Produktbild: Qimmik

Qimmik

Aus der Reihe Bibliothek Québec
2

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.07.2024

Herausgeber

Michael Killisch-Horn

Verlag

Wieser Verlag

Seitenzahl

200

Maße (L/B/H)

19,6/12,1/2,2 cm

Gewicht

322 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Michael Killisch-Horn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-99029-652-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.07.2024

Herausgeber

Michael Killisch-Horn

Verlag

Wieser Verlag

Seitenzahl

200

Maße (L/B/H)

19,6/12,1/2,2 cm

Gewicht

322 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Michael Killisch-Horn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-99029-652-3

Herstelleradresse

Wieser Verlag GmbH
Achte-Mai-Straße 12
9020 Klagenfurt
AT

Email: office@wieser-verlag.com

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Erschütternd

Gertie G. aus Wien am 27.07.2024

Bewertungsnummer: 2253867

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In seinem neuen Roman beschäftigt sich Michel Jean abermals mit den Verbrechen der Behörden Quèbecs an der autochthonen Bevölkerung der Innu. Neben der Abnahme der indigenen Kindern, deren Erziehung in katholischen Internaten bzw. Freigabe zur Adoption, gehört das massenhafte Erschießen der Schlittenhunde zum üblichen Vorgehen der Polizei. Mit dem systematischen Töten der, als Qimmik bezeichneten Tiere, die in der Gesellschaft der Innu mehr als nur Tiere zum Jagen oder Ziehen von Schlitten sondern als Familienmitglieder behandelt worden sind, unterbindet man das traditionelle Jagen in den nördlichen Landstrichen. Das brutale Vorgehen der Polizei in den 1960er-Jahren hat Auswirkungen auf die Gegenwart. Die junge Rechtsanwältin Ève Beaulieu, die in einer renommierten Kanzlei in Québec arbeitet, übernimmt die Verteidigung von Uqittuk Ainalik, einem Innu, der im Verdacht steht zwei Rentner getötet zu haben. Der Mann schweigt beharrlich. Ève beginnt zu recherchieren und entdeckt, dass der Verdächtige für zwei weitere Morde als Täter in Frage kommen könnte. Die vier Toten haben eines gemeinsam: Sie sind ehemalige Polizisten im Ruhestand, die ihren Dienst im Gebiet der Autochthonen verrichtet haben. Bei den Recherchen zu Ainalik kommt quasi nebenbei heraus, dass der Verbleib eines der vom Jugendamt „beschlagnahmten“ Kinder ungeklärt ist. Das Mädchen ist am 7. Jänner 1995 geboren - Èves Geburtstag. Meine Meinung: Wie schon in seinen anderen Roman erzählt Michel Jean in eindringlichen Worten vom Schicksal der autochthonen Bevölkerung Kanadas, die systematisch zur Sesshaftigkeit und damit zur Untätigkeit gezwungen worden ist. In zwei Zeitebenen und ebenso vielen Handlungssträngen erfahren wir die Geschichte des Jägers Ulaajuk und der Saullu, die mehrere Jahre gemeinsam auf Jagd gehen, bevor auch sie in ein Reservat in Nunavik umziehen müssen. Der Erzählstrang in der Gegenwart beschäftigt sich nicht nur mit Ainalik, sondern auch mit Èves Herkunft, die, wie sie weiß, als Baby vom Ehepaar Beaulieu adoptiert worden ist. Da sie sich sehr geliebt fühlt, hat sie nie das Bedürfnis verspürt, nach ihren leiblichen Eltern zu suchen. Der Fall um Uqittuk Ainalik, der sie als „Schwester“ bezeichnet, bringt den Stein ins Rollen. Die Beweggründe der Behörden, (autochthonen) Minderheiten zu assimilieren und/oder zu vernichten, wie es in einigen Ländern der Welt nach wie vor passiert, werde ich nie verstehen. Die Rolle der katholischen Kirche noch viel weniger. Das Gebot „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ hat sichtlich im imperialen Größenwahn keinen Platz. Das Buch ist im kleinen, aber feinen Verlag Loijze Wieser aus Klagenfurt in gediegener Ausstattung als Hardcover mit Lesebändchen erschienen. Ich bin sehr froh, dass Michel Jeans Roman in diesem Verlag eine Heimat gefunden haben. Fazit: Gerne gebe ich diesem erschütternden Roman über die systematische Vernichtung der autochthonen Lebensweise der Innu und Inuit in Kanada 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Erschütternd

Gertie G. aus Wien am 27.07.2024
Bewertungsnummer: 2253867
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In seinem neuen Roman beschäftigt sich Michel Jean abermals mit den Verbrechen der Behörden Quèbecs an der autochthonen Bevölkerung der Innu. Neben der Abnahme der indigenen Kindern, deren Erziehung in katholischen Internaten bzw. Freigabe zur Adoption, gehört das massenhafte Erschießen der Schlittenhunde zum üblichen Vorgehen der Polizei. Mit dem systematischen Töten der, als Qimmik bezeichneten Tiere, die in der Gesellschaft der Innu mehr als nur Tiere zum Jagen oder Ziehen von Schlitten sondern als Familienmitglieder behandelt worden sind, unterbindet man das traditionelle Jagen in den nördlichen Landstrichen. Das brutale Vorgehen der Polizei in den 1960er-Jahren hat Auswirkungen auf die Gegenwart. Die junge Rechtsanwältin Ève Beaulieu, die in einer renommierten Kanzlei in Québec arbeitet, übernimmt die Verteidigung von Uqittuk Ainalik, einem Innu, der im Verdacht steht zwei Rentner getötet zu haben. Der Mann schweigt beharrlich. Ève beginnt zu recherchieren und entdeckt, dass der Verdächtige für zwei weitere Morde als Täter in Frage kommen könnte. Die vier Toten haben eines gemeinsam: Sie sind ehemalige Polizisten im Ruhestand, die ihren Dienst im Gebiet der Autochthonen verrichtet haben. Bei den Recherchen zu Ainalik kommt quasi nebenbei heraus, dass der Verbleib eines der vom Jugendamt „beschlagnahmten“ Kinder ungeklärt ist. Das Mädchen ist am 7. Jänner 1995 geboren - Èves Geburtstag. Meine Meinung: Wie schon in seinen anderen Roman erzählt Michel Jean in eindringlichen Worten vom Schicksal der autochthonen Bevölkerung Kanadas, die systematisch zur Sesshaftigkeit und damit zur Untätigkeit gezwungen worden ist. In zwei Zeitebenen und ebenso vielen Handlungssträngen erfahren wir die Geschichte des Jägers Ulaajuk und der Saullu, die mehrere Jahre gemeinsam auf Jagd gehen, bevor auch sie in ein Reservat in Nunavik umziehen müssen. Der Erzählstrang in der Gegenwart beschäftigt sich nicht nur mit Ainalik, sondern auch mit Èves Herkunft, die, wie sie weiß, als Baby vom Ehepaar Beaulieu adoptiert worden ist. Da sie sich sehr geliebt fühlt, hat sie nie das Bedürfnis verspürt, nach ihren leiblichen Eltern zu suchen. Der Fall um Uqittuk Ainalik, der sie als „Schwester“ bezeichnet, bringt den Stein ins Rollen. Die Beweggründe der Behörden, (autochthonen) Minderheiten zu assimilieren und/oder zu vernichten, wie es in einigen Ländern der Welt nach wie vor passiert, werde ich nie verstehen. Die Rolle der katholischen Kirche noch viel weniger. Das Gebot „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ hat sichtlich im imperialen Größenwahn keinen Platz. Das Buch ist im kleinen, aber feinen Verlag Loijze Wieser aus Klagenfurt in gediegener Ausstattung als Hardcover mit Lesebändchen erschienen. Ich bin sehr froh, dass Michel Jeans Roman in diesem Verlag eine Heimat gefunden haben. Fazit: Gerne gebe ich diesem erschütternden Roman über die systematische Vernichtung der autochthonen Lebensweise der Innu und Inuit in Kanada 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Über das Leben im hohen Norden

Hanna (text.reisen) am 07.04.2025

Bewertungsnummer: 2460139

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auch in diesem Buch erzählt Michel Jean in seiner einfachen, direkten Sprache vom Leben der autochthonen Bevölkerung in Kanada. In zwei Zeitebenen zeigt er auf, wie es einmal war und wie es heute ist und wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen (verdeutlicht durch einen Kriminalfall). Nunavik in den 60er-Jahren: Das Paar Ulaajuk und Saullu führen ein Nomandenleben in der Tundra, begleitet werden sie dabei von ihren qimmiit, den Hunden, die als Teil des Clans betrachtet und auch so behandelt werden. Als sie nach mehreren Jahren in das Dorf Kuujjuaraapik zurückkehren, erkennen sie es kaum wieder, so viel hat sich verändert. Viele Familien wurden dazu gezwungen sich sesshaft niederzulassen, wodurch es zu wenig Wild gibt, um alle zu ernähren; vor allem Männer sind arbeitslos und verbringen ihre Zeit damit zu trinken. Und wo sind eigentlich die Hunde? In der Gegenwart wird die junge Anwältin Ève damit beauftragt einen Inuit zu vertreten, der beschuldigt wird vier Polizisten im Ruhestand, die bei der Sûreté du Québec in Nunavik gearbeitet haben, ermordet zu haben. Die Beweislage ist erdrückend, doch sein Motiv ist unklar und er weigert sich zu sprechen. Mehr will ich hier nicht zum Inhalt verraten, obwohl der Klappentext sogar mehr verrät und mir beim Lesen leider ein bisschen die Spannung genommen hat, da dadurch recht klar war, worauf alles hinausläuft. Einige Stellen fand ich in der Übersetzung unnötig kompliziert bzw. etwas altmodisch formuliert – ein etwas sorgfältigeres Lektorat hätte dem Buch wahrscheinlich nicht geschadet. Etwas irritiert haben mich auch die häufigen und sehr umfangreichen Fußnoten des Übersetzers. Ich finde es prinzipiell sehr gut, wenn Übersetzer:innen die Möglichkeit gegeben wird, ihre Arbeit zu kommentieren, in diesem Umfang wäre ein Register oder ein Anhang in meinen Augen jedoch die bessere Wahl gewesen. Nichtsdestotrotz ist der Roman extrem informativ und ich habe viel Interessantes über die Kultur und Lebensweise der Inuit gelernt. Wer sich für indigene Völker, ihre Lebensweise und ihre Geschichte von der Vergangenheit bis in die Gegenwart interessiert, dem seien dieser Roman und eigentlich alle Werke von Michel Jean wärmstens ans Herz gelegt.

Über das Leben im hohen Norden

Hanna (text.reisen) am 07.04.2025
Bewertungsnummer: 2460139
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auch in diesem Buch erzählt Michel Jean in seiner einfachen, direkten Sprache vom Leben der autochthonen Bevölkerung in Kanada. In zwei Zeitebenen zeigt er auf, wie es einmal war und wie es heute ist und wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen (verdeutlicht durch einen Kriminalfall). Nunavik in den 60er-Jahren: Das Paar Ulaajuk und Saullu führen ein Nomandenleben in der Tundra, begleitet werden sie dabei von ihren qimmiit, den Hunden, die als Teil des Clans betrachtet und auch so behandelt werden. Als sie nach mehreren Jahren in das Dorf Kuujjuaraapik zurückkehren, erkennen sie es kaum wieder, so viel hat sich verändert. Viele Familien wurden dazu gezwungen sich sesshaft niederzulassen, wodurch es zu wenig Wild gibt, um alle zu ernähren; vor allem Männer sind arbeitslos und verbringen ihre Zeit damit zu trinken. Und wo sind eigentlich die Hunde? In der Gegenwart wird die junge Anwältin Ève damit beauftragt einen Inuit zu vertreten, der beschuldigt wird vier Polizisten im Ruhestand, die bei der Sûreté du Québec in Nunavik gearbeitet haben, ermordet zu haben. Die Beweislage ist erdrückend, doch sein Motiv ist unklar und er weigert sich zu sprechen. Mehr will ich hier nicht zum Inhalt verraten, obwohl der Klappentext sogar mehr verrät und mir beim Lesen leider ein bisschen die Spannung genommen hat, da dadurch recht klar war, worauf alles hinausläuft. Einige Stellen fand ich in der Übersetzung unnötig kompliziert bzw. etwas altmodisch formuliert – ein etwas sorgfältigeres Lektorat hätte dem Buch wahrscheinlich nicht geschadet. Etwas irritiert haben mich auch die häufigen und sehr umfangreichen Fußnoten des Übersetzers. Ich finde es prinzipiell sehr gut, wenn Übersetzer:innen die Möglichkeit gegeben wird, ihre Arbeit zu kommentieren, in diesem Umfang wäre ein Register oder ein Anhang in meinen Augen jedoch die bessere Wahl gewesen. Nichtsdestotrotz ist der Roman extrem informativ und ich habe viel Interessantes über die Kultur und Lebensweise der Inuit gelernt. Wer sich für indigene Völker, ihre Lebensweise und ihre Geschichte von der Vergangenheit bis in die Gegenwart interessiert, dem seien dieser Roman und eigentlich alle Werke von Michel Jean wärmstens ans Herz gelegt.

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