Im lange erwarteten neuen Band seiner Insel-Saga, die Hunderttausende in aller Welt begeistert hat, entführt uns Roy Jacobsen wieder in die raue, atemberaubende Küstenlandschaft Norwegens und erzählt mit Lakonie und poetischer Kraft von der Härte des Insellebens am Rande der Zivilisation.
Nach einer langen und beschwerlichen Reise durch Norwegen ist Ingrid zurück auf Barrøy. Das Leben auf der winzigen Schäreninsel wird noch immer vom jüngst vergangenen Zweiten Weltkrieg überschattet, die Menschen versuchen zu vergessen. Eines Tages wird ein fünfjähriger Junge auf die Insel gebracht. Als bald darauf sein Vater auf ungeklärte Weise verschwindet, adoptiert Ingrid den kleinen Mathias, der fortan fester Teil der Barrøy-Gemeinschaft wird. Doch sie ahnen zunächst nicht, dass mit Mathias auch das Drama um seine Herkunft mit auf die Insel geschwemmt wurde. "Die Kinder von Barrøy" erzählt mit großer Intensität vom Zusammenleben in einer Gemeinschaft, einem Land im Wandel und der Unerbittlichkeit des Meeres. Aber vor allem ist es das Porträt einer außergewöhnlichen Heldin, einer Mutter, die allen Schicksalsschlägen zum Trotz Verantwortung übernimmt...
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Altes Norwegen
Bewertung am 25.01.2023
Bewertungsnummer: 1866368
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
GELESEN: Roy Jacobsen
Unter den Titeln „Die Unsichtbaren“ bei Osburg Verlag Hamburg 2014 und als Taschenbuch bei Insel Verlag 2015 „In jenen hellen Nächten“
erschien der 1. Teil der „Insel-Saga“
270 Seiten
2. Teil „Weißes Meer“ – Erschienen 2016 bei Osburg Verlag
264 Seiten
3. Teil „Die Kinder von Barroy“ – Erschienen 2021 bei C.H.Beck
268 Seiten
Es ist gerade die einfache, aber aussagekräftige Sprache, die diese dreiteilige, 800 Seiten umfassende Geschichte um Ingrid und ihre Familie so lesenswert macht. Die wenigen Worte, die sie untereinander wechseln, genügen. Erstaunlich ist die Fähigkeit des Autors, dem eigentlich vollkommen banalen Leben, welches erst zu Ende des dritten Bandes etwas Fahrt aufnimmt, einfach gestrickter Menschen eine Faszination zu verleihen.
Auch wenn im Norwegen des 21. Jahrhunderts andere Verhältnisse herrschen, so kann man sich, kennt man ein wenig dieses Land, gut in die damalige Zeit zurückversetzen. Noch immer gibt es Höfe, die nicht an das Verkehrsnetz angebunden sind. Die Menschen müssen lange und beschwerliche Wege in Kauf nehmen, um sich mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.
Ob es Roy Jacobsen selbst oder den Übersetzern Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann unterlaufen ist, zeitlich etwas durcheinanderzubringen, weiß ich nicht. Im dritten Band ist Barbo plötzlich drei Jahre jünger geworden als im zweiten Band, was mich etwas irritiert hat, aber der Erzählung natürlich keinen Abbruch tun.
Von mir eine wirkliche Leseempfehlung, die gerade in der dunklen Jahreszeit bei Kerzenschein und Tee absolut authentische Empfindungen weckt.
Wer sich für diese Geschichte interessiert, sollte hier nicht weiterlesen.
GELESEN: Roy Jacobsen
Unter den Titeln „Die Unsichtbaren“ bei Osburg Verlag Hamburg 2014 und als Taschenbuch bei Insel Verlag 2015 „In jenen hellen Nächten“
erschien der 1. Teil der „Insel-Saga“
270 Seiten
2. Teil „Weißes Meer“ – Erschienen 2016 bei Osburg Verlag
264 Seiten
3. Teil „Die Kinder von Barroy“ – Erschienen 2021 bei C.H.Beck
268 Seiten
Teil III
Ohne Zeitsprung geht die Geschichte weiter.
Ingrid hat nun ihre Tochter Kaja, deren Vater Alexander ist.
Suzanne hat vor Wochen zusammen mit Barbo einen Brief zu den Lofoten an Felix, ihren Bruder, geschickt. Doch nicht Felix kommt zurück, sondern Lars, Barbos Sohn. Im Schlepptau befinden sich seine Frau Selma und ihre Söhne Hans und Martin sowie Hanna, die Ehefrau von Felix, deren Zwillinge Anna und Sofie und der Sohn Oskar.
Die Kriegswaisen verlassen Barroy. Die Milchroute wird wieder in Betrieb genommen, obwohl es auf der Insel bislang noch keine Kuh gibt. Dafür werden Waren von der Handelsstation angeliefert und Inselerzeugnisse mitgenommen. Der Steuermann ist Johannes Hartvigsen, der immer seinen kleinen Sohn Mathias mit an Bord hat. Der vier Jahre alte Bub ist seekrank, und für ihn ist jede Fahrt eine Tortur. Aber Hartvigsen muss ihn mitnehmen. Seine Frau Olavia, eine geborene Storm, hat ihn verlassen. Ihr war das Leben mit Johannes zu primitiv. Sie stammte aus besserem Hause. Als man Ingrid und Suzanne Johannes das Angebot macht, dass Mathias doch Zeit auf Barroy verbringen könnte, nimmt dieser an, und der Junge bleibt für immer. Zusammen mit der kleinen Kaja sind es bald wieder nur die einzigen Kinder, die aber das Leben von Ingrid und Barbo aufhellen, nachdem Suzanne und auch alle anderen Inselbewohner wieder unterwegs sind.
Ingrid adoptiert Mathias in einem langen Prozess. Jahre später soll auf dem alten Landstück von Johannes Hartvigsen, welches im Besitz von Mathias steht, die neue Schule gebaut werden. Ingrid gelingt es in einer endlosen Verzögerungstaktik einen Preis zu erhalten, der in dieser unglaublichen Höhe noch niemals gezahlt wurde. Sie will das Geld für Mathias anlegen, bis dieser volljährig ist. Lars und Felix ärgern sich darüber. Sie möchten seit Jahren die „Salthammer“, ihr inzwischen in die Jahre gekommenes Boot, überholen. Ingrid lehnt ab. Etwas verärgert starten sie zusammen mit Hans und Martin, Lars’ Söhnen, Fredrik, Suzannes Sohn, und Oskar, Felix’ Sohn, zu den Lofoten.
In einem entsetzlichen Wintersturm geht die „Salthammer“ unter und mit ihr die sechs Männer von Barroy. Für Ingrid, Barbo und Suzanne ist nichts mehr, wie es war.
Roy Jacobsen - Die Kinder von Barrøy
BücherBummler am 22.08.2022
Bewertungsnummer: 1771869
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Norwegen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Ingrid ist nach einer langen Reise, auf der sie den Vater ihrer Tochter Kaja, einen deutschen Soldaten, finden wollte, auf die kleine Insel Barrøy zurückgekehrt. Nach den Traumata des Krieges versuchen die Inselbewohner, ihr altes Leben so gut wie möglich wieder aufzunehmen. Als Ingrid eines Tages Mathis, das Kind des Schiffers, der die Milchroute fährt, einsam und etwas verloren, am Hafen sieht, bietet sie dem Vater an, für den Rest des Tages auf den Jungen aufzupassen. Doch am Abend kehrt der Vater nicht zurück. Und auch an keinem anderen Tag. Ingrid tut, was sie schon immer getan hat, sie übernimmt die Verantwortung und leitet die Adoption des 5-Jährigen ein.
Das Leben auf den Schären geht weiter, aber die Spuren, die der Krieg in den Seelen der Menschen hinterlassen hat, haben seine Bewohner geprägt. Und das Ende eines Krieges bedeutet auch nicht das Ende von Schicksalsschlägen.
„Die Kinder von Barrøy“ ist der vierte Teil von Roy Jacobsens Insel-Saga, deren erste drei Teile („Die Unsichtbaren“, „Weißes Meer“ und „Die Auge der Rigel“) unter dem Titel „Die Unsichtbaren“ ebenfalls bei C.H.Beck in einem Band erschienen sind. Der erste Teil schaffte es darüber hinaus auf die Shortlists des Booker International Awards und des Dublin Awards. Ich wünschte, ich hätte diese Informationen vor der Lektüre gehabt, und am Anfang begonnen. Zwar ist es nicht zwingend notwendig, die Vorgeschichte zu kennen, Jacobsen lässt genug Stichworte fallen, um dem Geschehen gut folgen zu können. Aber es wäre sicherlich ein noch größeres Lesevergnügen gewesen, wenn man die emotionalen Entwicklungen der Charaktere mitbekommen hätte.
Obwohl ich gar nicht weiß, ob das Lesevergnügen noch so viel größer hätte sein können. „Die Kinder von Barrøy“ war genau das, was ich mir wünsche, wenn ich nach einem Buch, das in Norwegen spielt, greife. Die raue Schönheit der Natur, das harte Leben der Landbevölkerung, das, trotz seiner Strenge, doch einen heilen, fast idyllischen Eindruck macht, Figuren, die verschlossen und gleichzeitig liebenswert sind, bodenständig und lebensklug.
Und Jacobsens Sprache spiegelt all das wider. Wie die Einwohner Barrøys will man sie manchmal schubsen und zwingen, mehr preiszugeben, mehr nachzufragen, könnte ihre karge Sturheit verfluchen. Sie ist eine perfekte Reflexion des Lebensgefühls der Inselbewohner. Dieser Roman eine wunderbare Symbiose zwischen Stil und Inhalt.
Für mich war „Die Kinder von Barrøy“ wie eine physisch greifbare Reise, von der ich unendlich viele Eindrücke und Erlebnisse mitgebracht habe. Ein Leseerlebnis ähnlich denen, die ich als Kind bei Astrid Lindgrens Büchern hatte. Und ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Roman es in meine Top 10 des Jahres schaffen könnte. Eindeutige Leseempfehlung!
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