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Benutzername: Calendula13


Bewertungen

Insgesamt 5 Bewertungen
Bewertung vom 07.05.2018
Summ, wenn du das Lied nicht kennst
Marais, Bianca

Summ, wenn du das Lied nicht kennst


sehr gut

Emotionale Geschichte über das Überwinden von Vorurteilen
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In dem Buch "Summ wenn du das Lied nicht kennst" von Bianca Marais geht es um Robin ein neun Jahre altes Mädchen, welches ihre Eltern bei einem Aufstand verliert. Robin soll von nun an bei ihrer Tante aufwachsen, die ist aber beruflich sehr eingebunden und engagiert daher Beauty. Beauty ist eine schwarze Lehrerin vom Stamme der Xhosa und ist selbst in Johannesburg um ihre verschwundene Tochter zu suchen.
Robin beginnt recht schnell Beauty trotz ihres schlimmen Traumas zu vertrauen und entwickelt ein tiefe Beziehung zu ihr. Doch Beauty sucht weiterhin nach ihrer Tochter - und Robin hat Angst wieder verlassen zu werden, sollte Beauty diese finden.
Die Autorin greift in diesem Buch das Thema der Apartheid auf, die vielen Menschen nicht mehr so gegenwärtig ist, obwohl sie schließlich bis 1992 existierte und sie probiert dieses schwierige Themen ihren Lesern einfühlsam und doch einprägsam näher zu bringen.
Insgesamt ein sehr ergreifendes Buch was hervorragend geschrieben ist.
Als zusätzliches Plus hat das Buch eine wunderschöne, liebevolle Gestaltung und ein außergewöhnlicheres Cover und eine tolle Haptik.
Eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 07.05.2018
Das Geheimnis der Muse
Burton, Jessie

Das Geheimnis der Muse


ausgezeichnet

Wunderbarer, atmosphärischer Roman!
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"Das Geheimnis der Muse" ist der zweite Roman von Jessie Burton und hat mich um es schon einmal vorne weg zunehmen absolut umgehauen!

Inhalt
Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, einmal in Andalusien 1936 kurz vor dem spanischen Bürgerkrieg und einmal in den Sechziger Jahren in London. Man begleitet die zwei jungen Frauen Odelle in London und Olive in Spanien.
Währenddessen spinnt Jessie Burton eine fesselnde Geschichte, die einem nicht mehr so schnell loslässt.
Olive ist Malerin und nach außen hin eine perfekte wohlhabende Familie. Natürlich trügt der Schein und ihre Mutter hat mit schweren Depressionen zu kämpfen, während Oliver Vater als Kunsthändler ihr brillantes Talent als Malerin verkennt, weil sie eine Frau ist. Das Leben der Familie Schloss ändert sich abrupt, als Teresa und Isaac zwei Geschwister aus der Nachbarschaft in ihr Leben treten. Olive erfährt zum ersten Mal wie ist eine Freundin und Liebe zu haben.
Nach und nach verstricken sie sich jedoch in ein großes Geheimnis um ein sensationelles Gemälde. Und auch die Revolution scheint immer näher zu kommen.
Dieses Gemälde wird viele Jahre später Odelle in London beschäftigen, als sie das für verschollene geglaubte Gemälde nach vielen Jahren wieder findet..


Jessie Burton bezaubert auf den knapp 450 Seiten mit einem atemberaubend atmosphärischen Schreibstil. Es ist wirklich lange her das ein Buch mich so sehr begeistert hat! Wirklich ganz, ganz große Klasse! Mir fällt es schwer das Buch einem bestimmen Genre zu zuordnen, es ist weder nur ein "einfacher" Liebesroman oder ein historischer Roman sondern wirklich so viel mehr. Auch ist es durch den spanischen Bürgerkrieg sehr spannend und ich habe viel über eine furchtbare Zeit gelernt.
Auch haben mich, beide Zeitebenen wirklich gleich angesprochen, ich konnte mich aber etwas mehr mit Odelle identifizieren.
Odelle und Olive sind beides aber wirklich starke Frauen, die ihrer jeweiligen Zeit voraus waren.
Das Ende war für mich wirklich überraschend und auch nicht voraus zu sehen, aber doch schlüssig.
Ich für meinen Teil bin stark begeistert von Jessie Burtons Buch und werde Zukunft noch mehr von ihr lesen.

Bewertung vom 07.05.2018
Frau Einstein
Benedict, Marie

Frau Einstein


sehr gut

Die starke Frau in Albert Einsteins Schatten
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Im Buch "Frau Einstein" von Marie Benedict geht um Mileva Marić Albert Einsteins erste Frau. Mileva auch genannt Mitza war eine junge Frau aus Serbien, die es geschafft hatte aus dem dort herrschenden frauenfeindlichen Klima ,nach Zürich zu kommen und dort als eine der ersten Frauen zum Physik und Mathematik Studium zugelassen wurde.
Dort lernt sie Albert Einstein kennen und beginnt mit ihm zusammen an verschiedenen wissenschaftlichen Theorien zu arbeiten.
Jedoch wird ihr Name nie unter den Aufsätzen erscheinen, an denen sie so viel mitgearbeitet hat und unter denen einer später den Nobelpreis für Physik bekommen wird.
Marie Benedict verwebt die bekannten Fakten über Mileva Marić zu einem wunderbaren Roman über eine hochintelligente Frau die ihrer Zeit voraus war und ihr Leben im Schatten ihres berühmten Mannes verbracht hat.
Eine klare Leseempfehlung für alle die mehr über diese starke und faszinierende Frau erfahren wollen.

Bewertung vom 07.05.2018
Wenn Martha tanzt
Saller, Tom

Wenn Martha tanzt


ausgezeichnet

Inhalt
Der Debütroman "Wenn Martha tanzt" von Tom Saller spielt in zwei Zeitebenen. Einmal geht es um das Leben der jungen Martha, die 1900 in Pommern geboren wurde und dann geht es noch um ihren Urenkel der in der Gegenwart ihr altes Notizbuch mit vielen wertvollen Zeichnungen bekannter Künstler findet.
Man begleitet Martha in ihrer Kindheit und Jugend im schönen Pommern bis hin zu ihrer wunderbaren Zeit am Bauhaus in Weimar, wo sie lernt dass sie ihr Talent am besten mit Tanzen ausdrücken kann.
Parallel dazu setzt sich ihr Urenkel Thomas mithilfe ihres alten Notizbuches mit seiner eigenen und natürlich mit Martha Familiengeschichte auseinander.
Das Ende war für mich unerwartet und nicht wirklich vorhersehbar und hat mich begeistert.


Tom Saller überrascht mich in seinem Debütroman mit einem herrlichen und auch etwas außergewöhnlichen Schreibstil, der das Buch geradezu dahinfliegen lässt.

Cover
Das Cover versprüht altmodischen Charme und ist trotzdem irgendwie modern. Mir persönlich gefällt es wirklich sehr gut und ich hätte es auch in einer Buchhandlung in die Hand genommen.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, da mich das Buch begeistert hat und auch einen Einblick in eine andere Art von Kunst gegeben hat.

Bewertung vom 24.01.2018
Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie
Joyce, Rachel

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie


sehr gut

Ein Buch über die Liebe zur Musik, das einem zum Zuhören bringt

In dem neuen Buch von Rachel Joyce geht es um Frank, seinen kleinen Plattenladen in einer kleinen Seitenstraße, seine Gabe die Musik zu verstehen, einen Haufen höchst unterschiedlicher Nachbarn und Freunde und schließlich um die Liebe.
Frank kann keine Noten lesen noch hatte er in seinem ganzen Leben eine Stunde traditionellen Musikunterricht und doch versteht er die Musik wie kaum ein anderer. Er begreift sie in ihren Bildern und ihren feinsten Raffinessen und versteht es vor allem sie anderen näher zu bringen.
Eine sehr bemerkenswerte und schöne Sache im Buch ist, dass nie über Musikstile oder Musiker geurteilt wird oder ein Stil besser als der andere dargestellt wird, vielmehr vermittelt Frank, dass jede Art von Musik ihre Magie hat, weil es immer Menschen gibt, die genau sie berührt.
Musik ist und bleibt das Hauptthema was sie konsequent durch das ganze Buch zieht.
Das Buch und seine Geschichte über Musik berühren einen. Und auch die schrulligen Charaktere sind sehr liebenswert, wenn auch für mich leider nicht bis ins letzte Detail ausgefeilt.
Der erste Teil des Buches spielt im Jahr 1988. Man erfährt ein wenig über Franks Kindheit, auch wenn ich den Teil als sehr unvollständig empfinde, so versteht man doch ein wenig besser warum er so ist, wie er ist. Parallel dazu geht es im Jahr 1988 um Franks Kampf „gegen“ die CDs, wie er probiert seinen eher maroden Laden wieder in Stand zu setzten, das Leben der Gemeinschaft in der Unity Street und natürlich um die Frau im grünen Mantel. Er beginnt ihr Musikstunden zu geben und die Passagen in denen Frank ihr die Musik und ihre Bilder erklärt sind mit die schönsten.
Am Ende dieses Teil des Buches kommt es zu einem gewaltigen Einschnitt, der mir etwas überzogen vorkam und mich auch ehrlich sehr bedrückte.
Zum Ende springt das Buch 21 Jahre weiter und wir begegnen unseren Charakteren wieder.
Mir persönlich war der Zeitsprung zu groß.
Das Ende – wer hätte es anders erwartet – hat mit Musik zu tun und bildet einen für mich versöhnlichen Abschluss.
Ich persönlich hätte mir ein nicht ganz so gehetztes Ende gewünscht. Aber die Idee von Rachel Joyce den Epilog als Hidden Track zu bezeichnen, fand ich wieder zauberhaft.
Generell muss noch gesagt werden, dass Rachel Joyce einen wirklich fantastischen Schreibstil hat, der über die kleinen Sachen die mir als störend aufgefallen sind, wunderbar hinweg trägt. Das Buch liest sich toll weg. Immer wieder auffällig sind ihre häufigen gerade zu poetisch anmutenden Beschreibungen verschiedener Dinge – einfach nur zauberhaft.
Insgesamt ist das Buch „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“ ein wirklich schönes Buch, welches ich gerne weiterempfehlen kann!
Ein Tipp noch, am Ende des Buches gibt es eine Playlist mit allen Songs – hört sie beim Lesen, das macht daraus nochmal ein schöneres Erlebnis. Und eine liebe Userin hat die Lieder bei Spotify schon alle zusammengetragen, es macht also wirklich nicht viel Mühe :)