Rezension zur deutschen Ausgabe,, Das geheime Hotel in Berlin " ,, Das geheime Hotel in Berlin " ist mein erster Roman von Catherine Hokin . Sie hat mich mit dieser packenden Geschichte um das bekannte Hotel Edel in Berlin und ihrer Besitzerin Lili von der ersten Seite an in drn Bann gezogen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen , bevor ich die letzte Seite verschlungen hatte. In zwei spannende Erzählsträngen taucht man tief in die grauenvolle Zeit der Nationalsozialisten und in die 90er Jahre kurz nach dem Mauerfall ein. Nachdem ihr Vater bei einer gnadenlosen Schlägerei durch SA-Männer ums Leben kommt, verlässt die erst 18- jährige Lili Krauss 1929 ihre Heimatstadt Leipzig, um in Berlin ein neues Leben zu beginnen. Eine große Stadt , in der sie anonym und mit weniger Angst vor den Nazis leben kann. Sie ändert ihren Namen in Falck und von nun an verschweigt sie, daß sie Jüdin ist. Schon bei ihrer ersten Begegnung verzaubert sie den Hotelierssohn Marius Rodeberg. Nach ihrer Heirat erstrahlt ihr ,, Hotel Edel " in grandiosen Glanz. Es zieht illustre Gäste an, die sich der Eleganz , des Charmes und der Verschwiegenheit der Besitzer und Personals sicher sein können. Auch Hitler und seine engsten Vertrauten wissen das immer mehr zu schätzen, das Edel wird quasi zu seinem zweiten Wohnzimmer. Während Lili mit ihm an einem Tisch sitzt und nach außen hin die Liebenswürdigkeit schlechthin präsentiert, ist in ihr grenzenlose Abscheu. Keiner dieser Menschen darf von ihrer Herkunft erfahren. Als die Verfolgung der Juden immer drastischer wird, entschließt sie sich , bei der Flucht einiger zu helfen, indem sie ihnen im Keller Unterschlupf gewährt. Marius, inzwischen im Kriegsdienst und verschollen, ist strikt dagegen, da er berechtigte Angst um seine großeLiebe hat. . Wird es gutgehen? Kann Lili ihre Fassade aufrecht halten und so ihre Tochter Gabi und das Hotel vor Schaden bewahren? Im zweiten Erzählstrang macht sich die Engländerin Lucy nur kurze Zeit nach dem Mauerfall für ihren Chef in Berlin auf die Suche nach einem Hotel , welches aufgekauft und neu hergerichtet werden soll. Als sie in Ostberlin das Hotel Edel entdeckt, verspürt sie sofort den Charme und die Seele des heruntergekommenen Gebäudes. Genau das ist ihr Projekt, welches sie zum Leben und zum alten Glanz zurück bringen will. Mit dem Berliner Architekten Adam hat sie einen passenden Mitstreiter an ihrer Seite, der erst vor kurze erfahren hat, daß er eine familäre Verbindung zum Hotel hat. Bei der Recherche in alten Unterlagen, Aufzeichnungen und Bildern, die Lucy im Keller auffindet , kommt Unglaubliches ans Licht. Persönliche Schicksale , Lügen und Ungesagtes , mit Auswirkungen bis in die Gegenwart . Im Laufe der Geschichte werden diese beiden Erzählstränge so grandios verwoben, daß sie quasi zu einem werden. Die Autorin hat mich mit ihrem hervorragend bildhaften und lebendigen Schreibstil sofort in Lilis und Lucys Leben katapultiert. Die Handlung ist so eindrucksvoll realistisch beschrieben, daß ich alles wie im Film vor mir sehen konnte. Den Glanz des Hotels genauso wie das Grauen des Nationalsozialismus und das Leben in der DDR , in der man am besten unauffällig , angepasst und parteitreu lebte, ansonsten bekam man die harte Macht des Staates zu spüren. Catherine Hokin hat die Protagonisten hervorragend authentisch ausgearbeitet, ich konnte mich jederzeit in ihre Gedanken und besonders in ihre Gefühle hineinversetzen. Lilis Mut und Entschlossenheit, aber auch ihre Ängste, Zweifel und Sorgen spüren. Lucy hat neben ihrer herausfordernden Arbeit ihr eigenes persönliches Päckchen zu tragen , genauso wie Adam und Gabi. Diese packende und dabei so unglaublich berührende Geschichte hallt lange in mir nach. Sie hinterlässt Gefühle und Gedanken, die mich noch eine Weile beschäftigen werden. Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher dieser für mich neu entdeckten Autorin, die ich so bald wie möglich lesen werde. Mit großer Begeisterung empfehle ich von ganzem Herzen diesen grandiosen Roman.
Heldin oder Hassfigur…
clematis am 17.07.2025
Bewertungsnummer: 2949333
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Heldin oder Hassfigur Zufällig laufen einander Lili Falck, die ursprünglich Krauss geheißen hat, und Marius Rodenberg über den Weg, eine Jüdin und ein „echter Deutscher“, was im Jahre 1929 noch kein großes, aber im Laufe der Zeit ein zunehmend größeres Problem wird, insbesondere, da die beiden heiraten und Lili sich erst spät ihrem Mann offenbart. An der Seite des Besitzers des renommierten Hotels Edel in Berlin steht nun eine elegante und selbstbewusste Frau, die sich quasi versteckt, indem sie offen den Führer empfängt und ihm lächelnd Champagner einschenkt. Eine bessere Maske kann sie kaum ersinnen, niemand ahnt etwas von ihrer jüdischen Herkunft. Auf diese Weise ist sie gerade prädestiniert dafür, verfolgte Juden durch den Hotelkeller in die Freiheit zu schleusen. Eine Heldin im Widerstand, die aufgrund ihrer augenscheinlichen Nähe zu den Nazis gleichzeitig für viele (auch Jahrzehnte später) eine Hassfigur ist. Eine schöne Rahmenhandlung verquickt auf wunderbare Weise die Geschichte während des Zweiten Weltkriegs mit den Jahren 1990/91. Im Mittelpunkt steht das Hotel Edel, ein Ort, der dem Führer ein zweites Wohnzimmer ist, fünfzig Jahre später an eine Hotelkette verkauft werden und in neuem Glanz erstrahlen soll. Überaus realistisch erzählt Catherine Hokin aus unterschiedlichen Perspektiven und lässt sowohl die Vergangenheit als auch die Zeit der Enkelgeneration lebendig werden. Welche Beweggründe treiben die junge Lili dazu, ihren Namen zu ändern, warum schließt sie sich dem Widerstand an, wie reagiert ihr Ehemann, als er sich der Uniform nicht länger erwehren kann? Viele Fragen, die im Laufe der Handlung eingehend beleuchtet und beantwortet werden. Ähnlich verhält es sich im zweiten Handlungsstrang mit Lucy und Adam in den Hauptrollen, die nach dem Mauerfall danach trachten, das Edel wieder auf den besten Platz unter den Berliner Hotels zu bringen. Dass sich durch die gründliche Recherche zwecks einer möglichst naturgetreuen Restaurierung der Kreis zum Krieg und zu familiären Banden schließt, ist da noch nicht abzusehen. Historische Detailtreue und fiktive Geschehnisse, die sich nahe an realen Begebenheiten orientieren, prägen diesen erschütternden Roman. Eine tapfere Frau, geleitet von Anstand und Moral, möchte einerseits den Verfolgten helfen, andererseits aber auch ihre Tochter schützen. Wie sie mit diesem Dilemma umgeht und wie man in den folgenden Generationen darüber denkt, das erzählt Catherine Hokin hier auf sehr eindrückliche Weise. Leseempfehlung!
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