Anja Stiller (Jahrgang 1966), studierte Deutsche Literaturwissenschaft und Philosophie und promovierte am Institut für Ältere deutsche Literatur und Sprache an der Uni Salzburg. Sie arbeitete zehn Jahre als freischaffende Kulturjournalistin (u. a. für die „Salzburger Nachrichten“ und den „STANDARD“/Wien). Inzwischen ist sie als freiberufliche Lektorin für Sachbuchverlage und PR-Agenturen sowie als PR-Texterin tätig und veröffentlicht sowohl Belletristik als auch gut recherchierte Sachbücher, wie die in der Minibibliothek erschienenen Titel zu Kirschen, Esskastanien, Quitten oder zur köstlichen Südtiroler Küche
Bettler, Gaukler, Prostituierte … – das sind nur einige jener Menschen, die außerhalb der angeblich gottgewollten Ständeordnung des Mittelalters stehen. Wer nicht Bauer, Edelmann oder Geistlicher ist, der bewegt sich am Rand der Gesellschaft, wird ausgegrenzt, gemieden, wenn nicht gar geächtet.
Geschichte ist meist die Geschichte der Mächtigen, über ihre Lebensumstände sind wir gut unterrichtet. All die anderen, die Kranken oder Behinderten, die Henker oder Totengräber, haben keine Stimme. Ihnen widmet sich dieses Buch. Es geht den Spuren ihres meist harten Alltags nach, erzählt von den Schikanen, denen sie ausgesetzt waren, und der Verachtung, mit der sie zu kämpfen hatten. So entsteht ein vielfältigeres Bild mittelalterlichen Lebens, als wir es aus den Geschichtsbüchern kennen.