Autor im Porträt

Toptitel von Siegfried Lenz

Deutschstunde

Broschiertes Buch
Siggi Jepsen ist in einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche. Dort muss er eine Strafarbeit schreiben zum Thema "Die Freuden der Pflicht".Sofort fällt ihm dazu sein Vater Ole Jepsen ein.Sein Vater ist Polizist in einem abgelegenen Ort im Norden Deutschlands.Mit seinem unbedingten Gehorsam unterstützt der Dorfpolizist das Naziregime.Ohne Rücksicht auf Familie, Freunde oder Nachbarn erfüllt er alle Befehle von oben.Nach und nach verliert er dadurch auch seinen Sohn.Mein Vater hat das Skizzenbuch des Malers verbrannt!Ich sehe ihn erschrocken an.Er sieht zufrieden aus, steht ruhig da und raucht.Er ist zufrieden, wie nach einem vollbrachten Auftrag.In diesem Moment fürchte ich mich zum ersten Mal vor meinem Vater.Siegfried Lenz erzählt in seinem fesselnden Roman "Deutschstunde" auch ein Stück deutscher Geschichte. Dabei steht im Mittelpunkt, wie die einzelnen Menschen in ihrem Alltag politisches Unrecht unterstützten oder aber mit Widerstand bekämpften. …mehr

 

16,50 €

 

Fundbüro

Broschiertes Buch
Fremdenhass, Toleranz, Verlust und Moral - Siegfried Lenz verhandelt in diesem Roman die großen, weiterhin hochaktuellen Themen unserer Zeit
Henry Neff, der Mitarbeiter eines Fundbüros hat hinsichtlich wachsender Gewaltbereitschaft stets dafür plädiert, man solle »miteinander reden«, »zuhören, was jede Seite zu sagen hat«. Als aber eine Rockergang erst ihn, dann einen baschkirischen Mathematiker und schließlich einen Briefträger aus Nigeria angreift, entschließt sich Henry, die Männer mit seinem Hockeyschläger zu vertreiben, statt die Polizei zu rufen.
Angriff und Gegenwehr, Gewalt und Hass, Bedrohung und Verlust des eigenen Arbeitsplatzes sowie Rationalisierungen in der Arbeitswelt bilden die Höhepunkte einer liebenswürdigen Handlung um ein Fundbüro, das unterschiedlichste Menschen auf der Suche nach materiellen sowie immateriellen Dingen zusammenbringt.
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14,00 €

 

Siegfried Lenz

Siegfried Lenz, der am 17. März 1926 in Lyck, einer kleinen Stadt im masurischen Ostpreußen geboren wurde, zählt seit langem zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur.Nachdem Lenz aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, ging er nach Hamburg und studierte Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte, ehe er 1950/51 als Redakteur für die "Welt" arbeitete. Seit 1951 lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg. Bereits mit seinem ersten Roman gelang es ihm, die Kritik und die Leser für sich einzunehmen, und bis heute zeichnet sich Lenz' Werk dadurch aus, daß es menschliche Schicksale und aktuelle gesellschaftliche Fragen auf eine Weise verknüpft, die literarisch ambitioniert die Bedürfnisse breiter Leserschichten nicht vernachlässigt.Weite Teile des Lenzschen Werkes sind geprägt durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Problemen (etwa die Romane "Der Mann im Strom", 1957, oder "Brot und Spiele", 1959, einer der wenigen geglückten Sportromane der deutschen Literatur) und mit dem Dritten Reich bzw. seiner Verarbeitung. Zu Lenz' größtem Erfolg wurde dabei der 1968 erschienene Roman "Deutschstunde", der auch internationalen bahnbrechend wurde. Wie der junge Siggi Jepsen darin die Geschichte seines Vaters, eines norddeutschen Polizisten, der es im Nationalsozialismus für seine Pflicht hält, das Malverbot seines Freundes Nansen zu überwachen, erzählt, ist eine bis heute bestechende Demaskierung eines pervertierten Pflichtbegriffs und wurde von vielen als befreiende künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema verstanden.Der "Deutschstunde" folgten viele große Romane ("Heimatmuseum", 1978, "Der Verlust", 1981, "Exerzierplatz", 1985 oder "Die Auflehnung", 1994), die Lenz unverrückbar an die Seite der 'großen' deutschen Gegenwartsautoren wie Heinrich Böll, Günter Graß oder Martin Walser stellten. Sein Werk umfaßt alle literarische Gattungen: Lenz arbeitete für das Theater ("Zeit der Schuldlosen", 1961), schrieb Hörspiele ("Haußuchung", 1967) und Essays ("Über den Schmerz", 1997), und für viele Leser ist er nicht zuletzt ein Meister der "kleinen Form". Seine oft humoristisch grundierten Erzählbände wie "So zärtlich war Suleyken" (1955), "Lehmanns Erzählungen" (1964) und "Der Geist der Mirabelle" (1975) belegen dies trefflich.Siegfried Lenz wurde für sein 'uvre mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Gerhart-Hauptmann-Preis, der Bayerische Staatspreis für Literatur, der Thomas-Mann-Preis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und zuletzt, 1999, der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Seine Auszeichnungen galten dem literarisch unvergleichlichen Werk, und sie rühmten immer auch das unerschrockene Engagement des Autors.