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Bert Hellinger

Bert Hellinger (1925-2019) Der Begründer und bis an sein Lebensende unermüdlicher Motor der theoretischen und praktischen Weiterentwicklung des Familienstellens Philosoph, Theologe, Pädagoge, Trainer für Gruppendynamik und Psychoanalytiker Autor von 110 Büchern, die in 37 Sprachen übersetzt wurden Das Familienstellen gab es schon vor mir, ich bin ihm nur begegnet, sagte er einmal. Aber es war Bert Hellinger, der aus einem thematisch eingeschränkten Randgebiet der Psychotherapie eine interdisziplinäre, gruppen- und branchenübergreifende Lebenshilfe entwickelte, die heute weltweit angewendet wird. Er war nie bestrebt sein Wissen geheim zu halten, er stellte allen von Anfang an seine Ansichten zur Verfügung. Ihm war es noch zu Lebzeiten vergönnt, zu sehen, dass seine Arbeit innerhalb von nur 30 Jahren auf allen Kontinenten, Europa, Russland, China, Australien, in den arabischen Ländern, Afrika und in Süd- und Nordamerika, Fuß fassen konnte.

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Vom Himmel, der krank macht und der Erde, die heilt

Das Thema Religion beschäftigt mich seit vielen Jahren. 25 Jahre lang war ich Mitglied eines katholischen Ordens, habe Philosophie und Theologie studiert, wurde Priester und habe 16 Jahre lang als Missionar und Lehrer bei den Zulus in Südafrika gearbeitet. Zur Psychotherapie kam ich über die Gruppendynamik und Psychoanalyse. Bald habe ich aber erkannt, dass viele psychotherapeutische Methoden die tieferen Schichten der Seele nur selten erreichen. Das hängt damit zusammen, dass sie unter dem Einfluss der abendländischen Philosophie seit Descartes dem Subjekt und dem Ich einen Stellenwert zuschreiben, der es von seiner Umgebung isoliert. Doch entgegen der von dieser Philosophie postulierten Freiheit erfährt sich dieses Subjekt als Objekt von Kräften, die über sein Ich verfügen und denen es ausgeliefert ist. So wird zum Beispiel über die Methode des Familienstellens ans Licht gebracht, dass die Einzelnen nicht nur von ihren Eltern abhängen und von ihnen beeinflusst und geprägt sind. Vielmehr können sie darüber hinaus in die Schicksale anderer Familienmitglieder verstrickt sein, ohne dass es ihnen bewusst wird, und das oft über mehrere Generationen hinweg. Bei der Zusammenstellung der Texte dazu habe ich auf einige Vorträge, Gespräche sowie auf Passagen aus früheren Veröffentlichungen zurückgegriffen: auf "Ordnungen der Liebe", "Verdichtetes", "Finden, was wirkt" und "Die Mitte fühlt sich leicht an". Da alle Kapitel um das gleiche Thema kreisen und nicht aufeinander aufbauen, kann man jedes für sich lesen. Ich habe sie nur in etwa chronologisch geordnet. Dadurch wird eine gewisse Entwicklung und Vertiefung meiner Einsichten im Laufe der Jahre sichtbar, und es wird auch deutlich, dass alle Erfahrungen vorläufig sind. So darf sich auch der Leser ermutigt fühlen, seiner Erfahrung zu trauen und sich von ihr führen zu lassen. UNVERÄNDERTER NACHDRUCK 2026. Erstauflage 2009 im Verlag Kreuz.

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