Dr. Rudolf Suntrup, geb. 1948, hat 2004 die grundlegende Dissertation von Johannes H. Emminghaus (1949) mit einer aktualisierten Einführung herausgegeben und sich in weiteren Studien mit dem Inhalt und der Geschichte der Fastentücher befasst. Zusammen mit Nine Miedema und Jörg Wesche gibt er die Reihe »Medieval to Early Modern Culture / Kultureller Wandel vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit« heraus.
Farbensemantik und Farbensymbolik im Mittelalter. Ein Handbuch
Das lange zu unrecht als dunkel gescholtene Mittelalter war bunt – allein in der lateinischen Bibel, der Vulgata, finden sich mehr als 150 verschiedene Farbwörter, die von den Exegeten seit der Väterzeit in zahlreichen Schriftkommentaren im Wortsinn erklärt und auf ihre symbolische, spirituell-heilsgeschichtliche und moralische Bedeutung hin ausgelegt worden sind. Dieser bislang ignorierte Wissensschatz wird hier nicht nur lexikalisch erfasst und dokumentiert, sondern zudem in seiner Entwicklung dargestellt und mit Blick auf seine allgemeinhistorische Wirkung bis in die Neuzeit hinein ausgewertet. Denn die von der Bibelexegese erarbeitete und mit der antiken aristotelisch-neuplatonischen Wissenstradition zu einer enzyklopädischen Farbenlehre verbundene Überlieferung ist nicht auf die Theologie beschränkt geblieben, sondern für alle Bereiche des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens, für Liturgik und Heraldik ebenso wie für Liebesdichtung und Malerei bedeutsam geworden. Daher gibt es hier Antworten selbst auf die trivialen Fragen, warum die Liebe rot, die Hoffnung grün und der Neid gelb ist.