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Carlo Levi

Carlo Levi kam 1902 als Sohn einer jüdischen Familie in Turin zur Welt. Der Maler, Mediziner und Antifaschist wurde 1935 verhaftet und nach Aliano in der süditalienischen Basilicata verbannt. 1936 kam er im Zuge einer Generalamnestie frei. Im von den Nationalsozialisten besetzten Florenz schrieb er »Christus kam nur bis Eboli«. Das Buch erschien 1945 und machte Levi weltberühmt. In den Folgejahren erschienen sein Roman »Die Uhr« sowie mehrere Reiseberichte. 1963 wurde er als unabhängiger Kandidat der Kommunistischen Partei in den italienischen Senat gewählt. Nach seinem Tod 1975 wurde er auf dem Friedhof von Aliano bestattet.

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Die doppelte Nacht Produktbild: Die doppelte Nacht

Die doppelte Nacht

Im Jahr 1958 reist der italienische Autor Carlo Levi nach Deutschland. Von München bis Berlin sieht er wundersam wiederaufgebaute Städte - und dahinter das Schweigen, die Verdrängungen und die Verwüstungen der Vergangenheit.
Er lässt sich durch Münchner Nachtlokale treiben und spricht mit schlesischen Vertriebenen, die in den Baracken des KZ Dachau wohnen. Von Augsburg über Ulm bis Tübingen begegnet er der deutschen Geschichte seit dem Mittelalter und versucht sie mit den jüngsten Verbrechen in Zusammenhang zu bringen. Er streift durch die beiden Hälften des geteilten Berlins, im Pergamonmuseum wird er Zeuge der Rückkehr von Kunstwerken, die während des Kriegs nach Moskau verbracht wurden. Durchdringend schaut Levi in die menschlichen Abgründe Nachkriegsdeutschlands und horcht in die "hohle Stille aus Fragen und Erschütterung". Sein Reisebericht, der sich nie zur Anklage erhebt, besticht durch seinen feinen, warmherzigen Ton, den Thomas Sarbacher eindrucksvoll aufgreift. So entsteht ein genau beobachtetes Zeugnis von den Spuren einer gewalttätigen Geschichte in einem ganzen Land.
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