Autor im Porträt

Toptitel von Marcel Proust

Der geheimnisvolle Briefschreiber

Gebundenes Buch
Im Herbst 2019 begeisterte ein sensationeller Fund das französische Feuilleton: neun frühe, bislang vollkommen unbekannte Novellen, Skizzen und Erzählungen des jungen Marcel Proust, entstanden lange vor dessen Jahrhundertwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Aufgetaucht waren diese Texte im Nachlass des französischen Verlegers Bernard de Fallois, der in den 50er Jahren über Proust promovieren wollte und dafür Einblick erhielt in Material, das beim Tod des Autors nicht vernichtet worden war. Er gab das Vorhaben auf - und die Texte gerieten in Vergessenheit.
Ein mysteriöser Verehrer entpuppt sich als Verehrerin; ein Hauptmann erinnert sich an eine homoerotische Begegnung, ohne sie als solche zu erkennen; eine gute Fee beschert dem Helden als Ausgleich für Krankheit und Leiden künstlerische Kreativität: Proust stimmt hier sein Instrumentarium für die Abfassung seines großen Romanwerks. Aber warum hat er diese Texte nie veröffentlicht? Hatte er Angst vor dem Skandal, den die bemerkenswert offene Thematisierung von Homosexualität hätte provozieren können, wie der Herausgeber vermutet? Fest steht: in diesen Versuchen steckt bereits die ganze Zukunft von Prousts Jahrhundertepos.
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28,00 €

 

Un baiser. Eine abgeschlossene Novelle aus der »Suche nach der verlorenen Zeit«

Broschiertes Buch
Französische Literatur in Reclams Roter Reihe: das ist der französische Originaltext - ungekürzt und unbearbeitet mit Worterklärungen am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen.
Erste Zärtlichkeiten zwischen Marcel und Albertine, argwöhnisch überwacht und unterbrochen von Françoise, der Haushälterin. Die kurze Novelle »Un baiser« (»Ein Kuss«) hat Proust 1921 als Vorabdruck aus Band 3 der »Suche nach der verlorenen Zeit« veröffentlicht. Wir begegnen darin zwei der noch jungen Hauptprotagonisten des epochalen Werks in einer kleinen geschlossenen Form, die für sich allein stehen kann.
Der kurze Text ist ideal, um Proust im Französischunterricht im Original zu lesen.
Französische Lektüre: Niveau B2-C1 (GER)
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5,20 €

 

Marcel Proust

Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 in Auteuil geboren und starb am 18. November 1922 in Paris. Sein siebenbändiges Romanwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" ist zu einem Mythos der Moderne geworden.

Eine Asthmaerkrankung beeinträchtigte schon früh Prousts Gesundheit. Noch während des Studiums und einer kurzen Tätigkeit an der Bibliothek Mazarine widmete er sich seinen schriftstellerischen Arbeiten und einem - nur vermeintlich müßigen - Salonleben. Es erschienen Beiträge für Zeitschriften und die Übersetzungen zweier Bücher von John Ruskin. Nach dem Tod der über alles geliebten Mutter 1905, der ihn in eine tiefe Krise stürzte, machte Proust die Arbeit an seinem Roman zum einzigen Inhalt seiner Existenz. Sein hermetisch abgeschlossenes, mit Korkplatten ausgelegtes Arbeits- und Schlafzimmer ist legendär. "In Swanns Welt", der erste Band von Prousts opus magnum, erschien 1913 auf Kosten des Autors im Verlag Grasset. Für den zweiten Band, "Im Schatten junger Mädchenblüte", wurde Proust 1919 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Die letzten Bände der "Suche nach der verlorenen Zeit" wurden nach dem Tod des Autors von seinem Bruder herausgegeben.

Kundenbewertungen

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Bewertung von MaWiOr aus Halle am 10.11.2013
Auch für einen langjährigen und lesehungrigen Literaturfreund gibt es manchmal Hemmschwellen, gibt es Bücher, um die er wie die Katze um den heißen Brei schleicht. Mir ging es so mit dem Jahrhundertroman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ des französischen Schriftstellers Marcel Proust (1871-1922). Die vorliegende Reclam-Ausgabe des ersten Bandes (auch als E-Book erhältlich) war nun für mich endlich Anlass, Versäumtes nachzuholen. Zunächst ist ein mehr als 4000 Seiten umfassendes Werk eine Zumutung. Doch wie eigentlich schon der Titel verrät, muss man auch bei der Lektüre Zeit mitbringen. Es ist kein Buch, in dem man stundenlang oder das man in einem Ritt liest. Gewinnbringender war es für mich, in kleinen Etappen zu lesen, jeden Tag einige Seiten. Aus früheren, zaghaften Lektüreversuchen kannte ich ansatzweise nur die deutsche Übersetzung von Eva Rechel-Mertens aus den 1950er Jahren. Nun also eine neue Übersetzung von Bernd-Jürgen Fischer, die einen Proust-Neuling auch gleich gefangen nimmt. Im dreigeteilten ersten Band „Auf dem Weg zu Swann“ sind es die Erinnerungen an die Sommer, die Marcel als Kind bei Verwandten auf dem Land verbracht hat (Dorf „Combray"). Hier beobachtet der hochsensible Knabe seine Umwelt, die Menschen, ihre Rituale und die Natur. Im anschließenden Binnenroman „Eine Liebe von Swann“ schildert Proust die obsessive und von Eifersucht geprägte Liebesgeschichte zwischen dem Lebemann Swann und der halbseidenen Madame Odette. Die Handlung des ersten Bandes ist eine Reise (mit vielen Rückblenden) zwischen den Bildern der Erinnerung. Immer wieder werden Eindrücke, Gefühle und Wahrnehmungen der Kindheit und Jugend (im dritten Teil „Ländliche Namen: Der Name“) wachgerufen und einer peniblen Analyse unterworfen. Da sich der Roman trotz sorgfältigem Lesen nur langsam und schichtweise erschließt, sind die umfangreichen Anmerkungen (immerhin 75 Seiten) des Übersetzers sehr hilfreich. Sie verstehen sich nicht als literaturwissenschaftliche Kommentare, sondern verfolgen das bescheidene Ziel, dem Leser Verständnishilfen zu bieten. Mit Neugierde warte ich nun auf die Fortsetzung der Reclam-Ausgabe, die als Hardcover auch sehr ansprechend ist.