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Niemals / Jenny Aaron Bd.2
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Andreas Pflüger: Niemals

"Würden Sie für mich sterben?" Jenny Aaron, Spezialistin einer geheimen Polizeieinheit, ist dem Mann, der ihr diese Frage stellt, gerade erst begegnet. Gemeinsam wollen sie dem mächtigen Mafioso Varga ein Schnippchen schlagen. Ein gewagtes Spiel. "Niemals" beginnt als actionreicher Agententhriller in Bond-Tradition, mit schnellen Autos, High Heels und Chauvinismus, Checkpoint Charlie und römischen Villen. Nach rund 50 Seiten ist dann klar: Anders als Bond & Co. sind die Held*innen von Andreas Pflüger nicht unverletzbar.

Das spannende neue Abenteuer von Jenny Aaron hat hier noch nicht einmal begonnen. Es setzt zehn Jahre danach ein und führt von der schwedischen Küste über Marrakesch bis in ein verschneites Alpenhotel. Zunächst bringt es Aaron zurück in die Berliner Spezialeinheit, die sie als im Dienst erblindete Polizistin verlassen musste. Ein seltsames Erbe, das sie nur persönlich in Marokko antreten kann, bringt Aaron und ihr Team auf die Spur eines weltweit gesuchten, höchst rätselhaften Mannes. Als sich die Puzzleteile langsam fügen, wird die dienstliche Mission für Aaron zum schmerzhaften persönlichen Rachefeldzug...

"Niemals" ist der zweite Teil einer Thriller-Trilogie. Der erste Band "Endgültig" erzählt von Aarons Schicksalsschlag: dem Kopfschuss, dem Verlust ihrer Sehkraft und dem Weg zu einer neuen Stärke. Durch Training wird sie zur blinden, hochempfindsamen Samurai-Kriegerin. Sie erreicht eine fast unmenschliche Körperbeherrschung und macht damit aus ihrer Not tatsächlich eine Tugend. Zum Beispiel orientiert sie sich durch Schnalzen im Raum, wie eine Fledermaus. Aber Aaron ist keine übernatürliche Superheldin, sie vereint lediglich eine unwahrscheinliche Menge von Fähigkeiten, die jede für sich wissenschaftlich belegt ist. In der Fortsetzung "Niemals" nimmt nun das Verhältnis zum Handicap eine Wendung: Eine neue Therapie macht ihr Hoffnung auf Heilung. Eine lähmende …mehr
Autorenporträt
Andreas Pflüger wurde 1957 in Thüringen geboren, wuchs im Saarland auf und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Er ist einer der renommiertesten deutschen Drehbuchautoren. Zu seinen mehrfach ausgezeichneten Arbeiten zählen u. a. Der neunte Tag und Strajk, in der Regie von Volker Schlöndorff, sowie über zwanzig Tatorte. Endgültig ist sein zweiter Roman.
Interview mit Andreas Pflüger zu "Niemals"

Herr Pflüger, Ihr Publikum wartet gespannt auf die Fortsetzung von "Endgültig". Was hat Sie selbst daran gereizt, einen weiteren Roman über Jenny Aaron zu schreiben?

Andreas Pflüger: Ich habe die Romanemit Jenny Aaron von Anfang an als Trilogie geplant. Jeder der drei Teile ist so geschrieben, dass man problemlos hineinkommt und mit einer befriedigenden Auflösung aus dem Buch entlassen wird. Deshalb wäre es durchaus denkbar, mit dem zweiten Band zu beginnen und darauf den ersten folgen zu lassen (auch wenn ich es mir anders wünsche). Darüber hinaus gibt es jedoch immer etwas, das fortgeschrieben wird: Aarons Geschichte. Am Ende wird alles sich zu einem großen Ganzen fügen.

Der Hirnforscher Bernhard Sabel, der Ihr fachlicher Berater ist, hat "Endgültig" als "ein Lehrbuch fürden Umgang mit Sehverlust" bezeichnet. Was lernen wir in "Niemals" über Sehen und Blindheit dazu? Was haben Sie selbst bei der weiteren Recherche gelernt?

Andreas Pflüger: Die Recherchearbeit zu der Trilogie war naturgemäß immens. Ein Buch aus der Perspektive einer blinden Frau zu schreiben ist in etwa so, als würde ein Geburtsblinder versuchen, die Welt mit den Augen einer sehenden Heldin zu erzählen. Es war die größte Herausforderung meines künstlerischen Lebens. In den letzten drei Jahren habe ich so viel über Blinde erfahren, dass es unmöglich wäre, auch nur einenBruchteil davon hier aufzuzählen. Das wichtigste ist wohl der tiefe Respekt vor jedem Menschen, der einen solchen Schicksalsschlag erleidet. Jeder, der das meistert, ist ein Held. Und am Ende habe ich gelernt, wie reich die Welt der Blinden sein kann, dass die meisten von ihnen in keiner Weise hilflos sind, auch wenn wir Sehenden uns das meist vorstellen. Nicht zuletzt ist das der Grund, warum Jenny Aaron solch herausragende Fähigkeiten besitzt und gegen vermeintlich übermächtige Gegner kämpfen muss - es ist ein Sinnbild, ein Gleichnis. Mich erreichen viele Stimmen von Leser*innen, die das sofort verstanden haben. Darüber freue ich mich ganz ungemein.



Sie schreiben viel für audiovisuelle Medien - Hörspiel, Kino, Fernsehen. Wie, glauben Sie, beeinflusst das Ihr Schreiben von Kriminalromanen?

Andreas Pflüger: Ein guter Drehbuchautor ist nicht automatisch auch ein Romancier. Um Literatur zu schreiben, genügt es nicht, spannend zu plotten oder dialogstark zu sein. Ich habe das Glück, dass mir die Lust am Fabulieren, am Erzählen schon immer zu eigen war. Erst damit kommt alles zusammen. Drehbuchschreiben hat nicht unwesentlich mitMathematik zu tun. Es gibt strenge Regeln, die für jeden Film gelten und eingehalten werden müssen. Beim Schreiben von Romanen hat man viel größere Freiheiten. Auch arbeite ich hier ganz anders. Ich gehe ohne einen festen Plan an ein Buch heran, liebe es, wenn meine Figuren mich überraschen und an der Hand nehmen. Oft tun sie Dinge,die ich nicht verstehe, auchnicht erklären kann. Aber es ist ja ihr Leben, ihre Geschichte, und ich bin nur eine Art Chronist.

In "Niemals" gibt es viele Schauplatzwechsel, auch wenn ein Großteil der Handlung in Marrakesch spielt. Reisen Sie selbstgern, auch gedanklich beim Schreiben?

Andreas Pflüger: Reisen ist meine große Leidenschaft, die ich wunderbarerweise mit meiner Frau teile. Ich kann überall schreiben - wie vor zwei Jahren, als ich lange in Rom war und dort "Endgültig" fertigstellte, oder letztes Jahr, wo wir viel Zeit in Marrakesch verbracht haben. Die Stadt kenne ich von etlichen Besuchen mittlerweile so gut, dass ich dort wahrscheinlich als Taxifahrer arbeiten könnte. Es ist eine Stadt für Blinde, allein die Geräusche, die Gerüche, alles ist betörend. Darum hat es mich kein bisschen gewundert, dassAaron dort hin wollte. Und ich bin ihr mit großer Begeisterung gefolgt.

In einer langen Romanpassage werden Briefe vorgelesen, ein trotz der Spannung nostalgischer, romantischer Abschnitt. Schreiben Sie selbst noch Briefe per Hand?

Andreas Pflüger: Das würdich sehr gern, aber leider ist meine Handschrift eine einzige Katastrophe; ich kann sie selbst kaum lesen. Irgendetwas muss auf der Schule grob verkehrt gelaufen sein. Es ist so schlimm, dass ich meinen Lesern, nachdem ich Bücher signiert und eine Widmung hineingeschrieben habe, erklären muss, was das Gekritzel bedeutet. Und was das Nostalgische angeht: In jedem Autor von harten Thrillern schlummert doch im Grunde ein Romantiker.

In "Endgültig" und "Niemals" gibt es viele Verweise zum "Bushido?" und zu japanischer Kampfkunst. Konnten Sie eine Samurai-Weisheit oder ein Motto für das eigene Leben mitnehmen?

Andreas Pflüger: Der Bushido? sagt: "Lerne alles und dann vergiss alles." So sehen wir die Welt immer wieder neu.

Zuletzt müssen wir natürlich fragen: Wann wird es ein Wiedersehen mit Jenny Aaron geben?

Andreas Pflüger: Der letzte Teil wird vermutlich Mitte 2019 erscheinen.

Interview: Literaturtest