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Paul Lafargue

Paul Lafrague (1842-1911) verbrachte die ersten Lebensjahre in seinem Geburtsort Santiago de Cuba. 1851 übersiedelte die Familie nach Frankreich, wo sie sich mit dem mitgebrachten Vermögen in Bordeaux niederließ. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bordeaux und dem Baccalauréat in Toulouse, ging er zum Studium der Pharmazie nach Paris, wo er jedoch bald auf die Medizinhochschule wechselte. Er war Anhänger des Positivismus und kam in Kontakt mit republikanischen Gruppen, die gegen Napoleon III. in Opposition standen. Er schloß sich der 1864 gegründeten Internationalen Arbeiterassoziation (Erste Internationale) an. Er ging 1866 nach London, um am St Bartholomew's Hospital Medical College sein Medizinstudium fortzusetzen und sich weiter in der Arbeiterbewegung zu engagiere. Von Marx erhielt er seine politische Schulung. Im März 1866 wurde er in den Generalrat der Internationalen Arbeiterassoziation gewählt, wo er bis 1868 Spanien vertrat. Im Herbst 1868 kehrte er nach Frankreich zurück, wo er in einer Artikelserie den Anarchismus Michail Bakunins scharf angriff und damit seine erfolgreiche Laufbahn als politischer Journalist startete. Nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs floh er 1870 mit seiner Familie zunächst nach Bordeaux, nach dem Fall der Pariser Kommune 1871 dann weiter ins Exil nach Spanien. Nach der Amnestie für die Kommunekämpfer 1882 und der dadurch ermöglichten Rückkehr nach Frankreich gründete er im selben Jahr zusammen mit Jules Guesde den Parti ouvrier, die erste marxistische Partei Frankreichs. 1911 starb das Ehepaar Lafargue nach einem Opernbesuch durch Suizid.

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Das Recht auf Faulheit Produktbild: Das Recht auf Faulheit

Das Recht auf Faulheit

Das Recht auf Faulheit ist eine glänzend polemische Streitschrift gegen die moderne Arbeitsreligion und die moralische Verklärung industrieller Ausbeutung. Lafargue kehrt die bürgerliche Tugendlehre des 19. Jahrhunderts um: Nicht Arbeit an sich, sondern ihre maßlose Vergötzung erscheint als Krankheit des Kapitalismus. In satirischer Schärfe, mit ökonomischer Argumentation und klassischer Bildung, verbindet der Text sozialistische Kritik, pam­phletistische Eleganz und utopischen Witz. Paul Lafargue, 1842 in Santiago de Cuba geboren und später in Frankreich politisch wirksam, war Arzt, Journalist, sozialistischer Theoretiker und Schwiegersohn von Karl Marx. Seine Erfahrungen mit Arbeiterbewegung, Exil, Gefängnis und marxistischer Debatte prägen diese Schrift. Gerade weil er die kapitalistische Produktionsweise als historisches System verstand, konnte er den scheinbar natürlichen Arbeitszwang als ideologische Konstruktion entlarven. Dieses Buch empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die Arbeit, Fortschritt und Freiheit nicht als fertige Begriffe hinnehmen wollen. Lafargues Text ist kurz, aber intellektuell provozierend; er zwingt dazu, gegenwärtige Debatten über Produktivität, Freizeit, Automatisierung und Lebensqualität neu zu bedenken. Seine Aktualität liegt in der unbequemen Frage, ob menschliche Würde wirklich im Arbeiten aufgeht.

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