Autor im Porträt

Toptitel von Michel Houellebecq

Serotonin

Broschiertes Buch
Als der 46-jährige Protagonist von 'Serotonin', dem neuen Roman des Goncourt-Preisträgers Michel Houellebecq, Bilanz zieht, beschließt er, sich aus seinem Leben zu verabschieden - eine Entscheidung, an der auch das revolutionäre neue Antidepressivum Captorix nichts zu ändern vermag, das ihn in erster Linie seine Libido kostet. Alles löst er auf: Beziehung, Arbeitsverhältnis, Wohnung. Wann hat diese Gegenwart begonnen? In der Erinnerung an die Frauen seines Lebens und im Zusammentreffen mit einem alten Studienfreund, der als Landwirt in einem globalisierten Frankreich ums Überleben kämpft, erkennt er, wann und wo er sich selbst und andere verraten hat.
Noch nie hat Michel Houellebecq so ernsthaft und voller Emotion über die Liebe geschrieben. Zugleich schildert er in 'Serotonin' den Kampf und den drohenden Untergang eines klassischen Wirtschaftszweigs in unserer Zeit der Weltmärkte und der gesichtslosen EU-Bürokratie.
"Ein Roman, der mehr als Symptom unserer Zeit zu lesen ist denn als Analyse unserer Gegenwart." ORF BESTENLISTE
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12,00 €

 

Karte und Gebiet

Gebundenes Buch
Michel Houellebecq, Enfant terrible der Literaturszene, hat das Buch geschrieben, das niemand erwartet hätte. 'Karte und Gebiet' ist ein großer Wurf: ein doppelbödiges, selbstironisches Vexierspiel, ein gewichtiger Roman, der zugleich wie schwerelos wirkt. Houellebecq erweist sich darin als begnadeter Erzähler, der alle Spekulationen ins Leere laufen lässt. Jed Martin ist Künstler. In seinen ersten Arbeiten stellt er Straßenkarten und Satellitenbilder gegenüber, zum Durchbruch verhelfen ihm jedoch Porträts. Einer der Porträtierten: "Michel Houellebecq, Schriftsteller". Doch dann geschieht ein grausames Verbrechen: ein Doppelmord, verübt auf so bestialische Weise, dass selbst die hartgesottenen Einsatzkräfte schockiert sind. Die Kunst, das Geld, die Arbeit. Die Liebe, das Leben, der Tod: Davon handelt dieser altmeisterliche Roman, der auch hierzulande bereits als literarische Sensation gefeiert wird. Michel Houellebecqs neustes Werk ist ein vollendeter Geniestreich von überraschender Zartheit. Der einstige Agent provocateur erscheint darin gereift und auf so humorvolle Weise melancholisch wie nie. 'Karte und Gebiet' wird nicht nur die Freunde Houellebecqs begeistern, sondern auch manchen seiner Feinde.…mehr

 

14,00 €

 

Michel Houellebecq

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq (eigentlich Michel Thomas; * 26. Februar 1956 oder 1958 auf Réunion) lebt heute in Irland und auf Lanzarote. Houellebecq lehrt an der European Graduate School in Saas-Fee und gilt in Frankreich zurzeit als der meistgelesene, aber auch umstrittenste Autor seiner Generation.
Er begann in den 1980er-Jahren mit Gedichten, die 1991 und 1992 gesammelt in den Bänden Rester vivant und La Poursuite du bonheur erschienen (Suche nach Glück, 2000). In seinem frühen Essay H. P. Lovecraft, contre le monde, contre la vie, 1991 (Gegen die Welt, gegen das Leben, 2002), setzte er sich mit Leben und Werk des amerikanischen Kultautors der fantastischen Literatur, H.P. Lovecraft, auseinander.
Aber erst mit seinen Romanen Extension du domaine de la lutte 1994 (Ausweitung der Kampfzone, 2000) und vor allem Les Particules élémentaires, 1998 (Elementarteilchen, 2001), die beide verfilmt wurden, erreichte er nationale und internationale Bekanntheit. Der dritte Roman, Plateforme, 2001 (Plattform) und der vierte, La Possibilité d'une île, 2005 (Die Möglichkeit einer Insel) waren gleich bei ihrem Erscheinen Erfolge. Sie wurden mit den Literaturpreisen Prix Novembre bzw. Prix interallié ausgezeichnet und noch im Erscheinungsjahr in mehrere Sprachen, darunter auch ins Deutsche, übersetzt.

Kundenbewertungen

Unterwerfung

Bewertung von Martina am 29.01.2015
Ein sehr gutes, interessantes Buch. Sollte jeder, der sich ein wenig für Deutschland; für Europa interersiert lesen.

Gestalt des letzten Ufers

Bewertung von Bücherstadt aus Berlin am 12.04.2014
(...) Da sich Houllebecq mit jedem Roman selbst übertraf, wurde gleichzeitig vor jeder Neuveröffentlichung der Abgesang des Autors prophezeit. Hatte er denn nicht schon alles seziert? War seine Wortwahl nicht schon drastisch genug? Und wird er nicht endlich einmal “erwachsen”? Diese Fragen stellten sich allerdings nur Menschen, die sich nicht mit dem litrarischen Anfang des Autors befasst hatten. Denn zum Romanschreiben kam er nur eher zufällig. Literarisch gesehen fühlt er sich in der lyrischen Welt sehr viel stärker verwurzelt. Und so verwundert es auch nicht, dass zwischen den Romanen immer wieder Gedichtbände veröffentlicht wurden. Aus meiner Sicht dringt er in seinen Gedichten noch sehr viel tiefer in die menschliche Gefühlswelt vor, gibt aber auch augenscheinlich mehr von sich preis. Er vermischt häufig sehr analytische Texte mit simplen Beobachtungen, aus denen er Alltagsweisheiten ableitet. Diese führen dann wieder zu komplexen Überlegungen, die er mit wenigen Worten darstellt. Wenn man also wissen will, ob Houellebecq seine Ansichten mit dem Alter verändert hat, muss man sich seine Gedichte anschauen. Die Romane sollte man aber im Hinterkopf haben. Dass der neue Gedichtband den Titel “Gestalt des letzten Ufers” trägt führt natürlich wieder zu den oben genannten Spekulationen und lässt vermuten, dass die Hochzeit des Autors dem Ende entgegen geht. Ich habe dies zunächst nicht stärker berücksichtigt. Schaut man sich jedoch neuere Filmaufnahmen an, die Michel Houellebecq zeigen und liest man die Gedichte sehr konzentriert, kann man leider den Eindruck gewinnen, dass es sich wirklich um eine Art Abschied handelt. Houellebecq hat immer über Krebs, den Freitod und das Alter geschrieben. Doch nie war der Eindruck von einem gewissen Verfall und einem Verabschieden so stark. Das bedeutet auf gar keinen Fall, dass die Gedichte keine literarische Kraft erzeugen! Nein, dies bezieht sich wirklich nur auf die Person und die dargestellten Gefühle. Die Kritik an der Liebe und an dem Umgang der Menschen miteinander ist noch immer da. Aber das Alter und die damit zusammenhängenden sexuellen Einschränkungen führen dazu, dass die literarischen Figuren noch stärker an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden. Der Wert einer Person wird tatsächlich noch stärker über die sexuelle Kraft bestimmt. Doch die biologischen Gegebenheiten sorgen für eine Reflexion des eigenen Handelns und ein Nachdenken über die Liebe. Man hat den Eindruck, dass man erst mit dem Alter und dem Ausschluss aus dem Kreis der sexuell aktiven Menschen überhaupt erkennt, was wahres Glück und wahre Liebe bedeuten. Gleichzeitig hat man aber generell einen gewissen Abstand zu der gerade aktivsten Generation und kann die Prioritäten noch einmal neu setzen. Man denkt ebenso über das eigene Ende nach und möchte nicht auch noch darüber die Macht verlieren. Houellebecq fängt all diese Gedanken und Gefühle in wenigen Worten ein, die tief in das Bewusstsein des Lesers dringen. Teilweise hat man den Eindruck, dass hier jemand spricht, der schon am anderen Ufer steht und über eine Weisheit verfügt, die man nur erlangen kann, wenn man sein eigentliches Leben bereits hinter sich gelassen hat. Die Worte wirken noch viel länger nach als die Sätze der Romane. Schaut man sich zudem die französischen Originalzeilen an, die in dem Band von DuMont linksseitig abgedruckt sind, erfährt man nicht nur eine Berührung des Geistes, sondern auch eine Berüjhrung des Herzens. Derr Klang der Worte ist so wunderbar, dass man ihn ständig in den Ohren haben möchte. Französisch ist aus meiner Sicht schon eine Sprache, die eine wundervolle Melodie aufweist. Doch die Textstruktur verstärkt diese Wirkung noch. Sie entfaltets ich auch, wenn man die Worte nicht im Detail versteht. Die Tiefe der Sprache wird durch einen gut gewählten Schriftsatz unterstützt. Seiten, die teilweise nur einen Satz aufweisen, verdeutlichen die Aussage der einzelnen Worte und sorgen für das konzentrierte Lesen.

Ausweitung der Kampfzone

Bewertung von Raumzeitreisender aus Ahaus am 23.07.2016
Kampfzone Gesellschaft Es handelt sich um den Debütroman von Michel Houellebecq aus dem Jahr 1994. Seitdem gilt Houellebecq als (begabter) Provokateur. Ihm gelingt es zweifelsohne, Atmosphäre zu schaffen. Das gesamte Werk ist aufgeladen mit negativer Energie. Bereits das kurze erste Kapitel wirkt obszön, vulgär und dekadent. Der namenlose Ich-Erzähler, ein 30jähriger Informatiker, ist ein extremer Zyniker. Seine destruktiven Beschreibungen prägen den gesamten Roman. Zum Beispiel findet er in einem Geschäft einen Toten, ohne das irgendeine Dramatik entsteht (73), charakterisiert er Rouen als „grau, schmutzig, schlecht erhalten, … von Lärm und Luftverschmutzung versaut“ (75) und äußert sich herablassend zu einem Brautpaar, welches vor einer Kirche steht. (78). Einen Erklärungsansatz liefert der Autor ein paar Seiten weiter. “Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen.“ (110) Neoliberale Maßstäbe gelten nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch unmittelbar für die Menschen. Diese werden nach ihrem Marktwert beurteilt und damit zum Objekt. An dieser fundamentalistischen und letztlich unmenschlichen Betrachtungsweise scheitern nacheinander Arbeitskollege Tisserand und der Ich-Erzähler. Es gibt nur Sieger und Verlierer und wem die Natur übel mitspielt, hat eben Pech gehabt. Auffallend und auch seltsam sind die zwischenzeitlichen Wechsel von der Ich-Perspektive auf eine Metaebene, die Ebene des Autors („Die folgenden Seiten bilden einen Roman“ (16), „Das fortschreitende Verlöschen zwischenmenschlicher Beziehungen bringt für den Roman allerdings einige Schwierigkeiten mit sich.“ (46)). Houellebecq ist ein ungewöhnlicher Autor. Mir würde kein zweiter einfallen, der mit ihm vergleichbar ist. Wenn sein Ziel darin besteht, eine Welt zu konstruieren, in der der Mensch ausschließlich nach seinem Marktwert beurteilt wird, ist ihm das auch gelungen. Der Roman ist destruktiv bis zur Selbstzerstörung.

Karte und Gebiet

Bewertung von Ruth Justen aus Leipzig am 25.11.2011
Eigentlich sind es zwei Romane in einem, die der französische Schriftsteller Michel Houellebecq mit seinem jüngsten Werk "Karte und Gebiet" vorlegt. In der Hauptgeschichte trifft der einsame Künstler Jed Martin den kauzigen Schriftsteller Michel Houellebecq. Gemeinsam ist ihnen die Bindungslosigkeit gegenüber Familie und Freunden sowie die Ablehnung der aufgeblasenen Kunstszene - ja der Gesellschaft im Allgemeinen. Grandios beschreibt der französische Meister diese beiden klugen und sensiblen Einzelgänger. Gleichzeitig seziert er regelrecht die bessere französische Gesellschaft. Daran schließt auch der in den Roman eingeschobene Krimi an. Als Leser stoplert man über den Genrewechsel und über das Mordopfer. Das ist kein Geringerer als der Autor selbst, der im Buch bestialisch ermordet wird. Der Künstler liefert den entscheidenen Hinweis zur Überführung des Täters. Der Roman begleitet Jed Martin bis zu seinem Tode im Jahr 2035 und zeichnet ein düsteres Zukunftsbild. Was bleibt? Nichts. Denn: "Die Vegetation trägt den endgültigen Sieg davon", so Houellebecq. Dem Autor ist ein tiefgründiges und lesenswertes Buch gelungen. DuMont Buchverlag 2011

Unterwerfung

Bewertung von Freund spannender Bücher am 04.01.2016
Der Autor provoziert mit seinem Buch auf intelligente Art und Weise. Der Westen fühlt sich dem (rückständigen) Rest der Welt überlegen. In technologischer Hinsicht ist er dies. Aber auch in emotionaler und sozialer? Houellebecq denkt einige Fragen konsequent zu Ende. Was kann es bedeuten, dass der Islam mit seinem althergebrachten Frauen- und Weltbild in Europa zunehmend Gewicht erhalten wird? Hat er vom Großteil des Volkes ernsthaften Widerstand zu erwarten, wenn er die Gesellschaft in Richtung der in Saudi-Arabien herrschenden Sitten umgestaltet? Ich habe das Buch mit Spannung und Vergnügen gelesen, mit zwei Ausnahmen: Was der Autor über Sex und Nutten schreibt ist nicht nur banal, sondern für die Geschichte irrelevant. Dafür habe ich ihm einen Stern abgezogen. Auch erwähnt er den Front National, stellt anfangs einen seiner Vertreter umfänglicher vor und berichtet von Ferne von einer kurzen Erruption der Gewalt. Dann scheute er sich jedoch, die Frage eines (gewaltsammen) Widerstands von rechtskonservativer Seite konsequent weiter zu denken und scheut diesen für seine Dystopie mehr als relevanten Gedanken. Schade. Ein weiterer Stern abzug.
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