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Eduard Keyserling

Eduard von Keyserling (1855–1918) stammt aus altem baltischem Geschlecht, studierte Kunst und Jura und begann schon früh mit dem Schreiben. Als freier Schriftsteller lebte er zunächst in Wien, später in Italien und München, wo er der Schwabinger Boheme angehörte. Durch eine Krankheit erblindet, vereinsamte Keyserling in den letzten Lebensjahren zunehmend.

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Abendliche Häuser Produktbild: Abendliche Häuser

Abendliche Häuser

Abendliche Häuser führt in eine Welt stiller Landgüter, alter Standesregeln und langsam zerfallender Gewissheiten. Auf Schloss Paduren ist nach mehreren Schicksalsschlägen jede frühere Lebendigkeit verschwunden. Baron von der Warthe, einst die maßgebliche Autorität des umliegenden Adels, ist nach dem Tod seines Sohnes Bolko durch einen Schlaganfall körperlich gebrochen. Seine Tochter Fastrade kehrt nach Jahren in das Elternhaus zurück. Fastrade hatte Paduren verlassen, nachdem ihr Vater ihre Verbindung mit dem Hauslehrer Arno Holst abgelehnt hatte. Sie war ihm in ein Krankenhaus gefolgt und hatte ihn bis zu seinem Tod gepflegt. Nun findet sie ein Haus vor, in dem das Leben aus Pflichten, Erinnerungen und Schweigen besteht. Ihr Vater erwartet, dass sie ihren Platz im Familienbesitz übernimmt. Fastrade versucht, den Alltag neu zu ordnen, spürt jedoch zugleich die bedrückende Ruhe dieser abgeschlossenen Welt. Bei einem Streit um eine Waldgrenze begegnet sie Dietz von Egloff wieder, einem Freund aus Kindertagen. Dietz lebt auf dem benachbarten Gut Sirow, verschwendet sein Vermögen, schlägt Wald und sucht in Gesellschaften, Spiel und wechselnden Beziehungen nach Ablenkung. Zwischen ihm und Fastrade entsteht eine Nähe, die von gemeinsamer Erinnerung, Anziehung und gegensätzlichen Erwartungen geprägt ist.Auch die Häuser Witzow, Barnewitz und Sirow sind von Spannungen erfüllt. Gertrud Port kehrt nach einer gescheiterten musikalischen Ausbildung zurück. Sylvia bleibt still im Elternhaus. Baronin Dachhausen beobachtet die Beziehung ihres Mannes zu Lydia, während Dietz mit Lydia verbunden ist und zugleich Fastrades Nähe sucht. Hinter der äußerlich geregelten Ordnung wachsen Eifersucht, Unzufriedenheit und das Verlangen nach einem anderen Leben. Fastrade erkennt, dass sie Dietz nicht durch Treue, Pflicht oder Mitleid retten kann. Die Konflikte verschärfen sich, bis Dietz stirbt. Fastrade begleitet seinen Leichnam nach Paduren und bleibt mit ihrem Schmerz in jener Welt zurück, die alles Unruhige wieder in Schweigen verwandelt. Der Roman ist in achtzehn Kapitel gegliedert. Naturbilder, winterliche Parks, Wälder, Felder und abendlich erleuchtete Häuser spiegeln die innere Lage der Figuren. Im Mittelpunkt stehen Liebe, gesellschaftliche Erwartungen, familiäre Bindung, Standesbewusstsein, Einsamkeit, Verfall und die Spannung zwischen gelebtem Leben und versäumten Möglichkeiten.
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Buch (Taschenbuch)

18,30€

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