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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Gisel
Wohnort: Stuttgart
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Bewertungen

Insgesamt 100 Bewertungen
Bewertung vom 20.10.2020
A. S. Tory und der letzte Sommer am Meer
Sagenroth, S.

A. S. Tory und der letzte Sommer am Meer


sehr gut

Tiefgründige Geschichte zum Thema Freiheit

Während der Sommer sich in Hitzewellen überschlägt, sind der siebzehnjährige Sid und seine Freundin Chiara von Herrn Tory nach London eingeladen. Bei einer Fahrt ans Meer geraten sie in die Suche nach zwei vermissten deutschen Mädchen sowie nach einem illegalen Flüchtling.

Dieses nun schon dritte Abenteuer von Sid und Chiara auf Einladung von Herrn Tory beschäftigt sich eindringlich mit der Frage nach der Freiheit und ihren Grenzen. Die Geschichte des Flüchtlings Laith bringt dazu eine besondere Note hinein, der junge Leser erfährt an seinem Schicksal hautnah, was Freiheit bedeutet und darf sich dabei selbst seine Gedanken zum Thema machen. Etwas gestört hat mich das Sprachengemisch von Deutsch, Englisch und Italienisch, ich empfand es eher als unnötig, das ist aber sicher Geschmackssache.

Die Geschichte dieses Buches hinterlässt viel Raum für eigene Gedanken, es ist nichts, was man einfach so abstreifen kann, um zur Tagesordnung überzugehen. Da der Plot in sich abgeschlossen ist, kann man das Buch gut ohne die Kenntnisse der Vorgänger lesen, doch zum besseren Verständnis über die Entwicklung der Protagonisten empfehle ich, die Reihenfolge der Bände einzuhalten. Ich vergebe sehr gerne alle 5 möglichen Sterne und empfehle das Buch unbedingt weiter.

Bewertung vom 15.10.2020
Gefährlicher Auftrag / City Spies Bd.1
Ponti, James

Gefährlicher Auftrag / City Spies Bd.1


ausgezeichnet

Geheimagenten-Thriller für junge Leser

Als die 12jährige Sara vor dem Jugendrichter steht, erhält sie überraschend Hilfe: Der geheimnisvolle Agent „Mother“ bietet ihr statt der drohenden zweieinhalb Jahre Jugendhaft die Mitarbeit bei den City Spies an, einer Gruppe von 5 Jugendlichen aus aller Welt in einem schottischen Internat, die für den britischen MI6 arbeiten. Sara willigt ein – und steht schon gleich in ihrem ersten großen Auftrag…

Sara hat mit ihren 12 Jahren bereits viel Leid kennengelernt und wurde von all den Erwachsenen enttäuscht, die sich um sie als Waise kümmern sollten. Genauso ist die Situation bei den anderen vier Mitgliedern der City Spies, auch sie sind Waisenkinder, um die sich keiner recht gekümmert hat, die jedoch alle eine besondere Fähigkeit auszeichnet. Sara z.B. ist eine begnadete Hackerin. „Mother“ hat all diese Kinder gefunden und in die Ausbildung zum Jungagenten gebracht. Ein interessanter Ausgangspunkt! Die fünf Jugendlichen schaffen es, sowohl als Team zusammenzuwachsen, wie auch gemeinsam einer fiesen Organisation das Handwerk zu legen, die den Jugendumweltgipfel sprengen wollen. So entsteht ein spannender Jugendthriller, bei dem die Jugendlichen aus aller Welt kommen und deren Aufgaben sie in viele verschiedene Länder bringen. Die Protagonisten sind sehr sympathisch dargestellt, schnell kann sich der junge Leser mit ihnen anfreunden und bei ihrer Mission mitfiebern. So abenteuerlich die Geschichte daherkommt, die Probleme der Jugendlichen im Buch spiegeln die des jungen Lesers wieder. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen.

Dieses Buch ist der gelungene Auftakt der City Spies, ein Geheimagenten-Thriller für junge Leser ab 11 Jahren. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Bewertung vom 14.10.2020
Omama
Eckhart, Lisa

Omama


weniger gut

Mag man, oder auch nicht

Lisa Eckhart erzählt die Geschichte ihrer Großmutter Helga seit deren Jugendjahren. Die Erzählung beginnt 1945, als die Russen als Besatzer einfielen, später wird Helga genauso wie ihre Schwester Inge von der Mutter aufs Land geschickt.

Dieses Buch wird man wohl entweder mögen oder so gar nichts mit anfangen können. Ich gehöre leider in die zweite Kategorie. Zwar gibt es einige Passagen, die durchaus spannend sind, mir fehlte jedoch der rote Faden in der Erzählung, zu sehr kommt die Erzählerin vom Hundertsten ins Tausendste. Die Sprache ist recht derb geraten. Dabei verteilt Lisa Eckhart die spitzesten Spitzen, die es überhaupt gibt, sie sind gut durchdacht und scheren sich um kein Tabu. Dennoch habe ich das Buch nach ca. 100 Seiten abgebrochen, zu sehr war ich genervt von der Erzählweise der Autorin. Vielleicht käme ein Live-Vortrag als abendfüllendes Programm gut rüber, als Buch konnte es mich nicht fesseln.

So kann ich leider nur 2 von 5 Sternen hinterlassen.

Bewertung vom 14.10.2020
Kalmann
Schmidt, Joachim B.

Kalmann


sehr gut

Überraschende Perspektive

Kalmann lebt am äußersten Rand von Island, jagt Polarfüchse und fängt Haie, um daraus seinen berühmten Gammelhai zu machen. Dabei ist er, der Sohn eines Amerikaners und einer isländischen Mutter, der Sheriff von Raufarhöfn, mit seinem Hut und seinem Sheriffstern sowie seinem Revolver. Doch obwohl er seit einiger Zeit allein lebt und sein Leben gut meistert, hat er so seine Schwierigkeiten mit dem Kopf, da er manches nicht so gut begreift. Und so ist er etwas überrollt von den Ereignissen, als er eine Blutlache im Schnee findet und kurz darauf ein Mann aus dem Dorf vermisst wird.

Aus Kalmanns Sicht erzählt, entwickelt die Geschichte über das Auffinden der Blutlache und den Ereignissen danach einen ganz eigenen Charme. Mehr als einmal drängt sich bei der Lektüre der Vergleich zu Forest Gump auf, so brillant kann der Autor Joachim B. Schmidt die Perspektive seines Protagonisten beibehalten. Durch den gesamten Roman zieht sich die Frage hindurch, welche Bewandtnis das Auffinden der Blutlache hat und was dabei Kalmanns Rolle ist, so dass die Spannung bis zum Schluss gut erhalten bleibt: ein Krimi, überraschend anders erzählt. Nebenbei erfährt der Leser viel über das karge Leben in einem abgelegenen isländischen Ort.

Diese Geschichte hat mich sehr überrascht, sehr gerne empfehle ich sie weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 12.10.2020
Die Rückkehr des Würfelmörders / Fabian Risk Bd.5 (eBook, ePUB)
Ahnhem, Stefan

Die Rückkehr des Würfelmörders / Fabian Risk Bd.5 (eBook, ePUB)


sehr gut

Spannende Fortsetzung

Der Würfelmörder hinterlässt eine Spur des Grauens in Helsingborg: Die Polizei findet in kürzester Zeit mehrere Leichen, die Taten scheinbar überhaupt nicht zusammenhängen. Die Regeln zum Töten gibt ein Würfel vor. Fabian Risk begreift, dass hier kein echtes Motiv hinter den Morden steckt. Was das Auffinden des Täters umso schwieriger macht…

Der Einstieg in dieses Buch setzt die Kenntnis des Vorgängers zwingend voraus, denn der Autor Stefan Ahnhem schließt an die Ereignisse vom ersten Band an. Eine Fülle an Personen und Handlungssträngen ist zunächst etwas verwirrend, doch sie steigert die Spannung ungemein. Fabian Risk zeigt einen scharfen Verstand bei den Ermittlungen, muss allerdings auch ziemlich viel einstecken. Das ist nicht immer ganz realistisch dargestellt, aber das darf man wohl nicht wirklich hinterfragen. Manchmal waren mir auch die privaten Probleme der Ermittler etwas zu umfangreich geraten, ich hätte mich lieber mehr auf den Fall selbst konzentriert.

Dennoch ist der Fall sehr spannend geraten, ich empfehle ihn gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 12.10.2020
Willkommen im Flanagans / Das Hotel unserer Träume Bd.1
Hellberg, Åsa

Willkommen im Flanagans / Das Hotel unserer Träume Bd.1


sehr gut

Solider Auftakt einer Reihe

Die junge Hotelbesitzerin Linda Lansing feiert Silvester 1959 mit ihren Gästen. Sie betreibt das Luxushotel Flanagans im Herzen Londons, das sie vor zehn Jahren nach dem Tod ihres Vaters übernahm. Immer noch schwelt der Streit mit ihren Cousins, die sie zum Verkauf des Hotels drängen wollen. Das neue Jahr beginnt für sie mit Laurence‘ Warnung, sie werde in diesem Jahr alles verlieren…

Eine starke Frau ist Linda, die so früh zur Halbwaisen wurde, um dann mit 21 Jahren auch den Vater zu verlieren. Sie erbt von ihm seine Anteile am Hotel Flanagans, allerdings hat er hinterlässt er ihr die Warnung vor den anderen Anteilseignern, ihren beiden Cousins und deren Mutter. Diese versuchen alles, um ihr immer wieder zu beweisen, dass sie als Frau das Haus nicht führen kann. Doch wider Erwarten gelingt es Linda, das Hotel wieder in die schwarzen Zahlen zu führen. Ganz zufällig findet sie dabei noch den Mann, der ihr Leben verändern wird. Die Erzählperspektive schließt dabei das Londoner Leben in den 1960er Jahren genauso ein wie auch einige Handlungsstränge zu den Beschäftigten des Hotels. Auch wenn das Buch damit eher in vorhersehbaren Bahnen bleibt, zeigt die Geschichte einen interessanten Verlauf, dem ich gerne gefolgt bin. Es bleibt spannend, welche weiteren Geschehnisse die Reihe noch erzählen wird.

Sehr gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch weiter.

Bewertung vom 12.10.2020
Nur noch ein bisschen Glück
Ahrnstedt, Simona

Nur noch ein bisschen Glück


sehr gut

Leichte Sommerlektüre

Stella hat Pech auf der ganzen Linie: Innerhalb eines Tages hat sie Job und Wohnung verloren und herausgefunden, dass ihr Verlobter sie betrügt. Sie entschließt sich, in das Häuschen ihrer Großeltern in der Provinz zu ziehen, das sie geerbt hat, dort will sie sich neu sortieren. Eigentlich wartet sie auf die Zusage einer Schule in New York. Doch zunächst muss sie sich mit den Widrigkeiten auf dem Land auseinandersetzen...

Während sich das geerbte Haus als Bruchbude entpuppt, findet Stella um so mehr Gefallen an ihrem Nachbarn, dem Bauern Thor, der so überraschend gut küssen kann. Die Geschichte lebt von der Annahme „Gegensätze ziehen sich an“, wobei die Leserin auch sehr gespannt nach den Gemeinsamkeiten der beiden suchen wird. Jaha, die gibt es… Ob allerdings die sehr ausführlichen Sex-Szenen in diesem Buch sein müssen, darüber könnte man sich durchaus streiten, im Zweifelsfall überliest frau sie einfach. Was nicht geht, sind die Bilder über die hochschwangere Freundin, die sich den Freuden des Alkohols hingibt – sorry, das ist einfach kein Spaß. So richtig glaubwürdig ist die Geschichte nicht, aber das darf man auch nicht wirklich erwarten.

So bleibt eine nette Geschichte für zwischendurch, mit einer Protagonistin, die sich sehr weiter entwickeln darf und dabei ihren Platz im Leben findet. Ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch als leichte Sommerlektüre weiter.

Bewertung vom 09.10.2020
Flo, der Flummi und das Schnack (eBook, ePUB)

Flo, der Flummi und das Schnack (eBook, ePUB)


sehr gut

Kunterbunte Geschichtenvielfalt

Ein Vorlesebuch für Kinder und Eltern, die sich nicht langweilen möchten, geschrieben von namhaften Schriftstellern, Musikern und Künstlern wie Juli Zeh, Olli Schulz, Paul Maar -eine solche Sammlung ergibt eine kunterbunte Vielfalt von kleinen Geschichten für kleine Leute.

Geschrieben von verschiedenen Autoren ist so ein Sammelsurium entstanden, das verschiedene Schreibstile und unterschiedliche Themen wiederspiegelt. Allen gemeinsam ist aber, dass sie das Kind vor sich ernst nehmen, dass sie dessen Sichtweise übernehmen und daran eine Geschichte anknüpfen. Und manchmal kann man auch als Erwachsener einen Blick in das Land gewinnen, in dem Kinder so ganz anders auf unsere Welt schauen... Liebevoll illustriert ist das Buch von Martina Liebig, ein Bild zu jedem Märchen. Hilfreich ist es, dass jeder Geschichte eine Altersempfehlung und die Lesedauer vorangestellt wird.

Dieses Vorlesebuch für Kinder ab 9 Jahren empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 02.10.2020
In Situ (eBook, ePUB)
Stiller, Dana; Stiller, Barry

In Situ (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Zwei spannende Verwirrspiele

Peter Conrad ist Teil eines internationalen Grabungsteams in der kanadischen Arktis. Dort wurden in einer Wikinger-Siedlung gut erhaltene Eismumien gefunden. Allerdings sterben zwei Forscher unter mysteriösen Umständen, unerklärliche Ereignisse tauchen auf, und überhaupt gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den anderen Forschern teilweise eher schwierig. Und wurde bei all den Arbeiten etwas Böses aus den finsteren Legenden der Inuit geweckt? - Peter Conrad und Lisa Franks entdecken bei einer Grabung seltsame Bestattungen: Den Toten fehlen die Köpfe, ihre Knochen wurden zertrümmert, Nägel in ihre Leiber getrieben. Bei einer anschließenden Grabung im selben Team wird auf dem Brompton Cemetery sogar eine ausgeblutete Frauenleiche gefunden. Bald glauben sie den Verstand zu verlieren, denn ein leibhaftiger Vampir scheint sein Unwesen zu treiben. Nicht lange, dann stehen die beiden selbst im Zentrum der Gefahr…

Das Autorenduo Barry und Dana Stiller schickt seinen Archäologen Peter Conrad in einem Doppelband auf zwei gefährliche Missionen. Die Vorkommnisse werden sehr geheimnisvoll geschildert, mehr als einmal muss der Leser hier seinen Grips anstrengen. Doch das macht man gerne, ist doch der Fall recht verzwickt aufgebaut, man überlegt, was kann wie sein, sucht nach Verbindungen zwischen den Geschehnissen… Die Hintergründe beider Geschichten sind unterschiedlich, und doch zweifelt man als Leser immer wieder am gesunden Menschenverstand. Gut aufbereitet und verständlich erklärt sind die vielen archäologischen Hintergründe, so dass man die Geschichte auch ohne fachliche Vorkenntnisse gut lesen (und verstehen) kann – kein Wunder, sind die beiden doch vom Fach. Und so präsentieren die Autoren zwei rätselhaftes Verwirrspiele, in deen Fakten und Mythen aufs Beste miteinander verbunden werden!

Diese spannende Verknüpfung von Archäologie und Krimi empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe alle 5 möglichen Sternen.

Bewertung vom 02.10.2020
Der Corona-Effekt
Eichel, Christine

Der Corona-Effekt


sehr gut

Denkanstöße

Corona hat unser Leben, wie wir es kannten, völlig verändert. Von jetzt auf gleich hieß es, gesellschaftlich, ökonomisch, privat alles herunterzufahren. Die Welt, so quirlig sie vorher war, verfiel in Stillstand. Was machte das mit uns, mit den Menschen, die plötzlich in den eigenen Wänden festsaßen, mit Homeschooling und Homeoffice und bestenfalls noch digitaler Freundschaftspflege. Wie verändert das unsere Gesellschaft, wie verändert es den einzelnen Menschen? Wird unsere Normalität, so wie wir sie bisher kannten, überhaupt je wieder zurückkehren?

Mit all diesen Fragen mussten wir uns seit Mitte März diesen Jahres auseinandersetzen. Keiner von uns hatte gelernt, mit einer solchen Situation umzugehen, weder der einzelne Mensch noch die Regierungen in aller Welt. Die Autorin Christine Eichel beschreibt sachlich die Situationen, die auf uns alle so plötzlich eingewirkt haben, sowie deren Wirkungen und Nebenwirkungen. In vielem davon erkennt sich jeder Leser wieder, manches davon hat man auch schon in einigen der vielen Sondersendungen im Laufe der Monate gehört. Hier werden diese Wahrnehmungen gebündelt, sie regen zum Nachdenken an, zum Überlegen darüber, was die weltweite Ausnahmesituation der letzten Monate bei uns im Einzelnen sowie im weltweiten Geschehen verändert hat.

Diese Zwischenbilanz über ein Phänomen, das noch vor kurzem niemand für möglich gehalten hatte, bietet einen nachdenklichen Überblick auf das bisherige Geschehen und seine weltweiten Auswirkungen. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.