Christoph Weber, geboren hristoph Weber (* 7. Juni 1943 in Graz) ist ein deutscher Historiker. Er war Professor für Neuere Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seine Arbeit Senatus Divinus, die Studie über das Kardinalskollegium 1500-1800 (1996), die Edition der "ältesten päpstlichen Staatshandbücher" (1991) und die beiden Untersuchungen über Familienkanonikate und Patronatsbistümer (1988) sowie die Territorien des Kirchenstaates im 18. Jahrhundert (1991) machten ihn in der Fachwelt zu einem der besten Kenner von Kirchenstaat und römischer Kurie in der (frühen) Neuzeit.
Im Zeitalter der europäischen Aufklärung gab es verheerende Naturumwälzungen, auf die die Menschen mit Bewältigungsstrategien reagierten, die bis ins 21. Jahrhundert fortwirken. Der Autor beleuchtet in seiner interdisziplinären Studie die mentalitäts- und ideengeschichtlichen Brüche wie auch Kontinuitäten in der frühneuzeitlichen Aufarbeitung von Naturkatastrophen. Ein Themenschwerpunkt liegt in der narrativen Vermittlung von Erdbebenkatastrophen in deutschsprachigen Druckschriften, die eine ausgeprägte Beständigkeit von religiös-metaphysischen Deutungsmustern aufweisen. Die durch die Leibniz-Wolffische Schulphilosophie vorangetriebene Bonisierung der Naturübel übte einen normativen Einfluss auf die mediale Aufarbeitung von Großkatastrophen wie das Lissabonner Erdbeben von 1755 und die Erschütterung Siziliens und Kalabriens im Frühjahr 1783 aus. Augenzeugenberichte wie auch Predigttexte und Lehrgedichte sind stereotyp von Darstellungskonventionen geprägt, die bereits in Unglücksberichten aus dem 16. und 17. Jahrhundert vorherrschten.
Eingehend wird ferner die Ästhetisierung gewaltsamer Naturkräfte in einschlägigen Abhandlungen über das Ungestüme und Erhabene von Literaturkritikern und Philosophen wie Johann Jakob Bodmer, Moses Mendelssohn, Immanuel Kant und Friedrich Schiller behandelt.