Kinderbuch des Monats
Unsere Kinderbuch-Redaktion stellt Ihnen hier jeden Monat das bücher.de Kinderbuch des Monats vor. Wir prüfen Kinderbücher für Leser von 0 bis 12 Jahren und nehmen jeden Monat ein Buch genauer unter die Lupe. Mit dem bücher.de Kinderbuch des Monats erhalten Sie einen genauen Einblick in unseren Liebling des Monats.
Das letzte Schaf
13,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
Ulrich Hub: Das letzte Schaf

In dieser Nacht ist für die kleine Schafherde alles anders: Anstatt dicht aneinander gekuschelt süße Schafsträume zu genießen, sind alle putzmunter. Die Wiese ist hell erleuchtet von einem seltsamen Stern. Und dann sind auch noch die Hirten weg. Ob mit Zahnspange, Gipsbein oder Augenklappe - jetzt müssen alle Schafe zusammen halten. Denn gemeinsam machen sie sich auf, ihre Hirten zu finden und dieses rätselhafte Kind, von dem alle erzählen.

Was?

Die Weihnachtsgeschichte gibt es doch schon in allen erdenklichen Varianten, denkt man. Doch wer denkt an die Schafe? Ulrich Hub hat eine herrlich warmherzige und urkomische Erzählung über Freundschaft und Mut daraus gestrickt. Die Botschaft ist geblieben: Habt keine Angst!

Wie?

Die Geschichte sprudelt über an verrückten Ideen und absurden Situationen. Jedes Schaf hat eine schwierige Eigenheit, die sich irgendwann als Vorteil erweist. Einfach niedlich! Die großen und kleinen Farbillustrationen sorgen für Atmosphäre und zusätzliche Pointen.

Für wen?

Das Buch wird für Kinder ab acht Jahren empfohlen. Es eignet sich also für gewitzte Kids im Erstlesealter schon zum Selbstlesen. Zum ganz großen Spaß wird es aber erst vorgelesen - zum Beispiel als alternative Variante der gemeinsam erlebten Weihnachtsgeschichte an einem Adventsnachmittag oder dem Heiligen Abend. Gesungen wird hier übrigens auch gemeinsam.

Von wem?

Ulrich Hub, geboren in Tübingen, wurde in Hamburg zum Schauspieler ausgebildet. Diesen Beruf hat er längt durch den des Autors und Regisseurs ersetzt. Neben Stücken und Drehbüchern für Erwachsene schreibt er - mittlerweile in Berlin - erfolgreiche Kinderbücher wie "Füchse lügen nicht" oder "Ein Känguru wie du". Mit "An der Arche um Acht" landeten er und der Illustrator Jörg Mühle einen Bestseller. "Das letzte Schaf" ist ihr neues gemeinsames …mehr
Autorenporträt
Ulrich Hub wurde in Tübingen geboren und absolvierte in Hamburg eine Schauspielausbildung. Er arbeitet als Regisseur an verschiedenen Theatern, schreibt Stücke und Drehbücher und zählt zu den wenigen Autoren, die sich sowohl im Erwachsenen- als auch im Kindertheater einen Namen gemacht haben. Der vielfach ausgezeichnete Autor lebt in Berlin.
Interview mit Ulrich Hub zu "Das letzte Schaf"

"Die Botschaft: Seid netter zueinander und habt keine Angst!"

Mit "An der Arche um Acht" hatten Sie internationalen Erfolg. Nun haben Sie sich an eine Neuinterpretation der Weihnachtsgeschichte gewagt. Ist Ihnen denn gar nichts heilig?

Ulrich Hub
: Alles, was heilig sein soll, ist mir immer ein bisschen suspekt. Viel wichtiger ist mir Respekt - gegenüber Menschen und Tieren. Die Bibel steht in meinem Bücherregal neben Märchen aus Tausendundeiner Nacht, griechischen Mythen und den Märchen der Brüder Grimm.

Welche biblische Story würden Sie gern als Nächstes erzählen?

Ulrich Hub
: Darüber habe ich bisher noch nicht nachgedacht. Vor Jahren habe ich Lessings "Nathan der Weise" für Kinder bearbeitet. Vielleicht wird das mein nächstes Buch. Religionskonflikte gab es schon immer, und die einzige Hoffnungist, dass Kinder es besser machen - wenn sie nicht beeinflusst werden.

Die Weihnachtsgeschichte erzählen Sie aus der Perspektive der am wenigsten beachteten Beteiligten: der Schafe. Was lernen wir aus diesem Blickwinkel?

Ulrich Hub
: Bei der Lektüre soll man nichts lernen, sondern erst einmal unterhalten werden - im besten Fall kann man etwas erfahren, was man vorher noch nicht gewusst hat. Ich bin kein religiöser Mensch, aber gegen die Botschaft von Jesus kann man keine Einwände haben: Seid ein bisschen netter zueinander, verzeiht euren Feinden und habt keine Angst.

Es geht um eine kleine Herde - die Anzahl soll hier nicht verraten werden - aus ganz unterschiedlichen Charakteren. Haben Sie ein heimliches Lieblingsschaf? Ist es das letzte Schaf, die Titelfigur?

Ulrich Hub
: Ich mag die Schafe als Gruppe. Das eigentliche Ereignis haben sie verpasst, weil sie immer auf irgendein Schaf warten mussten, aber die Botschaft haben sie trotzdem verinnerlicht - vielleicht aus reinem Zufall: Sie haben ihre Furcht überwunden, sind einfach mutig losmarschiert und haben sogar den Letzten mitgenommen.

Wie kam es ursprünglich zur Zusammenarbeit mit dem wunderbaren Illustrator Jörg Mühle? Sind Sie inzwischen ein eingespieltes Team?

Ulrich Hub
: Diese Idee kam von meiner ersten Lektorin und ich bin immer noch sehr froh darüber. Jörg Mühle bekommt die ersten Textentwürfe von mir und fängt erst einmal an zu zeichnen. Wir treffen uns während der Arbeit einmal, telefonieren gelegentlich, aber mischen uns nicht gegenseitig ein.

Als Autor und Theaterregisseur sind Sie sehr erfolgreich. Stehen Sie manchmal noch selbst als Schauspieler auf der Bühne? Falls nicht: Vermissen Sie es?

Ulrich Hub
: Bei meinen Lesungen nutzt mir die Erfahrung, auf einer Bühne gestanden zu haben, immer noch. Ich bin eigentlich ganz froh, nicht mehr Schauspieler zu sein, aber ich kann mich in deren Situation noch gut hineinversetzen - und das hilft mir bei der Arbeit am Theater. Niemals würde ich Schauspieler dazu zwingen, etwas gegen ihren Willen zu tun. Das machtnur wenig Sinn und überhaupt keinen Spaß.

Interview: Literaturtest, 2018