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Benutzername: 
Gisel
Wohnort: 
Stuttgart

Bewertungen

Insgesamt 852 Bewertungen
Bewertung vom 05.12.2022
Das große Brotbackbuch
Bauer, Christina

Das große Brotbackbuch


ausgezeichnet

Umfassendes Grundlagenbuch

Sein eigenes Brot backen… Was braucht man dafür, was muss man wissen? Was muss man beim Zubereiten und Backen beachten?

Christina Bauer backt seit Jahren ihr eigenes Brot. Vor drei Jahren hat sie bereits ein Buch zum Thema Brot backen herausgebracht. Nun gibt es neu von ihr ein Grundlagenwerk zu diesem Thema. Ich hätte mir gewünscht, dieses Buch zum Einstieg bekommen zu haben, als ich seinerzeit mit dem Brot backen begonnen habe. Es ist bestens für Anfänger wie auch für Backprofis geeignet: Es gibt viele Informationen, aber auch Rezepte für den schnellen Erfolg, es gibt Rezepte für Brote und süßes Gebäck, für pikante Köstlichkeiten, mit Vollkornmehlen und noch sonst jede Menge Auswahl. Eine Liste zeigt, wie man Zutaten gegeneinander austauschen kann, eine andere, wie die Rezepte für die Brote in kurzer Zeit gebacken werden können oder mit langer Teigführung, dafür weniger Hefe. Und natürlich fehlen auch nicht die Informationen für Sauerteigbrote. So kann man als Anfänger kurz entschlossen starten mit dem Brot backen oder sich neue Ideen holen, wenn man bereits erfolgreich gebacken hat. Tipps und Tricks beantworten all die Fragen, die beim Backen auftauchen könnten. Dieses Grundlagenbuch lässt keine Frage offen! Die Rezepte sind gut verständlich erklärt, die Bilder dazu machen Lust, sich sofort ans Backen zu machen. Links zu Tutorials der Autorin führen bei einigen Rezepten zu weiteren Erklärungen. Kurz gesagt: Dieses Werk ist rundum gelungen.

Meine Familie kann sich freuen über all die vielen Ideen, die ich aus diesem Buch holen werde. Ich kann es besten Gewissens weiter empfehlen. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 05.12.2022
Anleitung ein anderer zu werden
Louis, Édouard

Anleitung ein anderer zu werden


gut

Kein leichter Weg

Édouard ist auf dem Land geboren, in einer Familie, die von extremer Armut gekennzeichnet ist. Auf der Schule ist er eher ein Einzelgänger. Doch Édouard kommt aufs Gymnasium, dort fasst er den Entschluss, aus diesem Leben seiner Familie hinauszuwachsen. Vom Dorf zieht er nach Amiens, weitere große Pläne kommen hinzu. Es ist kein einfacher Weg, den er sich ausgesucht hat…

Mit gerade mal 30 Jahren schreibt der Autor Édouard Louis seine Autobiografie, nachdem er bereits einen weiteren Roman aus seiner Kindheit veröffentlicht hat. Er ist schonungslos in seiner Anleitung für sich selbst, wie er zu einem anderen Ich gefunden hat. Das macht ihn nicht wirklich sympathisch, fand ich. Er zahlt einen hohen Preis dafür, sich in eine andere „Welt“ emporzuarbeiten, hinterlässt Freundschaften, bricht mit seiner Familie, ja, er verändert selbst seinen Namen – und bleibt doch in innerer Kommunikation mit seinem Vater gefangen. Wird er ewig von der Scham seiner Herkunft behaftet bleiben? Das Buch hat mich etwas zwiespältig hinterlassen: Die Geschichte selbst empfinde ich als sehr spannend, doch mit dem Charakter der Romanfigur wollte ich mich so überhaupt nicht anfreunden. Zwischendrin habe ich überlegt, ob ich das Buch nicht abbreche. Zu sehr wurde in meinen Augen der Fokus auf die Veränderung gelegt, da scheint mir der Charakter der Hauptfigur wie Wasser durch die Hände zu rinnen… Doch ist nicht genau das, was die Romanfigur eigentlich zum Ziel hat? Ein Ziel, mit dem ich offensichtlich nicht sehr viel anfangen kann.

Dieses Buch hat mich sehr zwiespältig hinterlassen, deshalb kann ich es nicht wirklich weiter empfehlen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen, mit dem Wissen, dass andere Leser wohl schon mehr mit diesem Buch anfangen können.

Bewertung vom 05.12.2022
Die Kriegerin
Bukowski, Helene

Die Kriegerin


sehr gut

Sehr intensiv erzählt

Lisbeth hat bei einer Ausbildung bei der Bundeswehr die Kriegerin kennengelernt. Während die Kriegerin jedoch bei ihrer Entscheidung für das Militär bleibt, geht Lisbeth einen anderen Weg. In Rückblicken erzählt der Roman über die beiden Frauen, die nicht verletzlich erscheinen wollen. Und doch ist Lisbeth seit ihrer Kindheit äußerst verletzlich, sie hat Neurodermitis. Doch auch die Kriegerin trägt Wunden mit sich herum.

Mit diesem Buch entwickelt die Autorin Helene Bukowski eine Geschichte, die nicht immer leicht zu lesen ist. Zu viele Wunden tragen die beiden Frauen mit sich herum, äußere wie innere, denn Gewalt ist etwas, mit der beide sich herumschlagen müssen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und in mehreren Zeitebenen erzählt, das hat mich aus dem Lesefluss gerissen. Auf der Suche sind beide Frauen, scheinen rastlos getrieben zu sein. Beim Lesen hatte ich dauernd den Eindruck, selbst auf der Flucht zu sein, scheinbar drohte ich mit den Charakteren der Geschichte zu verschmelzen. Ein Gedanke, der gar nicht angenehm erscheint...

Diese sehr intensive Geschichte ist nicht leicht zu lesen, ich empfehle sie nur dem weiter, der sich genügend Zeit für eine manchmal verwirrend erscheinende Erzählung nehmen will. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 04.12.2022
Merdyns magische Missgeschicke - Die Rache des Vandalen / Merdyn Bd.2 (1 MP3-CD)
Farnaby, Simon

Merdyns magische Missgeschicke - Die Rache des Vandalen / Merdyn Bd.2 (1 MP3-CD)


ausgezeichnet

Absoluter Hörgenuss

Merdyn ist in die Vergangenheit zurückgekehrt, doch es gibt noch keine Ruhe aus dem Mittelalter: Nachdem Merdyn einst die Armee des Vandalenkriegers Vanheldon in Stein verwandelt hat, sinnt dieser nun auf Rache. Dafür will er Rosie, als Nachfahrin Merdyns, entführen und ihren Vorfahren damit erpressen. Doch stattdessen schnappt er sich ihren Bruder Kris. Rosie reist ihm hinterher, um ihn zu befreien, zusammen mit ihrem sprechenden Meerschweinchen Pupsie. Merdyn stößt zu ihnen dazu, sein Wolf begleitet ihn, und auch König Artus wird Teilnehmer dieser Gesellschaft.

So beginnt ein Zeitreiseabenteuer mit jeder Menge Zauberei und viel Witz. Die Charaktere sind teilweise recht skurril, die Geschichte mit viel Augenzwinkern erzählt. Die Dialoge sind äußerst witzig geraten. Das Hörbuch wird gelesen von Jürgen von der Lippe, und das ist eindeutig eine gute Wahl: Hier gerät die Geschichte zu einer Ein-Mann-Show, der Comedian in ihm schlägt hier derart durch, so dass dieses Hörbuch zu einem absoluten Hörgenuss gerät.

Mich hat dieses Hörbuch bestens unterhalten können, ich hab des öfteren vor mich hingekichert oder laut losgelacht. Ich kann es nur unbedingt weiter empfehlen und vergebe eindeutig alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 03.12.2022
Casa Zarrella
Zarrella, Jana Ina;Lafer, Johann

Casa Zarrella


sehr gut

Rezepte für den Familienalltag

Die Moderatorin Jana Ina Zarrella hat ein Kochbuch zusammen mit Johann Lafer geschrieben. Herausgekommen ist eine Sammlung von vorwiegend vegetarischen Rezepten für den ganzen Tag.

Da das Leben der Familie Zarrella drei kulinarische Vermächtnisse mitbringt (die deutsche Küche, die brasilianische und die italienische), geraten die Rezepte denn auch recht interkulturell. Die Rezepte sind gut aufgebaut und leicht nachzuarbeiten, meist noch ergänzt von Tipps aus der Küche von Johann Lafer. Hier findet jeder Anregungen zum Kochen. Das Ergebnis sind schmackhafte Gerichte quer durch den Familienalltag.

Dieses interessante Kochbuch empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 02.12.2022
Blutige Stufen / Detective Robert Hunter Bd.12
Carter, Chris

Blutige Stufen / Detective Robert Hunter Bd.12


ausgezeichnet

Das pure Böse

Eine Frau wird brutal ermordet aufgefunden. Detective Robert Hunter und sein Partner Garcia ermitteln in einem Fall, der zutiefst verstört. Der Täter nennt sich der Mentor, für ihn sind Angst, Schmerz und Tod Teil einer Lektion. Bald darauf wird eine zweite Frau ebenso brutal ermordet aufgefunden, und es wird klar, dass ein Serientäter zugange ist…

Wieder einmal hat der Autor Chris Carter einen äußerst blutigen, aber auch nervenzerfetzend spannenden Thriller geschrieben. Die beiden Ermittler sind äußerst umsichtig in ihrer Arbeit, sie erkennen viele Details, die andere übersehen und können psychologisch geschult auf Menschen eingehen. Zudem sind sie fähig, sich auf überraschende Wendungen in der Geschichte einzulassen. Ihr Ziel bleibt immer, den Täter dingfest zu machen. Das Tempo der Erzählung ist rasant, so dass ich auch kaum aus dem Lesen auftauchen wollte. Das Buch ist Teil einer Reihe; man kann den vorliegenden Band auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Wer allerdings die Reihe durchgängig verfolgt, wird auch die Hintergrundgeschichte der beiden Ermittler besser verstehen.

Mir hat das Buch wie all die bisherigen Thriller von Chris Carter nicht nur gute Unterhaltung bescheren können, sondern auch jede Menge kalte Schauer über den Rücken gejagt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 30.11.2022
Wenn ich uns verliere / Light in the Dark Bd.1
Wesseling, Antonia

Wenn ich uns verliere / Light in the Dark Bd.1


gut

Zu viel Drama Queen

Überraschend trifft die Studentin Maggie Leo wieder. Sie hatten sich bereits vor zwei Jahren getroffen und sich dann nach einer heißen Nacht nie wiedergesehen. Leo freut sich über dieses Wiedersehen, während Maggie vor ihm davonlaufen will, hat sie ihm doch in jener Nacht ein riesiges Geheimnis erzählt. Doch er weiß noch längst nicht alles. Andererseits aber fühlt sie sich magisch von ihm angezogen…

Es fällt mir sehr schwer, dieses Buch zu rezensieren. Meine Gedanken während der Lektüre waren eigentlich immer „Drama Queen...“ Während des gesamten Buches ist es mir nicht gelungen, für Maggie Sympathie zu empfinden. Erst im letzten Viertel der Geschichte enthüllt die Autorin die Gründe für Maggies Verhalten, doch das konnte keine positiven Gefühle mehr wecken. Das Buch enthält autobiografische Züge, und ich schätze den Mut der Autorin zu dieser Geschichte. Nichtsdestotrotz ist es mir mit diesem Buch nicht gelungen, echtes Verständnis für die Figur der Maggie zu entwickeln wie auch für all jene, für die sie stehen soll. Zudem hat das Buch einige Längen, hier wird so manches viel zu sehr zerredet, finde ich.

Mich konnte dieses Buch leider nicht erreichen. Schade eigentlich. Ich vergebe knappe 3 Sterne vor allem für den Mut, dieses Geschichte zu veröffentlichen.

Bewertung vom 30.11.2022
Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2
Turner, A. K.

Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2


ausgezeichnet

Cassies äußerst emotionaler Fall

Cassie Raven arbeitet als Assistentin der Rechtsmedizin. Als sie von ihrer Großmutter erfährt, dass ihr Vater 17 Jahre im Gefängnis saß, weil er angeklagt war, ihre Mutter ermordet zu haben, will Cassie anfangs nichts mit ihrem Vater zu tun haben. Doch als ihr Zweifel kommen daran, wie die polizeilichen Untersuchungen gelaufen sind nach dem Tod ihrer Mutter, beginnt Cassie Fragen zu stellen. Zusammen mit DS Phyllida Flyte, mit der sie bereits in einem Mordfall zusammengearbeitet hatte, macht sie sich auf die Suche nach der wahren Geschichte ihrer Eltern.

Dies ist bereits die zweite Geschichte um die außergewöhnliche Cassie Raven, die bereits durch ihre Erscheinung auffällt, vor allem aber auch durch ihren großen Respekt den Toten gegenüber und ihrer Kompetenz darin, auch kleinste Kleinigkeiten wichtig zu nehmen und dadurch so manches Unentdeckte zu finden. Ob ihr diese Fähigkeiten auch helfen werden, den Tod der Mutter vor 17 Jahren aufzuklären? Das muss jeder Leser selbst herausfinden. Ich kann allerdings versichern, dass Cassies Suche nach der Wahrheit sehr spannend ist, so dass ich sehr gerne mit ihr mitgefiebert und mitgerätselt habe. Wie bereits im ersten Band der Geschichte war sie mir auch diesmal sehr sympathisch. Übrigens kann man meiner Meinung nach dieses Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen, doch wer den ersten Band kennt, kann sich schneller in diese Geschichte einfinden, weil doch einiges über Cassie und DS Flyte bereits bekannt ist.

Mich hat dieser Thriller sehr gut unterhalten können, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 30.11.2022
Kerl aus Koks
Brandner, Michael

Kerl aus Koks


ausgezeichnet

Der Allroundstümper

„In einer Art Nebeneffekt wurde aus dem Jungen aus dem Pott ein Weltbürger.“ (Buch S. 284)

Der kleine Paul wird von seiner Mutter aus der Pflegefamilie in Bayern abgeholt, seine Kindheit wird er nun mit Mutter und Stiefvater in Dortmund verbringen. Der Stiefvater wird für ihn zu dem Vater, den er nie hatte, ein fester Punkt in seinem Leben, der nie mehr oder weniger für seinen Stiefsohn wollte als dass er glücklich sei. Paul findet seinen Weg, durch die Kindheit wie auch durch das Erwachsenenleben hindurch.

Der Schauspieler Michael Brandner legt mit diesem Buch einen sehr autobiografisch angehauchten Roman vor. Seine Figur des Paul erlebt so viel Unglaubliches, und das mit so realistischen Zügen, dass ich nach Interviews mit dem Autor googelte, nur um zu lesen, dass eigentlich die gesamte Geschichte aus dem eigenen Erleben stammt. Seine vielen Talente lassen Paul zu einem „Allroundstümper“ (Buch S. 157) werden. Doch all seine Fähigkeiten hat er sich selbst angeeignet, denn sein Leitsatz ist: „Alles was anstrengt, ist verkehrt. Alles, was leicht geht, ist richtig.“ (Aus einem Interview mit Michael Brandner, Südwestpresse, 17.11.2022) Paul wird zu einem Chamäleon, das sich immer wieder neu in seinem Leben anpassen kann. Das zu lesen ist sehr spannend und amüsant gleichzeitig, sehr gerne habe ich Paul in seinem Leben mit seinen Höhen und manchmal auch Tiefen begleitet. Soviel kann ich sagen: Glücklich erschien er mir immer.

Dieses Buch hat mich bestens unterhalten, weil die Geschichte mich immer wieder überraschen konnte. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 30.11.2022
Jahre mit Martha
Kordic, Martin

Jahre mit Martha


sehr gut

Eine außergewöhnliche Geschichte

Jimmy, der eigentlich Željko heißt, ist fünfzehn, als er sich in Martha verliebt. Sie ist Professorin in Heidelberg, seine Mutter geht zu ihr als Putzfrau, und sie scheint so alles zu haben, was er sich sehnlichst wünscht: Bücher, Bildung, Souveränität. Stattdessen wohnt er beengt mit seinen Eltern und Geschwistern in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Doch auch Martha empfindet Zuneigung für diesen neugierigen Jungen…

Es ist eine etwas andere Liebesgeschichte, die der Autor Martin Kordić hier erzählt, denn diese beiden Liebenden trennen zunächst Welten. Dennoch schaffen sie es, zusammen zu kommen, und das verändert für sie beide die Welt. Dieses Buch erzählt viel über Einwandererfamilien und von dem Wunsch, dazugehören zu wollen. Jimmys Lebensweg ist anders als der der meisten Einwandererkinder, doch was macht das mit ihm? Das herauszuarbeiten ist dem Autor bestens gelungen.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.