* 1960 in Kirkop (Malta), ist ausgebildeter Journalist, autodidaktischer Comickünstler und gilt als Begründer des Comic-Journalismus. Er besuchte eine Vielzahl von Krisen- und Kriegsgebieten weltweit und verarbeitete seine Recherchen zu Reportage-Comics, die zahlreiche Auszeichnungen erhielten, darunter den American Book Award, den Eisner Award und den Geschwister-Scholl-Preis. Joe Sacco lebt in Portland, Oregon.
August 2013, Uttar Pradesh, Nordindien. Im mehrheitlich muslimischen Kawal erstechen zwei junge Hindus einen gleichaltrigen Muslim auf offener Straße. Die Täter werden daraufhin von einer aufgebrachten Menge ermordet. Nach Massenprotesten eskalieren die Ereignisse und es kommt zu wiederholten Überfällen der Angehörigen beider Religionsgemeinschaften aufeinander, die mehrere Dutzend Tote fordern und die Flucht Zehntausender Muslime zur Folge haben.
Für Joe Sacco, den berühmtesten aller Comicreporter, ist dieser Vorfall ein Archetyp dessen, was in Indien bereits zuvor geschehen ist und wieder geschehen wird. In INDIEN: ÖL INS FEUER geht er den Fragen nach, welche Narrative Täter konstruieren, um ihre Beteiligung an der Gewalt zu erklären und welche Rolle Gewalt in einer Demokratie spielt.
Das bevölkerungsreichste Land der Welt ist unter Premierminister Modi seit nunmehr elf Jahren auf dem Weg in eine Hindu-Autokratie. Mit pointierter Schärfe nimmt Joe Sacco sich dieser bedenklichen Entwicklung an.