Samuel J. Agnon
Der Vater von Samuel Agnon (* Buczacz 1888, † Rechovot 1970) war Rabbiner und auch Samuel erhielt in seiner ostgalizischen Heimat in der Talmudschule eine jüdische Ausbildung und Sozialisation. Sein Werk ist stark geprägt von dem Einfluss chassidischen Lebens und dem Leid des modernen Menschen. Die Traditionen, aber auch den Untergang der jüdischen Welt schildert er z. B. in "Nur wie ein Gast zur Nacht" (1939). Weitere bekannte Werke sind u. a. "Eine einfache Geschichte" (1935) oder "Gestern, vorgestern" (1945); in letzterem schildert Samuel Agnon eine Auswanderergeschichte nach Palästina. Auch Agnon selbst wanderte1908 nach Palästina aus, lebte von 1913 bis 1924 in Berlin und Bad Homburg, wo er mit dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber Freundschaft schloss. 1924 kehrte Samuel Agnon mit seiner Frau und den Kindern nach Jerusalem zurück und lebte dort bis zu seinem Tod. Den Nobelpreis für Literatur erhielt Samuel Joseph Agnon im Jahr 1966, zusammen mit der Dichterin Nelly Sachs.