Hami Nguyen ist 1989 in Vietnam geboren und 1991 mit ihrer Mutter nach Deutschland geflohen, wo ihr Vater als Vertragsarbeiter in der DDR gearbeitet hatte. Sie studierte VWL, Soziologie und Politikwissenschaften in Halle/Saale und Luzern. 2022 wurde sie vom Focus zu den 100 wichtigsten Frauen des Landes gewählt. 2024 wurde ihr Debüt Das Ende der Unsichtbarkeit – Warum wir über anti-asiatischen Rassismus sprechen müssen mit dem Buchpreis der Immigrationsbuchmesse ausgezeichnet. Sie arbeitet als Referentin in der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/Main und setzt sich als Aktivistin unter @hamidala_ für eine gerechtere Gesellschaft ein.
Die Texte in dieser Anthologie blicken aus verschiedenen marginalisierten Positionen auf den Literaturbetrieb. Sie stellen Fragen nach Zugang, Zugehörigkeit und Arbeitsweisen. Die Autor*innen schreiben aus persönlicher Sicht von strukturellen Ausschluss mechanismen und schaffen gleichzeitig Raum für utopische Ideen, den literarischen Raum solidarisch zu öffnen. Die Beitragenden haben dazu verschiedene Formen von Texten gewählt, es gibt lyrische Positionen, Theatertexte und klassische Essays. Die Heraus geberin möchte mit der Anthologie einen Beitrag zur Zukunft des Literaturbetriebs leisten und den Betrieb, den sie sehr schätzt, heraus fordern, auch Kritik auszuhalten.
Die Anthologie trägt den gleichen Namen wie der Podcast, den die Herausgeberin gemeinsam mit den Autorinnen Dara Brexendorf und Zara Zerbe herausgibt und der bereits ein breites Publikum hat.
Mit Beiträgen von Josephine Apraku, Maryam Aras, Sarah Berger, Betiel Berhe, Dara Brexendorf, Seda Çalışkanoğlu, Özlem Özgül Dündar, Mareike Fallwickl, Christiane Frohmann, Heike Geißler, Linus Giese, Mareice Kaiser, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Maline Kotetzki, Hami Nguyen, Andrea Schöne und Ayna Steigerwald.