Reinhard Ernst, aufgewachsen zwischen Bremthal und dem Westerwald, baute in Limburg zwei Firmen auf und arbeitete viele Jahre als Industrieller, bevor er sich dem Sammeln abstrakter Malerei verschrieb. Gemeinsam mit seiner Frau Sonja gründete er im Jahr 2004 die gemeinnützige Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung. Seit dem Jahr 2000 lebt das Ehepaar in Wiesbaden. Die Interviews, die die Grundlage zu diesem Buch bilden, wurden geführt von Peter Lückemeier, Sachbuchautor und Journalist, und Stefan Schröder, langjähriger Chefredakteur des Wiesbadener Kurier.
Helen Frankenthalers (1928–2011) radikaler Umgang mit Farbe und Material lässt Farbflächen pulsieren. Sie war eine der einflussreichsten Vertreterinnen der abstrakten Kunst in den USA der Nachkriegszeit. Der Band versammelt fast 50 Werke, und bietet damit einen umfassenden Überblick über die weltweit größte private Helen-Frankenthaler-Sammlung – zu sehen im jüngst eröffneten Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden.
Bei Frankenthaler werden Farbe und Leinwand eins. In der von ihr erfundenen Soak-Stain-Technik (dt. tränken und einfärben) sickert die Farbe direkt in das ungrundierte Gewebe. Eine unvergleichliche Bildwirkung entsteht – Farbräume öffnen sich, fließen ineinander, mal gesättigt, mal transparent. Die Bilder sind vom Willen zum Risiko gezeichnet: Indem Frankenthaler sich selbst in ihrem Kunstschaffen keine Grenzen setzt, entstehen großformatige, freie Malereien voller Strahlkraft. Ein Œuvre, das auch heute von hoher Relevanz ist.