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Märzgefallene / Kommissar Gereon Rath Bd.5
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Gereon Raths neuer Fall, Berlin 1933: "Märzgefallene"

Die Fangemeinde der Berlin-Krimis um Kriminalkommissar Gereon Rath wächst stetig. Autor Volker Kutscher spricht mit seinen Geschichten aus dem Berlin der 1920er- und 1930er-Jahre klassische Krimileser, Berlin-Liebhaber und historisch Interessierte an. Seine genauen Recherchen machen jeden Rath-Krimi zu einer spannenden Zeitreise. Diese Mischung aus Lokalkolorit in der Zeit nach dem Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg, dem Leben damals, den politischen Kämpfen und dem gesellschaftlichen Leben erzählt Kutscher packend und lebendig. Das sieht auch Regisseur Tom Tykwer so: Er verfilmt die Gereon Rath-Reihe unter dem Titel "Babylon Berlin" ab 2015 fürs Fernsehen.

In Gereon Raths Buch Nr. 5, "Märzgefallene", sind wir im unheilvollen Jahr 1933 angekommen. Kriminalkommissar Rath feiert am Rosenmontag gerade noch Karneval in seiner Heimatstadt Köln und wacht neben einer fremden Frau auf, als er zurück in seine Dienststelle nach Berlin beordert wird. Der Reichstag brennt und jede Kraft wird gebraucht. Derweil begutachtet Oberkommissar Böhm, genannt die Bulldogge, einen Toten am Berliner Nollendorfplatz. Der Mann war offensichtlich obdachlos, sitzt an einen Pfeiler gelehnt bei der Hochbahntrasse, sein geflickter Soldatenmantel ist bedeckt mit Taubenkot. Schnell steht fest: Der Mann wurde ermordet, erstochen mit einem dünnen spitzen Gegenstand - durch die Nase ins Gehirn.

Schlechtes Gewissen: Eigentlich wollte Gereon Rath Charly treu sein, eigentlich ...

Ritter, genannt Charly, bald heiraten und hat sich fest vorgenommen, nichts mit anderen Frauen anzufangen ... Die beiden wohnen schon zusammen in der Carmerstraße - für den bindungsscheuen Rath ein ziemlich großer Schritt. Er drückt sich ja lieber vor Auseinandersetzungen und dennoch streiten er und Charly sich ziemlich oft. Wenn es zu doll wird, verbringt Charly die Nacht dann bei ihrer besten Freundin …mehr
Autorenporträt
Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman "Der nasse Fisch", dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Rath im Berlin der 30er-Jahre, gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller.
Ermittlersteckbrief Gereon Rath

Er kann unkollegial sein, trinkt zu viel und pflegt privaten Umgang mit dem Unterweltkönig von Berlin: Kriminalkommissar Gereon Rath ist kein Gutmensch, und es scheint lange so, als wäre er auch ziemlich beziehungsunfähig. Doch in Band 5, "Märzgefallene", steht die Hochzeit mit Charly an. Mit Gereon Rath hat Volker Kutscher eine Hauptfigur geschaffen, die sympathisch-unsympathisch ist. Mal kriegt er uns, mal finden wir ihn ziemlich daneben - aber spannend ist sein Leben immer. Raths ausgeprägter Gerechtigkeitssinn sorgt dafür, dass er immer mal wieder Grenzen überschreitet - aber er ist ein vortrefflicher Kriminaler. Was seine Nochverlobte Charly auf die Palme bringt: Er will von den politischen Dingen, die um ihn herum im Berlin der 1920er- und 1930er-Jahre brodeln, nichts wissen. Er kann seinen Chef, einen Sozi, nicht leiden, weil er glaubt, er sitze nur auf dem Posten, weil er das richtige Parteibuch habe. Mit den Nazis kann er zwar auch nicht viel anfangen, versucht aber dennoch, sich zu arrangieren und sich irgendwie durchzumogeln, auch als sie in "Märzgefallene" 1933 im Polizeipräsidium Einzug halten und z. B. Oberkommissar Böhm sofort abservieren. Gereon Rath scheut die Auseinandersetzung - egal ob politisch, privat oder beruflich; wie gut, dass Charly eindeutiger Stellung bezieht. Die Kommissaranwärterin ist ziemlich keck, sehr emanzipiert, kann die Nationalsozialisten nicht ausstehen und versteht einfach nicht, warum Gereon sich denen gegenüber so lau verhält.

Wie kam der kölsche Jung Gereon Rath nach Berlin?

Wie der gebürtige kölsche Jung Gereon Rath nach Berlin kam, ist eine andere Geschichte. Nach einem abgebrochenen Jurastudium entschließt er sich 1922 für eine Laufbahn bei der Kriminalpolizei - eine Familientradition. Auch sein Bruder Anno - er ist im Ersten Weltkrieg gefallen - war bei der Kripo und natürlich Gereons Vater, Kriminaldirektor Engelbert Rath. Er ist eng mit Konrad Adenauer befreundet, dem damaligen Kölner Oberbürgermeister und späteren ersten Bundeskanzler der BRD. Und Engelbert Rath ist, wie Adenauer, in der Zentrumspartei politisch aktiv, katholisch und versteht es bestens, nach den Regeln des kölschen Klüngels zu taktieren. Gereon kann mit all dem so wenig anfangen wie mit den strengen Konventionen seiner Familie. Er trinkt definitiv zu viel und seine Liebschaften sind oft genug einem wenig zurechnungsfähigen Zustand geschuldet. Er ist ein Grenzgänger, kann ein Ekel sein und dennoch scheint er als hervorragender Kriminalkommissar seinen Platz bei der Kölner Mordkommission gefunden zu haben. Doch dann bringt ein tödlicher Schuss aus seiner Dienstwaffe ihn in Köln in Verruf und die gesammelte Presse gegen ihn auf. Dem Einfluss seines Vaters hat er es zu verdanken, dass er zur Berliner Polizei wechseln kann.

In Berlin: Kommissar Rath und die legendäre Inspektion A am Alexanderplatz

Dass sich Gereon anfangs schwertut, sich vom katholisch-prallen Köln auf das knurrig-protestantische Berlin einzustellen, versteht sich. Doch die Großstadt fasziniert den damals Dreißigjährigen mehr und mehr, und natürlich gibt es noch einen entscheidenden Vorteil: Er ist weit weg von seiner Familie, deren Ansprüchen und seinem Vater. Nach einem Zwischenstopp in der Sitte erarbeitet sich Gereon in der Inspektion A am Alexanderplatz schnell einen guten Ruf. Sie gilt wegen Kriminalrat Ernst Gennat, dem Guru der Kriminalisten, als legendär. Davon wollen sich sogar Prominente wie Edgar Wallace selbst ein Bild machen und besuchen die Inspektion A. Naturgemäß findet das auch die Presse wunderbar und beobachtet die Ermittler manches Mal genauer, als es ihnen lieb ist. Gereon pflegt z. B. zu dem Journalisten Berthold Weinert eine Verbindung, die ihm ab und an wichtige Informationen, ihn aber oft genug auch in Teufels Küche bringt, weil Weinert eben fast nichts für sich behalten kann.

Wie gut, dass noch niemand herausgefunden hat, dass Gereon Rath eine ganz besondere Freundschaft zu Johann Marlow pflegt. Marlow, auch "Dr. M." genannt, betreibt illegale Spielhöllen, Nachtlokale und handelt mit Rauschgift. Der Unterweltkönig kauft auch Polizisten, doch Gereon Rath steht nicht auf seiner Lohnliste ... Was den Alkohol und die Frauen angeht, naja ... Gereon hat sich zwar nun, wo er Charly, also Charlotte Ritter, heiraten will, vorgenommen, ein solideres Leben zu führen, doch es gibt definitiv Ausrutscher - und das, obwohl er sich eigentlich treu bleiben wollte ... Er ist eben keine so treue Seele wie sein Hund Kirie. Die Bouvier-Hündin scheint manchmal zu lächeln, wenn sie ihn ansieht - ob sie über ihn lächelt oder ihn anlächelt, bleibt aber ihr Geheimnis ...