Carolina Schutti wurde 1976 in Innsbruck geboren. Sie studierte Germanistik, Anglistik/Amerikanistik sowie klassische Gitarre, absolvierte eine Gesangsausbildung und promovierte über Intertextualität bei Elias Canetti. Seit ihrem Debüt im Jahr 2010 veröffentlichte sie zahlreiche Bücher, die bislang in zwanzig Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden. Ihr Interesse gilt außerdem interdisziplinären Projekten an der Schnittstelle von Musik, Theater und Sprache. Zuletzt sind bei Droschl die Romane "Der Himmel ist ein kleiner Kreis" (2021) und "Meeresbrise" (2023) erschienen.
Ein Dorf in den späten 80er Jahren: Zwei Töchter wachsen ohne Väter auf, denn der eine hat sich von einer Brücke gestürzt und der andere ist nach dem gewaltsamen Zeugungsakt über alle Berge; die Mutter der beiden stockt das Sozialgeld mit Telefonsex und dem Verkauf von Secondhand-Sachen auf. Es könnte alles besser sein …
Mit Märchen, Lügen und geschickter Manipulation versucht die Mutter, ihre Kinder von der Außenwelt abzuschirmen und gleichzeitig an sich zu binden. Hand in Hand geht sie mit ihren beiden kleinen Prinzessinnen durchs Dorf, wobei sie eigentlich »respektlose kleine Monster« sind, die sich teils biestig durch den Alltag schlagen.
Die gruselig-märchenhafte Isolation der Mädchen bekommt Risse, als die Ältere der beiden die Kraft der Neugierde entdeckt und zu ahnen beginnt, dass die Welt mehr für sie bereithält als nur dieses kleine, mühsam zusammengeflickte Leben.