Benutzername: Lesetante
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Über mich: Lesen ist die beste Medizin gegen Dummheit
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Bewertungen

Insgesamt 51 Bewertungen
Bewertung vom 10.09.2017
Finster ist die Nacht / Macy Greeley Bd.3
Salvalaggio, Karin

Finster ist die Nacht / Macy Greeley Bd.3


ausgezeichnet

Detective Macy Greely, hat sich gerade einigermaßen von ihrem Lebens-Schock erholt, und mit ihrem kleinen Sohn Luke bei ihrer Mutter eine gute Basis gefunden, als sie bei einem Einsatz mit ansehen muss wie ein Entführungsopfer auf offener Straße erschossen wird. Durch einen Unfall in ihrem Wagen eingeschlossen kann sie nicht helfen, jedoch in letzter Sekunde gerado noch ihr eigenes Leben retten. Das Mordopfer ist ein allseits bekannter Radiomoderator. Zuerst ist nicht klar warum er entführt wurde, denn er und seine Familie sind nicht reich um eine hohe Lösegeldsumme zu erpressen. Im Laufe der Ermittlungen ergeben sich immer wieder neue Aspekte, die die Polizei jedoch immer wieder in die Irre führen. Bis Emma, die Tochter des Opfers, das alte Tagebuch ihres Vaters nach langer Suche endlich findet. Nun zeigt sich auch, dass die Entführung eigentlich ein von langer Hand geplantes Mordkomplott war. Der Moderator war einigen Honoratioren der Kleinstadt auf die Schliche ihrer Machenschaften gekommen und musste beseitigt werden. Der Mörder ist schließlich jemand auf den niemand gekommen wäre, wenn nicht die beiden Hauptprotagonistinnen so zäh an der Sache geblieben wären. Der Plot geht auf, und die Autorin spinnt auf den letzten Seiten schon die Fäden für den nächsten Roman. Denn Macys Privatleben hat einiges an kriminellem Potenzial in petto, dank der Verwandtschaft die ihr in unerwünschter Weise auf den Pelz rückt...

Bewertung vom 07.09.2017
Palast der Finsternis
Bachmann, Stefan

Palast der Finsternis


ausgezeichnet

Fantastisch ist nicht das richtige Wort für die eigentlich gruselige Geschichte von Stefan Bachmanns „Palast der Dunkelheit“.
Zahlreiche Jugendliche bewerben sich für ein Forschungsprojekt in Frankreich.
Es soll das unterirdische Schloss eines Adeligen, der zur Zeit der französischen Revolution lebte, besucht und erforscht werden. Der Roman wird aus der Sicht von Anouk erzählt, die als ältere Tochter einer reichen New Yorker Familie, sich heimlich auf den Weg macht. Nach einem Auswahlverfahren bleiben fünf junge Leute übrig, drei Jungen und zwei Mädchen. Auch Anouk. Der Leiter des Projekts hat alles auf höchstem Niveau organisiert. Zu Anfang sind die Fünf noch begeistert, doch kurz nach der Ankunft stellt Anouk schnell fest, dass etwas nicht stimmt. Kurze Zeit später beginnt eine Höllenfahrt für alle Beteiligten, von denen nicht alle überleben werden. Der Autor hat ein uraltes Thema der Menschheit aufgegriffen, der Wunsch nach Unsterblichkeit. Geschickt führt er den Leser auf eine Reise in seine Welt, und bald wird man wie seine Protagonisten, von den menschlichen Niederungen die vor Verrat, Mord und Wahnsinn nicht zurückschrecken in den Strudel der Ereignisse gerissen. Das Fazit der Geschichte lässt den Leser mit der Frage zurück, wie hoch der Preis für ewiges Leben und Macht und Einfluss sein darf. Gelungen düster.

Bewertung vom 31.08.2017
Töte mich
Nothomb, Amélie

Töte mich


ausgezeichnet

Amelie Nothomb ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Sie schreibt über die Dinge des Lebens mit einer Leichtigkeit und Humor und dennoch mit Tiefe.
Dies ist ihr mit „Töte mich“ wieder aufs Neue gelungen.
Serieuse die jüngste Tochter des Grafen Neville kann ihre Emotionen nicht fühlen. Das führt dazu, dass sie sich in zuweilen lebensgefährliche Situationen begibt um sich wieder zu spüren. Mit siebzehn kann das schon vorkommen beruhigt sie ihr Vater, der sie sehr liebt. Doch eines Tages wird sie von der Wahrsagerin des Ortes in dem sie lebt nachts im Wald entdeckt, als sie frierend dort zu schlafen versucht. Die Dame nimmt sie mit zu sich nach Hause und zitiert den Grafen zu sich um seine Tochter abzuholen. Dabei sagt sie ihm voraus, dass er bei der jährlichen Gartenparty im Schlosspark, einen seiner Gäste töten wird. Nun entwickelt Serieuse die Manie, dass ihr Vater doch am besten sie töten sollte, da sie ohnehin lebensmüde sei weil sie nicht mehr fühlen könne. Der Graf ist entsetzt und versucht nun alle Möglichkeiten auszuschöpfen seinem Schicksal zu entgehen und das Leben seiner Tochter zu schonen. Doch es kommt ganz anders als gedacht. Die Wahrsagung erfüllt sich zum Glück aller Beteiligten mit weitreichenden Konsequenzen, die u. a. die drohende Pleite des Grafen, und den damit verbundenen Verkauf des Schlosses und Familiensitzes verhindern werden. Ein zauberhaftes kleines Buch ist der Autorin da wieder gelungen.

Bewertung vom 30.08.2017
Gegen alle Regeln
Levy, Ariel

Gegen alle Regeln


ausgezeichnet

Ariel Levy beschreibt in ihrem Doku-Roman das Erwachsenwerden einer Generation, die zu wissen glaubt, dass in ihrem Leben alles machbar ist. Bis Ende Dreissig lebt man alle Bedürfnisse voll aus, vorausgesetzt man hat das nötige Geld dazu, was in ihren Kreisen üblich scheint. Doch Ariel, die nach mehreren Beizehungen zu Männern sich mit Ende zwanzig in eine Anfang vierzig Jahre alte Frau verliebt, merkt nach einigen Jahren, dass sie immer noch auf der Suche ist. Trotz einer Affaire mit einer anderen Frau, die ihre Lebensgefährtin zutiefst verletzt, kann sie nicht ankommen. Erst als sie merkt, dass ihre Freundin schwere Alkoholikerin ist, versucht sie ihrer beider Leben einen Sinn zu geben. Wie alle anderen Paare ihres Freundeskreises letztendlich Kinder bekommen, nimmt sie alle Mühen auf sich um schwanger zu werden. Dies gelingt nach mehreren Anläufen, verbunden mit hohen Kosten, doch auf einer Reise verliert ihr Kind durch eine Frühgeburt. Dies wird letztlich der Auslöser einer wirklich tiefen Lebenskrise, die die Autorin sehr detailliert beschreibt und schonungslos sowohl für sich als auch den Leser beschreibt. Es scheint das Fazit einer ganzen Generation westlicher Lebenswelten zu sein. Lebenssinn hat nicht mit Geld oder allen auszuschöpfenden Möglichkeiten zu tun. Eher mit bewusstem Verzicht auf persönliche unbedingte Freiheit zu Gunsten von Bindung und Hingabe.

Bewertung vom 26.08.2017
In tiefen Schluchten / Tori Godon Bd.1
Chaplet, Anne

In tiefen Schluchten / Tori Godon Bd.1


ausgezeichnet

Ein Roman ganz nach meinem Gusto. So fesselnd für mich, dass ich sogar meine Haltestelle zum Aussteigen verpasst habe.
Sehr empathisch schildert Anne Chaplet die Welt der Tori Godon, die noch immer ihren vor kurzem verstorbenen Mann betrauert. Finanziell abgesichert kann sie das Leben im kleinen Dorf in der Ardeche zwar genießen, jedoch fehlt diesem Leben der Sinn. So kommt es ihr gerade recht, den Hund des Nachbarn im Geheimen zu versorgen da dieser das Tier sehr schlecht behandelt. Interessant wird es als die ersten Toten auftauchen, die zunächst als Unfallopfer gelten, bei genauem Hinsehen jedoch als Mordopfer die Dorfgemeinschaft beunruhigen. Tori lernt bei ihren Nachforschungen einen neuen Mann, ein Restaurator von altem Gemäuer, kennen, der ihr u. a. in ihrem über 500 Jahre alten Haus eine Wandmalerei freilegt, die im Laufe der Geschichte noch an großer Bedeutung gewinnt, um der Geschichte und den wohlgehüteten Geheimnissen des Dorfes auf die Spur zu kommen. Ein gelungener Kriminalroman, der nicht alles an Geheimnis preisgibt, was es um so unterhaltsamer macht.

Bewertung vom 22.08.2017
Wildeule / Gesine Cordes Bd.3
Wieners, Annette

Wildeule / Gesine Cordes Bd.3


sehr gut

... gerät Gesine in eine Mordgeschichte, als sie im Sarg einer alten Frau, die beerdigt werden soll, die Leiche deren Bestatter findet. Somit nimmt eine neue Geschichte um Gesine Cordes, ehemalige Kriminalkommissarin und nun Friedhofsgärtnerin, ihren Lauf. Deren Freund Hannes, Bestatter und unter Verdacht stehend seinen Konkurrenten ermordet zu haben verhält sich komisch. Gesine ist verwirrt, denn sie kann Hannes ihren langjährigen guten Freund , plötzlich nicht mehr einschätzen, nachdem er ihr seine tiefe Zuneigung offenbart hat, und sie ihn zurückwies. Er ist seither auf Abstand zu ihr gegangen. Joseph ihr Vermieter plant seinen Abgang, schließlich ist er alt genug, und Gesines hart errungene Balance seit dem Tod ihres Kindes gerät aus dem Gleichgewicht. Anders als im Krimi zuvor ist hier nicht die Spannung zum Plot hin vorwiegend sondern eher die jeweiligen Seelen- und Geisteszustände der Hauptprotagonisten. Anders als erwartet, dennoch gut.

Bewertung vom 29.07.2017
Die Lieferantin
Beck, Zoë

Die Lieferantin


ausgezeichnet

Eine schlaue Frau entwickelt ein System Drogen zu verticken ohne in Gefahr des Geschnapptwerdens zu geraten. Fast, denn sie gerät damit den alten Verteilern ins Gehege, die sich ungern das Geschäft verderben lassen. Gonzo der Geldeintreiber des Boyceclans ist spurlos verschwunden, das bringt Unruhe in die Verbrecherkreise, denn wenn die Geldquellen versiegen gerät alles aus dem Gleichgewicht. So beginnt ein eigentlich unbedarfter Restaurantbetreiber indem er eben jenen Geldeintreiber unter seiner Gefriertruhe in Beton eingießt, einen unsäglichen Krieg, ohne sein Wissen, denn auch er hat eigene Interessen zu verteidigen. Da in kriminellen Kreisen eher keiner keinem vertraut wird jetzt jeder der den neuen Drogenvertreibern nahe zu stehen scheint von den Boyce Boys ins Verhör genommen. Einer der Verdächtigen wird von ihnen ermordet, doch damit hat sich gar nichts geklärt. Im Gegenteil, offenbar hat man einen Informanten der Polizei ins Jenseits befördert. Gleichzeitig verschwindet der Drogengroßlieferant eben jener schlauen Frau womit diese nun in die Verlegenheit gerät bald keinen Drogennachschub mehr zu haben. Zoe Beck schreibt einfach gute Thriller, wie auch diesmal beste Unterhaltung auf hohem Niveau.

Bewertung vom 25.07.2017
Dem Kroisleitner sein Vater / Polizeiobermeister Frassek Bd.1
Schult, Martin

Dem Kroisleitner sein Vater / Polizeiobermeister Frassek Bd.1


weniger gut

Dem Kroisleitner sein Vater ist auf der Alm zu Tode gekommen. Dessen Sohn auch nicht mehr ganz jung ist erschüttert, jedoch nicht aus der Bahn geworfen. Eine verlorene Tochter, einst Popstar geworden, hat sich vom Showbiz verabschiedet und kehrt in die Heimat zurück, wo sie nicht gerade freudig von ihrer Mutter empfangen wird. Ein Berliner Kommissar braucht eine Auszeit und geht zum Ausspannen genau dahin wo der alte Krosleitner zu Tode gekommen und die verlorene Tochter heimgekehrt ist. Steiermärkisches Einsiedlertum trifft auf Berliner Schnauze. Eine etwas gewagte Mischung die Martin Schult da aufeinander prallen lässt. Mir leider etwas zu verwirrend, da zu viele Stränge auf so engem Raum auf längere Strecken beim Lesen eher ermüdend denn anregend durch Spannung wirken. Anstrengend muss es für mich bitte nicht sein, wenn ich einen Krimi lesen möchte, der mich unterhalten darf und mir eventuell das Gefühl gibt mehr als der ermittelnde Polizist zu wissen – was bei einem guten Krimi ohnehin immer ein Trugschluss ist ;-).

Bewertung vom 24.07.2017
Liebe wird überschätzt
Parrella, Valeria

Liebe wird überschätzt


gut

Liebe hat so viel Facetten, und so sind auch die Geschichten über die Liebe von Valeria Parrella. Ob es um die langjährige Ehe eines Paares geht, die Titelgeschichte: "Liebe wird überschätzt", wo die Frau durch den plötzlichen Verlust durch Tod ihres ebenso langjährigen Geliebten verkraften muss ohne die Fassade der Familie einstürzen zu lassen. Oder in "Die Ausgesetzten" eine zutiefst gläubige Nonne aus wirklicher Nächstenliebe ihre Sicherheit des Klosters nach zwanzig Jahren hinter sich lässt um einem ungewollten Kind ein Leben in Würde zu ermöglichen, und ihre Rolle als Madre Pia diesmal als wirkliche Mutter mit all den weltlichen Herausforderungen zu meistern. Oder die Geschichte der Lehrerin in den Wechseljahren, die sich auf die Straße der Unzufriedenheit einbiegen sieht, da sie ihre vom Schlaganfall gezeichnete Mutter pflegen muss und ihre gerade mit einem Studium beginnende Tochter noch einige Jahre unterstützen darf. All diese Geschichten zeigen die Liebe, die oft so überschätzt wird, in ihren schönsten bis skurrilsten Formen. Ein ernstes Buch über das Leben der Menschen, die dieses von gut bis schlecht zu meistern versuchen.

Bewertung vom 23.07.2017
Targa - Der Moment, bevor du stirbst / Targa Hendricks Bd.1
Schiller, B. C.

Targa - Der Moment, bevor du stirbst / Targa Hendricks Bd.1


gut

Dafür, dass so manchem Opfer die Luft ausgeht, ist mir diese Geschichte zu langatmig geraten.
Targa Hendricks, als Neugeborenes mit ihrer Zwillingsschwester ausgesetzt, hat durch dieses Trauma, trotz liebevoller Pflegeeltern, eine autistische Persönlichkeit. Dies kommt ihr zwar bei ihrem Job als Undercoveragentin der Polizei sehr zugute, da sie keine Angst hat sich mit Schwerverbrechern einzulassen, jedoch im Privaten ist diese Eigenschaft dann doch eher hinderlich. Targa kann keine wirklich tiefen Beziehungen eingehen, denn sie kann mit den sozialen Codici des sogenannten menschlichen Umgangs nicht viel anfangen. Als sie den Auftrag bekommt den Serienmörder Falk Sandmann zur Strecke zu bringen, der eine Hochschuldozentur innehat, fasziniert sie dieser wirklich böse Charakter dieses Mannes. Es gelingt ihr sein Vertrauen zu gewinnen, denn selbst der fieseste Mörder hat seine schwachen Seiten. Auf knapp 400 Seiten schildert das Autorenduo B. C. Schiller die Annäherung der Jägerin an ihr Opfer, was leider manchmal ermüdend ist, weil so manche Situationsbeschreibung mehr an ein Drehbuch erinnert, als an einen Thriller. Eine eigentlich spannende Geschichte mit ein paar Nebenfiguren, die schließlich am Ende alle zusammenfinden, gewürzt mit viel Todessehnsucht und Grenzerfahrungen beim Sex. Hat meine Erwartungen nach der LP leider nicht erfüllt. Daher nur drei Sternchen.