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Bewertungen

Insgesamt 10 Bewertungen
Bewertung vom 06.12.2019
Bülent Rambichler und der störrische Karpfen
Bogner, Anja

Bülent Rambichler und der störrische Karpfen


sehr gut

Humorvoller Heimatkrimi

Bülent Rambichler möchte eigentlich nur eines. Seine Zeit bis zur Pension gemütlich hinter seinem Schreibtisch absitzen, doch Sein Chef hat andere Pläne mit ihm. Nachdem es einen Mordfall in Bülents Heimatdorf gab, wurde dieser Kurzerhand zum Leiter der Sonderkommission "Landfrieden" ernannt. Nach der Lösung seines ersten Falles (in "Bülent Rambichler und die fliegende Sau") war es zunächst wieder ruhiger um die Spezialeinheit geworden, doch nun gibt es einen neuen Fall für Hauptkommissar Rambichler und seine vegane Kollegin. Es ist schon wieder ein Toter in Strunzheim, Bülents Heimatdorf aufgetaucht und diesmal ist auch noch Bülents Familie darin verstrickt. Sein Vater war der letzte, der mit dem Opfer, dem zweiten Bürgermeister von Strunzheim, gesehen wurde und nicht nur das, bei ihrer letzten Begegnung ging es hoch her. Im Streit um den Titel des Fischerkönigs, der Bülents Vater vom zweiten Bürgermeister abgerungen wurde, wurde gerangelt, geschimpft und gedroht.
Kann das Ermittlerduo den Fall lösen und Bülents Vater aus der Klemme helfen? Es bleibt spannend :)

Das Cover ist wieder einmal ein echter Eye-Catcher. Wie auch schon im ersten Teil ziert die Titelseite ein prächtiger Wolpertinger und lenkt so alle Blicke auf sich. Wer den ersten Teil der Reihe kennt wird beim Anblick des Covers sofort wissen, was für ein Buch man gerade in den Händen hält. Sehr gut gefällt mir wieder, dass die wichtigsten Personen sowie die wichtigsten Lokalitäten am Anfang und am Ende des Buches aufgezeigt werden. So fällt es auch "nicht Strunzheimern" leicht, sich im Setting zurechtzufinden. Dass es den Hauptkommissar wieder in seine Heimat verschlägt ist zwar wenig abwechslungsreich, aber als Entschädigung gibt es ein Wiedersehen mit bereits liebgewonnenen Charakteren aus dem ersten Band. Der Schreibstil ist sehr humorvoll aber auch sehr dialektlastig. Mich persönlich stört das in keinster Weise und ich komme damit auch sehr gut zurecht, aber der ein oder andere Leser könnte sich daran wohl stören. Es ist und bleibt eben ein Heimatkrimi.

Mit " Bülent Rambichler und der störrische Karpfen" ist der Autorin (Anja Bogner) eine tolle Fortsetzung der Reihe rund um den Hauptkommissar Bülent Rambicher und seiner übereifrigen Kollegin Astrid gelungen.
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Bewertung vom 06.12.2019
Missing Boy
Fox, Candice

Missing Boy


ausgezeichnet

Fesselnder Thriller

Das Ermittlerduo der Detektei Pharrell bekommt einen neuen Auftrag. Ein 8 jähriger Junge verschwindet auf mysteriöse Art und Weise aus einem Hotelzimmer. Die Mutter des Jungen engagiert die beiden Privatermittler Amanda & Ted, um bei der Suche nach ihrem Sohn und der Klärung des Falles zu unterstützen. Dies geschieht ausgerechnet kurz vor dem Besuch von Teds kleinen Tochter. Hin und hergerissen möchte Ted Zeit mit seiner Tochter verbringen, will aber auch den vermissten Jungen finden und so muss er darauf achten nicht seine eigene Tochter in Gefahr zu bringen.

Auch der dritte Teil der Crimson Lake - Reihe ist sehr spannend geschrieben. Durch geschickte Wechsel der Handlungsstränge wird sehr viel Spannung generiert und der Leser wird immer wieder vor kleine Cliffhanger gestellt. Je weiter die Ermittlungen Fortschreiten, desto mehr Spannung baut sich auf, bis sich am Ende die Ereignisse überschlagen und die Handlung mit einem famosen Finale endet. Neben den packenden Ermittlungen entwickeln sich auch die inzwischen lieb gewonnenen Charaktere immer weiter und offenbaren auch ungeahnte Charakterzüge.

„Missing Boy“ ist genau wie seine Vorgänger auch, rundum ein wahrlich gelungener Thriller. Er bietet viel Spannung, tolle Ermittlungen, unerwartete Wendungen und Nervenkitzel bis zum Schluss. Auch wenn es nicht nötig ist die beiden Vorgängerbände ("Crimson Lake" und "Redemption Point") zu kennen um der Handlung zu folgen, ist es empfehlenswert, da es doch einige Referenzen auf die Vorgeschichte gibt (außerdem sind auch die vorangegangen Bücher sehr zu empfehlen).
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Bewertung vom 06.11.2019
Kochen nach Beaufort
Seifert, Claudia

Kochen nach Beaufort


ausgezeichnet

Tolle Rezepte für jede Windstärke

Bei "Kochen nach Beaufort" handelt es sich um ein etwas ungewöhnliches Kochbuch. Anstelle von Kapiteln, in welche die Rezepte eingeteilt werden, sind die Rezepte nach Windstärke (Beaufort) geordnet. Die enthaltenen Rezepte sind zwar für die Bordküche ausgelegt, aber natürlich können die Rezept auch einfach in jeder Standardküche nachgekocht werden. Somit bietet das Buch interessante Rezeptideen, die nicht nur Segelbegeisterte und alte Seebären, sondern auch ganz normale Hobbyköche ansprechen.

Das Buch ist kompakt gehalten (kleines Format) und kommt in einer robusten Metalldose, der ein hochwertiger Kochlöffel beiliegt. Neben vielen unterschiedlichen Rezepten gibt es auch eine Übersichtsliste in welcher Bordproviant aufgeführt wird, der auf einer längeren Schiffsreise nicht fehlen sollte. Das ist sehr praktisch, da so die wichtigsten Basiszutaten bereits abgedeckt werden und dann auch sofort gleich losgekocht werden kann. Außerdem ist eine "Legende" für die Rezepte gegeben. Diese ist ebenfalls sehr hilfreich, das so auf einen Blick klar wird, wie viel Zeit ein Rezept in Anspruch nimmt, wie viele Kochstellen nötig werden und besondere Zutaten notwendig sind.

Die enthaltenen Rezepte sich sehr lecker* und zu jedem Rezept gibt es ein appetitliches Bild. Unter den Rezepten finden sich neben zahlreichen Fischspeisen auch sehr viele Fleisch aber auch Vegetarische Speisen. Zudem sind auch einige Süß- und Nachspeisen enthalten. Es ist also für jeden etwas dabei.
* Nachgekocht wurden einige exklusiv ausgewählte Rezepte (leider zunächst nur auf dem Festland). Ich nehme an, dass die restlichen Rezepte ähnlich gut schmecken.
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Bewertung vom 28.10.2019
Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough
Dautremer, Rébecca

Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough


gut

Famose Bilder, aber inhaltlich nichts für Kinder

Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough präsentiert sich auf den ersten Blick als famoses und wunderschönes Kinderbuch. Es wurde als sehr großes Format publiziert und das Cover ist ein wahrer Augenschmaus, der Interesse weckt und definitiv in Erinnerung bleibt.

Allgemein sind die reichlichen und großen Illustrationen die im Buch zu finden sind, allesamt und ausnahmslos wahre Kunstwerke. Außerordentlich filigran und mit sehr viel Liebe zum Detail laden die Zeichnungen zum Verweilen, Entdecken und Träumen ein.

Inhaltlich konnte mich das Buch allerdings nicht wirklich überzeugen, da Jacominus Leben nur durch wenige zusammenhängende Passagen und sehr vielen Andeutungen erzählt wird. Als Erwachsener habe ich natürlich keine Probleme die Andeutungen zu Jacominus Lebensabschnitten zu verstehen, aber als Kind dürfte das (je nach Alter) unmöglich sein. Die Autorin schreibt bereits zu Beginn, dass Kinder auf Erwachsene zugehen sollen, wenn sie Probleme mit dem Verständnis haben. Da es aber die meiste Zeit notwendig ist, zwischen den Zeilen zu lesen und viel in das Geschriebene hinein zu interpretieren ist der Inhalt meiner Meinung nach nicht für Kinder geeignet. ,

Der Frage, was ein erfülltes Leben ausmacht, wird grundsätzlich sehr poetisch begegnet. Und wie das Leben so spielt, spielen neben diversen glücklichen auch viele schwere Momente eine wichtige Rolle. Da die Meisten Lebensabschnitte nur vage beschrieben werden und eben viel interpretiert werden muss, sind die Hintergründen meist nur sehr unklar oder aber gar nicht bekannt. So scheint es, dass neben dem Tod auch Krieg und Flucht aufgegriffen werden. Im allgemeinen ist mir das Buch zu düster gehalten und auch dahingehend finde ich es nicht sonderlich kindgerecht.

Hier wird der schwierige Spagat versucht, ein sehr philosophisches Thema so aufzuarbeiten, dass es für junge und ältere Leser geeignet ist. Dieser ist allerdings nach meinem Ermessen nur Mäßig gut gelungen. Dennoch durfte ich die Erfahrung machen, dass das Buch wunderbar dafür geeignet ist es mit kleineren Kindern zu betrachten. Die Bilder sind so schön und bieten so viel zu entdecken, dass diese viel Freude dabei haben werden. Inhaltlich würde ich es aber definitiv nicht als Kinderbuch sehen. Für Erwachsene, die gerne über den Sinn des Lebens sinnieren könnte es auch noch passen, dafür finde ich das Buch aber wieder zu kindlich.
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Bewertung vom 30.08.2019
Spukalarm in der Schokofabrik
Matysiak, Mascha

Spukalarm in der Schokofabrik


ausgezeichnet

Abenteuer und Freundschaft

Klaras Mutter hat eine neue Arbeitsstelle angenommen, weshalb die Familie umziehen muss. Klara findet das aber total doof, da sie von ihrer besten Freundin wegziehen muss. Glücklicherweise findet sie aber schnell neue Freunde und als sie nachts in der stillgelegten Schokoladenfabrik von gegenüber ein Licht bemerkt, beschließen die neuen Freunde der Sache auf den Grund zu gehen.

Der Schreibstil ist kindgerecht und die Illustrationen groß und schön bunt. Der Handlungsstrang ist geradlinig und damit leicht verständlich, aber nicht langweilig. Die Handlung ist phantasievoll und mit liebevollen Details versehen.

"Spukalarm in der Schokofabrik" ist ein sehr schönes Kinderbuch mit einer Handlung rund um Abenteuer und ganz viel Freundschaft. Sehr unterhaltsam und auch zum Vorlesen bestens geeignet.

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Bewertung vom 23.08.2019
Klartext: Impfen! - Ein Aufklärungsbuch zum Schutz unserer Gesundheit
Schmitz, Thomas; Siebert, Sven

Klartext: Impfen! - Ein Aufklärungsbuch zum Schutz unserer Gesundheit


ausgezeichnet

Informativ, umfassen, auf den Punkt

Über das Thema Impfen wird in jüngster Zeit verstärkt debattiert und dieses Thema ist so gewaltig, dass es die Menschen spaltet.

Meine kleine Tochter wurde erst vor kurzem geimpft und auch ich stand somit vor der Problematik "Impfen". Bevor sie geimpft werden sollte, habe ich mich nie sonderlich mit dem Thema befasst. Ich wurde schon immer geimpft, mir geht es bestens und ohne Grund gibt es wohl keine Impfungen. Das war alles was ich bis dahin zum Thema impfen sagen hätte können. Doch wenn man sich auch nur ein klein wenig mehr damit befasst, wird schnell klar, dass dieses Thema reichlich Diskussionsbedarf bietet. Auf der einen Seite stehen die Ärzte und Institutionen, die allerdings allesamt von der Pharma-Industrie gekauft wurden, damit sie Propaganda für das Impfen machen, sodass die Konzerne riesige Gewinne einnehmen. Auf der anderen Seite stehen die irrationalen Impfgegner, die durch ihr asoziales Verhalten die Gesundheit der gesamten Bevölkerung aufs Spiel setzen, nur weil sie alle Fakten hinterfragen und niemandem Vertrauen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen… Was nach einer umfassenden Recherche bleibt? Jede Menge Fragen und große Ungewissheit.

"Klartext Impfen" ist ein Sachbuch, welches das heiß diskutierte Thema "Impfen" auf eine objektive Weise beleuchtet, dabei aber eine gewisse Gelassenheit wahrt. Es wird nicht nur auf die aktuell empfohlenen Impfungen und die Krankheiten eingegangen, gegen die dadurch Vorgegangen werden soll, sondern es wird auch mit vielen Vorurteilen und Argumenten der Impfgegner aufgeräumt. Für mich persönlich hat es viele meiner offenen Fragen beantwortet, und meine Verunsicherung zerstreut.

Bewertung vom 21.08.2019
Der Kastanienmann
Sveistrup, Søren

Der Kastanienmann


ausgezeichnet

An einem stürmischen Tag in Kopenhagen wird die grauenvoll entstellte Leiche einer jungen Frau entdeckt. Als Hinweis hat der Mörder ein Kastanienmännchen über dem Leichnam aufgehängt. Auf diesem befindet sich der Fingerabdruck eines seit längerem verschwundenen Mädchens. Kommissarin Naia Thulin und ihr Partner Mark Hess nehmen die Fährte auf, doch schon bald taucht ein weiteres Männchen auf, sodass nun klar ist, sie müssen den Fall schnellstmöglich lösen und den Täter fassen, bevor dieser wieder zuschlagen kann.

Meinung:
Die beiden Protagonisten konnten mich vollends überzeugen. Ihre Charaktere passen gut in das Szenario und ihr Verhalten sowie die Entwicklung, die sie durchlaufen wirken rund und stimmig.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich schnell und flüssig lesen. Durch die gewählte Sprache kann der Leser sehr gut und auch sehr schnell in die Handlung eintauchen. Trotz der relativ hohen Seitenzahl schafft es der Autor, den Spannungsbogen stets aufrecht zu erhalten. Immer neue Fährten und Spuren tragen ihren Teil dazu bei. Dabei wirkt die Handlung allerdings nie extra in die Länge gezogen.

"Der Kastanienmann" ist ein sehr spannender Thriller, der den Leser sehr schnell in seinen Bann zieht. Trotz seiner gut 600 Seiten bleibt die Handlung stets spannend und aufregend und auch die Auflösung des Falls ist dem Autor sehr gut gelungen.
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Bewertung vom 22.08.2018
Der Horror der frühen Medizin
Fitzharris, Lindsey

Der Horror der frühen Medizin


sehr gut

Zeitreise zu den Anfängen der Chirurgie

Mit "Der Horror der frühen Medizin" hat es Lindsey Fitzharris auf unterhaltsame und schockende Art und Weise geschafft eine Biographie mit einem Sachbuch zu verbinden.

Die Chirurgen des 19. Jahrhunderts waren weniger Ärzte als Handwerker. Operationen fanden in, mit Schaulustigen gefüllten Sälen statt, an Hygiene wurde kein Gedanke verschwendet und da noch keine Anästhetika bekannt waren, mussten die Patienten die Operationen bei vollem Bewusstsein ertragen. Das Buch handelt von dem Leben und Wirken des Joseph Lister, welcher einer jener Chirurgen des 19. Jahrhunderts war. Er war höchst ambitioniert Lösungen für die vielen Probleme der frühen Medizin zu finden, was ihm glücklicherweise auch gelang und so ist es auch Joseph Lister zu verdanken, dass die moderne Medizin so fortschrittlich ist, wie wir sie heute kennen.

Auch wenn es sich hierbei um eine Biographie/ ein Sachbuch handelt, liest sich das Buch gut und wird auch nie trocken oder langweilig. Die Informationen sind gut recherchiert und als Quellen am Ende aufgeführt. Lindsey Fitzharris schafft es perfekt den Horror der frühen Medizin einzufangen, mit interessanten Fakten zu unterfüttern und ihn mit einer teilweise erschreckenden Detaillierung dem Leser zu vermitteln.
"Der Horror der frühen Medizin" ist ein informatives Sachbuch in biographischem Stil, das nicht nur für professionelle Mediziner, sondern auch für medizininteressierte Laien bestens geeignet ist. Es sind jede Menge interessanter Fakten enthalten, die interessant und unterhaltsam vermittelt werden. Allerdings muss ich anmerken, dass hier der Name Programm ist. So Manche detaillierte Schilderung kann schon einmal für ein flaues Gefühl im Magen sorgen.

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Bewertung vom 22.08.2018
Ed ist tot
McLean, Russel D.

Ed ist tot


sehr gut

Ein durchaus solider Krimi

Jen Carter ist Buchhändlerin und eine unbescholtene Bürgerin, die sich noch nie etwas zu Schulden kommen ließ. Ambitionierte Ziele wie das eigene Buch veröffentlichen oder gesünder zu Kochen hatte Jen schon öfter, allerdings bleiben diese stets unvollendet und enden unter Anderem in einem unfertigen Roman oder einem noch unbenutzten Messerset. Eben typisch Jen. Ihre Beziehung zu Ed, einem totalen Chaoten, der sich so manches Mal in zwielichtiger Gesellschaft aufhält, ist seit längerem ein ständiges auf und ab und so beschließt sie die Beziehung zu beenden. Endgültig. Und das macht Jen auch, allerdings endgültiger als ihr lieb ist, denn durch ein unglückliches Missgeschick ist Ed nun tot. Völlig neben der Spur trifft Jen eine folgenschwere Entscheidung und muss sich nun mit einer ganzen Schar von Gangstern herumschlagen.

Der Schreibstil von „Ed ist tot“ ist leicht verständlich und somit schnell zu lesen. Trotzdem aber auch sehr detailreich und lädt somit ein, vollkommen in die Welt von Jen Carter der „gefährlichsten Serienkillerin Schottlands“ abzutauchen. Jen die Protagonistin wird zunächst als völlig gewöhnliche, mittelmäßig Erfolgreiche Frau beschrieben, in deren Leben jegliche Art von Aufregung fehlt. Das einzig aufregende an ihr ist Ed. Als dieser schließlich tot ist, verdaut Jen den Vorfall meiner Meinung nach außergewöhnlich gut. Natürlich war sie nie sonderlich glücklich mit Ed, was ihr Verhalten ein wenig erklären könnte aber an so manch anderen Stellen ist Jens Kaltherzigkeit und Abgebrühtheit für mich absolut unerklärlich. Auch verlaufen die Morde (ob beabsichtigt oder nicht) etwas zu glatt für eine einstige Vorzeigebürgerin wie Jen. Auch das Ende wirkt etwas gezwungen. Natürlich muss die Geschichte genau so enden wie sie auch endet (der Charaktere und der Story willen). Von außen betrachtet wäre ein anderes Ende aber viel sinnvoller (Lebenslang mit Sicherheitsverwahrung).

„Ed ist tot“ ist ein durchaus unterhaltsamer und solider Krimi, der Spaß macht zu lesen. Auch wenn sich die Wandlung von der unbescholtenen Buchhändlerin zum abgebrühten und eiskalten Ganovenschreck für meinen Geschmack etwas zu schnell vollzieht und Jen an der ein oder anderen Stelle zu abgebrüht für das eben Geschehene ist, kommt man hier voll auf seine Kosten und ist als kurzer Krimi für zwischendurch bestens geeignet.

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Bewertung vom 07.07.2018
Naturnahes Kochen - einfach, gut, gesund
Seitz, Erwin

Naturnahes Kochen - einfach, gut, gesund


weniger gut

Exquisite Zutaten und spezielle Infos

„Naturnahes Kochen – einfach, gut, gesund“ von Erwin Seitz umfasst 223 Seiten die sich aufteilen in einen Warenkunde- und einen Rezeptteil.

Von dem Warenkundeteil bin ich etwas enttäuscht. Es zwar wird auf einen Großteil der gängigen Zutaten eingegangen allerdings werden nicht die Informationen vermittelt, die ich erwartet hätte. Anstatt Informationen zur Qualität und wichtige Informationen zur richtigen Handhabe werden historische Hintergründe und Infos zur Kultivierung der Zutaten geliefert. Zu den meisten Zutaten gibt der Autor Vertriebe oder Händler an, die mit den entsprechenden Waren in der gewünschten Qualität handeln. Das ist bei Gewürzen noch halbwegs nachvollziehbar aber ich denke jeder weiß selbst am besten wo man frische Zutaten wie Eier oder Fisch kaufen kann.

Nach dem Warenkundeteil verbleiben etwas mehr als 110 Seiten, auf denen aber leider nur 24 Rezepte festgehalten wurden, die mich jedoch auch nicht wirklich überzeugen konnten (darunter einfaches Haferflockenmüsli, Rührei mit Kräutern und 3 Salatrezepte). Zu jedem Rezept gibt es zwei mehr oder weniger appetitliche Bilder und eine kleine Hintergrundinfo rund um das entsprechende Gericht bzw. die verwendeten Zutaten. Von den Rezepten ist zwar vom Haferflockenmüsli, über Salate bis hin zu Fleisch, Fisch, Wurst und auch Süßspeisen alles dabei, allerdings leider meist nur eines oder mit Glück auch ein zweites Rezept. Auch frische und gesunde Rezepte würde ich mit naturnah verbinden, nicht aber Bratwürste mit Sauerkraut oder Blutwurst mit Kartoffelstampf.

Unter naturnahem Kochen hätte ich mir Rezepte erhofft, die mit vielen frischen und knackigen Zutaten arbeiten, die ich frisch vom Wochenmarkt und dem Bioladen oder möglichweise sogar aus dem eigenen Garten bekommen könnte. Stattdessen werden teilweise sehr spezielle Zutaten verwendet, mit denen ich sicher niemals kochen werde (Saibling-Kaviar, Safran oder Weißtannenhonig). Hinter den Zutaten sind oft Zusätze wie „vorzugsweise von Firma XY“ hinzugefügt. Eigentlich ein ganz nettes Feature, das sicherstellt, dass das Rezept am Ende genau so schmeckt, wie sich der Erfinder das Gericht vorgestellt hat, doch manchmal sind diese Zusätze sehr absurd. Ich bin mir sicher, dass der Basmati Reis trotzdem gut schmeckt, auch wenn er nicht „vom Fuße des Himalayas“ stammt.

Fazit:
Dieses Kochbuch hat mich als solches nicht wirklich überzeugt. Im Warenkundeteil werden zu viele historische Informationen zu den Zutaten gegeben und zu wenig Infos über die Güte und die richtige Verarbeitung der Zutaten. Die Rezepte sind mir allgemein zu „muffig“ für naturnahes kochen. Darunter verstehe ich Rezepte mit frischen und knackigen Zutaten, die am besten aus der Region stammen und keine Exquisiten Zutaten, die ich mir quer über den halben Erdball schicken lassen muss, damit ich sie auf Linsen oder Sauerkraut anrichten kann.

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