Krimishop
Bittere Lügen
13,99 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
Karen Perry - unter diesem Namen bringen Karen Gillece und Paul Perry ihre erste Kollaboration, den psychologischen Thriller "Bittere Lügen", auf den deutschen Buchmarkt. Die beiden irisch-stämmigen Autoren sind in ihrer Heimat sehr bekannt und zählen zu den Besten ihres Fachs, und das offenbart sich dem Leser bereits auf den ersten Seiten. Gillece und Perry, die jeweils für einen Hennessy New Irish Writing Award nominiert waren und den letzterer auch gewann, schaffen es, einen emotional mitreißenden, stilistisch großartigen und erzählerisch makellosen Krimi abzuliefern, den man unmöglich wieder aus der Hand legen kann. Die Mischung aus dramatischer Familientragödie und psychologischem Spannungsroman sucht durchaus ihresgleichen. Durch das Verflechten von Erfahrungen aus dem Familienleben der beiden Schriftsteller mit tatsächlich geschehenen Ereignissen liest sich der Roman wie der Erlebnisbericht eines reellen Ehepaares. Jedes Kapitel übertrifft das vorhergehende an Spannung und Intensität und zwingt den Leser dazu, immer tiefer in den von Hoffnung getriebenen Wahn des männlichen Hauptcharakters Harry mit einzutauchen. Gleichzeitig schaffen es Karen Perry aber auch, dass man immer wieder aus diesem herausgerissen wird, nämlich wenn man die Situation aus Sicht von Harrys Frau Robin vorgeführt bekommt und man am Ende selbst nicht mehr sicher sein kann, welche Wahrnehmung nun der Realität entspricht.

"Bittere Lügen" - Inhaltsangabe
Tragischer Verlust

Harry und Robin Lonergan leben ihren gemeinsamen Traum: Ein Künstlerdasein in Tanger, Marokko. Als Robin schwanger wird, sind die beiden völlig aus dem Häuschen und so scheint die Geburt ihres Sohnes Dillon das Glück perfekt zu machen. Doch ein Moment der Fahrlässigkeit stellt ihre gesamte Welt auf den Kopf: Harry lässt den Dreijährigen unbeaufsichtigt zu Hause zurück, während er Besorgungen macht - ein fataler Fehler, denn ausgerechnet in diesen wenigen …mehr
Autorenporträt
Perry, Karen
Die Autoren Karen Gillece und Paul Perry lernten sich bei einem Literaturfestival in ihrer Heimat Irland kennen und beschlossen, gemeinsam einen Roman zu schreiben. Aus zwei Perspektiven - Karen übernahm die weibliche, Paul die männliche. Karen Perry war geboren, und die Idee ging auf - ihre drei bisherigen Romane, »Bittere Lügen«, »Was wir getan haben« und »Girl Unknown - Schwester? Tochter? Freundin? Feindin?«, sind »Sunday-Times«-Bestseller. Karen und Paul leben mit ihren Familien in Dublin.
Wie kamen Sie auf die Idee zu "Bittere Lügen"?

Karen Perry:Wir sind beide Eltern kleiner Kinder und als solche waren wir daran interessiert, die zahlreichen Seiten elterlicher Liebe und die damit einhergehende Angst, ebenso wie die Auswirkung, die Kinder auf eine Ehe haben können, zu erforschen. In den anfänglichen Unterhaltungen, die wir über das, was später "Bittere Lügen" werden sollte, geführt haben, sprachen wir darüber, eine Beziehung, die in ihrem Kern ausgehöhlt wurde, zu erforschen - über ein Vakuum, das durch den Verlust eines Kindes entstanden ist - und das Mysterium, das dieses Kind umgibt. Sei es, weil es auf tragische Weise verstarb oder weil es noch immer am Leben sein könnte und sein Tod nur der Vertuschung einer anderen, düstereren Absicht dient. Wir haben lange Zeit darüber diskutiert, welche psychischen Folgen dieser Verlust für die Eltern haben würde und wie jeder von ihnen sich in eine andere Richtung entwickeln könnte. Wir sprachen auch viel über vermisste Kinder, wie Etan Patz und Madeline McCann und wie man als Elternteil jemals mit einem solchen Verlust fertig werden kann. Wie man ein normales Leben weiterführen kann, wenn immer noch dieser Funken Hoffnung existiert, dass du eines Tages diesen einen Telefonanruf bekommst oder das Klopfen von jemandem an der Tür hörst, der dir sagt, dass dein Kind in Sicherheit ist und zu dir zurückkehren wird. Karen erinnerte sich daran, vor vielen Jahren einen Zeitungsartikel über eine Frau gelesen zu haben, deren Baby in einem Feuer umgekommen sein soll und dessen Leiche nie gefunden wurde. Dann, einige Jahre später, sah die Frau ein Kind auf einer Geburtstagsfeier und war davon überzeugt, dass es ihre Tochter war. DNA-Tests bewiesen, dass es tatsächlich ihre Tochter war, dass das Baby entführt und das Feuer nur zur Verschleierung der Tat gelegt wurde. Diese Geschichte fungierte als Ausgangspunkt für unsere damaligen Gespräche und sorgte für die Idee, dass Harry den Blick auf einen Jungen erhascht und sich davon überzeugt, dass dieser Junge sein totgeglaubter Sohn ist.

Wann haben Sie sich dazu entschieden, gemeinsam einen Roman zu schreiben, und was waren die Gründe für diese Entscheidung?

Karen Perry:"Bittere Lügen" begann als Unterhaltung bei einem Drink in dem berühmten Dubliner Schriftsteller-Pub "Neary´s". Wir sahen es von vornherein als ein Experiment an, als etwas, das Spaß machen würde, interessant wäre und eine Pause von unseren jeweiligen Schreib- und Lehrverpflichtungen bedeutete. Es schien schon ziemlich früh ein regelrechtes Eigenleben zu entwickeln. Unsere Methode der "Schreib-Weitergabe" bedeutete, dass es eine wöchentliche Spannung und Erwartung bezüglich der Richtung gab, in welche der andere die Geschichte treiben würde. Sie werden zwar nicht in den Danksagungen erwähnt, aber unsere Kinder hatten einen großen Einfluss auf den Schreibvorgang dieses Buches. Karen war während dem Schreibprozess mit ihrer zweiten Tochter schwanger und das hatte große Auswirkungen darauf, wie sie über Robins Schwangerschaft schrieb. Paul schrieb seine Kapitel recht oft im Zimmer seines jüngsten Sohnes Fionn, während dieser schlief. Wenn Paul aufwachte, ging er oft im Halbschlaf zu dem kleinen Tisch im Kinderzimmer und schrieb in diesem benebelten Zustand zwischen Schlaf und Traum. Einige der "übernatürlichen" Stoffe, wie die Tarot Karten, die Kindermumie im Britischen Museum und die Séancen mit Cosimo entstammen diesem Befinden, dem kreativen Raum, der aus den Schatten hervorquillt.

Wie ging der Schreibprozess vor sich? Hat jeder von Ihnen sich auf einen bestimmten Charakter konzentriert oder haben Sie sich auch dabei abgewechselt?

Karen Perry:Wir sind seit über zehn Jahren gute Freunde. Wir haben uns auf einem Schriftstellerfestival in Süd-West Irland kennengelernt und sind beide seit vielen Jahren verheiratet, wenn auch nicht miteinander! Schreiben ist etwas, das wir beide sehr leidenschaftlich empfinden, und obwohl unsere Schreibstile sehr verschieden sind, haben wir das Gefühl, dass sie sich ergänzen. Unser Ansatz beim Schreiben von "Bittere Lügen" war es, dass jeder von uns die Verantwortung für eine andere Erzählperspektive übernahm - also das Paul Harry schrieb und Karen Robin. Später, vielleicht beim dritten oder vierten Entwurf, wechselten wir und Karen überarbeitete Harrys Kapitel, während Paul Robins Kapitel durchging. Als wir die Details des Plots in einer Reihe von Treffen, Telefonaten und Emails ausarbeiteten, beschlossen wir, es uns gegenseitig zu erlauben, von der geplanten Handlung abzuweichen, wenn es sich richtig anfühlte. Es war diese Freiheit, ebenso wie der Nervenkitzel, der sich aus einer Kollaboration wie dieser ergibt, die es uns ermöglichte, dass sich so viele Wendungen in die Handlung einschlichen.

Alle Charaktere in "Bittere Lügen" haben ihren Anteil an dunklen Geheimnissen. Wie schwer war es, sie dennoch so sympathisch wirken zu lassen, wie sie es sind, obwohl sie all diese schlimmen Dinge getan haben?

Karen Perry:Ja, die Charaktere, und Harry und Robin ganz speziell, haben alle ihre eigenen dunklen Geheimnisse. Aber die Geheimnisse, die sie sich gegenseitig vorenthalten, entstammen den Verwicklungen ihrer Sehnsüchte und ihrer künstlerischen Ambitionen. Diese Sehnsüchte und Ambitionen werden vom Leben und den Herausforderungen, die es bereithält, angetrieben und, in gleichem Maße, enttäuscht: Sei es die profane Suche eines Künstlers nach Licht oder die unterdrückte Intimität innerhalb einer Ehe, die durch Umstände entstehen kann, die außerhalb der persönlichen Kontrolle eines Menschen liegen. Wir wollten, dass Harry und Robin glaubwürdige und sympathische Charaktere sind, dass sie Fehler und Mängel haben, aber doch prinzipiell gute, ausgewogene und echte Personen sind, die ebenso Fehler machen wie der Rest von uns.

Haben Sie irgendwelche Vorbilder inBezug zu ihrer Schriftstellerei?

Paul Perry: Hemingway schreibt in einer sehr denkwürdigen Passage aus "Paris - Ein Fest fürs Leben":

"Aber manchmal, wenn ich mit einer neuen Story begann und ich sie nicht in Gang bringen konnte, setzte ich mich vors Feuer und presste die Schalen der kleinen Orangen über den Flammenspitzen aus und beobachtete das blaue Sprühen, das sie machten, oder ich stand da und blickte über die Dächer von Paris und dachte: Mach dir keine Sorgen. Bisher hast du immer geschrieben, und jetzt wirst du auch schreiben können. Alles, was du tun musst, ist, einen wahren Satz schreiben. Schreib den wahrsten Satz, den du weißt."

Ich liebe die Idee dieses einen wahren Satzes und ich bin immer auf der Suche nach ihm.

Karen Gillece: Vor vielen Jahren gab mir jemand eine Kopie von Anne Lamotts Buch über das Schreiben, "Wort für Wort". Es ist ein kleines Buch, vollgepackt mit Humor und Weisheiten, das ich immer mal wieder befrage, wenn ich feststecke und etwas Hilfe benötige. In ihrem Buch scheint Lamott sagen zu wollen, dass es wichtig ist zu entspannen und uns selbst nicht zu ernst zu nehmen, wenn wir den Schreibfluss erhalten wollen. Wir sollen uns vor Augen führen: Der erste Entwurf muss nicht perfekt sein - eigentlich ganz im Gegenteil, denn der Hauptteil des Schreibens liegt in den Überarbeitungen. Es stecken viele Körnchen Wahrheit in diesem Buch, und keines ist wahrer als dieses: "Schreiben und Lesen verringern unser Gefühl von Isolation. Sie vertiefen und weiten und erweitern unser Gefühl für das Leben: Sie nähren unsere Seele."

Welche Bücher lesen Sie in Ihrer Freizeit?

Paul Perry: Ich lese immer etwas. Im Moment bin ich in die Romane von Tana French um ein Dubliner Morddezernat vertieft. Es sind fesselnde Geschichten und brillant geschrieben. Ich liebe die Bücher von Gillian Flynn, S.J. Watson, Harlan Coben und Dennis Lehane. Ich bin hier in Irland auf eine deutsche Schule gegangen, also habe ich Bertolt Brecht, Max Frisch und Heinrich Böll, der sein Ferienhaus auf Achill Island in Irland an die Künstler und Schriftsteller gestiftet hat, gelesen und geliebt. Ich habe den Ort besucht und er hat mir sehr gefallen.

Karen Gillece: Im Moment lese ich erneut "König, Dame, As, Spion" von John le Carre und bewundere es heute noch genau so wie damals, als ich es das erste Mal las. Meine Lieblingsbücher aus der jüngeren Vergangenheit sind "Der Distelfink" von Donna Tartt, "Schattenstill" von Tana French und "Ich. darf. nicht. schlafen." von S.J. Watson.

Haben Sie vor, gemeinsam einen weiteren Roman zu verfassen?

Karen Perry:Ja. Wir sind gerade dabei, einen neuen Roman zu beenden. Es ist ein spannender Psycho-Thriller, der in Irland und Kenia spielt und von einem Geheimnis aus der Kindheit handelt, das die Person im Erwachsenenalter wieder heimsucht. Die Geschichte beginnt in Kenia, wo ein junges Mädchen durch einen tragischen Unfall ihr Leben verliert. Die drei Kinder, die während ihrem Tod anwesend waren, tragen jeweils einen Teil der Schuld mit sich herum. Jahre später verschwindet eines der inzwischen erwachsenen Kinder unter mysteriösen Umständen. Den Zweien, die übrig bleiben, wird klar, dass es nun Zeit wird, für die Sünden ihrer Kindheit zu büßen. Wir denken, dass es genauso aufregend und fesselnd zu lesen ist wie "Bittere Lügen". Es wird 2015 erscheinen.