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Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Gusaca
Wohnort: 
Aldenhoven

Bewertungen

Insgesamt 161 Bewertungen
Bewertung vom 04.08.2022
Dein Schweigen, Vater
Benda, Susanne

Dein Schweigen, Vater


sehr gut

Der 12-jährige Paul wurde mit seiner Familie nach Kriegsende aus Brünn vertrieben. Aus seiner Familie überlebt er diesen Todesmarsch als Einziger und es gelingt ihm nicht über dieses Traumata mit seiner späteren Frau und seinen Kindern zu sprechen. Nach seinem Tod machen sich seine Kinder auf eine Spurensuche und treffen dabei auf einen Zeitzeugen.

Die Autorin setzt sich in diesem Roman mit der Vergangenheit ihrer eigenen Familie auseinander. Ihr Schreibstil ist flüssig und sehr emotional. Der Roman spielt auf 3 Zeitebenen. Da ist zuerst die Zeit des Brünner Todesmarsches 1945 als sich die Täter-und Opferrolle umdreht. Dann die Gründung einer eigenen Familie mit Christa und den Kinder Maria und Uli. Und dann die Gegenwart in der Maria und Uli Antworten auf oft gestellte Fragen suchen.

Der Roman ist gut strukturiert und der Sprachgebrauch ist sehr tiefgründig. Der Leser erkennt schnell, das Pauls nie ausgesprochene Kriegstraumata auch seine Frau und seine Kinder belasten. Keiner kann es so richtig greifen, aber die Schatten der Vergangenheit sind allgegenwärtig. Eine zufällige Begegnung auf ihrer Reise in die Vergangenheit läßt Maria und Uli vieles besser verstehen.

Diese Verknüpfung von historischen Tatsachen mit fiktiven Personen und Handlungen hat mich tief beeindruckt und läßt Geschichte und ihre Auswirkungen lebendig werden.

Bewertung vom 28.07.2022
Eine Frage der Geduld
Witemeyer, Karen

Eine Frage der Geduld


ausgezeichnet

Texas, 1894: Der Fuhrunternehmer Ben Porter würde gerne für Viktoria Adams und ihren Sohn Lewis mehr sein als ein guter Freund. Doch Torri läßt wegen leidvollen Erfahrungen in der Vergangenheit keine Nähe zu. Kann Ben Torris Schutzmauern überwinden und ihr Vertrauen erlangen?

Dieser kleine Auszeitroman gehört zur Hapers Station Reihe. Er kann unabhängig von den anderen Büchern gelesen werden. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gefühlvoll. Der Leser kann sich schnell in die Charaktere hineinversetzen. Stückweise erfahren wir mehr über die Vergangeheit der Hauptpersonen und können so ihre Gedankenwelt gut verstehen. Der christliche Glaube spielt unterschwellig eine wichtige Rolle . Verdrängung der Vergangenheit steht gegen Vertrauen und Offenheit. Das Ende hat mich überzeugt und ich freue mich schon auf den nächsten kleinen Auszeitroman.

Bewertung vom 26.07.2022
Ich gebe dir eine Stimme
Shocklee, Michelle

Ich gebe dir eine Stimme


ausgezeichnet

Rena´s Familie hat durch den Börsencrash während der Welt-wirtschaftskrise alles verloren. Über ein staatliches Programm bekommt Rena einen Job. Sie soll die 101-jährige ehemalige Sklavin Frankie interviewen, um deren Lebensgeschichte festzuhalten. Dabei lernt sie einiges über die Vergangenheit , das sie so nicht erwartet hat.

Dieser historische Roman beleuchtet zwei Zeitebenen. Renas Geschichte beginnt zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, während Frankie, die Sklavin, ihre Erlebnisse vor und während des Sezessionskrieges aufleben läßt.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er ist flüssig und sehr berührend. Der Autorin gelingt es schnell den LEser in die Geschichte mitzunehmen. Historisch belegte Ereignisse werden gekonnt mit einer fiktiven GEschichte verbunden.

Rena macht eine starke Entwicklung durch je mehr sie über Frankies Leben als Sklavin erfährt. Sie wird reifer und erkennt die Hintergründe ihrer eigenen Familie besser. Der Schwerpunkt liegt aber auf Frankies Geschichte. Auf ihren körperlichen und seelischen Verletzungen, die sie während ihrer Sklavenzeit erleben musste. Erst durch Sam konnte Frankie ihren inneren Frieden finden, in dem sie seinen tiefen Glauben kennen lernte. Und diesen Frieden und diesen Glauben vermittelt Frankie Rena mit jedem ihrer Worte.

Das Ende ist absolut stimmig. Beide Zeitebenen haben sich verflochten und beide Protagonisten haben ihren Weg gefunden.

Bewertung vom 19.07.2022
Gläubig. Depressiv. Gehalten.
Casey Waller, Ryan

Gläubig. Depressiv. Gehalten.


ausgezeichnet

Der Autor Ryan Casey Waller hat in Amerika erst als Anwalt und später als Pastor gearbeitet , bevor er sich mit seinen eigenen Depressionen auseinandersetzen mußte und zum Therapeuten umschulte. Er hat seine Alkoholsucht und seine Angstattacken lange verleugnet. Und er gibt zu, dass er praktisch gezwungen wurde sich Hilfe zu suchen.

Der Autor beschreibt sehr eingängig seine eigenen Empfindungen und seine Hilflosigkeit während seiner depressiven Phasen und Panikattaken. Er erklärt gut nachvollziehbar, dass psychische Krankheiten auch heute noch ein Tabuthema sind, vor denen niemand die Augen verschliessen sollte. Depressionen könne in vielen Fällen zu einem Suizid führen und er gibt Hinweise, wie man auch als Laie mit betroffenen Menschen umgehen kann, um dies zu verhindern. Ich finde es sehr gut, das in der Übersetzung deutsche Gegebenheiten und Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Der Autor informiert den Leser über Therapiemöglichkeiten und Medikamente, die bei Depressionen helfen können. Am Ende des Buches findet man einen Leitfaden zu Depressionen und Angstzuständen , die als Erkennungsmerkmale für diese Krankheit gut zu verwenden sind.

Ryan Casey Waller bezieht immer wieder seinen tiefen christlichen Glauben in seinen Erfahrungsbericht mit ein und verweist auch auf falsche Verhaltensweisen Erkrankten gegenüber, die sich leider auch in christlichen Gemeinden wiederfinden.

Bewertung vom 14.07.2022
Solange gehört das Leben noch uns
Weiss, Josefine

Solange gehört das Leben noch uns


ausgezeichnet

Ina und der sterbenskranke Richard lernen sich im Hospiz kennen, in dem Inas Großvater seine letzten Tage verbringt. Beide verlieben sich ineinander und entwickeln eine starke Bindung, obwohl Richards Tod so nahe ist. Als Ina von Richards letztem Wunsch erfährt, setzt sie alles daran ihm diesen zu erfüllen.

Der Schreibstil dieses Buches ist sehr berührend und emotional. Das Buch lebt von den sehr überzeugend dargebrachten Gefühlen der Hauptpersonen. Es entwickelt sich eine Beziehung zwischen Ina und Richard, die wechselseitig von Traurigkeit und Liebe, von Schmerz und Freude, von Verlustängsten und tiefer Freundschaft geprägt wird. Die gemeinsame Liebe zur Musik spielt eine große Rolle in beider Leben . Dieses Buch verdeutlicht wie wichtig Freunde und Familie im Angesicht des Todes sind . Und das ungeklärte und belastende Situationen vor dem Tod geklärt werden sollten. Die Gefühle werden sehr anschaulich und glaubhaft in die Geschehnisse eingettet. Meine Mutter ist auch vor kurzer ZEit gestorben und ich fühlte mich sehr an diese Zeit erinnert. Der Leser erlebt die Empfindungen Inas hautnah mit und kann sie nur zu gut verstehen.

Bewertung vom 13.07.2022
Wenn Stille eine Sprache wäre
Sjödin, Tomas

Wenn Stille eine Sprache wäre


sehr gut

Der Autor Tomas Sjödin macht sich in diesem Sachbuch Gedanken über die Stille, die in unserer hektischen von Medienkonsum geprägten Welt kaum noch zu finden ist. Dabei setzt er sich mit den Erkenntnissen anderer Autoren und der Bibel auseinander . Die Schlüsse , die der Autor selber aus dem Zulassen von Stille zieht, sind interessant. Wir haben wirklich die Verbindung zwischen Stille und Wort verloren. Und die Stille ist so wichtig, um über das Gebet in Verbindung mit Gott zu gelangen.

Der Schreibstil des Buches ist flüssig und man kann den Worten von Tomas Sjödin gut folgen. Zentrale Gedanken werden optisch hervorgehoben und an prägnanter Stelle wiederholt. Eigene Erlebnisse und Gespräche mit anderen Autoren bereichern die Erkenntnisse des Autoren .

Mir gefällt, was Tomas Sjödin über die Historie und die verschiedenen Arten von Gebetsmöglichkeiten sagt. Ein Gebet kann durchaus sehr unterschiedlich aussehen. Die Natur als Bindeglied zum Schöpfer wird immer wieder hervorgehoben. Es werden auch sehr aktuelle Themen einbezogen , wie die Zunahme von Depressionen und die Coronapandemie, die durch die erzwungene Isolation vieler MEnschen die Wertigkeit vieler Dinge in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Bewertung vom 02.07.2022
Mit dir wird es leichter
Reinmuth, Titus

Mit dir wird es leichter


ausgezeichnet

Der 50 jährige Tim steht mitten im Leben als er die Diagnose Krebs erhält. Er steht mit seiner alten Freundin Sarah über Messenger in Kontakt. Und diese Kontaktmöglichkeit nutzen die Beiden jetzt sehr intensiv , um durch die schwere Zeit der Krebstherapie zu kommen.

Der Schreibstil ist geprägt von einem stetigen Wortwechsel zwischen Tim und Sarah, der durch eine unterschiedliche Farbgebung klar voneinander abgetrennt ist. Kurze Passagen wechseln mit langen Dialogen Und auch die Zeitabstände zwischen den Wortwechseln variieren je nach Situation und Notwendigkeit. Besonders tiefgründige Textstellen werden in Songtexte eingearbeitet. Ihr Wortwechsel ist sehr intensiv und von gegenseitigem Verständnis geprägt. Alles kann gesagt werden und nichts wird bewertet. Erinnerungen werden aufgefrischt und der allgemeine oft unsensible Umgang mit Krebskranken wird aufgezeigt . Manchmal hilft auch nur das zu hören, das da sein, weil es keine unmittelbare Hilfe gibt. Und doch kommt auch die Diskussion über die Glücksmomente gerade in schweren Situationen nicht zu kurz. "Aufmerksam sein , wenn das Glück vorbeikommt." ist ein Satz, der mich nachdenklich gemacht hat. Vieleicht erkennt man Glücksmomente besser, wenn man auch Leid erfahren hat.

Krankheit, Tod und Trauer, Trotz der Krankheit und der Ungerechtigkeit des Lebens gegenüber, das Finden neuer Freunde, der Trost , den man bei Freunden findet, die die Trauer mittragen oder es einfach aushalten. Alles wichtige Themen , die in einem Wortabtausch hin und her getragen werden. Und auch das Thema Freundschaft zwischen Mann und Frau wird gut eingearbeitet. Mir hat das Buch viel gegeben und ich fand es auf jeden Fall tiefgründig und lesenswert.

Bewertung vom 28.06.2022
Hoffnung in Zeiten der Angst
Keller, Timothy

Hoffnung in Zeiten der Angst


gut

Der Autor Timothy Kelly ist Angehöriger der Presbyterian Church und er ist aktuell erneut an Krebs erkrankt. In diesem Buch beschäftigt er sich mit der Bedeutung der Auferstehung Jesu für unsere heutige Welt, die von vielerlei Gefahren bedroht wird. Er belegt, dass die Auferstehung ein historisches Ereignis ist. Den dargestellten Schlussfolgerungen kann man zunächst gut folgen und sie sind gut belegt. Schnell wird dem LEser klar, dass man sich Zeit nehmen muss . um dieses Buch richtig zu verinnerlichen. DieTexte werden durch viele Passagen aus dem alten und neuen TEstament belegt. Wichtige Gedanken werden hervorgehoben , damit man nach einer Lesepause, das wichtigste nochmal resumieren kann. Und dieses Rückwärtslesen ist oft erforderlich. Der Schreibstil ist teilweise schwer zu verstehen. Einige häufig verwendete Begriffe sind mir nicht geläufig und ich muss sie nachschlagen. Auch die vielen VErweise auf andere Autoren und deren Bücher , unterbrechen den LEsefluss, der sich nicht so recht einstellen will. Andererseits sind einige GEdankengänge sehr eingängig und der LEser kann sich darin wiederfinden. Andere GEdanken zeigen mir neue Sichtweisen auf, die mich zum Nachdenken bringen. Den Schlussfolgerungen des Autoren kann man folgen, wenn man sich an die BEgrifflichkeiten gewöhnt hat. An einigen Stellen musste ich schlucken, weil dem LEser sehr bildhaft vor Augen geführt wird, dass der MEnsch von Grund auf böse ist und ohne Gottesglauben unser LEben sinnlos wird.

Bewertung vom 18.06.2022
Bevor ich mich an dich verliere
Hedlund, Jody

Bevor ich mich an dich verliere


ausgezeichnet

Zoe Hart, die um 1863 in Manchester keine Zukunft mehr sieht, wandert mit einem der Brautschiffe nach British Kolumbia aus, um einen Ehemann zu finden und um nach ihrem Bruder zu suchen. Ihr Neuanfang gestaltet sich schwierig. Ihre beste Freundin stirbt und sie muss die Verantwortung für eine indianische Waise übernehmen. Pastor Abe ist ihr eine große Hilfe. Trotzdem muss sie noch einen langen Weg gehen bis sie ihre BEstimmung erkennt.

Dieser Roman basiert auf wahren historischen Begebenheiten , die sehr geschickt in eine fiktive Geschichte eingebunden werden. Der Schreibstil ist flüssig und die Gedankengänge der Hauptpersonen vermitteln schnell ein gutes Bild der dargestellten Charaktere. Gefühlsmäßige Verwirrungen und individuelle christliche Werte bestimmen die Geschichte. Abe und auch Zoe sind beide sehr hilfsbereite und gottbezogene Charaktere, die lange brauchen , um ihre eigentliche BEstimmung zu erkennen. Die damaligen Wertevorstellungen in der alten Welt und der Kirche passen nicht mehr in die neuen Lebensbedingungen . Neue Maßstäbe sind erforderlich und Abe und Zoe setzen sie beispielhaft um.

Bewertung vom 14.06.2022
Herzens-Zeit mit Gott
Herold, Sabine

Herzens-Zeit mit Gott


sehr gut

DIe Autorin möchte mit diesem Büchlein ihre Leser anleiten mit Gott in Kontakt zu treten. Sie nennt es Sprechstunde bei Gott, Herzens-Zeit mit Gott und meint damit eine besondere Form des regelmäßigen Gebetes. Sie möchte Mut machen mit allen Anliegen vor Gott zu treten und Zwiesprache zu suchen. Dabei verwendet sie für fast jedes ihrer eigenen 54 beispielhaften Zwiesprachen in diesem Buch einen festen Aufbau, der es erleichtern soll einen Anfang und eine Regelmäßikeit zu finden. Sie beginnt ihre Sprechstunde immer mit einem festen Text, der die Aufmerksamkeit auf Gott lenkt. Dann trägt sie ein Anliegen vor und warte auf Gottes Antwort. Ein Zwiegespräch erfolgt . Am Ende folgt immer ein Zuspruch aus Gottes Wort und Bibelworte mit Stellenangabe, um den LEser aufzufordern, die entsprechenden Stellen zur Vertiefung zu lesen.

Die Autorin spricht in ihren Sprechstunden die unterschiedlichsten Themen an wie Angst, Zweifel, Sinnfragen, Vergebung, Vorwürfe, Ewigkeit, Schuld aber auch Hoffnung und Liebe. Die einzelnen Sprechstunden werden die LEser je nach Lebenslage unterschiedlich stark ansprechen. Mich persönlich haben die Bestärkungen des Selbstwertes sehr angesprochen, auch das REcht NEin zu sagen . Das LEbensbuch zeigt wie wichtige es ist im hier und jetzt zu leben und immer wieder wird die Liebe Gottes zu uns Menschen betont. Und am Ende steht die Aufforderung los zu lassen und alles Gott zu übergeben. Der Schreibstil ist flüssig und ansprechend, die Themen sind sehr breit gefächert. DIeses Büchlein kann sehr gut wöchentlich hervorgeholt werden, um sich mit Gottes Gedanken auseinanderzusetzen und sich selber mit ihm in Verbindung zu setzen.