geboren 1977 in New Jersey, USA, promovierte in Vergleichenden Literaturwissenschaften an der Harvard Universität, hat Jiddische Literatur und Israelische Geschichte am Sarah Lawrence College und in Harvard gelehrt und Vorlesungen an diversen Universitäten und Kulturinstitutionen in den USA und Kanada gehalten. Ihre sieben Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Ihre Essays erscheinen u. a. in der New York Times, dem Wall Street Journal und der Washington Post. Ausserdem bringt sie den Geschichtspodcast „Adventures with Dead Jews“ heraus und hat das Tell Institute gegründet, das sich der Aufklärung der breiten amerikanischen Öffentlichkeit über das Judentum widmet. Dara Horn lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in New Jersey.
Warum übt ausgerechnet jüdisches Leiden – als Chiffre für die schlimmsten Übel der Welt – eine solche Faszination aus, während jüdisches Leben in der Gegenwart so wenig respektiert, ja, nicht selten als störend empfunden wird? Dara Horn geht dieser unbequemen Frage nach, und verbindet dabei so unterschiedliche Phänomene wie den globalen Kult um Anne Frank, das jiddische Staatstheater der Sowjetunion, die jüdische Geschichte der chinesischen Stadt Harbin und den wenig bekannten Lebensretter Hannah Arendts, Varian Fry.
Mit klarem Blick verknüpft Horn Geschichten aus aller Welt mit Momenten aus ihrem eigenen Familienalltag: Wie erklärt man einem zehnjährigen jüdischen Kind Shakespeares Shylock? Warum empören Hakenkreuze auf Schultischen kaum jemanden? Und welche Kraft liegt in der jüdischen Tradition, im Gebet und im Lernen? Eindringlich arbeitet Horn die Lebendigkeit, Komplexität und Tiefe jüdischen Lebens heraus – gegen einen Antisemitismus, der – trotz allem „Nie wieder“ – erneut auflebt.