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Unsere Bücherwelt

Bewertungen

Insgesamt 185 Bewertungen
Bewertung vom 22.06.2022
Schreib oder stirb
Fitzek, Sebastian;Beisenherz, Micky

Schreib oder stirb


ausgezeichnet

Es sollte ein Experiment werden, das 2 Genres miteinander vermischt und vereint.
Für den Psychothrill war natürlich Sebastian Fitzek zuständig und für den beißenden Humor sollte Micky Beisenherz sorgen.

So richtig vorstellen konnte ich mir jedoch nichts unter einem “humoristischen Thriller”.
Im Gegenteil, “Wie bitte soll das funktionieren???”, habe ich mich gefragt.

Nun bin ich schlauer und kann mich begeistert an die Autoren mit den Worten richten: “Yes, you did it!”

Ich habe mich selten so köstlich amüsiert, geschmunzelt und gelacht und gleichzeitig vor Spannung und Nervenkitzel die Luft angehalten.

Das Buch ist für mich ein klassischer Fitzek-Thriller, auch wenn die Meinungen sich da zu spalten scheinen, was ich nicht ganz verstehe:
thematisch wie immer leicht abgedreht, die üblichen Knoten der Verwirrung im Kopf und gegen Ende das typische Aufstöhnen, weil man mal wieder die Hergänge nicht selbst konstruieren konnte.

Der einzige Unterschied dieses Mal ist, dass das Buch zusätzlich vor Sarkasmus und coolen Wortwitz nur so trieft.
Mir kam es während dem Lesen so vor, dass Fitzek das Grundgerüst des Thrillers vorgelegt und das Skript dann im Anschluss an seinen Schreibkumpanen Beisenherz weiter gereicht hat, damit dieser die Zwischenzeilen mit Worten füllt, die unsere Lachmuskeln anregen sollen.

Fitzek selbst baut in seinen Büchern witzige Momente in ähnlicher Form zwar auch immer zwischendurch ein, nur dieses Mal sind sie einfach viel extremer und konzentrierter.

Funktionieren tut das Ganze meiner Meinung nach, weil die humoristische Seite einzig und allein über die Protagonisten erfolgt und nicht über die Story. Dadurch bleibt trotz Lach-Aussetzer der Thrill absolut erhalten.

Sämtliche Protagonisten sind individuell und einfach mega klasse. Da sind echte Persönlichkeiten dabei.

Ich hatte übrigens zu keiner Zeit das Gefühl, dass an dem Buch 2 Autoren gewerkelt haben, denn das Gesamtpaket war absolut rund, stimmig und vor allem harmonisch.

Bis auf das Ende. Das war tatsächlich nicht nach meinem Geschmack, hat aber wiederum gut zur Story gepasst. Ja, auch das kann funktionieren.

FAZIT

Experiment gelungen! I love it!

Ich bin begeistert von meinem ersten Psychothriller, den ich mit einem Dauergrinsen auf dem Gesicht weggesuchtet habe.

Hier steckt zwar ein “echter” Fitzek drin, das ist mit jeder Faser spürbar, jedoch einer von der etwas “harmloseren” Sorte. Beisenherz neutralisiert das Ganze.

Deshalb glaube ich, das Buch all denen empfehlen zu können, die schon immer mal einen Psychothriller lesen wollten, sich aber bisher nur nie getraut haben. Starke Nerven braucht man aber natürlich dennoch.

Bewertung vom 22.06.2022
Der Klang des Bösen / Jula Ansorge Bd.4
Kliesch, Vincent

Der Klang des Bösen / Jula Ansorge Bd.4


sehr gut

Band 4 der Auris-Reihe wurde sehnsüchtig von mir erwartet. Ich bin ein großer Fan des ungleichen Dream-Teams Jula und Hegel, das nur durch eine Art Zweckgemeinschaft zueinander gefunden hat, sich aber auf hitzige Weise einzigartig gut ergänzt.

Besonders neugierig war ich bei diesem Teil auf die Umsetzung, denn es war von vornherein klar, dass irgendwie eine neue Rahmengeschichte her musste, denn die Auflösung des grandiosen Plots der ersten 3 fulminanten Bände, haben im Vorgängerband ihren Höhepunkt und auch Abschluss gefunden.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen, wenngleich es für mich aber nicht vergleichbar mit seinen Vorgängern war.

Obwohl ich gefesselt von Seite zu Seite gehetzt bin, fehlte mir ein wenig der Nervenkitzel, das gewohnt verstörende Feeling und auch die kopfzerbrechende Atmosphäre. Der diesige Fall war zwar durch grandiose Ideen geprägt, gerade im phonetischen Bereich und hatte so einige geniale, unvorhersehbare Wendungen parat, war aber alles in allem schon irgendwie durchschaubar.

Vielmehr ist man hier dieses mal als unsichtbares, mitlaufendes Anhängsel von Jula und Hegel dabei und lässt sich eher berieseln, als selbst voller Adrenalin mit aufs Boot zu springen. Das war definitiv nicht schlecht, aber ungewohnt.

Wer neu in diese Reihe einsteigt, was man wohlgemerkt ab diesem Band 4 durchaus kann, dem wird dies gar nicht auffallen.
Insofern ist der Einstieg in eine “neue Auris-Szenerie” dann sogar wieder als gelungen zu betrachten und war vermutlich auch nötig, um eine neue Basis zu schaffen.

Empfehlen tue ich diesen Quereinstieg jedoch ausdrücklich NICHT.
Jula und Hegel verkörpern “Auris” für mich. Sie sind starke und tolle Charaktere, die die gesamte Reihe dominieren und komplett ausmachen.
Sie haben beide eine extreme Entwicklung miteinander durch. Sie sind sich auf der einen Seite nah und dennoch immer noch voller Misstrauen, zumindest von Julas Seite aus.
Man sollte also schon verstehen, warum die beiden so sind, wie sie sind und genau deshalb muss man bei Band 1 beginnen.

Auch wenn sämtliche Hintergründe nicht unbedingt nötig sind, so sind sie allemal bereichernd.
Da wir hier aber auch ein Wiedersehen mit fast allen Charakteren vorausgegangener Bände genießen und dieses sogar noch vertiefen an einigen Stellen, so ist ein Beginn am Anfang wirklich sinnvoll. Sämtliche altbekannte Protagonisten erheitern bis bereichern nämlich das Gesamtbild.

Während wir bisher nie sehr viel inneren Input zu dem unnahbaren Hegel mit dem Supergehör erhalten haben, so steht er selbst dieses mal mehr im Fokus als Jula und wir bekommen einen großen Einblick in seine Gefühlswelt.
Das war teilweise sehr emotional, aber auch abgedreht, was ich persönlich sehr mag, wenn es realistisch dargestellt wird und das wurde es.

Die Story an sich und der Plot-Twist haben mir trotz meiner kleinen Kritik richtig gut gefallen und lassen mich nun Band 5 entgegen fiebern!

Bewertung vom 04.01.2022
Die andere Hälfte der Welt
Sweeney-Baird, Christina

Die andere Hälfte der Welt


sehr gut

“Die andere Hälfte der Welt” ist wohl das authentischste Buch, was ich seit langem gelesen habe.
Eine Geschichte über eine Pandemie zu lesen, während wir in unserem echten Leben gerade wirklich eine der schlimmsten Pandemien aller Zeiten selbst durchleben, war irgendwie verrückt.
Ich konnte manchmal selbst nicht glauben, warum ich mir das thematisch antue, wo Bücher mich doch aus meinem Alltag entfliehen und in fremde Welten abtauchen lassen sollen, statt mich in noch schlimmere, allzu real wirkende Abgründe hineinzuziehen.
Und doch konnte ich es kaum erwarten, das Buch wieder aufzuschlagen und tiefer in die Geschichte einzutauchen …

Die Geschichte von wem eigentlich?

Das ist meiner Meinung nach das besonderste an dem Buch, denn es gibt hier nicht nur einen oder zwei Hauptprotagonisten.
Wir durchleben die rasante Veränderung der Welt durch die Augen ganz vieler unterschiedlicher Menschen, schlüpfen in die Rollen von Politikern, Ärzten, Virologen, verzweifelten Müttern, liebenden Ehefrauen und erkrankten Männern.
Die Perspektive wird so oft und viel gewechselt, wie das Virus, was ausschließlich Männer innerhalb von 7 Tagen dahinraffen und sterben lässt, erbarmungslos zuschlägt.

Man ist einfach ganz automatisch in diesem Setting gefangen, ist verzweifelt, traurig oder verärgert, je nachdem welche Perspektive man einnimmt.
Vor allem aber ist man schockiert, weil man eine ähnliche Katastrophe gerade selbst zu bewältigen hat und sich die Berichtserstattung in diesem Buch erschreckend real lesen und vor allem hautnah fühlen lässt.

Wenn man bedenkt, dass die Autorin dieses Werk bereits im Juni 2019 beendet hat, also vor dem Ausbruch unserer echten Pandemie, dann nenn ich das mal Berichterstattung und Recherche auf hohem Niveau.
Wie ein Virus sich verbreitet ist zwar nicht neu, wie die Menschheit damit umgeht, unter Umständen schon.
Vielleicht ist die Autorin aber auch einfach nur eine Prophetin.

Ihr merkt, ich bin begeistert.

Trotz aller Euphorie muss ich jedoch ein Bewertungsbüchlein abziehen.
Das gesamte Buch umfasst etwa 4,5 Jahre Pandemie.
Während die erste Buchhälfte durch eine rasante, gleichzeitig detaillierte und kaum zu toppende Spannung geglänzt hat, plätscherte die Story leider nach der Hälfte etwas dahin und wurde ein wenig langatmig.
Die Zeitsprünge wurden größer und damit blieb leider das Feeling etwas auf der Strecke.
Dennoch absolut Daumen hoch für das Debüt der Autorin!

Ich empfehle dieses Buch ausdrücklich allen, die gerne realitätsnahe, emotionale Katastrophengeschichten lesen. Diese Story geht absolut unter die Haut und ist ähnlich wie ein Bericht aus verschiedenen, sehr authentischen Perspektiven geschrieben.

Bewertung vom 19.12.2021
Amissa. Die Vermissten / Kantzius Bd.2
Kodiak, Frank

Amissa. Die Vermissten / Kantzius Bd.2


ausgezeichnet

Meistens startet bei einer mehrteiligen Reihe der erste Band besonders stark und in den fortlaufenden Büchern wird es inhalts- und spannungstechnisch schwächer, so zumindest ist oft mein Empfinden.

Bei der “Amissa”-Reihe jedoch kann ich für mich sagen, dass es genau umgekehrt ist!
Thematisch und vom Schreibstil her gefiel mir der erste Band zwar schon recht gut, allerdings wurde mir viel zu detailliert von dem Ermittler- und Liebespaar Rica und Jan berichtet. Ich wollte in dem aktuellen, spannenden Fall voran kommen und nicht deren Beziehung und Lebensweise analysieren. Das war sicher zum Einstieg und Kennenlernen wichtig, hat mir die eigentliche Verbrechens-Story aber ein wenig zur Nebensache gemacht.

Nun jedoch war ich sehr froh, dass der Autor uns die beiden Privatermittler bereits ausgiebig vorgestellt hat, denn in diesem 2. Band wurde sich nicht mit Vorstellungsrunden aufgehalten und es ging von Anfang an rasant und spannend zur Sache!

Wir tauchen umgehend in einen neuen Fall des Privatermittlerpaares ein, merken jedoch schnell, dass die Organisation “Amissa” irgendwie mit drin hängt und weiteren Dreck am Stecken hat.

Anders als im ersten Band ist der aktuelle Fall, der wieder einmal schaurig-abartig und leider auch allzu realistisch dargestellt ist, nicht gänzlich zufriedenstellend abgeschlossen und man wartet nun auf Band 3!

Ich hatte durchweg fesselnde Lesestunden, war abwechselnd angewidert von den Taten, zu denen Menschen fähig sind, beeindruckt von Rica und Jan, die wirklich eine einzigartige Beziehung genießen und viel gemeinsam durchgestanden haben, aber auch erschrocken, was Fehltritte im Leben mancher für einen furchtbaren Rattenschwanz für andere nach sich ziehen können.

Der Plott-Twist war genial und überrascht gegen Ende absolut, wenn die Zusammenhänge einzelner Personen und Situationen sich erschließen. Das hat der Autor grandios umgesetzt.

Nun warte ich gespannt auf den Abschlussband.

Bewertung vom 28.11.2021
Hokus Pokus Kerzenständer / Die Schule der Wunderdinge Bd.1
Gembri, Kira

Hokus Pokus Kerzenständer / Die Schule der Wunderdinge Bd.1


ausgezeichnet

Das 8 jährige Töchterchen und ich waren auf der Suche nach einem all-abendlichen Vorlesebuch mit viel Magie und wurden mit der Schule der Wunderdinge schnell fündig.

Leider mussten wir ziemlich zeitig erneut auf Büchersuche gehen, denn die Geschichte war allzu schnell fertig gelesen. Das Töchterchen fand das Buch nämlich so spannend, dass sie einfach heimlich weiter gelesen hat, nachdem ich mein Vorlesen beendet hatte.

Bewertung vom 09.11.2021
Playlist
Fitzek, Sebastian

Playlist


sehr gut

Wir Fitzek-Fans werden ja quasi seit Jahren damit verwöhnt.
Warten förmlich ab etwa der Jahresmitte darauf, weil immer im Oktober ein neuer Psychothriller aus der Feder des Autors erscheint.

Die Rede ist natürlich von der alljährlichen, interaktiven und immer wieder innovativen Buch Vorbereitungszeit, mit der wir Leser von Autor und Verlag, auf spezielle und individuelle Art und Weise mit einbezogen werden.
Sicherlich als geniale Marketingstrategie gedacht und angewendet, die bei mir aber wirklich auch jedes Mal funktioniert, weil die ohnehin schon gigantische Vorfreude auf das Buch, nochmal absolut gesteigert wird.

Dieses mal gab es passend zum Buchtitel eine ECHTE “Playlist”.

15 Künstler haben eigens und inhaltlich auf das Buch ein- und abstimmend Songs komponiert. Geniale Idee und nachträglich betrachtet auch eine geniale Umsetzung, die tatsächlich auch noch funktioniert hat!

Ich habe mir diese echte Playlist während und nach dem Lesen immer mal wieder zwischendurch angehört und muss sagen, dass sie stimmungstechnisch eine echte Bereicherung zur Story war.

Die Gänsehautmomente waren dadurch intensiver und somit auch authentischer.

Zur Story an sich möchte ich wie immer nicht viel sagen, denn man muss sie einfach selbst lesen und erleben.
Sie ist wie immer nicht vorhersehbar und kaum zu knacken. Es gibt ständig neue Wendungen, gerade wenn man denkt, endlich die richtige Spur zu verfolgen. Fitzek Like eben.

Ich mochte die Grundgeschichte sehr.
Sie war absolut fesselnd und spannend von der ersten bis zur letzten Seite, wenngleich sie im Vergleich zu seinen anderen Büchern, jedoch nicht meine Lieblings Story werden wird.

Woran lag das?

Rasantes Lesen muss man als Fitzek-Leser ja einfach generell mögen, das ist ein Gesetz! Genauso muss man mit fiesen Kapitel-Abschluss-Cliffhangern und der ein oder anderen Abstrusität klar kommen können.

Bei “Playlist” jedoch, ging mir die eigentliche Geschichte von der vermissten Feline, dieses mal oft an den vielen, vielen Nebensächlichkeiten und den mir oft doch zu weit hergeholten Ideen der Ermittler Alina und Zorbach unter.
Es gab zwar immer Erklärungen für alles, jedoch ging alles oft so schnell abgehandelt von statten, dass ich gar nicht hinterher kam um es nicht nur einfach zu lesen, sondern auch zu fühlen.

Es gab zudem sehr viel Input zu Fitzeks “Augensammler/Augenjäger-Reihe”, was mich in dem Umfang etwas gestört hat, weil es mich in den Momenten von dem aktuellen Fall rund um Feline entfernt hat, jedoch natürlich wichtig war, um “Playlist” auch als Stand Alone lesen zu können.

Im Grunde halten wir mit “Playlist” aber einen 3. Band zur “Augenreihe” in der Hand. Alina und Zorbach sind immerhin auch hier die Hauptprotagonisten. Das muss man natürlich wissen. Liest man “Playlist” also zuerst, kann man sich die “Augenreihe” schenken , weil man hier zu viele wichtige Auflösungen bekommt.

Alles in allem mochte ich das Buch aber sehr und empfehle es allen Fitzek Fans, die die “Augenreihe” bereits kennen ausdrücklich, Fitzek Neueinsteiger sollten jedoch lieber mit einem anderen seiner Werke beginnen.

Fazit

Um es mal passend zum Buch musikalisch auszudrücken:
“Oops! I did it again …”

Ich habe mich logischerweise auf den neuen Fitzek eingelassen. Mit sehr hohen Erwartungen sogar, denn die Messlatte wird ja mit jedem seiner Psychothriller höher gelegt, wie ich persönlich finde.

Ich wurde auch nicht enttäuscht, obwohl es das Buch nicht in meine persönliche Top 3 geschafft hat. Ist ja auch verdammt schwierig.

“Playlist” ist aber ein waschechter Fitzek, der sowohl durch fesselnde Spannung, der ein oder anderen logisch erklärten Abstrusität, ständigen Wendungen und natürlich das Haare raufen am Ende geprägt ist, weil man den Plot-Twist einfach wieder nicht durchschaut hat.
Obwohl ich dieses Mal echt nah dran war!

Irgendwann … irgendwann kriege ich dich dran Sebastian! Ich gebe noch nicht auf.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.09.2021
Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
Hawkins, Paula

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen


ausgezeichnet

Dieses Buch hat mich wirklich sehr glücklich gemacht, was man in Anbetracht der Tatsache, dass sich inhaltlich ein riesen großes Drama abspielt, fast schon als Ironie betrachten könnte.

"Wer das Feuer entfacht" war seit langer Zeit mal wieder eine Geschichte, die mich so sehr gefesselt hat, dass ich sie in einem Rutsch durchgelesen habe.

Das ging gar nicht anders, denn ich befand mich durchweg in einer angespannten Erwartungshaltung.

Die Autorin versteht es absolut, einen an ihre Geschichte zu binden.
In diesem Fall waren es bei mir hauptsächlich die außergewöhnlich authentisch dargestellten Charaktere.

Ich konnte komplett mit den 3 Frauen, die sich untereinander zwar nicht oder kaum kennen, aber alle in irgendeiner Form mit dem Mordopfer zu tun haben, mitfühlen.
Jede hat ihr eigenes Päckchen zu tragen, ihr persönliches Drama auszufechten.

Ich kam mir oft wie eine kleine Stalkerin oder Schnüfflerin vor, die in den sehr intimen Untiefen der Gedanken der 3 Damen herum schnüffelt, denn die Autorin hat sie uns wirklich hautnah präsentiert.

Ich fand es irre spannend, wie sich die Fäden dann schlussendlich verbinden, der Kreis sich schließt und man dem Täter oder der Täterin immer näher auf die Pelle rückt.
Oder auch nicht, denn ich habe alle und jeden irgendwie mal verdächtigt oder ihm im Gegenzug mein Vertrauen geschenkt.

Fazit

Ein Spannungsroman, der sich wirklich so nennen darf.
Es knistert förmlich, jedoch ohne, dass man gehetzt liest. Diese Geschichte kommt mit Stille und Atmosphäre aus und das durchgängig.
Noch nicht mal die Polizei wird zur Lösung des Falles benötigt, denn das schaffen die Protagonisten ganz alleine.

Bewertung vom 11.05.2021
Belial - Götterkrieg / Izara Bd.5
Dippel, Julia

Belial - Götterkrieg / Izara Bd.5


ausgezeichnet

Belial erscheint auf der Bildfläche, natürlich mit Pauken und Trompeten, mit Worten so sarkastisch und messerscharf wie gewohnt, dabei charmant wie immer, mit seiner versteckten Dominanz, aber allgegenwärtigen großen Macht.

Teufel nochmal, was habe ich diesen Primus vermisst! Und endlich bekommt er seine eigene Geschichte!

Belial ist sofort präsent und ich umgehend wieder mittendrin im Izara-Kosmos.
Dabei werde ich automatisch an altbekannte Hintergründe und Anekdoten erinnert, treffe nebenher kurz Lucian wieder, der mir umgehend einen Atemaussetzer bescherte (konnte ich gar nichts gegen machen 3), erlebe aber an Cassias Seite eine völlig neue Geschichte.

Cassia ist ein mega starker Charakter. Sie ist leidenschaftlich und steht vorbehaltlos für das ein, was sie will. Das Leben hat sie gezeichnet, aber nicht schwach gemacht, im Gegenteil.
Ich liebe sie und habe von der ersten bis zur letzten Seite mit ihr mit gefiebert.

Und natürlich mit Bel. Mit beiden!

Und wer am Ende des Buches meint, ruhigen Gewissens das Buch zuschlagen zu können, der hat leider seine Rechnung ohne Cliffhanger-Queen Julia Dippel gemacht.

Man beendet das Buch mit einem traurigen, beklemmenden Gefühl und will sofort den 2. Band zur Hand haben. Man will zurück zu Cassia und Bel!

Aktuell erfordert es also Mut das Buch zu lesen, da der Folgeband ja noch gar nicht erschienen ist.

Ihr merkt vielleicht auch schon, dass die Romantasy durchaus eine große Rolle einnimmt. Das muss man wissen, mögen und I love it ganz besonders.

Als Stand Alone empfehle ich das Buch übrigens nicht, als Belial und Izara Fan ausdrücklich!

Bewertung vom 03.04.2021
Todesrauschen / Jula Ansorge Bd.3
Kliesch, Vincent

Todesrauschen / Jula Ansorge Bd.3


sehr gut

Sehnsüchtig habe ich auf Band 3 der „Auris-Reihe“ gewartet, mit der großen Hoffnung, dass ich gemeinsam mit Jula nun ENDLICH die heißersehnten Antworten bekomme, die schon seit den beiden Vorgängerbüchern unausgesprochen im Raum stehen.
Dass Herr Kliesch einen da extrem auf die Folter spannen kann, hat er ja bereits mehrfach bewiesen.

Alle, die jetzt nur Bahnhof verstehen:
Ganz recht, dieses Buch ist für mich kein Stand Alone. Man sollte „Auris 1“ und „Auris 2“ kennen, denn gerade hier, in „Todesrauschen“, steuert von Anfang an alles auf ein Finale hin.

Jula und Hegel werden dieses mal entführt und müssen gemeinsam so richtig durch die Hölle gehen.

Die beiden sind mal wieder aufeinander angewiesen und machen ihrer verhassten, durch Misstrauen geprägten Zweckgemeinschaft wieder alle Ehre.

Wer die beiden entführt und warum, verrate ich euch natürlich nicht, auch nicht, was das „Todesrauschen“ wirklich ist, jedoch kann ich euch versichern, dass dieser Band seinen Vorgängern absolut in Nichts nachsteht.

Er war für mich ein Pageturner von der ersten bis zur letzten Seite, den ich in einem Rutsch verschlungen und sehr genossen habe.

Es wird blutig und erschreckend und hin und wieder auch erfrischend, wenn Julas Bruder Elias auf der Bildfläche erscheint und die Szenerie wortwörtlich aufmischt.

Es war für mich sogar der persönlichste Band von allen, da alle Charaktere, die in den Vorgängerbänden Raum hatten, auch hier wieder voll präsent sind und zwar jeder auf seine individuell persönliche und spezielle Art.
Und in der Reihe gibt es wirklich mega klasse Charaktere, die alles andere als langweilig sind. Jeder wirkt authentisch auf mich, sei er auch noch so abgedreht oder überdreht oder über-professionell . Selbst Hegel beweist dieses mal, dass er durchaus auch Schwächen hat.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich das Buch so extrem abfeiere:
Haltet euch fest … Wir bekommen Antworten! Und zwar endlich alle, die uns schon so lange brennend interessieren!

Die Story rund um Jula und ihre traumatisierende Vergangenheit lichtet sich endlich. Großes Kino sage ich euch!
Ich habe die ein oder andere Auflösung sehr genossen, war teilweise überrascht, da ich es nicht erwartet habe, allerdings auch einmal schwer enttäuscht, weil ich eine Sache sehr sehr früh durchschaut habe und ich so am Ende keinen *Boom-Überraschungs-Effekt* hatte.
Das war ein wenig schade, dass da die Hinweise für geübte Thrillerleser nicht besser versteckt wurden.

Aber das ist auch meine einzige Kritik, denn "Todesrauschen" ist definitiv ein Must Read für alle Fans der Reihe.

Bewertung vom 09.03.2021
Totennektar (eBook, ePUB)
Summer, Drea

Totennektar (eBook, ePUB)


sehr gut

"Totennektar" ist gefühlt der kürzeste Thriller, den ich je gelesen habe.
Das Buch ist auch eher ein "Büchlein", wie ich finde, es steckt da aber wahrhaftig ein kompletter Thriller drin, der obendrein noch gut durchdacht, mit viel Nähe zu den Charakteren, ziemlich abartig von der Handlung und obendrauf auch noch spannend geschrieben ist.

"Wie ist das nur möglich, gerade in dem Genre?", könnte man nun berechtigterweise fragen.

Ich sage es euch: Das Erzähltempo ist einfach enorm!
Die Autorin lässt ihre Protagonisten nur so durch die Geschichte rasen. Man hat kaum Zeit zum Luftholen, man flitzt von Szene zu Szene.

Ich sage hier ganz klar dazu, dass man das wirklich mögen muss, denn Leser, die einen langsamen Aufbau einer Geschichte lieben, die eine umfangreiche Kennenlernphase der Charaktere bevorzugen oder die sich nicht gerne gehetzt von einer kurzen Szene zur nächsten bewegen, die sind mit diesem Buch einfach nicht gut beraten.

Ich liebe es grundsätzlich rasant und mag es, wenn man gleich zu Beginn in die Geschichte geschleudert wird. Es sollte für mich auf den Punkt bringend geschrieben sein, denn ich kann es oft nicht leiden, wenn Geschichten zu sehr ausgeschmückt werden und so den Blick auf das Wesentliche verlieren.

Drea Summer hat in meinen Augen genau das fantastisch umgesetzt.
Das Buch ist jetzt vielleicht nicht wahnsinnig tiefgründig geschrieben, dafür sind die Szenarien und Dialoge einfach oft zu kurz gehalten, aber es hat mich mit einer coolen Story wahnsinnig gut und spannend unterhalten.

Ich konnte mich nämlich dennoch in alle Charaktere und Ereignisse hineinversetzen, auch wenn man ganz klar sagen muss, dass hier ein gewisses Maß an eigenständiges Mitdenken und Hineininterpretieren erforderlich ist.

Das will heißen, dass die Autorin zwar die Grundbasis für interessante Charaktere gelegt hat, aber gleichzeitig viel Spielraum für eigene, weiterführende Gedanken gelassen hat, was ich persönlich sehr mochte.

Aus all diesen Gründen war die Geschichte wie auf mich zugeschnitten und fast perfekt.
Das "fast" setze ich, weil es selbst mir gegen Ende ein wenig zu flott ging.
Wie für einen guten Thriller üblich, überstürzen sich natürlich am Schluss die Ereignisse.
Hier wirkte die Auflösung des Ganzen jedoch ein wenig gehetzt und aneinander gereiht auf mich.
Ich hätte mich an dieser Stelle einfach gerne noch intensiver in die Charaktere hineinversetzen wollen, denn ihre Erlebnisse und Aufdeckungen waren schon ziemlich grauenhaft und schwer zu verdauen.

Vielleicht wollte ich aber auch einfach nur den Fall nicht abschließen und mich nicht von den Protagonisten verabschieden.
Ich könnte mir mit ihnen nämlich wirklich eine prima Fortsetzung vorstellen, obwohl ihre Geschichte eigentlich zu Ende erzählt ist.
Nichtsdestotrotz bekommt das Buch allein schon für den speziellen Schreibstil und die gute Story eine Leseempfehlung.

FAZIT

In der Kürze liegt die Würze!

Ein für mich sehr guter Thriller für zwischendurch, weil er sich einfach ruck zuck weg liest durch sein rasantes Tempo, zudem noch eine interessante, fesselnde und grauenhafte Story bereit hält, die Überraschungsmomente enthält und einen darüber hinaus noch ziemlich grübeln lässt.