Autor im Porträt

Toptitel von Gillian Flynn

Gone Girl - Das perfekte Opfer

Broschiertes Buch
In den USA war „Gone Girl“ der Megaseller, die Filmrechte sind schon verkauft, die Kritik überschlug sich mit Lob – „scharf wie ein Eispickel“ oder „ein genialer Thriller“ – und auch Schriftstellerkollegen wie Tana French, Karin Slaughter oder JS Watson schwärmten von dem Buch.
Ja, es ist wirklich faszinierend, wie Gillian Flynn uns täuscht, in die Irre lockt und mit unseren dunkelsten Ängsten spielt: der Frage, wie gut man den Menschen kennt, der einem am nächsten steht. Würde man es merken, wenn man mit einem Vergewaltiger oder einer Serienkillerin zusammenleben würde? Würden wir irgendwann ahnen, dass der Mensch, neben dem wir seit Jahren aufwachen, gar nicht der ist, für den wir ihn halten? „Gone Girl“ spielt mit diesen Fragen und immer dann, wenn wir glauben, wir wüssten, was Sache ist, wer hier „der Böse/die Böse“ ist… dreht sich die Geschichte, wird noch abgründiger, noch unfassbarer.
Abgründig und unfassbar: „Gone Girl“ zieht alle Register
Das hippe Paar Amy und Nick Dunne zieht von New York in Nicks Heimat Missouri, an den Mississippi River in ein Haus direkt am Fluss. „Amy wird schon zurechtkommen“, denkt Nick, ein seit Kurzem arbeitsloser Journalist. Amy, New Yorkerin mit einem Master in Psychologie, schreibt Persönlichkeitstests für Magazine. Sie kommt aus wohlhabendem Haus, ihre Eltern Rand und Marybeth Elliot feiern als Autoren Erfolge mit der Buchserie „Amazing Amy“ – der Geschichte über eine Super-Amy, die jedes Mal, wenn die echte Amy im wirklichen Leben etwas vermasselt, im Buch natürlich alles richtig macht. Nick und Amy sind cool und bestätigen sich gern gegenseitig darin.
Von Amy fehlt jede Spur
Doch der Umzug in den Süden verändert so einiges. Nick eröffnet mit seiner Zwillingsschwester eine Bar, Amy verliert ihren Job, scheint keine Freunde zu finden, verändert sich. Und wo Nick sonst liebevoll Geschenke für seine Liebste aussuchte, sitzt er an seinem fünften Hochzeitstag schon morgens in der Bar und weiß noch nicht, was er Amy heute als Präsent überreichen will. Doch als er nach Hause fährt – ein Nachbar hat ihn besorgt angerufen, weil die Haustür offen steht –, ist Amy verschwunden. Im Wohnzimmer Spuren eines Kampfes – von Amy jedoch fehlt jede Spur.
Wem nur sollen wir glauben, wem können wir glauben?
Für uns Leser hält Gillian Flynn nun verschiedenste Sichtweisen auf die Geschehnisse bereit. Nick erzählt aktuell ab Amys Verschwinden, wie es ihm ergeht. Dann erfahren wir aus früheren Tagebucheinträgen von Amy vieles über ihr Leben und wie sich das Paar kennengelernt hat. Und später erzählt uns Amy auch etwas zu den aktuellen Ereignissen. Und die überschlagen sich. Kaum ist Amy verschwunden, häufen sich die Ungereimtheiten, und schon bald steht Ehemann Nick als Hauptverdächtiger da. Nick beteuert seine Unschuld – doch die Medien sehen in ihm einen Mörder. Hat er wirklich nichts mit den hohen Kreditkartenschulden zu tun? Und warum behauptet er, Amy hätte keine Freunde gehabt, wo doch eine Nachbarin angibt, Amys beste Freundin gewesen zu sein. Ihr hat sie angeblich erzählt, sie hätte Angst vor Nick. Wem nur sollen wir glauben, können wir glauben?
Wie gut können Menschen sich verstellen?
Doch das Spiel, das Gillian Flynn in „Gone Girl“ spielt, hat erst angefangen. „Wie gut können Menschen sich verstellen?“, fragen wir uns. – Und: „Kann es wirklich sein, dass ….?“ Nein, das wollen wir einfach nicht glauben und spüren doch, wie unser Unbehagen stärker und stärker wird. Das böse, wirklich böse Psychospiel nimmt gerade erst Fahrt auf und bislang kennen wir nur die Spitze des Eisbergs – die winzige Spitze, die aus dem Wasser ragt. Unter der Oberfläche aber reicht dieser Eisberg kilometerweit in den Abgrund.
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Gone Girl - Das perfekte Opfer, 2 MP3-CDs

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In den USA war „Gone Girl“ der Megaseller, die Filmrechte sind schon verkauft, die Kritik überschlug sich mit Lob – „scharf wie ein Eispickel“ oder „ein genialer Thriller“ – und auch Schriftstellerkollegen wie Tana French, Karin Slaughter oder JS Watson schwärmten von dem Buch.
Ja, es ist wirklich faszinierend, wie Gillian Flynn uns täuscht, in die Irre lockt und mit unseren dunkelsten Ängsten spielt: der Frage, wie gut man den Menschen kennt, der einem am nächsten steht. Würde man es merken, wenn man mit einem Vergewaltiger oder einer Serienkillerin zusammenleben würde? Würden wir irgendwann ahnen, dass der Mensch, neben dem wir seit Jahren aufwachen, gar nicht der ist, für den wir ihn halten? „Gone Girl“ spielt mit diesen Fragen und immer dann, wenn wir glauben, wir wüssten, was Sache ist, wer hier „der Böse/die Böse“ ist… dreht sich die Geschichte, wird noch abgründiger, noch unfassbarer.
Abgründig und unfassbar: „Gone Girl“ zieht alle Register
Das hippe Paar Amy und Nick Dunne zieht von New York in Nicks Heimat Missouri, an den Mississippi River in ein Haus direkt am Fluss. „Amy wird schon zurechtkommen“, denkt Nick, ein seit Kurzem arbeitsloser Journalist. Amy, New Yorkerin mit einem Master in Psychologie, schreibt Persönlichkeitstests für Magazine. Sie kommt aus wohlhabendem Haus, ihre Eltern Rand und Marybeth Elliot feiern als Autoren Erfolge mit der Buchserie „Amazing Amy“ – der Geschichte über eine Super-Amy, die jedes Mal, wenn die echte Amy im wirklichen Leben etwas vermasselt, im Buch natürlich alles richtig macht. Nick und Amy sind cool und bestätigen sich gern gegenseitig darin.
Von Amy fehlt jede Spur
Doch der Umzug in den Süden verändert so einiges. Nick eröffnet mit seiner Zwillingsschwester eine Bar, Amy verliert ihren Job, scheint keine Freunde zu finden, verändert sich. Und wo Nick sonst liebevoll Geschenke für seine Liebste aussuchte, sitzt er an seinem fünften Hochzeitstag schon morgens in der Bar und weiß noch nicht, was er Amy heute als Präsent überreichen will. Doch als er nach Hause fährt – ein Nachbar hat ihn besorgt angerufen, weil die Haustür offen steht –, ist Amy verschwunden. Im Wohnzimmer Spuren eines Kampfes – von Amy jedoch fehlt jede Spur.
Wem nur sollen wir glauben, wem können wir glauben?
Für uns Leser hält Gillian Flynn nun verschiedenste Sichtweisen auf die Geschehnisse bereit. Nick erzählt aktuell ab Amys Verschwinden, wie es ihm ergeht. Dann erfahren wir aus früheren Tagebucheinträgen von Amy vieles über ihr Leben und wie sich das Paar kennengelernt hat. Und später erzählt uns Amy auch etwas zu den aktuellen Ereignissen. Und die überschlagen sich. Kaum ist Amy verschwunden, häufen sich die Ungereimtheiten, und schon bald steht Ehemann Nick als Hauptverdächtiger da. Nick beteuert seine Unschuld – doch die Medien sehen in ihm einen Mörder. Hat er wirklich nichts mit den hohen Kreditkartenschulden zu tun? Und warum behauptet er, Amy hätte keine Freunde gehabt, wo doch eine Nachbarin angibt, Amys beste Freundin gewesen zu sein. Ihr hat sie angeblich erzählt, sie hätte Angst vor Nick. Wem nur sollen wir glauben, können wir glauben?
Wie gut können Menschen sich verstellen?
Doch das Spiel, das Gillian Flynn in „Gone Girl“ spielt, hat erst angefangen. „Wie gut können Menschen sich verstellen?“, fragen wir uns. – Und: „Kann es wirklich sein, dass ….?“ Nein, das wollen wir einfach nicht glauben und spüren doch, wie unser Unbehagen stärker und stärker wird. Das böse, wirklich böse Psychospiel nimmt gerade erst Fahrt auf und bislang kennen wir nur die Spitze des Eisbergs – die winzige Spitze, die aus dem Wasser ragt. Unter der Oberfläche aber reicht dieser Eisberg kilometerweit in den Abgrund.
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Gillian Flynn

Ihr drittes Buch "Gone Girl" (2012) katapultierte Gillian Flynn, Jahrgang 1971, für Wochen an die Spitze der Bestsellerlisten in den USA. Kritiker, Autorenkollegen und Leser waren fasziniert von dem schneidend-kalten Psychothriller. Schon zuvor lobte Stephen King Flynns Erstling "Cry Baby" (2006), und sie gewann mit diesem Debüt zwei Dagger Awards in einem Jahr, einen für das beste Debüt und einen in der Kategorie "Bester Thriller" - das hatte es zuvor noch nicht gegeben. Ihr zweites Buch "Finstere Orte" (2009) soll mit Oscar-Preisträgerin Charlize Theron verfilmt werden - auch für die anderen beiden Bücher sind die Filmrechte verkauft. Bei "Gone Girl" führt z. B. David Fincher ("Sieben", "Alien 3", "Fight Club" u. a.) Regie und Ben Affleck soll eine der Hauptrollen spielen. Flynn hat es also mit ihren bisher drei Büchern mal eben locker bis nach Hollywood geschafft.


Die Leidenschaft für Filme und Bücher begleitet sie seit ihrer Kindheit in Kansas City. Ihre Mutter arbeitete als Lehrerin, der Vater als Filmprofessor - und Gillian Flynn hat die Kombination Filme und Schreiben/Lesen auch schon vor ihrer Karriere als Schriftstellerin beruflich verknüpft. Sie arbeitet als leitende TV-Kritikerin für die US-amerikanische Zeitschrift Entertainment Weekly und schreibt über Filme. Heute tut sie das in Chicago - doch Jahre zuvor lebte sie lange in New York. "Noch heute fragt mich mein Vater als Erstes am Telefon: Hast du kürzlich was Gutes im Kino gesehen?", erzählt sie. Von ihrer Leidenschaft, "Wörter zusammenzusetzen" und ihrem Denken in "Szenen" zeugen ihre Bücher, die von Millionen Lesern verschlungen werden. Darin erzählt sie oft von gewalttätigen Frauen. Sie interessiert sich für die Gewalt, die in uns allen schlummert, aber oft ausschließlich den Männern zugesprochen wird. In "Cry Baby", so Flynn, gebe es z. B. keine "guten" Frauen und dieses Spiel mit Schein und Sein, das spielt Gillian Flynn gerne in ihren Büchern, sehr gerne, sehr virtuos und sehr böse.


Privat lebt sie mit Ehemann Brett, ihrem Sohn und einer riesigen schwarzen Katze namens Roy in Chicago. Es könnte sein, dass sie gerade an einem neuen Buch schreibt, es könnte aber auch sein, dass sie unten in ihrem Schlupfwinkel im Keller sitzt und bis zum Abwinken Pac-Man spielt. Denn neben ihrer Familie, bösen Frauen, Filmen und Büchern gehört ihre Leidenschaft auch diesem Videospiel aus den 1980ern...

Kundenbewertungen

Finstere Orte

Bewertung von Max aus Penzberg am 03.03.2010
Gillian Flynn hat mit Cry Baby schon ziemlich vorgelegt, aber Finstere Orte ist so richtig finster. Die Trostlosigkeit der Famile Day und in Libbys Leben ist fast mit Händen zu greifen. Ich habe das Buch verschlungen, da trotz der Düsternis die Figuren einem fast ans Herz gewachsen sind und man unbedingt wissen möchte, wie es ausgeht

Finstere Orte

Bewertung von anushka am 29.05.2010
Libby Day ist 7 Jahre alt als ihre Mutter und ihre zwei Schwestern ermordet werden. Für diese Tat sitzt nun ihr Bruder seit bereits 24 Jahren im Gefängnis, auch dank Libbys damaliger Aussage. Er soll den Teufel angebetet, Tiere geopfert und Drogen genommen haben. Seit damals ist Libby von Bens Schuld überzeugt. Doch nun - mit 31 Jahren - muss Libby zum ersten Mal selbst Geld verdienen. Der Spendenfonds für die arme, kleine Überlebende des Kinnakee Farm Massakers ist aufgebraucht. Und so geht Libby auf das zweifelhafte Angebot des Kill Club ein, ein Verein von true-crime Fans und ehemaligen Polizisten, die sich in ihrer Freizeit gern mit ungeklärten Mordfällen beschäftigen. Nun wollen sie Libby Day davon überzeugen, dass ihre Aussage damals falsch war und bieten ihr Geld dafür, dass sie mit alten Verdächtigen und Beteiligten spricht. Obwohl sich Libby ihrer Vergangenheit nicht stellen will und die traumatischen Erinnerungen an einen Ort namens Darkplace verbannt, ist sie auf dieses Geld angewiesen. Kommen auch bei Libby Zweifel an Bens Schuld auf? Und wenn er es nicht war, wer war es dann? Und warum wurde derjenige damals nicht geschnappt? Wie gefährlich ist es, an der Vergangenheit zu rütteln? Mit Libby Day hat Flynn eine überzeugende Protagonistin geschaffen. Libby ist schwer traumatisiert, depressiv und labil. Sie steht dem Leben zynisch gegenüber und wünscht sich oft, einfach zu sterben. Die Erinnerungen an das Massaker hat sie immer unterdrückt und will sich mit ihnen nicht auseinandersetzen. Wenn sie mit anderen Personen zu tun hat, überlegt sie immer wieder, wie sie daraus einen persönlichen Vorteil ziehen kann, erwartet immer Mitleid. Auch die anderen Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Autorin kann zeigen, wie unsensibel und sensationsgierig Außenstehende - besonders, wenn sie Fans von wahren Kriminalfällen sind - sich benehmen können und dass ihr Interesse am Leid anderer teilweise krankhafte Züge haben kann. Die Geschichte wird wechselweise aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Libbys Sicht aus der heutigen Zeit (in der Ich-Perspektive) und die Sicht ihrer Mutter und ihres Bruders am Tag des Geschehens (in der dritten Person). Beide Stränge verlaufen parallel und ergänzen sich dahingehend, dass dem Leser das nahe gebracht wird, was Libby nicht weiß. Somit kann der Leser immer abgleichen, wie gut es Libby gelingt, die Wahrheit herauszufinden. Zudem wird Libby einige Dinge nicht erfahren, die der Leser trotzdem weiß. Allerdings wird die Auflösung nicht früh verraten, sondern fast zeitgleich mit Libbys Entdeckungen. So bleibt das Buch durchweg sehr spannend. Libby ist nicht sympathisch, zumindest nicht am Anfang, aber trotzdem leidet der Leser bald mit. Die Charaktere sind tiefgründig und die Geschichte absolut überzeugend. Die Auflösung mag vielleicht etwas übertrieben und unwahrscheinlich sein, ist aber so kaum vorhersehbar und mit zunehmenden Informationen zweifelt auch der Leser immer wieder, so wie Libby. Der Leser fragt sich durchaus und oft zurecht, ob Ben es nicht doch getan hat. Denn Flynn gibt Einblicke in dunkle Teenager-Fantasien, die sich um Gewalt und Macht drehen. Ben ist ein klassischer Loser und gerät so an falsche und manipulative Freunde, zeigt selbst aber auch keinen Mut, für sich selbst einzustehen. Aber auch die Kraft von Gerüchten und (un)begründeten Verdächtigungen bleibt nicht unbeleuchtet. Mit der Vorgabe einer vor 24 Jahren geschehenen Situation und dem langsamen Aufrollen dessen, was an den Gerüchten wirklich wahr ist und wie diese entstanden sind und dem sensiblen Einblick in die verschiedenen Charaktere hebt sich Flynn eindeutig von der Masse der Thriller und Romane in diesem Bereich ab und hat mich sehr an die Geschichte und seine Charaktere gebunden. Die Handlung war spannend und überzeugend, sodass ich dieses Buch gern und euphorisch weiterempfehle.

Finstere Orte

Bewertung von Alyssa-Zoe aus Sachsen-Anhalt am 19.02.2010
Libby Day ist die einzige Überlebende eines Massakers an ihrer Familie. Sie hat ihre Mutter Patty und ihre Schwestern Michelle und Debby verloren. Als Schuldiger wurde ihr Bruder Ben Day verurteilt und sitzt nun seine Gefängnisstrafe ab. 25 Jahre später lebt Libby, zurückgezogen und allein, ohne Job und ohne Freunde. Sie lebt vom Geld anderer Menschen, die ihre Geschichte hörten und Geld für Libby spendeten. Als sie von Jim Jeffreys, der die Spenden verwaltet, erfährt, dass sich das gespendete Geld dem Ende neigt, bleibt ihr nichts anderes übrig als neues aufzutreiben. Denn einen Job suchen, möchte sie nicht. Da kommt ihr das Angebot von Lyle Wirth ganz recht, der ihr Geld dafür bietet, wenn sie auf dem Kongress des Kill Clubs erscheint und Fragen zu ihrer Geschichte beantwortet. Die meisten Mitglieder des Kill Clubs halten Ben Day für unschuldig und kämpfen für seine Freilassung. Damit hätte Libby vielleicht nicht gerechnet. Jedoch kommt sie in Grübeln und beginnt ihre Vergangenheit aufzurollen, wenn auch zu diesem Zeitpunkt nur des Geldes wegen. Daraufhin besucht Libby ihren Bruder im Gefängnis. Auch wenn sie es nicht zugeben würde, hat das Treffen mit dem Kill Club doch ihr Interesse geweckt und sie beginnt langsam an ihrer Aussage als Siebenjährige zu zweifeln. Schließlich war diese mitverantwortlich für die Verurteilung ihres Bruders. Sie macht sich auf die Suche nach neuen Erkenntnissen, allerdings mehr um sich selbst zu helfen als ihrem Bruder. Zum Schluss nimmt die ganze Geschichte eine unerwartete Wendung, mit der man als Leser nicht gerechnet hätte. Die einzelnen Kapitel wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Nicht nur Libby erzählt, auch die Gedanken und Gefühle ihres Bruders und ihrer Mutter kommen in den Rückblicken zum Ausdruck. So erfährt der Leser, was damals am Tag des Massakers tatsächlich passiert ist und wie es in den einzelnen Personen aussah. Der Charakter der Libby ist faszinierend beschrieben, man bekommt einen Einblick in ihr Innerstes und kann verstehen, warum sie sich so fühlt wie sie sich heute fühlt. Die Wandlung des Charakters von Libby durchzieht sich durch das gesamte Buch. Es ist als ob man als Leser zu sieht wie Libby erwachsen wird, Verantwortung übernimmt und aus ihrer Lethargie aufwacht. Wenn man zu Beginn noch das Gefühl hatte, sie rolle die ganze Geschichte nur wegen des Geldes auf, muss man seine Meinung mit der Zeit revidieren. Libby setzt sich endlich mit ihrer Vergangenheit auseinander und ist bereit die Dinge in die Hand zu nehmen. Der Thriller ist packend geschrieben, von der ersten bis zur letzten Seite. Das Buch ist strukturiert und spannend aufgebaut, und flüssig geschrieben. Zum Teil ist der Thriller von Grausamkeit durchzogen, die den Leser erschauern lässt. So fesselnd geschrieben, dass man das Buch einfach nicht zur Seite legen konnte und dann bis in die späte Nacht weiterlesen musste.

Gone Girl - Das perfekte Opfer

Bewertung von dorli aus Berlin am 12.09.2013
Amy und Nick Dunne leben in New York. Nachdem beide arbeitslos geworden sind, werden sie zunehmend unzufriedener mit ihrem Leben. Als Nicks Mutter an Krebs erkrankt, beschießt er ungeachtet den Wünschen Amys wieder in seine Heimat zurückzukehren. Amy fügt sich Nicks Beschluss, auch wenn es der gebürtigen New Yorkerin nicht leicht fällt, arrangiert sie sich mit dem Leben in der Missouri-Kleinstadt am Mississippi. Nick eröffnet gemeinsam mit seiner Schwester Go unter Zuhilfenahme des restlichen Geldes aus Amys Trustfond eine Kneipe. Alles scheint in Ordnung. Doch am Morgen ihres fünften Hochzeitstages verschwindet Amy spurlos. Die Polizei beginnt zu ermitteln und jede neue Spur lässt den Verdacht wachsen, dass Nick für Amys Verschwinden verantwortlich ist. Nick stellt eigene Nachforschungen an und entdeckt schnell die wahren Hintergründe, nur glaubt ihm niemand… Aufgrund der überschwänglichen Aussagen des Klappentextes hatte ich sehr hohe Erwartungen an dieses Buch. Trotzdem habe ich nicht mit dem Wahnsinn gerechnet, der zwischen diesen Buchdeckeln steckt. Dieser Thriller ist genauso, wie Amy ihre persönliche Geschichte sieht: staunenswert und verblüffend. Mehr noch, die Geschehnisse sind haarsträubend - es ist unfassbar, was hier zwischen Amy und Nick abläuft. Die Geschichte beginnt damit, dass Nick über Amys Kopf nachdenkt. Über die äußere Form und ganz besonders über ihren Verstand. Als ich die Geschichte zu Ende gelesen hatte, waren meine Gedanken wieder bei Amys Kopf und ihrem Verstand. Ich würde wirklich gerne wissen, wie dieser Kopf arbeitet. Obwohl es bei dem ganzen Lug und Trug den Nick so treibt in Amy vor Wut brodeln muss, bleibt sie nach außen ruhig und bereitet geduldig und präzise ihre Rache vor. Wie kann jemand so abgrundtief böse sein und so ausgeklügelt und vorausschauend denken? Das ist für mich beängstigend und faszinierend zugleich. Nicht nur die Sprache mit tollen Formulierungen, herrlichen Wortkreationen („zuckerbesoffen“) und durchdachten Dialogen ist Gillian Flynn hervorragend gelungen, auch der Aufbau des Buches ist sehr geschickt. Während Nick von dem aktuellen Geschehen berichtet, erfährt man im ersten Teil von Amy mittels Tagebucheinträgen, wie sie und Nick sich kennengelernt haben und wie sich die beiden und ihre Ehe im Laufe der letzten fünf Jahre verändert haben. Es ist einfach brillant, welch ein Schauspiel Gillian Flynn hier kreiert hat. Das Buch ist raffiniert und böse, steckt voller Wendungen und Überraschungen und hält den Leser Seite um Seite in Atem. Die Autorin spielt mit dem Leser, lenkt die Sympathien für die Figuren von einer zur nächsten. Man fragt sich laufend, wer in dieser Geschichte eigentlich wen manipuliert. Wer sagt die Wahrheit? Wer lügt? Ständig lauert man auf die nächste Schandtat und ist dann wieder sprachlos, wie eiskalt hier agiert wird. Nicks Anwalt Tanner Bolt sagt über Nick und Amy: „… Sie beide sind die abgefucktesten Menschen, die mir jemals begegnet sind…“ (S.538). Wie recht er hat. Ein grandioser Thriller. Unbedingt lesen!

Finstere Orte

Bewertung von Readit am 19.03.2010
Um es vorweg zu nehmen: dieses Buch ist eines der besten, die ich seit langem gelesen habe! Worum geht es? Libby Day musste als Siebenjährige mit anhören, wie fast ihre ganze Familie umgebracht worden ist. Als Täter wurde Bruder Ben verhaftet, er ist seitdem im Gefängnis und Libby hat keinen Kontakt mehr zu ihm. Sie lebt ein armseliges Leben, hat kaum soziale Kontakte und die Geschehnisse trotz psychologischer Hilfe nicht verkraftet. Nun ist sie auch noch pleite: vorher hat sie von Spenden wohlmeinender Mitbürger gelebt, doch das Geld ist aufgebraucht. Da kommt das Angebot des "Kill-Clubs" gerade recht: dieser Club hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbrechen zu überprüfen und zu Unrecht Verurteilten zu helfen. Ein Teil der Mitglieder des Clubs hält Ben für unschuldig und bietet Libby Geld dafür, dass sie zu ihm geht und ihn befragt und auch so versucht, sich neu zu erinnern, denn Ben wurde hauptsächlich wegen ihrer Aussage verurteilt. Jetzt muss sich Libby endlich ihrer Vergangenheit stellen und findet tatsächlich Erstaunliches heraus... In Rückblenden erfährt der Leser, wie es wirklich war, sowohl aus Bens Sicht als auch aus Mutter Pattys Sicht: die armseligen finanziellen Verhältnisse, dieses Von-der-Hand-in-den-Mund-leben, der drogen-, alkohol- und spielsüchtige Exmann, der immer auf der Suche nach Geld ist und das Familienleben noch mehr verkompliziert, die chronische Überforderung Pattys (heute würde man wahrscheinlich Burn-Out-Syndrom sagen, aber das gab es in den 80ern noch nicht), die Kinder, die wegen der abgetragenen Kleidung und der kostenlosen Schulspeisung gehänselt wurden. Ben ist Patty bereits entglitten, er hat sich ungute Freunde gesucht. Nun droht auch noch die Zwangsräumung und damit die Obdachlosigkeit - Patty ist verzweifelt und greift zum letzten Strohhalm. Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut mit den Sprüngen zwischen der Jetztzeit und der Tatzeit und dem für mich doch etwas überraschenden Schluss. Auf jeden Fall ist dies ein Buch, das sich zu lesen lohnt!

Gone Girl - Das perfekte Opfer

Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 30.09.2013
In “Gone Girl” ist nichts, wie es scheint. Geschickt laviert Gillian Flynn durch eine sehr gut konstruierte Geschichte, die immer mehr packenenden Nervenkitzel entwickelt. Dabei faltet sie die Charaktere ihrer Figuren immer weiter auseinander, so dass es immer wieder zu ungeahnten Wendungen kommt. Das irritiert und lockt uns Seite für Seite vorwärts. Ein paar kleine logische Brüche lassen sich zwar finden, aber dennoch ist “Gone Girl” ein packender Thriller der mit einer außergewöhnlichen Story. Und er zeigt, wie klebrig und scheinheilig so mache Beziehung ist, wenn man mal genauer hinter die Kulissen schaut.

Finstere Orte

Bewertung von redfox aus Sachsen am 24.02.2010
Die wirklich finstere Geschichte einer Familie Ben hat fast seine ganze Familie umgebracht. Nur seine siebenjährige Libby hat überlebt. Oder war er es doch nicht, auch wenn er Satan anbetet und angeblich kleine Mädchen belästigt? Die Familie ist sehr arm, steht kurz davor, die Farm zu verlieren. Die Kinder sind dreckig und die alleinerziehende Mutter hat Probleme, sich Ihren Ex-Mann, der immer nur Geld will, vom Hals zu halten. Sie versucht eine gute Mutter zu sein, auch unter den widrigen Bedingungen… Eine wahrhaft finstere Familiengeschichte, denn umso mehr man liest, um so mehr hat man Mitleid mit den einzelnen Personen. Kleine Lügen oder Unüberlegtheiten führen zur großen Katastrophe – mit einem doch überraschenden Ende. Das Buch hat mir sehr gut gefallen , es liest sich flüssig und man steckt schnell mittendrin – und ist doch immer froh, wenn das Buch zugeschlagen wird, das man nicht selbst in so einer ausweglosen Situation steckt – wo alles auf einmal über einem hereinbricht.

Gone Girl - Das perfekte Opfer

Bewertung von Krimihexe aus Hamm Westfalen am 30.08.2013
Nick und Amy sind ein tolles Paar, sie heiraten und wohnen in New York, wo sie ein sorgloses Leben führen, beide arbeiten als Journalisten und Amy ist sogar vermögend, da ihre Eltern mit der Buchserie - Amazing Amy - gutes Geld verdienst haben. Als beide arbeitslos werden und Nicks Mutter krank wird, ziehen sie in Nicks Heimatstadt. Die Buchreihe von Amys Eltern verkauft sich nicht mehr gut und wird eingestellt, woraufhin sich Amys Eltern von Amy den Trustfond geben lassen, vom Restgeld kauft Nick sich mit seiner Schwester Margo eine Bar. Die Beziehung der beiden verschlechtert sich zusehens. So ein Leben hat Amy nicht gewollt, vor allem wollte sie New York nicht verlassen und schon gar nicht als Hausfrau jeden Tag auf ihren Mann warten. Nick bleibt immer länger und häufiger weg von zu Hause und am 5. Hochzeitstag ist Amy verschwunden. Alles deutet darauf hin, dass Amy entführt wurde, als dann die Polzei eine große Menge Blut in der Küche findet, das offensichtlich gründlich weggewischt wurde, hat Nick ein Problem, denn alles spricht gegen ihn und fast täglich gibt es neue Hinweise, die die Schlinge um Nicks Hals immer weiter zuziehen läßt. Nick fragt sich, wer bist du, Amy und wo bist du ?? Nicks ständige Lügen der Polizei gegenüber sind jetzt so gar nicht hilfreich. Ich kann nur sagen, dieses Buch ist mal eine Leistung. Die einzelnen Abschnitte, wie das Kennenleren, der erste Hochzeitstag usw. wird abwechselnd aus Amys und aus Nicks Perspektive erzählt. Bei jedem Abschnitt lernt man Nick und Amy besser kennen, ist Nick unschuldig, ist Amy hier das Opfer - wer ist gut und wer ist böse ?? Es gibt ständig neue Wendungen, die Karten werden immer wieder neu gemischt !! Selbst das Ende hat noch eine Überraschung bereit, absolut perfide. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und einige Male nach Luft geschnappt. Ich wurde als Leser clever manupuliert und habe es genossen, das war bestimmt von der Autorin gewollt. Ein großes Kompliment an die Autorin, ein Psychothriller der besonderen Art.

Finstere Orte

Bewertung von R.E.R. am 20.02.2010
Finstere Orte - Überzeugend ausgeleuchtet Kindermund tut Wahrheit kund. Und falls nicht, kann aus einer einzigen unbedachten Äußerung eine verhängnisvolle Verkettung unglücklicher Umstände und Missverständnisse zur Katastrophe führen. “Welleneffekte” nennt Gillian Flynn das in ihrem Thriller “Finstere Orte”. Von dieser nahezu perfekten Welle lässt man sich fasziniert mitreißen. Libby Day ist pleite. Ihre Mutter und ihre beiden Schwestern wurden getötet als sie sieben Jahre alt war. Hingerichtet als satanisches Opfer. Als einzige Überlebende des Blutbades, brachte ihre Zeugenaussage den eigenen Bruder als fanatischen Täter hinter Gitter. Ein Vierteljahrhundert später ist der Hilfsfond mitleidiger Spender aufgebraucht und Libby muss sich nach einer neuen Geldquelle umsehen. Gerade zu rechten Zeit erhält Sie ein lukratives Angebot einer Gruppe von Hobby Kriminologen, die Zweifel an der Schuld Ihres Bruder haben. Libby soll das damalige Verbrechen noch einmal untersuchen. Als Insiderin mit persönlichem Zugang zu den ehemals beteiligten Personen. Die finanzielle Notlage gibt den Ausschlag. Gegen Ihre innere Überzeugung begibt sich Libby auf die Reise zu Ihren “Dark Places”. Gillian Flynn erzählt in “Finstere Orte” eine fesselnde Geschichte. Obwohl Ihr Buch zur Genregattung Thriller gezählt wird, geht Sie nicht reißerisch und sensationslüstern auf Leserfang. Aus drei Perspektiven lässt Sie uns am Leben einer zerstörten Familie teilnehmen. Libby berichtet als Ich-Erzählerin aus dem Heute. 25 Jahre nach den schrecklichen Erlebnissen, scheint Sie noch immer in ihrer eigenen, ganz persönlichen Hölle gefangen zu sein. Flynns Protagonistin ist eine Antiheldin. 1,50m klein, dafür mit überdimensionalen Brüsten ausgestattet, faul, phlegmatisch und geldgierig. Man mag sie nicht, findet sie zunehmend unsympathisch. Entwickelt dennoch eine trotzige Zuneigung. Irgendwo auf dem Weg, wird uns das bessere Ich begegnen. Dessen ist man sicher. Der schicksalhafte Tag selber wird abwechselnd aus der Perspektive der Mutter Patty und des Bruders Ben geschildert. Fast minutiös blättert Flynn den verhängnisvollen Tag für uns auf. Den Tag an dem bei “den Days alles schiefging, was schief gehen konnte.” In reichhaltigen Bildern zeichnet Sie einen detailgenauen Hintergrund. Atemlos folgt man einer Spur von schrecklicher Zwangsläufigkeit. Die verarmte Familie lebt auf einer heruntergekommenen, völlig verschuldeten Farm. Die Mutter, vom trinkenden Ehemann sitzengelassen, ist mit der Erziehung der 4 Kinder überfordert. Der Sohn Ben bereitet zusätzliche Sorgen. Schottet sich von der Familie ab, färbt sich die Haare schwarz und hört Heavy Metall. Zu Beginn der 1980er Jahre zumindest fragwürdig, wenn nicht gar verdächtig! Gillian Flynn erzeugt Spannung nicht nur im Hinblick auf Ihr Grande Finale. Natürlich will man unbedingt wissen, was in der kalten Januarnacht des Jahres 1985 wirklich passiert ist. Und in dieser Hinsicht wird man nicht enttäuscht. Viel lohnender jedoch ist Ihr Weg dorthin.

Finstere Orte

Bewertung von yellowdog am 13.03.2016
Der Psychothriller ist geschickt und spannend gestaltet. Er lebt von seiner ungewöhnlichen Hauptfigur Libby (Ben blieb mir vergleichsweise fremd). Die Morde der Vergangenheit belasten Libby auch heute noch, ihr Bruder als vorgeblicher Mörder sitzt jetzt schon seit 25 Jahren im Gefängnis. Eine Gruppe, die an Bens Unschuld glaubt, beeinflusst Libby. Allerdings hat sie auch Geldprobleme. Die Haltung der handelnden Figuren wirkt teilweise zynisch und irrational, und doch absolut glaubwürdig. Insgesmt erinnert an Gillian Flynns ersten Roman Cry Baby, bei dem auch eine verzweifelte Frau, von der Vergangenheit traumatisiert und mit zerrütteten Familienleben im Vordergrund stand. Bei beiden Büchern gab es nach anfänglich rihigen Handlungsverlauf gegen Ende mehr Dramatik und überrraschende Auflösungen. Gillian Flynn ist jetzt unter den Autoren von Psychothrillern in der ersten Liga!
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