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Schwarz wie Erde / Vanitas Bd.1
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Ursula Poznanski: Vanitas - Schwarz wie Erde

Dieses Szenario ist der ultimative Albtraum. Eine Frau steckt wehrlos in einer engen Grube fest. Einige Meter über ihr dringt Tageslicht durch eine Öffnung. Doch niemand kommt ihr zur Hilfe. Stattdessen nähern sich unheimliche Geräusche, bis sich schließlich ein Betonschwall in die Tiefe ergießt. Man muss nicht an Platzangst leiden, um gleich auf den ersten Seiten von "Vanitas - Schwarz wie Erde" das Gruseln zu lernen. Je mehr Carolin, die Heldin des neuen Krimis von Ursula Poznanski, einem auf den folgenden 380 Seiten ans Herz wächst, desto sehnlicher wird der Wunsch, dass sich die Icherzählerin am Ende nicht als jene bedauernswerte Frau in der Baugrube entpuppen möge.

Dafür stehen die Chancen allerdings eher schlecht. Denn Carolin ist ins Visier von Mitgliedern des Organisierten Verbrechens geraten. Als Kronzeugin in einem langwierigen Ermittlungsverfahren musste sie vor zehn Monaten untertauchen, von Frankfurt nach Wien ziehen, wo sie seither in der Gärtnerei des Zentralfriedhofs arbeitet. Hier, im duftenden Meer aus Grün und bunten Blüten hat Carolin gerade begonnen, sich halbwegs sicher zu fühlen. Doch dann erfährt sie von ihrem alten Kontaktbeamten Robert, dass man ihr Schutzprogramm aus Kostengründen auf Sparflamme zurückfahren wolle. Es sei denn, sie würde sich noch einmal für einen kleinen Job als Informantin zur Verfügung stellen. Widerwillig zieht Carolin, die ab sofort nicht mehr den Nachnamen Bauer, sondern Springer trägt, einmal mehr in eine neue Stadt. In München wird sie die neue Nachbarin von Tamara Lambert, dem schwarzen Schaf einer Familie, deren Firma zu den größten Bauunternehmen Deutschlands zählt. Kurz zuvor war auf einer Baustelle eine tote Journalistin aus einem frisch gegossenen Betonblock geborgen worden. Die Polizei geht davon aus, dass in der umkämpften und klassischerweise als korrupt geltenden Baubranche längst mit Mitteln gearbeitet wird, …mehr
Autorenporträt
Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universitäten und landete schließlich als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag. Nach dem fulminanten Erfolg ihres Jugendromans "Erebos" widmet sie sich dem Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.
Interview mit Ursula Poznanski zu "Vanitas - Schwarz wie Erde"

Warum sollte sich eine Touristin oder ein Tourist in Wien den Zentralfriedhof anschauen?

Ursula Poznanski
: Weil er unglaublich stimmungsvoll ist. Man spaziert zwischen den Grabskulpturen der alten Adelsfamilien oder zwischen prächtigen Gruften und verfallenen, überwucherten Grabsteinen herum oder läuft über den Waldfriedhof oder den jüdischen Friedhof. Manchmal begegnen einem Rehe, und in der Nähe des Haupteingangs findet man die gewissermaßen "Unsterblichen", wie Beethoven und Schubert.

In "Vanitas" erklingt allerdings keine klassische, sondern eher zeitgenössische Pop- und Rockmusik. Entspricht das auch Ihrem Musikgeschmack? Welche Rolle spielt Musik für Ihre Arbeit?

Ursula Poznanski
: Einige der Musiknummern, die in "Vanitas" vorkommen, habe ich tatsächlich auch auf meiner eigenen Playlist, andere definitiv nicht. Als Begleitung beim Schreiben eignet sich allerdings keine einzige davon, weil ich da nur Musik hören kann, bei der niemand singt - also vorzugsweise Film-Soundtracks. Gelegentlich drifte ich auch in Wellnessmusik ab: Regengeräusche und Panflöten oder Ähnliches. Die hilft aber nur bei den ruhigeren Szenen im Buch.

Die Heldin von "Vanitas", die sich meistens Carolin Springer nennt, arbeitet zunächst in der Gärtnerei dieses Friedhofs. Hat Sie dieser Ort oder diese Tätigkeit zuallererst zu Ihrem Roman inspiriert?

Ursula Poznanski
: Die Idee ist daraus entstanden, dass ich Carolin den denkbar harmlosesten Kontrapunkt zu ihrer furchtbaren Vergangenheit geben wollte. Blumen als Kontrast zu den grausamen Morden, von denen sie so viele gesehen hat. Dass sie mit einem der wenigen Menschen, die von ihrem Überleben wissen, unter anderem inder Sprache der Blumen kommuniziert, war dann ein spontaner Zusatzeinfall. Es gibt dazu Bücher und eine Menge Internetseiten; an beidem habe ich mich ausgiebig bedient.

Es scheint Ihnen ein Anliegen zu sein, die Existenz und die Methoden des Organisierten Verbrechens schonungslos zu beschreiben. Wird die Gefahr, die vom Organisierten Verbrechen ausgeht, gemeinhin eher unterschätzt?

Ursula Poznanski
: Ich fürchte, diese Frage kann ich nicht allgemeingültig beantworten. Im normalen Alltagsleben bemerkt man ja kaum etwas von der Existenz der Organisierten Kriminalität - außer die Fehden werden in aller Öffentlichkeit ausgetragen, so wie letztens in der Wiener Innenstadt. Das dürfte sich aber sehr schnell ändern, sobald man mit diesen Organisationen tatsächlich die Wege kreuzt.

"Vertraute Tätigkeiten haben etwas Beruhigendes" heißt es in "Vanitas" an einer Stelle.Trifft das auch auf Sie und das Schreiben zu?

Ursula Poznanski
: In gewisser Weise ja, weil sich die ganze Konzentration auf den Text richten muss, andererseits auch wieder nicht, weil ich mich möglichst tief in die jeweiligen Charaktere hineinfühlen will, und da findet sich selten Beruhigendes. Ist also eine merkwürdige Mischung.

Ihr neuer Roman wird als erster Teil einer neuen "Vanitas-Reihe" angekündigt. Wie konkret sind Ihre Pläne für diese Reihe? Was reizt Sie daran, einmal mehr eine Romanreihe anzugehen?

Ursula Poznanski
: Sie sind insofern konkret, als ich für den zweiten Teil eine grobe Gedankenskizze entworfen habe und auch schon weiß, worauf ich im dritten Band hinauswill. Für mich ist das Schöne an Reihen, dass man den Protagonisten eine ausführlichere Entwicklung zugestehen kann als in einem Einzelband, dass man sie intensiver kennenlernt. So gehtes zumindest mir.

Last but not least: Freuen Sie sich, wenn Ihnen jemand Blumen schenkt?

Ursula Poznanski
: Ja, das tue ich - nur nicht unbedingt auf Lesereisen, weil sie bei täglichem Hotelwechsel, Bahnfahrten und im Flieger nicht lange überleben. Sonst habe ich Blumen aber sehr gerne, besonders, wenn ich sie bei mir zu Hause in die Erde setzen kann.

Interview: Literaturtest, 2019
Ursula Poznanski: Vanitas - Schwarz wie Erde

Dieses Szenario ist der ultimative Albtraum. Eine Frau steckt wehrlos in einer engen Grube fest. Einige Meter über ihr dringt Tageslicht durch eine Öffnung. Doch niemand kommt ihr zur Hilfe. Stattdessen nähern sich unheimliche Geräusche, bissich schließlich ein Betonschwall in die Tiefe ergießt. Man muss nicht an Platzangst leiden, um gleich auf den ersten Seiten von "Vanitas - Schwarz wie Erde" das Gruseln zu lernen. Je mehr Carolin, die Heldin des neuen Krimis von Ursula Poznanski, einem auf den folgenden 380 Seiten ans Herz wächst,desto sehnlicher wird der Wunsch, dass sich die Icherzählerin am Ende nicht als jene bedauernswerte Frau in der Baugrube entpuppen möge.

Dafür stehen die Chancen allerdings eher schlecht. Denn Carolin ist ins Visier von Mitgliedern des Organisierten Verbrechens geraten. Als Kronzeugin in einemlangwierigen Ermittlungsverfahren musste sie vor zehn Monaten untertauchen, von Frankfurt nach Wien ziehen, wo sie seither in der Gärtnerei des Zentralfriedhofs arbeitet. Hier, im duftenden Meer aus Grün und bunten Blüten hat Carolin gerade begonnen, sich halbwegs sicher zu fühlen. Doch dann erfährt sie von ihrem alten Kontaktbeamten Robert, dass man ihr Schutzprogramm aus Kostengründen auf Sparflamme zurückfahren wolle. Es sei denn, sie würde sich noch einmal für einen kleinen Job als Informantin zur Verfügung stellen. Widerwillig zieht Carolin, die ab sofort nicht mehr den Nachnamen Bauer,sondern Springer trägt, einmal mehr in eine neue Stadt. In München wird sie die neue Nachbarin von Tamara Lambert, dem schwarzen Schaf einer Familie, deren Firma zu den größten Bauunternehmen Deutschlands zählt. Kurz zuvor war auf einer Baustelle eine tote Journalistin aus einem frisch gegossenen Betonblock geborgen worden. Die Polizei geht davon aus, dass in der umkämpften und klassischerweise als korrupt geltenden Baubranche längst mit Mitteln gearbeitet wird, die denen der Mafia in nichts nachstehen. Carolin soll sich mit Tamara anfreunden, um unauffällig an interne Informationen über das Bauunternehmen Lambert zu gelangen. Der Plan geht zunächst auf, nicht zuletzt weil die beiden Nachbarinnen eine Vorliebe für besondere Popmusik, etwa von Florence and the Machine teilen. Während sie als Tamaras Begleitung die Münchener Schickeria erkundet, beginnt Carolin auch noch selbst, als Journalistin verkleidet, den unheimlichen Todesfall auf der Baustelle zu untersuchen ...

Als erster Band der neuen "Vanitas"-Trilogie von Ursula Poznanski durchzieht "Schwarz wie Erde" ein düster-romantischer, aus der Zeit gefallener Grundton. In ihm schwingen die beiden Bedeutungsebenen des lateinischen Begriffs "Vanitas" mit. Hinter der Eitelkeit, die sich hier als Triebfeder menschlichen Handels bis hin zum kriminellen Größenwahn steigert, wird immer auch die Vergänglichkeit allen Lebens spürbar. Nicht umsonst wird Carolins Weg auch nach dem überstürzten Verlassen ihrer Gärtnerei von Blumen, einemklassischen Vanitas-Symbol, begleitet. Dass sich diese willensstarke und eigentlich eher lebenslustige Frau so ziemlich aller modernen Kommunikationsmittel, inklusive Social-Media-Aktivitäten, entsagen muss, um niemanden auf ihre Spur zu locken, verleiht ihr eine beeindruckend asketische Strenge. Gleichzeitig fiebert man bei ihren waghalsigen Ermittlungen umso mehr mit, weil jeder Tag, den Carolin überlebt, die Hoffnung nährt, dass sie doch noch aus ihren misslichen Lebensumständen wird lösen können. Entweder, um irgendwann wieder ein normales Leben zu führen oder um einem im anstehenden zweiten Vanitas-Band wieder zu begegnen. Unter welchem Namen auch immer.