Dr. Walther Ziegler hat Philosophie, Geschichte und Politik studiert. Als Auslandskorrespondent, Reporter und Nachrichtenchef des Fernsehsenders ProSieben produzierte er Filme auf allen Kontinenten. Seine Reportagen wurden mehrfach preisgekrönt. Von 2007 bis 2016 bildete er in München junge TV-Journalisten aus und leitete eine University of Applied Sciences für Film- und Fernsehstudiengänge im dezentralen Hochschulmodell der Universität Mittweida. Er ist Autor zahlreicher philosophischer Bücher, die derzeit in fünf Sprachen übersetzt werden. Als langjährigem Journalisten und Wissenschaftler gelingt es ihm, den Zeitgeist ganzer Epochen spannend und anschaulich darzustellen.
Kathedralen für Gott und seine Diener - der Triumph der Gotik
"Kathedralen für Gott und seine Diener - der Triumph der Gotik" ist der vierte Band einer 10-teiligen Buchreihe mit dem Titel "Der Geist Europas - wie wir wurden, wer wir sind". Mit annähernd 1000 Abbildungen der bedeutendsten architektonischen, künstlerischen und industriellen Zeugnisse der jeweiligen Epochen sowie Zitaten aus Literatur und Philosophie zum vorherrschenden Zeitgeist wird eine umfassende, gleichwohl pointierte Kulturgeschichte Europas vorgelegt. Was hat über die Jahrhunderte hinweg das heutige Selbstverständnis, den Geist Europas, geprägt? Aber - so muss man fragen, gibt es ihn überhaupt, den "Geist Europas"? Oder ist Europa vielleicht nur der Wohnort verschiedener Nationen, die sich obendrein noch über Jahrhunderte hinweg bekriegt haben? Es besteht kein Zweifel. Durch keinen Kontinent der Erde sind so viele Armeen gezogen wie durch Europa und dennoch teilen wir heute ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Die Romanik war nicht nur in Rom, die gotischen Kathedralen und barocken Schlösser stehen nahezu in jedem Land Europas, Leonardo da Vinci kennt jeder und die industrielle Revolution blieb nicht allein in England. Ausgehend vom antiken Griechenland und Rom über das christliche Mittelalter, die Renaissance, den Absolutismus, die Aufklärung bis hin zur Moderne haben immer wieder einzelne Städte und Völker ganz Europa inspiriert und zu kulturellen Höhenflügen geführt. Am Ende sind wir das, wozu wir uns in den vielen Jahrhunderten gemacht haben. Ein frühes steinernes Zeugnis für die Gemeinsamkeit sind die Kathedralen der Gotik im 15. und 16. Jahrhundert. Die gotischen Baumeister zogen quer durch Europa und erschufen gewaltige Gotteshäuser, deren zum Himmel ragende Kirchenschiffe die Gläubigen beindrucken und schon zu Lebzeiten auf das Jenseits vorbereiten sollten. "Durch das Materielle zum Immateriellen" lautete das Motto. Zur Epoche der Gotik gehören aber auch der hundertjährige Krieg und die große Pest, die zum Prüfstein der weiteren Entwicklung wurden.
Der Auslandskorrespondent und Hochschuldozent Dr. Walther Ziegler zeigt, wie sich die zentralen Ideen Europas von Epoche zu Epoche entwickelt haben. Denn, so Ziegler, "Europa ist kein Ort - es ist eine Idee."