Autor im Porträt

Toptitel von Eugen Ruge

Metropol

Gebundenes Buch
Nach dem internationalen Erfolg von "In Zeiten des abnehmenden Lichts" kehrt Eugen Ruge zurück zur Geschichte seiner Familie - in einem herausragenden zeitgeschichtlichen Roman.
Moskau, 1936. Die deutsche Kommunistin Charlotte ist der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gerade noch entkommen. Im Spätsommer bricht sie mit ihrem Mann und der jungen Britin Jill auf zu einer mehrwöchigen Reise durch die neue Heimat Sowjetunion. Die Hitze ist überwältigend, Stalins Strände sind schmal und steinig und die Reisenden bald beherrscht von einer Spannung, die beinahe körperlich greifbar wird. Es verbindet sie mehr, als sich auf den ersten Blick erschließt: Sie sind Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der Komintern, wo Kommunisten aller Länder beschäftigt sind. Umso schwerer wiegt, dass unter den "Volksfeinden", denen gerade in Moskau der Prozess gemacht wird, einer ist, den Lotte besser kennt, als ihr lieb sein kann.
"Metropol" folgt drei Menschen auf dem schmalen Grat zwischen Überzeugung und Wissen, Loyalität und Gehorsam, Verdächtigung und Verrat. Ungeheuerlich ist der politische Terror der 1930er Jahre, aber mehr noch: was Menschen zu glauben imstande sind. "Die wahrscheinlichen Details sind erfunden", schreibt Eugen Ruge, "die unwahrscheinlichsten aber sind wahr." Und die Frau mit dem Decknamen Lotte Germaine, die am Ende jenes Sommers im berühmten Hotel Metropol einem ungewissen Schicksal entgegensieht, war seine Großmutter.
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24,00 €

 

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Broschiertes Buch
Unter dem künstlichen Himmelsblau von HTUA-China ist ein Mann unterwegs, um die neueste Geschäftsidee seiner Firma zu vermarkten: "True Barefood Running". Nio Schulz lebt mit Big Data, in einer Welt der Genderkameras, der technischen Selbstoptimierung. Er schwimmt im Strom unaufhörlicher Information: In Australien wird die Klimabombe gezündet, seine Freundin in Minneapolis verhandelt mit ihm über Leihmutterkosten und @dpa meldet den Tod des erklärten Fortschrittsfeinds Alexander Umnitzer - seines Großvaters. Und da, ja da gibt Nio Gas.
Nach dem internationalen Erfolg von "In Zeiten des abnehmenden Lichts" erzählt Eugen Ruge die Geschichte der nächsten Generation und zugleich, in einer aberwitzigen Ausholbewegung, die Vorgeschichte - von allem.
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10,99 €

 

Eugen Ruge

Eugen Ruge, geboren 1954 in Sosswa am Ural, studierte Mathematik in Ostberlin und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Physik der Erde. Bereits 1986 begann er mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Seit 1989 wirkt er hauptsächlich als Autor für Theater, Funk und Film. Neben seinen Übersetzungen mehrerer Tschechow-Texte und der Autorentätigkeit für Dokumentarfilme und Theaterstücke lehrte er zeitweise in Berlin und Weimar, bevor er 1988 aus der DDR in den Westen ging. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2011

Kundenbewertungen

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Bewertung von Isabel aus Stuttgart am 19.12.2018
Zeitgeschichte! Bücher über deutsche Familien. die meist in der Zeit des zweiten Weltkrieges spielen und die Folgen der Verstrickungen aufgreifen, sind reichlich auf dem Büchermarkt zu finden. Eugen Ruge beschreibt jedoch in seinem Buch eine ganz andere Perspektive deutscher Familiengeschichte. Im Mittelpunkt des Romans eine Familie, die in der ehemaligen DDR ihren Lebensmittelpunkt hatte. DIE Großeltern reisen aus dem Exil Mexico zurück; um in der DDRdas neue Deutschland aufzubauen. Der Sohn kehrt aus sowjetischer Gefangenschaft zurück, gekränkt von den "Freunden" und doch an den Glauben der poitischen Idee. Seine russische Frau mit den Erinnerungen an Zwang und Härte des sowjetischen Systems an seiner Seite und sich in einem System wiederfindend, das keine Lösung für sie bietet. Der Enkel, der seinen Weg selbst finden möchte und die politischen Ansichten der Großeltern und Eltern nicht teilen will. Und was pasiert, wenn gerade dieser sich in den Westen flüchtet, am Tag des neuzigsten Geburtstags seines Großvaters, an dem viele Parteifunktionäre erwartet werden? In den einzelnen Kapiteln kommen die Familienmitglieder einzeln zu Wort, beschreiben die Szenen aus Ihrer Perspektive und lassen den Leser teil haben, an ihrer Geschichte. Ein interessantes, vielfältiges und spannendes Buch, mit einem sehr angenehmen Schreibstil und übersichtlichen Kapiteln.Gelebte deutsche Geschichte! Lesenswert!

In Zeiten des abnehmenden Lichts, 10 Audio-CDs

Bewertung von atzekrobo aus Zeven am 09.03.2013
Ein außergewöhnliches und fesselndes Buch Ein umfangreiches gesellschaftliches und familiäres Panorama zeichnet Eugen Ruge mit diesem Buch. Es geht um die Geschichte der Familie Umnitzer im zurückliegenden halben Jahrhundert. Da führen die Wege von Mexiko in die DDR, von Moskau ins sibirische Straflager, und schließlich aus dem angeblichen Kommunismus in die Demokratie. Zwischen diesen höchst unterschiedlichen Stationen springt der Autor in seiner Geschichte immer wieder hin und her, und vermittelt so dem Leser/Hörer tiefgehende Eindrücke von einer Lebenswelt, die ihm bisher möglicherweise völlig fremd war. Es ist eine ruhige, leise Geschichte, die Eugen Ruge erzählt, und bei der Hörbuch-Version gebührt zudem Ulrich Noethen ein besonderes Lob. Er macht das Buch als Sprecher wirklich plastisch und erlebbar. Und so wird der Leser/Hörer durch die vielen Lebensstationen dieser Familie geführt. Dabei wechselt der Autor ständig die Perspektiven und die Schauplätze. Es entsteht ein breiter Erzählteppich, der an einigen Schlüsselstellen immer enger geknüpft wird. Wilhelm und Charlotte sind der Ursprung dieser für die DDR möglicherweise typischen Familiengeschichte. Ein paar kritische Worte zum Hitler-Stalin-Pakt, und prompt landen Kurt und sein Bruder Werner, die Söhne Charlottes und Wilhelms, im sibirischen Straflager. Nur Kurt kehrt zu den Eltern zurück, die aus dem mexikanischen Exil wieder nach Deutschland kommen, um am Aufbau der DDR mitzuwirken. Der 90. Geburtstag Wilhelms wird zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, denn die Ereignisse dieses Tages werden immer wieder in die Geschichte eingestreut, auch als Ausgangspunkt für die immer wiederkehrenden Rückblicke. Der Erzählstil erfordert dabei die volle Aufmerksamkeit des Lesers/Hörers, um alle Feinheiten, Zwischentöne und versteckten Zusammenhänge zu erkennen. Manches versteht man mitunter erst viele Kapitel später, aber das macht auch durchaus den besonderen Reiz dieses Buches aus. Denn so erlebt der Leser/Hörer die unterschiedlichen Perspektiven, es wechseln nicht nur die Orte und Zeiten, sondern auch die Erzähler. Der Geburtstag wird so aus der Sicht verschiedener Personen miterlebt. „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ist ein wirklich außergewöhnliches und fesselndes Buch. Dieses kurzweilige Werk sollte man mehrfach hören, erst dann wird es sich vollständig erschließen.