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Benutzername: JD
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Bewertungen

Insgesamt 43 Bewertungen
Bewertung vom 26.09.2021
Das Flüstern der Puppen (Thriller)
Schwarz, Gunnar

Das Flüstern der Puppen (Thriller)


gut

Ein spektakuläre Geschichte um ein düsteres Geheimnis

Ein Cover, das von schaurigen Puppenköpfen geziert wird und durch die toten Augen die gruselige Seite des Kinderspielzeugs zeigt.
Die Kapitel haben eine angenehme Kürze und der Schreibstil ist detailliert und bildhaft. Die Sprache wirkt gezielt jugendlich und locker durch die Verwendung englischer Ausdrücke.
Die ErmittlerInnen und auch Zeugen sind vielseitig und wecken mal mehr, mal weniger Sympathien. Die Ermittlerin Lena ist motiviert, gewissenhaft und kämpft sich trotz schwerer Schicksalsschläge durchs Leben. Ihr Kollege Henning wirkt offen, locker und verständnisvoll, aber auch impulsiv. Beide sind durch schicksalshafte Ereignisse im Job vorbelastet und entsprechend vorsichtig bei der Arbeit im Team. Ihr etwas cholerischer und miesepetriger Chef macht ihnen dabei die Arbeit nicht unbedingt leichter.
Der spannende Fall um die Puppenmorde bringt einige Wahrheiten ans Licht und wird spektakulär beschrieben. Hier und da schien manches etwas überspitzt und die ein oder andere Frage blieb unbeantwortet. Der Schluss ist sinnig, doch für meinen Geschmack etwas zu theatralisch.
Nach dem sehr gut gelungenen letzten Thriller von Herrn Schwarz, war ich auf die neue Buch gespannt. Leider konnte es mich nicht so recht überzeugen. Die Geschichte ist spannend erzählt und nimmt gut an Fahrt auf, doch war die Stimmung größtenteils drückend und die Story etwas zu viel des Guten. Eine interessante Idee, die mit weniger Drumherum mehr Effekt gehabt hätte.

Bewertung vom 23.09.2021
Neben wem du erwachst / DCI Jonah Sheens Bd.3
Lodge, Gytha

Neben wem du erwachst / DCI Jonah Sheens Bd.3


sehr gut

Spannend, aber anders als man von den Vorgängern gewohnt ist

Das Cover des neusten Spannungsromans von Gytha Lodge bleibt der Linie treu und lässt sich somit direkt den Fällen von DCI Sheens und seinen KollegInnen zuordnen. Es ist passend zum Inhalt des Buches gewählt und spricht einen durch die düstere Atmosphäre direkt an. Der Erzählstil überrascht allerdings nach einigen Seiten, da er etwas anders als in den beiden vorherigen Romanen ist. Die Verdächtige Louise erzählt schrittweise was in ihr vorgeht und ihr widerfahren ist. Diese Erzählungen wechseln sich mit den Beschreibungen der Ermittlungen und der Geschehnisse rund um das Polizei-Team ab. Das Rätsel um den Toten, neben dem Louise eines morgens erwachte, nimmt durch ihre Erzählungen und den Ermittlungen von Sheens‘ Team nach und nach Gestalt an, aber auch private Konflikte der ErmittlerInnen finden in dem Buch ihren Anteil und beleben die Geschichte zusätzlich.
Louise erweckt trotz des Tatverdachts Sympathien und Empathien durch ihr nicht allzu einfaches Beziehungsleben. Ihr Mann Niall ist unaufrichtig und so wird die unsichere Seite von Louise genährt. Ihre verrückte und etwas dubiose Freundin April lockt sie stetig aus der Reserve. Einen Kontrast zu den etwas außergewöhnlichen Figuren bilden Die ErmittlerInnen, die eher ein ruhiges Privatleben führen und dennoch von Konflikten geplagt sind. Dieser Einblick in das Leben von Hanson, Lightman, Sheens und Co. nährt die Leselust und erweckt Spannung. Gytha Lodge hat ein sympathisches Ermittlerteam geschaffen, zu dem man einen guten Draht bekommt.
Der kreierte Fall ist sehr schleierhaft und man fiebert nahezu bis zur letzten Seite mit, was genau passiert sein könnte und was dahintersteckt. Gytha Lodge schafft es immer wieder rätselhafte und verzwickte Fälle zu konstruieren, die viel Platz für Spekulationen lassen und deren Auflösung nicht leicht zu erraten ist. Somit hat mich das Buch mit dem unerwarteten Ende und den überraschenden Wendungen gut unterhalten. Lediglich hatte ich das Gefühl, dass der Stil der Übersetzung etwas anders als die Vorgänger ist und dadurch gibt es einen kleinen Punktabzug. Allen, die die ersten Bücher nicht kennen, empfehle ich sie zunächst zu lesen, um besser mit dem Team und ihrer Vorgeschichte warm zu werden, aber es ist nicht zwingend notwendig.

Bewertung vom 16.09.2021
Tote schweigen nie (MP3-Download)
Turner, A. K.

Tote schweigen nie (MP3-Download)


sehr gut

Mäßige Spannung, aber gute Unterhaltung

Ein Cover, das durch die schöne Gestaltung und die interessante Farbwahl auffällt, allerdings nicht viel über den Inhalt preisgibt.
Die Geschichte ist flüssig und mit Liebe zum Detail erzählt. Die Ausdruckweise ist harmonisch und die Gefühle der einzelnen Figuren werden nachvollziehbar geschildert. Man bekommt abwechselnde Einblicke in die Geschehnisse rund um die beiden Protagonistinnen. Die Kapitel sind mal länger, mal kürzer, doch manchmal zieht sich die Story dadurch etwas.
Insgesamt hat die Geschichte etwas Übersinnliches, doch bleibt sie größtenteils realistisch. In dem Buch kommt es immer wieder zu seltsamen Ereignissen, die neue Fragen aufwerfen, aber auch Antworten liefern. Die Charaktere sind vielseitig und die Protagonistin Cassie weckt auf Anhieb Sympathien. Sie ist liebevoll, gewissenhaft, sehr empathisch, aber auch etwas außergewöhnlich. DS Flyte hat ihren ganz eigenen Charme, denn hinter ihrer gefassten und sachlich-kühlen Fassade steckt eine starke Frau, die es nicht unbedingt immer leicht hat und so auch dosiert Emotionen zeigt. Die jeweiligen Kollegen der beiden Frauen sind teils hilfsbereit, teils unfreundlich, aber auch für Überraschungen gut.
Die Erzählung kommt eher langsam in Fahrt und man ist anfangs sehr gespannt, wie sich der Fall um Cassies ehemalige Lehrerin entwickelt. Doch auch ein weiterer Fall in der Pathologie erweckt Aufmerksamkeit. Die schlussendliche Auflösung überrascht und bietet einen runden Abschluss. Insgesamt ist die Story interessant und man wird gut unterhalten, doch die Spannung hält sich sehr in Grenzen und lediglich zum Ende hin nimmt sie etwas zu. Als Thriller würde ich das Buch eher nicht einordnen.
Da ich mich dennoch gut unterhalten gefühlt habe, kann ich das Buch jedem empfehlen, der nicht zu viel Nervenkitzel erwartet.
Ein großer Beitrag zum angenehmen Hörerlebnis trug die Sprecherin mit ihrer sehr angenehmen und zu der Story passenden Stimme bei. Die einzelnen Figuren waren von der Stimmlage gut voneinander abzugrenzen und dem Charakter entsprechend nachgesprochen.

Bewertung vom 16.09.2021
SCHWEIG!
Merchant, Judith

SCHWEIG!


ausgezeichnet

Was machst du, wenn deine Schwester dich in die Ecke drängt?

Ein Cover, das meinen Geschmack trifft. Es ist schlicht und doch durch die Farbwahl, das zarte Motiv und den aus einem Wort in Großbuchstaben mit Ausrufezeichnen versehenen Titel sehr ausdrucksstark. Ein Buch, bei dem von Beginn an eine gewisse Spannung in der Luft liegt und das man nicht so schnell aus der Hand legen kann. Dieser Thriller zeigt wie deine Schwester für dich zur Bedrohung werden kann. Diese Story fesselt bis zur letzten Seite und man fragt sich unentwegt, wohin sie führt.
Esther und Sue könnten nicht unterschiedlicher sein. Esther führt ein idyllisches Familienleben, doch wirkt es wie ein Schein, denn man erkennt schnell ihre Kontrollsucht, Penetranz und Rücksichtslosigkeit. Esther ist geprägt durch ihre Kindheit und hat aus Sues Sicht eine verzerrte Wahrnehmung. Auch Sue erinnert sich nicht nur positiv an ihre Zeit als Kind und Jugendliche. Sie zeigt sich allerdings eher introvertiert, ruhig, minimalistisch und besonnen. Sie lebt zurückgezogen im Wald, wo Esther sie kurz vor Weihnachten besucht. Doch dieser Besuch hat fatale Folgen. Eine ungesunde Beziehung zwischen den Schwestern kommt zum Vorschein. Mal muss man schmunzeln, mal regt man sich auf, doch die meiste Zeit fiebert man beim Lesen mit. Ein Buch, das einen vermutlich besonders packt, wenn man selbst Geschwister hat. So stellt sich bei mir die spannende Frage, ob jede/r LeserIn andere Sympathien für die jeweiligen Schwestern hegt, je nachdem wie er/sie selbst tickt.
Geschrieben ist das Buch in erster Linie wechselnd aus der Sichtweise der beiden Schwester, mit zusätzlichen Einblicken in die Vergangenheit und in das Leben von Esthers Mann. Gut verständlich und angenehm erzählt punktet das Buch zudem durch nicht zu umfangreiche Kapitel, die so die Spannung zusätzlich steigern.
Ich kann nicht beurteilen, wie sich das Buch für ein Einzelkind liest, aber es ist durchgehend spannend und das aufregende und leicht erschreckende Ende bietet den idealen Abschluss. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Der besondere Ehrzählstil und die außergewöhnliche Idee haben mich begeistert.

Bewertung vom 05.09.2021
Instagrammatik
Herr Schröder

Instagrammatik


sehr gut

Nicht so stark wie der Vorgänger, dennoch unterhaltsam

Dieses vermeintlich sachliche Buch hat einen Romancharakter und stellt auf leicht überspitzte und humorvolle Weise die aktuelle Problematik in puncto Digitalisierung an deutschen Schulen dar. Herr Schröder verdeutlicht nicht nur die Schwierigkeiten sich in der digitalen und technischen Welt zurecht zu finden (besonders für die ältere Generation), sondern auch die Herausforderungen erfolgreicher Interaktion mit den SchülerInnen und das Streben nach einem harmonischen Miteinander im Kollegium.
Locker geschrieben und gespickt mit fachlichen Ausschweifungen des Deutschlehrers, bietet dieses Buch Unterhaltung und Witz in angenehm kurzen Kapiteln mit Überschriften, die bereits zum Schmunzeln einladen.
Auch, wenn Herr Schröder ein sich selbst überschätzender, schwadronierender Narzisst ist, kann man sich doch eine Scheibe von seiner unerschrockenen Art abschneiden. Ein Charakter, der kaum unsympathischer sein könnte, trifft auf ein kunterbuntes Kollegium und behelligt die Leserschaft mit seinen Alltagsgeschichten. Herrlich!
Unterhaltsam für Lehrkräfte, Angestellte im Bildungssektor und jeden, der einen Einblick in den Alltag an einer Gesamtschule riskieren möchte.
Instagrammatik lässt sich auch ohne den Vorgänger zu kennen lesen. Für mehr Verständnis und somit auch mehr Witz rate ich allerdings zunächst das erste Buch zu lesen.
Hier und da hätte ich mir ein paar Lacher mehr gewünscht, doch insgesamt ist es ein erheiterndes Buch, das sich flüssig und flott lesen lässt. Somit freue ich mich, dass es für Herrn Schröder bis zur Rente noch etwas dauert und er uns hoffentlich auch in Zukunft am alltäglichen Wahnsinn an der HFG teilhaben lässt.

Bewertung vom 02.09.2021
Was ist Leben?
Nurse, Paul

Was ist Leben?


ausgezeichnet

Schritt für Schritt verstehen, wie das Leben zustande kommt

Ein schlichtes, farblich harmonisches und ansprechendes Cover mit einer klaren Frage. Der Baum, der das Leben symbolisiert, weist durch seinen Wuchs auf die Form einer Zelle hin, die Grundlage des Lebens.
In fünf aufeinander aufbauenden Kapiteln erklärt Paul Nurse auf verständliche Weise die Grundlagen des Lebens. Mit einem persönlichen Touch, etwas Humor, spannenden Fakten und verständlichen, wie alltäglichen Beispielen entführt der Autor jeden Interessierten in die Welt der Biologie und des Lebens. Was macht ein Lebewesen aus, wie entwickelt sich ein Lebewesen, woraus besteht ein Körper, wie sind seine Abläufe gesteuert und wer hat wie all dies entdeckt? Fragen, die auf eine Weise beantwortet werden, dass dieses Buch nachvollziehbare Antworten für SchülerInnen, Studierende und Neugierige liefert.

Bewertung vom 02.09.2021
Der Käfig: Entkommen ist tödlich
Chick, Mike

Der Käfig: Entkommen ist tödlich


gut

Wer nicht gehorcht wird bestraft

Ein schlichtes Cover, das viel Raum für Spekulationen lässt. Sobald man sich in die Story eingelesen hat, steht allerdings fest, dass man in diesem Käfig nicht gefangen sein möchte. Wie die Hühner hält der psychisch kranke Eddie Gal seine Gefangenen und wehe sie spurten nicht, dann warten fatale Folgen auf sie. Marcus Nolte ist durch ein unglückliches Schicksal in seine Fänge geraten und hat nur ein Ziel vor Augen, zurück zu seiner kleinen Tochter. Der ehemalig drogenabhängige Vater wünscht sich nichts sehnlicher als sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken und sitzt nun in der Falle. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt. Wird er sich aus dem Hühnerstall befreien können und ebenso seine Mitgefangenen? Viele „Hühner“ mussten dort bereits ihr Leben lassen. Ein turbulenter Kampf gegen die verschiedenen Gesichter des gestörten Eddies. Doch wieso fängt und quält er all diese Menschen? Das Buch zeigt im zeitlichen Verlauf wie Eddie zu dem wurde der er nun ist. Die vermeintlich bodenständigen Eltern prägen ihr Kind jeweils auf ihre Weise und zeigen dabei ihr Innerstes. Ein Familiendrama mit Folgen, die nun Marcus zu spüren bekommt.
Eine Geschichte mit spannenden Abschnitten, aber auch langatmigen Schilderungen und teils unglaubwürdigen Wendungen. Das Buch traf nicht ganz meinen Geschmack, allerdings denke ich, dass es eine unterhaltsame Geschichte für Psychothriller-Fans ist.

Bewertung vom 02.09.2021
Sternflüstern
Carlin, Paula

Sternflüstern


ausgezeichnet

Eine rührende und herzergreifende Reise, die die Phantasie anregt

Bereits das Cover begeistert durch die Haptik, das Design und die Farben. Dies trifft ebenso auf den Erzählstil, die Charaktere und die Geschichte zu. Ein Buch für jeden, der schon einmal einen besonderen Menschen kennenlernen durfte, der einen gewissen Zauber im eigenen Leben hinterlassen hat. Eine Geschichte über Verlust, Abschied, Neuanfang, Freundschaft, Liebe, Leben und Freiheit. Die Erzählung umweht ein melancholischer Hauch, wodurch sie einen umso stärker berührt. Der Erzählstil ist sehr liebevoll, die Worte sind gewissenhaft gewählt und die Beschreibungen sind bildhaft. Man hat die Szenerie genau vor Augen, obwohl sie sich bei jedem Leser unterschiedlich gestalten mag, da die Vorstellungskraft gefordert wird. Geschmückt wird das Ganze durch sympathische Charaktere, die unterschiedlich, auf ihre Weise besonders und leidenschaftlich sind.
Diese Geschichte zeigt deutlich, dass jede Begegnung in unserem Leben ihren eigenen Zauber hat und Spuren hinterlässt, egal wie lange die gemeinsame Zeit andauerte. Sie hat mich verzaubert, meine Phantasie angeregt und mich zum Nachdenken gebracht. Selten wird man beim Lesen eines Buches so berührt und eine andere Welt gesogen. Dieses Buch hinterlässt einen bleibenden Eindruck und bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Es eignet sich zudem wunderbar dazu einem besonderen Menschen eine Freude zu machen.

Bewertung vom 15.08.2021
Noch haben wir die Wahl
Neubauer, Luisa;Ulrich, Bernd

Noch haben wir die Wahl


gut

Ein dezent kontroverses Gespräch für eine abgesteckte Zielgruppe

Frau Neubauer und Herr Ulrich müssen reden, jedoch bleibt es bei diesem Gespräch recht harmonisch und es wird geringfügig kontrovers diskutiert, da die beiden Autoren ähnliche bzw. sich ergänzende Ansichten haben. Das Cover erweckt zunächst einen kontrastreichen Eindruck, Mann - Frau, alt – jung, grau – schwarz, doch ihr Ziel ist relativ deckungsgleich. Die Klimakrise ist ein bedeutendes und hochaktuelles Thema, deren Stopp für beide Autoren wichtig sind. So unterhalten sie sich in erster Linie darüber, welche politischen Ziele verfolgt werden müssen und wo Versäumnisse und Fehler entstanden sind. Die mediale Schiene ist hierbei auch sehr von Bedeutung und die Kraft jedes Einzelnen steht eher hinten an. So finden sich in dem Buch immer wieder Schuldzuweisungen, größtenteils von Frau Neubauer, denen ich nur bedingt zustimme. Die unterschiedlichen Sichtweisen werden in dem Gespräch deutlich, auch wenn manche Fragen unbeantwortet bleiben oder ausweichend beantwortet werden. Das Buch hat teilweise den Flair einer politischen Runde mit viel Rhetorik, Fachbegriffen und gehobener Aussprache. Dies macht es meiner Meinung nach auch weniger ansprechend für die breite Masse, die bei dem Thema in meinen Augen eher die Zielgruppe sein sollte. Auch hemmen manche Formulierungen und Abkürzungen den Lesefluss und ich finde es im Allgemeinen recht anstrengend einem Gespräch schriftlich zu folgen. Als Hörbuch ist diese Unterhaltung demnach sinnvoller. Auch ein Glossar zu fachlichen Begriffen und Abkürzungen hätte meines Erachtens weitergeholfen. Besondern fielen die Unterschiede in der allgemeinen Ausdrucksweise auf. Frau Neubauer drückt sich sehr jugendlich aus und gebraucht häufig englische Ausdrücke, wovon ich eher weniger ein Fan bin. So habe ich die Passagen von Herrn Ulrich bevorzugt, da er auf mich besonnener und auch sympathischer wirkte. Die Tatsache, dass sie vegan leben, weckt für beide zusätzliche Sympathien. Störend fand ich allerdings das häufige Ansprechen der Diskriminierung von Frauen und die Macht des Patriarchats. Auch das Thema Rassismus kam nicht zu kurz. Dies sind zweifellos wichtige Themen und stehen auch mit dem Klima in Verbindung, doch mir wurde hier stellenweise zu viel Fokus daraufgelegt.
Trotz alledem greift das Buch interessante Themen auf, ist aufschlussreich und durch manch neues Hintergrundwissen informativ. Es regt zum Nachdenken an und dies ist, so denke ich, in erster Linie das Ziel dieser Veröffentlichung, welches bei mir somit auch erreicht wird. In meinem Alter, in den Dreißigern, hat man noch einmal eine andere Sicht auf die Dinge und so war es interessant die Klimaproblematik aus der Sicht einer jüngeren und einer älteren Partei zu lesen.

Bewertung vom 15.08.2021
Ein Prosit auf den Mörder
Erlenkamp, Andreas

Ein Prosit auf den Mörder


sehr gut

Ein Wohlfühlkrimi mit einem klassisch-britischen Touch

Ein Cover mit einem treffenden Titel und einer bildlichen Einladung ins Mosel-Gebiet wecken die Lust auf diese literarische Reise. Einladend ist ebenso die kleine Grafik zum Beginn eines jeden Kapitels. Die Kapitellängen sind durch ihre Kürze sehr angenehm und man fliegt quasi durch das Buch. Hieran ist ebenso der humorvolle, flüssige und angenehme Schreibstil beteiligt. So wird auch die Kulisse sehr bildhaft und idyllisch beschrieben und man fühlt sich in dem kleinen Städtchen an der Mosel direkt wohl. Die meisten Einwohner machen einen sympathischen Eindruck, zeigen aber auch ihre Skepsis gegenüber neuen Einwohnern. So wird Clarissa in erster Linie herzlich aufgenommen, aber auch kritisch beäugt und ausgefragt. Die adelige Ex-Kommissarin weiß mit ihrer taffen, selbstbewussten und aufmerksamen Art damit umzugehen und findet schnell Anschluss im Ort. Sie wird ungeplant Mitglied des hiesigen Krimi Clubs, der neben ihr drei weitere Mitglieder hat, die recht verschieden und auf ihre Weise sympathisch sind. Die ideale Gruppe zur Aufklärung des Mordes an dem arroganten und selbstherrlichen Opfer hat sich gefunden. Viele weitere Charaktere nehmen noch Einfluss bei der Suche nach der genauen Todesursache, dem Täter und dem Motiv. Eine vergnügliche Rätselei beginnt, deren schlüssige Lösung meiner Meinung nach nicht so leicht zu erahnen war. Gespickt durch vereinzelte spitze und humorvolle Bemerkungen ist das Buch dennoch unterhaltsam.
Insgesamt ein kurzweiliger Cosy-Crime, der an britische Klassiker erinnert und zum entspannten Miträtseln bei einem Tässchen Tee, oder auch Gläschen Wein