Stefan Ineichen (1958), Zürich, Biologe und Schriftsteller. Seit 1989 selbständig (Naturschutz & Stadtökologie), langjährige Tätigkeit als Projektleiter "NahReisen" (Ausflüge in die Natur der Stadt) und als Dozent am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (IUNR) der ZHAW in Wädenswil. Beschäftigt sich seit den 1990er-Jahren mit Leuchtkäfern, Mitbegründer des Vereins "Glühwürmchen Projekt".
In 16 Tagen von Genua nach Buenos Aires – der italienische Dampfer »Principessa Mafalda« war nicht nur unerhört schnell, er war gleichermaßen modern und schick, vor allem in der Luxusklasse mit Musikzimmer, Rauchsalon und Promenaden. In der Dritten Klasse hingegen wurden die Passagiere in riesige, stickige Schlafsäle gepfercht. Das nahmen sie auf sich, winkte doch am Ende der Überfahrt das Versprechen eines besseren Lebens, zum Beispiel in Argentinien. Während sich im Bauch die Auswanderer die Wartezeit mit mitgebrachten Sardellen und Brötchen erträglich zu machen suchten, fand oben das mondäne Reiseleben statt: Eine lange Liste von illustren Namen ist im Gästebuch der »Mafalda« zu entdecken – von Harry Graf Kessler über Felix Weingartner bis Richard Strauss; Carlo Emilio Gadda war ebenso an Bord wie Carlos Gardel und Luigi Pirandello. Stefan Ineichen nimmt seine Leser mit auf eine abenteuerliche Reise: an den Beginn des vorigen Jahrhunderts, nach Italien und Argentinien, in die Welt der Seefahrt, des Luxus sowie der Emigration und kolonialen Ausbeutung.