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Benutzername: Snarky


Bewertungen

Insgesamt 43 Bewertungen
Bewertung vom 02.05.2021
Der Junge, der das Universum verschlang
Dalton, Trent

Der Junge, der das Universum verschlang


gut

Der Coming-of-Age-Roman „Der Junge, der das Universum verschlag“ von Trent Dalton erzählt die Geschichte von Eli Bell. Er wächst in den 1980er Jahren in einem kleinen australischen Vorort auf. Seine Mutter ist ein Junkie und im Gefängnis, sein Vater ist nirgends zu finden, sein Stiefvater ist Drogendealer und sein älterer Bruder August ist ein stummes Genie. Der einzige Erwachsene in seinem Leben ist Slim, ein ehemaliger Gefangener, der den Rekord für die meisten Fluchten hält.

Obwohl der 12-Jährige Eli den Verstand und das Herz eines Erwachsenen hat, ist sein Leben völlig chaotisch und er sehnt sich nach Normalität. Sein Wunsch ist es Journalist zu werden, er möchte sich verlieben und er möchte ein guter Mann sein, besser als die in seinem Leben.

Elis Leben ist nicht einfach und es stellen sich immer wieder Hindernisse in den Weg. Es liegt an ihm, für seinen Bruder zu sorgen und gegen einen wirklich gefährlichen Drogendealer zu kämpfen und seine Mutter zu retten. Durch all das sieht Eli, dass es zwei Wege gibt - den richtigen und den falschen. Auch wenn der falsche Weg der einfachere zu sein scheint, weiß er, dass er sich niemals erholen wird, wenn er diesen Weg geht.

„Der Junge, der das Universum verschlag“ ist der Debütroman von Trent Dalton und stützt sich auf seiner eigene Kindheit und seiner Beziehung zu seiner Mutter. Obwohl Menschen in wirklich gefährlichen, traurigen Situationen befinden, sollte dem Leser klar sein, dass es sich um einen Roman handelt, der auf Fiktion basiert. Daher hat sich Dalton einige Freiheiten genommen und bestimmte Details seiner Lebensgeschichte für die Zwecke dieses Romans geändert. Während die Charaktere und ihre Beziehungen sehr faszinierend sind, war der Erzählstil von „Der Junge, der das Universum verschlag“ anstrengend zu lesen und man war schnell festgefahren.

„Der Junge, der das Universum verschlag“ von Trent Dalton erzählt ein interessant Geschichte übers Erwachsenwerden, aber der Erzählstil hat den Spass am Lesen gedämpft.

Bewertung vom 01.05.2021
GIRL A
Dean, Abigail

GIRL A


sehr gut

Der Thriller „Girl A“ ist das Debütwerk von Abigail Dean. Seit 20. April 2021 ist das Buch im HarperCollins Verlag erhältlich.

Alexandra Gracie ist Girl A. Mit 15 Jahren ist ihr die Flucht aus dem Elternhaus gelungen. Sie konnte so nicht nur die Polizei verständigen, sondern auch ihre Geschwister retten. Von den Medien wird es nur das Horrorhaus genannt. In diesem Haus sind ihr und ihren Geschwistern viele schlimmer Dinge passiert - sie waren an das Bett gekettet und starr vor Dreck.

Jahre später arbeitet Alexandra als Anwältin in New York.Als aber ihre leibliche Mutter stirbt, kehrt sie nach England an dem Ort zurück, wo sie aufgewachsen ist. Lex wurde als Verantwortliche für die Erbschaftsaufteilung bestimmt. Daher muss sie nun jeden ihrer Geschwister aufsuchen, damit sie gemeinsam entscheiden, was mit dem Elternhaus geschieht.

Für „Girl A“ lies sich Abigail Dean von einen wahren Fall beeinflussen - den Turpin-Fall von 2018. Es war eine dieser Fälle, welcher so erschreckend und schockierend ist, dass dieser auch in Deutschland in den Nachrichten auftauchte. Genauso wie Alexandra oder Lex entkam die Tochter dem Elternhaus, in dem diese Jahrelang gefangen gehalten wurde, und befreite nicht nur sich sondern auch ihre Geschwister. Das älteste Kind der Turpin Familie war 29 Jahre alt zum Zeitpunkt der Befreiung.

Lex ist die zweitälteste der sieben Geschwister in „Girl A“. Sie ist klug und erfolgreich. Es wirkt im ersten Moment bei Lesen so, als hätte sie die Vergangenheit hinter sich gelassen. Die Rückkehr nach England und die Gespräche mit ihren Geschwistern zeigen aber, dass sie einige sehr schwerwiegende und unausgesprochenen Problem mit ihnen und sich selbst hat. Dass die Traumbewältigung ein fortlaufender Prozess.

Abigail Dean zeigt in „Girl A“ beeindruckend wie unterschiedliche Charaktere mit ihrem Kindheitstrauma umgehen, sowohl während der Zeit im Horrorhaus als auch Jahre danach. Hierfür wechselt Dean regelmäßige zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Es war beim Lesen manchmal etwas anstrengend, vor allem weil es von Absatz zu Absatz wechselt. Aber es war auch eine gute Lösung, um zu zeigen, welche grausamen Dinge den Kindern im Haus angetan wurden ohne dabei ins Detail zu gehen.


„Girl A“ von Abigail Dean ist erschreckend und faszinierend.

Bewertung vom 06.03.2021
Falling for my Brother's Best Friend / Baileys-Serie Bd.4 (eBook, ePUB)
Rayne, Piper

Falling for my Brother's Best Friend / Baileys-Serie Bd.4 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Piper Rayne ist zurück. Hinter den Namen verbergen sich zwei Autorinnen aus den USA. Seit den 01. März 2021 ist der vierte Teil der Baileys Reihe - „Falling for my Brother's Best Friend“. Jedes Buch der Reihe ist eine in sich abgeschlossene Geschichte und kann separat von den anderen Büchern gelesen werden. Dadurch werden aber die früheren Bände gespoilert.

In „Falling for my Brother's Best Friend“ erzählt Piper Rayne die Geschichte von Savannah Bailey und Liam Kelly.

Savannah ist die zweit Älteste der Bailey Geschwister. Seit dem Tod ihrer Eltern leitet sie das Familienunternehmen und kümmert sich um ihre Geschwister. Jahre später versucht sie alles, um den Familiennamen gerecht zu werden und alles zu beweisen, dass sie es kann. Was Savannah nicht merkt, sie hat sich auf den Weg verloren.

Liam Kelly gehört quasi schon seit Jahren zu den Baileys. Er ist 5 Jahre jünger als Savannah und der beste Freund ihrer Brüder. Noch dazu ist Liam der Besitzer eines Tattoo-Shops. Auf den ersten Blick passt er gar nicht zu Savannah. Doch er will ihr helfen, das Mädchen zu finden, an das er sich erinnert.

„Falling for my Brother's Best Friend“ von Piper Rayne kann unabhängig von den anderen Büchern gelesen werden, aber ich empfehle es nicht. Da ich die anderen Bücher der Reihe noch nicht gelesen habe, war der Anfang etwas verwirrend für mich. Es ist deutlich, dass die Geschichte auf Ereignisse aus früheren Bänden aufbaut. Natürlich wurde auf die Geschehnisse aus früheren Bänden hingewiesen und kurz erläutert, mir hat dennoch einfach etwas gefehlt. Dem Lesespaß hat diese aber im Großen und Ganzen nicht geschadet.

Savannahs und Liams Geschichte in Piper Rayne „Falling for my Brother's Best Friend“ scheint auf den ersten Blick die typische Gegensätze-ziehen-sich-an Geschichte zu sein. Es besteht keine Zweifel, dass zwischen den Beiden eine Anziehungskraft wirkt und wenn man nur auf die äußeren Merkmale achtet, sind beide sehr verschieden. Savannah, die erfolgreiche Geschäftsfrau, diszipliniert und durchorganisiert, und Liam, der Tätowierer mit wilden Ruf. Doch wenn man genau hinschaut, sind beide in Wirklichkeit gar nicht so unterschiedlich und suchen nach dem Gleichen.

Piper Rayne ist es durch die Entwicklung der Handlung sehr gut gelungen, zu verdeutlichen, dass man genau hinschauen soll. Es ist wichtig nicht nur auf äußere Dinge zu achten, sondern dass man das ganze Bild betrachten.

Bewertung vom 11.02.2021
Kim Jiyoung, geboren 1982
Cho, Nam-joo

Kim Jiyoung, geboren 1982


ausgezeichnet

„Kim Jiyoung, geboren 1982“ ist der Debütroman von Cho Nam-Joo. Das Buch der früheren Drehbuchautorin ist bereits 2016 in Südkorea, Japan und China erschienen, und hat dort riesige Diskussionen ausgelöst. Seit 11. Februar 2021 ist „Kim Jiyoung, geboren 1982“ beim Kiepenheuer & Witsch Verlag erhältlich.

In ihren Roman erzählt Cho Nam-Joo die Geschichte von Kim Jiyoung, eine gewöhnliche Frau und Mutter Mitte Dreizig. Ihr Leben ist unauffällig bis sie psychisch Episoden hat. Während des Besuches bei ihren Schwiegerelter schlüpft Jiyoung plötzlich in die Identität ihrer Mutter. In der altersbasierten Hierarchie der koreanischen Gesellschaft spricht sie so ihre Schwiegereltern in einer Weise an, die extrem unangemessen ist und Empörung auslöst. An einen anderen Tag behauptet sie, eine Schulkameradin zu sein, die vor einem Jahr nach der Geburt ihres Kindes starb. Da sich die Psychose verschlimmert, schickt ihr Ehemann sie zu einem Psychiater. 

Cho Nam-Joo katalogisiert in „Kim Jiyoung, geboren 1982“ die systematische Unterdrückung vom weiblichen Geschlecht in jeder Phase ihres Lebens. Denn Jiyoung wurde zu einer Zeit geboren, als das Geschlecht des Fötus bestimmt und Mädchen abgetrieben wurde. Die Mutter von Kim Jiyoung sich bei ihren Schwiegereltern entschuldigt, weil die Eltern einen Jungen wollten. Ihr Bruder bekommt ein eigenes Zimmer, während sie sich ein Zimmer mit ihrer Schwester teilt. Nach dem Jiyoung sexuell Belästigung wird, bekommt sie die Schuld. Trotz einem guten Abschluss findet sie nur schwer einen Job und bekommt weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen.

„Kim Jiyoung, geboren 1982“ von Cho Nam-Joo ist einen emotionslosen, distanzieren Stil geschrieben, welcher im ersten Moment etwas ungewohnt ist. Emotionen werden beim Lesen nur durch das Handeln der Personen hervorgerufen. Erst am Ende des Buches stellt man fest, dass es sich bei „Kim Jiyoung, geboren 1982“ um eine Fallgeschichte handelt, verfasst aus der Perspektive des männlichen Psychiaters. Durch die auf Artikel verweisenden Fußnoten wird verdeutlicht, dass die Geschichte von Kim Jiyoung auf Fakten basiert und keine reine Fiktion ist. Denn trotz des technischen Fortschrittes in Südkorea, hält das Land an alten Traditionen und Ansichten fest.

„Kim Jiyoung, geboren 1982“ hat sich bereits 2 Millionen Mal weltweit verkauft hat. Dies verdeutlicht, wie aktuell das Thema immer noch ist, das Cho Nam-Joo anspricht. Nicht nur in Südkorea, sondern überall auf der Welt erfahren Frauen noch heute geschlechtsspezifische Ungerechtigkeit.

Bewertung vom 31.01.2021
Der Solist
Seghers, Jan

Der Solist


sehr gut

Jan Seghers alias Matthias Altenbau hat schon einige Werke erfolgreich veröffentlicht und einige wurden auch vom ZDF verfilmt. Bisher spielten die Geschichten im Umkreis von Frankfurt am Main. „Der Solist“ ist der erste Kriminalroman von Jan Seghers, welcher nach Berlin führt.

Es ist das Jahr 2017. Die Bundestagswahlen stehen an und der Fall Amri wird immer noch aufgearbeitet. Der Frankfurter Ermittler Neuhaus wird nach Berlin geschickt. Er soll der Sondereinheit für Terrorabwehr SETA unter die Arme greifen, weil die Gefährdungslage sich drastisch verschärft hat. Die Stadt wird von einer Reihe von Mord erschüttert, die einen terroristischen Hintergrund vermuten lassen: ein jüdische Aktivist wird nahe einer Synagoge erschossen, später dann eine muslimische Anwältin.

Die Berliner Kollegen begegnen Neuhaus mit Skepsis. Nur die in Berlin aufgewachsenen Deutsch-Türkin Suna-Marie, von allen nur Grabowski genannt, arbeitet mit ihm zusammen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Verbindung zwischen beiden Fällen.

Der Kriminalroman „Der Solist“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Jan Seghers. Mit 240 Seiten ist dieser Krimi kürzer als die gängigen Varianten. Dies mag an Seghers Schreibstil liegen. Anders als seine Autorenkollegen beschränkt es sich auf das Wesentliche. Er verzichtet auf die Lebensgeschichte des Pathologen einzugehen, welcher in einer Szene auftaucht. Obwohl es zum Ende hin, etwas ausführlicher hätte sein können. Obwohl der Roman „Der Solist“ fiktiv ist, tauchen viele Elemente, die auf wahren Begebenheiten basieren, auf. Sei es die rechtspopulistische Politik, die starken Einfluss auf die Öffentlichkeit ausübt, der Fall Amri oder die Chatgruppe mit rechtsextremen Inhalten.

Was bei dem Hauptcharaktere in „Der Solist“ sofort auffällt, dass von Neuhaus kein Vorname bekannt ist. Dafür erfährt man relativ viel über seine Vergangenheit und Herkunft. Jan Seghers grenzt Neuhaus auch stark von den anderen BKA- Beamten ab. Sowohl vom Charakter und als Vermittler ist Neuhaus ein Einzelgänger, welcher auf niemanden als den BKA-Präsidenten hören muss. Daher fällt es ihm die Zusammenarbeit mit dem Berliner Team nicht gerade leicht.

Als Team funktionieren Neuhaus und Grabowski recht gut. Es wird nur schnell deutlich, dass Jan Seghers keine klare Vorstellung hat, in welche Richtung die Beziehung des Ermittlerduos gehen soll. Seine Schwierigkeiten scheint der Autor auch mit weiblichen Charakteren in „Der Solist“ zu haben. Grabowski wirkt schemenhaft zusammen gewürfelt und klischeehaft. In Interviews zum Buch beschreibt Seghers sie nur als „sexy“. Wenn ein männlicher Autor einen weiblichen Charakter nur mit den Worten „sexy“ beschreiben kann, sagt schon alles.

Bewertung vom 06.12.2020
Moments like Snowflakes (eBook, ePUB)
Marten, Mila

Moments like Snowflakes (eBook, ePUB)


gut

„Moments Like Snowflakes“ ist der Auftakt der Duology von Mila Marten. Der Roman erscheint am 07.12.2020 im Forever Verlag.

Jenna Scott schlägt sich als Kellnerin durch, bis sie wieder einen Job als Drehbuchautorin findet. Eines Abends erhält sie einen Anruf, der ihre Chance ist. Einer der bedeutendsten Regisseure ist seit längeren auf der Suche nach ihr, weil sie das Drehbuch fertig schreiben soll, was sie in ihren alten Job begonnen hatte. Der Cast steht schon fest und die Hauptrolle soll niemand anderes als Hollywood Superstar Ryan Williams mimen.

Jenna kann ihr Glück nicht glauben. Besorgt ist sie aber auch die Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Dennoch reist sie ans Set nach Kanada. Dort trifft sie auf Ryan und beide fühlen sich voneinander angezogen. Aber von Ryan sollte sich Jenna lieber fern halten, denn er hat eine Freundin.

Eigentlich hat „Moments Like Snowflakes“ von Mila Marten alles, was ein gefühlvoller Roman für die Wintermonate brauch: eine verschneite Region, gemütliche Abende um den Kamin und eine interessante Liebesgeschichte. So wird es auch von Buchcover suggeriert.

Der Urlaubsort in Kanada, welcher als Set dient, klingt traumhaft, obwohl es nur eine Nebenrolle spielt. Doch bei der Handlung und der Interaktionen beider Hauptcharaktere wollte der Funke nicht überspringen. Dabei bietet die Idee - Drehbuchautorin trifft Superstar, beide kommen sich näher - viel potenzial und Möglichkeiten, leider werden diese nicht genutzt. Statt sich beide während der Arbeit näher kommen, laufen sie sich kaum über den Weg. Und wenn Ryan und Jenna aufeinander treffen, sind die Gespräche langweilig und steif. Wenn Jenna mit der Crew Zeit verbringt, sind die Interaktionen lockerer, natürlicher und unterhaltsamer. Die Passagen liest man lieber, als Ryan mit Jenna.

Angesprochen hat mich das Cover von „Moments Like Snowflakes“ und die Inhaltsangabe, doch leider kamen sowohl die winterlichen Momente zu kurz, noch wurde das Potenzial der Geschichte ausgeschöpft. Noch dazu endet das Buch mit einen Cliffhanger. Fortsetzung erst Anfang April.

Bewertung vom 29.11.2020
Ungezähmt
Melton, Glennon Doyle

Ungezähmt


gut

„Ungezähmt“ von Glennon Doyle ist eine Biographie mit Selbsthilfeanteil. Es geht darum auf seine innere Stimme zu hören und weniger auf gesellschaftliche Standards.


In „Ungezähmt“ erzählt Glennon Doyle von den entscheidenen Moment, der ihr Leben verändert hat. Als Erwachsene mittleren Alters, verheiratet mit drei Kindern und mit einen Karriere als christliche Motivationsrednerin, erkennt sie, dass sie sich von einer Frau angezogen fühlt. Sie begibt sich auf eine Reise der Selbstfindung, welche sich auf ihre Ehe und neue Beziehung auswirkt. Dabei spricht sie über Themen wie Rasse, soziale Ungerechtigkeit, Feminismus, Religion, Aktivismus und Sexualität.

Zu Beginn las sich „Ungezähmt“ von Glennon Doyle sehr interessant. Ab ein Drittel des Buches wurde es schwieriger. Die Kapitel fühlten sich mehr wie Essays oder Blogposts an und nicht wie zusammenhängende Buchkapitel. Die Dialoge in „Ungezähmt“ zwischen Glennon Doyle und ihrer Familie wirken künstlich und steif, genauso wie das Handeln der Familie.

Zu einigen Themen wie Religionen und Kindererziehung konnte ich nicht nicht hineinversetzen, weil ich selber weder Religiös bin, noch Kinder habe. Auch der ständige Vergleich von vor Glennon Doyle’s Erwachen und danach wirkt oft sehr idealistisch.

So wie man sich einen Motivationsredner vorstellt, als jemand der ständig sein Mantra wiederholt, ist es auch mit der Autorin. Man soll auf sein Inneres hören bzw. vor jeder Entscheidung in sich kehren. Mit jeder Wiederholung wurde es anstrengender das Buch zu lesen. Besonders da Glennon Doyle sich regelmäßig in „Ungezähmt“ selber auf die Schulter klopft, lässt das Buch immer selbstgefälliger wirken. Es wirkt als sei sie perfekt, da Doyle keine negativen Auswirkungen oder Fehler benennt.

Meine Erwartungen an „Ungezähmt“ von Glennon Doyle waren sehr hoch, besonders da das Buch für Reese Witherspoon Buchclub ausgewählt wurde. Leider wurde das Buch den Erwartungen nicht gerecht.

Bewertung vom 05.11.2020
Der Morgen einer neuen Zeit / Kingsbridge Bd.4
Follett, Ken

Der Morgen einer neuen Zeit / Kingsbridge Bd.4


sehr gut

Wer noch ein Buch für gemütlichen Herbstabend sucht, dem empfiehlt sich das neuste Werk von Ken Follett - „Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit“. Der 1024 Seiten umfassende historische Roman ist die Vorgeschichte zu dem Weltbestseller „Die Säulen der Erde“ und erzählt die Anfänge von Kingsbridge.

Es ist das Jahr 997 n. Chr. in England schleicht sich der junge Bootsbauern im Morgengrauen aus dem Elternhaus, um sich mit seiner Geliebten zu treffen. Deshalb ist er derErste, der die in Drachenboote aufziehende Gefahr sieht. Die Vikinger überfallen die Küstendörfer und hinterlassen nichts als Zerstörung und Tote. Auch Edgars Familien bleibt nicht verschont. Nach dem die Werft zerstört wurde, bleibt Edgar und seine Familie nichts anderes übrig als auf einen verlassenen Bauernhof fern der Küste neu anzufangen.

Währenddessen verlässt Range, eine normannische Adlige, ihre Familie, um nach England zu gehen und den Mann zu heiraten, den sie liebt. Schnell muss sie feststellen, dass sie einen großen Fehler gemacht hat, weil die Lebensbedingungen viel härter sind, als sie gewohnt ist.

Der Mönch Aldred träumt davon, die bescheidenen, verarmte Abtei zum Zentrum der Wissenschaft und Bildung in ganz Europa zu machen. Dem entgegen steht der machthungrige Bischof Wynstan. Kein Preis ist zu hoch, damit er sein Ziel erreicht.

Ken Follett vereint in „Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit“ die Charaktere, sowohl gut als auch böse in einem Dorf und gibt dem Leser so Einblick in das Leben der damaligen Zeit. Es war eine dunkle Zeit und Ken Follett scheut sich nicht, dieses harte Leben zu zeigen durch brutale Kämpfe, Vergewaltigungen und Umgang mit Sklaven.

„Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit“ wird in vier Abschnitte erzählt. Dabei ändert Ken Follett im Laufe der Geschichte das Erzähltempo. In den ersten zwei Abschnitten werden die Charaktere vorgestellt und positioniert. Da Ken Follett ein sehr detailreich beschreibender Autor ist, nahm dies einiges an Erzählzeit in Anspruch. Die anderen beiden Abschnitte wurden dann schneller erzählt, wodurch einige Themen sehr schnell abgearbeitet wurden. Dass zum Ende von „Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit“ sich einige Themen wiederholen, stört etwas das Lesevergnügen.

Ken Follett „Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit“ ist die Vorgeschichte von „Die Säulen der Erde“ und bietet somit einen guten Einstieg in die Buchreihe.

Bewertung vom 25.10.2020
Die Krieger (eBook, ePUB)
Maurer, Martin

Die Krieger (eBook, ePUB)


sehr gut

Nach dem Thriller „Terror“ veröffentlicht der Drehbuchautor Martin Maurer am 10.11.2020 sein neustes Werk - „Der Krieger“ - beim Dumont Verlag.

Der Kriminalroman „Der Krieger“ nimmt den Leser mit zurück in das Jahr 1984. Nach dem Tod seiner Frau lässt Nick Marke sein Leben in Berlin hinter sich und fängt neu in München als Kriminalkommissar bei der Polizei an. Doch dann geht in der Diskothek Liverpool in Flammen auf. Zunächst wird angenommen, dass es sich um ein Revierkampf im Rotlichtmilieu handelt. Als aber ein Bekennerschreiben auftaucht, welches von der italienischen Polizei übermittelt wurde, nimmt der Fall eine überraschende Wende.

Um den Hinweisen nachzugehen, muss Nick nach Italien und dort ermitteln. Hilfe bekommt er dabei von Graziella Altieri. Sie ist eigentlich die Reinigungskraft der Mordkommision, aber will kein anderer Übersetzer zur Verfügung steht, springt sie ein.

„Die Krieger“ von Martin Maurer ist ein Kriminalroman, der wahre Begebenheiten und Fiktion mischt. Sowohl die Terroristengruppe LUDWIG als auch einige Begebenheiten der 80er Jahre sind tatsächlich geschehen. Maurer konstruiert darum einen spannenden Kriminalfall, der bei den Ermittlungen ohne technischen Schnickschnack auskommt. Es war wirklich erfrischend, dass keine Emails oder WhatsApp Nachrichten zum vorantreiben der Ermittlungen beitragen. Stattdessen mussten, die Charaktere noch vor Ort alte Akten durchlesen und Personen befragen.

Dabei konnte das Thema in Martin Maurers „Die Krieger“ nicht aktueller sein, denn LUDWIG ist eine rechtsextreme Terrorgruppe, die Anschläge auf verschiedene Bevölkerungsgruppen verübt, die gegen ihre Weltanschauung verstoßen.

Nick und Graziella sind ein ungleiches Ermittler-Duo. Zu Beginn haben beide einige Schwierigkeiten miteinander. Graziella kann zwar Deutsch sprechen und verstehen, in Italien fällt aber auf, dass sie Probleme beim Lesen und Schreiben hat. Dadurch gehen die Ermittlungen langsamer voran als geplant, was Nick sehr stört. Nick stellt aber schnell fest, dass er Graziella braucht. Die versteht nicht nur die italienische Sprache, sondern auch die Mentalität und Körpersprache der Menschen.

„Die Krieger“ von Martin Maurer ist die perfekte Mischung aus wahrer Begebenheit und Fiktion, vereint in einem Kriminalroman mit einem immer noch aktuellen Thema.

Bewertung vom 20.09.2020
Mord in Highgate / Hawthorne ermittelt Bd.2
Horowitz, Anthony

Mord in Highgate / Hawthorne ermittelt Bd.2


ausgezeichnet

Nach „Ein perfider Plan“ erschien am 9. September 2020 mit „Mord in Highgate“ der zweite Krimi- Roman mit dem Ermittler- Duo Daniel Hawthorn und Anthony Horowitz.

Daniel Hawthorn ist wie ein moderner Sherlock Holmes. Der frühere Detektiv wird bei besonders schweren Fällen von der Polizei hinzugezogen, um bei den Ermittlungen zu helfen. In „Mord in Highgate“ ist Daniel Hawthorn zwar der leitende Ermittler, nimmt im Buch aber nur eine Nebenrolle ein. Dadurch ist von ihm auch nicht viel bekannt, außer dass er sehr nicht sehr gesprächig und etwas grob im Umgang ist. Hawthorne Watson ist Anthony Horowitz. Der Charakter hat nicht nur den Namen mit dem Autor gemeinsam, sondern ist auch Hauptfigur und Erzähler von „Mord in Highgate“. Dies kann zeitweise sehr verwirrend sein, denn wie im realen Leben ist die Buchfigur Drehbuchautor der Fernsehserie Foyle’s War.

Zu Beginn von „Mord in Highgate“ wird Anthony Horowitz von Daniel Hawthorn am Set aufgesucht und gebeten beim neusten Fall mit dabei zu sein. Der Scheidungsanwalt Richards Pryce wurde mit einer Weinflasche erschlagen und ermordet. Er stand kurz vor dem Abschluss des Scheidungsprozesses eines wohlhabenden Kunden, Adrian Lockwood. Akira Anno, Lockwoods Frau, fühlte sich betrogen und hat Pryce vor einiger Zeit im Restaurant konfrontiert. Während sie ein Weinglas über ihn ausschüttet, droht sie ihn. Das macht sie zur Hauptverdächtigen. Aber das wäre zu einfach. Zusammen betrachten Hawthorn und Horowitz das nähere Umfeld und die Vergangenheit des Toten.


Anthony Horowitz begann bereits in seiner Jugend sich Geschichten auszudenken und seinen Mitschülern im Internat zu erzählen. Heute zählt er im englischsprachigen Raum zu den erfolgreichsten Schriftstellern. Er hat eine Vielzahl von Kinder- und Jugendbücher geschrieben, darunter auch Alex Rider, welcher als Serie seit kurzem auf Prime Video zu sehen ist. Aus seiner Feder stammen aber auch zwei James Bond und zwei Sherlock Holmes Bücher, neben anderen Bücher für Erwachsene. Diese Erfahrungen machen sich in „Mord in Highgate“ bemerkbar.

Nach und nach wird der Fall im typischen Stil bekannter Krimigrößen, wie Sir Arthur Conan Doyle und Dame Agatha Christie, aufgerollt. Während es durchaus spannend zu lesen ist, war das Ende nicht sehr überraschend. Wer gerne und viel aus dem Krimigenre liest wird bereits im ersten Drittel von „Mord in Highgate“ erraten, wer es war.

„Mord in Highgate“ von Anthony Horowitz ist spannend, aber vorhersehbar.