ein.
 
Ich kann dieses Buch, trotz kleiner Kritik, guten Gewissens weiterempfehlen, da ich immer wieder wissen wollte, wie es in Neles Leben weitergeht, welche Entscheidungen sie noch trifft und welche Wendungen noch alles in dieser Geschichte entstehen.

Fazit

Eine schöne Geschichte, die einen auf die wunderbar detailliert beschriebene Nordseeinsel Juist führt. Auch New York spielt eine bedeutende Rolle, das ich gerne etwas mehr ausgearbeitet gehabt hätte.
 
Mit der Hauptprotagonistin Nele bin ich zwar nicht zu 100% warm geworden, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es mit ihr weiter geht, denn einige Entscheidung müssen getroffen werden.
 
Insgesamt eine gelungene Geschichte, die Lust auf mehr macht.

Bewertung vom 06.05.2020
Limonenküsse - Herzklopfen auf Italienisch
Blum, Ava

Limonenküsse - Herzklopfen auf Italienisch


sehr gut

Meine Meinung

Was für ein Urlaub, den Bella mit ihrer einzigen und besten Freundin antritt. Bella wächst über sich hinaus und Jazz, die sonst immer selbstsicher und unverwüstlich auftritt, fliegt mit neuen Erkenntnissen zurück nach Hause.
 
Jazz hat mit Bella alle Hand voll zu tun, denn ihre Phobien sind schon erstaunlich. Sie hat praktisch vor allem Angst und das stelle ich mir ganz schrecklich vor. Auch wenn ich mit Bella mitfühlen konnte, waren mir die Selbstzweifel und das ständige analysieren manchmal too much.
 
Leider versucht sie ihrem sympathischen, attraktiven, abenteuerlichen und selbstsicheren Urlaubsflirt Davide alles recht zu machen und das mag ich persönlich nicht an Menschen. ABER dadurch lernt Bella, was es heißt zu Leben und nicht vor allem Angst zu haben.
 
Auch wenn ich Bella manchmal schütteln wollte, hat das meinen Lesefluss nicht gestört. Zwischendurch war ich so gefesselt, dass ich am liebsten Davides Gedanken gekannt hätte, denn sein manchmal mysteriöses Verhalten wirft schon ein paar Fragen auf.
 
Was es damit auf sich hat und wie Bella lernt zu Leben, könnt ihr in diesem fesselnden sommerlichen Roman lesen.
 
»Sich verlieben bedeutet immer, ein Risiko einzugehen. Wir schenken einem anderen Menschen Vertrauen und lassen zu, dass er uns auch auf emotionaler Ebene berührt. Es ist ganz natürlich, dass man sich dann verwundbar fühlt.«

Fazit

Das wunderschöne sommerliche Cover und der Klappentext versprechen wirklich sonnige und unterhaltsame Lesestunden. Gerade durch den bildlichen und detaillierten Schreibstil, steht nun wieder ein weiterer Ort auf meiner Reiseliste.
 
Das Setting und die vielfältig interessanten und vor allem sympathischen Protagonisten machen das Buch absolut lesenswert und das obwohl ich die Hauptprotagonistin ab und zu schütteln wollte.

Bewertung vom 24.04.2020
INSELrot (eBook, ePUB)
Jensen, Stina

INSELrot (eBook, ePUB)


sehr gut

Meine Meinung

Mit diesem Inselroman schickt uns Autorin Stina Jensen nach Sylt. Auf dieser Reise begeben wir uns geistig in die Vergangenheit und körperlich in die Gegenwart.
 
Es gibt Protagonisten, die ich von Anfang an mochte und absolut sympathisch fand, aber auch Charaktere mit denen ich nichts zu tun haben wollte. Diese Mischung und die Spannung, die die Geheimnisse rundum Sandra mit sich bringen, machen das Buch interessant.
 
Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Bei einem Roman, wo ein bestimmter Ort eine zentrale Rolle spielt, erwarte ich auch eine für mich bildliche Beschreibung und genau das hat mir die Autorin gegeben.
 
Am Anfang bin ich etwas ins Straucheln geraten, aber das hat sich nach dem zweiten Kapitel wieder gelegt. Das lag daran, dass diese Geschichte nicht nur auf Sylt spielt, sondern auch in Frankfurt und Hamburg.


Fazit

Eine Geschichte, die u.a. auf die Insel Sylt führt und uns dort tolle Lesestunden beschert.
 
Sandra wird lernen, dass nicht alles Gold ist was glänzt und hoffentlich ihren Weg finden. Die Geheimnisse und Geschehnisse bringen Sandra an ihre Grenzen und es gibt nur Einen der ihr da raus helfen kann.
 
Die bildliche Darstellung und der flüssige Schreibstil begleiten einen angenehm durch dieses Buch.

Bewertung vom 15.04.2020
Die Rachsüchtige
Calden, Saskia

Die Rachsüchtige


ausgezeichnet

Ich sage es kurz und schmerzlos: Das Buch ist genial! Ein Pageturner von der ersten bis zur letzten Seite!

„Die Rachsüchtige“ ist Saskia Caldens 2. Thriller und ich bin auch hier wieder mehr als begeistert.
Der Klappentext klang jetzt zugegebenermaßen nicht unbedingt spektakulär oder irgendwie „besonders“ in diesem Genre, insofern hatte ich keine riesigen Erwartungen. Das war ein Fehler meinerseits, denn die Story ist in ihrer Umsetzung sowohl spektakulär als auch besonders. Ich hätte es eigentlich erahnen können, denn der 1. Thriller der Autorin hatte mich ja auch mehr als überrascht damals.

Die Autorin führt uns durch kurze, knackige Kapitel, die sogar ohne fiese Cliffhanger und Perspektivenwechsel auskommen und dennoch fliegt man nur so durch die Seiten. Ja, man liest immer schneller, weil man einfach dringend nach Antworten sucht und man hält bis zuletzt den Atem an. Man grübelt und grübelt eigentlich dauerhaft, man will endlich wissen, was da nur los ist in Kristinas Leben oder besser gesagt, was da schreckliches in ihrer Vergangenheit passiert ist.

Kristina weiß ja selbst nicht wie ihr geschieht und wir Leser kommen gemeinsam mit ihr den Antworten und Lösungen von Seite zu Seite näher. Kristina nimmt uns wirklich hautnah mit, weil die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird.
Es ist zwischendurch wirklich zum Verrücktwerden und Haareraufen, denn es wird schnell klar, dass Kristina bei der Suche nach Antworten, egal was sie auch tut, nur verlieren kann. Die geheimnisvolle Fremde, die plötzlich in ihrem Leben auftaucht, legt ihr alle möglichen Steine in den Weg und lässt sie ins offene Messer rennen. Dennoch braucht Kristina Klarheit und tritt die Flucht nach vorne an und wir mit ihr.

Tja und diese Klarheit bekommen wir gemeinsam mit Kristina auch wirklich erst zum Schluss und zwar mit einem ultimativen Finale. Macht euch aber auch auf so einige Schockmomente im Vorfeld gefasst.
Einen Teil der Lösung habe ich zwar bereits recht früh erahnt, jedoch hat das meinen Lesegenuss in keinster Weise geschmälert.

Ich mag nochmal betonen, dass ich den Schreibstil der Autorin wirklich vergöttere. Man spürt und erlebt wirklich alles hautnah mit und man befasst sich nicht mit Nebensächlichkeiten, da Saskia Calden es wirklich direkt auf den Punkt bringt. Genau das liebe ich!

Fazit

Ein knackiger, auf den Punkt bringender Thriller, der sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf hält, sondern von Beginn an durchstartet und einen erst wieder Luft holen lässt, wenn das Rätsel geknackt ist. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für diesen Pageturner.

Bewertung vom 05.03.2020
Saving Rapunzel
Blue, Rabea

Saving Rapunzel


ausgezeichnet

Dieses Buch habe ich aufgeschlagen und erst wieder geschlossen, als es fertig gelesen war.
Man könnte jetzt sagen, dass dies an der Buchkürze liegt, doch dem ist nicht so.
Novellen haben es bei mir in der Regel sogar viel schwerer, mich emotional abzuholen, weil ihnen für mich oft der Tiefgang fehlt, eben aufgrund der wenigen Buchseiten. „Savin Rapunzel“ hat mich hier aber schlicht begeistert, überrascht und wirklich mitgerissen.

Als Setting hat die Autorin einen Gerichtssaal mit einem laufendem Prozess gewählt. Das war wirklich mal was anderes und klasse umgesetzt. Während der Gerichtsverhandlung gibt es immer mal wieder kleine Rückblicke der Protagonisten, um uns Lesern alle Situationen und vor allem das Leben von unserer „Rapunzel“ Jane ersichtlich zu machen.

Jane ist wirklich eine echte Rapunzel. Sie ist mehr als eingeschüchtert, wird unterdrückt und ihrer Freiheit beraubt. Es gibt für sie kein Entkommen und bedauerlicherweise hat sie ein anderes Leben niemals kennen gelernt.

Die Geschichte liest sich grundsätzlich sehr altertümlich, als läge der Handlungszeitraum in einem früheren Jahrhundert und dann werden aber zwischendurch die Handys gezückt oder es wird auf den riesigen Flachbildschirm geschaut.
Gerade diese Verbindung von alt und neu war grandios und für mich phänomenal von Rabea Blue umgesetzt.
Die Unterdrückung der Frau fand zwar in unserer Vergangenheit ihren Höhepunkt, ist aber leider ja immer noch aktuell, wenn sie auch nun eher hinter verschlossenen Türen statt findet und nicht mehr zum offenen brüsten des männlichen Geschlechts dient. Aber Frauen werden heutzutage immer noch vergewaltigt, eingesperrt und ihrer Meinungsfreiheit beraubt, dessen sollten wir uns allen bewusst sein.

Ihr merkt, ich bin sehr begeistert von dieser Adaption. Es gilt einen Mord aufzuklären, eine sektenähnliche Verbindung auszuschalten und allem voran einer jungen Frau Selbstbewusstsein zu geben, um sich zu erheben und für ihre Rechte einzustehen. Die Liebe darf natürlich auch nicht fehlen, denn sie ist auch hier, wie bei vielem im Leben, der Schlüssel zu allem.

Das Cover finde ich persönlich sehr schön, jedoch empfinde ich es nicht so recht passend zum Inhalt der Geschichte. Es ist mir für die Dramatik, die Thematik und den Tiefgang der Story zu verspielt, zu niedlich und zu glücklich. Wäre ich ein reiner Coverkäufer, hätte ich eine völlig andere Geschichte erwartet.

Trotz aller Begeisterung bekommt das Schätzchen von mir einen klitzekleinen halben Bewertungspunkt abgezogen, weil mir gewisse Fantasyelemente nicht gefallen haben, die hier verwendet wurden. Für mich wäre Janes Geschichte ohne Fantasy oder Magie ausgekommen und hätte somit noch authentischer auf mich gewirkt. Das ist aber natürlich absolute Ansichtssache.
Ich habe es dann versucht von einer anderen Seite zu durchleuchten und fand es dann fast schon wieder genial.
Man sollte vielleicht immer an einen Funken Magie im Leben glauben, wenn man selber keinen Ausweg mehr sieht. Böse Machenschaften können vielleicht auch durch Zauberhand ein Ende finden, das Schicksal kann einem auf die Sprünge helfen, wenn man bereit ist, die Hoffnung und vor allem sich selbst, niemals aufzugeben.

Fazit

Eine für mich sehr gelungene Adaption des Märchens Rapunzel mit der Thematik Unterdrückung der Frau. Die Geschichte von Jane ist emotional sehr tiefgründig, geht unter die Haut, jedoch ohne zu belasten oder schwerfällig zu sein. Diesen Drahtseilakt hat die Autorin genial umgesetzt. Das Setting bekommt für mich auch absolute Bonuspunkte, denn die Geschichte spielt in einem Gerichtssaal während einem laufenden Prozess und kommt einzig durch Rückblicke aus. Das fand ich richtig klasse und mal was anderes. 4,5 Sterne von mir!

Bewertung vom 24.02.2020
Der Choreograph
Nesser, Håkan

Der Choreograph


sehr gut

Da ich noch nie einen Roman von Hakan Nesser gelesen habe, jedoch schon immer neugierig auf eines seiner Werke war, habe ich nun die Chance ergriffen, sein damaliges Debüt zu lesen, das zu seinem 70-jährigen Geburtstag als Sonderausgabe erstmals in deutsch übersetzt und veröffentlicht wurde.

In der Ich-Perspektive geschrieben, was ich sehr mag, habe ich von Anfang an mit dem Protagonisten, der seine eigene Geschichte hier erzählt, mitgefiebert.
Wir gehen seinen Weg wirklich hautnah mit, erhalten Einblicke in seine Lebenssituation und seine Gedanken, bekommen interessant und intelligent geschriebenen Nebeninput, der auf den ersten Blick tatsächlich unwichtig erscheint und durchleben natürlich die alles entscheidende Begegnung mit Maria, die das Leben unseres Hauptcharakters für immer nachhaltig verändern wird.

Ich würde euch gerne seinen Namen nennen. Doch der wird im Buch nicht genannt. Genauso wenig wie Jahresangaben oder bestimmte Städtenamen. Diese Anonymität ist sicher gewollt und passt zur Buchatmosphäre.

Der Autor hat ein Händchen dafür, einen auf eine spannende und vor allem bildliche Reise mit zu nehmen.
Er tut das auf eine sehr ruhige und philosophische Art und Weise.
Zudem lässt er seinen Protagonisten sehr direkt und gleichzeitig völlig undurchsichtig berichten.
Diese Kombi war zwar teilweise merkwürdig, aber auch irgendwie genial. Ich habe das in der Form noch nicht oft kennen gelernt und behaupte somit, dass der Schreibstil des Autors wirklich sehr speziell ist. Entweder man mag ihn oder nicht. Hier gibt es glaube ich keinen Mittelweg.

Zeiten und Orte wechseln kapitelweise abwechselnd, fügen sich am Schluss zusammen und lassen einen mit zig Gedanken zurück.

Teilweise ging es sehr tiefgründig zur Sache und dann auch wieder gar nicht. Ich wurde tatsächlich nicht immer schlau aus allem Gelesenen.
Dennoch war ich immer neugierig darauf, wie es weiter geht und wollte die Geschichte zu Ende gebracht wissen.

Schlussendlich muss man sich dann tatsächlich sein eigenes Ende spinnen, man muss die Worte zwischen den Zeilen nochmal nachträglich überdenken und so zu seinem eigenen Abschluss kommen.
Ganz zufrieden war ich mit dieser Situation nicht, denn ich mag geklärte Geschichten, brauche zumindest ein geklärtes Ende. Aber das ist ja reine Geschmackssache. Raum für viele Interpretationen gibt „Der Choreograph“ allemal.

Im Vorwort habe ich erfahren, dass sich gewisse Elemente aus diesem Buch, in späteren Werken des Autors wieder finden.
Das werde ich wohl überprüfen müssen, die Neugier hat mich gepackt.
Für Fans des Autors läuft es wohl andersherum, sie werden nun einige Aha-Effekte haben, da dieses Buch ja seine Premiere in der deutschen Übersetzung hat.

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