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Karman
Was bedeutet es, für die eigenen Taten verantwortlich zu sein? In seinem kurzen Versuch über die Handlung, die Schuld und die Geste spürt der große italienische Philosoph Giorgio Agamben zu den Grundfesten unserer moralischen Institutionen, die ihre erste Ursache in der Beschuldigung finden. Die Maßgabe der Verantwortlichkeit für das eigene Handeln findet ihren Ursprung in der Sprache des gerichtlichen Prozesses und wurde von der westlichen Philosophie und Theologie zum Paradigma menschlichen Lebens schlechthin erhoben. In Karman, seiner Suche nach einem Ausweg aus diesem Paradigma, erweitert Agamben die in seinem Hauptwerk Homo sacer angelegten Gedanken zum Subjekt im abendländischen Denken und stellt letztlich infrage, ob es ein eigenverantwortliches und der Schuldigkeit fähiges Subjekt überhaupt gibt. Er greift neben den für sein Denken so zentralen Überlegungen Michel Foucaults und Walter Benjamins zum ersten Mal auch buddhistische und hinduistische Texte auf und nimmt sich die Worte Franz Kafkas zu Herzen: »Wie kann denn ein Mensch überhaupt schuldig sein.«
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